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Montag, 23. März 2026

Phenomena

 

Phenomena

Story:

Die sensitive Jennifer (Jennifer Connelly), die mit Insekten kommunizieren kann, kommt während ihrem Aufenthalt in einem Fraueninternat in der Schweiz, einer Mordserie auf die Spur. Sie wird dabei von einem Professor (Donald Pleasence) unterstützt…

Meine Meinung:

Zwischen Tenebre und Opera drehte Dario Argento, teilweise vor Ort in den Schweizer Alpen, den mystischen, traumhaften und surrealen «Mystery-Krimi» Phenomena. Der Film ist, was seinen Plot angeht, definitiv kein 08/15-Werk. Und dennoch ist Dario Argento Mal wieder die Optik und Stimmung wichtiger, als sein dennoch zugegebenermassen dünner Plot. Das ist an sich für meinen Geschmack kein wirklicher Kritikpunkt, allerdings zieht sich der Film in den ersten 60 Minuten doch sehr, was das Fortschreiten der Geschichte und wirkliche Horrorparts darin, angehen. Soll heissen, es gibt definitiv auch die ein oder andere lahme Sequenz zu sehen und dass der Film für den US-Markt stark gestrafft wurde (und dann als Creepers veröffentlicht wurde), kann ich sogar nachvollziehen.

Ich mag Phenomena, auch wenn ich diesen persönlich nicht zu den Stärksten Argento-Werken zähle (Suspiria, Deep Red, Sleepless, Opera). Die erste Stunde war wirklich zäh, Affen mag ich nicht (ausser seiner letzten Szene im Film) und der Englische Dub (nicht alle Personen haben sich selbst gesprochen) mindert das Sehvergnügen halt doch auch ein bisschen (wirkt je nach Dialogen und Stimmen billig und künstlich). Die Besetzung von Halloween-Star Donald Pleasence (Specters) war ein gekonnter Schachzug. Die damals noch minderjährige Jennifer Connelly trägt den Film jedoch praktisch allein. In der sehenswerten Anfangssequenz ist zur Abwechslung Mal nicht Dario Argentos Tochter Asia, sondern Fiore zu sehen. Netter Gastauftritt, wie auch jener von Michele Soavi (Stage Fright). Daria Nicolodi (Inferno) spielt eine Nebenrolle. Sie gehörte zu dem Zeitpunkt zum Repertoire eines jeden Dario Argento Filmes.

Weitere Namen aus dem Ital. Film, die sich dazu gesellt haben: Goblin und Claudio Simonetti (Cut and Run), Luigi Cozzi (Demons 6 De Profundis) und Effekte Künstler Sergio Stivaletti (I Tre volti del terrore, Dellamorte Dellamore, Murder Obsession). Letzterer war für einige (zwar wenige aber dennoch sehenswerte) Tötungs- und Make-Up- Masken und Leichenteile zuständig. Der Film bietet in der Hinsicht einige schöne Ekelmomente mit Maden. Diesbezüglich gibt es auch im Finale einige wunderbar makabre Einfälle zu sehen. Die traumähnliche und surrealistische Stimmung plus die sonderbare Musik diverser Metal-Bands (z.B. Flash of the Blade von Iron Maiden) inklusive den Close-Ups von diversen Insekten ist definitiv sehenswert und wertet den Film im gegen Ende hin auf.

Fazit: Fantasievolles Kino von Dario Argento!

Infos:

O: Phenomena

Italien 1985

R: Dario Argento

D: Jennifer Connelly, Donald Pleasence, Daria Nicolodi, Fiore Argento, Michele Soavi, Patrick Bauchau, Franco Trevisi, Francesca Ottaviani, Dalila Di Lazzaro, Federica Mastroianni

Laufzeit der US-Blu: 116:00 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: 23.03.26

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Synapse Films vor, die vor einigen Jahren am Brugggore Filmfestival von Claudio Simonetti signiert wurde. Dieses Set kommt mit Booklet, Steelbook und drei Discs daher = Soundtrack-CD, zwei Blu-Rays (mit insgesamt drei Filmfassungen), limitiert auf 3000 Stück. Das Set bietet den Film in Englisch/Ital. mit englischen Untertiteln an. Dazu gibt es Unmengen an Extras (u.a. Dario Argentos World of Horror Doku, Interview mit Andi Sex Gang, Trailer, TV-Spots, Audiokommentar). Gibt es in Deutschland Uncut von XT-Video auf Blu-Ray (in Deutsch oder Englisch).

Dienstag, 17. September 2024

Specters

Specters

Story:

Während Bauarbeiten werden in Rom unbekannte Katakomben geöffnet. Dort lauert das Böse, welches freigesetzt wird und für Angst und Schrecken sorgt, was diversen Parteien gesundheitlich nicht gut bekommt…

Meine Meinung:

Siehe als Vorgeschichte Maya. Specters ist der 2. Film in einem Set des US-Labels Vinegar Syndrome. Ich kaufte das Set aufgrund Maya. Specters sehe ich daher mehr als gratis «Bonusfilm». Der Film stammt, was ich nicht wusste, auch vom Maya Regisseur Marcello Avallone. Ende der 80er Jahre waren die Kracher und Highlights des Italo Kinos längt vorbei, auch wenn es immerhin Ausnahmen wie Dellamorte Dellamore, Demons 6 oder Spider Labyrinth zu sehen gab. Specters gehört leider definitiv nicht dazu.

Aus heutiger Sicht hat mich der Plot des Filmes an den neuen Film The Deep Dark und natürlich vor allem an Wes Cravens A Nightmare on Elm Street erinnert. Das Mitwirken von Halloween-Star Donald Pleasence (Wake in Fright) inklusive Affen hatten noch Phenomena Vibes. Ansonsten wirkte Donald Pleasence besonders lustlos und kam auch nicht sonderlich viel vor. Mit einem Namen wie Donald Pleasence liess sich, vor allem international und in Übersee, gut Werbung machen.

Der Plot hat jedoch Längen. Wäre es ein Einzelkauf (Ohne Maya im Set) gewesen, hätte ich den Film vielleicht nicht in die Sammlung aufgenommen. Wie gesagt, die besten Zeiten hatte das Italo-Kino dazumal hinter sich und der Film ist im Grossen und Ganzen lahm, spannungsarm und billig. Es sind nur noch zwei- und drittklassige Namen dabei. Keine Grössen des Italo-Kinos. Erst gegen Ende dreht der Film in Sachen Action, Horror, Effekte und Tempo auf.

Und das sind auch die besten Momente des Filmes. Die wenigen Effekte und das Monster waren cool getrickst. An diesen Effekten hatte ich grosse Freude. Die waren genau nach meinem Geschmack und boten viel Charme. Für diese zeichnete sich, einmal mehr, Sergio Stivaletti (I Tre volti del terrore, The Sect, The Church) aus. Und diese Effekte und zwei zugedrückte Augen hätten wohlmöglich auch ausgereicht, um den Film, kein Kracher hin oder her, in die Sammlung zu stellen. Aber da im Set der bessere Maya enthalten ist, kommt Specters, quasi wie ein siamesischer Zwilling, trotzdem in meine Filmsammlung.

Fazit: Lahm und nicht wirklich toll, aber gegen Ende mit sympathischen Effekten von Sergio Stivaletti aufwartend!

Infos:

O: Spettri

Italien 1987

R: Marcello Avallone

D: Donald Pleasence, Trine Michelsen, John R. Pepper, Erna Schürer

Laufzeit der US-Blu-Ray: Ca. 93 Min.

Gesehen am: 14.07.24

Fassungen: Siehe Maya. Region-All-Disc, O-Ton Englisch oder Ital. mit Subs, exklusive Extras, sehr gute Bild- und Tonqualität. In D als Specters: Mächte des Bösen auf VHS zu haben (Uncut). 

Mittwoch, 19. Oktober 2022

Nosferatu in Venedig Review

 
Horroktober 2022

Nosferatu in Venedig

Story:

Venedig 1786:

Professor Paris Catalano (Christopher Plummer) reist nach Venedig, um das Mysterium um Nosferatu (Klaus Kinski) zu lösen…

Meine Meinung:

Nosferatu in Venedig, eine Fake Fortsetzung zu Nosferatu mit Klaus Kinski und von Werner Herzog, wirkt wie ein zusammengeflickter Mondo. Das liegt an der chaotischen Produktion zum Film: der Film bot insgesamt vier verschiedene Regisseure plus Klaus Kinski, der z.T. auch das Runder übernommen haben soll. Dass die Regisseure immer wieder gefeuert oder von sich aus gingen, sieht man der wirren Produktion an. Zu ihrem Nachteil…

Ich bin zwar ein grosser Fan des damaligen Italo-Kinos und auch Klaus Kinski mag ich als Schauspieler (Leichen pflastern seinen Weg, Creature, Jack the Ripper), aber Nosferatu in Venedig hat mir wirklich auch nicht gefallen. Daher war ich froh, diese alte deutsche DVD gratis vom Kumpel bekommen zu haben, statt viel Geld für das Mediabook ausgegeben zu haben.

Der Plot ist wirr, kaum vorhanden und nichtlinear. Aber das verwundert eben auch nicht, wenn es hinter der Kamera bei Cast & Crew solche Probleme gab. Von Klaus Kinski Auftritt, sind Chaos und Panik keine Seltenheit. Er soll sich sogar vor der Kamera an zwei der Schauspielerinnen sexuell vergangen haben (an Barbara De Rossi und Elvire Audray). Heutzutage unvorstellbar. Warum haben die Filmemacher da nicht eingegriffen?

Mehrheitlich schleicht Klaus Kinski in Nebel-Settings durchs menschenleere Venedig. Teilweise sind diese Szenen stimmig und schön gefilmt. Grösstenteils gelingt es dem Film aber nicht, eine fesselnde Atmosphäre zu generieren. Die Musik war nicht mein Fall und der Plot ist lahm und eine Spannung nicht vorhanden. Ich bin beim Schauen fast eingeschlafen. Gore darf man kaum erwarten, dafür gibt es, zumindest in der 2. Hälfte, viel nackte Haut zu sehen.

Der Cast ist mehr oder weniger auch wenig interessant. Barbara De Rossi überzeugt vor allem durch ihre Optik und Nacktszenen und Christopher Plummer war gut. Aber der restlich Cast war total verschenkt oder wurde nur geholt, um für den Film werben zu können. Dies trifft vor allem auf Halloween Star Donald Pleasence zu, der kaum zu sehen ist. Und Klaus Kinski beste Zeiten waren damals definitiv vorbei!

Fazit: Nicht wirklich zu empfehlen, da wirr, belanglos und langweilig!

Infos:

O: Nosferatu a Venezia

Italien 1986

R: Augusto Caminito, Mario Caiano, Luigi Cozzi, Klaus Kinski, Maurizio Lucidi

D: Klaus Kinski, Christopher Plummer, Donald Pleasence, Barbara De Rossi, Yorgo Voyagis, Anne Knecht, Elvire Audray

Laufzeit der deutschen DVD: 89:37 Min.

Gesehen am: Okt. 2022

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von VPS Video vor = Uncut, Deutsch/Englisch/Ital. ohne Subs. Die Bild- und Tonqualität sind nicht wirklich gut. Aber zum Schauen reichte es allemal, zudem ich die DVD gratis bekam. Für Fans gäbe es auch bessere Blu-Ray Alternativen aus den USA (Severin Films) oder Deutschland (Mediacs). Interessant ist dabei die 80minütige neue Doku Creation is Violent über Klaus Kinski.

Sonntag, 3. Dezember 2017

Wake in Fright Review

Wake in Fright

Story:

Lehrer John Grant (Gary Bond) unterrichtet mitten im australischen Outback. Er hasst sein Leben, freut sich auf die sechs Wochen Ferien welche er in Sydney mit seiner Freundin verbringen will. Sein Ziel ist es, eines Tages mit seiner Freundin nach England auszuwandern. Doch John schafft es nicht bis nach Sydney - in den merkwürdigen, volleren Trunkenbolden, Spieler und Hoffnungsloser beinhaltender Kleinstadt Bundanyabba strandet John, da er beim Glücksspiel sein ganzes Vermögen verliert. Desillusioniert und resigniert wird er durch einen Trupp Männer (Donald Pleasence u.a.) zu einer verwahrlosten, deprimierenden Persönlichkeit, die nur ein Ziel hat: Bundanyabba so schnell wie möglich zu verlassen! Einfacher gesagt als getan...

Meine Meinung:

Wake in Fright war einer der wenigen Titel, welche ich 2015 am NIFFF (Neuchatel International Fantasy Film Fest) verpasst habe - leider muss ich sagen! Aber den Titel hatte ich im Hinterkopf und nun kam ich endlich in den Genuss des Filmes und muss sagen: erstklassig, fesselnd, intensiv!

Der australische Film war ein grosser Erfolg - zumindest in Australien und mit Ausnahme in Cannes - ansonsten wurde dem Film in Europa wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Zu Unrecht. Der Film ist wunderschön gefilmt, die Einöde Australiens spürt, riecht und fühlt der Zuschauer förmlich durch den Bildschirm. Das war schon immer ein grosses Plus australischer Filme (Wolf Creek 2, Razorback, Mad Dog Morgan) und die langsame Entwicklung mit den fatalen Folgen und dem Verändern der Hautfigur erinnert ans psychologische Kino eines Sam Peckinpah.

Die Verrücktheit und Paranoia kommt sehr gut zur Geltung. Einzelne Szenen erinnern gar an die verrückte Szene aus Blutgericht in Texas mit den schnellen Umschnitten und den Close Ups der lachenden, verrückten Gesellen am Tisch, während die Heldin an Knochenstuhl angebunden ist und man vor allem eines Soundkulisse geniesst: Schreie, Schreie, Schreie! Einzelne Szenen in Wake In Fright können durchaus mithalten was solche Szenen angehen, vor allem am Ende!

Der Film ist düster und hoffnungslos - Staub, Alkohol und Blut und viele Verrückte bietet Bundanyabba was im Wandel des Hauptdarstellers deutlich wird. Der Soundtrack ist klasse, die Kameraführung sowieso (vor allem die Känguru Jagd Szenen sind sehr toll gefilmt worden) und auch die Darsteller, allen voran Gary Bond (noch nie gehört) und Donald Pleasence (bisher seine beste, intensivste Leitung welche ich bis dato sah) sind erste Sahne und tragen viel zur Klasse des Filmes bei.

Fazit: Für mich einer der besten Filme aus Australien - Filmfans der alten Schule sollten sich diesen intensiven Klassiker nicht entgehen lassen! Lohnt sich in jeder Hinsicht!

Infos:

O: Wake in Fright

Australien 1971

R: Ted Kotcheff

D: Donald Pleasence, Gary Bond, Chips Rafferty, Sylvia Kay, Jack Thompson

Laufzeit der US Blu Ray: Ca. 109 Min.

Gesehen am: Mitte Juli 2016

Fassungen: Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Juni 2016, Nachtrag: lief im Oktober 2016 zumindest auf Arte mit dt. Subs). Mir lag die US Blu Ray von Image Entertainment vor = erstklassige, restaurierte Filmfassung. Völlig Uncut, superbe Bildqualität (wird im Booklet mit Vergleichsbildern bestätigt), viele exklusive Extras, O-Ton und englische UT! Erstklassige Vö zu einem erstklassigen Film! Wer auf europäische Fassungen angewiesen ist kauft stattdessen die UK Blu Ray - der Franz. Blu Ray vorzuziehen da bei der Franz. Blu Ray wie oft fehlende englische UT eine Tatsache sind (oder feste franz. Subs beim O-Ton).

Mittwoch, 1. November 2017

Halloween: The Curse of Michael Myers Review

Halloween: The Curse of Michael Myers

Story:

Nach dem Ende von Teil fünf geht es wie folgt weiter:

Michael Myers (George P. Wilbur) und Jamie (J.C. Brandy) sind verschwunden. Halloween steht kurz bevor, als Jamies Leiche nahe Haddonfield gefunden wird. Das ruft Dr. Loomis (Donald Pleasence) auf den Plan, der inzwischen pensioniert ist. Dieser stösst auf Tommy (den kleinen Junge aus dem Original Halloween, auf welchen Jamie Lee Curtis Figur aufgepasst bzw. babygesittet hat, gespielt durch Paul Rudd), der Jamies Kind bzw. Baby gefunden hat. Die letzte Blutverwandte – und Michael Myers ist hinter diesem her…

Meine Meinung:

Teil sechs hielt ich lange für einen der besten Teile der Reihe, wenn nicht sogar den besten Teil. Dies hat sich mit meinen heutigen Sehgewohnheiten ein wenig geändert. Ich sehe die Teile 1-3 nun vor Teil sechs, aber Teil sechs vor den Teilen 4-5 (und 7-8). Grund ist vor allem, dass es dem Film an Stimmung und Atmosphäre mangelt. Selbst Carpenters Theme kommt kaum mehr vor und unzählige Nachdrehs lassen die Story konfus wirken.

Es gibt Unzähliges an Handlung und alternative Enden welche der ursprünglichen Version entsprochen hätten – doch bei einem Test-Publikum fiel der Film durch und es wurde Joe Chappelle als Regisseur an Bord geholt, der den Film mit neuen Szenen und einem neuen Ende «retten sollte». Das führte zu Story- und Logiklöchern und zu weiteren Problemen, da Donald Pleasence für Nachdrehs nicht mehr zur Verfügung stand, da inzwischen gestorben (war seine letzte Rolle). Das ist auch der Grund, warum es viele Fassungen gibt (R-Rated Version, TV Version, Producer's Cut, Unrated Version, Workprint Fassung…).

Mir hat der Film trotzdem mehr zugesagt als die vorderen Teile. Der Film war am Eröffnungswochenende auch sehr erfolgreich. Es war sicher ein kluger Schachzug mehr Zeit vergehen zulassen. Seit Teil fünf, der vor allem bei den Fans floppte, lagen nun sechs Jahre. Die Fans wollten trotzdem wissen wie es nach Teil fünf, immerhin bot dieser ein offenes Ende, weiterging. Für einen 1995er Film hat es der Film hier und da sehr gut geschafft, an die guten alten 80er Jahre Zeiten zu erinnern. Das Kleinstadt Feeling ist wie immer vorhanden und die Figuren waren okay und nerven nicht (trifft vor allem auf Donald Pleasence Figur zu, sichtlich gealtert).

Ein weiteres Plus ist die Darstellung und das Aussehen von Michael Myers: er wirkt böse und mehr denn je wie eine Killermaschine – unmenschlich, unheimlich, mit viel Mordlust, teilweise in ruhigen, langsamen Kameraeinstellungen zu sehen. Der Film ist sicher der härteste der Reihe. Für die Effekte war u.a. einmal mehr John Carl Buechler zuständig (schon in Teil vier) und es gibt paar nette Gore-Szenen. Man meint, der Film habe diesbezüglich Nachholbedarf, wenn man sich nur schon die drei Morde in den ersten 15 Minuten ansieht! Das Massaker am Ende am OP-Team war zudem optisch was Licht- und Schatten-Spielereien angeht, sehr schön inszeniert. Michael Myers Szenen sind in dem Film als grosses Plus zu werten. Die Hintergründe seiner Taten und die Szenen mit dem Cult sind zudem etwas Neues – damit baut der Film inhaltlich doch auf seine Vorgänger auf (inklusive Link zur Figur Tommy Doyle) auch wenn Vieles offen und unerklärt bleibt.

Ausser Donald Pleasence kehrte kein Darsteller aus den Vorgängern zurück. Danielle Harris verlangte zu viel Geld, so dass jemand anderes Jamie spielen durfte. Die Darsteller waren allesamt gut und solide.

Wem die Vorgänger zusagten, sollte sich Teil sechs nicht entgehen lassen. Für meinen Geschmack eine der besseren Halloween Fortsetzungen. 

Gefolgt von: Halloween 7

Vorgeschichte:


Infos:

O: Halloween: The Curse of Michael Myers

USA 1995

R: Joe Chappelle

D: George P. Wilbur, J.C. Brandy, Donald Pleasence, Paul Rudd

Laufzeit der US Blu Ray: 88:15 Min.

Review überarbeitet am: 29.10.17

Fassungen: Siehe Teil eins! Englische Subs vorhanden und es befindet sich noch der alternative Producer's Cut an Bord (weniger Gewalt, mehr Handlung). Zusätzlich auf der Blu Ray gibt es alternative und herausgeschnittene Szenen, die in der Kinofassung und auch im Producer's Cut fehlen (u.a. mehr Gewalt bei Jamies Tod und Gesicht durch Gitterstäbe drücken). Dann gibt es nicht offiziell noch einen Workprint Cut der sich vom Producer's Cut unterscheidet und eine Unrated Version (für die R-Rated Freigabe wurde die Schere angesetzt). Die längeren Gore-Szenen die auf der Blu als Bonus zu finden sind, sind in dieser Unrated Fassung (offiziell nicht erschienen, in den USA nur als Bootleg) im Master enthalten. Trotzdem soll es lt. imdb.com noch weitere Szenen geben, welche gar in der Unrated Fassung fehlen (Krankenschwester welche von Myers ausgeweidet wird, Dr. Wynn wird von Myers enthauptet, mehr Szenen zu Barrys Tod). In der Kinofassung fehlen somit sechs Szenen an Gewalt (plus eventuell die Szenen welche auf imdb.com zusätzlich genannt werden, welche ich weiter oben beschrieben habe). In Deutschland von NSM auf Blu Ray zu haben = normaler R-Rated «Uncut» Kino-Cut, O-Ton und deutsche Subs an Bord.

Warum oben auf dem Bild die deutsche DVD zu sehen ist? Die DVD habe ich aus nostalgischen Gründen in der Sammlung. Halloween 6 war nebst The Dentist 2, Candyman 3 und Die Killerhand eine meiner ersten vier DVDs und daher bleibt sie trotz Kauf der US-Blu Ray Box in der Sammlung. 

Sonntag, 29. Oktober 2017

Halloween 5: The Revenge of Michael Myers Review



Halloween 5: The Revenge of Michael Myers

Story:

Nach dem offenen Ende von Teil vier geht es wie folgt weiter:

Michael Myers (Don Shanks) hat die Attacke des Lynch Mobs überlebt und kehrt einmal mehr nach Haddonfield zurück, um Jamie (Danielle Harris), welche nun telepathisch mit ihm verbunden ist, zu töten. In Jamie sieht Dr. Loomis (Donald Pleasence) die perfekte Chance und Köder, um Michael Myers endlich zu stoppen…

Meine Meinung:

Vorgeschichte:


Teil fünf bietet in etwa die gleiche filmische Qualität wie sein Vorgänger (also ein durchschnittlicher, anspruchsloser aber kurzweiliger 08/15 80er Jahre Slasher), hier und da mit leichten Vorteilen (etwas mehr Action, etwas mehr Blut, hier und da etwas weniger Jamie dafür mehr Teens, mehr Story-Twists = Ende). Donald Pleasence und Danielle Harris kehren beide zurück, wobei Loomis, der laut früherem Skript im Film hätte sterben sollen am Ende, doch nun sehr nervt durch sein Overacting. Harris macht ihren Part solide, nervt etwas weniger, weil sie teilweise auch stark in den Hintergrund gerät (z.B. als Michael die Teens und Polizisten umbringt in und vor der Scheune). Gegen Ende wird der Film sehr effektiv und actionreich. Zwar schafft es der Film nicht so intensiv, Atmosphäre und Stimmung zu generieren wie in den ersten Teilen, aber es kommt doch mehr Suspense auf als in Teil vier. Michael Myers wird wie erwartet wieder von einem anderen Darsteller gespielt, John Carpenter kehrte unfreiwillig dank seinem Halloween Theme zurück im Gegensatz zur Effekte-Crew und Regisseur.

Da gab es Änderungen. Dwight H. Little wurde durch den Schweizer (ich frage mich noch immer wie er es nach Hollywood geschafft hat) Dominique Othenin-Girard ausgetauscht. Dominique Othenin-Girard hat immerhin mit Night Angel einen sehr schönen 80er Jahre Horror-Beitrag auf die Leinwand gezaubert, der vor kurzem Premiere auf digitalem Medium feierte (Blu Ray – DVD gab es nie, sonst nur VHS). Er gab im Fangoria Preis, dass das Ende nie im Skript stand und wohl spontan entschieden wurde. Auf jeden Fall hat er eine sehr solide Arbeit geleistet und die inhaltlichen Überraschungen empfand ich als angenehm und nicht störend. Für viele Fans ist Teil fünf nämlich auch der Tiefpunkt der Reihe. Eine Meinung, die ich nicht teilen kann.

Für die Effekte war die KNB FX Group verantwortlich. Hinter diesen drei Buchstaben stehen drei Namen. Alle drei waren schon vor Halloween 5 im Filmgeschäft in Sachen Effekte tätig. Aber 1989 markierte für die Truppe, vor allem als Trio um «KNB FX Group», ein wichtiges Jahr. 1989 konnte man in mehreren Produktionen aus dem vollen schöpfen: hier in Halloween 5 (wobei viel der Arbeit auch der Zensur durch die MAPP zum Opfer fielt, damit der Film ein R-Rating erhalten durfte), Intruder (Supermarkt Slasher, unzählige Gore-Effekte), The Horror Show aka House III (auch viele Effekte), A Nightmare on Elm Street 5 (die Konkurrenz «Horrorreihe» um Freddy Krüger wurde im gleichen Jahr auf die Leinwand gezaubert, in der Kinofassung leider auch nur zensiert) oder Bride of Re-Animator (auch hier: viele hübsche Effekte). 

Bis heute ist das Trio im Filmgeschäft und vielen Horrorfans wurden durch viele originelle, bluttriefende und fantastische Effekte-Kreationen ein Lächeln ins Gesicht gezaubert! Im Horrorgenre nicht minder wichtig als die Wahl der Darsteller, die Arbeit eines Regisseurs oder wenn es darum geht, einen passenden, stimmungsvollen Soundtrack zum Gezeigten zu generieren. Doch oft kommen die Männer im Hintergrund (Effekte und Co.) zu kurz. Daher: vielen Dank KNB FX Group!

Fazit: Wer Teil vier mochte guckt den 5. natürlich auch. Wer 80er Jahre Slasher und die Halloween Reihe mag auch! Solide 80er Jahre Slasher Arbeit! Guter Durchschnitt. 

Gefolgt von: Halloween 6

Infos:

O: Halloween 5: The Revenge of Michael Myers

USA 1989

R: Dominique Othenin-Girard

D: Don Shanks, Donald Pleasence, Danielle Harris, Ellie Cornell, Beau Starr

Laufzeit der US Blu: 97:03 Min.

Review überarbeitet: 28.10.17

Fassungen: Siehe Teil vier!

Halloween 4 – The Return of Michael Myers Review



Halloween 4 – The Return of Michael Myers

Story:

Nach dem Ende von Teil zwei geht es wie folgt weiter:

Der seit zehn Jahren im Koma und schwer verletzt Michael Myers (George P. Wilbur) entkommt während einer Transportfahrt und macht sich auf nach Haddonfield, gefolgt von Dr. Sam Loomis (Donald Pleasence), der ihn Mal wieder aufzuhalten versucht. Das Zielopfer von Michael Myers: seine 7jährige Nichte Jamie (Danielle Harris).

Meine Meinung:

Nach Halloween III, einem Flop an den Kinokassen bzw. Enttäuschung für viele Fans (kein Michael Myers, eigenständige Geschichte erzählend die nicht zu den Vorgängern passte), musste in Teil vier Michael Myers wieder her. Und da nahmen es sich die Filmemacher nicht, seinen Namen auch gleich in den Filmtitel zu stecken – sicher ist sicher.

Immerhin war die Konkurrenz zu der Zeit sehr gross. Vor allem die Freitag der 13. und A Nightmare on Elm Street Reihe trumpften gross auf und da galt es ebenfalls ein Stück vom Kuchen zu bekommen. Also erinnerte man sich an Halloween II zurück und liess die Geschichte nach Teil zwei spielen mit einem Zeitraum von zehn Jahren die dazwischenlagen.

Michael Myers kehrt als Killer zurück (wird meist immer von einem anderen Darsteller gespielt) und als Sam Loomis Donald Pleasence, der aber ab Teil vier mit seinem Overacting hier und da leicht zu nerven beginnt. Jamie Lee Curtis ist wie der grosse Meister selbst, John Carpenter, definitiv aus der Halloween Universum ausgestiegen (sie ja schon nach Teil zwei, er war in Halloween III noch beteiligt). Nur sein Soundtrack bzw. Theme erklingt natürlich wieder, wie in jedem Teil. Als Jamie Lee Curtis Ersatz nahm man die kleine Danielle Harris, welche später auch Horrorgenre treu blieb (See No Evil 2, Hatchet III, Laid to Rest 2, Halloween Remake, Düstere Legenden etc.). Als Regisseur holte man sich den damals bekannten und fleissigen Dwight H. Little (The Phantom of the Opera, Zum Töten freigegeben) an Bord und für die Effekte wurde John Carl Buechler verpflichtet (u.a. für Effekte in Freitag der 13. – Jason im Blutrausch, Scanner Cop, Carnosaurus, A Nightmare on Elm Street 4, Mausoleum und viele andere verantwortlich). Interessant: Nach dem Steven Seagal Film versank Dwight H. Little ganz schnell wieder im TV-Film…eine Eintagsfliege…

Splatterfans sollten aber nicht allzu viel erwarten. Es gibt vielleicht 2-3 blutigere (immer nur sehr kurz zu sehen) Szenen, mehr nicht. Zwar gibt Michael Myers am Anfang Gas, aber der zweite Teil war da z.B. deutlich effektiver und blutiger. Ansonsten folgt der Film nun dem typischen, klischeehaften 08/15 Slasher Kino ohne grössere Überraschungen, auch wenn man das Ende a) offenliess und b) einen kleinen, nicht uninteressanten Plot-Twist aus dem Hut zauberte.

Nichtsdestotrotz bisher der schlechteste Teil der Reihe, da überhaupt nicht originell, keine Spannung vorhanden und auch was Stimmung und Atmosphäre angehen, kann es Halloween 4 nicht mit seinen Vorgängern aufnehmen. Natürlich gibt es hier und da stimmungsvolle, schön gefilmte, unheimliche Szenen zu sehen, vor allem in Bezug auf Setting (Kleinstadt, Nacht, Halloween) und Soundtrack, aber die Wirkung ist nicht mehr dieselbe wie in den ersten Teilen. Zudem starten Dr. Sam Loomis aber auch die kleine Jamie in einigen Szenen durch ihr Overacting zu nerven – manchmal war man richtig froh, wenn eine Zeitlang Jamie gar nicht vorkam, sondern die älteren Jugend-Figuren. Ab und zu gibt es auch die obligatorischen Füllszene sprich Längen, von welchen man oft im Slasher-Genre nicht verschont bleibt.

Fazit: Für 80er Jahre Slasher Fans zu empfehlen, auch wenn Halloween 4 nur eine durchschnittliche Fortsetzung geworden ist. Das Gute für den Film: es sollte in Zukunft noch schlechter gehen…

Gefolgt von: Halloween 5

Infos:

O: Halloween 4: The Return of Michael Myers

USA 1988

R: Dwight H. Little

D: Donald Pleasence, Ellie Cornell, Danielle Harris, Beau Starr

Laufzeit der US Blu Ray: 88:17 Min.

Review überarbeitet am: 28.10.17

Fassungen: Siehe Teil 1! In Deutschland: Von NSM / Tiberius Uncut auf Blu Ray zu haben. U.a. auch mit O-Ton und deutschen UT. Aber seit Teil vier haben nun auch die US Blu Rays Untertitel – englische und spanische wenn, ich nicht irre (Teile 2-3 hatten keine, der erste hatte englische Subs).

Halloween II Review



Halloween II

Story:

Vorgeschichte: siehe Halloween

Laurie Strode (Jamie Lee Curtis) wird ins Krankenhaus gebracht. Michael Myers (Dick Warlock) hat die Schüsse von Dr. Loomis (Donald Pleasence) überlebt und zieht seine Mordserie weiter. Sein Ziel: Laurie im Krankenhaus zu töten. Derweil suchen der Sheriff und Dr. Loomis nach Michael, um ihn aufzuhalten…

Meine Meinung:

Nach dem weltweiten Erfolg von Halloween war ein 2. Teil, gerade auch in Anbetracht der Slasher Welle, welche Ende der 70er / Anfang der 80er losgetreten wurde, (auch durch Freitag der 13. und Co.), keine grosse Überraschung.

John Carpenter wollte sich zunächst am Projekt nicht beteiligen, aber da er trotz des Erfolges seines Filmes davon finanziell nicht gross absahnte, willigte er trotzdem ein. Er schrieb das Skript, brachte sein Halloween Theme in den Film, produzierte den Film und drehte nach Erstellung zusätzliche Szenen mit Gewalt und Sex, um gegen die grosse Slasher Konkurrenz bestehen zu können. Universal befürchtete nämlich einen Flop an den Kinokassen – ganz zum Wiederwillen von Regisseur Rick Rosenthal, der ursprünglich lieber auf Stimmung und Atmosphäre setzte anstatt nackte Haut und blutige Gewalt.

Die Effekte sind dabei stark geworden (Nadel im Auge, sich ablösende Haut nach Verbrennung), bis simpel (Nadel welche in Schläfe dringt) oder okay (Kehlschnitt am Ende). Im Vergleich zu Teil eins geht es definitiv gradliniger, blutiger und so zu, wie man es von einem Grossteil des Slasher Genre gewöhnt ist.

Der Film hat mir gut gefallen. Zwar erreicht er nicht die Intensität, Spannung oder Stimmung von Teil eins, aber er darf sich noch zu den besseren Fortsetzungen der langjährigen Horrorfilmreihe zählen. Aus Teil eins kehrten nebst Carpenter u.a. noch Jaime Lee Curtis (kehrte dann erst in Teil sieben wieder zurück) und Donald Pleasence zurück, wobei letzter bis zu seinem Tode der Reihe treu blieb (noch in den Teilen 4-6 zu sehen).

Langweilig wird es nicht und man sieht es dem Film an, dass Rick Rosenthal zuerst versuchte, auf Suspense zu setzen. Ich fühlte mich, anspruchslos, recht gut unterhalten. Das Spital-Setting ist gut gewählt (auch wenn dort sehr wenig Betrieb herrscht) und bietet viele dunkle Ecken und Räume, in denen Michael Myers, der nun deutlich mehr zu sehen ist als im ersten Film, für Angst und Schrecken sorgen darf.

Fazit: Gute Fortsetzung die man jedem Slasher Fan empfehlen kann! 

Gefolgt von: Halloween III

Infos:

O: Halloween II

USA 1981

R: Rick Rosenthal

D: Jamie Lee Curtis, Donald Pleasence, Dick Warlock, Charles Cyphers, Jeffrey Kramer, Lance Guest

Laufzeit der US Blu Ray: 92:31 Min.

Review überarbeitet: 28.10.17

Fassungen: Siehe Teil eins. TV Fassung auch als Bonus drauf. Einziges Manko: keine englischen Subs vorhanden. Es gibt diverse deutschsprachige Blu Ray Fassungen, z.B. NSM (Österreich) oder FilmConfect (Schweiz). Uncut, O-Ton und im Gegensatz zur US Fassung mit deutschen und englischen Subs (aber weniger Extras und keine TV Fassung).