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Donnerstag, 9. Juli 2026

Hokum

NIFFF 2026 Spezial

Hokum

Story:

Ohm Bauman (Adam Scott) reist aus den USA nach Irland, um die Asche seiner Eltern zu verstreuen und ihrem Wunsch zu entsprechen. Doch es kommt anders, als geplant…

Meine Meinung:

Damian McCarthy sorgte mit The Oddity am NIFFF 2024 für einen Erfolg. Hokum ist sein neuster Film und ich war sehr erfreut, als ich sah, dass der am diesjährigen NIFFF laufen würde da der Film keinen regulären Kinostart (in der Schweiz) haben würde. Hokum war unterhaltsam, aber irgendwie dennoch auch nichts Besonderes. 100% überzeugt hat mich der Film nicht. Vielleicht hatte ich einfach auch zu viele oder zu hohe Erwartungen.

Auf der anderen Seite wusste ich inhaltlich sehr wenig. Der Film geht inhaltlich in eine andere Richtung, als ich das erwartet hätte. Der Film ist ein Mix aus Krimi und Ghost-Film. Für einen Horror- und Geisterfilm muss ich jedoch bemängeln, dass ich nicht einmal erschrocken oder zusammengezuckt bin. Trotz einiger Jump-Scares und/oder dem Versuch, Spannung durch Bilder und Setting zu generieren. Das war schon etwas enttäuschend. Ich denke, in der Hinsicht hatte The Oddity die Nase vorn. Der Mix des Plots war zwar etwas erfrischend, auf der anderen Seite auch relativ unglaubwürdig.

Dazu kommt, dass der Film auch eine Komödie ist. Es gibt viel zu lachen und der Film war in der Hinsicht auch oft zu lustig, um dann auch wirklich gruselig oder unheimlich zu sein, auch wenn andere Kinobesucher durchaus erschrocken sind. Ich bin da wohl einfach schon abgestumpft. Der Film ist gut gespielt, aber die männliche Hauptfigur, gespielt von Adam Scott (Hellraiser: Bloodline, The Monkey), war mit oft nicht sonderlich sympathisch. Das Finale fand ich auch enttäuschend, im Keller gab es mir dann doch auch zu viele CGI-Fratzen und die unbeantworteten Fragen störten mich diesmal. Aber unterhaltsam war Hokum auf jeden Fall.

Fazit: Horrorfans können einen Blick riskieren!

Infos:

O: Hokum

Irland, Vereinigte Arabische Emirate, USA 2026

R: Damian McCarthy

D: Adam Scott, Peter Coonan, David Wilmot

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 107 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).

Mittwoch, 22. April 2026

Whistle

Brugggore Filmfestival 2026 Spezial

Whistle

Story:

Eine Gruppe von Jugendlichen findet eine antike Pfeife mit magischer, tödlicher Wirkung…

Meine Meinung:

Whistle war der einzige Titel am diesjährigen Filmfestival, der mir im Voraus etwas sagte, da der Film auch einen regulären Schweizer Kinostart erhalten wird und ich schon darüber in einem Forum gelesen habe. Zudem dachte ich, dass das der neue Film vom Oddity Regisseur sei. Eine falsche Annahme.

In Wahrheit handelt es sich bei Whistle um den neusten Film vom The Nun Regisseur. Das hätte mir eine Warnung sein sollen, da ich bereits The Nun sehr schlecht fand. Leider hat mich Whistle, auch wenn der nicht langweilig war, eher enttäuscht.

Der Film startet bereits schlecht. Kein Gespür für Spannung. Kein Gespür für Stimmung. Die Geisterwesen, die in den ersten 15 Minuten auftauchen, sind extrem schlechte CGI-Momente wie auch mehrere der Kills zu Beginn. Furchtbar. Da wäre ich am liebsten schon aus dem Kino gelaufen. Wer kann solche Effekte als gut absegnen? Schlimm!

Der Film ist zudem mehr oder weniger unoriginell. Der Plot erinnert an Final Destination. Der Film war zu keiner Sekunde spannend oder gruselig. Die Figuren sind nervende Klischees, die aus dem Netflix Universum stammen könnten. Nick Frost (Krazy House) konnte ich in seiner Rolle absolut nicht ernst nehmen. Gut, dass er zum Glück nur eine kleine Rolle spielt. Die Szenen beim Rummelplatz waren immerhin optisch cool und zwei Kills waren aussergewöhnlich brutal, blutig und innovativ. Die zwei Szenen waren das Licht am Horizont. Während dem Abspann gibt es noch ein Leckerli, also noch sitzen bleiben (was ich eben nicht tat).

Fazit: Leider ein mehrheitlich enttäuschender und unorigineller Horrorfilm!

Infos:

O: Whistle

USA, Irland 2025

R: Corin Hardy

D: Percy Hynes White, Dafne Keen, Nick Frost, Sophie Nélisse, Mika Amonsen, Ali Skovbye

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 97 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2026

Fassungen: Gesehen am Brugggore Filmfestival 2026 in Englisch. Uncut. Eine DVD, Blu-Ray oder UHD ist noch nicht angekündigt (Stand: April 2026).

Sonntag, 19. April 2026

Lee Cronin's The Mummy

Lee Cronin's The Mummy

Story:

Ein Journalist und dessen Frau gehen durch die Hölle, als ihre Tochter in der Wüste spurlos verschwindet. Acht Jahre später taucht das Mädchen plötzlich wieder bei der Familie auf. Doch sie ist verändert…

Meine Meinung:

Als ich dieses Jahr den Trailer zu Lee Cronin's The Mummy im Kino sah, war ein Kinobesuch beschlossene Sache. Zuvor hatte ich von diesem Titel und dem Namen Lee Cronin noch nie gehört. Der Trailer machte definitiv Lust auf mehr. Richtig gute Mumienhorrorfilme gibt es nämlich viel zu wenige, würde ich sagen.

Gestern sah ich mir den Film, der eine stolze Laufzeit von 133 Minuten beinhaltet, vor meiner 4. von sechs Nächten (ich arbeite als Nachtwache) an. Trotz der langen Laufzeit und der Tatsache, dass ich erst seit 16.00 Uhr wach war, wurde ich im Kino nicht müde. Das spricht für den Film. Vielleicht stimmt das Verhältnis nicht ganz. Am Anfang und Mittelteil ist der Film ruhig erzählt, gegen Ende hin wird es hingegen hektischer.

Wer den Film sieht dürfte sich an Filme wie Drag Me to Hell, Der Exorzist, Das Omen und vor allem die neuen Evil Dead Filme erinnert fühlen. Und das überrascht auch nicht, denn wie ich nach der Sichtung feststellte, handelt es sich bei Lee Cronin um den Regisseur von Evil Dead Rise.

Der Cast war solide. Die zwischenmenschlichen Probleme, die durch den Horror entstehen, wollen aber nicht wirklich zünden. Dazu waren die Entscheidungen, welche die Mutter und der Vater treffen, zu oft nicht nachvollziehbar. Die Kinder spielten fast besser als die Erwachsenen. Einzelne Horrorparts wirkten zudem zu drüber und mehr unfreiwillig komisch, statt zum Fürchten (z.B. die Abdankung der Grossmutter). Und einige Ideen werden nicht in den Plot integriert (der Professor).

Abgesehen von zwei-drei billigen CGI-Szenen (Sandsturm und Kojoten) bietet der Film eine ordentliche Palette an blutigen Splattereffekten, Bodyhorror Sequenzen und, und das freute mich am meisten, viele Ekelszenen, die mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert haben. Zudem sieht der Film allgemein toll aus und ist stark in Szene gesetzt. Das Make-Up (Gesicht) des Kindes hingegen fand ich wenig originell. Solche Fratzen sah man in den letzten Jahren einfach zu oft in dem Genre. Der Inhalt des Filmes ist auch alles andere als originell. Ägypten als Setting war hingegen cool und eine willkommene Abwechslung.

Fazit: Horrorfans können bedenkenlos einen Blick riskieren!

Infos:

O: Lee Cronin's The Mummy

USA, Irland 2026

R: Lee Cronin

D: Jack Reynor, Laia Costa, Veronica Falcón, May Calamawy, Natalie Grace

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 133 Min.

Gesehen am: 18.04.26

Fassungen: In Bern im Originalton mit deutschen Untertiteln und Uncut im Kino gesehen (ab 16 Jahren, während der in Deutschland keine Jugendfreigabe erhalten hat). Soll am 31.12.26 von Warner in Deutschland auf Blu-Ray und Co. erscheinen.

Sonntag, 13. Juli 2025

Bring Them Down

NIFFF 2025 Spezial

Bring Them Down

Story:

Die Bauern, Viehzüchter und Nachbarn Michael (Christopher Abbott) und Jack (Barry Keoghan) und deren Familien bekriegen sich. Die Familien-Fehde hat katastrophale Auswirkungen…

Meine Meinung:

Bring Them Down ist ein irischer Slow-Burner und das Spielfilmdebüt von Chris Andrews. Auf Bring Them Down war ich gespannt und wir waren am NIFFF froh um die englischen Untertitel. Der Film, der stark gespielt und gefilmt ist, wartet leider am Ende mit einem etwas unbefriedigenden Ende auf. Wie wäre es weitergegangenen? Der Plot hört quasi mittendrin auf. Und was will Regisseur Chris Andrews damit aussagen? Dass Männer mehr miteinander sprechen sollten? Präventiv, damit es weniger «eskaliert»? Das Gezeigte fühlte sich am Ende etwas sinnlos an. Leicht frustrierend.

Auf der anderen Seite fängt die Kamera wunderbare und stimmungsvolle Bilder der irischen Natur und Einöde ein. Absolut authentisch. Und keine CGI-Tiere. Toll. Dadurch entsteht eine intensive Atmosphäre. Trotz wenig Budget ist der Film stark in Szene gesetzt. Hier und da reicht es auch für einen Effekt oder einen Stunt (Auto-Crash). Und der Cast kann sich sehen lassen. Da sind bekannte Namen dabei. Namen wie Christopher Abbott (Possessor, It Comes at Night, Wolf Man, Piercing), Barry Keoghan (Chernobyl, The Green Knight) oder Colm Meaney (Gangs of London, Alarmstufe: Rot, Stirb langsam 2).

Die spielen das glaubhaft und toll. Dennoch hat mich das Gezeigte emotional sehr wenig berührt und kalt gelassen, obwohl die Hintergründe und die inneren Dämonen, gegen die Michael und auch Jack ankämpfen, Raum finden und Platz haben dürfen. Die Figuren werden also auch von einer menschlichen Seite her charakterisiert. Mit all ihren Problemen, Einflussfaktoren und Facetten. Dennoch fühlte ich wenig mit den Figuren und das Gezeigte, die Eskalation der Gewalt (fast ein wenig à la Wer Gewalt sät…), liess mich am Ende kalt. Die Art und Weise, wie der Plot dargestellt wird (erst aus Michaels und danach aus Jacks Sichtweise), fand ich spannend und originell.

Fazit: Kein uninteressantes Regie-Debüt. Kann man sich geben, da stimmungsvoll und stark gespielt!

Infos:

O: Bring Them Down

Irland 2024

R: Chris Andrews

D: Christopher Abbott, Barry Keoghan, Colm Meaney, Nora-Jane Noone, Paul Ready

Laufzeit der Kino Fassung: Ca. 106 Min.

Gesehen am: NIFFF 2025

Fassungen: Am NIFFF 2025 im O-Ton mit franz. & englischen Subs gesehen. Uncut. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2025).

Montag, 8. Juli 2024

Oddity

NIFFF 2024

Oddity

Story:

Darcys (Carolyn Bracken) Zwillingsschwester Dani (Carolyn Bracken) wurde vor einem Jahr brutal ermordet. Der damals Tatverdächtige wurde jedoch auch kurze Zeit später tot aufgefunden. Darcy sagt man übernatürliche Mächte nach. Sie sei ein Medium. Zusammen mit einer mysteriösen Holzpuppe versucht sie, Licht in das Dunkel zu bringen, welches ihre Schwester vor einem Jahr dem Leben entriss…

Meine Meinung:

Oddity ist nach Caveat (2020) der 2. Spielfilm des irischen Regisseurs und Horrorfilmfan Damian Mc Carthy, sieht man Mal von diversen Kurzfilmen ab. Oddity ist zwar kein Kracher (etwas vorhersehbar), aber dennoch ein kleiner, netter und vor allem stimmungsvoller Horrorfilm geworden, der gut unterhält und zu fesseln vermag. Mit limitierten Settings (das Haus wo gedreht wurde gehört einem Kollegen von ihm) und kleinem Budget (und ohne CGI) hat er das meiste aus den Ressourcen gemacht, was möglich war. Alleine das Haus ist ein Garant für Grusel. Die Holzfigur sowieso. Damian Mc Carthy stand nach der NIFFF Vorstellung für ein Q&A zur Verfügung, wo er diese Infos preisgab.

Zwar erinnert der Film leicht hier und da an andere Filme (The Conjuring und Co.), doch tut das dem Spass keinen Abbruch. Die Kameraarbeit und das Editing sind intelligent eingesetzt worden, so dass vor möglichen Jump-scares jede Menge Stimmung aufkommt. Toll. Hier wird nicht Grusel durch einen Jump-scare nach dem anderen produziert, sondern durch Kameraarbeit, Musik und Stimmung. Ein langsamer Spannungsaufbau. Die wenigen Effekte sind für das Budget ordentlich in Szene gesetzt und der Cast war im Grossen und Ganzen sehr gut.

Einige der Akteure konnten bereits im Horrorfilm Erfahrungen sammeln: Tadhg Murphy (The Northman) in Boy Eats Girl (lief auch am NIFFF), Carolyn Bracken in You Are Not My Mother, Steve Wall in The Hole in the Ground (lief auch am NIFFF) oder Joe Rooney in Wretch. Einige der Akteure haben auch schon in Damian Mc Carthys ersten Film Caveat zusammengearbeitet. Die Darsteller haben ihre Sache wirklich ordentlich gemacht.

Fazit: Damian Mc Carthy ist ein Name, den man sich merken darf. Gespannt, was er in Sachen Horror in Zukunft noch abliefern wird!

Infos:

O: Oddity

Irland 2024

R: Damian Mc Carthy

D: Gwilym Lee, Carolyn Bracken, Tadhg Murphy, Caroline Menton, Steve Wall, Johnny French

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 98 Min.

Gesehen am: NIFFF 2024

Fassungen: Am NIFFF 2024 gesehen in Englisch, Uncut. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray, UHD oder eine deutsche Fassung (Stand: Juli 2024).

Donnerstag, 25. April 2024

Abigail

Brugggore Filmfestival 2024 Spezial

Abigail

Story:

Eine Gruppe von Gangstern entführen die 12jährige Abigail (Alisha Weir), die Tochter eines Gangster-Bosses. Sie ziehen sich mit Abigail auf ein abgelegenes Grundstück zurück und hoffen auf fette Beute. Doch Abigail ist kein normales Mädchen…

Meine Meinung:

Abigail ist kommerzieller Horror von Universal. Der Film wurde, obwohl der auch regulär in den Kinos läuft, auf diversen Filmfestspielen gezeigt, u.a. auch am BIFFF 2024 wo ich den Film verpasst habe (siehe Bericht). Dort wurde der Film auch stärker vermarktet und Werbung für gemacht, als für andere Filme, die dort gezeigt wurden. Da dürfte Universal einiges springen gelassen haben. Regie führte das Duo Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett. Beide haben Erfahrungen im Horrorfilm = Scream, Scream VI, Southbound, Devil’s Due, V/H/S, Ready or Not. Vor allem mit Scream waren die beiden erfolgreich.

Der Erfolg soll nun auf Abigail übertragen werden. Der Film dürfte trotz allem nicht allzu viel gekostet haben, und ich denke, ein Erfolg ist gewiss (Film kostete 28 Mio. und hat am Startwochenende schon 10,2 Mio. eingespielt). Abigail hat eine Handlung à la From Dusk Till Dawn. Daraus wird leider keine Überraschung gemacht. Es wäre besser gewesen, wenn der Zuschauer im Dunkeln tappen würde. Der Film wäre somit spannender und überraschender. So ist die Ausgangslage klar. Der Film unterhält dabei gut. Es gibt viel Blut zu sehen und viel zu lachen. Einige Effekte waren überraschend gelungen und einige Szenen hübsch makaber.

Der Cast ist gut gewählt. Melissa Barrera (Your Monster), die mit den Regisseuren schon in den Scream-Filmen mitwirkte, spielt stark. Noch fast eindrücklicher ist die junge Alisha Weir als Vampir-Ballerina. Gekonnt und stark gespielt. Und überzeugt auch in den Tanzszenen. Dessen Choreographie lässt sie auch bei der Jagd und beim Töten in die Szenen einfliessen. Man darf gespannt sein, was von ihr in Zukunft (im Horrorbereich) noch zu sehen sein wird. Der restliche Cast passt zum kommerziellen Kino und zum heutigen Zeitgeist. Da sind Namen dabei wie Dan Stevens (Apostle), Kathryn Newton (im Moment auch in Lisa Frankenstein zu sehen) oder Kevin Durand, den ich in der TV-Serie The Strain super fand (während er in Abigail einen debilen Auftragskiller spielt).

Fazit: Gute Unterhaltung für Horrorfans! 

Infos:

O: Abigail

USA, Irland 2024

R: Matt Bettinelli-Olpin, Tyler Gillett

D: Kathryn Newton, Dan Stevens, Giancarlo Esposito, Kevin Durand, Melissa Barrera, Alisha Weir, Angus Cloud

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 90 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2024

Fassungen: Gesehen am Brugggore Filmfestival 2024, Uncut und im O-Ton. Es sind noch keine DVD/Blu-Ray Veröffentlichungen angekündigt (Stand: April 2024).

Samstag, 29. Oktober 2022

Gretel & Hänsel Review

 
Horroktober 2022

Gretel & Hänsel

Story:

Gretel (Sophia Lillis) und dessen jüngerer Bruder Hänsel (Samuel Leakey) irren durch die dunklen Wälder, hoffend nach einem besseren Leben. Sie stossen auf eine alte Hütte und eine liebeswerte, alte Dame lädt sie zu sich ins Haus ein. Gretel und Hänsel treten ein. Keine gute Idee…

Meine Meinung:

Ich kenne mit Ausnahme des südkoreanischen Filmes Hansel & Gretel (Henjel gwa Geuretel, 2007) keinen Film um das Märchen der Brüder Grimm aus dem Jahr 1812. Der Trailer zu Gretel & Hansel sah optisch spannend aus. Zudem mochte ich February von Regisseur Oz Perkins. Leider hat mir Gretel & Hänsel nur bedingt gefallen.

Der Film hat seine starken Momente in der Optik. Schöne Bilder, stimmungsvolle Atmosphäre, langsame Kamerafahrten. Sieht alles optisch bunt, düster und schön zu gleich aus. Arthouse-Elemente können Gretel & Hansel definitiv nicht abgesprochen werden. Vergleiche mit A24 Produktionen tun sich auf, was auch andere Zuschauer in ihren Reviews so sahen. Die Vergleiche passen…

Abgesehen davon hat der Film doch mehr enttäuscht statt unterhalten und erfreut. Die Vorlage wurde analog der Woke-Gemeinschaft abgeändert (statt Hänsel und Gretel kommt wird nun Gretel zuerst im Filmtitel genannt und ist die starke Figur im Plot, natürlich mit Kurzhaarfrisur und Co.). Das hat schon etwas genervt. Apropos Kurzhaarfrisur: Gretel wirkte auf mich mehr wie Eleven aus Stranger Things - auch Kurzhaar-Frisur und telekinetische Kräfte wie sie Gretel plötzlich im Finale präsentiert. Cool war hingegen die Tatsache, dass der Film wirklich nicht für Kinder geeignet ist…

Der Plot ist sehr dünn. Obwohl der Film nur 87 Minuten läuft (mit Abspann) kam mir das Schauen wie eine Ewigkeit vor. Spricht definitiv nicht für den Film. Die Musik wird von Synthesizer-Einsatz beherrscht und hatte à la Turbo Kid oder Dead Shack einen netten Retro-Touch. Passt teilweise gut zu den stimmungsvollen Bildern. Der Film hat definitiv einen Style over Substance Faktor. Die Darsteller spielen ihre Sache gut, auch wenn Sophia Lillis (It: Chapter 1 + 2) Figur, wie gesagt, an andere fiktive Charaktere erinnert. Alice Krige passt gut in die Rolle der alten Hexe. Gibt eine bessere Performance ab als zuletzt im Horror-Genre (Texas Chainsaw Massacre).

Fazit: Optisch cool und schick, aber ansonsten eigentlich lahm und nicht zu empfehlen…

Infos:

O: Gretel & Hansel

Irland, Kanada, USA 2020

R: Oz Perkins

D: Sophia Lillis, Samuel Leakey, Alice Krige, Jessica De Gouw, Ian Kenny

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 87:29 Min.

Gesehen am: Okt. 2022

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von Capelight vor = Wendecover, Deutsch/Englisch mit Subs, Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität. Gibt es auch als UHD.

Samstag, 30. April 2022

Let the Wrong One In Review

 
BRUGGGORE Horror Movie Festival 2022 Spezial

Let the Wrong One In

Story:

Dublin: Deco (Eoin Duffy) wird nachts auf einer Party von einem Vampir (Mary Murray) gebissen und selbst zum Vampir. Er findet Zuflucht bei seinem Bruder Matt (Karl Rice). Beide sind mit der Situation überfordert. Als dann plötzlich noch ein Vampirjäger (Anthony Head) auftaucht, entspannt sich dadurch die Situation nicht wirklich...

Meine Meinung:

Let the Wrong One In ist der neuste irische Fun-Splatter von Conor McMahon (Dead Meat, Stitches). Dieser wurde relativ kurzfristig ins BRUGGGORE Horror Movie Festival Programm aufgenommen und ich habe die Sichtung nicht bereut, obwohl ich inzwischen leicht müde war und das Fun-Splatter Genre à la Undead und Co. schon lange für ausgelutscht halte.

Let the Wrong One In war besser und vor allem auch blutiger als erwartet. Als ich den Film sah, wusste ich (noch) nicht, dass es sich um den Film vom Dead Meat und Stitches Regisseur handelt. Zumindest Stitches gefiel mir zuletzt sehr gut. Link zu diesem: auch dort wird eine Katze unschön durch die Lüfte geworfen! Conor McMahon scheint kein Katzenfreund zu sein (nur Spass!), wobei es in Let the Wrong One In einen Hasen noch unglücklicher trifft...

Der Film und das irische Setting tun dem Film sehr gut! Zudem war der Film sehr lustig. Ich wurde prima unterhalten. Und wie gesagt: es wird auch mit Splatter-Szenen nicht gespart. Blutiger als erwartet. Nur gegen Ende geht dem Film allgemein etwas die Puste aus und die Vampir-Frauen haben eigentlich nur wenig überzeugt. Unschön fiel auch ein CGI Gore-Effekt ins Auge (Pfahl durch beide Hände gebohrt).

Ansonsten sind die Splatter-Effekte handgemacht, klassisch und sehr blutig in Szene gesetzt. Die Figuren sind liebenswert, lustig, authentisch. Karl Rice und Eoin Duffy geben ein tolles Duo ab. Als ehemaliger Buffy - Im Bann der Dämonen Fan hatte ich selbstverständlich Freude an Anthony Head, der auch in Buffy bereits Vampire und Dämonen jagte. Starke Performance auch von ihm. Leicht schade, dass er im Finale nicht mehr dabei war.

Der Unterhaltungswert ist gegeben – es geht rasant los – überraschend kurzweilig ohne Längen mit Ausnahme des letzten Viertels des Filmes. Vor dem Finale geht dem Film dann doch etwas die Puste aus. Effekte-Sequenzen nehmen ab und spätestens im Finale sieht man, dass das Budget wohl fast aufgebraucht war. Das ist leicht schade, dass der Film sein hohes Niveau nicht konstant über die Zeit bringen kann. Abgesehen davon wirklich lustig, amüsant und unterhaltsam!

Fazit: Der perfekte Film für ein Horror-Filmfest!  

Infos:

O: Let the Wrong One In

Irland 2021

R: Conor McMahon

D: Karl Rice, Eoin Duffy, Anthony Head, Hilda Fay, Lisa Haskins

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 96 Min.

Gesehen am: BRUGGGORE Horror Movie Festival 2022

Fassungen: Gesehen via Film-Fest (BRUGGGORE Horror Movie Festival) in Englisch mit deutschen Subs, Uncut. Eine DVD/Blu-Ray sind noch nicht angekündigt (Stand: April 2022).

Samstag, 13. November 2021

The Green Knight Review

The Green Knight

Story

 

Mittelalter: Gawain (Dev Patel) feiert Weihnachten zusammen mit dem König und der Königin (Sean Harris, Kate Dickie) als die Feierlichkeiten von einem grünen Ritter (Ralph Ineson) gestört werden. Dieser fordert einen Ritter zu einem Duell hinaus. Gawain nimmt die Herausforderung an, ohne zu ahnen, welch unerwarteten Konsequenzen auf ihn lauern…

 

Meine Meinung:

 

Auf The Green Knight war ich seit dem ersten Trailer gespannt. Grund: erstens hat mich der Trailer inhaltlich und vor allem optisch angesprochen und zweitens handelt es sich bei The Green Knight um eine neue A24-Produktion. Und viele dieser A24-Produktionen mochte ich in der Vergangenheit. Die haben interessante Filme wie In Fabric, The Lighthouse, Under the Silver Lake, Hereditary, The Blackcoat’s Daughter, Green Room, The Witch oder Under the Skin auf die Menschheit losgelassen. Zwei neuere Titel kenne ich noch nicht (Lamb, Saint Maud).

 

Wie Midsommar konnte jedoch auch The Green Knight nicht vollends überzeugen. Der Film liess mich jedoch mit gemischten Gefühlen zurück. Es wäre vielleicht vorteilhaft gewesen, wenn ich mich mehr mit dem literarischen Inhalt (Sagen um Gawain und/oder dem grünen Ritter) beschäftigt hätte. Jedoch stellt der Film davon auch nur eine eigene Interpretation dar. Die Laufzeit von über zwei Stunden war klar zu lang (Action in dem Sinn gibt es kaum welche) und der Plot und Film als Ganzes sind irgendwie «sinnlos».

 

Dazu passt auch das Ende, in welchem der Zuschauer bewusst und sinnbildlich «vor den Kopf gestossen wird». Das war schon irgendwie frech, aber auch ziemlich cool und nach meinem Geschmack. Hier und da gefielen mir einige Szenen nicht (sprechende CGI Tier gingen mit bereits in Antichrist auf den Keks), aber im Grossen und Ganzen war der Film vor allem audiovisuell grandios.

 

Auch technisch ist die Indie-Produktion ansonsten toll gemacht und die Darsteller allesamt stark in ihren Rollen, auch wenn mir diese gänzlich unbekannt sind wie auch die Regie (vor allem Kurzfilme und TV-Kram gedreht). Ganz stark war auch die Musik von Daniel Hart. Zum Geniessen, stimmungsvoll und absolut passend. Ein Stilmittel, welches ich hingegen nicht mochte, war die Tatsache, dass ¾ zu dunkel sind bzw. im Dunkeln spielen. Das macht beim Schauen sehr müde…

 

Fazit: Geschmackssache! Zwar kein schlechter Film (würde den über Midsommar einordnen), kommt für mich persönlich aber nicht an die Mehrheit des anderen A24-Produktionen, welche ich bisher sah, heran.

 

Infos:

 

O: The Green Knight

 

USA, Irland 2021

 

R: David Lowery

 

D: Dev Patel, Alicia Vikander. Joel Edgerton, Sarita Choudhury, Sean Harris, Kate Dickie, Barry Keoghan

 

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 130 Min.

 

Gesehen am: 04.08.21

 

Fassungen: In Bern (Schweiz) im Kino gesehen: es lief zum Glück mehrheitlich die Originalversion mit deutschen und franz. Subs. Film Uncut. DVD/Blu-Ray sind noch nicht angekündigt (Stand: Aug. 2021).