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Dienstag, 6. Januar 2026

Yakuza Graveyard

Japanuary 2026

Yakuza Graveyard

Story:

Detektiv Kuroiwa (Tetsuya Watari) verliebt sich in die Ehefrau eines Yakuza-Bosses. Dem Yakuza-Boss der Nishida Gang. Der Boss sitzt im Gefängnis, als sich Kuroiwa in Keiko (Meiko Kaji) verliebt. Derweil bahnt sich zwischen der Nishida und dem Yamashiro Gang ein Krieg an und auch die Polizei ergreift Partei für eine der beiden Gangs…

Meine Meinung:

Yakuza Graveyard ist ein weiterer Yakuza-Film von Kinji Fukasaku (The Boss's Head, Graveyard of Honor, Tora! Tora! Tora!). Diesmal konnte mich seine Arbeit jedoch nicht überzeugen. Das hat mich überrascht und das kam unerwartet. Der Plot war nichts Besonderes. Die Inhalte kennt der Fan irgendwie schon, wie auch die Musik, die sich gefühlt immer nach der Battles Without Honour and Humanity Klängen anhört. Was ich dem Film positiv anmerken muss, sind einige optische und psychedelische Spielereien mit ungewöhnlichen Kameraeinstellungen und dem Spiel mit Farben.

Aufgrund der Tatsache, dass es eher wenig Action gibt (auch der Blutgehalt ist niedrig), kommt es zu Längen. Die Liebesgeschichte und Dramatik haben nicht funktioniert. Das wirkte nicht glaubhaft und steril. Diese Szenen haben nichts in mir ausgelöst. Der Funke sprang nicht rüber. Zudem fand ich Tetsuya Watari und Meiko Kaji (Female Prisoner #701: Scorpion) in ihren Rollen als Leads schwach. Und auch in der Hinsicht war ich überrascht, vor allem von der Leistung und Darbietung von Tetsuya Watari. Das hat er in anderen Werken (Tokyo Drifter, Outlaw: Gangster VIP) deutlich besser gemacht.

Leider waren auch die anderen Figuren nicht interessant. Tetsuya Watari soll zwar cool wirken (trägt fast immer die Sonnenbrille), aber er war am Ende nur ermüdend und nicht wirklich sympathisch. Zuweilen wirkt der Film auch etwas zu lustig und das Ende war wenig überraschend und vorhersehbar.

Fazit: Schafft es leider nicht in meine Filmsammlung!

Infos:

O: Yakuza no hakaba: Kuchinashi no hana

Japan 1976

R: Kinji Fukasaku

D: Tetsuya Watari, Meiko Kaji, Hideo Murota, Tatsuo Umemiya

Laufzeit der UK-Blu: Ca. 96 Min.

Gesehen am: Jan. 2026

Fassungen: Mir lag die UK-Blu-Ray von Radiance vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. In Deutschland unter dem gleichen Titel von REM auf DVD erschienen.

Montag, 24. März 2025

The Boss's Head

The Boss's Head

Story:

Juni 1968:

Als der drogensüchtige Schwager (Tsutomu Yamazaki) des Bosses der Owada-Familie (Ko Nishimura) einen Auftrag nicht ausführen kann, übernimmt Shuji Kuroda (Bunta Sugawara) diesen Job. Dafür wandert er sieben Jahre hinter Gitter. Als er entlassen wird, fordert er seine Bezahlung für den Job, doch das Geld bleibt zunächst aus. Kuroda bleibt hartnäckig und sorgt zusammen mit weiteren Machtspielen innerhalb der Owada-Familie und mit Intrigen gegenüber anderen Clans für Unruhe…

Meine Meinung:

The Boss's Head ist der zweite Teil der neuen Trilogie von Kinji Fukasakus New Battles Without Honor and Humanity Reihe. The Boss's Head hat mir dabei mehr zugesagt als sein Vorgänger (= New Battles Without Honor and Humanity). Zudem und im Vergleich zur Original-Reihe (= Battles Without Honour and Humanity) mag ich die Tatsache, dass die Geschichten von Film zu Film zu Ende erzählt werden und Star Bunta Sugawara (Cops Vs. Thugs, Yakuza Law) jeweils immer wieder neue Charaktere spielt. Das macht die Werke leicht unterhaltsamer und weniger komplex.

The Boss's Head, der eine angenehme Laufzeit von ca. 94 Minuten bietet, unterhält dabei von Beginn an. Der Plot ist an sich nichts Neues: einmal mehr wandert Bunta Sugawara für eine Yakuza-Gang in den Knast und sieht sich danach genötigt, dort für Chaos und Unruhe zu Sorgen, um eigene Gerechtigkeit walten zu lassen. Dass macht den Plot relativ simpel und unterhaltsam. Der Film bietet dabei auch mehr Action-Sequenzen als der Vorgänger, der mir fast zu ruhig erzählt wurde. An blutigen Momenten und abgefahrenen, wilden und chaotischen Kameraeinstellungen à la Kinji Fukasaku mangelt es dem Werk definitiv nicht.

Kinji Fukasaku (Swords of Vengeance, Samurai Reincarnation, Crest of Betrayal) schöpft in der Fortsetzung aus dem Vollen. Der Plot ist Mittel zum Zweck, Längen entdeckte ich nicht, starke Kamera Arbeit, blutige Action, cooler Antiheld (Bunta Sugawara). Aber auch der restliche Cast ist sehenswert: Meiko Kaji (Female Prisoner #701: Scorpion, Lady Snowblood), Yuriko Hishimi (bringt Erotik in den Film), Junkichi Orimoto (Message from Space, The Mole Song: Undercover Agent Reiji, Samurai Wolf), Asao Uchida (Tora! Tora! Tora!, Living Skeleton, Sister Street Fighter) oder Kō Nishimura (The Sword of Doom, Hanzo the Razor: Sword of Justice, Gorath). The Street Fighter Legende Sonny Chiba legt zudem einen Cameo-Auftritt hin.

Fazit: Für Fans von jap. Yakuza- und Gangsterfilmen zu empfehlen!

Gefolgt von: Last Days of the Boss

Infos:

O: Shin jingi naki tatakai: Kumicho no kubi

Japan 1975

R: Kinji Fukasaku

D: Seizo Fukumoto, Meiko Kaji, Hideo Murota, Mikio Narita, Bunta Sugawara, Tsunehiko Watase, Ko Nishimura, Tsutomu Yamazaki, Sonny Chiba

Laufzeit der UK-Blu-Ray: Ca. 94 Min.

Gesehen am: 09.01.25

Fassungen: Gesehen via New Battles Without Honor and Humanity: The Complete Trilogy UK-Blu-Ray von Arrow Video = alle drei Teile in einer Box, Booklet, Wendecover, O-Ton, englische Subs, Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität. Als Bonus gibt es u.a. ein Interview mit dem co-screenwriter des Filmes (welches relativ mässig war, ca. 12 Minuten). Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2025).

Montag, 8. Januar 2024

Female Prisoner #701 Scorpion: Grudge Song

Japanuary 2024

Female Prisoner #701 Scorpion: Grudge Song

Story:

Nami (Meiko Kaji) ist erneut auf der Flucht. Sie trifft auf einen ehemaligen Klassenkameraden (Masakazu Tamura) und findet heraus, dass beide einen korrupten Cop als Feind haben. Doch als sie bei einem Versuch, durch die schwangere Ehefrau des Cops an diesen zu gelangen und die Frau stirbt, eskaliert die Situation…

Meine Meinung:

Nach den ersten drei Teilen hatte Regisseur Shunya Ito (Curse of the Dog God) keine Lust mehr auf eine Fortsetzung, wofür er bei Toei auch abgestraft wurde, ehe er dann aus der Versenkung geholt wurde, um Curse of the Dog God zu drehen (laut dem Interview auf der Curse of the Dog God-Disc). Dass Können von Shunya Ito wird deutlich, denn ohne sein Mittun verliert die Fortsetzung im Vergleich zu den drei ersten Female Prisoner #701 viel Klasse und Qualität.

Der neue Regisseur kann zwar auch solide bis sehenswerte Produktionen vorweisen (Massacre Gun, Retaliation, Savage Wolf Pack, Assault! Jack the Ripper), aber es gelingt ihm nicht, die mystische Aura der Vorgänger Filme aufrechtzuerhalten. Der Plot ist nach einem tollen Start (Verfolgungsjagd) lahm. Es wird zu viel Zeit mit dem ehemaligen Bekannten von Nami vergeudet. Dieser wird solide von Masakazu Tamura dargestellt. Aber im Grunde eine relativ uninteressante Figur, der zu viel Screentime geschenkt wird.

Nami, erneut stark aber sehr wortkarg von Meiko Kaji verkörpert, gerät dadurch oft in den Hintergrund. Erst nachdem sie Schwangere Frau des bösen Cops stirbt, nimmt der Film langsam Fahrt auf. Richtig toll wird der Film aber selten und dann eigentlich nur im Finale. Dort stimmt auch die Farb-Optik wieder und die visuellen und optischen Einfälle sind ein absoluter Genuss! Warum nicht schon vorher so? 

Ein Detail gefiel mir aber auch im Finale nicht, und zwar die Tatsache, wie dumm und unrealistisch der Bösewicht selbst am Galgen landet. Das war schon sehr fragwürdig umgesetzt, aber immerhin optisch schick. Das Rachelied (Urami Bushi) passt jedoch auch nach wiederholtem Male gut zum Inhalt und zur mystischen, rächenden Figur Nami aka Scorpion.

Fazit: Der schlechteste Teil der Reihe! Fans sollten die Erwartungen nach den ersten drei sehenswerten Filmen nach unten schrauben…

Gefolgt von: New Female Prisoner 701: Scorpion

Infos:

O: Joshû sasori: 701-gô urami-bushi

Japan 1973

R: Yasuharu Hasebe

D: Meiko Kaji, Masakazu Tamura, Yumi Kanei, Hiroshi Tsukata, Yayoi Watanabe, Toshiyuki Hosokawa

Laufzeit der US-DVD: 88:21 Min.

Gesehen am: Sept. 2006 / Neusichtung am: Jan. 2024

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Tokyo Shock vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Gibt es von Rapid Eye Movies in Deutschland auf DVD. Wer eine Blu-Ray möchte, sollte zur UK-Ausgabe von Arrow Video greifen.

Samstag, 21. Januar 2023

Female Prisoner #701 Scorpion: Beast Stable Review

Japanuary 2023

Female Prisoner #701 Scorpion: Beast Stable

Story:

 

Nami (Meiko Kaji) ist noch immer auf der Flucht. Auf dieser trennt sie dem Polizisten und Verfolger Kondo (Mikio Narita) den Arm ab. Er macht die Suche nach ihr danach zu seinem persönlichen Ziel. Sie kommt bei der Prostituierten Yuki (Yayoi Watanabe) und dessen mental kranken Bruder unter. Als Nami einen Kunden/Zuhälter tötet, zieht sie Aufmerksamkeit auf Yuki und sich…

 

Meine Meinung:

 

Der dritte Teil, wieder von Regisseur Shun'ya Itô, gefällt mir bisher, man möge es kaum glauben, am besten. Der Film beginnt blutig, fesselnd und stark. Eine Spannung war gegeben, da ich praktisch gar nichts mehr wusste. Das heisst die Neusichtung fühlte sich mehr an, als sähe ich den Film zum ersten Mal. Wie bereits im Vorgänger mag ich die wechselhaften Settings und die Abwechslung. Das, sagen wir Mal, etwas "lahmere 08/15 WIP-Setting" vom 1. Teil bot mir schlussendlich zu wenig Spannung & Abwechslung.

 

Meiko Kaji (Outlaw: Gangster VIP 2) ist wie immer sehr stark. Diesmal äusserts wortkarg. Sie wirkt schon fast wie ein phantastisches Element in dem Film. So auch eine ihrer letzten Szenen mit der Krähe oder ihre Aussage, dass der Geist der Getöteten (Schwangeren) in sie geflossen sei. Der Plot nimmt sich Zeit und führt neue Figuren gekonnt ein: Mikio Narita (Message from Space) als einarmiger Cop ist ebenso souverän und ganz stark und nebst Meiko Kaji das grosse Plus des Filmes stellt Yayoi Watanabe (Wolf Guy) dar. Ihre Figur bringt extrem viel Trauer, Gefühl, Erotik und Drama in den Film. Quasi der heimliche Star des Filmes.

 

So überrascht es auch nicht, dass ihr und dem Verlauf der Story sehr viel Zeit eingeräumt werden (als sich Nami in der Kanalisation versteckt). Einige Zuschauer dürften diese Szenen, da es den Plot sehr verlangsamt, lahm und langweilig finden. Mir haben sie gefallen. Es baut eine melancholische Stimmung auf. Der Film hat nur sporadisch Action- und Gewaltszenen. 

 

Man möchte fast mit einem Takashi Kitano Film vergleichen (Hana-Bi z.B.): sporadisch auftauchende Gewaltspitzen, die dafür umso mehr Wirkung entfalten! So auch hier (die Abreibung z.B.). Am Ende gibt es wieder einen überraschenden Wechsel ins Gefängnis. Die Musik steuert einmal mehr Meiko Kaji bei (der Song Urami Bushi wird von ihr selbst gesungen) und passt wunderbar zur Szenerie.

 

Fazit: Sehenswerte Fortsetzung! Bin schon jetzt auf den 4. Teil gespannt!

 

Gefolgt von: Female Prisoner #701 Scorpion: Grudge Song

 

Infos:

 

O: Joshû sasori: Kemono-beya

 

Japan 1973

 

R: Shun'ya Itô

 

D: Meiko Kaji, Mikio Narita, Yayoi Watanabe

 

Laufzeit der US-DVD: 87:01 Min.  

 

Neusichtung am: Jan. 2023

 

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Tokyo Shock aus den USA vor = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs. In Deutschland inzwischen von REM zu habe unter dem Titel Sasori Vol. 3 - Den of the Beast = Jap. mit deutschen Subs, Uncut, DVD. Eine Blu-Ray scheint es bisher nur in England von Arrow Video zu geben (Stand: Jan. 2023).

Dienstag, 3. Januar 2023

 Lady Snowblood 2: Love Song of Vengeance Review



Japanuary 2023

Lady Snowblood 2: Love Song of Vengeance

Story:

Yuki (Meiko Kaji) wird von der Polizei verhaftet und zum Tode verurteilt. Auf dem Weg zur Hinrichtung wird sie befreit. Die Täter wollen, dass Yuki für sie mordet. Doch sie schliesst sich der Zielperson an und zieht so den Zorn der Bösewichte auf sich…

Meine Meinung:

Nach dem grossen Erfolg des ersten Teiles (den ich jedoch nicht mehr teilen und nachvollziehen kann) war eine Fortsetzung schnell beschlossene Sache. Titelgebende Lady Snowblood wird erneut von Meiko Kaji (Female Prisoner #701: Scorpion, Hiroshima Death Match) verkörpert, auch wenn sie teilweise arg in den Hintergrund gedrängt wird.

Da mir der erste Teil nicht mehr gefiel hoffte ich insgeheim, dass mir dafür nun der 2. Teil mehr zusagen würde. Ob der Film von Toshiya Fujita der Comic-Vorlage entspricht (oder diese auch fortgesetzt wurde) weiss ich nicht. Der Eindruck entsteht, dass Lady Snowblood in einen politischen Thriller-Crime-Hintergrund, der wohl auch geschichtlich belegt sein könnte, integriert wurde. Plus eine "Love Story".

Und hat sich das gelohnt? Nein! Nicht nur, dass Meiko Kaji teilweise längere Zeit von der Bildfläche verschwindet, so ist die Fortsetzung sogar noch schlechter als der erste Teil. Hier stimmt gar nichts und Hauptgrund ist, dass der Film einfach stinklangweilig ist! Der Film ist lahm, der Plot weder spannend, interessant noch fesselnd und Action bzw. Schwertkämpfe gibt es kaum.

Da wird sogar der 1. Teil unterboten. Auch die Musik war nicht der Rede wert. Da hatte Lady Snowblood mit dem schönen Song Shura no Hana, den Quentin Tarantino auch für Kill: Bill brauchte, die Nase vorn. Auch die neuen Figuren sind nicht interessant, die Love-Story auch nicht und die eine Folter-Szene wirkt gar deplatziert. Was bleibt sind ein-zwei blutige Szenen im Finale.

Fazit: Abgesehen von 1-2 blutigen Szenen im Finale ein absoluter Totalausfall & absolute Zeitverschwendung!

Infos:

O: Shurayuki-hime: Urami Renga

Japan 1974

R: Toshiya Fujita

D: Meiko Kaji, Jûzô Itami, Kazuko Yoshiyuki, Tôru Abe

Laufzeit der deutschen DVD: 89:05 Min.

Neusichtung am: Jan. 2023

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von REM vor = Uncut, Japanisch Ton, deutsche Subs, gute Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Synchro. Wer den Film mag, sollte Blu-Ray Ausgaben (Arrow Video oder The Criterion Collection) kaufen, da die Qualität der DVD nicht mehr zeitgemäss ist.

Montag, 31. Januar 2022

Sasori - Jailhouse 41 Review


Japanuary 2022

Sasori - Jailhouse 41

Story:

Sasori (Meiko Kaji) und mehreren anderen Frauen gelingt der Ausbruch aus dem Knast und die Flucht. Sie treten eine gefährliche Reise an, die Opfern fordern wird. Auf allen Seiten. Die Polizei ist ihnen auf den Fersen. Der Gefängnisdirektor (Fumio Watanabe) will Sasori tot sehen…

Meine Meinung:

Teil zwei knüpft an die Handlung von Teil eins (Female Prisoner #701: Scorpion) an und erzählt die Geschichte weiter. Die zwei Hauptfiguren aus dem Vorgänger kehren zurück: Meiko Kaji (Lady Snowblood) mimt einmal mehr das Hassobjekt des Direktors, gespielt von Fumio Watanabe (School of the Holy Beast), der in Teil eins durch Sasori ein Auge verloren hat. Daher will er bittere Rache. Und Regie führt erneut der mir unbekannte Shun'ya Itô, der vor allem für diese Film-Reihe bekannt wurde (führte auch in Teil drei Regie).

Für mich persönlich hat die Reihe kein durchgehendes «Kracher-Potenzial». Es sind Filme mit Ecken und Kanten. Teil eins gefiel mir z.B. letztens viel weniger gut als früher. Sasori - Jailhouse 41 gefiel mir dagegen aktuell gut und sogar ein Ticken besser als der Vorgänger. Des liegt daran, dass es abwechslungsreichere Settings gibt und der Film optisch wieder einmal wunderschön eingefangen wurde.

Es gibt viele interessante Stilmittel, fast schon psychedelische, traumähnliche und surrealistische Settings (Visionen, Spiele mit Farben, viel Gesang/Lieder). Visionen zu den einzelnen Mädels, Englisch untertitelte Lieder (glaube ca. 4-6 Stück im ganzen Film) und schräge Kameraeinstellungen. Dabei wirkt der Film ansonsten ernster, düsterer und auch weitaus brutaler als der Vorgänger. Da war ich (positiv) überrascht. Die Obsession des Direktors und die Rachegefühle von Sasori werden intensiv eingefangen. Sasori gibt diesmal eine wortkarge Anti-Heldin die nur ein Ziel verfolgt: Rache. 

Meiko Kaji spielt gut. Sie hat weniger Actionszenen als im Vorgänger, gerät aber durch viele andre Figuren etwas in den Hintergrund, was sich jedoch nicht negativ auswirkt. Die Männer werden überzeichnet dargestellt und bestehen zu 99% aus Sadisten, Arschlöchern, Unmenschen, Unsympathen und Vergewaltigern. Die Mehrheit der anderen Gefangenen sind solide, nur eine hat sehr durch ihr Overacting genervt und hat für unpassende und zuweilen peinliche Szenen gesorgt (die Banzai-Szene im Bus z.B.). Und leider bekommt sie von den Mädels fast am meisten Screentime. Sie zieht den Film doch etwas runter…

Abgesehen davon eine sehenswerte Fortsetzung und für Fans des Exploitation-Kinos zu empfehlen!

Gefolgt von: Female Prisoner #701 Scorpion: Beast Stable

Infos:

O: Joshû sasori: Dai-41 zakkyo-bô

Japan 1972

R: Shun'ya Itô

D: Meiko Kaji, Fumio Watanabe, Kayoko Shiraishi, Hiroko Isayama, Yukie Kagawa, Hosei Komatsu

Laufzeit der deutschen DVD: 88:43 Min.

Neusichtung am: Jan. 2022

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von rem vor = Digipack mit Schuber und Poster, Deutsch/Jap. mit deutschen Subs, gute aber nicht sehr gute Bild- und Tonqualität. Gibt es als Blu-Ray von Arrow Video (ganze Box mit den ersten vier Teilen der Reihe).

Mittwoch, 3. Februar 2021

Lady Snowblood Review

Japanuary 2021

Lady Snowblood

Story:

 

«Lady Snowblood» (Meiko Kaji) übt als Erwachsene Rache an den Killern ihrer Mutter…

 

Meine Meinung:

 

Lady Snowblood gilt als grosser Klassiker des japanischen Rächer-Kinos. Nach Neusichtung muss ich leider feststellen: Lady Snowblood ist total überbewertet und der Titel "Boring Snowblood" wäre der passendere Titel gewesen!

 

Ich bin wirklich erschrocken, wie wenig dieser Film bietet. Lady Snowblood ist total unspektakulär und total lahm. Ich musste zuweilen gar spulen, da so langweilig. Vor allem wenn man unmittelbar vor Sichtung einen solchen Kracher wie Hanzo the Razor: The Snare sah (immerhin gleiches Land und Herstellungsjahr).

 

Zwischen Lady Snowblood und Filmen wie Lone Wolf and Cub, Zatoichi oder Hanzo the Razor bestehen Welten! Hätte Quentin Tarantino den Film nicht als Wichsvorlage gebraucht, würde der Film im Westen kein Schwein interessieren…

 

Im ganzen Film gibt vielleicht 2-3 gute Szenen, mehr nicht. Dazu wird eine 08/15 Story erzählt und es gibt viel zu wenig Action, viel zu wenig Blut, viel zu wenig das bekannte Theme zum Film und die Flashbacks, die Lady Snowblood als Kind bei der Ausbildung zeigen, sorgen dafür, dass sich die unspektakuläre Story noch lahmer als sie es bereits tut anfühlt. Autsch!

 

Fazit: Enttäuschend und wird seinem Ruf nicht gerecht! Daumen drücken, dass die Fortsetzung besser «gealtert ist»…

 

Gefolgt von: Lady Snowblood 2

 

Infos:

 

O: Shurayuki-hime

 

Japan 1973

 

R: Toshiya Fujita

 

D: Meiko Kaji, Toshio Kurosawa, Masaaki Daimon, Miyoko Akaza, Shin'ichi Uchida, Takeo Chii, Noboru Nakaya

 

Laufzeit der deutschen DVD: 96:54 Min.

 

Gesehen am: k.A. / Review überarbeitet am: Jan. 2021

 

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von REM vor = Digipack im Schuber, Uncut, Jap. mit deutschen Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Blu Ray gibt es von: REM (Deutschland), Arrow Video (UK), The Criterion Collection (USA).