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Mittwoch, 10. Dezember 2025

Frankenstein Review

ZFF 2025

Frankenstein

Story:

Victor Frankenstein (Oscar Isaac) hat das Ziel, aus Leichenteilen einen Menschen zu kreieren und diesem Leben ein zu hauchen. In Harlander (Christoph Waltz) findet er einen mächtigen Finanzier, der sein Projekt finanziell deckt. Doch Victor Frankenstein ahnt nicht, was er mit seinem Experiment lostreten wird…

Meine Meinung:

2025 waren nur zwei Besuche in Zürich am Zürich Film Festival angesagt. Der Abschluss machte Ende Sept. Frankenstein. Eine Netflix-Produktion des Spaniers Guillermo del Toro (Blade II). Der Film, der in einigen wenigen ausgesuchten Kinos laufen wird (wohl damit Netflix den Film für die Oscars einreichen kann), ist ansonsten später auf dem Streaming-Anbieter Netflix zu sehen. Da passt der Film eigentlich auch ganz gut hin. Die Frankenstein-Story ist mir mehr oder weniger bekannt, auch wenn ich den Original Roman nicht kenne (sollte ich einmal nachholen) und/oder nur wenige Filme mit der Thematik gesehen habe.

Frankenstein ist solide. Der Plot ist halt relativ spannungsarm. Ob sich der Film im Vergleich zu anderen Verfilmungen mehr an den Roman hält oder nicht, ist mir nicht bekannt. Mit einer Laufzeit von über zwei Stunden empfand ich den Film, der in zwei Kapitel unterteilt ist, als zu lang. Hier und da gibt es optisch aufwändige und schöne Bilder zu sehen. Auf der anderen Seite sieht der Film auch zu unecht und künstlich aus. CGI-Hintergründe und Settings. Zudem gab es mir viel zu viele CGI-Tiere im Film zu sehen. So was mag ich nicht.

Es gibt jedoch auch einige handgemachte Effekte. Vor allem wie Frankenstein das Monster zusammenbaut, wurde stark getrickst. Tolle Effekte. Der Start in den Film, in dem das Monster im Eis wütet und die Matrosen wie Insekten in der Gegend herumwirft, hatte für mich mehr Marvel-Superhelden Charakter, was ich als störend empfand. Was für mich nicht funktioniert hat und wenig glaubhaft anmutete war der Sub-Plot zwischen dem Monster und der von Mia Goths (X, Pearl, MaXXXine) gespielter Figur. Da wäre es interessant zu wissen, ob das im Roman mehr Tiefe und somit mehr Glaubwürdigkeit widerfährt.

Nebst Mia Goth war mir ansonsten nur Christoph Waltz (aus Quentin Tarantinos Inglourious Basterds) ein Begriff. Er spielt, wie auch sie, eine Nebenrolle. Beide machen das solide, mehr aber auch nicht. Der mir unbekannte Oscar Isaac konnte mich nicht 100% überzeugen. Jacob Elordi als das Monster war schauspielerisch gut, vor allem im Finale, welches emotionaler war, als erwartet. Abgesehen davon empfand ich das «Monster-Make-Up» als wenig sehenswert. Schade. Frankenstein ist alles andere als schlecht, aber bei solchen Big-Budget Produktionen werte ich strenger, als z.B. beim Kung Fu Film aus Taiwan. Daher kann ich sagen, dass Frankenstein kein Film für meine Sammlung wird. Dafür bot der Film schlicht nichts Neues und war mir zu zäh erzählt.

Fazit: Ich bleibe lieber bei Flesh for Frankenstein und Frankenweenie!

Infos:

O: Frankenstein

USA, Mexiko 2025

R: Guillermo del Toro

D: Jacob Elordi, Oscar Isaac, Mia Goth, Christoph Waltz, Ralph Ineson, David Bradley

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 149 Min.

Gesehen am: 30.09.25

Fassungen: Am Zürich Film Festival 2025 im Kino gesehen = In Englisch mit deutschen Untertiteln. Der Film wird im Okt. auch einen regulären Kinostart erhalten, ehe er dann auch auf Netflix zu sehen sein wird (Netflix-Produktion).

Montag, 8. Dezember 2025

Sons of the Neon Night Review

 
ZFF 2025

Sons of the Neon Night

Story:

Der Drogenkrieg fordert durch Explosionen und Schiessereien Tote. Darunter befindet sich auch Moreton Lis (Takeshi Kaneshiro) Vater, der die Drogengeschäfte geleitet hat. Moreton Li will dem illegalen Drogengeschäft den Rücken kehren. Doch die Männer seines Vaters und sein Bruder sind anderer Meinung…

Meine Meinung:

Sons of the Neon Night hat chaotische Drehbedingungen hinter sich. Angeblich begangen die Dreharbeiten 2017 aber mussten durch die damalige Corona Krise mehrfach unterbrochen werden. Inzwischen sind mind. drei Personen der Produktion gestorben, die am Film beteiligt waren (werden alle im Abspann gewürdigt). Der Film feierte im Sommer 2025 in Cannes Weltpremiere. Die Feedbacks waren vernichtend (ein Grund war sicher, dass der über 2stündige Filme nach 00.00 Uhr lief). Die Tatsache, dass der Film ursprünglich zwischen 6-9 Stunden gelaufen sein soll und nun auf 125 Minuten zusammengestaucht wurde, trug nicht zur Qualitätsgewinnung bei.

Ich hatte die Chance, den Film am ZFF zu sehen. Und ich fand Sons of the Neon Night, den neusten Film vom Rigor Mortis Regisseur Juno Mak Chun-Lung, weniger schlecht als erwartet. Auch die Effekte fand ich für einen neuen HK-Film als weniger schlecht als erwartet. Was hingegen negativ auffüllt ist die Tatsache, dass scheinbar wirklich Unmengen an Plot fehlen. Figuren tauchen auf, Figuren verschwinden, Figuren, die zuvor noch Freunde waren, töten sich plötzlich grundlos etc. Wenn ich mir jetzt noch vorstelle, das Ungeübte Zuschauer die Darsteller nicht kennen und sich nicht an diesen orientieren können, sind die negativen Cannes Kommentare noch nachvollziehbarer. Der Plot endet offen und Juno Mak Chun-Lung hat sich am Kino von Johnnie To orientiert.

Ich fand den Film ok. Optisch fand ich den sogar cool. Der Film spielt in einem alternativen (surrealen) Hong Kong im Jahr 1994 (es schneit die ganze Zeit und es gab in diesem HK bereits 1994 Smartphones) und von der Optik erinnert der Film stark an Havoc. Ich hätte mir den Film in Sachen Action, als Ganzes und in Sachen CGI schlimmer vorgestellt. Die Explosionen und Crashs mit dem Bus oder Autos fand ich weniger gut als die Schiessereien. Der Start des Filmes war schon noch cool und auch gegen Ende gibt es immer wieder einzelne Action-Momente, die vor allem optisch interessant eingefangen wurden. Und mit Blut wird auch nicht gespart. Es geht aber definitiv mehr um den Look, als um den Inhalt (zumindest in dieser Kinofassung).

Der Cast kann sich sehen lassen: Takeshi Kaneshiro (Hero), Louis Koo (Paradox), Tony Leung Ka-Fai (Double Vision), Lau Ching-Wan (hier als Sean Lau gelistet). Zudem ist Alt-Star Lowell Lo Koon-Ting (spielt in Rosa an Yuen Biaos Seite) in einer Szene zu sehen und auch Conan Lee (Ninja in the Dragon's Den) spielt mit (ihn konnte ich nicht 100% ausmachen, ich hatte zwei Figuren im Visier). Erst jetzt sehe ich, dass auch Shaw Brothers Schläger Lau Wing (Mrs K) mit von der Partie ist. Optisch fand ich den Film durchaus gelungen, auch in den Action-Szenen (zum Teil) und auch die Musik war stark. Nicht uninteressant. Aber warum eine solche Rumpffassung überhaupt erscheint (warum den ursprünglichen Film nicht als Serie auf Netflix verkaufen?), bleibt ein Rätsel und macht auch kommerziell wenig Sinn.

Fazit: Ein Film, der polarisieren wird!

Infos:

O: Fung lam fo saan

HK 2025

R: Juno Mak Chun-Lung

D: Takeshi Kaneshiro, Lau Ching-Wan, Tony Leung Ka-Fai, Louis Koo, Conan Lee, Lowell Lo Koon-Ting, Lau Wing

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 125 Min.

Gesehen am: 26.09.25

Fassungen: Am ZFF (Zürich Film Festival) 2025 gesehen im O-Ton mit englischen Subs. Eine DVD oder Blu-Ray sind noch nicht angekündigt (Stand: Sept. 2025). Es gibt Gerüchte, dass der Film ehemals sechs-neun Stunden dauerte und dann zu einem Film geschnitten wurde. Ob die ursprüngliche Fassung (ggf. als Serie) zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht wird, ist unbekannt.

Montag, 7. Oktober 2024

Heretic

ZFF 2024 / Horroktober 2024

Heretic

Story:

Zwei Bibelverkäuferinnen (Sophie Thatcher, Chloe East) klingeln am Haus von Mr. Reed (Hugh Grant), der ihnen Einlass gewährt. Beide nehmen an und treten ein. Keine gute Idee…

Meine Meinung:

Heretic ist eine neue A24-Produktion. Die Firma, die für Filme wie Love Lies Bleeding, MaXXXine, Talk to Me (= nur aufgekauft) oder Dream Scenario verantwortlich ist. Immer guter Stoff für Filmfeste und Filmfans. Als ich den ersten Trailer zu Heretic sah, war ein Kinobesuch schon beschlossene Sache. Und dank des ZFF in Zürich kam ich nun schon früher in den Genuss des Filmes. Heretic ist ein Kammerspiel, welches in seinen 110 Minuten zu keiner Sekunde langweilig wird.

Heretic ist ein spannendes und stimmungsvolles Kammerspiel, welches vor allem durch seinen tollen und überzeugenden Cast liefert. Hugh Grant, ehemaliger Frauenschwarm, macht in der Rolle des Psychopathen extrem viel Spass. Pures Kino, ihm zuzusehen. Sein Overacting ist klasse. Da kommen mir andere Schauspieler in den Sinn, die selten Bösewichte spielten, dass aber stark gemeistert haben, z.B. George Clooney in From Dusk Till Dawn oder Leslie Nielsen in Creepshow oder Day of the Animals.

Was Hugh Grant angeht, kenne ich nur einen Film. The Lair of the White Worm. Der war jedoch nicht meine Kragenweite. Das Alter bekommt ihm aber gut: er spielt wunderbar creepy. Aber auch die Mädels machen ihre Sache gut. Sophie Thatcher fällt etwas ab, aber Chloe East wirkt in ihrer Rolle als Mormonin glaubhaft. Der Plot ist spannend. Es geht um Glauben und Unglauben inklusive um Religionen. Wo der Film hinführt? Dies sei an dieser Stelle nicht verraten. Allerdings hätte ich mir gegen Ende hin einen grösseren Knalleffekt versprochen und das Ende selbst lässt Interpretationen zu. Geschmackssache.

Fazit: Nur schon aufgrund Hugh Grants tollem Schauspiel sehenswert!

Infos:

O: Heretic

USA 2024

R: Scott Beck Bryan Woods

D: Hugh Grant, Sophie Thatcher, Chloe East, Elle McKinnon, River Codack, Carolyn Adair

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 110 Min.

Gesehen am: 04.10.24

Fassungen: Am Zürich Film Festival 2024 gesehen = Uncut, O-Ton, deutsche Subs. Der Film bekommt Ende Dez. 2024 auch noch einen regulären Schweizer Kinostart spendiert. Eine DVD/Blu-Ray/UHD ist noch nicht angekündigt (Stand: Okt. 2024).

Montag, 9. Oktober 2023

Sleep



Horroktober 2023 / ZFF 2023

Sleep

Story:

Die schwangere Ehefrau Soo-jin (Jung Yu-mi) bemerkt, dass ihr Ehemann Hyun-su (Lee Sun-kyun) nachts Episoden hat, in denen er schlafwandelt – mit negativen Folgen…

Meine Meinung:

Sleep ist das Regiedebüt von Jason Yu, der nebst ZFF auch in Cannes (2023) gelaufen ist. Der Film ist, für ein Debüt, gelungen. Ich bin immer skeptisch, was das Kino aus Südkorea angeht, aber Sleep war in der Tat von Anfang an fesselnd, unterhaltsam und einfach solide. Zudem krankt der Film nicht an zu dramatischen Momenten oder einer zu langen Laufzeit, was ich willkommen fand.

Der Plot ist an sich ok, aber auf der anderen Seite auch nichts Neues im Horrorgenre und spielt mit der Frage, ob das, was z.B. Soo-jjin zu wissen meint, tatsächlich wahr ist oder nicht. Quasi Horror Vs. Krankheit. Daher hat mich der Film hier und da an Save the Green Planet erinnert. Über das Ende kann man dann denken, was man will. Fakt ist aber, dass der Film mit dem Drehbuch von Anfang an bis zum Ende durchgehend zu unterhalten vermag. Eheprobleme, Rollenwechsel und Schwangerschaft werden originell in den Plot integriert.

Der Film, der in mehrere Kapitel unterteilt ist, ist zudem toll gefilmt und stark gespielt. Jung Yu-mi und Lee Sun-kyun sind zwei im südkoreanischen Kino gesetzt Darsteller und weisen auf eine Vielzahl an Rollen auf: Parasite, Dr. Brain, A Bittersweet Life oder Train to Busan. Auf jeden Fall harmonieren sie als verheiratetes Paar, in welchem sie zudem schwanger ist, perfekt miteinander und das Schauspiel war mehr als gelungen. Bei Sleep handelt es sich um eine Horrorkomödie und ich fand, es gab mehr zu lachen, als zu gruseln. In beiden Momenten überzeugt unser Ehepaar.

Erschrocken bin ich nie. Einige der Zuschauer hat es aber dank einigen Jump-Scares in den Sitzen geschüttelt. Hier und da gelingt es dem Film, eine spannende, stimmungsvolle Atmosphäre zu generieren. Die Kameraarbeit und das Sound-Design sind dabei sehr gelungen. Es wird gekonnt, aber für erfahrene Horrorfilmfans zu oft auch vorhersehbar mit den Erwartungen der Zuschauer gespielt. Der Mix aus Moderne und Tradition/Aberglaube (z.B. Einsatz einer Schamanin) ist ein immer gern gesehenes Sujet im modernen Kino aus Südkorea (siehe z.B. The Wailing).

Fazit: Sleep kann man sich gut ansehen. Für Fans des südkoreanischen Kinos zu empfehlen!

Infos:

O: Jam

Südkorea 2023

R: Jason Yu

D: Jung Yu-mi, Lee Sun-kyun, Kim Geum-soon, Lee Dong-chan, Kim Nam-woo, Seo Yi-sook

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 95 Min.

Gesehen am: ZFF 2023

Fassungen: Am ZFF 2023 gesehen = Uncut, O-Ton, englische Subs. Der Film hatte erst vor einem Monat in Südkorea seinen regulären Kinostart = es wird noch dauern, bis es davon eine DVD/Blu-Ray/UHD (mit englischen Subs) geben wird. Aktuell ist noch keine Disc angekündigt (Stand: Okt. 2023). 

Freitag, 6. Oktober 2023

Back Home

 

Horroktober 2023 / ZFF 2023 

Back Home

Story:

Heung Wing (Anson Kong) hat die Gabe, Geister zu sehen. Dies befremdet ihn und sorgte dafür, dass er eine schwere Kindheit hatte. Die Folge: er wandert nach Kanada aus und lässt Hong Kong hinter sich. Erst nach einem mysteriösen Suizidversuch seiner Mutter (Bai Ling) kehrt Heung nach Hong Kong zurück. Und dort holt ihn seine Vergangenheit wieder ein…

Meine Meinung:

Ohne grosses Vorwissen und mit so kleinen Erwartungen wie möglich sah ich mir am Zürich Film Festival den Horrorfilm Back Home an. Eine HK-Produktion. Das Regiedebüt von Nate Ki. Laut der Sprecherin am Zürich Film Festival habe Nate Ki Film nicht studiert, sondern sei ein grosser Horrorfilmfan und nahm daraus seine Inspirationen für Back Home. Wie kam Nate Ki ohne Filmstudium zum Film? Durch mm2 Hong Kong, eine Produktions- und Vertriebsfirma aus Hong Kong.

mm2 Hong Kong verleiht von Zeit zu Zeit für Arbeiten an Neulinge und Greenhorns Awards (Movie Makers Award) – und so einen gewann auch Nate Ki im Jahr 2017 mit seinem Werk namens Hong Kong Horror Story - I Opened An Umbrella At Home – und somit war die Tür offen, einen Spielfilm realisieren zu dürfen. Ich habe von Back Home unterbewusst einen reinen Ghost-Film erwartet. Etwas, was ich im HK-Kino der 90er oft sah: Aberglaube, Geister, Taoist-Priester, Besessenheit, bizarre Rituale, Flüche. Der Film fängt auch so an. Speziell ist, dass Heung Geister sehen kann. Es geht nicht nur um Geister. Die Negativität, die mit Hong Kong für Heung auftaucht, kann metaphorisch gesehen auch politisch betrachtet werden (Chinas Einfluss in Hing Kong). Das wurde hier und da zwischen den Zeilen deutlich.

Back Home gefiel mir besser als erwartet. Dabei verlässt der Film mit der Zeit das 08/15 Ghost-Genre und Einflüsse von diversen Horrorfilmen werden deutlich: Rosemaries Baby, The Sentinel (die Katze), The Wicker Man, Midsommar oder Hereditary d.h. man merkt wirklich, dass Nate Ki ein grosser Horrorfilmfan ist. Der Film ist, und das ist wohl das Einzige, was ich dem Film ankreiden kann (nebst einer schlechten CGI-Effekt-Szene), nicht wirklich gruselig. Hier und da stimmungsvoll, aber erschrocken oder Angst hatte ich nie. Es lohnt sich nicht zu spoilern, aber der Film ist am Ende eben doch mehr, als nur ein 08/15 Ghost-Film (Themen wie Missbrauch/Traumata/Familie sind auch wichtige Themen im Plot). Der Film nimmt sich dabei auch ernst: auf Humor und Klamauk wird verzichtet und die Kameraarbeit ist exzellent.

Weiter war der Film erstaunlich gut gespielt. Ich war skeptisch, als ich hörte, dass der mir total unbekannte Canto-Pop-Sänger Anson Kong die Hauptrolle spielt (am ZFF waren sogar Fans des europäischen Anson Kong Fan-Clubs!). Aber auch andere Sänger und Sängerinnen waren und sind in Hong Kong in der Filmwelt erfolgreich gewesen, wenn ich da an Namen wie Andy Lau (Lucky Stars Go Places), Anita Mui (Magic Crane), Aaron Kwok (China Strike Force), Leslie Cheung (A Better Tomorrow) oder Jacky Cheung (Tiger Cage) denke. Und so macht auch Anson Kong in der Hauptrolle alles richtig und solide. Weiter ist der Film mit Tai Bo (Coffin Homes) und Bai Ling (The Crow) prominent besetzt. Speziell die exzentrische und schrille Bai Ling passt perfekt zur dramatischen Horrorrolle, welche sie verkörpert.

Fazit: Besser als erwartet. Nate Ki ist ein Name, den man sich merken solle. Ein sehenswertes Debüt.

Infos:

O: 七月返歸

HK 2023

R: Nate Ki

D: Anson Kong, Bai Ling, Tai Bo, Tam Yuk-Ying

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 102 Min.

Gesehen am: ZFF 2023

Fassungen: Film am ZFF 2023 im O-Ton mit chinesischen und englischen Subs gesehen. Uncut. Eine DVD/Blu-Ray sind noch nicht angekündigt (Stand: Okt. 2023).

Samstag, 30. September 2023

Dream Scenario

 
ZFF 2023 
Dream Scenario

Story:

Familienvater und Professor Paul Matthews (Nicolas Cage) wird über Nacht zum unfreiwilligen Star, als dieser plötzlich in den Träumen von unzähligen Menschen auftaucht. Was zunächst ganz spassig erscheint, nimmt mit der Zeit negative Formen an, als sich die Träume nach einer Zeit bei den Menschen zu Alpträumen formen…

Meine Meinung:

Dass ZFF 2023 hätte ich dieses Jahr fast verpasst. Kollege aus Zürich hat mich daran erinnert. Immerhin habe ich dort in den letzten Jahren auch gute Filme gesehen (Im Westen nichts Neues, The Lighthouse). Der Eröffnungsfilm vom ZFF 2023 stellt die A24-Produktion Dream Scenario dar. Ich mag A24 Produktionen, egal ob selbst produzierte Filme (X, Pearl, Men, Saint Maud, Under the Silver Lake, It Comes at Night), vertriebene (Under the Skin) oder aufgekaufte Titel (Talk to Me).

Dream Scenario, der vom Midsommar Regisseur Ari Aster (Hereditary) produziert wurde, wartet mit Nicolas Cage (Mandy, Windtalkers, Die Farbe aus dem All) in der Hauptrolle auf. Nach Toronto (Weltpremiere) feierte der Film am ZFF, nicht etwa in Zürich selbst, sondern in Winterthur, Europapremiere. Dies war die weltweit 2. Aufführung des Filmes, der allgemein (in Toronto) sehr gut angekommen zu sein scheint.

A24 hat meiner Meinung nach durch den Film Everything Everywhere All at Once, den ich persönlich nicht interessant finde (daher nie gesehen), einen zu grossen Bekanntheitsgrad erlangt. Der Film wurde viel zu sehr gehypt, was natürlich die Folge der Oscar-Gewinn-Serie war. Dream Scenario wird bereits als nächster Oscar-Kandidat angesehen. Spätere A24 Produktionen fand ich schlechter (Bodies Bodies Bodies) und/oder gar nicht mehr interessant (Beau is Afraid).

Dream Scenario ist an sich ein guter Film, der aber im Grossen und Ganzen weniger meinen Geschmack trifft. Der Film wird im Internet als Horrorkomödie oder gar Sci-Fi Komödie beschrieben. Ich würde den Film vor allem als bitterböse Satire auf Social Media und Cancel Culture sehen inklusive Sci-Fi Touch am Ende und viel sozialkritischem Humor, der vor allem die Woke-Generation durch den Kakao zieht. Hauptsächlich ein Drama, wenn man so viel. Aber echter Horror? Nö!

Dabei ist der Plot spanend und originell. Aber richtige Erklärungen gibt es nicht und über das Ende kann man streiten. Es zeigt aber schön auf, wie Social Media, Influencer und dessen Mob Leben zerstören und Personen vorverurteilen können. Man denke da nur an Namen wie Sion Sono, Richard Stanley, Mason Greenwood, Till Lindemann, Benjamin Mendy oder Kevin Spacey, die alle vor Gericht freigesprochen wurden und/oder es gar nicht zur Anklage kam. Von Persönlichkeiten, die seit Jahren tot sind (Klaus Kinski und aktuell auch Maximilian Schell) ganz zu schweigen, wobei es ja auch andere Beispiele gab, wenn ich da z.B. an Harvey Weinstein oder R. Kelly denke. Das Thema ist also aktuell und etwas, womit sich die Menschen auch die Zukunft noch auseinandergesetzt sehen werden, sowie im Guten wie auch im Schlechten.

Der Film ist optisch und technisch stark in Szene gesetzt, fesselt leicht und ist unterhaltsam. Der Film ist auch durchaus sehr lustig und zuweilen sehr komisch (die nachgespielte Sex-Szene war zum Brüllen komisch). Wo der Film auch stark punktet ist der Cast allen voran Nicolas Cage. Der Star einiger der besten Actionstreifen der 90er Jahre (Im Körper des Feindes, The Rock, Con Air) spielt den unglücklichen Softie- Professor enorm gut und oft genug wird die Marke Nic Cage selbst durch den Kakao gezogen. Ganz starke Leistung von ihm. Aber auch der restliche Cast passt wie die Faust aufs Auge zu ihren Rollen.

Fazit: Ein guter, nicht uninteressanter und sozialkritischer Film mit einem hervorragenden Nicolas Cage, der jedoch persönlich weniger meinem Filmgeschmack entspricht = ok für am Filmfest, aber nichts für meine Filmsammlung!

Infos:

O: Dream Scenario

USA 2023

R: Kristoffer Borgli

D: Nicolas Cage, Julianne Nicholson, Michael Cera, Tim Meadows, Dylan Gelula, Dylan Baker

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 100 Min.

Gesehen am: 28.09.23

Fassungen: Gesehen am Zürich Film Festival 2023 im O-Ton mit deutschen Untertiteln. Der Film dürfte in der Schweiz noch einen regulären Kinotermin erhalten (18.01.24). Also ist mit einer DVD/Blu-Ray erst deutlich später zu rechnen. 

Montag, 3. Oktober 2022

ZFF-Special 4. Tag



Heute stand für mich der 4. und letzte ZFF-Tag an. Zudem ist es auch offiziell der letzte Tag des ZFF 2022. Obwohl erst um 02.20 Uhr im Bett gelandet, war ich früh wach. Reviews schreiben. Nicht nur vom gestrigen ZFF-Tag, sondern auch von Art of the Devil. Der heutige Film lief erst abends. Ich plante am Nachmittag nach Zürich zu gehen, um eine Kollegin zu treffen. Diese war aber besetzt. Just in dem Moment sah ich, dass heute auch um 15.00 Uhr Fussball angesagt war. Manchester City - Manchester United. Derby Time! 

 

 




 

 

Daher war es mir gerade recht, dass die Kollegin besetzt war. So konnte ich das Spiel schauen und erst danach die Reise nach Zürich antreten. Das hiess aber auch, dass ich erst um 19.00 Uhr in Zürich sein würde. So hatten wir (Kumpel aus Zürich und ich) etwas weniger Zeit um essen zu gehen. Dennoch haben wir es so geplant. Das Wetter war regnerisch und massiv wärmer als am Vortag. Ich zog meine Man United Klamotten an und trank aus der Man United Tasse, in der Hoffnung, dass es Glück bringen würde. 

 

 




 

Immerhin waren es lahme und langweilige Wochen als Manchester United Fan. Aufgrund des Ablebens der Queen wurden zwei Spiele von United verschoben. Schade! United hatte einen guten Lauf, der gestern abrupt geendet hat. Furchtbare 1. Halbzeit von United und verdient verloren. Habe bis zum bitteren Ende durchgehalten. Immerhin schoss United dann auch noch drei Tore. 6:3 verlieren liesst sich weniger schlimm als 6:0. Gespannt, ob United am Donnerstag in der EL eine Reaktion zeigen wird. 

 

 



 

Danach ging es nach Zürich. Auf dem Weg schlief ich im Zug fast ein. Die Züge waren viel zu warm geheizt. Das mag ich am ÖV nicht. Im Sommer kühlen sie gar nicht oder ungenügend oder so stark, dass man krank wird, und im Herbst und Winter, wo man witterungsgerecht für die Kälte gekleidet ist, heizen sie im ÖV viel zu stark. In Zürich traf ich meinen Kumpel und wir gingen an die verruchte Langstrasse. Amüsantes Volk. Wir gingen ins The Bite = Gourmet Burger Restaurant

 

 





Wir haben nicht reserviert und auf gut Glück einen Platz bekommen. Das Restaurant war total voll und uns wurde gesagt, dass es länger dauern würde. Wir warteten dann wirklich sehr lange. Für ein Dessert blieb z.B. keine Zeit. Aber das Kino war nur 5-10 Minuten entfernt. Der Burger war sehr gut. Soll eines der besten Burger-Restaurants in Zürich sein. Nahe dem Ort ass ich im Dez. 2021 auch wunderbar Taiwanesisch (im Simon Says Taste Taiwan). Danach ging es ins Kino. Speak No Evil. War fast ausverkauft. Der Vorsteller quatschte heuer etwas länger, aber auch nur, weil es der letzte ZFF-Tag am diesjährigen Festival war. Keiner der von mir gesehenen Filme gewann am Ende einen Preis. Der beste Film für mich, der es auch auf die Wunschliste schafft, ist Im Westen nichts Neues

 

 






Speak No Evil Review

 
ZFF 2022

Speak No Evil

Story:

 

Zwei Familien (eine aus Dänemark, eine aus Holland) treffen sich zu einem gemeinsamen Wochenende. Doch was als idyllischer Ausflug gedacht war, nimmt bald ungemütliche Folgen an…

 

Meine Meinung:

 

Speak No Evil wirkt am besten, wenn man im Voraus gar nichts weiss. Ich wusste 1-2 Dinge und habe auch von Vergleichen mit anderen Filmen (Funny Games, den ich persönlich gar nicht mochte) gelesen. Zusammen mit 1-2 Aussagen des ZFF-Vorstellers im Kino, konnte man sich schon auf einen ungemütlichen Film einstellen. Das ist auf eine Art schade. Unvoreingenommen, wäre die Wirkung sicher noch intensiver gewesen. Auf eine Art erinnerte der Film auch an den NIFFF-Streifen Coming Home in the Dark.

 

Der dänische Film vom dänischen Regisseur und Vater Christian Tafdrup ist sozialkritisch gemeint. Dieser war auch in Deutschland am Fantasy Film Fest anwesend (Film lief auch dort). Die Idee hinter dem Film sei es, zu zeigen, wie sich gewisse Menschen nicht unbeliebt machen wollen und statt etwas zu sagen, Frust oder Ärger hinunterschlucken. Nur um andere möglicherweise nicht vor den Kopf zu stossen. Sich überangepasst zu verhalten. Auf eine Art und Weise wird das in Speak No Evil auf sehr übertriebe Art und Weise dargestellt.

 

Ob die Dänen wirklich so sind, wie im Film dargestellt? Das erinnerte mich an eine Diskussion im redcafe Forum (= Manchester United Forum), wo ein dänischer Manchester United Fan gefragt wurde, ob die Dänen mehr Typ Christian Eriksen oder Lord Bendtner sind. Um das zu beantworten, kann man sich gut Speak No Evil anschauen. Der Film ist zuerst schwarzhumorig und amüsant, auch wenn man weiss, dass es im Unheil enden wird. Eine gewisse Spannung ist gegeben.

 

Der Film ist schön gefilmt und das Schauspiel, auch wenn die Handlungen der Figuren vor den Kopf stossen können, stark. Die Musik ist Geschmackssache. Viel Operneinsatz und klassische Musik würde ich sagen. Es werden diverse Fragen nicht beantwortet. Man kann sich Dinge aber denken. Über das Ende wird die Fangemeinde gespalten sein. Schockierend ja, aber obs gefällt oder nicht ist eine andere Frage. Auf jeden Fall ist das Finale diskussionswürdig. Das sieht man auch an geteilten Meinungen zum Film oder an meinem Kumpel und mir, wir waren da teilweise auch unterschiedlicher Ansicht.

 

Fazit: Wenn über einen Film so gesprochen wird, dann haben die Filmemacher bereits alles richtig gemacht!

 

Infos:

 

O: Gæsterne

 

Dänemark, Niederlande 2022

 

R: Christian Tafdrup

 

D: Morten Burian, Sidsel Siem Koch, Fedja van Huêt, Karina Smulders, Liva Forsberg, Marius Damslev

 

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 97 Mn.

 

Gesehen am: ZFF 2022

 

Fassungen: Gesehen am ZFF Uncut, im O-Ton und mit englischen Subs. Eine DVD und/oder Blu-Ray sind noch nicht angekündigt (Stand: Okt. 2022).

Sonntag, 2. Oktober 2022

ZFF-Special 3. Tag


Anfang Oktober waren die letzten zwei ZFF-Tage angesagt, was auch der Grund ist, warum der diesjährige Horroktober leicht verzögert ab 04.10.22 starten wird.  Nach einer kurzen Pause, in welcher ich zwei Nächte gearbeitet habe, ging es mit dem ZFF weiter. Die Nächte auf Arbeit waren ruhig. Obwohl Corona zugeschlagen hat (von zwei auf acht Bewohner) war, insbesondere, die 2. Nacht massiv ruhig, so dass ich in der Nacht Administratives durchführen konnte und Zeit hatte, um einer Sterbenden Bewohnerin wirklich gerecht zu werden und dem Tagdienst zu helfen (Pflegen). Das war schön!

 


 

Jedoch war die Nacht so ruhig (wir hatten den Luxus, zwei Nachtwachen zu sein), dass ich am nächsten Tag NACH der Nachtarbeit nicht habe einschlafen können. Ich nahm sogar zweimal Baldrian, aber ohne Erfolg. Grund war eine euphorische Vorfreude inklusive Herzrasen auf ein Paket gegen Unterschrift, welches heute ankommen würde. Das Baldrian beruhigte mich nicht, sondern ich fühlte mich mehr wie eine Katze "auf Baldrian". In der Regel schlafe ich 3-5 Stunden nach der letzten Nacht, wenn ich danach Frei habe. Aber an diesem Tag schlief ich vielleicht nur eine Stunde. 

 

 


 

Ich konnte das Paket entgegennehmen. Inhalt: Blooded Treasury Fight. Kung Fu Film mit grossartigem Cast (Michael Chan Wai-Man, David Chiang, Dorian Tan Tao-Liang, Wang Chung, Fan Mei-Sheng, Wong Ching, Wu Ma). Sah ich 1x beim Kumpel als Dubbed DVD. Jahre her. Weiss nichts mehr. Verpasste 2021 auf Ebay das VHS aus Taiwan, was mich enorm ärgerte. Nun als VHS gekauft (150 Euro) ohne Hülle. Label und Land sind mir noch immer unbekannt. Auch Kollegen konnten nicht helfen. Das geile: das VHS ist in Mandarin mit englischen Subs! Und wieder eine Michael Chan Wai-Man Lücke geschlossen:-)

 

 


 

Dann das: als ich das VHS getestet habe, ist das Band (!!!) gerissen! Wohl von der Spule gleich am Anfang. Ich = Panik = Enttäuschung und das nach so viel Vorfreude, Emotion und Schlaflosigkeit. Aber mehrere Kumpels oder Bekannte boten mir an, den Schaden zu beheben. Angeblich ist es kein Ding, so was zu flicken. Kumpel, der im Moment ein halbes Jahr in Japan verweilt, wird sich der Sache annehmen. Zitat: "das kann man in einer Viertelstunde erledigen". Da ich selbst zwei linke Hände habe, warte ich. Habe genug ungesehene Filme, die ich in der Zeit schauen kann;-)

 

Abends ging es dann ins Restaurant: WILD-SEASON! Erster Wild-Restaurant Besuch von mind. sechs schon reservierten Wild-Restaurant Besuchen in diesem Monat. Das Essen war köstlich. Danach gings mit der Kollegin ins Kino: Smile! Hatte ich auch eine gewisse Freude an dem Film. Review = HIER KLICKEN! Am nächsten Tag war ich froh, Frei zu haben. Bei uns im Block gibt’s einen Umzug = extrem viel Lärm. Ich war froh, nicht arbeiten zu müssen. Allgemein habe ich nun sechs Tage am Stück Frei mit Ausnahme von einer Sitzung Mitte nächste Woche. 

 

 






 

Ich bekam weitere Neueinkäufe (Evil Dead Trap 2 und den interessanten japanischen Film A Fugitive from the Past) die dann nach dem Horroktober auf dem Blog präsentiert werden und guckte mir noch einen Horroktober Beitrag an (Art of the Devil), ehe es mich mit dem Zug (diesmal 1. Klasse) nach Zürich verschlug. Dort traf ich erneut meinen Kumpel und wir gingen, keine grosse Überraschung, Wild essen (zumindest ich). Auch hier: das Essen war sehr lecker, auch wenn das Restaurant sehr laut war, da voll. Ohne Reservation hätten wir nie und nimmer einen Platz erhalten. 

 

 










 

Danach ging es im Regen ans ZFF, wo wir uns Mad Heidi angesehen haben. Review = HIER KLICKEN! Nach dem Film betraten die Regisseure und Cast die Bühne und stellten sich den Fragen des Publikums. Wir blieben sitzen. War unterhaltsam und innovativ. Ein möglicher 2. Teil könnte kommen und teilweise wurden doofe Fragen gestellt. Dadurch kam ich spät zu Hause an - glaube letzter Zug, in Bern kein Zug mehr aber statt eines teuren Taxis nahm ich den Moonliner Bus (der das junge Partyvolk aus dem Aushang zu Hause absetzt). Hatte zur Folge, dass ich ca. um 02.20 Uhr im Bett war.