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Donnerstag, 4. Dezember 2025

Ma Su Chen Review

Ma Su Chen

Story:

Nachdem ihr Bruder (Jimmy Wang Yu) von der Axt-Gang vermeintlich getötet wurde, sinnt seine Schwester Ma Su Chen (Nancy Yen) auf blutige Rache an den Tätern (u.a. Lung Fei, Shan Mao)…

Meine Meinung:

Ma Su Chen ist die Fortsetzung von Wang Yu kennt kein Erbarmen aka Furious Slaughter, der nach dem Erfolg der Shaw Brothers Produktion Der Pirat von Shantung entstand. Hier ist Jimmy Wang Yu (The One-Armed Swordsman, The Chinese Boxer, Die Todesbucht der Shaolin) jedoch nur am Anfang und am Ende zu sehen. Klar, es hat vereinzelt auch im Mittelteil Szenen mit ihm, aber die Show gehört hier vor allem Jimmy Wang Yus «Filmschwester», gespielt von Nancy Yen (Born Invincible, The Idiot Swordsman, The Guy with Secret Kung-Fu).

Lohnt sich der Film, bei dem gleich zwei Regisseure gelistet wurden? Ja! Die First Films Produktion lohnt sich. Jimmy Wang Yu Fans müssen etwas kürzer treten. Aber dennoch gibt es etwas Jimmy Wang Yu zu sehen. Das Ende ist dramatisch. Und seine «Filmschwester» Nancy Yen macht einen tollen Job. Die Actionszenen sind blutig. Es wird mit Äxten gemordet und es gibt viele Gegner, die Blut spucken. Etwas, was früher gerne zensiert wurde (z.B. in Deutschland). Der Film hat hier und da paar Längen, dafür entschädigt das lange und Bodycount reiche Ende.

Cool ist auch das Intro in den Film mit Musik aus Italien. Um genauer zu sein von Riz Ortolani. Das gibt immer Pluspunkte, wie andere Dinge im Eastern Film (z.B. Kampfdemonstrationen vor rotem Hintergrund). Die Bösewichte gefallen wie die Helden. Es gibt zwei bekannte Gesichter im Film zusehen. Nämlich Lung Fei und Shan Mao. Beide haben in unzähligen Filmen dieser Art mitgewirkt und fast immer Bösewichte und Schurken gespielt (in Filmen wie Kung Fu Mama, The Invincible Super Guy, General Stone, The Death Player, Shaolin Temple, Wang Yu - Der Karatebomber). Sie machen das auch hier sehr gut.

Fazit: Für Jimmy Wang Yu und Eastern Fans zu empfehlen!

Infos:

O: Ma Siu Ching Biu Fong Chau

HK 1972

R: Ting Shan-Hsi, Chen Hung-Min

D: Jimmy Wang Yu, Nancy Yen, Lung Fei, Shan Mao, Sit Hon, Chiang Nan, Sally Chen Sha-Li, Tsai Hung

Laufzeit der US-DVD: Ca. 75 Min.

Gesehen am: April 2009 / Neusichtung am: 12.09.15

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Crash Media vor = Englischer Dub (miese Synchro und schlechte Tonqualität), Widescreen (nicht anamorph), chinesische Credits, wahrscheinlich Uncut, sehr schlechte Bildqualität. Daher kaufte ich mir vor ca. 1.5 Jahren die Kassette aus Südkorea, in der Hoffnung, eine Mandarin-Fassung zu ergattern. Doch leider war das VHS auch nur Englisch Dubbed und zudem in Vollbild. Jedoch gibt es auch zwei Vorteile: der Ton ist viel besser und die Bildqualität und die Farben sind klar besser (!!!) als bei der US-DVD. Die Credits sind in Englisch. Leider ist das VHS im Verlauf kaputt gegangen (plus das VHS-Gerät). Ich konnte nur die ersten 36 Minuten des VHS schauen. Ich habe versucht, die Kassette zu retten, was nicht erfolgreich war. Daher besteht mein Plan, die DVD aus Japan zu finden (Mandarin Audio, Widescreen und anamorph, Uncut).

Montag, 19. Mai 2025

Tai Chi Shadow Boxing

Tai Chi Shadow Boxing

Story:

Zwei Brüder (Hsiang Yun-Peng und Jacky Chen Shao-Lung) lassen sich von einem betrunkenen Meister (Yu Sung-Chao) in Sachen Kampf und Kung Fu trainieren, um am Ende gegen Bösewichte (Chin Kang, Yi Yuan) bestehen zu können…

Meine Meinung:

Tai Chi Shadow Boxing ist ein weiterer Drunken Master Klon, die ab 1979 in Massen gedreht wurden. Der in Taiwan gedrehte Film von Chui Hon Cheung (Revenge of the Shaolin Kid, The Dwarf Sorcerer) ist dabei eine solide Produktion, aber kein Kracher. Da bieten andere Filme mehr Abwechslung, mehr Trainingsszenen, mehr Kämpfe, weniger Klamauk und vor allem einen besseren Cast. Ich würde behaupten, dass der Cast aus Tai Chi Shadow Boxing zweit- und drittklassig besetzt ist. Ausser Lung Fei (The Drunken Swordsman) in einer kurzen Nebenrolle sind mir keine der Namen bekannt.

Der Film bietet inhaltlich keine Überraschungen. Der englische Dub, der nicht wirklich toll ist, wertet den Film natürlich auch nicht auf. Im Gegenteil. Im Zusammenhang mit dem Klamauk sind die Dialoge teilweise furchtbar ausgefallen. Der Film führt zuerst die Figuren ein und danach folgen Klamauk um Klamauk. Und lässt die zwei Schüler langsam auf den Meister treffen, der sie dann als Rache-Werkzeug benutzt. Erst kurz vor der 60. Minute, wird der Film ernster. Etwas, was man oft in dem Old School Kung Fu Film aus dieser Zeit sieht.

Zwar rockt die Kampf-Choreographie im letzten Viertel, aber davor ist der Film doch teilweise relativ lahm. Da waren andere Drunken Master Klone (7 Commandments of Kung Fu z.B.) definitiv sehenswerter. Für die Kampfszenen zeichnete sich Jacky Chen Shao-Lung zuständig, der auch einen der rächenden Schüler spielt. Er spielte in vielen Filmen mit (Of Cooks and Kung Fu) und/oder arbeitete an der Kampf-Choreographie (The Jade Fox). Freude hatte ich hingegen an der Musik von Riz Ortolani (House on the Edge of the Park). Dessen Musik wird im Vorspann, bei Trainingsszenen und im Finalkampf verwendet. Das war cool. Zuerst habe ich diesen mit einem Ennio Morricone Track verwechselt (The Braying Mule).

Fazit: Kein Kracher, aber solide. Dies vor allem aufgrund der Kämpfe im letzten Viertel und der coolen Musik gestohlen aus Ital. Filmen!

Infos:

O: Tai Ji Yin Yang Quan

HK 1980

R: Chui Hon Cheung

D: Hsiang Yun-Peng, Jacky Chen Shao-Lung, Yu Sung-Chao, Chin Kang, Yi Yuan, Lung Fei, Chou Jui-Fang, Wang Quen

Laufzeit der koreanischen VHS: 81:41 Min.

Gesehen am: 21.02.2

Fassungen: Mir lag die VHS aus Südkorea vor = statt den erwarteten Mandarin Dub gabs «nur» einen Englischen Dub. k.A. ob Uncut. solide Bild- und Tonqualität, Vollbild. Der englische Dub ist mässig. Interessanterweise ist sogar die Inhaltsangabe auf der Rückseite der VHS in Englischer Sprache. Auch DVDs (USA oder England) sind Englisch Dubbed und in Vollbild. Es gibt keine deutsche Fassung und ich finde keine O-Ton Fassung (Stand: Feb. 2025).

Mittwoch, 26. Februar 2025

Women of the World

Women of the World

Inhalt inklusive meiner Meinung:

Nach dem Erfolg von Mondo Cane kam Women of the World auf den Markt. Der Film lief in den Kinos, aber nicht überall reichte es für eine Heimmedium-Veröffentlichung. So schauen ausgerechnet die Deutschen in die Röhre. Zwar lief der Film in den Kinos, aber danach wurde der Streifen nie ausgewertet. Warum nicht? Wahrscheinlich sahen spätere VHS-Verleiher keinen kommerziellen Erfolg. Und nach der neusten Sichtung kann ich das nachvollziehen.

Women of the World lohnt sich absolut nicht. Der «Mondo» beschäftigt sich mit dem Sujet Frauen. Frauen aus aller Welt. Das böte eigentlich genug Stoff, vor allem dazumal, um Kasse zu machen. Sex sells. Natürlich gibt es hier und da einen blanken Busen in Women of the World zu sehen. Aber der Inhalt ist zu 99% folgender: total harmlos, belanglos und absolut langweilig. Zuweilen driftet das schon ins unfreiwillig Komische und Lächerliche ab. Ich bin auch sicher, dass einige Passagen gestellt sind.

Zudem gefiel mir die Musik, Teilnahme von Riz Ortolani (Brutes and Savages, Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert, Killer Crocodile) hin oder her, nicht. Diese war auch oft viel zu komisch und gibt einzelnen Szenen eine komödiantische Note. Und einen Mondo schaue ich nicht, weil ich lachen will. Die Musik passte somit zwar zum komischen Unterton gewisser Szenen, aber für sich allein betrachtet gefiel sie mir nicht. Da bin ich von Riz Ortolani Anderes gewohnt. Regie führten erneut die Männer, die mit Mondo Cane Welterfolg verbuchten. Mit Women of the World gelang ihnen das nicht.

Fazit: Harmlos und langweilig!

Infos:

O: La Donna nel mondo

Italien 1963

R: Paolo Cavara, Gualtiero Jacopetti, Franco Prosperi

D: -

Laufzeit der US-DVD: 106:39 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: 20.12.24

Fassungen: Gesehen via Blue Undergrounds The Mondo Cane Collection = Englisch/Ital. mit englischen Subs, Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, Code-1-Disc. In Deutschland lief der Film unter dem Titel Alle Frauen dieser Welt im Kino. Auf VHS, DVD oder Blu-Ray erschien der Film in Deutschland hingegen nie (Stand: Dez. 2024).

Montag, 24. Februar 2025

Mondo Cane

Mondo Cane

Inhalt inklusive meiner Meinung:

Mondo Cane war wohl der erste Mondo, auch besser bekannt als «shockumentary» und dazumal, bei Veröffentlichung 1962 einfach als reine Dokumentation verkauft. Die Italiener Gualtiero Jacopetti (Africa Addio) und Franco Prosperi (Addio Zio Tom) waren damit sehr erfolgreich. Der Film war auch international ein voller Erfolg, so dass Fortsetzungen und weitere Mondos die Folge waren. Zudem wurde der Film in den USA sogar für die beste Musik für einen Oscar (!!) = nominiert, und zwar der Song «More» von Riz Ortolani (Cannibal Holocaust, Don’t Torture a Duckling, House on the Edge of the Park).

Es folgten offizielle (Mondo Cane 2 + 3), nicht offizielle (Mondo Cane 4-5), die ganzen Afrika-Mondos der Castiglioni-Brüder (Magia Nuda) und Co. (Shocking Africa) bis hin zu «Asiatischen Settings» (Shocking Asia). Selbstverständlich wollten auch andere Nationen vom Kuchen ein Stück abhaben. Auch die Franzosen beteiligen sich am Genre (Forbidden World) und eine der bisher erfolgreichsten Reihen stammte aus den 80ern und den USA: Gesichter des Todes. Alles war dazumal fremd, neu und leicht anrüchig war, war an den Kinokassen ein voller Erfolg.

Dazumal gab es kein Internet und kein Social Media. Die Leute waren weltoffen und vor allem neugierig. Dem Zeitgeist ist es geschuldet, dass solche «Dokumentationen» im Kino erfolgreich waren. Mondo Cane gilt als Mondo-Klassiker, der in der Tat etwas mehr Anspruch und Qualität besitzt, als spätere Schundwerke, die nur schockieren wollten. Die "Doku" ist im Vergleich zu späteren Werken, sieht man von einigen Momenten gegen Tiere ab, relativ harmlos. Einzelne Szenen könnten sogar aus heutiger Sicht sozial- oder kapitalismuskritisch gewertet werden. Ich fand den Inhalt bei aktueller Neusichtung jedoch sehr zäh und langweilig (heute zum ersten Mal in Englisch gesehen), so dass die DVD (wie erwartet) aus der Sammlung fliegt.

Fazit: Nicht uninteressant, besser als sein Ruf und wegweisend, aber da relativ langweilig nichts mehr für meine Sammlung…

Gefolgt von: Mondo Cane 2

Infos:

O: Mondo cane

Italien 1962

R: Gualtiero Jacopetti, Paolo Cavara, Franco Prosperi

D: -

Laufzeit der US-DVD: 107:37 Min.

Gesehen am: / Neusichtung: 15.12.24

Fassungen: Gesehen via The Mondo Cane Collection Box (US-Vö von Blue Underground). Die Fassung ist Uncut, Code-1-Disc, Englisch oder Ital. mit englischen Subs. Die Bild- und Tonqualität ist sehr gut. Gibt es in Deutschland Uncut auf DVD (Englisch, Deutsch oder Ital. Audio) von diversen Anbietern. Es gibt bisher keine Blu-Ray (Stand: Dez. 2024).

Dienstag, 21. Juni 2022

So Sweet... So Perverse Review

So Sweet... So Perverse

Story:

 

Jean (Jean-Louis Trintignant) und seine Frau (Erika Blanc) leben seit zwei Jahren in unterschiedlichen Wohnungen. Als Jean die mysteriöse Nicole (Carroll Baker) kennenlernt, die von einem Mann (Horst Frank) belästigt wird, ändert sich sein Leben, so wie er und sein Umfeld es sich nicht vorgestellt hätten…

 

Meine Meinung (Achtung SPOILER):

 

Zu Ehren von Jean-Louis Trintignant, der am 17.06.22 verstarb, kam es zur Erstsichtung des Umberto Lenzi (Die Gewalt bin ich) Krimis/Thriller So Sweet... So Perverse. Von Jean-Louis Trintignant kenne ich nur wenige Filme: den sonderbaren Death Laid an Egg, den grandiosen Italo-Western Leichen pflastern seinen Weg und den Film Das weiße Band (in der franz. Fassung spricht er die Stimme des Erzählers).

 

Nach dem Erfolg von Orgasmo drehte Umberto Lenzi, erneut mit Carroll Baker (Baba Yaga), einen weiteren Film, der ähnlich konzipiert wurde: Thriller-Elemente, Paranoia, Twists, ein Hauch Erotik. Nebst Carroll Baker sind in den Hauptrollen eben besagter Jean-Louis Trintignant, Horst Frank (Cat O'Nine Tails) sowie Erika Blanc (Kill Baby Kill) zu sehen.

 

Das Schauspiel ist stark. Die Musik von Riz Ortolani (Seven Deaths in the Cats Eye) fand ich hingegen relativ schwach und unspektakulär. Kein Theme, welches mich fesselte, begeistert oder in Erinnerung bleiben wird. Schade. Leider gilt das auch für den Film als Ganzes an sich. So Sweet... So Perverse, der nie eine deutsche Veröffentlichung erlebte, kommt definitiv nicht an den Vorgänger (Orgasmo) heran.

 

Zwar ist das Schauspiel der Beteiligten gut und der Film besonders schön gefilmt (wohl seine grösste Stärke), aber die 2. Film-Hälfte war schwach. Die 1. Filmhälfte war gut: fesselnd, spannend, unterhaltsam. Doch mit dem Ausscheiden von Hauptfigur Jean (Jean-Louis Trintignant) geht viel Qualität und auch Spannung verloren. Es ist danach vorhersehbar, wohin die Reise geht. So richtig viel Punkteabzug gab es für das doofe Ende, welches mir sehr missfiel.

 

Wäre der Film nicht in der Box von Severin Films (siehe mehr dazu unter Fassungen), würde der Film sogar aus der Sammlung fliegen. Natürlich ist das nur Geschmackssache. Wenn ich z.B. auf Youtube Reviews zum Film anhöre, sind praktisch alle gut bis solide, niemand mochte den Film nicht. Ich hoffe, dass mir die weiteren Filme (A Quiet Place to Kill & Knife of Ice) mit Umberto Lenzi & Carroll Baker mehr zusagen werden.

 

Infos:

 

O: Così dolce... così perversa

 

Deutschland, Frankreich, Italien 1969

 

R: Umberto Lenzi

 

D: Carroll Baker, Jean-Louis Trintignant, Erika Blanc, Horst Frank, Helga Liné, Ermelinda De Felice

 

Laufzeit der US-Blu-Ray: 93:24 Min.

 

Gesehen am: 18.06.22

 

Fassungen: Siehe Orgasmo! Was So Sweet... So Perverse angeht gib es nur eine Film-Fassung. Der Ital. Dub ist klar besser (Musik kräftiger), der Englische Dub ist sehr leise (Musik etc.). Zum Ital. Ton gibt’s englische Subs. Es gibt diverses an Bonusmaterial. Region All Blu-Ray. Alternative: UK Blu-Ray von 88 Filmes (hat ebenso beide Dubs und exklusives Bonusmaterial). Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Juni 2022).

Freitag, 11. Februar 2022

Addio Zio Tom Review

Addio Zio Tom

Inhalt inklusive meiner Meinung: 

Die Urväter des Mondo-Filmes, Gualtiero Jacopetti und Franco Prosperi, traten mit Mondo Cane eine ganze Reihe von ähnlichen Dokus (Mondo cane oggi - l'orrore continua) inklusive Fortsetzungen (Mondo Cane 2), Ablegern (Magia Nuda) und die Gründung des Ital. Kannibalen-Filmes (Cannibal Holocaust) los. Gab es für Mondo Cane sogar den Oscar, so wurden auch ihre späteren Afrika-Mondos weltweit bekannt: 1966 sorgte Africa Addio für Furore, 1971 drehten die beiden ihren letzten richtigen Mondo Addio Zio Tom (Goodbye Uncle Tom).

Africa Addio sagte mir heuer nicht mehr zu. Dasselbe Schicksal erleidet auch Addio Zio Tom, obwohl ich diese «Doku» sogar «besser» und «unterhaltsamer» als Africa Addio fand. Auch besser erträglich, da die Mehrheit der Szenen selbstverständlich gestellt sind. Inhalte sind die Geschichte der Sklaverei (nachgespielt) vermischt mit aktuell politischen Szenen (Black Power Bewegung, Martin Luther King), wobei letztere in der US-Fassung entfernt werden mussten.

 

Auch bei Szenen aus der Neuzeit ist nicht alles echt (Morde im Stil wie sie Charles Manson wohl gerne durch Schwarze gesehen hätte). Was echt sind, sind Szenen aus Woodstock oder Demonstrationen und Footage der Polizei gegen Schwarze (kommen einem aktuell gleich Black Lives Matter Bewegungen in den Sinn). 50 Jahre später, noch immer keine Änderung…

 

Wer die ganzen Mondo Cane Ableger kennt weiss, dass es den Filmemachern weniger um Kritik und Authentizität ging, sondern ums Kasse machen und um die Befriedigung von niedrigen Instinkten. Der Inhalt ist Exploitation-Stoff erster Güte voller Grausamkeiten, Kontroversen, «Rassismen» und vor allem viel nacktem Fleisch. Das dürfte vor allem die prüfen Amerikaner überrascht, erfreut und/oder schockiert haben. Der katholische Filmdienst empfahl «Wir raten ab».

 

Ich mochte Addio Zio Tom aus drei Gründen mehr als Africa Addio: weniger langweilig, mehr gestellt/weniger grausam und vor allem haute mich der Soundtrack von Riz Ortolani aus den Socken: der Wahnsinn und ein purer Genuss zu den teilweise wirklich schön eingefangenen Panorama-Bildern, die typisch waren für Gualtiero Jacopetti & Franco Prosperi (dank Helikopter Flügen). Den Sinn für Kasse machen und das Auge für tolle Aufnahmen kann man den beiden definitiv nicht absprechen.

 

Fazit: Für Mondo Fans ein Must See Titel mit mehr Anspruch als Gesichter des Todes und Co.

 

Infos:

 

O: Addio Zio Tom

 

Italien 1971

 

R: Gualtiero Jacopetti, Franco Prosperi

 

Laufzeit der US-DVD (Director’s Cut): 135:38 Min.

 

Neusichtung am: 14.11.21

 

Fassungen: Mir lagen die zwei Fassungen aus der The Mondo Cane Collection von Blue Underground aus den USA vor. Einmal liegt der Director’s Cut bei (Ital. mit Subs) und einmal die «English Version» (ist kürzer, in Englisch und dazu Extras). Beide Fassungen gibt es auch in D auf DVD von X-NK (als Addio Onkel Tom).

Donnerstag, 23. Dezember 2021

The Hunting Party Review

The Hunting Party

Story:

 

Gangster (u.a. Oliver Reed) entführen die Ehefrau (Candice Bergen) des reichen Geschäftsmannes Brandt Ruger (Gene Hackman). Der macht es sich zur Aufgabe, zusammen mit Freunden die Jagd nach den Gangstern aufzunehmen. Und es soll niemand überleben…

 

Meine Meinung:

 

The Hunting Party, eine US-UK Co.-Produktion in Spanien gedreht, ist ein sehenswerter Western, der sich hinter den dazumal europäischen Italo-Western-Produktionen nicht zu verstecken braucht. Mit MGM hatten Cast und Crew auch genug Geld und einen grossen Major hinter sich, was man der Produktion von Regisseur Don Medford, der vor allem TV-Serien drehte, auch in jeder Sekunde ansieht. Der Film, der inhaltlich leicht an den späteren spanischen Film Aktion Mutante erinnert (Tochter wird entführt und der Vater will alle umbringen lassen statt sie zu retten), erzählt von drei Parteien:

 

1. Die Gangster-Truppe, die von einem grandiosen Oliver Reed (The Devils, Gladiator, Venom, Die Brut) angeführt wird. Diese entführen als 2. Partei Candice Bergen, die sich im weiteren Verlauf in Reed verliebt und umgekehrt (keine Angst – viel Platz für Romantik gibt es in dem düsteren Film definitiv nicht) und als 3. Partie mischt Candice Bergen Ehemann mit, gespielt von Gene Hackman. Dieser gibt einen widerwärtigen Sadisten ab, der seine Ehefrau zum Sex zwingt, auf S/M Spiele steht und seine Frau auch betrügt & über Leichen geht, um seine Frau zu finden.

 

Der Western bietet spektakuläre Aufnahmen, einen derben Beginn (Gene Hackman der seine Frau zum Sex zwingt um Umschnitte, wie Reed ein Tier erlegt und häutet = sah verdammt echt aus!) und fesselt durch eine spannende, packende, humorlose und fesselnde Story, die mir gut gefallen hat, inklusive das Ende, in dem alle mehr und mehr dem Wahnsinn zu verfallen scheinen. Tolles Schauspiel aller Beteiligten.

 

Abgerundet wird der Film durch einen passenden Soundtrack von Riz Ortolani (Killer Crocodile, Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert, Don’t Torture a Duckling), einigen hübschen Pferde-Stunts (ich mag Pferde-Filet) und extrem blutigen Shoot-Outs in den Action-Szenen. Der Film bietet eigentlich all das, was ich mir z.B. nach der Neusichtung von Wild Bunch versprochen aber nicht bekommen habe.

 

Fazit: Starker Film und jedem Western-Fan zu empfehlen!

 

Infos:

 

O: The Hunting Party

 

USA, UK 1971

 

R: Don Medford

 

D: Oliver Reed, Gene Hackman, Candice Bergen, Simon Oakland, Ronald Howard

 

Laufzeit der US-DVD: 111:51 Min.

 

Gesehen am: / Neusichtung am: 12.10.21

 

Fassungen: Mir lag die Uncut US-DVD von MGM vor = solide Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs. Denke da werde ich aufgrund der Bildqualität, der man das Alter definitiv ansieht, auf eine Blu-Ray upgraden (in Deutschland inzwischen unter dem Titel Leise weht der Wind des Todes erschienen). Nachtrag 03.03.24: Inzwischen liegt mir vom Film das Upgrade vor = die deutsche Blu-Ray von Koch Media. Die Fassung ist qualitativ besser als die DVD. Dennoch war ich beim Schauen nicht 100% zufrieden mit der Bildqualität. Allgemein empfand ich das Bild zu dunkel und zu farblos. Die US-Blu-Ray sieht, was Online-Bildvergleiche zeigen, sogar noch dunkler aus = da bleibe ich nun bei der deutschen Blu-Ray. Ich habe dann am TV Einstellungen geändert, so dass das Bild weniger dunkel wirkte. Und wie gesagt, im Vergleich zur DVD ist die Blu-Ray klar besser! Und der Film rockt so oder so!