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Donnerstag, 9. Juli 2026

Hokum

NIFFF 2026 Spezial

Hokum

Story:

Ohm Bauman (Adam Scott) reist aus den USA nach Irland, um die Asche seiner Eltern zu verstreuen und ihrem Wunsch zu entsprechen. Doch es kommt anders, als geplant…

Meine Meinung:

Damian McCarthy sorgte mit The Oddity am NIFFF 2024 für einen Erfolg. Hokum ist sein neuster Film und ich war sehr erfreut, als ich sah, dass der am diesjährigen NIFFF laufen würde da der Film keinen regulären Kinostart (in der Schweiz) haben würde. Hokum war unterhaltsam, aber irgendwie dennoch auch nichts Besonderes. 100% überzeugt hat mich der Film nicht. Vielleicht hatte ich einfach auch zu viele oder zu hohe Erwartungen.

Auf der anderen Seite wusste ich inhaltlich sehr wenig. Der Film geht inhaltlich in eine andere Richtung, als ich das erwartet hätte. Der Film ist ein Mix aus Krimi und Ghost-Film. Für einen Horror- und Geisterfilm muss ich jedoch bemängeln, dass ich nicht einmal erschrocken oder zusammengezuckt bin. Trotz einiger Jump-Scares und/oder dem Versuch, Spannung durch Bilder und Setting zu generieren. Das war schon etwas enttäuschend. Ich denke, in der Hinsicht hatte The Oddity die Nase vorn. Der Mix des Plots war zwar etwas erfrischend, auf der anderen Seite auch relativ unglaubwürdig.

Dazu kommt, dass der Film auch eine Komödie ist. Es gibt viel zu lachen und der Film war in der Hinsicht auch oft zu lustig, um dann auch wirklich gruselig oder unheimlich zu sein, auch wenn andere Kinobesucher durchaus erschrocken sind. Ich bin da wohl einfach schon abgestumpft. Der Film ist gut gespielt, aber die männliche Hauptfigur, gespielt von Adam Scott (Hellraiser: Bloodline, The Monkey), war mit oft nicht sonderlich sympathisch. Das Finale fand ich auch enttäuschend, im Keller gab es mir dann doch auch zu viele CGI-Fratzen und die unbeantworteten Fragen störten mich diesmal. Aber unterhaltsam war Hokum auf jeden Fall.

Fazit: Horrorfans können einen Blick riskieren!

Infos:

O: Hokum

Irland, Vereinigte Arabische Emirate, USA 2026

R: Damian McCarthy

D: Adam Scott, Peter Coonan, David Wilmot

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 107 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).

Freitag, 3. Juli 2026

Gaua

NIFFF 2026 Spezial

Gaua 

Story:

17. Jahrhundert in Spanien, Baskenland:

Kattalin (Yune Nogueiras) flüchtet nachts vor ihrem Ehemann in die tiefen Wälder. Als ihr Kreaturen nachjagen, weiss Kattalin noch nicht, wohin sie ihre Reise führen wird…

Meine Meinung:

Gaua ist meine erste NIFFF-Buchung in diesem Jahr. Ich habe einen Film über Geister und Hexen im spanischem 17. Jahrhundert-Setting erwartet. Ähnlich wie zuletzt in Akelarre, übrigens auch einem spanischen Film. Oder sollte mich ein zweiter Pans Labyrinth erwarten, in dem sich die Protagonistin in eine Zauberwelt flüchtet? Der genaue Inhalt von Gaua war mir schlicht nicht bekannt. Aber so habe ich meine NIFFF-Besuche am liebsten, wenn ich ohne grosses Vorwissen und somit ohne falsche Erwartungen Filmvorstellungen besuchen gehen kann.

Leider hatte ich heute kein Glück. Der Film hat mir nicht gefallen und am Ende des Tages war Gaua in meinen Augen auch der schwächste filmische Beitrag, den ich am ersten NIFFF-Tag gesehen habe. Ich wurde auch müde und hatte am meisten Mühe, wach zu bleiben. Mein Kumpel, der hier und da eingenickt ist, hat den Film am Ende eigentlich nicht schlecht beschrieben: «Wie The Witch (von Robert Eggers) von Temu». Dem kann ich mich nur anschliessen. Gaua startet interessant, aber umso weiter der Plot voranschreitet, umso mehr Längen gibt es. Und umso uninteressanter wurde das Gezeigte.

Zwar ist der Film mit Ausnahme von CGI-Feuer und CGI-Kaninchen (sehr übel) technisch gut gemacht und die Darsteller gut, aber inhaltlich konnte mich der Film nicht überzeugen. Eine richtige Grusel-Stimmung wollte sich nicht einstellen, die Figuren waren mit total egal und die Zeit ging nicht vorbei. Die Rückblenden erklären zwar inhaltlich einiges, aber ein gradliniger Plot wäre mir in dem Film, der in diverse Kapitel gegliedert wurde, lieber gewesen. Der Plot wurde mit viel weiblicher Empowerment gegen das Patriarchat gestaltet, was mir nicht gefallen hat (alle männlichen Figuren waren negativ und schlecht).

Fazit: Geschmackssache. Leider war Gaua nicht mein Fall…

Infos:

O: Gaua

Spanien, USA 2025

R: Paul Urkijo Alijo

D: Jon Jauregui González, Ane Gabarain, Iñake Irastorza, Elena Irureta, Yune Nogueiras

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 87 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).

Samstag, 25. April 2026

Häxan

Brugggore Filmfestival 2026 Spezial

Häxan

Inhalt inklusive meiner Meinung (Brugggore Filmfestival 2026 Version):

Bei Häxan handelt es sich um einen 20er Jahre Stummfilmklassiker aus Schweden/Dänemark. Der Film war dazumal eine der teuersten skandinavischen Filme aller Zeiten, der in vielen Ländern mit Zensurauflagen und Verboten zu kämpfen hatte. Der Film ist kein Spielfilm, sondern gibt sich als (fiktive) Dokumentation über Hexen. Präsentiert wird der Inhalt in sieben Kapiteln. Die Musik, für diese am Brugggore Filmfestival aufgeführte Version, steuerte die Musikerin Anna Murphy bei.

Wie bei vielen anderen Stummfilmen ist die Originalmusik nicht mehr vorhanden (die Filme wurden ohne Ton gedreht). Und wie bei vielen anderen Stummfilmen wurde die Originalversion erst spät entdeckt, was zur Folge hat, dass es zig Schnittfassungen mit unterschiedlichen Kommentaren, Laufzeiten und Musikbeilagen gibt. Die US-Version namens Witchcraft Through the Ages wurde z.B. von Autor William S. Burroughs (Naked Lunch) kommentiert.

Ich bin kein allzu grosser Fan von Stummfilmen. Aber als ich den Trailer zu Häxan sah, überlegte ich mir einen Blindkauf des Tickets, da eben auch interessant da Live-Musik-Vertonung zum Film. Der Trailer zeigte zu 90% nur Effekte: Make-Up-Masken, Teufel, Darstellungen der Höllen, Hexen-Settings. Und dazu wunderschöne, stimmungsvolle und düstere Bilder. Das war der ausschlaggebende Grund, warum ich das Ticket gekauft habe. Die Vorstellung, die scheinbar ausgebucht war, war sehenswert. Häxan war nebst Higuma!! The Killer Bear der bisher beste Film am diesjährigen Filmfestival.

Der Film kommt in der Tat wie eine Doku daher. Die ersten sechs Kapitel waren die besten. Ich liebe Darstellungen der Hölle und solche alten Bilder und Zeichnungen. Davon gab es jede Menge zu sehen und der Zuschauer wird mit echten Hintergrundinfos zur Hexenzeit gefüttert. Damit und mit den charmanten, coolen und starken Effekten und Höllen- und Teufel-Darstellungen hatte mich der Film schnell gewonnen. Auch als echte Darsteller ins Spiel kommen, wird Häxan nicht uninteressanter. Für mich spielen sie nur das wieder, was zuvor theoretisch erklärt wurde. Das Ganze hat für mich keinen echten Spielfilmcharakter und ich denke der dokumentarische Inszenierungsstil half, dass mir Häxan so gut gefiel.

Die Effekte, Kostüme, Settings und Requisiten sind der Wahnsinn, vor allem wenn man bedenkt, dass der Film schon über 100 Jahre alt ist. Unglaublich. Die Darsteller sind eher Beilagen und nicht wirklich der Rede wert. Das letzte Kapitel war vielleicht das schwächte, weil dazumal in der Gegenwart erzählend (über die hysterische Frau und Wahrsagerinnen etc.). Das war auch das kürzeste Kapitel. Ich weiss nicht ob dort durch das Festival ggf. Straffungen vorgenommen wurden, aber gut möglich da weniger interessant als die vorherigen Hexen-Inhalte.

Fazit: Zu Recht ein grosser Klassiker, der es auch auf meine Wunschliste schafft!

Infos:

O: Häxan

Schweden, Dänemark 1922

R: Benjamin Christensen

D: Maren Pedersen, Clara Pontoppidan, Elith Pio, Oscar Stribolt

Laufzeit der Brugggore Filmfestival Version: Ca. 96 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2026

Fassungen: Gesehen am Brugggore Filmfestival mit deutschen Untertiteln und Live-Musik von Anna Murphy (= Musikerin und Tontechnikerin). Zu Grunde lag der Print von The Criterion Collection, wobei die Festivalveranstalter zwei längere Passagen zu Straffungszwecken entfernt haben. Die Straffungen fielen nicht auf und die Bildqualität war fantastisch. Wer eine Blu-Ray möchte, wird in England (Radiance Films) oder den USA (The Criterion Collection) fündig. Dort sind unterschiedliche Film- und Vertonungen zum Film vorhanden. In Deutschland gibt es keine Heim-Medium Fassung. Der Film lief im Free-TV (u.a. Deutsch eingesprochen aber zensiert = 79 Minuten) und kann gestreamt werden (Englische Subs).

Samstag, 4. Oktober 2025

Hexenhammer Review

Horroktober 2025

Hexenhammer

Story:

Böhmen gegen Ende des 17. Jahrhundert:

Ein Inquisitor missbraucht seine Macht, um an den Reichtum besser gestellten Einwohnern zu kommen. Durch Folter gestehen sie am Ende alle. Der Prozess beginnt…

Meine Meinung:

Aka Die Hexenjagd. Hexenhammer, den ich im März 2010 unter dem Titel Witches' Hammer sah, sah ich nun erstmals auf Blu-Ray und in Deutsch. Der Film erzählt von einigen der letzten Hexenprozesse aus Böhmen, die sich am Ende des 17. Jahrhunderts zugetragen haben. Der Film aus der Tschechoslowakei wirkt, auch aufgrund der Schwarzweissbilder, sehr stimmungsvoll und atmosphärisch. Im Gegensatz zu Mark of the Devil und Co. geht es in Hexenhammer, was die grafischen Gewalt- und Folterszenen angehen, harmloser zu.

Der Film zeigt klar, deutlich und eindrücklich, wie Menschen dazumal ihre Macht missbrauchten. Macht, um reich zu werden. Macht, um andere zum Schweigen zu bringen. Macht, um Menschen gegeneinander aufzuhetzen. Macht, um im Namen der Kirche Opfer zu bringen. Vor allem Frauen, aber auch Männer, wurden zu Opfern. Und es sollte nicht beim Pöbel bleiben. Auch reiche und besser gestellte Menschen wurden zu «Opfern».

Die mir unbekannten Darsteller machen ihre Sache ordentlich. Die deutsche Synchronisation ist auch gelungen. Obwohl der Film harmloser ist, als andere Filme zum Thema Hexenverfolgung, gibt es auch hier die ein oder andere fiese Sequenz oder einen Hauch Erotik- und Nacktheit zu erspähen. Interessant ist jedoch, wie die Prozesse ablaufen und wie sich auch das Gremium nicht immer einig ist. Machtbesessen und falsch sind sie aber praktisch alle. Auch vor Freunden wird nicht halt gemacht. Die Denunziation war an der Tagesordnung. Jeder auf seinen eigenen Vorteil aus.

Fazit: Nicht uninteressantes Historiendrama!

Infos:

O: Kladivo na carodejnice

Tschechoslowakei 1970

R: Otakar Vávra

D: Elo Romancik, Vladimír Smeral, Sona Valentová, Josef Kemr, Lola Skrbková, Jirina Stepnicková

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 106:58 Min.

Gesehen am: März 2010 / Neusichtung am: Okt. 2025

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von Ostalgica vor = DVD und zwei Hörspiel-CDs, Booklet und Schuber. Uncut, Deutsch/Tschechisch mit Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität.  

Sonntag, 13. Juli 2025

Her Will Be Done

NIFFF 2025 Spezial

Her Will Be Done

Story:

Die 20jährige Nawojka (Maria Wróbel) wächst ohne Mutter in einem von Männern dominierten Umfeld auf. Ihre Ziele und Wünsche sind zweitrangig. Ihr Leben verändert sich, als eine unbekannte Seuche, die Kühe dahinrafft, zur Gefahr und Bedrohung werden. Gleichzeitig lässt die Ankunft einer neuen Nachbarin, Sandra (Roxane Mesquida) ist ihr Name, unterschwellige Lüste in ihr aufsteigen. Bei der Hochzeit von Nawojkas Bruder taucht Sandra uneingeladen auf und es kommt zum Eklat…

Meine Meinung:

Her Will Be Done war nebst OBEX ein weiterer NIFFF-Film, von dem es weder einen Trailer noch ein Plakat zu bestaunen gab. Oben beschriebene Inhaltsangabe habe ich erst nach der Sichtung angepasst. Als ich den Film, eine französisch-polnische Co.-Produktion der Regisseurin Julia Kowalski in mein NIFFF Programm aufnahm, dachte ich, es handelt sich um eine Geschichte im klassischen Setting. Ich wusste nicht, dass der Film in der Gegenwart spielt. Julia Kowalski wuchs in Paris auf, aber ihre Eltern stammen aus Polen. Die Regisseurin liess diverse Inhalte, welche sie als wichtig empfindet, in den Plot einfliessen (Familie, Sexualität, Adoleszenz, Traditionen…).

Das «Hexen-Thema» wird nur am Rande angeschnitten und bleibt im Dunkeln. So auch, was mit Nawojkas Mutter passiert ist. Hat Nawojka Kräfte à la Carrie und diese werden mit ihrer sexuellen Lust geweckt? Das sind Momente, in denen der Zuschauer, interpretieren darf. Dazu passt auch das Ende. Hat mir der Film gefallen? Nicht wirklich. Zwar war Her Will Be Done im Sinne von «unterhaltsam» nicht langweilig, aber der Film weiss am Ende nicht recht, was er sein will und/oder was er aussagen soll. Der Film wirkt inhaltlich überladen. Teilweise hatten einige Szenen für mich persönlich fast Let Sleeping Corpses Lie Vibes.

Der Film wirkte für meinen Geschmack auch unfreiwillig komisch. Der Film wollte sicher nicht lustig sein und in einzelnen Momenten ist er das auch nicht. Drei Zuschauer haben die Vorstellung aufgrund Gewalt gegen Tiere oder einer Rape-Szene auch verlassen. Dennoch war gerade das Schauspiel einiger Darsteller zu hölzern, laienhaft und unglaubwürdig, um überzeugen zu können. Leider war davon auch die Hauptdarstellerin betroffen: Maria Wróbel war in einigen Szenen wirklich nicht überzeugend, auch wenn die junge Darstellerin mutige Szenen spielte (am Ende nackt durch das Dorf laufen). Auch die anderen Darsteller waren zum Teil nicht wirklich toll gewählt.

Fazit: Das war leider nichts!

Infos:

O: Que ma volonté soit faite

Frankreich, Polen 2025

R: Julia Kowalski

D: Maria Wróbel, Roxane Mesquida, Wojciech Skibinski, Przemyslaw Przestrzelski

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 95 Min.

Gesehen am: NIFFF 2025

Fassungen: Am NIFFF 2025 im O-Ton mit englischen. Subs gesehen. Uncut. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2025).

Dienstag, 8. Juli 2025

Bokshi

NIFFF 2025 Spezial

Bokshi

Story:

Anahita (Prasanna Bisht) ist aufgrund des Verschwindens ihrer Mutter in grosser Trauer und traumatisiert. Um einen klaren Kampf zu bekommen schliesst sich Anahita ihrer Lehrerin (Mansi Multani) und einer Exkursion an. Keine gute Idee…

Meine Meinung:

Bokshi stellte meinen ersten NIFFF 2025 Besuch dar und ich freute mich auf den Kinobesuch. Der Trailer sah stimmungsvoll (inhaltlich) und optisch vielversprechend aus. Bokshi (= Hexe) ist das Spielfilmdebüt von Regisseur Bhargav Saikia, der das NIFFF bereits einmal mit einem Kurzfilm besuchte (ich glaube vor zehn Jahren). Bokshi wird als Folkhorror betitelt. Seit Severin Films All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Collection bin ich Feuer und Flamme für Folkhorror-Inhalte. Also war der Besuch von Bokshi beschlossene Sache.

Bokshi ist im Grossen und Ganzen ein sehr solides Regiedebüt geworden. Allerdings krankt der Film an einer zu langen Laufzeit (142 Minuten) und inhaltlich wirkt der Film auch überladen. Der Film will zu vieles sein: Coming of Age, Kritik am Patriarchat und Folkhorror. Hier und da wirkten einige Momente sogar unfreiwillig komisch, die sicher nicht so gemeint waren. Aus Sicht des Regisseurs verständlich und er ist nicht der Einzige, der als Spielfilmdebüt-Regisseur in solche Fussstapfen tritt. Hier und da fühlte ich mich leicht an Midsommar erinnert.

Eine leichte Spannung ist inhaltlich zwar gegeben, aber geübte Horrorfans werden wenig Neues vorfinden. Richtig gruselig ist der Film nie. Ansonsten war der Film nicht uninteressant. Optisch war der Film gelungen und die Effekte waren stark anzusehen. Die Drehorte waren authentisch. Ich hätte mir den Film jedoch deutlich stimmungsvoller erhofft. Mir hätte es mehr zugesagt, wenn man sich mehr auf das einzelne Thema Folkhorror vertieft hätte. Was den Cast angesehen, waren Prasanna Bisht und Mansi Multani superb.

Fazit: Fans von Folkhorror können einen Blick riskieren!

Infos:

Indien 2025

R: Bhargav Saikia

D: Prasanna Bisht, Mansi Multani, Swaroopa Ghosh, Rohit Tiwari

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 142 Min.

Gesehen am: NIFFF 2025

Fassungen: Am NIFFF 2025 im O-Ton mit englischen Subs gesehen. Uncut. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2025).

Freitag, 17. Januar 2025

Virgin Witch

Virgin Witch

Story:

Zwei Schwestern (Ann Michelle, Vicki Michelle) versuchen sich in London als Fotomodelle und landen in einer abgelegenen Villa, um dort ihre Karriere zu lancieren. Dumm nur, dass die Gastgeberin (Patricia Haines) anderes im Sinn hat…

Meine Meinung:

Virgin Witch sah ich bisher nur einmal und das war im Januar 2013 gewesen. Dazumal als US-Blu-Ray. Diese deutsche Blu-Ray bekam ich geschenkt, so dass ich die US-Blu-Ray entsorgt habe. Bei dieser störten mich auch die fehlenden englischen Untertitel zum O-Ton. Leider ist auch die deutsche Blu-Ray in der Hinsicht nicht 100% optimal, mehr dazu unter Fassungen. Es handelt sich bei Virgin Witch um einen Anfang der 70er Jahre Produktion aus England.

Regie führte der mir unbekannte Ray Austin. Die Hauptfiguren werden von Schwestern gespielt. Ann Michelle und Vicki Michelle. Gemäss meinem alten Review würde ich sagen, dass mir der Film nach der 2. Sichtung besser gefallen hat. Vielleicht hatte ich dazumal falsche, übertriebene Vorstellungen. Habe ich damals Splatter und Effekte erwartet? Ich weiss es nicht mehr. Möglich. Doch so was gibt es in Virgin Witch nicht zu entdecken. Ich mochte die 70er Jahre Stimmung. Die Freizügigkeit. Und die Musik. Der Film und viele seiner Szenen wirkten hypnotisch.

Der Film und seine Atmosphäre haben etwas von einem Jean Rollin Film. Der französische Regisseur ist bekannt für seine wortkargen, stimmungsvollen Filme, die kaum Plot beinhalten und mehr einem Rausch ähneln, als einem «echten Spielfilm». So auch hier. Der Plot ist dünn, sehr dünn sogar. Als Zuschauer sollte man einfach die Bilder geniessen (inklusive vieler Nacktszenen, vor allem jene der beiden Schwestern) und sich «fallen lassen». Der Zuschauer tut gut daran, nicht viel Verlauf im Plot zu erwarten oder zu hinterfragen, warum die Figuren handeln, wie sie handeln. Von der Stimmung her waren nebst erotischen Szenen vor allem die Hexen-Rituale sehr stimmig und atmosphärisch.

Fazit: Nicht uninteressant!

Infos:

O: Virgin Witch

Grossbritannien 1972

R: Ray Austin

D: Ann Michelle, Vicki Michelle, Keith Buckley, Patricia Haines, James Chase, Paula Wright

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 88:34 Min.

Gesehen am: Juni 2013 / Neusichtung am: 24.11.24

Fassungen: Früher sah ich den Film als US-Blu-Ray. An dieser störte mich die Tatsache der fehlenden englischen Untertitel. Inzwischen bekam ich die deutsche Blu-Ray, welche es zu dem Zeitpunkt (Juni 2013) noch nicht gab, geschenkt und habe damit die US-Blu-Ray ersetzt. Die Blu-Ray ist in Deutsch/Englisch mit deutschen Subs. Die Vertonung (des O-Tones) fand ich allerdings schlecht und englische Subs gibt es auch nicht (Deutsche Subs). Die Dialoge waren sehr leise abgemischt, fand ich. Es handelt sich um ein Mediabook mit DVD, Blu-Ray und Booklet. Label: X-Rated. Deutsche Erstveröffentlichung.

Montag, 8. Juli 2024

You Won't Be Alone

NIFFF 2024

You Won't Be Alone

Story:

19. Jahrhundert Mazedonien:

In einem Berg-Dorf wird ein junges Mädchen durch einen Deal durch eine Hexe markiert. Die Mutter versteckt das Baby in einer Höhle und schirmt diese bis zum 16. Lebensjahr von der Aussenwelt ab. Doch die Hexe ist zurück, bringt die Mutter um und nimmt «ihre Tochter» an sich.  Doch diese kann mit ihrem Schicksal als «Hexe», die mordet, nicht klarkommen. Sie verlässt «ihre Mutter» und nimmt diverse Gestalten an (eine Frau, einen Mann, ein Kind), um das Leben zu entdecken. Doch ihre Vergangenheit holt sie immer wieder ein…

Meine Meinung:

You Won't Be Alone ist schon zwei Jahre alt. Der Film, nach Kurzfilmen das Spielfilm-Debüt von Goran Stolevski (in Mazedonien geboren, als Jugendlicher mit Familie nach Australien ausgewandert), lief nur am diesjährigen NIFFF, da eine «carte blanche» Auswahl eines Gastes. Das wusste ich nicht. Als der Film dann von einer Transe (Nachtrag: von einer Drag Queen, aber, wie vermutet auch eine Transe) vorgestellt wurde, staunte ich nicht schlecht. Ich war überrascht. Die Erklärungen von ihr habe ich jedoch nicht verstanden, da alles in Französisch.

Sie bezog wohl den Inhalt des Filmes (sich in seiner Haut nicht wohl fühlen, eine andere Form/Identität annehmen) auf sich, daher wählte sie diesen Film. You Won't Be Alone war am 4. NIFFF Tag der einzige Film, der auf meinem Programm stand. Und den hätte ich besser auslassen sollen. Mir hat der Film gar nicht gefallen. Ich würde den Film sogar als bisher schlechtesten NIFFF 2024-Film bezeichnen. Obwohl der Film 108 Minuten läuft, kam es mir mehr als zwei Stunden vor. Der Film ist einfach zu pseudo-künstlerisch und vor allem einfach eins: stinklangweilig! Die Zeit ging einfach nicht vorbei. Ganz schlimm…

Ein echter Plot ist kaum auszumachen, die Erzählweise ist stark abseits des Mainstreams, es gibt Längen und Längen und Längen, die Musik war persönlich absolut nicht mein Fall und einige Szenen hatten eine stark ausgeprägte Agenda (klassische Rollenverteilung, Darstellung der Männer) oder waren absolut lächerlich und unfreiwillig komisch. Ich sehe in dem Inhalt keinen Sinn. Mutige, gute Schauspieler, hier und da schöne Aufnahmen und der Start in den Film mit der Katze (und sie wird zum Glück im Gegensatz zu vielen anderen Tieren nicht getötet) waren die kaum auszumachenden positiven Seiten dieses Filmes.

Als Fazit zitiere ich aus einem Letterboxd-Review: «Boring art house nonsense.» Korrekt!

Infos:

O: You Won't Be Alone

Australien, Grossbritannien 2022

R: Goran Stolevski

D: Noomi Rapace, Alice Englert, Anamaria Marinca, Sara Klimoska, Félix Maritaud

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 108 Min.

Gesehen am: NIFFF 2024

Fassungen: Am NIFFF 2024 gesehen im O-Ton mit englischen Subs, Uncut. Den Film gibt es in Australien auf DVD und ansonsten scheint es den nur via Streaming-Seiten zu geben, auch in Deutsch als Du Wirst Nie Allein Sein.

Donnerstag, 6. Juni 2024

Mother of Tears

 

Mit Claudio Simonetti am Brugggore Filmfestival 2024

Mother of Tears

Story:

Eine tödliche Urne, in der der Geist einer Hexe (Moran Atias) eingeschlossen ist, wird an einer Uni von einer Angestellten (Asia Argento) geöffnet. Ein tödlicher Fehler…

Meine Meinung:

Mother of Tears war 2007 der überraschende Abschluss von Dario Argentos (Deep Red, Pelts) Mütter Trilogie nach seinen Klassikern Suspiria und Inferno. Dazwischen gab es inoffizielle Filme mit ähnlichem Inhalt (Demons 6).  Leider hat Mother of Tears die 2. Sichtung nicht bestanden. Der Film müsste eigentlich aus der Sammlung fliegen und entfernt werden. Bei der Veröffentlichung schien ich vom Hype geblendet, auf der anderen Seite haben mir auch schon andere Argentos nach Neusichtungen nicht mehr gefallen (La Sindrome di Stendhal).

Im Vergleich zu den noch mieseren Argentos wie Dracula 3D oder Dark Glasses ist der Film irgendwie noch ok, technisch besser und besitzt einen, wenn auch trashigen und mehrfach ungewollt komischen (die Szenen im Zug) Unterhaltungswert. Aber von einem richtig guten Film ist Mother of Tears leider meilenweit entfernt. Da bin ich doch ziemlich erschrocken. Die Neusichtung verdankt der Film dem Ableben des französischen Darstellers Philippe Leroy, dessen Nebenrolle hier etwas an Donald Pleasence aus Phenomena erinnert.

Natürlich erinnern einzelne Aufnahmen, Szenen und Momente an bessere Zeiten (Opera, Tenebre, Sleepless), dennoch wird man als Argento Fan enttäuscht sein, wenn man mit hohen Erwartungen an den Film geht. Das Kaschieren von mangelnder filmischer Qualität durch ultrabrutale Splatter-Szenen (immerhin tolle Effekte von Sergio Stivaletti) spricht Bände. Ohne Erfolg, auch wenn einige Effekte durchaus sehenswert geworden sind. Der Look wirkt billig (wie auch einzelne CGI -Momente), die Musik von Claudio Simonetti (Demons) leider ebenso (teilweise The Omen Vibes) und das Schauspiel der meisten Akteure ist schlecht, wobei Dario seine Tochter Asia (Interstate, The Church) Mal wieder nackt präsentiert.

Fazit: Enttäuschender Abschluss von Dario Argentos Mütter Trilogie!

Infos:

O: La Terza madre

Italien, USA 2007

R: Dario Argento

D: Udo Kier, Asia Argento, Daria Nicolodi, Cristian Solimeno, Adam James, Moran Atias, Valeria Cavalli, Philippe Leroy

Laufzeit der UK-DVD: 97:30 Min.

Gesehen am: April 2008 / Neusichtung am: 03.06.24

Fassungen: Mir lag die UK-DVD von Optimum Home Entertainment = Uncut, Englischer Ton, keine Subs, gute Bild- und Tonqualität. Die Disc wurde am Brugggore Filmfestival 2024 von Claudio Simonetti signiert. Gibt es in Deutsch von diversen Labeln Uncut auf Blu-Ray (ILLUSIONS UNLTD. films, Koch Media, 8-Films).

Donnerstag, 20. April 2023

Der Ausgestoßene

Der Ausgestoßene 

Inhalt:

 

Zitat Back-Cover:

 

«Jane? Bist du das?»

Sie begann sich langsam am Fuß des Bettes abzuzeichnen. Das Haar wehte um ihr ausgezehrtes Gesicht in einem nicht spürbaren Wind. Was mich am meisten erschreckte, was ihre Größe. In diesen sich nur schwach abzeichnenden, weißen Gewändern war sie mehr als zwei Meter groß. Ihr Haar berührte fast die Decke und sie blickte aus einem reglosen Gesicht auf mich herunter.

Kalt wie ein Schauer des nordatlantischen Regens durchdrang mich die Angst. «Du bist nicht wirklich. Jane, du bist tot! Du kannst nicht hier sein, du bist tot!»

«John…» Sie seufzte und ihre Stimme klang, als würden die Worte von vier oder fünf Stimmen gleichzeitig gebildet. «John …. schlaf mit mir.»

 

Meine Meinung:

 

Graham Masterton, ein englischer Horrorroman-Autor, war mir lange unbekannt. Durch einen anderen, inzwischen leider deaktivierten Film-Blog, wurde ich auf Der Ausgestoßene aufmerksam. Das Artwork, die Beschreibung und die Infos auf dem Blog haben mich neugierig gemacht. Durch Schicksal kam ich nun in diese seltene deutschsprachige Ausgabe ("Einmalige Sonderausgabe August 2022"), die auf 1111 Stück limitiert ist (vielen lieben Dank nochmal!).

 

Der Roman hat mich schnell gefesselt und bestens unterhalten. Im Vergleich zu anderen Büchern, welche ich zuletzt las (Später, Die 120 Tage von Sodom), war Der Ausgestoßene klar unterhaltsamer. Vor allem jene, die es gerne klassisch gruselig mögen, werden den Roman mögen. Es kommen Geister, Zombies, ein Skelett-Monster, rätselhafte Morde, Hexen, ein Verlust/ein Traumata und eine Kleinstadt, die ein dunkles Geheimnis hütet, vor.

 

Der Plot spielt an einer Küstenstadt, wo jeder jeden kennt. In Massachusetts, Neuengland, Salem. Teilweise fühlte ich mich von den Beschreibungen und Freizeitaktivitäten (im Pub Bier trinken gehen) an eine englische Kleinstadt erinnert. Das hatte Charme. Zudem mochte ich die Figuren. Sie sind sympathisch, man fiebert mit ihnen mit, sie sind mysteriös oder regen zum Schmunzeln an. Die Charaktere sind, bis auf alle Nebenfiguren, einfühlsam und nachvollziehbar beschrieben.

 

Der Plot hält einige kleinere Überraschungen parat. In meinen Augen ist der Plot doch mehr, als "nur" ein 08/15 Geister-Plot. Die Geschichte und das Grauen werden meist langsam, quälerisch und sehr stimmungsvoll beschrieben. Der Horror und vereinzelte Gewalt-Momente sind schön fantasievoll und schmerzhaft beschrieben. Mein persönliches Graham Masterton Debüt hat sich gelohnt, so dass ich bereits einen weiteren Titel von ihm auf meine Wunschliste gesetzt habe (Titel: Das Insekt).

 

Fazit: Wer sich gerne klassisch gruseln lässt, macht mit Der Ausgestoßene alles richtig!

 

Infos:

 

In Deutschland erschienen: Ja

 

Sprache: Deutsch

 

 Verlag: Festa

 

Anzahl Seiten: 508

 

Roman/Sachbuch: Roman

 

Art: Gebunden

 

Autor: Graham Masterton

 

Erschienen: Einmalige Sonderausgabe August 2022

Samstag, 29. Oktober 2022

Gretel & Hänsel Review

 
Horroktober 2022

Gretel & Hänsel

Story:

Gretel (Sophia Lillis) und dessen jüngerer Bruder Hänsel (Samuel Leakey) irren durch die dunklen Wälder, hoffend nach einem besseren Leben. Sie stossen auf eine alte Hütte und eine liebeswerte, alte Dame lädt sie zu sich ins Haus ein. Gretel und Hänsel treten ein. Keine gute Idee…

Meine Meinung:

Ich kenne mit Ausnahme des südkoreanischen Filmes Hansel & Gretel (Henjel gwa Geuretel, 2007) keinen Film um das Märchen der Brüder Grimm aus dem Jahr 1812. Der Trailer zu Gretel & Hansel sah optisch spannend aus. Zudem mochte ich February von Regisseur Oz Perkins. Leider hat mir Gretel & Hänsel nur bedingt gefallen.

Der Film hat seine starken Momente in der Optik. Schöne Bilder, stimmungsvolle Atmosphäre, langsame Kamerafahrten. Sieht alles optisch bunt, düster und schön zu gleich aus. Arthouse-Elemente können Gretel & Hansel definitiv nicht abgesprochen werden. Vergleiche mit A24 Produktionen tun sich auf, was auch andere Zuschauer in ihren Reviews so sahen. Die Vergleiche passen…

Abgesehen davon hat der Film doch mehr enttäuscht statt unterhalten und erfreut. Die Vorlage wurde analog der Woke-Gemeinschaft abgeändert (statt Hänsel und Gretel kommt wird nun Gretel zuerst im Filmtitel genannt und ist die starke Figur im Plot, natürlich mit Kurzhaarfrisur und Co.). Das hat schon etwas genervt. Apropos Kurzhaarfrisur: Gretel wirkte auf mich mehr wie Eleven aus Stranger Things - auch Kurzhaar-Frisur und telekinetische Kräfte wie sie Gretel plötzlich im Finale präsentiert. Cool war hingegen die Tatsache, dass der Film wirklich nicht für Kinder geeignet ist…

Der Plot ist sehr dünn. Obwohl der Film nur 87 Minuten läuft (mit Abspann) kam mir das Schauen wie eine Ewigkeit vor. Spricht definitiv nicht für den Film. Die Musik wird von Synthesizer-Einsatz beherrscht und hatte à la Turbo Kid oder Dead Shack einen netten Retro-Touch. Passt teilweise gut zu den stimmungsvollen Bildern. Der Film hat definitiv einen Style over Substance Faktor. Die Darsteller spielen ihre Sache gut, auch wenn Sophia Lillis (It: Chapter 1 + 2) Figur, wie gesagt, an andere fiktive Charaktere erinnert. Alice Krige passt gut in die Rolle der alten Hexe. Gibt eine bessere Performance ab als zuletzt im Horror-Genre (Texas Chainsaw Massacre).

Fazit: Optisch cool und schick, aber ansonsten eigentlich lahm und nicht zu empfehlen…

Infos:

O: Gretel & Hansel

Irland, Kanada, USA 2020

R: Oz Perkins

D: Sophia Lillis, Samuel Leakey, Alice Krige, Jessica De Gouw, Ian Kenny

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 87:29 Min.

Gesehen am: Okt. 2022

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von Capelight vor = Wendecover, Deutsch/Englisch mit Subs, Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität. Gibt es auch als UHD.

Samstag, 30. April 2022

Hellbender Review

 
BRUGGGORE Horror Movie Festival 2022 Spezial

Hellbender

Story:

Izzy (Zelda Adams) ist ein 16jähriges Teen und lebt abgelegen mit ihrer Mutter (Lulu Adams). Diese unterrichtet Izzy zu Hause und isoliert diese. Zusammen gehen sie diversen Hobbies nach, z.B. Band-Aktivitäten, in die Natur wandern gehen etc. Aber Izzy wird verboten, sich anderen Personen zu nähern, da sie «krank» sei. In Wahrheit erwachen ihre Hexenkräfte. Als Izzy andere Jugendliche trifft, erwachen diese Kräfte…

Meine Meinung:

Hellbender ist eine Indie-Produktion und Mix aus Coming of Age, Drama und Horrorfilm. Der Film hat mich leider nicht gänzlich überzeugt, obwohl ich Coming of Age Inhalten, vor allem in Verbindung mit Horrorfilmen, nicht abgeneigt bin (Beispiel: Ginger Snaps, Grave oder Excision). Der Film scheint eine Familien-Produktion zu sein: Zelda Adams spielt Izzy und führt nebst einem John Adams (Vater?) Regie, während ihre Film-Mutter durch Lulu Adams, wohl auch im echten Leben ihre Mutter, gespielt wird.

Der Film kann knapp geguckt werden. Ein Totalausfall ist Hellbender, so der Name der Band im Film, nicht. Aber Vieles gefiel mir zu wenig. Sicher auch Geschmackssache. Aber der Plot war relativ zusammengekleistert und eigentlich auch sinnlos. Der hier und da eingestreute Humor passt nicht wirklich dazu und den Effekten sieht man das geringe Budget an. Teilweise wirkt der Film mehr wie ein Kammerspiel.

Ich fühlte mich phasenweise an Stephen Kings Der Dunkle Turm erinnert. In dieser gibt es eine Hexe namens Rhea vom Cöös (im vierten Band kommt sie vor, Review wird demnächst veröffentlicht). Diese ist im Besitz eines Gegenstandes, mit welchem sie ihre Feinde bzw. Personen aus der Ferne beobachten kann. Ein Traum für jeden Spanner und Voyeur. Eine solche Gabe besitzt in Hellbender auch die Mutter, jedoch um ihre Tochter zu schützen oder einzugreifen.

Einige Sequenzen (Flashbacks) haben, zumindest mich, leicht an Ritter der Dämonen erinnert. Wie die Hexen zerfallen an Blade oder die 90er Jahre TV-Serie Buffy - Im Bann der Dämonen. Der Plot war nicht wirklich aufregend spannend oder, wie bereits gesagt, sinnvoll. Am Ende gibt es sogar noch eine Art The Descent Hommage, in der die Mutter durch ein enges «Loch» kriecht. Das Ende, darüber kann gestritten werden. Innovativ oder doof?

Die Musik war weniger mein Fall. Es gibt viele Lieder und Füllszenen, die die Tochter und Mutter in freakigen Outfits und Bemalungen als Rock-Band zeigen. Wer es mag. Wie gesagt: weniger mein Sujet. Unfreiwillig erinnerten mich einzelne Szenen ans Hong Kong Kino: die deutschen Subs waren selten an den Seiten abgeschnitten. Etwas, was ich aus Hong Kong Filmen kenne, wenn 2,35:1 Filme im Vollbild dargestellt werden und an den Seiten Bild fehlt. Und: weisse Untertitel auf weissem Hintergrund = schwer zu lesen. Da gabs auch eine Szene in Hellbender. Zum Schauspiel: wechselhaft. Teilweise solide und absolut ok, in anderen Szenen unglaubwürdig, unfreiwillig komisch, schwach.

Fazit: Gibt schlechtere Filme, aber qualitativ zu sehr wechselhaft und für meinen Geschmack mässiger Mix aus Horror und Coming of Age. Dazu zu untalentiert und billig. Dann lieber einmal mehr Grave und Co. in den Player legen!

Infos:

O: Hellbender

USA 2021

R: John Adams, Zelda Adams, Toby Poser

D: Zelda Adams, Toby Poser, Lulu Adams, John Adams, Rinzin Thonden

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 83 Min.

Gesehen am: BRUGGGORE Horror Movie Festival 2022

Fassungen: Gesehen via Film-Fest (BRUGGGORE Horror Movie Festival) im O-Ton Englisch mit deutschen Subs (zweimal mit Schweizerdeutschen statt Deutschen Ausdrücken als Gag!). Sollte am 29.04.22 in Deutschland von I-O auf DVD und Blu-Ray erscheinen (in Deutsch/Englisch, wohl keine Subs) sein. 

Freitag, 29. Oktober 2021

Inferno Review

 Horroktober 2021

Inferno

Story:

New York, 80er Jahre: Rose (Irene Miracle) findet heraus, dass ihr Wohnort (grosser Gebäudekomplex) als «Zufluchtsort» einer Hexe dient. Sie verständigt ihren Bruder Mark (Leigh McCloskey) nach New York zu reisen. Als dieser ankommt ist Rose bereits vom Erdboden verschluckt. Er stellt Nachforschungen an…

Meine Meinung:

Inferno stellt den zweiten Teil von Dario Argentos Mütter-Trilogie dar, welcher spät (2007) durch Mothers of Tears endlich seinen lang ersehnten Abschluss fand. Nach dem Welterfolg von Suspiria war es keine Überraschung, dass Dario Argento mit Inferno eine Fortsetzung in die Kinos brachte, der die Ereignisse fortsetzen sollte.

Wem Suspiria gefallen hat, wird auch an Inferno Freude haben. Ich sah den Film lange nicht, so dass ich sehr motiviert und aufgestellt war, den Film zum Horroktober 2021 neu zu sichten. Vielleicht war ich leicht zu euphorisch und sicher hatte ich teilweise falsche Erwartungen: z.B. dachte ich, dass das Theme zum Film in vielen Sequenzen, die Morde oder Grusel beinhalten (z.B. die spektakuläre Unterwasser-Sequenz) zu hören sein wird. Ein Theme, welches ich mag.

Leider kommt das bekannte Inferno Theme ausser dem Abspann nur einmal vor, so dass ich in der Hinsicht enttäuscht wurde, da falsche Erwartungen. Aber auch abgesehen davon fand ich den Soundtrack wenig speziell. Da hätte ich von einem Argento-Film doch mehr erwartet. Mit anderen Worten: Inferno kommt nicht ganz an Suspiria heran. Dennoch ist Inferno ein sehenswerter und vor allem mystischer und mysteriöser Film, der optisch, hypnotisch und stimmungsvoll zu gruseln und unterhalten vermag.

Wie bereits im Vorgänger sind die Spiele mit Farben (vor allem bläulich und rötlich, sofern ich das korrekt wiedergeben kann) in Verbindung mit Schatten- Licht- und Kameraspielereien eine Wucht. Das beste im Film. Der Plot an sich ist, wie bei vielen Argento Filmen, nur das Mittel zum Zweck. Dünn. Hanebüchen. Aber Filme von Dario Argento haben noch nie durch ausgereifte Plots überzeugt. Da stellt Inferno keine Ausnahme dar.

Nebst schönen Bildern und Unterhaltungswert machen die Darsteller ihre Sache solide und ordentlich. Dario Argento Stamm-Schauspielerin Daria Nicolodi ist nebst Filmen wie Deep Red, Tenebrae, Phenomena oder Terror at the Opera auch hier zu sehen wie auch in der direkten Fortsetzung, wobei sie in diesem Film eine andere Rolle spielen dürfte. Die kreativen Tötungsszenen und schick-blutigen Spezialeffekte könnten direkt aus einem Horrormärchen stammen und dürften letztendlich Fans solcher Euro-Cult Streifen vollends überzeugen.  

Fazit: Für Dario Argento Fans Pflichtprogramm!

Gefolgt von: Mother of Tears

Infos:

O: Inferno

Italien 1980

R: Dario Argento

D: Leigh McCloskey, Daria Nicolodi, Irene Miracle, Eleonora Giorgi, Sacha Pitoëff

Laufzeit der Ital. DVD: 102:14 Min.

Gesehen am: Jugendzeit / Neusichtung am: Okt. 2021

Fassungen: Mir lag die DVD aus Italien von 20th Century Fox vor = Englisch/Ital. mit englischen Subs, Uncut, erstklassige Bild- und Tonqualität. Wer den in Deutsch möchte sollte sich die österreichische Blu-Ray von Koch Media kaufe (Deutsch/Englisch/Ital. mit deutschen Subs).