Dieses Blog durchsuchen

Posts mit dem Label Fabio Testi werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Fabio Testi werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 24. Juli 2026

Das Syndikat des Grauens




Das Syndikat des Grauens

Story:

Zigarettenschmuggler (u.a. Fabio Testi, Saverio Marconi) aus Neapel werden von einem Gangsterboss aus Marseille (Marcel Bozzuffi), der in Neapel mit Rauschgift dealen möchte, angegriffen…

Meine Meinung:

Das Syndikat des Grauens ist ein kleiner, legendärer Poliziotteschi, der von keinem geringeren als Lucio Fulci stammt. Der Godfather of Gore hat nicht nur seine Zombie- und Horrorfilme (Zombi 2, City of the Living Dead, House by the Cemetery, The Beyond) gedreht, sondern war auch in anderen Genres wie dem Giallo (Lizard in a Woman's Skin), dem Italo-Western (Verdammt zu leben – verdammt zu sterben) oder Endzeitfilmen (Conquest) beheimatet. Selbst Krimis (Der New York Ripper, Don't Torture a Duckling) waren dabei. Das Syndikat des Grauens hatte, auch aufgrund seines mehrjährigen Verbots in Deutschland, unter Splatter- und Horrorfans einen gewissen Ruf.

Mag Das Syndikat des Grauens inhaltlich keine grosse Originalität bieten, so gibt es immerhin einen soliden, einfach zu folgenden und unterhaltsamen Plot. Ein neuer Gangster will sich vor Ort etablieren und räumt die Konkurrenz aus dem Weg. Die Musik steuerte Fabio Frizzi (A Cat in the Brain, Der Gorilla) bei und die Hauptrollen spielen Fabio Testi (Dealer Connection – Die Strasse des Heroins, Orgie des Todes, Cosa avete fatto a Solange?), Saverio Marconi sowie Marcel Bozzuffi. Porno-Darstellerin Ajita Wilson ist in einer Nebenrolle zu sehen. Sie war dazumal oft im europäischen Kino zu sehen (z.B. in Macumba Sexual, Sadomania oder Hotel Paradise). Lucio Fulci legt im Finale als einer der alten Bosse einen Gastauftritt hin.

Durch die Drehorte in Neapel und die Settings im Meer (z.B. die lange Verfolgungsjagd zu Beginn oder später die Beerdigungszeremonie) hebt sich der Film von anderen Italo-Filmen dieser Zeit ab. Neapel wirkt stimmungsvoll und authentisch. Die Darsteller machen ihre Sache alle ordentlich und die deutsche Synchronisation ist mehr als gelungen und wertet den Film mit einigen herrlichen Dialogen, die zum Schmunzeln anregen, weiter auf (es handelt sich um eine Qualitäts-Synchro von Schier). Für die herausragenden Splatter-Effekte (sind wirklich paar ganz derbe Dinger dabei) waren Franco Di Girolamo, Germano Natali sowie Roberto Pace zuständig. Die haben viel Erfahrung in Sachen Effekten (u.a. für Produktionen wie Zombie Holocaust, Deep Red oder Zombie 3).

Fazit: Für Lucio Fulci, Splatter- sowie Fans des Poliziotteschi-Genres zu empfehlen!

Infos:

O: Luca il Contrabbandiere

Italien 1980

R: Lucio Fulci

D: Fabio Testi, Ajita Wilson, Saverio Marconi, Marcel Bozzuffi, Ivana Monti, Cintia Lodetti, Enrico Maisto, Tommaso Palladino

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 96:49 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: Juli 2026

Fassungen: Ich habe die UK-DVD von Shameless Screen Entertainment in der Sammlung da schickes Artwork welches von Fabio Frizzi am BIFFF signiert wurde. Für diese Neusichtung lag mir hingegen die deutsche Blu-Ray von filmArt vor = Booklet, Deutsch/Englisch/Ital. mit Untertiteln (die deutsche Synchronisation ist hervorragend und einige der Dialoge regen zum Schmunzeln an), Uncut und nicht mehr beschlagnahmt (das Verbot wurde vor einigen Jahren aufgehoben) und in Sachen Bild- und Tonqualität weiss die Blu-Ray auch zu gefallen. Das ca. 10minütige Interview mit Uwe Schier ist sehenswert.

Mittwoch, 24. April 2024

Der Gorilla


Mit Fabio Frizzi (BIFFF 2024) 

Der Gorilla

Story:

Ex-Stuntman Marco (Fabio Testi) wird vom Bauunternehmer Sampioni (Renzo Palmer) als Bodyguard angestellt. Und diesen braucht er auch, da Sampioni von Gangstern erpresst wird…

Meine Meinung:

Der Gorilla ist ein nicht uninteressanter Poliziotteschi. Ich würde den Film zwar nicht zu den besten des Genres zählen, aber er ist noch immer sehenswerter als viele andere Titel. Der Film erzählt eine untypische Geschichte, die das klassische Poliziotteschi teilweise verlässt. Typische Poliziotteschi-Elemente kommen vor allem im letzten Viertel zum Einsatz.

Den Film kann man als Genre-Mix betrachten. Als Drama. Als Krimi. Ich empfand den Film zunächst als spannend. Doch im Verlauf und Mittelteil flacht der Film dann phasenweise etwas ab. Daher empfinde ich die 2. Filmhälfte als klar spannender. In dieser nahm der Plot interessante Wendungen an, diverse Figuren werden involviert (Testis Filmbruder) und es wird mit versteckten Karten gespielt, von praktisch jeder Partei. Der Plot schreitet voran, der Film wird ernster, dramatischer, tödlicher.

Teilweise hatte der Film Magnum Force Vibes, auch wenn es dort eine Selbstjustiz-Gruppe ist, welche die Taten verübt und welche den «Bösewicht» mimen, während hier eine Erpresserbande mit Ausrichtungen in diverser Gefiele die Gegenspieler des Helden sind. Und dieser Held wird, sehr gekonnt und mit viel Drama und Körpereinsatz, von Fabio Testi (Dealer Connection – Die Strasse des Heroins, Cosa avete fatto a Solange?) gespielt. Er macht dies sehr gut. Auch in den ruhigen und dramatischen Parts überzeugt er.

Daneben sind Antonio Marsina (The Black Cat) als Bösewicht, Al Lettieri als Kumpel von Testi, Claudia Marsani als blondes Gift und Luciano Catenacci (Almost Human) als Strippenzieher der Bösewichte zu sehen. Die Liebeschichte nimmt kaum Platz ein und könnte sogar als überflüssig abgetan werden. Dennoch waren die Szenen nicht wirklich störend, da Claudia Marsani sehr hübsch anzusehen ist. Action-Szenen sind rar. In der Hinsicht muss vor allem aufs harte Finale gewartet werden, in denen es diverse Action-Settings und Stunts zu sehen gibt (Fahrstuhl, Motorräder, Verfolgungsjagd, Zug-Action).

Fazit: Poliziotteschi-Fans können einen Blick riskieren!

Infos:

O: Vai Gorilla

Italien 1975

R: Tonino Valerii

D: Fabio Testi, Renzo Palmer, Claudia Marsani, Saverio Marconi, Adriano Amidei Migliano, Antonio Marsina

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 98:24 Min.

Gesehen am: Feb. 16.02.24

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von filmArt vor = Wendecover, Uncut, Booklet (nur Bilder), Deutsch/Englisch/Ital. mit Subs. Die Bildqualität ist gut, aber das Master war mir viel zu dunkel. Das war schon etwas schade. Die deutsche Synchronisation hingegen war hervorragend.

Dienstag, 21. Juli 2020

Cosa avete fatto a Solange? Review

 NIFFF 2008 Spezial
Cosa avete fatto a Solange?

Story:

Eine Schülerin einer katholischen Schule wird ermordet aufgefunden. Lehrer Enrico Rosseni (Fabio Testi), der eine heimliche Beziehung zur 18jährigen Schülerin Elisabeth (Cristina Galbó) pflegt, wird durch sein Verhalten schnell zur Zielscheibe von Inspektor Barth (Joachim Fuchsberger). Elisabeth war Zeugin der Tat und zieht somit die Aufmerksamkeit des Killers auf sich und weitere Mädchen werden ermordet aufgefunden. Enrico verheimlicht die Beziehung zu Elisabeth, da mit Herta (Karin Baal) verheiratet aber versucht, den Killer auf eigene Faust zu finden…

Meine Meinung:

Cosa avete fatto a Solange?, am NIFFF 2008 gesehen und besser bekannt als What Have You Done to Solange? und Das Geheimnis der grünen Stecknadel, ist der lose erste Teil einer «Schulmädchen» Reihe gefolgt von Der Tod trägt schwarzes Leder und Orgie des Todes. Teilweise stammen die Filme vom gleichen Regisseur (Massimo Dallamano) und/oder gleiche Darsteller kommen vor (Fabio Testi), aber es werden unterschiedliche Handlungen erzählt. Die Gemeinsamkeit der drei Filme: Schulmädchen als Opfer.

Cosa avete fatto a Solange?, eine Deutsch-Ital. Co-Produktion, die in D in einer «Edgar Allan Poe» Reihe vermarktet und veröffentlicht wurde, ist ein Ital. Giallo, spielend und gedreht in London mit internationalem Cast mit einer typischen «Wer ist der Mörder?» und «was ist das Motiv?» Story vermischt mit leichtem Sleaze-Anteilen.

Wer das Italo-Kino der Zeit mag, wird mit Cosa avete fatto a Solange? nicht viel falsch machen. Der Film von Massimo Dallamano (Kaliber 38 - Genau zwischen die Augen) wartet mit einer spannenden und unterhaltsamen Story auf, die jedoch am Ende eine relativ simple Auflösung präsentiert. Einige inhaltliche Szenen sind bescheuert und sollten nicht hinterfragt werden (Fabio Testis Ehefrau und ihre Handlungen, obwohl ihr Mann eine Schülerin liebt), aber so war das halt in diesen Filmen.

Der Film punktet durch eine starke, ruhige und teilweise fast schon hypnotische Kameraarbeit (z.B. im Vorspann) von Joe D’Amato (Buio Omega, Emanuelle and the Last Cannibals, Antropophagus), durch einen starken Soundtrack von Ennio Morricone und Bruno Nicolai und einigen inhaltlich fiesen Ideen.

Die Darsteller haben ihre Sache ordentlich gemacht, die Mädels (u.a. Cristina Galbó aus Let Sleeping Corpses Lie) waren hübsch anzusehen (waren selbstverständlich NICHT minderjährig) und Poliziotteschi-Star Fabio Testi (Revolver – Die perfekte Erpressung) macht als Lehrer, der auf eigene Faust nach dem Killer sucht, eine gute Figur.

Wer das Ital. Euro-Cult und Giallo Genre der 60er-80er mag, dem sei Cosa avete fatto a Solange? uneingeschränkt empfohlen!

Infos:

O: Cosa avete fatto a Solange?

Deutschland, Italien 1972

R: Massimo Dallamano

D: Fabio Testi, Cristina Galbó, Joachim Fuchsberger, Karin Baal

Laufzeit der Ital.-DVD: 102:00 Min.

Gesehen am: Juli 2008 / Review überarbeitet am 26.04.20

Fassungen: Mir lag die Ital. DVD von iiF vor = Uncut, Ital./Englisch mit englischen Subs, erstklassige Bild- und Tonqualität. In Deutschland Uncut auf Blu-Ray von Koch Media zu haben. Blu Ray Alternative: UK Disc von Arrow Video.

Revolver – Die perfekte Erpressung Review

Revolver – Die perfekte Erpressung

Story:

Vito Cipriani (Oliver Reed) ist Stellvertretender Gefängnisdirektor. Seine Ehefrau Anna (Agostina Belli) wird entführt. Die Entführer fordern, dass Vito einen Gefangenen, Milo Ruiz (Fabio Testi), freilässt. Wenn nicht, so sterbe die Ehefrau…

Meine Meinung:

Von Sergio Sollima, dem Vater von Stefano Sollima (Suburra), habe ich einige Tomas Milian Italo Western gesehen, die sehr lohnenswert sind. So auch sein Ausflug ins Poliziotteschi-Genre mit Oliver Reed und Fabio Testi (Dealer Connection – Die Strasse des Heroins, Orgie des Todes, Verdammt zu leben – verdammt zu sterben). Die wunderschöne Agostina Belli (Der Todeskuss des Paten) darf Oliver Reeds Ehefrau spielen.

Die deutsch-ital.-spanische Co-Produktion gefällt durch eine interessante und spannende Story, die den Figuren mehr Entwicklung und Tiefe lässt, als andere Poliziotteschi-Titel seiner Art. Die Story ist spannend und führt den Zuschauer zuerst in die Strassen Italiens, bevor es später nach Frankreich wechselt. Die Story und den Verlauf zu verraten wäre sehr schade – daher sollte man am besten gar nicht zu viel über den Film im Voraus wissen.

Es gibt dementsprechend viel Handlung und weniger Action-Szenen. Dies ist aber nicht negativ. Mir gefallen Poliziotteschi-Titel, die viel Wert auf sozialkritische Handlungen Wert legen, teilweise ausserordentlich gut – so z.B. Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert, A Man to Respect, Die Rache bin ich oder Das Verfahren ist eingestellt, vergessen Sie’s!. Revolver – Die perfekte Erpressung reiht sich nahtlos in diese Highlights ein und wartet mit einem bitterbösen und fiesen Ende auf.

Die Darsteller machen alle, bis in die kleinste Rolle, eine extrem gute Figur. Oliver Reed, der mir schon in The Devil sehr gut gefallen hat, wiederholt seine starke Leistung hier. Besonders im Finale. Das gleiche gilt für Fabio Testi, den ich noch nie so gut habe schauspielern sehen. Dies hätte ich ihm gar nicht zugetraut. Die wenigen Action-Szenen sind spektakulär und sind sehenswert. Ebenso der Soundtrack von Ennio Morricone.

Fazit: Must See Titel für jeden Poliziotteschi-Fan!

Infos:

O: Revolver

Deutschland, Frankreich, Italien 1973

R: Sergio Sollima

D: Oliver Reed, Fabio Testi, Agostina Belli, Frédéric de Pasquale, Daniel Beretta

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 109:32 Min.

Gesehen am: 25.04.20

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von FilmArt vor = Uncut, Deutsch/Ital./Englisch mit deutschen Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität, Booklet. Einzelne Dialoge, die es nie in Deutsch gab, sind Englisch Dubbed mit deutschen Subs.

Montag, 30. Juli 2018

Orgie des Todes Review


Orgie des Todes

Story:

Eine Leiche eines jungen Mädchens wird gefunden. Die Spur führt Cop Gianni Di Salvo (Fabio Testi) in ein Luxusinternat. Bald schon stirbt ein Lehrer nach dem anderen und auch andere Mädchen der Schule stehen auf der Liste des Killers…

Meine Meinung:

Enigma rosso, inoffiziell (?) der dritte Teil nach den Ital. Meisterwerken Cosa avete fatto a Solange? (aka What Have You Done to Solange? aka Das Geheimnis der grünen Stecknadel auch mit Fabio Testi als ermittelnder Cop, auch hier geht es um an einen Mord und eine Mädchenschule) und La polizia chiede aiuto (aka What Have They Done to Your Daughters? aka Der Tod trägt schwarzes Leder = Mario Adorf ermittelt nach dem Tod eines Mädchens) wartet erneut mit Fabio Testi (Verdammt zu leben – verdammt zu sterben) als schwer motivierten, nach Gerechtigkeit suchenden und harten Cop auf.

Der Film ist solide und unterhaltsam. Ich wusste vor dem Schauen des Filmes nicht, dass der Film mit den anderen genannten Filmen in Verbindung steht, wobei mir beim Schauen durchaus Parallelen zu Das Geheimnis der grünen Stecknadel aufgefallen sind (Fabio Testi, Mord an Mädchen, Schulinternat). Im Vergleich zu oben genannten Werken ist Orgie des Todes jedoch schwächer ausgefallen und kein Highlight.

Der Film ist ein Mix aus Giallo und Poliziotteschi. Fabio Testi spielt gut. Auch die Nebenfiguren sind gut gewählt und eine Spannung ist konstant vorhanden, da man wissen will, was die Motive sind (am besten nicht die Inhaltsangabe der deutschen DVD lesen, da wird schon zu viel verraten) und wer der Killer ist. Die Handlung hält mehrere Twiste und Überraschungen parat – vor allem am Ende. 
 
Das hat mir gut gefallen. Der Film ist z.T. relativ ruhig, z.T. zeigt der Streifen originelle Tötungsszenen (Schere). Etwas Erotik und Schmuddel gibt es obendrauf auch (Duschszene), wobei der Film weitaus harmloser ist, als erwartet (Aufmachung und Werbung ist zu reisserisch den Film betreffend). Den gelungenen Soundtrack steurte Riz Ortolani bei.

Fazit: Für Fans des Italo. Kinos jener Zeit sicherlich zu empfehlen! Sehr solide und unterhaltsam.

Infos:

O: Enigma rosso

Deutschland, Spanien, Italien 1978

R: Alberto Negrin

D: Fabio Testi, Christine Kaufmann, Ivan Desny, Jack Taylor, Fausta Avelli

Laufzeit der deutschen DVD: 81:13 Min.

Gesehen am: 10.05.18

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Eyecatcher Movies vor = Gute Bildqualität, Uncut, Deutscher Ton (gute Synchro), u.a. spanischer Ton (lt. imdb ist jedoch Ital. O-Ton) mit dt. Subs. Die US-Blu Ray bietet eine bessere Bildqualität und u.a. auch Ital. Ton mit englischen Subs (von Scorpion Releasing).

Mittwoch, 20. Juni 2018

Dealer Connection – Die Strasse des Heroins Review

Dealer Connection – Die Strasse des Heroins

Story:

Für seinen Boss Mike (David Hemmings) arbeitet Fabio (Fabio Testi) als Undercover-Cop im Drogen-Milieu. Sein Ziel: an die grossen Fische der Drogenbosse und Dealer zu gelangen…

Meine Meinung:

Dealer Connection – Die Strasse des Heroins ist nebst Racket eine weitere Zusammenarbeit zwischen Regisseur Enzo G. Castellari und Fabio Testi (Verdammt zu leben - Verdammt zu sterben). Beide bringen viel Erfahrungen im ital. Polizei- und Gangsterfilm mit. So verwundert es auch nicht, dass Dealer Connection – Die Strasse des Heroins, sehr solide und kurzweilig ausgefallen ist. Enzo G. Castellari zeichnete sich nebst Racket auch für Werke wie Der Tag der Cobra (mit Franco Nero) oder den Kracher Tote zeugen singen nicht (aka High Crime, erneut Franco Nero) und Fabio Testi sah man u.a. noch in Lucio Fulcis Das Syndikat des Grauens oder Orgie des Todes.

Nichts Besonderes, kein Highlight oder Kracher à la Der Berserker, Das Syndikat oder Die Rache des Paten, aber durch und durch gut und unterhaltsam. Der Film bietet fast keine Längen, die Story ist unkompliziert und einfach zu verstehen (und man kann sogar Sozialkritik ausmachen, auch wenn schon fast comicartig übertrieben).

Interessant und aufwändig fand ich, dass vor Ort in diversen Ländern gedreht wurde, was die Story glaubhafter und echter wirken lässt: New York, Kolumbien, Amsterdam und vor allem von Hong Kong gibt es am Anfang auch schöne Bilder zu sehen! Fabio Testi schlendert in engen Gassen auf Hong Kong Island umher und auf dem Markt – welche Erinnerungen werden an meine früheren Hong Kong Urlaube wach!

Fabio Testi spielt sehr gut. Zusammen mit der deutschen Synchronisation, die man als sehr gelungen bezeichnen muss und welche den Film, wie so oft im Italo Kino, zusätzlich aufwertet, ist sein Schauspiel sehr unterhaltsam. Er spielt lässig und cool. Eine Spannung und Ernsthaftigkeit ist aber nicht zu verzeichnen, da seine Figur unbesiegbar scheint. David Hemmings erreicht zwar nicht die lockere Haltung aus seiner Rolle in Dario Argentos Deep Red, aber macht seine Sache als harter Vorgesetzter auch sehr gut.

Im Zusammenhang mit Dario Argento möchte ich Goblin und Claudio Simonetti erwähnen, welche u.a. für den Soundtrack zuständig waren. Dieser ist jedoch nur solide und bleibt nicht lange in Erinnerung. Die Action im Film beschränkt sich auf Verfolgungsjagden, Prügelszenen, blutige Shoot-Outs in Zeitlupe (Markenzeichen von Regisseur Enzo G. Castellari) und Flugzeug Stunts im Finale. Fabio Testi soll gemäss Recherchen die Lizenz zum Piloten haben und die Stunts am Ende selbst ausgeführt haben. War als Abwechslung Mal etwas anderes – aber ich hätte lieber ein unkonventionelles Finale gesehen statt minutenlanges rumfliegen. Fand ich dann doch eher unspektakulär.

Fazit: Die One-Man-Show von Fabio Testi als cooler Undercover Cop gefällt! Kann ich Fans des Genres empfehlen!

Infos:

O: La Via della droga

Italien 1977

R: Enzo G. Castellari

D: Fabio Testi, David Hemmings, Sherry Buchanan, Massimo Vanni, Romano Puppo

Laufzeit der deutsche DVD: 88:51 Min.

Gesehen am: 02.04.18

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von NEW vor = Uncut, gute Bildqualität, Deutsch/Englisch/Ital. als Ton mit deutschen Subs. Die deutsche Synchronisation ist sehr gut und sollte erste Priorität geniessen beim Schauen.

Sonntag, 5. November 2017

Verdammt zu leben – verdammt zu sterben Review

Verdammt zu leben – verdammt zu sterben

Story:

Nach einem Massaker verschlägt es u.a. einen Spieler (Fabio Testi) und eine Prostituierte (Lynne Frederick) in die Wüste. Dort treffen sie auf einen Fremden (Tomas Milian), der sich nach längerer Zeit an der Frau vergeht und den Spieler foltert und verletzt zurücklässt. Danach kennt der Spieler nur noch ein Ziel: Rache!

Meine Meinung:

Ich habe den Film bisher nur einmal gesehen. Das ist viele Jahre her. Ich wusste kaum mehr etwas (nur noch die Folterszene blieb mir), was eigentlich kein gutes Zeichen bedeutet.

Der Film ist aus drei Punkten interessant:

Lucio Fulci, Ital. (Horror) Regisseur-Legende und Meister von Streifen wie Don’t Torture a Duckling, Lizard in a Woman’s Skin, Zombie 2 oder The House by the Cemetery, führte hier Regie. Mit dabei zwei grosse Namen des Ital. Genre Kinos aus dieser Zeit:

Fabio Testi und Tomas Milian (dann noch als Bösewicht und in einer Szene als Charles Manson Verschnitt).

Das sollte eigentlich schon Kaufgrund genug sein sollte man meinen – aber leider endet der Film nach der 2. Sichtung nicht wirklich mit grosser Freude und positiver Stimmungslage. Grund: der Film ist nämlich schlicht und einfach nicht wirklich gut oder toll.

Positiv: 2-3 wenige blutige Effekte, darunter auch die derbe Folterszene. Paar schöne Naturaufnahmen. Tomas Milian in seinen sehr wenigen Szenen. Fabio Testi war solide, die Frau schön anzusehen.

Alles andere war schlecht. Eine Story ist kaum vorhanden, das Rachethema gerät in den Hintergrund, Milian hat insgesamt sicher nur gut 10-15 Min. Screentime und verkommt zur Randerscheinung, das Finale war schwach, der Soundtrack gefiel mir nicht besonders und vor allem hat der Film massive Längen. Bei einer Laufzeit von ca. 105 Minuten passiert 80-90 Minuten gar nichts ausser sinnloses und langweiliges blablabla. Schade – da hatte ich mir von Lucio Fulci und einem Italo Western mehr erhofft als diesen langweiligen, teilweise pseudointellektuellen Hippie-Verschnitt der in Horrorfilmkreisen wohl nur dank der deutschen Zensurgeschichte, ein-zwei derberen Szenen und einem horrorerfahrenen Namen als Regisseur auf sich aufmerksam macht als durch wirkliche Qualität und Klasse.

Fazit: Kann ich nicht wirklich empfehlen, da die negativen Teile überwiegen und Film nur wenige Highlights bietet.

Infos:

O: I Quattro dell'apocalisse

Italien 1975

R: Lucio Fulci

D: Fabio Testi, Lynne Frederick, Michael J. Pollard, Harry Baird, Tomas Milian

Laufzeit der deutschen Blu Ray: Ca. 105 Min.

Gesehen bzw. 2. Sichtung am: 08.10.17

Fassungen: Die 1. Sichtung erfolgte als US DVD in Englisch und Uncut (Blu Underground DVD). Die deutsche Blu Ray kaufte ich mir, weil Ital. Ton und Subs an Bord sind. Das Mediabook erscheint mit DVD, Blu Ray und einem Booklet mit vielen Infos zum Film. Nebst Ital. Ton befindet sich auch der Englische Ton und die deutsche Sprachfassung Fassung an Bord. Dazu deutsche UT. Ich habe den Film in Deutsch geschaut und kann berichten, dass die deutsche Synchronisation stark geworden ist und den Film zusätzlich aufwertet. Die Bildqualität ist hervorragend. Einmal mehr eine starke und liebevolle Vö zu einem Ital. Genrefilm seitens des deutschen Labels X-Rated.