Dieses Blog durchsuchen

Posts mit dem Label Arthouse werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Arthouse werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 11. Juli 2026

Teenage Sex and Death at Camp Miasma

NIFFF 2026 Spezial

Teenage Sex and Death at Camp Miasma

Story:

Der Slasher Camp Miasma soll eine Fortsetzung erhalten. Endlich. Das Projekt geht an die neue, talentierte Regisseurin Kris (Hannah Einbinder). Diese will unbedingt den Star des ersten Filmes im Projekt dabeihaben und sucht sie auf. Doch Billy (Gillian Anderson), das ehemalige Final Girl aus Camp Miasma, lebt total isoliert und zurückgezogen. Dennoch wagt sich Kris, Billy aufzusuchen. Und sofort ist Kris von Billy fasziniert. Wird es ihr gelingen, sie für das Projekt zu begeistern?

Meine Meinung:

Teenage Sex and Death at Camp Miasma ging ich nur schauen, da auch ein Slasher. Ansonsten hat mich der Film nicht wirklich interessiert. Letztes Jahr lief von der Regisseurin I Saw the TV Glow am NIFFF und mein Kumpel hatte nicht viel dafür übrig. Teenage Sex and Death at Camp Miasma ist ein Mix aus Slasher, Hommage an die 80er Jahre Slasher, Arthouse-Film, Meta-Kommentar, Film-im-Film, Satire, Erotikfilm sowie ein Film über die weibliche Sexualität, auch wenn der Film von einer Transsexuellen Regisseurin stammt statt von einer Frau.

Teenage Sex and Death at Camp Miasma ist am Ende zwar nichts für meine Sammlung und nicht jede Szene oder jeder Dialog gefiel mir, aber im Grossen und Ganzen war es einer der unterhaltsameren Filme an diesem NIFFF. Die Liebeserklärung an 80er Jahre Slasher kommt im Vorspann wunderbar zur Geltung (plus später Videodrome). Da fühlte ich mich natürlich sofort an die Freitag der 13. Reihe erinnert. Aber auch die Mörder aus der Halloween oder A Nightmare on Elm Street Reihe finden Erwähnung wie auch Psycho (oder Ed Gein, auf dessen Story Psycho basiert) oder die Sleepaway Camp-Reihe.

Der Film punktet nebst dem grossen Unterhaltungswert durch den Plot (wo steuert die Reise hin?), die starken Leistungen der beiden Hauptdarstellerinnen sowie seine Optik. Eine gewisse Spannung ist gegeben. Die Film-im-Film-Szenen fand ich cool. Das Ende hingegen gefiel mir nicht. Ich hätte es besser gefunden, wenn es (nach der La petite mort Szene) kein Happy End gegeben hätte. Gillian Anderson spielte stark, auch wenn ich sie nur aus Akte-X (und daher mit ihrer deutschen Stimme) kenne. Ihre Originalstimme zu hören, schien mir fremd. Die mir unbekannte Hannah Einbinder machte ebenfalls einen sehenswerten Job.

Fazit: 80er Jahre Slasher Fans können einen Blick riskieren!

Infos:

O: Teenage Sex and Death at Camp Miasma

UK, Kanada, USA 2026

R: Jane Schoenbrun

D: Hannah Einbinder, Gillian Anderson, Patrick Fischler

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 106 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).

Dienstag, 7. Juli 2026

Hen

NIFFF 2026 Spezial

 

Hen

Story:

Dawid (Stian Bam) finden in der südafrikanischen Einöde die Überbleibsel eines Massakers vor. Er vergräbt die Opfer und findet in einer Truhe eingesperrt einen stark eingeschüchterten, verletzen und verwilderten Jungen, der sich später als Lukas (Dawian van der Westhuizen) vorstellt. Dawid nimmt den Jungen zu sich nach Hause. Dawid und seine Ehefrau (Amalia Uys) beschliessen, den Jungen bei sich aufzunehmen…

Meine Meinung:

Hen stellt am diesjährigen NIFFF den bisher besten und interessantesten Film dar. Ich wusste praktisch gar nichts, als ich Hen gebucht habe. Es handelt sich um einen südafrikanischen Film von Nico Scheepers. Ein Regie-Debüt. Dieses darf als gelungen bezeichnet werden. Der Film, der komplett in s/w Bilder gedreht wurde (stark, was für Bilder uns hier präsentiert werden!), ist ein Mix aus Arthouse, Horror (hier und da fällt in anderen Berichten auch das Wort Folkhorror) und ein Slowburner.

Hen bietet von Anfang an fantastische Bilder. Die Kameraführung ist ein Genuss. Die Isolation des Landes und später auf der Farm werden wunderbar stimmungsvoll eingefangen. Der Film ist für einen Slowburner sehr langsam in seiner Entwicklung. Es fallen lange keine Dialoge, und ich musste etwas gegen die Müdigkeit ankämpfen, da zu bequeme Kinositze, über 30 Grad und ich war müde. Aber nach und nach fesselte mich der Plot mit dem Verlauf der Handlung. Natürlich kann der Zuschauer einige Sachen vorhersehen. Ansonsten sei gesagt, dass es viel Tierleid zu sehen gibt. Wer damit ein Problem hat, sollte Hen ggf. meiden.

Was die Hintergründe und Hintergedanken des Regisseurs sind, ist mir nicht bekannt. Die NIFFF Vorstellerin sprach von der Kolonisierung (falls ich das korrekt verstanden habe). Aber eigentlich hatte der Film damit nicht wirklich was zu tun, fand ich. Das ist auch gut so. Manchmal ist es besser, wie à la Backrooms, am Ende keine klaren Antworten zu bekommen. So macht später auch eine neue Sichtung Spass und/oder man geniesst einfach die Bilder und das Schauspiel. Und letzteres war absolut herausragend. Stian Bam und Amalia Uys waren in ihren Rollen überzeugen und Dawian van der Westhuizen spielt den kleinen Jungen absolut phänomenal.

Fazit: Sehenswertes und nicht uninteressantes Regiedebüt!

Infos:

O: Hen

Südafrika 2025

R: Nico Scheepers

D: Dawian van der Westhuizen, Amalia Ulys, Stian Bam

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 109 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).

Dienstag, 5. Mai 2026

Nazareno Cruz and the Wolf

 

Nazareno Cruz and the Wolf

Story:

Nazareno Cruz (Juan José Camero) wird als siebtes Kind geboren. Als er die schöne Griselda (Marina Magali) kennen und lieben lernt, erscheint Nazareno später der mysteriöse Fremde (Alfredo Alcón). Dieser verspricht ihm Macht und Reichtum, wenn er von Griselda ablässt. Kommt Nazareno dem nicht nach, wird er als Werwolf sein Dasein fristen. Nazareno glaubt den Geschichten des Fremden nicht und bleibt seiner Griselda treu. Mit fatalen Folgen…

Meine Meinung:

Nazareno Cruz and the Wolf ist ein Mitte der 70er Jahre Werwolf-Film aus Argentinien und basiert auf einer Idee, die zunächst als Hörspiel konzipiert war. Und diese Idee soll angeblich auf einer Folklore aus Paraguay basieren. Der Film ist in Argentinien sehr bekannt und gilt als Klassiker. Ausserhalb Argentiniens widerfuhr dem Film weniger Erfolg und Anerkennung. Mir gefiel der Film nicht wirklich. Der Film wirkt wie ein Mix aus Werwolf-Film, Musical, Märchen, Komödie, Arthouse und wie ein Theaterstück.

Der Film wirkte mit seinen nur 86 Minuten deutlich länger. Es gab Längen und der Film ist alles andere, als eine Mainstream-Produktion. Das Schauspiel mutet öfters laienhaft und theatralisch an. Der Film war mir oft zu laut, zu windig (Dauerwind) und zu hysterisch (Protagonisten, die am Schreien sind). Die Musik oft auch unpassend. Einige Stücke stammten wohl wirklich aus einer Oper und Operngesang in nun wirklich nicht meins. When A Child Is Born, welches ich bisher nur aus Mondos kannte (Magia Nuda), passte da schon besser zur Surrealität seiner Szenen.

Die Darsteller sind mir allesamt unbekannt. Der Plot ist nicht gradlinig. Zu oft verliert sich der Film in ellenlangen Nebensequenzen, unbedeutenden oder sich wiederholenden Bildern. Hier und da gibt es einige stimmungsvolle oder interessante Aufnahmen zu sehen. Eine Art Darstellung der Hölle im letzten Viertel war nicht uninteressant. Der hier und da durchsickernde Klamauk gefiel mir nicht, passte aber zum Film als Ganzes. Wer auf Monster- und Werwolf-Effekte hofft, sollte diese Erwartungen gleich wieder im Keim ersticken. Als «Werwolf» dient ein normaler Wolf, der gefilmt wurde.

Fazit: Sicher stark Geschmackssache, aber Nazareno Cruz and the Wolf war definitiv nicht mein Fall…

Infos:

O: Nazareno Cruz y el lobo

Argentinien 1975

R: Leonardo Favio

D: Juan José Camero, Marina Magali, Alfredo Alcón

Laufzeit der US-Blu: Ca. 88 Min.

Gesehen am: 05.05.26

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Severin Films vor (All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2) = Uncut, gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs vorhanden. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt und es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Mai 2026).

Donnerstag, 2. April 2026

Blood Tea and Red String



Blood Tea and Red String

Story:

Krähen-Kreaturen erstellen eine Puppe. Dieser nähen sie ein Ei in die Aushöhlung. Maus-Kreaturen wollen die Puppe kaufen, doch die Puppe steht nicht zum Verkauf. Also stehlen die Mäuse-Kreaturen in einer nächtlichen Aktion die Puppe. Die Krähen-Kreaturen bemerken am Tag danach den Diebstahl und machen sich auf den Weg, ihre Puppe zurückzuholen…

Meine Meinung:

Ich glaube mit Ausnahme von Who Fears the Devil hat keiner der Filme aus Severin Films Boxset (siehe Fassungen) Stop-Motion-Effekte zu bieten. Blood Tea and Red String ist ein künstlerischer Stop-Motion Film. Ein privates und intimes Werk seiner Macherin Christiane Cegavske, die 13 Jahre gebraucht hat, den Film fertigzustellen (ihre Arbeit wird bis ins Detail auf ihrem Instagram Account bebildert dargestellt). Für eine Blu-Ray Collection ist ein solches Werk genau das richtige, auch wenn ich diverse Feedbacks übertrieben finde (der Film wird bereits als «cult film» betitelt und mit David Lynchs Arbeiten vergleichen).

Der Film, der nur knappe 71 Minuten läuft, ist was Effekte, diversen Puppen und Kreaturen angehen, sehr fantasievoll. Ein fabelhaftes (harmloses) Märchen. Der Film bietet keine Dialoge und ausser Regisseurin Christiane Cegavske selbst, die nur am Anfang und am Ende als "Mensch" zu sehen ist, sind keine weiteren Darsteller mit dabei. Es gibt eigentlich kaum Plot. Vieles ist unklar und es gibt Raum für Interpretationen. Im Bonusmaterial der Blu-Ray gibt es ein Q&A, als Christiane Cegavske ihren Film am Indie Scream Online Film Festival gezeigt hat. Vielleicht gäbe es dort spannende Hintergrundinfos und Antworten.

Jedoch konnte mich der Film und Inhalt nicht fesseln, nicht abholen und nur selten wirklich begeistern. Daher werde ich auf die Sichtung des Extras verzichten. Der Plot ist dünn, viele Szenen sind repetitiv und es tun sich, selbst für die kurze Laufzeit, Längen auf. Die Maus-Kreaturen mochte ich persönlich nicht. Cool war die Spinne (trauriges Ende) und noch besser waren die Krähen-Kreaturen. Die Tonspur (viele Tiergeräusche) war seltsam und aussergewöhnlich. Selbst meine Katzen haben hier und da in Richtung der Heimkino-Boxen geschaut, aufgrund der sonderbaren Tierkommunikation- und Tonkulisse.  

Fazit: Geschmackssache. Auf jeden Fall viel Arbeit und Fleiss, der da drinsteckt. Nur schon dafür gibt es Anerkennung! Aktuell ist Christiane Cegavske mit ihrem nächsten filmischen Projekt beschäftigt. Der Titel lautet Seed in the Sand und den Teaser, den sie auf Instagram gepostet hat, sieht zumindest schon Mal interessant aus.

Infos:

O: Blood Tea and Red String

USA 2006

R: Christiane Cegavske

D: Christiane Cegavske

Laufzeit der US-Blu: Ca. 71 Min.

Gesehen am: 02.04.26

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Severin Films (All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2) = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, diverse Extras (Vorstellung und Q&A mit der Regisseurin). Gibt es in Deutschland unter dem Originaltitel auch auf DVD.

Mittwoch, 4. März 2026

November

 

November

Story:

Estland im 19. Jahrhundert, im November und zu Zeiten der Pestgefahr:

Für das einfache Volk, Bauern und Dorfbewohner sind es schwere Zeiten. Zwar helfen die Kratts bei der Arbeit, doch nicht selten verlieren Menschen ihre Seele, um mit dem Teufel zu Geschäften und sich Vorteile zu erhoffen. Liina (Rea Lest) verliebt sich in Hans (Jörgen Liik). Dieser hat jedoch nur Augen für die Tochter (Jette Loona Hermanis) des Barons (Dieter Laser). Da beschliesst es Liina mit einem Zauber…

Meine Meinung:

November, in wunderschönen Schwarzweiss-Bildern gedreht, basiert auf dem Roman Der Scheunenvogt (Rehepapp ehk November) von Andrus Kivirähk. Einem Roman, der als unverfilmbar galt. Den Film, den ich via Severin Films Box All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2 sah, ist ein Mix aus Romann-Verfilmung, Folklore, Märchen und Arthouse-Film. Ob der Roman 1:1 übernommen und verfilmt wurde, weiss ich nicht, da ich diesen nicht kenne.

Regisseur Rainer Sarnet hatte die Idee zum Film bereits im Jahr 2005. Es dauert jedoch bis 2014, ehe der den Film drehen konnte (innerhalb von 60 Tagen zwischen 2014-2016). Ich sah mir den Film ohne jegliches Vorwissen an. Optisch sind die Bilder ein Genuss und zuweilen sehr stimmungsvoll. Absolut zum Geniessen. Der Fantasy- und Märchen-Anteil ist ebenfalls sehr hoch. Ich hätte gerne etwas mehr von den Kratt gesehen. Die Kratt sind die «Kreaturen», die in der estnischen Folklore aus Gegenständen zusammengebaut und dann dank einer Seele Leben eingehaucht bekommen. Diese könnten direkt (optisch) aus einem Horrorfilm stammen.

Es geht jedoch primär nicht um die Kratt. Inhaltlich könnte ich fast von einem Style over Substance Faktor sprechen. Mit einer Laufzeit von fast 120 Minuten war mir der Film jedoch zu lang, der Plot zu dünn, der Humor unpassend und die Figuren und deren Schicksale (eine tragische Love-Story gibt es obendrein) uninteressant. Das ist schade. Die Dramatik und Tragik färben nicht auf den Zuschauer ab, da die Figuren einem nichts an Herz wachsen, auch wenn ich das Ende, da kein Happy End, doch mochte. The Human Centipede Star Dieter Laser ist hier in einer kleinen Nebenrolle und übrigens in seiner letzten Rolle zu sehen, bevor er kurze Zeit später starb.

Fazit: Optisch toll, sonst weniger mein Fall.

Infos:

O: November

Estland, Polen, Holland 2017

R: Rainer Sarnet

D: Jörgen Liik, Dieter Laser, Katariina Unt, Rea Lest, Mari Abel, Arvo Kukumägi, Jaan Tooming, Jette Loona Hermanis

Laufzeit der US-Blu-Ray: Ca. 119 Min.

Gesehen am: 04.03.26

Fassungen: Gesehen als US-Blu-Ray von Severin Films (All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2) = Hervorragende Bild- und Tonqualität, Uncut, O-Ton und englische Subs vorhanden. Gibt es in Deutschland auf Blu-Ray von donau film / ALIVE (Uncut, Deutsch/Estnisch mit deutschen Subs).

Freitag, 2. Januar 2026

The Death Lullaby

Japanuary 2026

The Death Lullaby

Story:

Ein kleiner Junge wird von anderen Kindern aufgrund seiner Zähne gemobbt. Eine Gruppe von Menschen demonstriert gegen den Bau eines Flughafens…

Meine Meinung:

Bei The Death Lullaby handelt es sich zum einen um einen Animationsfilm und zum anderen um einen Kurzfilm, der auch auf einigen Filmfestspielen zu sehen war (Turin, Berlin). Es handelt sich um eine 8mm Arbeit von Hiroshi Harada, der fünf Jahre daran gearbeitet hat. Hiroshi Harada dürfte Fans vor allem aufgrund des abgefahrenen Midori ein Begriff sein. Auf der US-(Bootleg)Blu-Ray war auch dieser Kurzfilm im Set enthalten. Ansonsten wäre mir The Death Lullaby nie über den Weg gelaufen.

The Death Lullaby ist nicht uninteressant. Es geht wohl um zweierlei. Kritik am japanischen System (Mobbing) und eine Art Sozialkritik an der zunehmenden Industrialisierung. Daher erinnerte der Inhalt leicht an Tetsuo: The Iron Man. Einen richtigen Plot gibt es in The Death Lullaby nicht. Immerhin steht der Junge, der gemobbt wurde, in Vordergrund, ehe er sich im Verlauf des Plots auch rächt. Dazwischen geht Japan scheinbar unter, aufgrund stets neuer Bauten und Techniken, die das Land zerstören. Hier und da werden echte Aufnahmen von Demonstrationen eingestreut.

Die surreale Darbietung, die kurze Laufzeit, der Verzicht auf Antworten und speziell die Musik wissen in der Kombination zu gefallen. Langweilig wird es nicht, da nur 27 Minuten Laufzeit. Der Animationsstil gefiel mir. Zwar hätte ich The Death Lullaby individuell nicht nachgejagt, aber da der in der Shoujo Tsubaki Collection enthalten war, wurde der selbstverständlich auch angesehen. Wer das Set nicht extra kaufen möchte (wobei das Ding aufgrund Midori schon lohnt!), den Kurzfilm gibt es auch auf YouTube (Stand: Nov. 2025).

Fazit: Nicht uninteressant!

Infos:

O: Nidoto mezamenu komoriuta

Japan 1985

R: Hiroshi Harada

D: -

Laufzeit der US-Blu: Ca. 27 Min.

Gesehen am: Jan. 2026

Fassungen: Gesehen via US-Bootleg Blu-Ray (Midori – Shoujo Tsubaki Collection) = Japanischer O-Ton mit Englischen Subs, solide Bild- und Tonqualität, Uncut. Als Extras gibt es noch ein Interview mit Regisseur Hiroshi Harada. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Jan. 2026).

Montag, 22. Dezember 2025

Eddington Review

 

Eddington

Story:

Mai 2020 Eddington, eine Kleinstadt in New Mexico:

Sheriff Joe Cross (Joaquin Phoenix) hält nicht viel von der aktuellen Covid-Pandemie. Er und der Bürgermeister Ted Garcia (Pedro Pascal) geraten sich mehrfach in die Haare. Inmitten von Chaos und diversen Herausforderungen (Traumata von Joes Ehefrau, Covid-Pandemie, Ausschreitungen im Zuge nach Black Lives Matter Bewegungen, Social Media, Verschwörungstheorien, Eifersucht unter Jugendlichen) stellt sich Joe zur Wahl zum Bürgermeister und zieht so den Zorn von Bürgermeister Ted Garcia auf sich…

Meine Meinung:

Eddington ist die neuste Arbeit von Ari Aster (Midsommar, Hereditary) und eine weitere A24 Produktion (Bring Her Back, Heretic, Love Lies Bleeding). Ich war seit der ersten Meldung und dem ersten Trailer gespannt. Ari Aster arbeitet hier nach Beau Is Afraid erneut mit Joaquin Phoenix zusammen. Mir gefiel der Einbezug von realen Ereignissen, die Kleinstadtstimmung sowie das New Mexico-Setting. Erfrischend und mit Western Vibes. 

Den Film fand ich trotz seiner stolzen Laufzeit von ca. 150 Minuten als nicht langweilig. Jedoch ist es ein Film, der wohl bei der nächsten Sichtung Längen aufweisen wird. Der Plot hat mich gefesselt, unterhalten, amüsiert und bei Laune gehalten. Wie in der Inhaltsangabe erwähnt werden diverse reale Ereignisse grotesk, satirisch und nicht vorhersehbar in den Plot geflochten. Regisseur Ari Aster bezieht dabei keine klare Stellung, sondern gibt sich neutral. Der Film ist von allen Beteiligten stark gespielt.

Der Film hat Western Vibes, aber ist zugleich auch bitterböse Satire und schwarzer Humor vermischt mit dramatischen Momenten und harten Action-Momenten (blutige Shoot-Outs). Am Ende stellte ich mir die Frage, was der Sinn des Filmes ist. Das letzte Viertel bzw. Ende hat mir leider nicht gefallen. Das ist sicherlich Geschmackssache, aber ich fand es unpassend und das Ende an sich wenig befriedigend. Auf der anderen Seite stelle ich mir die Frage, wie der Film denn besser hätte enden können. Und darauf habe ich keine Antwort.

Fazit: Erfrischendes Kino und kein 08/15 Inhalt. Jedoch mit ärgerlichem Ende.

Infos:

O: Eddington

USA, Finnland 2025

R: Ari Aster

D: Joaquin Phoenix, Pedro Pascal, Emma Stone, Luke Grimes, Austin Butler

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 148 Min.

Gesehen am: 21.12.25

Fassungen: In Bern im Kino gesehen = Uncut, O-Ton mit deutschen Untertiteln. In Deutschland erscheint der Film von LEONINE am 06.03.26 auf Blu-Ray.

Freitag, 12. Dezember 2025

Subconscious Cruelty Review

Subconscious Cruelty

Inhalt inklusive meiner Meinung:

Als unreifer Jugendlicher waren grenzüberschreitende Filme interessant. Ich denke da an Werke wie Gesichter des Todes, Guinea Pig, All Night Long 2, Cannibal Holocaust oder Men Behind the Sun. Ich denke jedoch, dass jede Generation ihre solchen Filmtitel aufzählen. Dabei denke ich jetzt z.B. an Filme wie The Human Centipede 2, Antichrist oder A Serbian Film. Die Mehrheit dieser Filme sagt mir heute nicht mehr zu. Ich bin reifer geworden, mein Filmgeschmack hat sich verändert.

Subconscious Cruelty ist ein kanadischer Arthouse-Underground-Film. Arthouse passt gut. Er ist stillvoller inszeniert als andere Werke und einen gewissen Kunstanspruch, auch in Hinblick auf die sehenswerte Kameraarbeit und passende, ruhige Musik, kann dem Werk nicht abgesprochen werden. Fast à la Aftermath. Karim Hussain ist heute vor allem als Kameramann tätig (Possessor, Dark Match). Spannend ist, dass der Film in einer langen Zeitperiode gedreht wurde (1994-1999). Sofern war Karim Hussain auch noch paar Jahre jünger, bis sein Film, für welches er auch das Drehbuch schrieb, veröffentlicht wurde.

Der Film hat keinen Plot. Es sind mehrere Episoden oder Bruchstücke, die erzählt werden. Es sind Tabu-Themen (Inzest) und die Inhalte sind durch die Bank provokativ. Nackte Haut, Gewalt, Körperflüssigkeiten, Kritik an der Kirche. Das wird nicht jedem passen. Ich fand den Film nach wie vor relativ interessant. Bis auf vielleicht 1-2 Sequenzen empfand ich die Inhalte auch nicht als störend oder zu hart. Der Film hat, vor allem durch die Kameraarbeit, die Musik und das Surreale, gepasst und sie wie ein Traum angefühlt, in welchem alles Platz haben darf. Das Ganze war solide (und mutig) gespielt.

Auf der anderen Seite ist das auch nichts, was ich mir jemals nochmal anschauen werde. Daher wird der Film, wie schon etwas erwartet, aus der Sammlung verbannt und wurde inzwischen nach Deutschland verkauft. 

Fazit: Underground-Film-Fans können einen Blick riskieren!

Infos:

O: Subconscious Cruelty

Kanada 2000

R: Karim Hussain

D: Christopher Piggins, Brea Asher, Ivaylo Founev, Eric Pettigrew

Laufzeit der österreichische DVD: 80:26 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: 06.11.25

Fassungen: Mir lag die limitierte Deluxe Edition (Doppel-DVD mit Booklet) von Sazuma vor = Uncut, gute Bild- und Tonqualität (Deutsch und Englisch gibt es als Audio und Untertiteloptionen). Den Film gibt es inzwischen auch auf Blu-Ray (von XT Video sowie Cinestrange Extreme).

Freitag, 28. November 2025

Paganini Review

Paganini

Story:

Der Film zeigt das Leben des begnadeten Violinisten Paganini (Klaus Kinski), der sich durch sein Können einen Namen gemacht hat. Künstler auf der einen Seite und Frauenheld auf der anderen Seite, mit all seinen Schattenseiten…

Meine Meinung (Director's Cut):

Als Klaus Kinski (Jack the Ripper, The Hand That Feeds the Dead, Der letzte Ritt nach Santa Cruz) noch für Nosferatu in Venedig vor der Kamera stand, war ihm sein nächstes Projekt, eines seiner persönlichsten Werke, bereits bekannt: er wollte in die Rolle des italienischen Violinisten Paganini schlüpfen. Ein Künstler und eine Legende. Kinski hat seine Version von Paganini auf die Leinwand gezaubert. Er spielte die Hauptrolle (als Paganini), schrieb das Drehbuch und führte Regie (es sollte seine einzige Regiearbeit werden).

Dabei lässt Kinski jedoch auch sein Leben in den Film fliessen. Es ist also nicht nur eine Biografie von Paganini, sondern es steckt auch ganz viel Kinski im Film. Der Film wirkt so, als hätte Werner Herzog Regie geführt (ausgenommen die expliziten Sexszenen und die Tier-Snuff-Momente). Der Film kann definitiv dem Arthouse-Kino zugeschrieben werden. Paganini hat eigentlich kaum einen Plot. Kinski hat auch seine Familie im Film integriert: sein Sohn Nikolai spielt im Film seinen Sohn und seine damalige (deutlich jüngere) und spätere Ehefrau Debora spielt seine Geliebte.

Laut dem Interview mit Debora Caprioglio auf der US-Blu-Ray hätte Kinski auch gerne Nastassja (eine seiner Töchter) im Film gehabt. Diese sei aber, als sie bereits gedrehte Szenen des Filmes (einige der Sexszenen) sah, angewidert gewesen und hätte abgelehnt, was ihren Vater rasend vor Wut gemacht haben soll. Interessantes Detail. In der Tat gibt es viele Sexszenen im Film zu sehen. Der Film ist dabei schön gefilmt. Ausstattung, Kostüme und Settings sind top. Wer das ca. 50minütige Behind the Scenes Spezial (auch auf der US-Blu-Ray zu sehen) gesehen hat, weiss, wie wichtig Kinski auch die kleinen Details waren (inklusive einiger Ausraster). Kinski spielt Paganini toll. Glaubhaft, intensiv.

Fazit: Nicht uninteressant und stimmungsvoll! Für Kinski Fans zu empfehlen (Plus die Extras der US-Blu-Ray)!

Infos:

O: Paganini

Frankreich, Italien 1989

R: Klaus Kinski

D: Klaus Kinski, Debora Caprioglio (als Debora Kinski), Nikolai Kinski, Dalila Di Lazzaro, Tosca D'Aquino, Eva Grimaldi, Beba Balteano

Laufzeit der US-Blu (Director's Cut): 94:13 Min.

Gesehen am: 29.08.25

Fassungen: Mir lag die Region-All-US-Blu-Ray von Vinegar Syndrome vor. Nebst der regulären Kinofassung (angeblich durch die Produzenten und gegen den Willen von Klaus Kinski erstellt) als Hauptfassung liegt auch Kinskis expliziterer Director's Cut vor. Jedoch nur als VHS-Kopie (Vollbild, Englische Sprache, keine Subs, nicht restauriert). In ein bis zwei (Sex)Szenen war die Fassung zu dunkel, sonst hat die dunkle Bildqualität jedoch gut zur düsteren Stimmung des Filmes gepasst. Es gibt Unmengen an interessanten Extras: Cannes-Ausraster von Kinski (ein anderer als jener denn man von YouTube und Co. kennt), ca. 50mintüiges Behind the Scenes Spezial (sehr interessant) und viele exklusive Interviews (das mit Kinskis Ex-Frau Debora Caprioglio kann ich empfehlen). In Deutschland von SPV auf DVD zu haben. Auf dieser befindet sich die Kinofassung (nur mit deutschen Subs) und auch der längere Director's Cut (nur in Englisch ohne Subs).

Sonntag, 28. September 2025

Fitzcarraldo Review

Fitzcarraldo

Story:

Fitzcarraldo (Klaus Kinski) plant, im Dschungel eine Oper aufzuführen. Er wird von seinem Umfeld (Claudia Cardinale) unterstützt. Mit einer Crew (u.a. José Lewgoy, Paul Hittscher, Huerequeque Enrique Bohorquez, Miguel Ángel Fuentes) und einem Schiff macht er sich auf den gefährlichen Weg, seinen Traum zu verwirklichen…

Meine Meinung:

Vierte von fünf Zusammenarbeiten zwischen Regisseur Werner Herzog, einem Arthouse Regisseur, sowie Klaus Kinski (Crawlspace, Nosferatu in Venedig, Death Smiles on a Murderer). Beide verband eine Art Hassliebe. Die Filme wurden, auch im Ausland, zu grossen Erfolgen. Fitzcarraldo wurde zu Ehren von Claudia Cardinale, von der ich vom Kollegen noch weitere Filme empfohlen bekommen habe (Der Tag der Eule, Die Rache der Camorra, Der Aufstieg des Paten, Gewalt und Leidenschaft, Kennwort: Salamander), geschaut, welche vor einigen Tagen verstorben ist.

Von den ganzen Werner Herzog und Klaus Kinski Zusammenarbeiten hatte ich Fitzcarraldo als interessantesten Beitrag abgespeichert. Die bisher letzte und einzige Sichtung ist fast 20 Jahre her. Fitzcarraldo ist auch nach der 2. Sichtung ein nicht uninteressanter, ungewöhnlicher und auch mutiger Film. Der Film, an dem mehr als ein Jahr und unter schwersten und gefährlichen Bedingungen gedreht wurde, sollten sich Fans von Klaus Kinski nicht entgehen lassen. Claudia Cardinale kommt vor allem im ¼ und dann am Ende wieder vor. Sie ist jedoch während der Reise nicht anwesend.

Klaus Kinski hat das, wie auch der restliche Cast, fantastisch gespielt. Einfach ein wunderbarer Schauspieler. Absolut vielfältig. Es wurden auch echte Eingeborene für die Produktion gebraucht und Unmengen an Urwald abgeholzt (etwas, was vor allem junge Menschen in der Datenbank Letterboxd massiv kritisieren und gegen weisse, alte Männer hetzen). Eine Szene, in der die Eingeborenen die Neuankömmlinge mustern erinnerte mich leicht an Cannibal Holocaust, in der Robert Kerman von den (weiblichen) Stammesangehörigen «empfangen» und «untersucht» wird.

Der Film wirkt phasenweise mehr wie eine Doku, statt ein echter Spielfilm. Teilweise mutet der Film wie ein surrealer Traum an.  Der Aufwand, der betrieben wurde, ist eindrücklich. Der Grössenwahn von Fitzcarraldo kommt gut zur Geltung und übertragt sich auf den Zuschauer. Der Film entwickelt einen Sog, dem sich der Zuschauer nur schwer entziehen kann. Ich hatte das Ende jedoch falsch im Kopf. Ich dachte, es gäbe kein «Happy End». Daher war ich etwas enttäuscht, als es eines gab. Nach einer Nacht darüber schlafen, gefiel mir das Ende dann doch relativ gut. Es motiviert, auch an schier unmögliche Träume zu glauben. Das ist eigentlich eine schöne Metapher. Dennoch ist der Film mit seiner stolzen Laufzeit von ca. 150 Minuten zu lang geraten. Es gibt auch definitiv Längen.

Fazit: Ein interessantes Stück Filmgeschichte!

Infos:

O: Fitzcarraldo

Deutschland 1982

R: Werner Herzog

D: Klaus Kinski, Claudia Cardinale, José Lewgoy, Paul Hittscher, Huerequeque Enrique Bohorquez, Miguel Ángel Fuentes

Laufzeit der deutschen DVD: 150:45 Min.

Gesehen am: Sept. 2008 / Neusichtung am: 24.09.25

Fassungen: Gesehen via deutsche DVD-Box (= Klaus Kinski Werner Herzig Exklusiv Edition) von Arthouse/Kinowelt = Uncut, Deutsch/Englisch (gute deutsche Synchro), keine Untertitel, solide Bild- und Tonqualität (speziell die Bildqualität hat Luft nach oben, entspricht nicht mehr heutigen Standards). Dem Set liegt eine Doku bei (Die Last der Träume). Den Film gibt es in der Zwischenzeit vom gleichen Label auch auf Blu-Ray.

Samstag, 26. Juli 2025

Born of Fire

 

Born of Fire

Story:

Flötenspieler Paul Bergson (Peter Firth) und eine Astronomin (Suzan Crowley) finden durch Umwege, mysteriöse Visionen, akustische Halluzinationen und Alpträume zueinander. Hinweise erhoffen sie sich in der Türkei. Dort machen sie sich auf die Suche nach dem Master Musician (Orla Pederson)…

Meine Meinung:

Born of Fire war der nächste Film aus der All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2, dessen Sichtung anstand. Ich freute mich, da der Film vor kurzem auch durch meinen Kumpel gesichtet wurde und sich dessen Beschreibung (auf seiner Letterboxd Seite) vielversprechend anhörte. Auch die Zusammenfassung im Set von Severin Films im Booklet empfand ich als ansprechend und interessant. Sie machte Lust auf mehr. So war ich vor der Sichtung voller Vorfreude.

Born of Fire, ein Film in der Musik, wie schon in Sinners, den ich einen Tag zuvor sah, eine wichtige Rolle spielt, ist ein interessanter Folk-Horrorfilm. Born of Fire war nebst The Enchanted der bisher beste Film aus der All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2 Collection. Ich empfand den Film als Ganzes als mystisch, visuell stark eingefangen, stark gespielt und den Plot innovativ und anders. Eine Spannung war von der ersten Sekunde an gegeben. Die Drehorte in der Türkei, vor allem auf den Kappadokien, trägt viel zur dichten Stimmung des Filmes bei.

Beim Film handelt es sich quasi um die Geschichte Gut gegen Böse. Musik spielt eine wichtige Rolle. Vergangene Geschehnisse, Wiedergeburten und viel symbolische Kraft steuern dem Werk eine fesselnde Grundstimmung bei. Es geht um Religionen (den Islam) und die Kraft des Glaubens. Ein Djinn spielt eine Rolle und versucht, unseren Helden auf seinem Weg zu blenden und aufzuhalten.  Ich bin der Meinung, dass es, was Dschinn angehen, sowieso zu wenig wirklich tolle (Horror)Filme gibt. Da sah ich am NIFFF 1-2 mittelmässige Werke und als richtig toll habe ich nur Wishmaster abgespeichert.

Fazit: Born of Fire ist fantastisches und lohnenswertes Kino! Sehenswert!

Infos:

O: Born of Fire

Großbritannien, Türkei (je nach Quelle) 1987

R: Jamil Dehlavi

D: Peter Firth, Suzan Crowley, Stefan Kalipha, Orla Pederson, Nabil Shaban, Jean Ainslie

Laufzeit der US-Blu: Ca. 84 Min.

Gesehen am: Ende April 2025

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray Box All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2 von Severin Films = O-Ton, englische Subs, Uncut, viele Extras, hervorragende Bild- und Tonqualität. In Deutschland lief der Film unter dem Titel Die Macht des Feuers im Kino und im TV. Es scheint keine VHS, DVD oder Blu-Ray in Deutsch zu geben (Stand: April 2025).

Sonntag, 13. Juli 2025

OBEX

NIFFF 2025 Spezial

OBEX

Story:

Conors (Albert Birney) Hund verschwindet spurlos. Um diesen zu finden, muss Conor ins Videospiel OBEX eintauchen…

Meine Meinung:

OBEX ist ein typischer «Hit or miss» Festival-Film. Dem war ich mir bewusst, als ich die Sichtung buchte. Dies tat ich auch nur, da der Kumpel den schauen ging. Sonst hätte ich mir den Film wohl nicht angesehen. OBEX ist einer dieser Festival-Filme, zu denen es auch noch keine Trailer gab. Ich wusste nur, dass es eine Art Experimental-Film sein wird. In Beschreibungen und Reviews war von David Lynch, explizit Eraserhead Vergleichen, die Rede.

Albert Birney, der nicht nur Regie führte, sondern den Film quasi als «Ein-Mann-Crew» inszenierte, ist scheinbar nicht nur Fan von Eraserhead, sondern auch von anderen 80er Jahre Themen wie Retro-Games oder vor Horror-Ikonen und Figuren à la Fredy Krüger. Da werden u.a. auch Filmausschnitte gezeigt und Freddy darf sogar einen Gastauftritt hinlegen. Das Ganze ist beachtlich gemacht, wenn man bedenkt, dass wohl kaum Budget vorhanden war.

Dies rächt sich jedoch in der 2. Filmhälfte. Gerade dann, wenn Conor in OBEX eintaucht und als Held das Abenteuer beschreitet, verliert der Film an Qualität und Interesse. Es gibt Längen, ihm nimmt man die Heldenrolle nicht ab und es gibt viel zu wenig Action und Effekte, da eben kaum Budget vorhanden war. Und ich bin der Katzen-Typ, nicht der Hunde-Typ. Ich hätte statt Hund Sandy lieber eine Katze gesehen. Gegen Ende wurde ich doch recht müde und der Plot zog sich im letzten Viertel seinem mühsamen Ende entgegen.

Fazit: Nette Idee und die Motivation von Albert Birney verdient Anerkennung. Leider wurde ich mit OBEX nicht warm. War nicht mein Fall…

Infos:

O: OBEX

USA 2025

R: Albert Birney

D: Albert Birney, Callie Hernandez, Frank Mosley

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 90 Min.

Gesehen am: NIFFF 2025

Fassungen: Am NIFFF 2025 im O-Ton mit franz. Subs gesehen. Uncut. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2025).

Samstag, 12. Juli 2025

Alpha

NIFFF 2025 Spezial

Alpha

Story:

Ein unbekanntes und tödliches Virus verbreitet Angst und Schrecken. Als sich die 13jähjrige Alpha (Mélissa Boros) auf einer Party ein Tattoo stechen lässt und sich die Wunde infiziert, löst dies in ihrem schulischen Umfeld Angst, Mobbing und Stigmata aus. Alphas Mutter (Golshifteh Farahani), die im örtlichen Krankenhaus arbeitet, hat alle Hände voll zu tun. Nebst dem Virus und der infizierten Wunde von Alpha taucht noch ihr drogensüchtiger Bruder (Tahar Rahim) bei ihr auf, was für zusätzliche Spannungen sorgt…

Meine Meinung:

Als ich sah, dass es sich bei Alpha um den neuen Film von Julia Ducournau handelt, war ein Besuch am NIFFF beschlossene Sache. Ihr Raw gefällt mir auch heute noch aussenordentlich gut und schon den sah ich dazumal am NIFFF (2017). Ich wusste über Alpha praktisch nichts. Die Inhaltsangabe oben habe ich nach der Sichtung angepasst. Mein Vorwissen bezog sich auf zwei Elemente: es geht um einen Virus und die 13jähjrige Alpha lässt sich ein Tattoo stechen. Ich erwartete einen Mix aus Coming of Age und Bodyhorror (zum Teil wird der Film auch als Bodyhorror Film bezeichnet).

Mehr wusste ich nicht. Dass der Film z.B. in den 80ern spielen soll, wurde mir während der Sichtung nicht klar (hätte mir auffallen müssen, da niemand ein Handy hat). Dass das Virus übergeordnet für den HIV-Virus steht, hatte ich so auch nicht interpretiert (ich dachte zuerst mehr daran, dass das Covid-Thema im Film eingeflossen ist). Der Kumpel (aus Zürich, der auch am NIFFF war) und viele negative Rezessionen liessen meine Erwartungen vor der Sichtung in den Keller senken bzw. ich ging neutral an den Film heran. Ich versuchte, mich davon nicht beeinflussen zu lassen. Der Film fühlte sich wie ein Überraschungs-Ei an. Ich wusste nicht, was mich wirklich erwarten würde. Nach der Sichtung kann ich sagen, dass ich positiv überrascht wurde.

Alpha hat mich zum Teil emotional sehr berührt und hat meine sensible Seite stark getroffen, auch wenn die Musik in einigen Szenen leider unpassend gewählt war, fand ich. Der Film hat meiner Meinung nach nichts mit Bodyhorror zu tun, auch wenn die Infizierten sich körperlich (phantastisch) verändern. Ich sehe das mehr als Metapher. Dass es sich im Film um das HIV-Virus handeln soll, wird nie gesagt. Das Virus bekommt im Film keinen Namen und der Plot mit dem Virus ist nur das Setting und die Rahmenhandlung. Es geht per se aber nicht darum. Auch die Coming of Age Szenen sind zahlenmässig kleiner als erwartet.

Es geht mehr um Inhalte wie Sucht, Co-Abhängigkeit, Traumata, Verlust und Tod inklusive soziokultureller Themen. Das waren die zentralen Inhalte des Filmes und der drei Hauptfiguren. Und die mir unbekannten Darsteller haben ihre Sache einfach grandios gemacht. Intensives Schauspiel von Mélissa Boros, Golshifteh Farahani sowie Tahar Rahim (spielt in Inside einen der Polizisten). Da hat es einige Szenen, die gefühlsmässig unter die Haut gehen und Emotionen auslösen können. Der Film ist im Vergleich zu Raw viel sperriger und weniger dem Mainstream unterzuordnen. Der Film ist ruhig. Der Plot wird nicht immer chronologisch erzählt und Gegenwart und Vergangenheit verschmelzen auch Mal.

Fazit: Stark! Landet auf der Wunschliste!

Infos:

O: Alpha

Frankreich, Belgien 2025

R: Julia Ducournau

D: Emma Mackey, Golshifteh Farahani, Tahar Rahim, Finnegan Oldfield, Jean-Charles Clichet, Mélissa Boros

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 128 Min.

Gesehen am: NIFFF 2025

Fassungen: Am NIFFF 2025 im O-Ton mit englischen Subs gesehen. Uncut. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2025).

Samstag, 26. April 2025

Else

Brugggore Filmfestival 2025 Spezial

Else

Story:

Anx (Matthieu Sampeur) und Cass (Edith Proust) versuchen in Anx Wohnung zu überleben, während draussen eine unbekannte Pandemie ausbricht. Die Opfer verschmelzen mit der Umgebung. Anx und Cass verweilen isoliert in Anx Wohnung…

Meine Meinung:

Belgien = Salah Abdeslam, Marc Dutroux, Van Damme, (nervendes und z.T. stinkendes) BIFFF Publikum. Daher bin ich bei belgischen Filmen immer skeptisch. Die Idee, den Film während einer unbekannten Pandemie erzählen zu lassen mit zwei Menschen, die sich erst gerade kennengelernt haben und voneinander noch kaum was wissen, ist vielversprechend. Im Verlauf Paranoia à la Bug einzubauen plus Body-Horror- und vor allem Arthouse- und Experimental-Elemente, sind auch nicht verkehrt.

Else ist eine Co-Produktion aus Belgien und Frankreich. Froschschenkel werden in beiden Ländern gegessen, also passt das so. Ich kenne keine anderen Filme von Regisseur Matthieu Sampeur. Obwohl ich den mir unbekannten Cast um Thibault Emin sowie Edith Proust stark, glaubhaft und sympathisch fand, konnte mich der Film, technisch stark inszeniert hin oder her, nicht überzeugen oder abholen. Der Film beginnt stark und ist zunächst interessant.

Eine Spannung ist erst Mal gegeben. Aber nach einer Weile verliert der Zuschauer das Interesse, da der Film immer abgefuckter und futuristischer wird. Am Ende gibt es keine Erklärungen. Schade ist, dass die Effekte vor allem digitale Kreationen sind. Body-Horror à la Die Fliege und Co. wären mir deutlich lieber gewesen. Die Kreationen sind auch sehr abstrakt. Zudem sind die meisten Kreationen nur kurz zu sehen. Die Umgebung stockfinster oder die Kamera verwackelt. Es wirkt so, als hätten die Macher selbst nicht gewusst, was sie da eigentlich tun. Schade.

Fazit: Pseudo-Arthouse Film, der sich im geistigen Nirvana verliert und am Ende einfach langweilt.

Infos:

O: Elsa

Belgien, Frankreich 2024

R: Thibault Emin

D: Lika Minamoto, Edith Proust, Matthieu Sampeur

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 100 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2025

Fassungen: Film am Brugggore Filmfestival gesehen = Uncut, im O-Ton mit englischen Subs. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: April 2025).

Dienstag, 25. Februar 2025

Kuso

Kuso

Inhalt inklusive meiner Meinung:

Kuso war einer der Titel, welche ich dazumal 2017 am Fantasy Film Fest in Deutschland verpasst habe. Durch die Ankündigung der offiziellen US-Blu-Ray kam ich nun in den Genuss, den Film anzusehen. Mehr dazu unter Fassungen. Wobei, kann im Falle von Kuso wirklich von einem «Film» gesprochen werden? Die Hintergründe zum Film oder den Machern war mir unbekannt. Bei Kuso handelt es sich nicht um einen Spielfilm mit Plot, sondern mehr oder weniger um ein Arthouse-Musik-Video in Spielfilmlänge, in dem diverse Sequenzen abgespielt werden.

Ich wusste auch nicht, wer Steven Ellison ist. Steven Ellison ist u.a. ein DJ und Rapper, der auch ein Musik-Label gegründet hat. Im Film sind wohl etliche namhafte Künstler aus der Szene anzutreffen. In der Hinsicht und Musikrichtung bin ich jedoch ein Greenhorn, so dass ich dazu keine Hintergrundinfos liefern kann. Ich ging also, und das ist auch nicht schlecht, mit neutralen Infos an Kuso. Die Hintergründe um Regisseur Steven Ellison kannte ich vor der Sichtung nicht. Hat mir Kuso, der sehr eklig sein soll, gefallen?

Leider gar nicht. Kuso gefiel mir aus zwei Gründen nicht. Zum einen gefiel mir die ganze Machart (Optik, Musik, Settings) nicht (wobei es schon 1-2 Sequenzen gab, die optisch cool waren) und zum anderen war mir der Film auch zu wenig eklig. Die ekligen Parts wirkten aufgesetzt oder repetitiv (die ganzen Hautgeschwüre z.B. wirkten auch zu künstlich, zu sauber, zu steril). Die Machart ist natürlich Geschmackssache. Fans der im Projekt involvierten Künstler dürften mit Kuso audiovisuelle Orgasmen erleben.  Die Leidenschaft und Energie, welche ins Projekt geflossen sind, sind erwähnenswert, trafen aber nicht meinen Geschmack. 

Fazit: Wenn ich mir Filme mit Ekel-Faktor ansehen will, die mir persönlich mehr zusagen, dann empfehle ist stattdessen Werke wie Feed oder Pink Flamingos.  

Infos:

O: Kuso

USA 2017

R: Steven Ellison

D: George Clinton, Bus Driver, Tim Heidecker, Hannibal Buress

Laufzeit der Bootleg DVD: Ca. 97 Min.

Gesehen am: 19.12.24

Fassungen: Der Film wurde, wie es scheint, erst Ende 2024 von Vinegar Syndrome bzw. durch eines ihrer Partner-Labels in den USA als Blu-Ray angekündigt. Ich bekam den Film vom Kollegen als Bootleg-Blu-Ray geschenkt = Hervorragende Bild- und Tonqualität, Uncut, Englischer Ton, Englische Subs vorhanden. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Dez. 2024).

Samstag, 18. Januar 2025

Blue Velvet

Blue Velvet

Story:

Jeffrey (Kyle MacLachlan) findet ein menschliches Ohr und bringt es auf die Polizeiwache zu Detektiv Williams (George Dickerson). Jeffrey trifft danach auf die Tochter von Williams. Sandy (Laura Dern) ist ihr Name.  Sie erzählt Jeffrey, der über den Fall mit dem gefundenen Ohr neugierig ist, mehr. Dies führt die beiden zur Wohnung einer Sängerin (Isabella Rossellini). Jeffrey beschliesst, nachts in ihre Wohnung einzudringen…

Meine Meinung:

Blue Velvet wurde zu Ehren von Regisseur David Lynch angesehen, der Mitte Januar dieses Jahres verstorben ist. Ich kenne von David Lynch relativ wenige Arbeiten. Als ich vor 15 Jahren Blue Velvet das erste Mal sah, gefiel mir der Film, gemäss meinem alten Review, nicht sonderlich. Dazumal kannte ich keine anderen Arbeiten von David Lynch. Inzwischen habe ich Twin Peaks kennen und lieben gelernt und nachdem ich Eraserhead im Arthouse-Kino sah, wanderte der Film danach auch in meine Filmsammlung. Da ich Eraserhead auf dem Blog schon besprochen und keine anderen Filme ausser Blue Velvet habe, musste dieser ausgewählt werden, zu Ehren von David Lynch neu gesichtet zu werden. Und Blue Velvet hat die 2. Sichtung bestanden.

Ich fand Blue Velvet nicht nur besser als bei der ersten Sichtung, sondern ich empfand den Film schlicht als Meisterwerk. Ein cineastisches Juwel. Genau dafür wurde das Kino erfunden. Über Blue Velvet wusste ich seit Mai 2010 nicht mehr viel. Nur dass Kyle MacLachlan mitspielt und Dennis Hopper den Psychopathen darstellt. Mehr Erinnerung war nicht vorhanden. Blue Velvet aufzufrischen, fühlte sich definitiv mehr an wie eine Erstsichtung. Warum ich den Film so überragend fand? Der Film hat so unendlich viele Twin Peaks Momente und Vibes, dass das für mich als grosser Twin Peaks Fan ein feuchter Traum war (auch wenn Twin Peaks erst nach Blue Velvet entstand).

Jeder spielt hervorragend. Kyle MacLachlan mag ich seit The Hidden und Twin Peaks. Und Dennis Hopper (Land of the Dead, True Romance, The Texas Chainsaw Massacre 2) als krimineller Psychopath macht einen ebenso grandiosen Job. Als schmierige Typen gefallen auch Jack Nance (spielte danach auch in Twin Peaks mit) und ein junger Brad Dourif (Halloween II, Cult of Chucky, Critters 4). In weiteren Nebenrollen überzeugen George Dickerson (Death Wish 4: The Crackdown) und Dean Stockwell (Beverly Hills Cop II). Letzterer arbeitete mit David Lynch bereits in Dune zusammen. Und bei den Mädels sollen Laura Dern und Isabella Rossellini (The Funeral) nicht unerwähnt bleiben.

Die Story ist interessant und wird vor allem ruhig und mysteriös erzählt. Erst gegen Ende nimmt der Plot langsam Fahrt auf. Langweilig wird es nie. Man muss sich aber auf die Art von Lynch einlassen können. Sonst wird es schnell «langweilig». Der Film und viele seiner Momente sind herrlich traumhaft-surreal. Das Highlight war für mich, als Frank Jeffrey auf die Spritztour mitnimmt und das spätere Treffen bei Ben. Herrlich komisch. Zum Brüllen komisch. Jetzt bin ich am überlegen, mir auch Mulholl Drive und Lost Highway anzusehen. Die sah ich beide noch nie…

Fazit: Sehenswert!

Infos:

O: Blue Velvet

USA 1986

R: David Lynch

D: Kyle MacLachlan, George Dickerson, Laura Dern, Isabella Rossellini, Jack Nance, Dennis Hopper, Dean Stockwell, Brad Dourif

Laufzeit der deutschen DVD: Ca. 116 Min.

Gesehen am: Mai 2010 / Neusichtung: 17.01.25

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von MGM/20th Century Fox vor = Uncut, Deutsch/Englisch mit Subs (die deutsche Synchro ist jedoch absolut hervorragend), gute Bild- und Tonqualität. Der DVD sieht man das Alter in Sachen Bildqualität an. Könnte optimaler sein (Schärfer etc.). Da könnte ich über ein Upgrade nachdenken. In Deutschland wurde der Film inzwischen auch auf Blu-Ray veröffentlicht.

Donnerstag, 9. Januar 2025

I, the Executioner

Japanuary 2025

I, the Executioner

Story:

Eine Frau wird getötet. Die Polizei findet am Tatort Namen der Kolleginnen des Opfers. Sind sie in Gefahr? Was hat der Fall mit einem Suizid eines 16ährigen zu tun, der paar Tage zuvor in den Tod sprang?

Meine Meinung:

I, the Executioner kaufte ich aufgrund einer vielversprechenden Forenbesprechung. Auch abgesehen davon wird der japanische Schwarzweissfilm aus dem Jahr 1968 mit Gialli und dem Film-Noir in Verbindung gebracht. Ein gutes Zeichen? Leider nicht. Mir hat der Film von Regisseur Tai Kato überhaupt nicht gefallen. Das UK-Label Radiance Films hat sich nun mehreren Filmen von Tai Kato angenommen. I, the Executioner fungiert dabei für mich als Warnung, so schnell keinen Blindkauf mehr zu tätigen, was die Arbeiten des Regisseurs angehen.

Ja, der Film hat selbstverständlich einige schöne und stimmungsvolle Momente. Die Japaner können so was und die Kameraführung und einige der Einstellungen sind sehr schick eingefangen worden. Vor allem in Kombination mit der Tatsache, dass es sich um einen Schwarzweissfilm handelt. Aber abgesehen davon hat mich der Film mehrheitlich genervt und gelangweilt. Es passiert kaum etwas in dem Rape & Revenge Streifen, so dass der Film als Schlaftablette geeignet ist. Das Schicksal der Figuren war mir egal.

Der Plot ist arg unglaubwürdig, auch wenn der Twist seiner Zeit sicherlich voraus war. Die Darsteller sind solide, aber mehr auch nicht. Die Figuren sind wenig interessant und dass zum Teil vorhandene Overacting wirkte sich negativ aus. Der Plot und Verlauf geben nicht viel her. Die Identität des Killers wird von Beginn an gezeigt, so dass kaum eine Spannung aufzukommen vermag. Am schlimmsten und was mir nicht gefiel, war die Wahl der Musik: furchtbar!  Makoto Satō, den ich aus vielen anderen Filmen kenne (z.B. Message from Space), verliert das «Schauspielduell» an Chieko Baishô.

Fazit: Zeit- und Geldverschwendung!

Infos:

O: Minagoroshi no reika

Japan 1968

R: Tai Kato

D: Chieko Baishô, Yuki Kawamura, Sanae Nakahara, Ranfan Ô

Laufzeit der UK-Blu: 90:34 Min.

Gesehen am: Jan. 2025

Fassungen: Mir lag die UK-Blu-Ray von Radiance Films vor = Wendecover, Booklet, O-Ton, englische Subs, Uncut-Fassung, hervorragende Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2025).