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Mittwoch, 7. Januar 2026

Purani Haveli: The Monster Wakes

Purani Haveli: The Monster Wakes

Story:

Eine Gruppe von Freunden (u.a. Deepak Parashar, Amita Nangia) bekommt es in einem abgelegenen Gemäuer mit einem uralten Monster zu tun…

Meine Meinung:

Purani Haveli: The Monster Wakes ist der letzte Film der Ramsay Brüder aus Mondo Macabros The Bollywood Collection, welchen ich nun gesehen habe und insgesamt einer der besseren Titel aus der Box. Ich würde sagen, dass der Film zusammen mit Veerana: Vengeance of the Vampire der beste Titel der Box ist. Dabei haben die Brüder insgesamt noch viel mehr solche Gruselfilme gedreht. Es wäre wünschenswert, wenn Mondo Macabro noch eine zweite Box mit weiteren Titeln bringen würde (z.B. Hotel). Träumen erlaubt!

Purani Haveli: The Monster Wakes wäre sogar fast ein Kracher, wäre da nicht der lahme Sub-Plot im Mittelteil, welchen die Zuschauer getrost ignorieren können da nichts zu der eigentlichen Handlung beitragend. Die Szenen wirken wie aus einem anderen Film d.h. deplatziert und unpassend. In der Zeit kann der Zuschauer aufs WC gehen, lesen, Kaffee machen oder auf der Nintendo Switch Broforce zocken. Inhaltlich wird dabei nichts verpasst. Abgesehen davon hat mir Purani Haveli: The Monster Wakes wirklich gut gefallen.

Im Vergleich zu den schwächeren Filmen in der Box gibt es hier deutlich mehr Gruselparts, deutlich mehr stimmungsvolle Momente (schon der Start in den Film ist sehenswert), deutlich mehr charmante Effekte und Kostüme, einen höheren Bodycount und eigentlich keinen nervenden Klamauk. Es gibt zwar Klamauk (gibt es in diesen Filmen übrigens immer), der war jedoch naiv und erinnerte mehr ans HK-Kino der Anfang 90er Jahre. Also keine Fremdscham, sondern Schmunzeln ist angesagt. Dazu kommt, dass es eine gehörige Portion Sleaze zu sehen gibt.

Die Songs und Tanz-Einlagen haben gepasst und die Musik war auch abgesehen davon immer stimmig und trug viel zur Gruselstimmung bei wie auch der Einsatz von Nebelschwaden, Feuer und Donner- und Blitzen. Interessant ist der christliche Einschub in den Film. Christen machen in Indien gemäss KI nur 2,3% der Bevölkerung aus. Dennoch gibt es hier einen Jesus-Vorspann und am Ende ist es das Christentum, welches das Böse zerstört und die Helden rettet. So etwas sieht der Fan in einem indischen Film auch nicht alle Tage. Dazu passt auch, dass einige Szenen fast 1:1 aus US-Klassikern wie Das Omen kopiert wurden.

Auch das (das Kopieren ausländischer Klassiker) war üblich. Auf A Nightmare on Elm Street folgte Mahakaal, auf Chucky - Die Mörderpuppe folgte Papi Gudia, auf Jaws folgte Aatank und auf Godzilla folgte Gogola (leider bisher verschollen). Die Szene mit Johnny Depp und dem Bett in A Nightmare on Elm Street findet in einer Alptraumvariante auch Einzug in Purani Haveli: The Monster Wakes. Der Cast hat seine Sache sehr ordentlich gemacht. Sowohl die Helden um Deepak Parashar (Hatyarin), Amita Nangia oder die Bösewichte um Tej Sapru oder die Komiker um Satish Shah (Purana Mandir).

Fazit: Für Fans der Ramsay-Brüder Pflichtprogramm!

Infos:

O: Purani Haveli

Indien 1989

R: Shyam Ramsay, Tulsi Ramsay

D: Deepak Parashar, Amita Nangia, Tej Sapru, Sikandar Priti, Sapru Walia, Anil Dhawan, Satish Shah

Laufzeit der US-Blu: Ca. 146 Min.

Gesehen am: 07.01.26

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Mondo Macabro = Bollywood Horror Collection, Uncut, O-Ton mit englischen Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2026).

Montag, 29. Dezember 2025

Purana Mandir - The Haunted Temple Review

Purana Mandir - The Haunted Temple

Story:

Suman (Arti Gupta) verliebt sich in Sanjay (Mohnish Bahl) und umgekehrt. Doch die Liebe wird durch Sumans Vater gestört. Grund: seit 200 Jahren liegt ein Fluch auf der Familie. Als Suman und Sanjay darüber aufgeklärt werden, machen sie sich zur Ursprungsstätte der Tragödie auf. Keine gute Idee…

Meine Meinung:

Purana Mandir war 1984 für das Gebrüder-Regie-Gespann Shyam Ramsay und Tulsi Ramsay ein grosser Erfolg und zeitgleich markierte der Film das Debüt von Darstellerin Arti Gupta, die zuvor vor allem als Modell gearbeitet hatte. Sie spielte danach noch in den Ramsay Gruselfilmen Tahkhana sowie 3D Saamri mit. Purana Mandir - The Haunted Temple ist für Fans des «Bollywood Horror» Genre zu empfehlen. Der Film hat mir seinem Inhalt eine Welle ähnlich gelagerter Gruselfilme in Indien ausgelöst.

Ein Kracher ist Purana Mandir - The Haunted Temple dennoch nicht geworden. Warum nicht? Das Finale war eine grosse kleine Enttäuschung. Für die Laufzeit von über zwei Stunden gibt es eigentlich auch nur wenige Gruselparts zu sehen. Von Effekt-Arbeiten ganz zu schweigen. Die können an einer Hand abgezählt werden. Der grösste Kritikpunkt ist aber der Sub-Plot mit den Dorf- und Dschungelbewohnern (vor allem im Mittelteil). Dort setzt auch störender Klamauk ein und die Szenen haben den Plot immer wieder ausgebremst und wirkten unpassend.

Das ist etwas schade, da der Film ansonsten wirklich nicht schlecht ist. Die Gruselparts sind stimmungsvoll. Das gilt für Musik, Inszenierung und Ideen (selbst fahrender Rollstuhl, die Blutdusche, viel Einsatz von Nebenschwaden). Die wenigen Kampfszenen sind auch solide und fast die (überraschend) blutigsten Parts des Filmes. Der Cast gefällt. Vor allem die Frauen haben stark agiert, allen voran die damalige Debütantin Arti Gupta. Sie hat einen tollen Job gemacht und als früheres Modell wusste sie ihren Körper gekonnt und (auch sexy) einzusetzen. Etwas, was die Regisseure auch gekonnt integriert haben.

Fazit: Fans der Ramsay Gruselfilme können einen Blick riskieren. Mein persönlicher Favorit aus der Collection ist noch immer Veerana: Vengeance of the Vampire.

Infos:

O: Purana Mandir

Indien 1984

R: Shyam Ramsay, Tulsi Ramsay

D: Mohnish Bahl, Arti Gupta, Puneet Issar, Sadashiv Amrapurkar, Ajay Agarwal

Laufzeit der US-Blu: Ca. 145 Min.

Gesehen am: 29.12.25

Fassungen: Gesehen als US-Blu-Ray von Mondo Macabro (Bollywood Horror Collection) = sehr gute (auch wenn es einige Beschädigungen und Verschmutzungen im Master gibt) Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs, Uncut, keine nennenswerten Extras. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Dez. 2025).

Donnerstag, 18. Dezember 2025

Veerana: Vengeance of the Vampire Review

Veerana: Vengeance of the Vampire

Story:

Jasmin (Jasmin) ist seit Kindestagen von einem Fluch befallen. Jetzt, als junge Frau, zieht sie an Vollmond los, um Männer zu suchen. Unter falschen Versprechungen finden sich leicht männliche Opfer, deren Blut Jasmin trinkt. Dies ist ein Bestandteil eines bevorstehenden Rituals, um eine Hexe wieder zum Leben zu erwecken…

Meine Meinung:

Veerana: Vengeance of the Vampire ist der 4. Titel den ich aus Mondo Macabros Box (= Bollywood Horror Collection) sah und bisher der beste Film der Collection. Der Film hat so viele abgedrehte Ideen und charmante Effekte, Settings und Kostüme, dass ich bestens unterhalten wurde. Trotz einer Laufzeit von 140 Minuten. Was das Drehbuch und die Inhalte angehen, haben die Regisseure Shyam Ramsay und Tulsi Ramsay (Bandh Darwaza: Bride of the Vampire, Mahakaal) aus dem Vollen geschöpft.

Meiner Meinung nach hat diesmal zudem alles gepasst: Gruselstimmung, Unterhaltungswert, Musik und Gesang, Actionszenen (wenige) und auch die humorvollen Einlagen waren diesmal passend und haben mich sogar ans HK-Kino der Ende 80er und/oder Anfang und Mitte 90er Jahre erinnert. Die Songs hatten Charme und es gibt etliche coole Rituale mit dem Zauberer, wenn es darum geht, Frauen zu befallen oder die Hexe zum Leben zu erwecken. Toll. Von richtigem Horror würde ich zwar nie sprechen, aber optisch wurde der Film stimmungsvoll inszeniert.

Beim Cast haben mir vor allem die zwei Frauen gefallen. Jasmin, die scheinbar nach dem Film vom Erdboden verschluckt wurde (vielleicht stiess der Film und ihre Rolle einigen konservativen Kreisen sauer auf und sie wurde getötet und verscharrt), überzeugt in der Rolle der besessenen Frau, die regelmässig dem Bösen verfällt und dann mordend nach Männern sucht. Der Film hatte scheinbar in Indien grosse Probleme wegen der Zensur. 

Deshalb meine Hypothese zum Verschwinden der Hauptdarstellerin nach dem Film (Berichte machen einen indischen Gangster-Boss als Grund aus, andere sagen sie lebt verheiratet in Jordanien). Die 2. weibliche Figur, welche mir (nicht nur optisch, sondern auch was ihre Rolle und ihr Schauspiel betrifft) gefällt, war Sahila Chaddha. Scheinbar eine Ex-Miss India, welche danach ins Schauspielgeschäft wechselte. Sie spielt im Film Jasmins jüngere Schwester und an ihr und ihrem oft kindlich-naiven Verhalten (erinnerte mich wieder ans HK-Kino der 90er) hatte ich Freude.

Fazit: Wer die 80er Jahre Gruselfilme aus Indien mag, sollte sich Veerana: Vengeance of the Vampire nicht entgehen lassen!

Infos:

O: Veerana

Indien 1988

R: Shyam Ramsay, Tulsi Ramsay

D: Hemant Birje, Jasmin, Satish Shah, Sahila Chadha, Gulshan Grover

Laufzeit der US-Blu: Ca. 140 Min.

Gesehen am: 19.11.25

Fassungen: Gesehen via US-Blu von Mondo Macabro (Bollywood Horror Collection) = Uncut, O-Ton, englische Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Nov. 2025).

Freitag, 19. September 2025

Aatma the Ghost Review

Aatma the Ghost

Story:

Dr. Mehra (Kapil Jhaveri) und seine Frau Neha (Neha) feiern ihr erstes Jubiläumsjahr nach der Heirat. Nachts klingelt es an der Tür. Draussen steht ein mysteriöser Mann (Deep Dhillon). Dieser informiert Dr. Mehra, dass er morgen, wenn er einen Toten in seinem Spital untersuchen wird, die Wahrheit aufgrund der Todesursache (Vergiftung) dokumentieren muss. Ansonsten droht Unheil. Am nächsten Tag wird Dr. Mehra von Gangstern angesprochen, die mit dem Tod seiner Ehefrau Neha drohen, sollte er die wirkliche Todesursache des verstorbenen melden. Also lügt Dr. Mehra und dok. eine natürliche Todesursache. Doch der Geist der Verstorbenen ergreift danach Besitz von Neha, um sie als Rachewerkzeug zu missbrauchen…

Meine Meinung:

Die Ramsay Brothers waren ein Brüderpaar, die in Indien mit Grusel- und Horrorstreifen von sich reden machten. Die bauten ein kleines Film-Universum auf. Deepak Ramsay ist dabei der Sohn von Tulsi Ramsay (Mahakaal, Bandh Darwaza: Bride of the Vampire, Hotel, Tahkhana: The Dungeon) und nun schlüpft er langsam in die Rolle seiner Eltern. Wird er die Tradition aufrecht halten können? Seit Film Aatma the Ghost stammt aus dem Jahr 2006.

Wirkten die 90er Jahre Filme aus Indonesien wie 80er Jahre Filme, so erinnert Aatma the Ghost an eine 90er Jahre Produktion. Ich fühlte mich beim Schauen an Filme wie Der Exorzist (sehr) oder Harte Ziele von John Woo erinnert. Warum Harte Ziele und John Woo? Aus dem John Woo Klassiker wird eine ganze Action-Sequenzen praktisch 1:1 in Aatma the Ghost nachgespielt. Krass dreist. Leider gelingt es dem Sohnemann nicht, in die Fussstapfen seines Vaters zu treten. Es sind heuer aber halt auch andere Zeiten.

Der Film vermag leider nicht, an die 90er Jahre Gruselfilme aus Indien anzuknüpfen. Es wird deutlich weniger Grusel- und Horrorstimmung generiert. Es fehlt dem Film an Atmosphäre und Charme. Dazu wirkte der Film (Vorspann und vor allem die Effekte) zu modern (leider auch viel CGI-Effekte). Richtige Make-Up-Masken oder blutige Szenen gibt es kaum. Der Plot ist zudem total hohl und unlogisch, selbst für einen Film dieser Art. Die Mädels sind immerhin hübsch anzusehen und die Tanz- und Gesangsszenen (glaube es gab nur drei im ganzen Film) sind solide. Mit einer Laufzeit von nur 112 Minuten ist es der kürzeste Beitrag in der Box von Mondo Macabro.

Fazit: Fans indischer Gruselfilme können einen Blick riskieren. Die Erwartungen sollten aber nicht zu hoch angesetzt werden…

Infos:

O: Aatma

Indien 2006

R: Deepak Ramsay

D: Neha, Kapil Jhaveri, Deep Dhillon,

Laufzeit der US-Blu: Ca. 112 Min.

Gesehen am: 21.06.25

Fassungen: Gesehen als US-Blu-Ray via Bollywood Horror Collection von Mondo Macabro. Der Film ist Uncut, O-Ton und englische Subs sind vorhanden und die Bild- und Tonqualität sind sehr gut. Region All Disc. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Juni 2025).

Dienstag, 8. Juli 2025

Bokshi

NIFFF 2025 Spezial

Bokshi

Story:

Anahita (Prasanna Bisht) ist aufgrund des Verschwindens ihrer Mutter in grosser Trauer und traumatisiert. Um einen klaren Kampf zu bekommen schliesst sich Anahita ihrer Lehrerin (Mansi Multani) und einer Exkursion an. Keine gute Idee…

Meine Meinung:

Bokshi stellte meinen ersten NIFFF 2025 Besuch dar und ich freute mich auf den Kinobesuch. Der Trailer sah stimmungsvoll (inhaltlich) und optisch vielversprechend aus. Bokshi (= Hexe) ist das Spielfilmdebüt von Regisseur Bhargav Saikia, der das NIFFF bereits einmal mit einem Kurzfilm besuchte (ich glaube vor zehn Jahren). Bokshi wird als Folkhorror betitelt. Seit Severin Films All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Collection bin ich Feuer und Flamme für Folkhorror-Inhalte. Also war der Besuch von Bokshi beschlossene Sache.

Bokshi ist im Grossen und Ganzen ein sehr solides Regiedebüt geworden. Allerdings krankt der Film an einer zu langen Laufzeit (142 Minuten) und inhaltlich wirkt der Film auch überladen. Der Film will zu vieles sein: Coming of Age, Kritik am Patriarchat und Folkhorror. Hier und da wirkten einige Momente sogar unfreiwillig komisch, die sicher nicht so gemeint waren. Aus Sicht des Regisseurs verständlich und er ist nicht der Einzige, der als Spielfilmdebüt-Regisseur in solche Fussstapfen tritt. Hier und da fühlte ich mich leicht an Midsommar erinnert.

Eine leichte Spannung ist inhaltlich zwar gegeben, aber geübte Horrorfans werden wenig Neues vorfinden. Richtig gruselig ist der Film nie. Ansonsten war der Film nicht uninteressant. Optisch war der Film gelungen und die Effekte waren stark anzusehen. Die Drehorte waren authentisch. Ich hätte mir den Film jedoch deutlich stimmungsvoller erhofft. Mir hätte es mehr zugesagt, wenn man sich mehr auf das einzelne Thema Folkhorror vertieft hätte. Was den Cast angesehen, waren Prasanna Bisht und Mansi Multani superb.

Fazit: Fans von Folkhorror können einen Blick riskieren!

Infos:

Indien 2025

R: Bhargav Saikia

D: Prasanna Bisht, Mansi Multani, Swaroopa Ghosh, Rohit Tiwari

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 142 Min.

Gesehen am: NIFFF 2025

Fassungen: Am NIFFF 2025 im O-Ton mit englischen Subs gesehen. Uncut. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2025).

Donnerstag, 26. Juni 2025

Hotel Mumbai

Hotel Mumbai

Story:

Diverse Hotelgäste und Angestellte (u.a. Dev Patel, Jason Isaacs, Anupam Kher, Nazanin Boniadi, Armie Hammer) kämpfen im Taj Mahal Palace Hotel im Mumbai um ihr Überleben, nachdem vier Terroristen (u.a. Amandeep Singh, Suhail Nayyar) ins Hotel eingedrungen sind und ein Massaker veranstalten…

Meine Meinung:

2008 wurde Mumbai vor einer koordiniert geplanten Anschlagsserie heimgesucht, die in ihrem Ausmass auch an spätere Anschläge (z.B. in Paris im Jahr 2015) erinnert. Schwach erinnere ich mich an Berichterstattungen. Doch im Gegensatz zu Anschlägen auf europäischen Boden, wurde vor heimischen Medien deutlich weniger über die Mumbai Attacken berichtet. Und Social Media war weniger verbreitet wie heute, wo praktisch jeder in ein solches Drama und Desaster quasi live von Zuhause aus verfolgen kann. Ich wusste relativ wenig über die Attacke und das wollte ich ändern.

Hotel Mumbai ist ein Spielfilm des mir unbekannten Anthony Maras, der die Geschehnisse von dazumal filmisch aufarbeitet. Es wurde mit vielen Überlebenden gesprochen, Interviews gesichtet und auch die Behörden kooperierten mit den Filmemachern. Die Telefon-Aufnahmen zwischen den Terroristen und den Hintermännern aus Pakistan wurden ihnen ausgehändigt wie auch Aufnahmen und Interviews des Verhörs mit dem einzigen Überlebenden Terroristen, der 2012 in Indien durch den Strang hingerichtet wurde.

Im Sinne von Hotel Mumbai kann also von einer True-Crime Verfilmung die rede sein. Obwohl einzelne Momente und Figuren fiktiv sind, hält sich der Streifen mehr oder weniger an die realen Vorgaben. Auf grössere Stars wurde verzichtet. Mir selbst sagte keiner der Schauspieler etwas. Dies kommt der Authentizität zu gute. Es gibt vielleicht zwei Figuren (der Ami mit Bart und der Russe), die etwas mager charakterisiert wurden und/oder mehr an einem fiktiven Spielfilm erinnern, an als einen Film «based on true events». Die restlichen Figuren wirken authentischer und man fiebert wirklich mit ihnen mit.

Die Terrorattacken fanden an unterschiedlichen Orten statt. Der Film hat nicht Platz für jedes Setting. Die Attacke auf den Bahnhof und das Café werden gezeigt aber hauptsächlich geht es um das Taj Mahal Palace Hotel, dessen brennende Bilder 2008 um die Welt gingen. Der Film ist technisch stark in Szene gesetzt, das gezeigte geht definitiv unter die Haut und der Film war stellenweise schon fast (zu fies) unerträglich spannend. Ein Film, der aufwühlt und berührt.

Fazit: Sehenswerte und spannende Verfilmung!

Infos:

O: Hotel Mumbai

Australien, Grossbritannien, Indien, Singapur, USA 2018

R: Anthony Maras

D: Armie Hammer, Dev Patel, Jason Isaacs, Nazanin Boniadi, Natasha Liu Bordizzo, Angus McLaren, Anupam Kher, Tilda Cobham-Hervey, Amandeep Singh, Suhail Nayyar

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 123:09 Min.

Gesehen am: 28.03.25

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray ohne Wendecover von Universum Film vor = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, O-Ton (diverse Sprachen mit deutschen Untertiteln) oder Deutsch. Als Extras gibt es Interviews mit den Darstellern.

Samstag, 1. Februar 2025

Tahkhana: The Dungeon

Tahkhana: The Dungeon

Story:

Auf der Suche nach ihrer Schwester begibt sich Arti (Arti Gupta) und Co. (Deepak, Hemant Birje, Preeti Sapru, Puneet Issar) in Gefahr. Diese geht nicht nur von einem vergewaltigenden und mordenden Mann (Imtiaz Khan) aus, sondern auch von einem Monster, welches im «Dungeon» lebt…

Meine Meinung:

Tahkhana: The Dungeon ist mein vierter Ramsay Film nach Bandh Darwaza: Bride of the Vampire, Mahakaal oder Hotel und davon der drittschlechteste. Bandh Darwaza: Bride of the Vampire und Hotel waren wirklich toll, während Mahakaal ein ziemlicher Murks war. Tahkhana: The Dungeon ist dabei weniger schlecht als Mahakaal, aber nur mittelmässig. Mondo Macabro haben eine Bollywood Horror Collection veröffentlicht. In dieser ist Tahkhana: The Dungeon vorhanden. Der Film hat, im Vergleich zu den anderen Werken in der Box, eine Laufzeit von «nur» zwei Stunden.

Ich stellte mich auf einen stimmungsvollen Katakomben-Grusel-Film ein. Mit einem Monster, welcher sich seine Opfer holt. Leider bietet der Film kaum Horror-Momente. Das Monster darf praktisch nur im Finale wüten und zu 90% spielt der Film auch nicht in den unterirdischen Katakomben. Das ist sehr schade. Es gibt etwas Humor (aber doch eher wenig im Vergleich zu anderen Filmen dieser Art), zwei Kampfszenen (passen nicht so recht zum Rest) und leider einen relativ billigen Soundtrack. Die Tanz- und Gesangsszenen waren jedoch amüsant und sehenswert.

Nebst zu wenig Horror und zu wenig Monster gab es auch zu wenig Stimmung und Bluteffekte. Das ist auch schade. Der Cast war gut bis mittelmässig. Deepak oder Preeti Sapru haben mir gut gefallen. Arti Gupta, Hemant Birje und Imtiaz Khan waren teilweise schlechter und sehr oberflächlich. Besonders der Sub-Plot um die Frauen auflauernden, vergewaltigenden und tötenden Imtiaz Khan war zwar realistisch (in Indien gibt es leider eine weit verbreitete Vergewaltigungskultur), nahm aber so viel Platz ein, dass eben kaum Platz für den eigentlichen Hauptplot mit dem Monster blieb. Umgekehrt wäre wünschenswert gewesen.

Fazit: Kann man weggucken, aber per se nichts für die Sammlung…

Infos:

O: Tahkhana

Indien 1986

R: Shyam Ramsay, Tulsi Ramsay

D: Arti Gupta, Hemant Birje, Preeti Sapru, Puneet Issar, Deepak, Imtiaz Khan

Laufzeit der US-Blu: Ca. 122 Min.

Gesehen am: 04.12.24

Fassungen: Gesehen als US-Blu-Ray von Mondo Macabro = Uncut, Region All-Disc, O-Ton, englische UT, sehr gute Bild- und Tonqualität. Der Film befindet sich in der Bollywood Horror Collection zusammen mit anderen Filmen und einem Büchlein über das indische Genre-Kino. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Dez. 2024).

Freitag, 18. Oktober 2024

Bandh Darwaza: Bride of the Vampire

Horroktober 2024

Bandh Darwaza: Bride of the Vampire

Story:

Ein Ehepaar (Vijayendra Ghatge, Beena Banerjee) versucht ein Kind zu zeugen. Erfolglos. Erst durch einen Vampir (Anirudh Agarwal) und dessen schwarzer Magie wird die Frau schwanger. Die Frau trifft mit dem Vampir folgenden Deal: bekommt sie einen Sohn, darf sie ihn behalten. Wird es ein Mädchen, gehört es dem Vampir. Sie wird schwanger und bekommt eine Tochter namens Sapna. Sie wehrt sich gegen den Deal. Daraus resultiert ihr Tod. Der Vater tötet den Vampir. Viele Jahre später ist aus dem Baby eine junge Frau (Manjeet Kular) geworden. Sklaven des Vampirs (u.a. Kunika Sadanand) erwecken diesen wieder und erneut sieht er es auf Sapna ab. Deren Freund (Hashmat Khan) und Co. kämpfen gegen den Vampir an…

Meine Meinung:

Die Ramsay Brothers waren für Indien das, was die Shaw Brothers für Hong Kong waren. Nur waren die Ramsay Brothers nicht im Kung Fu Kino Zuhause, sondern im Grusel- und Horrorfilm. Nach den Filmen Hotel (doch relativ sehenswert und zuweilen sehr stimmungsvoll) und Mahakaal (leider überraschend lahm, nervend und billig) meine dritte Erfahrung mit einem Ramsay Brothers Film und der erste Film aus Mondo Macabros Bollywood Horror Collection Box, den ich mir angesehen habe. Hat sich der Zeitaufwand (der Film läuft über zwei Stunden) gelohnt? Ja!

Ich fand an Bandh Darwaza: Bride of the Vampire Gefallen, auch wenn nach dem interessanten Intro eine typisch nervende, sehr peinliche Klamauk-Szene folgt. Da standen mir die Haare zu Berge, da fast zum Fremdschämen einladend. Zum Glück ist das praktisch die einzige solche Szene im ganzen Film, die solchen Slapstick bietet. Daher sei euch empfohlen, euch davon nicht verscheuchen zu lassen, sondern die Szene durchzustehen. Und ausserdem macht die Schauspielerin, welche in der Szene auch vorkommt, in ihrem Aerobic-Suit eine sexy Figur. Immerhin etwas.

Etwas, was etwas befremdlich wirkt und die Stimmung des Filmes irritiert, sind gegen Ende 1-2 Action-Szenen, die nicht so recht zum stimmungsvollen Rest des Filmes passen wollen. Die Kampfszenen gehen ja noch, aber die Verfolgungsjagd mit dem Auto und die Shoot-Outs passten da nicht wirklich rein, fand ich.  Aber 80% des Filmes sind purer Grusel, daher fallen die Szenen nur wenig negativ auf. Und es ist noch immer Geschmackssacke. Die Filme hatten ja oft viele Genre-Anteile: Horror, Grusel, Komödie, Action, Musical. 

Aber abgesehen von diesen zwei Dingen dominieren die positiven Seiten des Filmes. Es gibt schöne Settings, viel Nebel- und Gruselstimmung, wenige aber passende und sehenswerte Tanz-Einlagen (die erste Szene, wo die Verliebten im Regen tanzen war stark) und hübsche Frauen machen den Film unterhaltsam und sehenswert inklusive Unmengen an geklauter Musik aus der Freitag der 13. und A Nightmare on Elm Street Reihe (und wenig aus Der Exorzist, wenn ich da richtig hingehört habe). Bandh Darwaza: Bride of the Vampire hat im Vergleich zu anderen indischen Horrorfilmen (Hatyarin, Khooni Mahal, Khooni Panja) deutlich mehr Budget, was dem Werk positiv anzusehen ist.

Fazit: Der erste Film aus Mondo Macabros Bollywood Horror Collection Box lohnt sich! So darf es mit den anderen Titeln gerne weitergehen!

Infos:

O: Bandh Darwaza

Indien 1990

R: Shyam Ramsay, Tulsi Ramsay

D: Manjeet Kular, Hashmat Khan, Satish Kaul, Anita Sareen, Kunika Sadanand, Anirudh Agarwal, Vijayendra Ghatge, Beena Banerjee, Aruna Irani

Laufzeit der US-Blu-Ray: Ca. 145 Min.

Gesehen am: Okt. 2024

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Mondo Macabro vor = Region-All Disc, Uncut, O-Ton, englische Subs, Unmengen an Extras (acht neue Interviews, Mondo Macabro Special über das indische Kino etc.), sehr gute Bild- und Tonqualität (stammt jedoch von «standard definition source» aufgrund schlechter Materiallage). Den Film, den es von Mondo Macabro schon auf DVD gab, wurde auf Blu-Ray in deren Bollywood Horror Collection veröffentlicht (nebst fünf anderen Filmen und Büchlein). Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Okt. 2024).

Sonntag, 22. September 2024

Daayan

Daayan

Story:

Tony (Raj Kiran) ist impotent. Im Liebespiel versagt er. Dies führt dazu, dass er von seinen Ehefrauen das Gesicht verliert und/oder betrogen wird. Daraus resultieren diverse Morde: Tony tötet seine jeweiligen Ehefrauen. Eine kehrt als Geist zurück, um sich zu rächen…

Meine Meinung:

Beim Kollegen diesen seltenen Low-Budget Gruselfilm aus Indien gesehen. Daayan stammt aus dem Jahr 1998, sieht aber ungefähr zehn Jahre älter aus. Im Vergleich mit den bekannteren Werken der Ramsay Brothers (z.B. Hotel) stinkt Daayan jedoch ab. Die Qualität und das Budget der Ramsay Brothers-Produktionen, die für ihre Grusel- und Exploitation-Werke mit bekannten Namen im Genre gefragt und auch international bekannt waren, erreicht Daayan des mir total unbekannten D.S. Azad nicht.

Was bedeudet der Titel Daayan? Google sagt dazu, Zitat: «Daayan, Ḍāin or Ḍāini is often mistakenly regarded as a Bandariya for a witch (human female practitioner of black magic) in Indian folklore, the term has been derived from the Sanskrit word dakini, which refers to a female paranormal entity from patala (the netherworld).» 

Der Plot, der teilweise auch das Märchen Blaubart erinnert, ich kenne dabei nur drei Filme (Bluebeard aus dem Jahr 1972, Barbe bleue aus dem Jahr 2009 am NIFFF gesehen und die Ital. Variante von Lucio Fulci namens Touch of Death), sah ich in Hindi ohne Untertitel.

Es gibt mehrere stimmungsvolle Momente, vor allem jene mit dem Geist, die spät nachts mit Grabsteinen und Nebel (viel Nebel) dargestellt werden, strahlten eine gruselige Atmosphäre aus. Das Monster mit charmanter Make-Up-Maske war genau nach meinem Geschmack und dazu gab es einige hübsche Frauen und 2-3 simple Gore-Szenen. Der weibliche Priester (und deren Setting) erinnerte ans HK-Kino, wenn sich Taoist-Priester mit bösen Magiern messen. Für meinen Geschmack gab es in den zwei Stunden jedoch etwas zu wenig Gruselmomente, so dass es auch Längen gab. Von den Tanzeinlagen haben mir auch nicht alle Szenen gefallen. Teilweise wirkten die Tänze etwas zu modern und der Klamauk war auch nervend (alle Szenen mit Rajesh Puri).

Fazit: Alles in allem solide. Fans des indischen Grusel- und Trash-Kinos können einen Blick riskieren!

Infos:

O: Daayan

Indien 1998

R: D.S. Azad

D: Sanjeeva Affrin, Satyendra Kapoor, Shakti Kapoor, Raj Kiran

Laufzeit der indischen VCD: Ca. 128 Min.

Gesehen am: 01.08.24

Fassungen: Mir lag die indische VCD vor = Uncut, in Hindi ohne Subs, durchschnittliche bis solide Bildqualität. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Aug. 2024).

Freitag, 13. Oktober 2023

Mahakaal

Horroktober 2023
Mahakaal

Story:

Siehe A Nightmare on Elm Street

Meine Meinung:

Mahakaal, der indische A Nightmare on Elm Street, konnte mich leider nicht vollkommen überzeugen, so dass der Film statt in die Sammlung aufgenommen zu werden gleich wieder weiterverkauft wurde. Schlecht ist der Film nicht, aber es gibt mehrere Gründe, warum mir der Film nicht in die Sammlung kommt. Der 1993er Film, der mehr wie ein 80er Jahre Film wirkt, stammt von den legendären Horrorfilm-Regisseuren und Brüdern Tulsi & Shyam Ramsay (Hotel). Ungesehen liegen noch mehrere Filme der Brüder vor (Veerana: Vengeance of the Vampire, Purana Mandir: The Haunted Temple…).

Wie oft in diesen Filmen ist der Film eine Art Genre-Mix aus Horror, Musical, Gesang, Grusel, Action und Komödie. Der 138minütige Film bot mir zu wenig Horror/Effekte/Grusel. Es gab zu viele Längen. Zudem, und das ist der Hauptgrund, hat der Humor einer Person (Michael Jackson Verschnitt*) höllisch genervt. In anderen indischen Filmen sieht man ihn auch (oder ähnliche Gestalten), aber in anderen Filmen tauchen diese Charaktere oft schnell wieder ab, so dass verschmerzbar. * Johnny Lever (an Indian actor and comedian)

So leider nicht in Mahakaal. Der Comic-Charakter kommt bis zum Ende immer wieder vor, und dessen Szenen ziehen den Film stark nach unten, was die Qualität und den Unterhaltungswert angehen. Die wenigen Grusel-Sets waren cool. Es gibt viele 1:1 Nachahmungen aus A Nightmare on Elm Street. Selbst die Musik wurde an vielen Stellen aus dem Wes Craven Klassiker gestohlen. Die Szene mit dem Bett wurde aus dem vierten Teil (A Nightmare on Elm Street 4: The Dream Master) kopiert und dann gibt es noch zweimal Musik aus The Terminator zu hören. Aus dem James Cameron-Film wurden dann auch einige ganze Sequenz gestohlen und 1:1 im Finale eingesetzt.

Hier und da würde man heute auch von politisch unkorrekten Szenen sprechen. Diese haben mir selbstverständlich gut gefallen. Wie auch die Frauen im Film: hübsch, gutaussehend und sexy gekleidet. Einige der Tanz- und Gesang-Szenen waren ebenfalls sehenswert wie die zu wenigen Grusel-Szenen. «Freddys» Klingen kommen extrem viel vor. Kennt ihr die Szene mit den Händen, die aus der Wand fahren? Die Alptraum-Szene aus Day of the Dead? Eine solche gibt es hier auch, jedoch mit «Freddys» Klingenhänden. In Sachen Blut und Gore darf so gut wie nichts erwartet werden. Leider ist der Film sehr harmlos und praktisch alle Kills viel zu harmlos. Schade!

Fazit: Mein 2. Film der Ramsay-Brüder war leider weniger sehenswert als Hotel. Ich hoffe, die anderen Titel (aus der Mondo Macabro Box) werden qualitativ besser sein…

Infos:

O: Mahakaal

Indien 1993

R: Tulsi Ramsay, Shyam Ramsay

D: Archana Puran Singh, Karan Shah, Johnny Lever, Mayur, Reema Lagoo, Kulbhushan Kharbanda, Baby Sweta

Laufzeit der US-Blu: Ca. 138 Min.

Gesehen am: Horroktober 2023

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray (Region All) von Massacre Video vor = Sehr gute Bildqualität, O-Ton, englische Subs, Uncut, Interview mit Deepak Ramsay. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Okt. 2023).

Mittwoch, 5. Juli 2023

Nagina

 
 NIFFF 2023 Spezial

Nagina

Story:

Rajni (Sridevi Kapoor) ist eine Schlangenfrau. Dies ahnt Rajiv (Rishi Kapoor) nicht, als er sie heiratet. Was führt sie im Schilde? Rajiv hat Probleme, da er sich für Rajni entschieden hat und nicht für Vijaya (Komal Mahuvakar), dessen Heirat Rajnis Mutter (Sushma Seth) und Vijaya Vater beschlossen haben. Dies zieht auch den Zorn von Vijayas Vater nach sich, der Rajiv töten lassen will. Dann ist da noch «Der Weise» (Amrish Puri), der erkennt, dass Rajni in Wahrheit kein Mensch sondern eine Schlange ist…

Meine Meinung:

Nagina war der beste Film am 4. NIFFF-Tag. Der Film wurde vom Psycho Raman Regisseur vorgestellt. Nagina soll (in Indien) 1986 einer der erfolgreichsten Filme überhaupt gewesen sein und seither gibt es unzählige weitere Verfilmungen um die Schlagen-Frau. Er hat auch Hintergrundwissen zur Mythologie und Thematik des Filmes vorgetragen. Quasi als leichteren Einstieg. Obwohl der Film über zwei Stunden läuft, ich nur ca. sechs Stunden geschlafen habe und es im Kino warm ist (keine Klimaanlage und super-weiche Sitze), war ich zu keiner Sekunde müde und fand Gefallen an dem Film, auch wenn sich wirkliche Horror- oder Fantasy-Parts doch relativ in Grenzen hielten.

Im Vergleich zu anderen indischen Horrorfilmen aus dieser Zeit, ist Nagina aufwändiger und schicker. Weniger trashig, sondern kommerzieller, zahmer. Es gibt einzelne Szenen, die zum Schmunzeln anregen (das Ende ist toll!). Der Film sieht einfach toll aus: tolle Sets, schöne Natur-Aufnahmen, tolle Kulissen, schicke Kleider, sexy Frauen. Komal Mahuvakar in einer Nebenrolle und der dazumal grösste Star des indischen Kinos, Sridevi Kapoor als Schlangen-Frau, sind einfach hübsch anzusehen. Rishi Kapoor als männlicher Part wirkt da schon etwas unbeholfener, macht aber in den wenigen Action-Szenen eine gute Figur. Stark war auch Amrish Puri, der in einem Indiana Jones Film mitwirkt, als Zauberer.

Der Film ist ein Genre-Mix: Horror, Fantasy, Mythologie, Liebesgeschichte, Drama, Kostümfilm, Gesang/Tanz, Action, Komödie. Sucht es euch aus! Das mag für einige befremdlich wirken wie auch der sonderbare Humor. In der 1. Hälfte gibt es durch einen Sidekick, der zum Glück in der 2. Hälfte nicht mehr vorkommt, peinlichen Humor. Aber nicht nur peinlichen, sondern in einer Szene auch schön politisch unkorrekten Humor: Zuerst wettert er, wiederholt, gegen seine "fette Ehefrau" und allgemein gegen "fette Frauen". Diese legen sich dann mit einem "Zwerg" an und diesen werfen sie von einer fetten Frau zur nächsten. Als der Zwerg in den Armen der fetten Frau landet, bezichtigt diese ihn der Vergewaltigung. Kein Humor für die heutige Woke-Generation. Nach dieser Szene haben zwei junge Frauen die Vorstellung verlassen. Ich musste Schmunzeln…

Den Film empfand ich als unterhaltsam und doch auch leicht spannend. Ist die Schlagen-Frau böse oder nicht? Wird es ein Happy End geben oder nicht? Man würde es ihr gönnen, es sind aber viele Herausforderungen zu meistern. Jede Szene mit Sridevi Kapoor war ein Genuss. Ihre Art zu tanzen war ebenso cool, da sie die Bewegungen einer Schlange in die Tanz-Choreographie integriert hat. Surreal, elegant, gekonnt, einmalig. Amrish Puri als Zaubrer und Weiser hat mich fast an Taoist-Priester aus Produktionen aus Hong Kong und/oder Taiwan erinnert. Auch seine Szenen waren sehenswert, da mystisch, fantastisch und actionreich. Das Finale fand ich gelungen. War auch cool gefilmt (Zeitlupen-Einsatz) und die Settings schön stimmungsvoll.

Fazit: Fans des indischen Kinos zu empfehlen!

Gefolgt von: Nigahen: Nagina Part II

Infos:

O: Nagina

Indien 1986

R: Harmesh Malhotra

D: Sridevi Kapoor, Rishi Kapoor, Sushma Seth, Komal Mahuvakar, Amrish Puri

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 138 Min.

Gesehen am: NIFFF 2023

Fassungen: Am NIFFF 2023 gesehen im O-Ton mit englischen Subs. Es handelte sich um ein HD-Master. Die Freigabe/Zensur-Karte/Klassifizierung, welche in diesen Filmen immer zuerst zu sehen ist, war in diesem Master nicht zu sehen. Den Film gibt es in England auf DVD (mit Englischen Subs). Es gibt weder eine Blu-Ray noch eine deutsche Fassung (Stand: Juli 2023).