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Sonntag, 16. Juli 2023

Das Lebensende und ich

Das Lebensende und ich

Inhalt:

"Warum nur haben wir solche Angst vor dem Sterben, wo es doch Milliarden vor uns auch schon getan haben? Also setzen wir uns einmal damit auseinander. Ein bisschen so, wie man das vor einer Geburt ja auch tut. Leicht wird der Umgang mit diesem Thema sicher nie. Aber vielleicht leichter, wenn es Zeit für eine Art Vorbereitung gibt."

 

Meine Meinung:                                                                   

 

Ich war vor paar Monaten in Thun an einer Buch-Vorlesung. An dieser haben die Autoren Steffen Eychmüller (Professor für Palliativmedizin) und Sibylle Felber (wirkt in der nationalen Strategie Palliative Care mit) ihr Buch Das Lebensende und ich (Anregungen für einen leichteren Umgang mit der Endlichkeit) vorgestellt. Es war ein spannender und informativer Abend. Das Thema Tod ist in unserer Gesellschaft noch immer ein Tabuthema. Der Vergleich, sich ähnlich wie vor einer Geburt damit zu befassen, zu organisieren, zu planen und sich zu informieren, ist eine gute Idee.

 

Denn – wer weiss denn schon, wie z.B. die eigenen Eltern mit dem Thema umgehen? Oder was sich diese wünschen? Wie deren Beerdigung aussehen soll? In meinem Fall kann ich annehmen, dass mein Vater Vorkehrungen getroffen hat. Darüber gesprochen wird aber nicht. Man sei ja gesund und befasse sich damit nicht, auch wenn viele der eigenen Freude in seinem Alter bereits wegsterben. Meine andere Hälfte (Mutter), spricht hingegen gar nicht über solche Dinge. Da weiss ich auch praktisch nichts. Wenn also etwas passiert, kann Druck für die Angehörigen entstehen. Und es gibt in den besten Familien Konflikte und Streitigkeiten.

 

Das sehe ich in meinem Beruf als Dipl. Pflegefachmann genug. Auch dass sich Angehörige nicht einig sind, wenn es um das Thema sterben geht. Dass Angehörige unrealistische Ängste haben. Oder verschlimmbessern, weil sie nicht Bescheid wissen und nur helfen wollen. Oder dass Angehörige untereinander Konflikte haben. Und da zu wenig qualifiziertes Personal (zumindest in der Langzeitpflege), welches mit den Angehörigen darüber professionell sprechen könnte. Informieren kann. Ängste nehmen kann. Deshalb ist der Dialog und/oder auch eine Patientenverfügung sinnvoll.

 

Für mich als Profi bringt Das Lebensende und ich nichts Neues. Aber es ist definitiv eine gelungene Lektüre für Betroffene. Damit meine ich Menschen, die am Sterben sind, Menschen, die chronische Krankheiten haben, Menschen, die vor kurzem jemanden verloren haben oder Menschen, welche z.B. ihre Eltern mit dem Thema sensibilisieren wollen. Ich werde das auch planen: mit den Eltern zusammensitzen, ihnen das Buch schenken und darüber sprechen. Es zumindest versuchen. Mehr kann ich als Kind nicht tun. 

 

So wie das Buch keine Seitenanzahl hat, so gibt es kein Inhaltsverzeichnis. Das Buch bringt Erfahrungen, evidenzbasierte Fakten und Studien-Auswertungen zusammen. Es gibt Bereiche wie "Die Angst vor dem Leiden", "Die Zeit vor dem Sterben" oder "Und was kommt nach dem Sterben?". Das Buch gibt für Laien einfach erklärt wieder, was Sache ist. Warum Morphin nicht schädlich ist, warum es teilweise ungeeignet ist, sterbende Menschen noch mit Nahrung und Flüssigkeit vollzupumpen, um was es sich beim Todesrasseln handelt, was genau beim Sterben passiert etc.

 

Das Buch nimmt den Leser auch in eine aktive Rolle. Es gibt mehrere Seiten, wo Gedanken notiert werden können. Wo Fragen gestellt werden (was würdest du tun, wenn du wüsstest, dass du morgen sterben würdest? Wen willst du an der Beerdigung sehen, wen nicht?). Das ist gut so, damit man sich individuell damit befassen kann. Was ich vermisst habe, waren die Sterbe- und Trauerphasen. Die kamen nicht zu Wort. Selbst die Erkenntnis, dass es diese Phasen gibt, könnte helfen. Was mir persönlich nicht gefiel, waren die Filmempfehlungen, die es praktisch auf jeder Seite gibt. Ich mag keine klischeehaften, zu dramatischen (Hollywood)-Filme zu dem Thema Sterben. Ich tue den Autoren jetzt aber auch unrecht, da auch Dokumentationen zu dem Thema empfohlen werden und ich mir die Filmtitel auch gar nicht wirklich angeschaut habe. Teilweise gibt es auch hilfreiche Links.

 

Wer sich oder andere zum Thema Sterben sensibilisieren möchte, sei nebst Über das Sterben von Gian Domenico Borasio auch dieses Buch sehr zu empfehlen!

 

Infos:

 

In Deutschland erschienen: Ja

 

Sprache: Deutsch

 

 Verlag: Stämpfli

 

Anzahl Seiten: Hat keine offizielle Seitenanzahl

 

Roman/Sachbuch: Sachbuch

 

Art: Taschenbuch

 

Autor: Steffen Eychmüller, Sibylle Felber

 

Erschienen: April 2022

Mittwoch, 29. Juni 2022

Fleisch 7

Fleisch 7

Inhalt:

 

Zitat Back-Cover:

 

"Bevor Sie dieses Buch in die Hand nehmen, sollten Sie scher sein, dass Sie einiges verkraften können. - Den Spruch kennen unsere Altleser schon auswendig. Zu trifft er dennoch. Zum siebten Mal servieren Ihnen ausgewählte deutschsprachige Horror-Autoren ein extremes Menü aus Fleisch, Blut, Sex und Tod. FLEISCH - die Königin der deutschsprachigen Horror-Anthologien. Oft kopiert, nie erreicht."

 

Meine Meinung:

 

Die Fleisch-Reihe begibt sich in die 6. Fortsetzung und kann es mit dem Vorgänger (Fleisch sex) nicht ganz aufnehmen. Dort wurde der Schwerpunkt auf Sex gelegt. Dem bleiben sich die Macher treu, nur das der Schwerpunkt diesmal, oh kontrovers, auf Kindern liegt (ohne Sex natürlich), wie man am Cover des Buches bereits erahnen kann.

 

Wie bei den Vorgängern (Fleisch 3, Fleisch 4, Fleisch 5 etc.) besteht das Buch aus Kurzgeschichten. Abgerundet wird die Anthologie durch «Das Kinderkochbuch». Nach jeder Geschichte wird ein Menü (z.B. "Baby Ribs") präsentiert. Wer schwarzen Humor mag, wird das mögen. Die Geschichten sind unterschiedlichster Qualität. Es gibt schlechtere (z.B. Zehn gute Menschen), es gibt bessere.

 

Nicht alle machen Kinder zum Mittelpunkt und das Buch ist weniger kontrovers, als es das Frontcover suggeriert. Teilweise fühlte ich mich an Filme erinnert (Die Nonnenbrut = Hemoglobin, Touristenfalle = Blutgericht in Texas), teilweise geht’s nach dem modernen Zeitgeist zu und her (Geburtsparkour, Für unsere Lieben nur das Beste). Auf Folter à la Hostel und Sex wird auch in manchen Episoden nicht verzichtet (Stimmen, Alessia).

 

Das Buch ist kurzweilig. Richtiger Ekel oder bombastische Episoden sind selten, aber zum Glück dennoch auch (vereinzeln) vorhanden. Der Raumausstatter war eine solche. Ed Gein Vibes. Schön pervers, krank, makaber, fantasievoll. Da fühlte ich mich an Romane von Edward Lee erinnert und musste auch schmunzeln beim Lesen. Und das will was heissen! Sehr innovativ fand ich auch die Sci-Fi Story Scheherazade antwortet nicht (fühlte ich mich etwas an Creature erinnert).

 

Schinderschänder gefiel mir auch, da pervers übertrieben und fantasievoll. Da wird der Spiess umgedreht und Kinderschänder bekommen, was sie verdienen. Bodyhorror-Elemente kommen in Euphorbia ani vor. Auch eine amüsante Geschichte und die letzte, Das Leben ist schön, gefiel auch, da wirklich Mal böse gegen Kinder gerichtet. Die besten Geschichten kamen erst im letzten Vierteil vor, wobei das natürlich auch immer Geschmackssache ist.

 

Wer ein Faible für makabrere Horrorkurzgeschichten hat, macht mit Fleisch 7 alles richtig!

 

Infos:

 

Autor: Verschiedene

 

Herausgeber: Eldur Horror / Eldur Verlag

 

Sprache: Deutsch

 

Buchart: Taschenbuch

 

Anzahl Seiten: 202

 

In Deutschland erschienen: Ja.

 

Erschienen: 2021 (1. Auflage)

 

Roman/Sachbuch: Roman (Kurzgeschichten)

Montag, 8. Februar 2021

The Essential Guide to Deadly China Dolls

The Essential Guide to Deadly China Dolls

Inhalt:

Zitat Back-Cover:

"«The Essential Guide to Deadly China Dolls» is the first book of it’s kind to explore the exciting world of Oriental actresses. Two hundred and sity pages of colour and black and white shots of your favorite stars complete with filmographies and information on their careers, from early traditional heroines like Angela Mao, Judy Lee, Polly Shang Kwan and Yeung Pan Pan to modern day femme fatale action babes like Moon Lee, Yukari Oshima, Maggie Cheung, Anita Mui, Brigitte Lin and Michelle Yeoh. Or for those who like your cinema slightly more adult with erotic overtones then cast your eyes over our Category III section featuring the curvaceous figures of Amy Yip, Pauline Chan, Carrie Ng and Chingmy Yau, to name but a few.

Whatever your tatse, «The Essential Guide to Deadly China Dolls» will cater for your every desire and whim, a book that you will refer to time and time again, not just as an invaluable reference book but also for the juicy shots contained within ist pages."

Meine Meinung:

Nachdem ich das tolle und lesenswerte Buch (eine kleine Bibel) The Essential Guide to Hong Kong Movies von Rick Baker und Toby Russell gelesen hatte, fand ich heraus, dass die Hintermänner hinter dem UK Magazin Eastern Heroes, dem UK VHS Label Eastern Heroes und dem UK DVD Label Vengeance Video noch ein weiteres Buch veröffentlicht hatten: The Essential Guide to Deadly China Dolls!

Der Kauf war beschlossene Sache und das Buch ist interessant, kommt aber lange nicht an The Essential Guide to Hong Kong Movies heran. Grund: ich habe ein Buch mit Reviews zu Filmen erwartet wie in The Essential Guide to Hong Kong Movies. Das lese ich gerne. Man kann daraus ableiten, was einem noch fehlt und die Wunschliste ergänzen.

Daher ging ich bereits mit falschen Erwartungen an das Buch und wurde etwas enttäuscht. Für Kenner gibt es auch nicht so viele neue Infos zum Buch. Das liegt auch daran, dass das Buch bereits 1996 veröffentlicht wurde und danach noch viel geschehen ist, dessen Infos für das Buch auch wichtig gewesen wären, z.B. der Krebstod von Anita Mui (Magic Crane) oder der Suizid von CAT. III Star Pauline Chan (Escape from Brothel).

Ich habe mir jetzt aber vorgenommen, anhand der im Buch abgedruckten Listen & Filmographien die Wunschlisten zu ergänzen. Vor allem von klassischen Stars wie Judy Lee (The Lantern Street) oder der Taiwanesin Polly Shang Kwan (The Green Dragon Inn) will ich noch mehr Filme schauen/sammeln. Schade fand ich, dass Child of Peach Star Lin Hsiao-Lu im Buch keinen Platz fand.

Für dazumal, als das Internet noch nicht so populär oder nahezu noch Inexistenz war, war das Buch natürlich eine grosse Informationsquelle. Für Einsteiger ins Genre sowieso. Toll fand ich die Bilder: es gibt unendlich viele schöne Bilder zu sehen. Nicht nur aus Filmen, sondern auch Publicity shots vom Set und Co., welche ich sehr interessant fand. Oder freizügige Bilder von Kara Hui (Martial Club).

Infos, die zumindest für mich neu waren, waren Berichte aus Interviews, welche die Autoren mit den Damen für ihr Magazin Eastern Heroes (oder Dokumentationen über den HK-Film von Toby Russell) führten und dessen Infos auch im Buch Wiederverwendung fanden. So gabs auch für mich Neues zu lesen!

Fazit: Kommt zwar nicht an The Essential Guide to Hong Kong Movies heran und im aktuellen Onlinezeitalter wirkt das Buch und Inhalt zwar veraltet, aber für Fans des HK-Kinos kann man durchaus einen Blick riskieren!

Infos:

Anzahl Seiten: 258

Sprachen: Englisch

Autor: Rick Baker, Toby Russell

In Deutschland erschienen: Nein

Verlag: Eastern Heroes Publications

Roman/Sachbuch: Sachbuch

Art: Paperback

Erschienen am: 06.12.1996

Sonntag, 5. Juli 2020

Ich jagte Hannibal Lecter

Ich jagte Hannibal Lecter

Inhalt:

Zitat Back-Cover des Buches:

«Schockierende Geständnisse – Robert K. Ressler, der für das FBI Massenmörder jagte, erklärt die Psyche abnormer Serienkiller anhand ihrer eigenen Aussagen: Ted Bundy, Peter Sutcliffe, Jeffrey Dahmer und andere.

Robert K. Ressler brachte in den USA die berüchtigtsten Massenmörder der letzten Jahrzehnte zur Strecke – unter anderem auch den Killer, der Thomas Harris in seinen Roman Das Schweigen der Lämmer als Vorbild für den legendären Mörder Dr. Hannibal Lecter diente.

Zusammen mit dem Autor Tom Shachtman schildert Ressler hier, wie er mit seiner speziell entwickelten Methode des Persönlichkeitsdiagramms bis dato unbekannte Serienkiller aufspürte – darunter John Wayne Gacy, Charles Manson, Ted Bundy und andere. Seine Verhöre und Befragungen geben einen erschreckenden Einblick in die gestörte Psyche dieser Mörder, die im Töten Befriedigung und Erleichterung erfahren.»

Meine Meinung:

Das Buch mit der Anspielung zum Spielfilm Das Schweigen der Lämmer habe ich bereits in Jugendjahren gelesen aber wusste kaum mehr was. Daher wirkte das Sachbuch nun wie eine komplett neue Lektüre = Empfehlens- und lesenswert, zumindest wenn man sich ein wenig für das Thema Serienkiller interessiert.

Robert K. Ressler ist wohl eine der wichtigsten Personen und Pioniere, wenn es und die Geschichte von Täterprofilen geht. Er zeigt anhand biographischer und realer Fakten, Ereignissen und Serienkillern die Arbeit auf, die er als FBI-Agent und danach aufgebaut hat.

Robert K. Ressler und Autor Tom Shachtman schreiben spannend, einfach verstehend, sympathisch aber halten auch vor grausamen Details, welche nun Mal durch die Arbeit mit Serienkiller entstehen, nicht zurück. Dem sollten sich Leser bewusst sein.

Robert K. Ressler gibt einen spannenden und fesselnden Einblick in das damalige Leben eines FBI Agenten, zur damaligen US-Politik und in die Gedanken von Irren wie Richard Trenton Chase, William Heirens, Sirhan B. Sirhan, Charles Manson, Charles «Tex» Watson, Richard Speck, Ted Bundy, Jerome Brudos, John Joubert, Gerard Schaefer, Herbert M. Mullin, John Wayne Gacy, Edmund Kemper oder Jeffrey Dahmer.

Das Buch fesselt schnell und wurde regelrecht (auch dank sehr ruhiger Nächte auf der Arbeit) verschlungen! Vor allem die Kriminalarbeit und die Infos zu den Interviews fand ich sehr spannend. Wie auch die Psyche, die die Täter oft auch entlarven, da sie sich am Ende für unbesiegbar halten.

Die Netflix Serie Mindhunter aus dem Jahr 2017 basiert auf den Ereignissen der damaligen Zeit um Robert K. Ressler, das Befragen von Serienmördern und die damit verbundenen Probleme und Hürden. Schade, dass es nach der besseren 2. Season keine 3. gab (im Moment auf Eis gelegt, wenn auch nicht ausgeschlossen, dass es später weitergeht).

Schön fand ich auch, dass Robert K. Ressler auch kritische töne einfliessen lässt (Schwarze Schafe der Polizei, Hürden und Bürokratie im FBI und deren Verlauf und Entwicklung). Einige der Highlights waren Zitate aus dem Gerichtsstand, wenn die Strafverteidiger der Killer Robert K. Ressler auseinandernehmen wollten, und dieser durch seine Fachkompetenz den Spiess jedoch umdrehte. Amüsant und beeindruckend zugleich!

Lediglich das Kapitel Computer und Datenvernetzung fand ich wenig interessant und lahm. Liegt wohl daran, dass ich mit Computer aufgewachsen bin und es nicht, wie zu Resslers Zeiten, anders war. Das Kapitel fand ich langweilig, auch wenn dies stark Geschmackssache ist. Die anderen Kapitel hingegen fand ich durchs Band fesselnd, schockierend, eindrücklich und unterhaltsam!

Fazit: Wer sich für einige der bekanntesten Serienkiller der US-Geschichte interessiert, sollte sich dieses Buch nicht entgegen lassen!

PS: Ebenso kritisch kommt im Buch der Film Das Schweigen der Lämmer weg…

Infos:

Anzahl Seiten: 313

Sprache: Deutsch

In Deutschland erschienen: Ja

Autor: Robert K. Ressler & Tom Shachtman

Verlag: Wilhelm Heyne Verlag München

Art: Taschenbuch

Roman/Sachbuch: Sachbuch

Erschienen: 1992

Mittwoch, 1. Juli 2020

Chang Cheh: A Memoir

Chang Cheh: A Memoir

Inhalt inklusive meiner Meinung:

Chang Cheh: A Memoir ist ein Buch über den Godfather des Kung Fu, Chang Cheh. Regisseur bei den Shaw Brothers, der viele Klassiker und sehenswerte Filme wie The One-Armed Swordsman, The Delinquent, Five Element Ninjas, Kuan - Der unerbittliche Rächer oder Crippled Avengers veröffentlichte. Das Hong Kong Filmarchiv war in regem Austausch mit Chang Cheh und so kam dieses Buch zu Stande, währenddessen Zusammenstellung Chang Cheh verstarb (22.06.2002).

Wer die Shaw Brothers und Chang Cheh mag, kommt um das Buch nicht herum. Ich selbst finde es gut, aber trotz allem nicht sehr gut. Da ich mich mit Chang Cheh schon oft befasst habe, war mir Vieles des Buchinhaltes nicht neu. Für Greenhorns ist es wiederum eine andere Sache. Neu waren mir seine biographischen Fakten zu seiner Kindheit, politischen Karriere und wie er zum Film kam und/oder kleinere Einblicke in die Welt des Shaw Brothers Universums.

Da gefiel mir z.B. das Buch Alexander Fu Sheng: Biography of the Chinatown Kid besser was Einblicke ins Shaw Brothers Universum angeht. Ein Kritikpunkt ist auch, dass das Buch selbst nicht von Chang Cheh geschrieben wurde, sondern von einer Gruppe, welche mit ihm in Kontakt stand und die mit Unterlagen, Briefen und Mails dann die Texte erstellt haben. Man hätte teilweise noch mehr Infos einholen wollen, aber das Ableben von Chang Cheh verhinderte dies.

Das Buch, welches in Kapitel wie Remembrances, Shaws Times, Chang’s and Chang Ho, On Directing, On Self and Others und Back tot he Origin unterteilt wurde, bietet dem Fan am Ende eine interessante Aufstellung aller Chang Cheh Filme (mit Stabangaben, Fakten, Inhaltsangaben aber ohne Reviews). Besonders für Neueinsteiger dürfte dies sehr lohnend sein. Das Vorwort zum Buch schrieb John Woo, was nicht überrascht, da Chang Cheh als sein Mentor gilt und John Woos Stil von Chang Cheh und dessen Filmen stark beeinflusst wurde.

Abgerundet wird das Buch, dem ich kritisch hinzufügen muss, sich inhaltlich über die diversen Kapitel immer wieder zu wiederholen, durch grossartige Fotos von Chang Cheh und Co. aus Shaw Brothers Zeiten. Diese Bilder haben Charme und diese sehe ich mir sehr gerne an. Das Buch ist einfach geschrieben und schnell verschlungen!

Fazit: Jedem Shaw Brothers/Chang Cheh Fan und solchen, die es noch werden wollen, zu empfehlen!

Infos:

Anzahl Seiten: 255

Sprache: Englisch

In Deutschland erschienen: Nein

Autor: Chang Cheh

Verlag: Hong Kong Film Archive

Art: Taschenbuch

Roman/Sachbuch: Sachbuch

Erschienen: Januar 2004