Dieses Blog durchsuchen

Mittwoch, 1. November 2017

Halloween (Remake) Review



Halloween

Story:

Der junge Michael Myers (Daeg Faerch) tötet seine Schwester (Hanna Hall), dessen Freund und seinen Stiefvater (William Forsythe). Er kommt zur Therapie zu Dr. Sam Loomis (Malcolm McDowell). Dieser versucht den Jungen zu therapieren – ohne Erfolg, was sich auch auf Myers Umfeld überträgt = seine Mutter (Sheri Moon Zombie) begeht Suizid. Nach 16 Jahren in der Anstalt bricht Michael Myers (Tyler Mane) aus. Sein Ziel: seine jüngere Schwester (Scout Taylor-Compton) in Haddonfield zu töten. Dr. Loomis und der Sheriff (Brad Dourif) versuchen Myers zuvorzukommen…

Meine Meinung:

Auf das Halloween Remake von Rob Zombie (31) habe ich mich damals 2007 sehr gefreut. Meinem alten Review entnehme ich, dass mir dazumal das Original nicht gefiel – und nun ist es der beste Teil der Reihe. Schon lustig wie sich ein Filmgeschmack in zehn Jahren ändern kann.

Nach dem miesen achten Teil und dem Erfolg von Dawn of the Dead und anderen Remakes war es für die Macher klar, keine erneute Fortsetzung zu produzieren, sondern ein Remake. Rob Zombie landete dazumal mit seinen House of 1000 Corpses und The Devil’s Reject grosse Erfolge, sodass dieser verpflichtet wurde, seine Version von Halloween auf die Leinwand zu zaubern.

Mit Remakes ist es immer so eine Sache. Aber ich bin diesen nicht immer negativ entgegengestellt. Zudem gab es auch früher schon Remakes die wirklich tolle Filme darstellen (Die Fliege von David Cronenberg, Der Blob von 1988, Das Ding aus einer anderen Welt von John Carpenter, Die Rückkehr der Untoten von Tom Savini, 70er Jahre Die Körperfresser kommen).

Doch Dawn of the Dead von 2004 trat eine neue Remake Welle los.
Ich unterteile Mal in «gut, kann man schauen», in «gefielen mir nicht» und «werde ich mir nie ansehen»:

Gute Remakes, die man schauen kann (inklusive für einmal okay):
Night of the Demons
Silent Night
The Hitcher
Der Blob
Die Fliege
Die Körperfresser kommen
Die Rückkehr der Untoten
Poltergeist
Mother’s Day
Piranha 3D
I Spit on Your Gave
The Toolbox Murders
Dawn of the Dead
The Hills Have Eyes
It’s Alive
Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre
2001 Maniacs
Wolfman
The Grudge
Mirrors
Body Snatchers
A Chinese Ghost Story
My Bloody Valentine 3D

Remakes die mir nicht gefielen:
The Stepfather
Day of the Dead
Children of the Corn
Freitag der 13.
Das Omen
The Punisher
Long Weekend
Godzilla
Quarantäne
Pusher

Remakes welche ich nie ansehen werde:
Total Recall
RoboCop
Fright Night
A Nightmare on Elm Street
Carrie
Das Ende – Assault On Precinct 13
The Crazies
Straw Dogs
Dark Water
Ein tödlicher Anruf
Oldboy
Der Fluch der 2 Schwestern
Freeze – Alptraum Nachtwache
Martyrs
Brick Mansions
Prom Night

Halloween kommt nach mehrfacher Sichtung in die erste Kategorie. Rob Zombie hatte quasi freie Hand was sein Inszenierungsstil angeht und der Film ist nicht uninteressant geworden. Doch passt das zusammen? Der ruhige, unheimliche Stil des Original Halloween und das laute Donnerwetter und Schnittgewitter à la House of 1000 Corpses von Rob Zombie?

Ich sage ja. Teilweise gewöhnungsbedürftig, was vor allem die Charakterzeichnung angeht im ersten Viertel des Filmes. Rob Zombie erzählt nämlich nicht ein 1:1 Remake und mit einer Laufzeit von zwei Stunden ist der Film klar länger als die offiziellen Halloween Fortsetzungen. Es wechseln sich laute, wilde und verrückte Szenen mit langsamen und stimmungsvollen Bildern ab. Rob Zombie schenkt Michael Myers als Kind mehr Szenen. Er tötet im Gegensatz zum Original nicht nur eine Schwester, sondern auch deren Freund und seinen Stiefvater. Die Familie wird sehr übertrieben dargestellt (White Trash Familie erster Güte). Dieses Overacting kann nerven oder vor den Kopf stossen, dem bin ich mir bewusst. Aber das ist die Welt vom Rob Zombie, wenn man sich auch seine anderen Filme und Figuren ansieht. So verwundert es nicht, dass Zombie in Kurz- und Nebenrollen auch viele seiner House of 1000 Corpses Stars aufgeboten hat: William Forsythe, Sheri Moon Zombie, Bill Moseley (The Texas Chainsaw Massacrre 2, kommt jedoch nur in der Kinofassung vor) oder Sid Haig.

Aber auch sonst wartet der Film mit vielen Genre-Namen auf: Malcolm McDowell (Death Race 2050), Brad Dourif (Cult of Chucky), Richard Lynch (Das Trauma), Udo Kier (Suspiria), Clint Howard (Evilspeak), Danny Trejo (Machete), Ken Foree (From Beyond) oder Danielle Harris (aus den Halloween Teilen 4 und 5). Besonders Malcolm McDowell, Danielle Harris, Daeg Faerch, Brad Dourif und Tyler Mane haben mir gut bis sehr gut gefallen. Die anderen Figuren fand ich teilweise nervend, wenig überzeugend oder eben mit extremen Overacting spielend oder einfach unsympathisch (Laurie).

Weiterhin sind Szenen zu sehen, wie Dr. Loomis Myers zu therapieren versucht. Das Laurie adoptiert wurde und seine Schwester ist (was im Original ja erst in Halloween 2 offenbart wird), wird hier schon erwähnt. Die Vorstellung in das kaputte Leben des jungen Michael, sein Werdegang zum Mörder, die erfolglose Therapie und der Fluchtversuch sind anders dargestellt und nehmen die erste Filmhälfte ein.

Die 2. Filmhälfte ähnelt dann sehr dem Original Halloween und einigen Szenen werden gar 1:1 übernommen. Dort kommt richtige Slasher/Halloween/80er Jahre Suspense auf. Das hat Zombie sehr schön eingefangen. Sehr stimmungsvolle Bilder, sehr unheimlich, ein sehr böser und intensiver Michael Myers, höherer Bodycunt und mehr physische Gewalt inklusive dem oft gespielten Halloween Theme von John Carpenter (was ich in den letzten Halloween Teilen der Originalreihe recht vermisst habe).

Die 2. Filmhälfte ist eigentlich jene, die wenig Eigenständigkeit und Originalität besitzt. Sie hat mir aber, als Fan der Reihe und wahrscheinlich auch aus nostalgischen Gründen, besser gefallen als die erste Hälfte, in welcher Zombie zu sehr «sein Ding» durchgezogen hat.

Fazit: Trotz der gewöhnungsbedürftig und übertriebenen Szenen im ersten Viertel (oder auch der Ausbruch im Unrated Director’s Cut) des Filmes ein gutes Remake, welches man sich als Halloween Fan durchaus ansehen kann! Ob es schlussendlich gefällt liegt daran, wie man mit Rob Zombies teilweise eigenem Stil zurechtkommt oder vor den Kopf gestossen wird.

Gefolgt von: Halloween 2

Infos:

O: Halloween

USA 2007

R: Rob Zombie

D: Daeg Faerch, Hanna Hall, William Forsythe, Malcolm McDowell, Sheri Moon Zombie, Tyler Mane, Scout Taylor-Compton, Brad Dourif

Weitere im Inhalt nicht erwähnte (bekannte) Horror-Namen in Kurz/Nebenrollen: Richard Lynch, Udo Kier, Clint Howard, Danny Trejo, Bill Moseley (nur Kinoversion), Danielle Harris, Ken Foree, Sid Haig

Laufzeit der US Blu: 121:30 Min.

Gesehen am: Oktober 2007 (Kino Schweiz) / Review überarbeitet am: 29.10.17

Fassungen: Mir lag die US Blu Ray vor, welche in der Halloween Komplettbox von Anchor Bay / Shout Factory enthalten ist. Inhalt: Beide Filme von Rob Zombie mit viel Bonus in den Unrated DC Fassungen. Erstklassige Bild- und Tonqualität. Englische Subs vorhanden. Dazu sind die original Halloween Filme enthalten (Teile 1, 2 und 6 auch in Alternativ-fassungen) inklusive eine ganze Bonus Disc und ein 49seitiges Booklet und insgesamt 15 Discs. In Deutschland gibt es den Director’s Cut von Universum auf Blu Ray (Uncut, auch O-Ton und dazu dt. Subs). In der Unrated Fassung gibt es mehr Dialoge / Handlung, Michael Myers Ausbruch ist alternativ zur Kinofassung und etwas mehr Nacktszenen sind zu sehen /Intimbereich der z.B. im Kino Cut fehlte. Keine längeren Gewaltszenen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen