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Sonntag, 26. Juli 2026

Evil Dead Burn

Evil Dead Burn

Story:

Alice (Souheila Yacoub) und ihre Familie trauern gemeinsam im Anwesen um Alices Ehemann, den sie heute beerdigt haben. Als die Dämonen von einzelnen Familienmitgliedern Besitz ergriffen, endet die Nacht in einem Gemetzel…

Meine Meinung:

Evil Dead Burn ist der dritte Teil der neuen Evil Dead Reihe nach Evil Dead und Evil Dead Rise. Eine Reihe, die es bisher nicht in meine Sammlung (oder wieder aus meiner Filmsammlung) geschafft hat. Mir sind die alten Filme (Evil Dead 1 + 2) einfach lieber. Mehr Nostalgie, mehr Charme, mehr Sympathieträger (Bruce Campbell). Evil Dead Burn wurde vom jungen französischen Regisseur Sébastien Vanicek inszeniert, der vor einigen Jahren mit seinem Tierhorrorfilm Infested zu überzeugen vermochte. Ich habe Evil Dead Burn am NIFFF verpasst. Die Sichtung holte ich mir heute mit dem Kumpel nach.

Ich habe mich nicht gross um den Film informiert, nicht viel gelesen und den Trailer sah ich gezwungenermassen während der Backrooms Kino-Vorstellung. Einiges, was ich über den Film wusste, gefiel mir nicht (z.B. französische Rap-Musik). Ich war skeptisch. Leider hat mir Evil Dead Burn nicht sonderlich gut gefallen. Für meinen Geschmack handelt es sich um den schwächsten der drei neuen Evil Dead Filme. Der Film war zwar meistens gut gemacht (wobei es auch einige CGI-Momente gibt) und eigentlich nicht wirklich langweilig (dennoch zog sich die 2. Hälfte ewig und ich kämpfte gegen die Müdigkeit), dennoch konnte ich mit dem Film nicht viel anfangen. Mit fast zwei Stunden Laufzeit fand ich den auch klar zu lang (es gibt ausserdem während und nach dem Abspann noch Szenen zu sehen).

Ein Plot ist kaum vorhanden. Die Bild-Optik war mir zu wenig wechselhaft. Die Bilder und Farben zu gleich, zu monoton. Die Kameraführung und Schnitte waren mir oft zu wild, zu hektisch, zu nah dran und/oder dann fanden Gewaltmomente doch nur im off screen statt. Wenn die Dämonen ihre Opfer minutenlang im Haus hin- und her schleudern, kam ich mir mehr vor, als sähe ich mir einen Marvel-Film an, statt einem Horrorfilm. Eine echte Spannung war nie vorhanden und ich fand den Film selten atmosphärisch oder stimmungsvoll. Das Hauptproblem waren jedoch alle Figuren. Die waren alle uninteressant und unsympathisch. Als Zuschauer baute ich zu keinem einen Draht auf und fieberte daher auch mit niemandem mit. Der Film und das Overacting (der Dämonen oder die Familienstreitigkeiten) waren zum Teil zu viel des Guten. Allgemein fand ich die Dämonen langweilig und auch in Sachen Gore und Splatter hätte ich mir, nachdem was ich alles gehört habe, mehr erhofft.

Fazit: Nicht mein Cup of Tea!

Gefolgt von: Evil Dead Wrath

Infos:

O: Evil Dead Burn

USA, Neuseeland 2026

R: Sébastien Vanicek

D: Souheila Yacoub, Luciane Buchanan, Hunter Doohan, Victory Ndukwe, Tandi Wright

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 110 Min.

Gesehen am: Juli 2026

Fassungen: Läuft in den Kinos in einer scheinbar leicht entschärften Fassung (Schnitte für das R-Rating). Ob auf DVD, Blu-Ray und UHD eine Uncut sprich Unrated Fassung erscheinen wird, ist noch nicht bekannt. In Deutschland soll der Film am 31.12.26 auf DVD, Blu-Ray und UHD erscheinen.

Samstag, 25. April 2026

Deathgasm 2: Goremageddon

Deathgasm 2: Goremageddon

Story:

Als Brodie (Milo Cawthorne) erfährt, dass seine Ex (Kimberley Crossman) in einer anderen Band mitmischt, die an einem Turnier teilnimmt, erwecken sein Kumpel (Daniel Cresswell) und er seine ehemaligen Bandmitglieder Zakk (James Blake) und Zion (Sam Berkley) zu neuem Leben.  Doch Zombies in einer Band zu integrieren, ist einfacher gesagt, als getan…

Meine Meinung:

Es dauerte lange, bis mit Deathgasm 2: Goremageddon die Fortsetzung zum neuseeländischen Fun-Splatter Deathgasm in die Kinos kam. Ich sah Deathgasm 2015 am NIFFF und habe den als charmanten, liebevollen und sympathischen Fun-Splatter abgespeichert. Ob die Fortsetzung nach so langer Zeit an den Vorgänger heranreichen wird? Immerhin kehrt ein Grossteil des Cast inklusive Regisseur (Guns Akimbo) sowie die Hauptdarsteller (Milo Cawthorne, Kimberley Crossman, James Blake, Sam Berkley, Daniel Cresswell) zurück und neue Namen kommen dazu.

Warum es so lange dauerte, bis der 2. Film realisiert werden konnte, weiss ich nicht. Der Film wurde jedoch auch von Fans mit produziert und wie dem Abspann des Filmes zu entnehmen ist, sind wohl gleich mehrere Beteiligte inklusive des Hündchens nicht mehr am Leben. Der Film war auch eine Kickstarter Produktion, die Anfang 2024 in Produktion ging. Derweil besucht der Film diverse Festivals und für solche, ist die Fortsetzung natürlich mehr als gelungen. Seit ich den ersten Teil sah, ist zu viel Zeit her, um vergleichen zu können.

Der Plot von Deathgasm 2: Goremageddon ist simpel. Zumindest an Brodie, Zakk und Medina (seine Ex) konnte ich mich noch erinnern. Nicht so an die anderen Figuren. Neue Figuren, die dazustossen, sorgen für viel Spass (Religiöser Fanatiker und der andere Band-Anführer, der mehr wie ein Sektenguru wirkt). Auch der heutige Zeitgeist wird durch den Kakao gezogen, was mir gefiel. Ansonsten war der Humor oft weniger mein Fall und zu sehr Penis fixiert. Die Gloryhole-Sequenz war schon sehr drüber. Der Humor passt perfekt zu einem Festival, aber mir sagt das oft nichts mehr. Die Figuren sind mir Herzblut dabei. Es gibt hier und da auch Längen.

Vielleich wäre es besser gewesen, den Film etwas zu straffen. Wer eklige Szenen (es wird viel gekotzt in dem Film), pubertierenden Humor, Metal-Band und Fun-Splatter mag, wird Deathgasm 2: Goremageddon hingegen lieben. Es gibt viele abgefahrene Ideen und viele sehr blutige und handgemachte Effekte. In der Hinsicht enttäuscht der Film nicht. Splatterfans werden voll auf ihre Kosten kommen. Das Finale war jedoch etwas enttäuschend, die digitalen Effekte hätte es nicht gebraucht (Strom, Feuer) und in vielen Szenen wirkt der Film, trotz starker handgemachter Effekte, etwas klein, einfach und billig. Das Zombie-Make-Up fand ich allgemein schwach.

Fazit: Perfekter Festival-Beitrag, aber nichts für meine persönliche Sammlung!

Infos:

O: Deathgasm 2: Goremageddon

Neuseeland, Kanada 2025

R: Jason Lei Howden

D: Milo Cawthorne, Kimberley Crossman, James Blake, Daniel Cresswell, Sam Berkley

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 102 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2026

Fassungen: Gesehen am Brugggore Filmfestival 2026 in Englisch. Uncut. Eine DVD, Blu-Ray oder UHD ist noch nicht angekündigt (Stand: April 2026).

Samstag, 12. Juli 2025

The Rule of Jenny Pen

NIFFF 2025 Spezial

The Rule of Jenny Pen

Story:

Ein ehemaliger Richter fristet seinen letzten Abschnitt in einem Altersheim. Durch einen Schlaganfall und dessen Folgen ist er eingeschränkt. Er erkennt, dass ein Psychopath im Altersheim sein Unwesen treibt (ein anderer Heimbewohner). Dieser hantiert mit einer Handpuppe, terrorisiert die anderen Bewohner und dessen Folgen reichen soweit, dass es sogar zu Todesfällen kommt. Die Pflegenden schenken ihm keinen Glauben? Wie soll er ihn stoppen?

Meine Meinung:

Als ich das Programm für meinen NIFFF Besuch 2025 zusammenstellte, ging mir The Rule of Jenny Pen durch die Lappen. Erst als ich das Programm vom Kumpel, der aus Zürich an NIFFF stiess, studierte, wurde ich auf The Rule of Jenny Pen aufmerksam. Da der Film erst um 17.00 Uhr starten sollte, lag einer Sichtung nichts im Weg. Ich hatte zwar noch Nachtdienst, aber ich schlief danach nur bis am Mittag. Mit anderen Worten: zeitlich reichte es mir problemlos, am Nachmittag für die 17.00 Uhr Vorstellung nach Neuchatel zu reisen.

Als ich den Trailer zu The Rule of Jenny Pen anschaute, empfand ich das Gezeigte als interessant. Gerade für mich als Pfleger (Dipl. Pflegefachmann sagt man in der Schweiz) war das Setting natürlich interessant. Ich glaube, ich kenne keinen Film, der in einem Altersheim handelt und einen Psychothriller-Plot erzählt. Nur schon diese Prämisse hievt den Film inhaltlich über den Durchschnitt da definitiv kein 08/15 Plot. Obwohl der Film per se nicht wirklich ein waschechter Horrorfilm ist, kann das Gezeigte definitiv als Horror beschrieben werden.

Der Film aus Neuseeland zeigt die Machtlosigkeit und Handlungen in einem Pflegeheim gekonnt auf, auch wenn das im Film zum Teil noch relativ schön dargestellt wird. Der Film unterhält, auch wenn es inhaltlich am Ende paar Hänger gibt d.h. sich der Film dann zog etwas in die Länge zog. Zu dem Psychopathen hätte es gerne etwas mehr Hintergrundinfos geben dürfen. So bleibt alles etwas wage und im Kopf des Zuschauers (Interpretationen). Alles in allem ist The Rule of Jenny Pen aber toll anzusehen, technisch versiert und mit den mir unbekannten Geoffrey Rush sowie John Lithgow (Pet Sematary) stark besetzt.

Fazit: Stark gespielter Psychothriller im unangenehmen Setting!

Infos:

O: The Rule of Jenny Pen

Neuseeland 2024

R: James Ashcroft

D: John Lithgow, Geoffrey Rush, Nathaniel Lees, Thomas Sainsbury, Maaka Pohatu

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 104 Min.

Gesehen am: NIFFF 2025

Fassungen: Am NIFFF 2025 im O-Ton mit franz. & englischen (!!!) Subs gesehen. Uncut. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2025).

Sonntag, 27. April 2025

Grafted

Brugggore Filmfestival 2025 Spezial

Grafted

Story:

Die Austauschschülerin Wei (Joyena Sun) leidet an einer Hauterkrankung. Das belastet ihr Selbstwertgefühl und ihr Sozialleben an der Schule. Als ihr Vater, der an einem Heilmittel zu dieser Hautkrankheit arbeitete, stirbt, führt Wei dessen Arbeiten weiter. Mit unangenehmen Folgen…

Meine Meinung:

Grafted ist das Regiedebüt von Sasha Rainbow, welche zuvor Kurzfilme und Musikvideos realisiert hat. Sie nimmt sich in ihrem Erstlingswerk einem sozialkritischen Thema an. Ähnlich ging es der Überraschungsfilm und Oscar-Kandidat The Substance an. Welchen Einfluss hat Social Media auf junge Frauen? Die Frage um das Schönheitsideal. Der Film vereint dabei vor allem Body-Horror mit Mad Scientist sowie Coming of Age Inhalten.

Eine interessante Mischung. Sogar Elemente des John Woo Meisterwerks Im Körper des Feindes kommen vor. Zu einem grossen Teil. Das machte den Plot interessanter, da die Hauptfigur Wei dann gezwungen ist, sich als andere Figuren und deren Fähigkeiten auszugeben. Und Wei, eine Austauschstudentin aus China, der westlichen Kultur völlig fremd, hat zunächst Mühe damit. Das sorgt für Schmunzeln, schwarzen Humor aber auch Spannung. Und die Darsteller können wechselhaft agieren, was ich mochte.

Die mir unbekannten Darsteller haben ihre Sache im Grossen und Ganzen ordentlich gemacht. Was dem Film negativ anzusehen ist, ist zuweilen das Drehbuch, und wohin die Sache steuert. Teilweise wirkt das unlogisch und es gibt quasi Sprünge im Plot (als die Polizei am Ende sofort auf die fliehende Wei trifft, warum eigentlich?). Nach Logik sollte nicht gesucht werden (der immer bellende Hund = Gefahr für Wei, entdeckt zu werden, warum hat sie sich nie um den Hund gekümmert?). Auch die Effekte haben etwas unter dem kleinen Budget gelitten. Speziell die gesichtslosen Gesichter waren viel zu simpel als Effekt gestaltet worden. Dafür empfand ich das moralische und fiese Ende als sehr gelungen.

Fazit: Erreicht nicht die Qualität von anderen Coming of Age Filmen dieser Art (z.B. Raw), aber war für eine Sichtung absolut ok und solide.

Infos:

O: Grafted

Neuseeland 2024

R: Sasha Rainbow

D: Jess Hong, Jared Turner, Mark Mitchinson, Eden Hart

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 96 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2025

Fassungen: Film am Brugggore Filmfestival gesehen = Uncut und in Englisch. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: April 2025).

Dienstag, 26. November 2024

Jack Be Nimble

Jack Be Nimble

Story:

Jack und Dora werden als Kinder zur Adoption freigegeben. Dora landet bei einer gutsituierten Familie (Brenda Simmons, Gilbert Goldie), während Jack bei seinen neuen Eltern (u.a. Tony Barry) durch die Hölle geht. Viele Jahre später, beide sind nun Erwachsen, kann Jack (Alexis Arquette) der Hölle entkommen und macht es such zum Ziel, seine Schwester Dora (Sarah Smuts-Kennedy), die auch eine Art Medium ist, zu finden. Doch auch dieser Weg ist voller Hass, Wut und Aggression…

Meine Meinung:

Ich sah den Film dazumal als Jugendlicher im Jahr 2002 im Free-TV auf einem Schweizer TV-Sender. Danach wanderte der Film ewig auf meine Wunschliste. Die US-DVD war jedoch out of Print und so kam ich, wenn ich mich korrekt erinnere, nie in deren Genuss. Und heute, über 20 Jahre später, gibt es davon eine Blu-Ray. Also erfolgte die 2. Sichtung via Blu-Ray. Ich konnte mich nur noch an 2-3 Momente des Filmes erinnern: dass Alexis Arquette («Damien» aus Bride of Chucky) die Hauptrolle spielte, die Szene mit dem Schwein und dass es ein abgefahrener Film war.

Der Film gefiel mir auch nach der Auffrischung d.h. nach der 2. Sichtung. Der neuseeländische Film aus dem Jahr 1993 stellte das Regiedebüt von Regisseur Garth Maxwell dar. Der Film ist ein Mix aus Psychothriller, Horror, Arthouse-Film und Drama. In der imdb wird der Streifen sogar als "Dark Comedy" gelistet, was ich nicht nachvollziehen kann. Zu lachen gibt es in Jack Be Nimble eigentlich nichts. Zudem gibt es Carrie Vibes in Bezug auf die Figur Dora und das Ende ist, im wahrsten Sinne, sehr fantastisch und mysteriös.

Ein spezieller, düsterer und stark gespielter Film. Wäre das z.B. eine heutige Netflix Produktion, gäbe es sicherlich Trigger- und Warnhinweise (Missbrauch) vor dem Film. Das war 1993 aber noch kein Thema. Dennoch sind die Szenen, in denen Jack gedemütigt, ausgesetzt, geschlagen und misshandelt wird, alles andere als einfach anzusehen. Das liegt zum einen an den starken Schauspielern. 

Mit Ausnahme von Alexis Arquette, den ich nur aus der Chucky-Fortsetzung kenne, waren mir die anderen Stars kein Begriff. Sie haben aber alle, bis in die kleinste Nebenrolle, stark gespielt. Glaubhaft. Unverbraucht. Optisch ist ein Film auch toll gefilmt, eingefangen und editiert.

Fazit: Sehenswert und nicht uninteressant!

Infos:

O: Jack Be Nimble

Neuseeland 1993

R: Garth Maxwell

D: Alexis Arquette, Sarah Smuts-Kennedy, Bruno Lawrence, Tony Barry, Brenda Simmons, Gilbert Goldie

Laufzeit der US-Blu-Ray: Ca. 96 Min.

Gesehen am: Feb. 2002 / Neusichtung am: 14.10.24

Fassungen: Mir lag die Region-All US-Blu-Ray vom Vinegar Syndrome Partner-Label Altered Innocence vor = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs, diverse exklusive Extras (auch Interviews mit dem Regisseur und weitere Kurzfilme von diesem). Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Okt. 2024). Im Schweizer Free-TV lief der Film im Originalton mit deutschen Untertiteln.

Mittwoch, 11. September 2024

Death Warmed Up


Death Warmed Up

Story:

Michael Tucker (Michael Hurst) wird als Kind nach einer Gehirn-OP manipuliert und unter Mithilfe von Hypnose dazu gebracht, seine Eltern zu töten. Danach landet Michael in der Irrenanstalt. Dafür verantwortlich war Dr. Archer Howell (Gary Day). Nach acht Jahren wird Michael entlassen und er kennt nur ein Ziel: Dr. Archer Howell zu finden und sich zu rächen…

Meine Meinung (HD-Cut):

Aka Robot Maniac. Ich sah den Film bisher nur einmal. Das war vor dem Jahr 2006 beim Kumpel, der davon aus seinem Urlaub in Japan die DVD mitbrachte. Ich wusste so gut wie nichts mehr über den Film. Death Warmed Up sah ich also seit gut 20 Jahren nicht mehr. Der Film, ein Werk aus Neuseeland und Australien, stammt von David Blyth, dem mit Death Warmed Up wohl sein bekanntester Film gelang. Halt die glorreichen 80er Jahre (Splatter)Filme.

Death Warmed Up ist ein wilder Ozploitation-Film und Mix aus Mad Max/Endzeitfilm mit Zombie- und Mad scientist Motiven. Kein Kracher, vielleicht auf eine Art und Weise auch überbewertet und nicht so gut wie sein Ruf, aber auch definitiv nicht uninteressant. Es ist schon interessant, dass im Australischen Kino, zumindest im Genre-Film, so viele Hinterwälder oder Rednecks hausen. Siehe Filme wie Wolf Creek, Mad Max, Fair Game oder die wunderbaren Gestalten aus Razorback. Oder ganze Dorfbewohner wie in Wake in Fright.

Death Warmed Up strahlt eine gewisse Faszination aus. Dem Film gelingt es, zu fesseln und aufgrund der vielen Horrorelemente, dem hohen Tempo und der kurzen Laufzeit vermag der Film zu unterhalten. Langweilig wird es eigentlich nie. Teilweise hat man das Gefühl, dass David Blyth schon fast zu viele Dinge in seinen Film untergebracht haben wollte. Die Rednecks sind wunderbar und erinnern auch ans Troma-Kino, während der Mad scientist solide agiert. Dasselbe gilt für unseren Helden, gespielt von Michael Hurst. Auch das Spiel mit Licht und Schatten wurde gut eingefangen, auch wenn das HD-Master etwas dunkel war (so wie ich mich erinnere, betraf dies jedoch auch schon ältere Medien wie z.B. die japanische DVD). 

Wo der Film durchgehend überzeugt sind die tollen Spezialeffekte und Make-Up Masken. Davon gibt es, zumindest in der Originalfassung, jede Menge zu sehen. In dieser vorliegenden HD-Fassung sind mind. vier Szenen zensiert (= scheinbar einfach verloren und/oder bei der Restauration beschädigt) und eine weitere Szene ist harmlos, da Alternativmaterial und gezoomt.

Fazit: 80er Jahre Splatter- und Horrorfans können einen Blick riskieren!

Infos:

O: Death Warmed Up

Neuseeland, Australien 1984

R: David Blyth

D: Michael Hurst, Margaret Umbers, William Upjohn, Norelle Scott, David Letch, Geoff Snell

Laufzeit der franz. Blu-Ray: Ca. 85 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: 20.06.24 / Sichtung der deutschen Blu: 15.06.26

Fassungen: Die Erstsichtung vor 2006 erfolgte beim Kollegen als DVD aus Japan. Ob diese Uncut ist, weiss ich nicht. Es gäbe noch eine sehr schicke LD aus Japan. Als Uncut gelten folgende Fassungen: die deutsche Blu-Ray von DigiDreams Studios (Platinum Cult Edition 57), die neuseeländische DVD von Screenline, das holländische VHS von EVC und das US-VHS von Vestron Video International. Das HD-Master des Filmes ist nicht komplett. Dieses findet sich u.a. auf den Blu-Ray Fassungen aus Deutschland (CMV) oder den USA (Severin films). Als Bonus bieten diese Fassungen noch die sogenannte «Original New Zealand Uncut VHS-Version», die scheinbar auch aus mehreren Fassungen zusammengebastelt wurde. Dessen Ton soll asynchron sein. Mir lag die franz. Blu-Ray von Extralucid Films vor = Booklet über das neuseeländische Kino inklusive Interview mit dem Regisseur, Schuber, zwei DVDs (Code Free) und eine Blu-Ray (Region-All Disc). Nebst Death Warmed Up liegt noch der Film Wound von David Blyth vor. Wie ich erst jetzt sehe, bietet die franz. Scheibe nur den zensierten HD-Cut in Englisch mit franz. Subs oder in Franz. In dieser fehlen nebst Handlung auch fünf Gewaltszenen und/oder liegen alternativ vor (gezoomt statt nicht gezoomt). Die Disc wurde verkauft und die deutsche Blu wird auf die Wunschliste gesetzt. Nachtrag Juni 2026: Für eine Neusichtung lag mir nun die deutsche Blu-Ray von DigiDreams Studios vor = wahrscheinlich die einzige Blu-Ray, welche die 100%ige Uncut Fassung beinhaltet. Es wurde das HD-Master benutzt und die dort fehlenden Szenen in schlechterer Qualität aus einem anderen Print eingefügt. Krekel, der Label-Chef, ist dafür bekannt, Filmkorn aus seinen Prints zu entfernen. Dafür benutzt er den extremen Einsatz von Rauschfiltern. So sieht der gesamte Print, obwohl von einem HD-Master stammend, zu keiner Sekunde aus wie echtes HD. Und wie bereits bei der franz. Blu-Ray, wirkten einige Szenen nach wie vor zu dunkel. Da hat man die Wahl zwischen Pest (ausländische HD Prints, die nicht Uncut sind) und Cholera (Deutsche Blu-Ray zwar Uncut, aber das Master wurde verschlimmbessert). Ich sah mir den Film erstmals in Deutsch an. Die deutsche Sprachfassung ist absolut i.O. Es gibt zum O-Ton Englisch keine Subs, was schade ist. Der Film ist ein nicht uninteressanter Horrorbeitrag aus Neuseeland. Horrorfans können einen Blick riskieren. 

Sonntag, 7. Juli 2024

She Loved Blossoms More

NIFFF 2024

She Loved Blossoms More

Story:

Drei Brüder bauen im Auftrag ihres Vaters eine Zeitmaschine. Damit hoffen sie, ihre verstorbene Mutter wieder zurück ins Leben holen zu können…

Meine Meinung:

Vor der Sichtung dieses griechischen Filmes waren gemischte Gefühle vorhanden, da es doch auch viele sehr schlechte Reviews zum Film gab. Und leider hatten diese absolut recht: She Loved Blossoms More lohnt sich absolut gar nicht und war sogar noch schlechter als der schon nicht wirklich tolle Toxic Daughter, mit welchem ich am 2. NIFFF Tag in das Filmfestival gestartet bin. Schade. Der Film bietet praktisch keine positiven Seiten.

Positiv sind vielleicht 1-3 innovative Effekte, wobei eine Szene dreist an David Cronenbergs Die Fliege erinnert (Tier ohne Haut und verstümmelt nach erfolglosem Experiment in der «Kammer»). Anhand des Trailers hoffte ich auf a) mehr solcher Effekte und b) auf mehr Retro-Look. Mehr digitale Spielereien und einen coolen Soundtrack. Doch leider gab es beides nicht. Kaum Effekte und die Musik waren nervend und schwach (schon im Vorspann war dies zu erahnen).

Der Plot ist konfus, langweilig und uninteressant. Ohne Sinn und Verstand. Der Film, ein Möchtegern Arthouse-Film, nervte höllisch. Schuld daran sind vor allem die «coolen» Figuren und deren Darstellung und die Dialoge. Wirklich furchtbar schlecht, zum Fremdschämen und zum Kopfschütteln anregend. So haben am NIFFF auch mehrere Gäste den Film verlassen, weil so schlecht und albern. Die 86 Minuten haben sich definitiv länger angefühlt. Die «Schauspieler» müssten aufgrund ihrer Qualität auf eine schwarze Liste gesetzt werden. Die können gar nichts.

Fazit: Selbstverliebter, nervender, langweiliger und schwachsinniger Arthouse-Schrott!

Infos:

O: She Loved Blossoms More

Griechenland, Frankreich, Neuseeland 2024

R: Yannis Veslemes

D: Dominique Pinon, Julio Katsis, Panos Papadopoulos, Sandra Abuelghanam, Aris Balis

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 86 Min.

Gesehen am: NIFFF 2024

Fassungen: Am NIFFF 2024 gesehen in Englisch, Uncut. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray, UHD oder eine deutsche Fassung (Stand: Juli 2024).

MaXXXine

NIFFF 2024

MaXXXine

Story:

Hollywood, 1985:

Maxine (Mia Goth) versucht ihr Glück bei Hollywood. Ihr Ziel ist es, weltbekannt zu werden. Doch ihr Ziel und Bemühungen werden durch einen Serienkiller gestört, der es auf Schauspielerinnen abgesehen hat und der um ihre Vergangenheit (Pearl, X) Bescheid weiss…

Meine Meinung:

Auf MaXXXine, den dritten Teil in der von A24 produzierten Trilogie von Ti West (In a Valley of Violence) mit Mia Goth (Suspiria) habe ich mich gefreut. Inzwischen soll der Film sogar einen regulären Kinostart bekommen haben, was mich doch sehr überrascht. Das war bei den Vorgängern, soviel ich weiss, zumindest in der Schweiz, nicht der Fall. Der dritte Teil spielt nun in den 80ern Jahren und versucht sich in der Hommage an Hollywood- und Serienkiller-Filme.

Letzteres gelingt nur dürftig und Giallo-Vibes, welche dem Film auch nach gesagt werden, empfand ich bis auf einen Mord als unpassend formuliert. MaXXXine ist leider eine ganze Nummer uninteressanter und schwächer als die Vorgänger. Zum einen gibt es relativ wenig Action und auch kaum Effekte (eigentlich bietet der Film nur zwei tolle Splatter-Effekte durch den ganzen Film), zum anderen hat mich der Film vor allem inhaltlich nicht abgeholt. Besonders das letzte Viertel war dann wirklich schade und hat viele Punkte gekostet.

Da hätte ich mir eine andere Auflösung als jene gewünscht. Und was Ti West definitiv auch nicht kann, ist das Inszenieren von Shoot-Outs. Das passte einfach nicht in den Plot. Ti West muss sich gar den Vorwurf gefallen lassen, Quentin Tarantinos Once Upon a Time in Hollywood als Vorbild genommen zu haben. Der Film geht in die Richtung. Die starken Seiten des Filmes nebst zwei sehenswerten Splatter-Szenen ist die Machart: der Retro-Look ist cool und die ganzen 80er Jahre Vibes haben mir gefallen. Zudem ist der Film, zumindest mehrheitlich, auch stark gespielt: Mia Goth überzeugt erneut und am meisten Spass machte ansonsten Kevin Bacon (Freitag der 13.).  Der Rest fällt z.T. aber ab. Schade.

Fazit: Im Gegensatz zu X und Pearl kein Film für die Sammlung und leider eine ganze Nummer schlechter als die Vorgänger. Schade. 

Infos:

O: MaXXXine

USA, Kanada, Neuseeland, UK (je nach Quellen unterschiedlich) 2024

R: Ti West

D: Mia Goth, Elizabeth Debicki, Moses Sumney, Michelle Monaghan, Bobby Cannavale, Lily Collins, Kevin Bacon

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 104 Min.

Gesehen am: NIFFF 2024

Fassungen: Am NIFFF 2024 gesehen in Englisch, Uncut. In Deutschland soll der Film am 31.12.24 auf DVD/Blu-Ray/UHD erscheinen.

Sonntag, 12. November 2023

Echsenjagd - Spur des Grauens

Echsenjagd - Spur des Grauens

Story:

Amy (Pamela Gidley) und Marshall (Simon Bossell) kämpfen in einer verschneiten Hütte gegen mutierte Killer-Eschen an…

Meine Meinung:

Horrorfilme und Neuseeland? Da dürften Fans vor allem Peter Jacksons Bad Taste und Braindead in den Sinn kommen. Am NIFFF sah ich zudem den Anthologie-Film The Field Guide to Evil (lohnt nicht). Jackson schlug später, wenn auch viel kommerzieller, mit The Frighteners nochmals zu. Das Arthouse Drama Jack Be Nimble liegt (als US-Blu-Ray) noch ungesehen rum. The Ugly ist eine meiner ältesten Laser Paradise DVDs. Ob die Disc überhaupt noch läuft? Und wer denkt da nicht an Filme wie Black Sheep (am NIFFF genossen), Die unwiderlegbare Wahrheit über Dämonen (seit Jahren nicht mehr gesehen), neuere Produktionen wie Housebound, Dead Kids (gefiel mir nicht), die Vampir Komödie What We Do in the Shadows oder Deathgasm (ein 2. Teil soll kommen, Regisseur such via Kickstarter nach Geld)?

Und da wäre noch Echsenjagd - Spur des Grauens. Ein 90er Jahre Tierhorrorilm, den ich klar unterbewertet finde. Der Film dürfte gerne bekannter sein, denn Echsenjagd - Spur des Grauens ist einer dieser Filme (wie z.B. Maya, Revenge of Billy the Kid, Night Life, The Keep und Co.), den es meiner Meinung nach nicht wirklich in einer würdigen Fassung zu erwerben gibt. Echsenjagd - Spur des Grauens hat die 2. Sichtung bestanden. Der Film gefällt mir nach wie vor sehr gut und ich würde den Film, gerade als Fan von Practical creature effects, als einen der besten Tierhorrorfilme ansehen (nebst Werken wie Killer Crocodile, Die Stunde der Ratte, Slugs, Razorback, JawsPiranha II – Fliegende Killer und Co.).

Der Tierhorrorfilm hat a) Backwood und b) Kammerspiel-Motive. Zum einen spielt der Film in einer einsamen Hütte, zum anderen mitten im Nirgendwo. Der Film funktioniert mit einer kleinen Anzahl Figuren (zwei Hauptfiguren), eine schön verschneite Landschaft und blutigen Tierhorror-Szenen und charmanten, handgemachten Monster- und Splatter-Szenen. Für eine FSK16 geht es hier auch schon ganz schön blutig zu und her. Bei Tierhorrorfilmen drückte die FSK noch immer ein Auge zu, wenn ich da z.B. an Filme wie Deep Rising oder Das Relikt denke. Für die starken Effekte zeichneten sich gleich mehrere Namen aus: Dan Perry (Evil Dead), Kevin Chisnall (Double Vision, Mad Mission), Clint Ingram (The Tommyknockers) oder Allan Burne (Hellbound: Hellraiser II).

Der Film ist unterhaltsam, auch lustig und Pamela Gidley und Simon Bossell sind sympathische Hauptfiguren. Abstriche gibt es in der stereotypen Darstellung der Figur Uri gespielt von Valery Nikolaev. Dessen Szenen passen nicht so recht zum Rest des Filmes (Spagat à la Van Damme, Action-Einlagen im Finale, Shoot-Outs) aber immerhin sind diese mit vielen Creature-Effects und einem schön blutigen Film-Tod verbunden. Von daher: akzeptiert! Zudem geht es nach diesem Finale nochmals weiter (Supermarkt, Autofahrt) wo nochmals die Echsen für Horror (und blutige Effekte) sorgen dürfen.

Fazit: Für Tierhorrorfans absolut zu empfehlen!

Infos:

O: Aberration

Neuseeland 1997

R: Tim Boxell

D: Pamela Gidley, Simon Bossell, Valeriy Nikolaev, Merlin (die Katze)

Laufzeit der deutschen DVD: 89:23 Min.

Gesehen am: März 2024 /Neusichtung am: 30.09.23

Fassungen: Für eine 2. Sichtung lag mir neu die deutsche DVD von Imperial Pictures vor = minim bessere Bildqualität und keine Zwangsuntertitel im Gegensatz zur schwedischen DVD. Dennoch ist auch hier noch viel Luft nach oben: dass Master (Bildqualität) dürfte schärfer und vor allem heller sein, das Bild statt Vollbild im Originalbildformat 1.85:1. Daumen drücken, dass da irgendwann eine Blu-Ray kommen wird, die den Film in einer würdigen Fassung repräsentieren wird. Auch bekannt als Echsenjagd - Etwas überlebt immer.

Montag, 21. Februar 2022

Guns Akimbo Review

Guns Akimbo

Story:

 

Nerd Miles (Daniel Radcliffe) gerät zufällig an Skizm, wo Gangster Killer gegeneinander antreten lassen (bis zum Tod) und das gegen Geld im Internet Live Streamen und verkaufen. Miles werden gegen seinen Willen zwei Pistolen an seine Hände genagelt. Mit seinem Handicap versucht er nun, Killer Nix (Samara Weaving) zu überleben und das Herz seiner Ex (Natasha Liu Bordizzo) zurück zu gewinnen…

 

Meine Meinung:

 

Guns Akimbo war so ein 50% zu 50% Blindkauf wo ich auch schon ahnte, dass mir der Film nicht wirklich zusagen könnte. Oder sollte ich Glück haben und einen Film wie Crank oder Shoot 'Em Up vorgesetzt bekommen? Zumindest mag ich an sich Actionfilme und ich finde auch Daniel Radcliffe relativ sympathisch. Zumindest sagte er mir in Horns zu.

 

Leider hat mir, wie ich zu 50% bereits befürchtete, Guns Akimbo nicht gefallen. Und zwar so gut wie gar nicht. Ich mochte 2-3 Szenen, Daniel Radcliffe und die Tatsache, dass der Film nicht langweilig ist. Es geht von Anfang an die Post ab und Längen gibt es nicht.

 

Damit sind die positiven Seiten für meinen Geschmack jedoch bereits vorbei. Der Film ist jedoch definitiv nicht mein Fall und/oder ich bin zu alt für diese Art Film. Das kann es natürlich auch sein. Der Film und die Machart, vor allem in den Actionszenen, war mir einfach viel zu modern. Damit meine ich z.B. nicht Mal das CGI Blut, sondern die Kameraführung, Effekte und der ganze Social Media Kram. Nicht mein Fall, auch wenn die Nerd-Szene des Film-Inhaltes natürlich viel damit zu tun hat.

 

Ausser Daniel Radcliffe hat mir leider kaum jemand der anderen Stars/Figuren zugesagt. Der tätowierte Bösewicht war eine Lusche und Samara Weaving (The Babysitter, The Babysitter: Killer Queen) fand ich schrecklich und wenig attraktiv. Keine Ahnung, was manche an ihr finden. Die Action-Szenen sind mehr oder weniger alle enttäuschend. Nichts Interessantes bei für Old School Actionfans. Und die 18er Freigabe ist auch ein Witz…

 

Fazit: Stark Geschmackssache. Mir persönlich hats nicht zugesagt…

 

Infos:

 

O: Guns Akimbo

 

Deutschland, Großbritannien, Neuseeland 2019

 

R: Jason Lei Howden

 

D: Daniel Radcliffe, Samara Weaving, Ned Dennehy, Natasha Liu Bordizzo, Grant Bowler

 

Laufzeit der CH-DVD: 93:53 Min.

 

Gesehen am: 24.11.21

 

Fassungen: Mir lag die Schweizer DVD von Ascot Elite vor = Deutsch/Englisch, deutsche Subs, Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität. Mir ist nicht bekannt, ob es auch eine Schweizerische Blu-Ray gibt (in D gibt es eine).

Freitag, 12. Juli 2019

Come to Daddy Review

  NIFFF 2019 Spezial
Come to Daddy

Story:

Norval (Elijah Wood), dessen Vater in der Kindheit seine Mutter und ihn verlassen hat, bekommt nun, etwa 30 Jahre später, von ihm einen Brief geschickt, in welchem der Vater Norval bittet, ihn zu treffen. Gesagt, getan. Norval sucht das Heim seines Vaters, er lebt in einem einsamen Strandhaus, auf, um seinen Vater zu treffen und Vergangenes zu reflektieren und zu verarbeiten. Doch es läuft alles anders als geplant…

Meine Meinung:

Come to Daddy ist ein sehenswerter Überraschungsfilm, von dessen Inhalt man nicht mehr wissen sollte, als ich weiter oben geschrieben habe. Jedes Detail mehr, würde die Spannung, Überraschungseffekte und Originalität rauben, welche der Film bietet. Das wäre sehr schade. In der Inhaltsangabe zur NIFFF Vorstellung stand sogar noch weniger als oben, und das ist auch richtig so.

Elijah Wood sehe ich inzwischen ganz gerne (Dank Maniac) und so wurde der Film, von dem ich kaum etwas wusste (Trailer gibt es auch noch keinen), zu einer spannenden Angelegenheit. Ich kann im Review gar nicht ins Detail gehen, da ich keine Überraschungen verderben will. Ich kann nur sagen: einige Dinge ahnt man vielleicht, erinnern ganz wenig und entfernt an andere Filme.

Dies war bei mir in zwei Szenen der Fall – ansonsten weiss man nicht, wo der Film hinsteuert und wie er endet. Es gibt schwarzen Humor, es gibt Suspense und Spannung und von jedem einzelnen phantastische Schauspielleistungen. Der Inhalt ist innovativ, original, nicht vorhersehbar. Eine Spannung daher bis am Ende gegeben.

Spannend, schwarzhumorig, innovativ – was will man mehr? Der 3. NIFFF 2019 Film, welchen ich mir auf die Wunschliste setzen werde!

Fazit: Unbedingt ansehen! So macht Kino Spass!

Infos:

O: Come to Daddy

Irland, Kanada, Neuseeland, USA 2019

R: Ant Timpson

D: Elijah Wood, Stephen McHattie, Ona Grauer, Martin Donovan, Michael Smiley

Laufzeit der Originalversion: Ca. 93 Min.

Gesehen am: NIFFF 2019

Fassungen: Gesehen am NIFFF im O-Ton und Uncut. Es gibt noch keine DVD/Blu-Ray und keine deutsche Fassung (Stand: Juli 2019). Nachtrag 14.04.23: Inzwischen liegt mir die UK-Blu-Ray von Signature Entertainment vor = O-Ton, englische Subs, Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität.

Donnerstag, 25. Oktober 2018

Dead Alive Review


Horroktober 2018 Spezial
Dead Alive

Story:

Durch einen Tiervirus verwandeln sich Menschen in einer neuseeländischen Kleinstadt in gefrässige Zombies. Muttersöhnchen Lionel (Timothy Balme), dessen Mutter zum Zombie wird, kämpft gegen die Verbreitung derselben, versucht das Herz seiner grosse Liebe (Diana Peñalver) zu erobern und beschützt sein Haus gegen bösartige Verwandte (Ian Watkin) – doch auf einer grossen Feier kommt es zum ultimativen Blutbad…

Meine Meinung:

1992 landete Peter Jackson, der später Der Herr der Ringe verfilmt hat, in Horrorfankreisen einen Hit und schuf mit Braindead einen der blutigsten, wenn nicht den blutigsten Film aller Zeiten (spontan fällt mir noch Premutos – Der gefallene Engel ein, der damit mithalten könnte). Er machte schon zuvor mit Bad Taste auf sich aufmerksam und präsentierte ausserdem eine amüsante Muppet Show für Erwachsene (Meet the Feebles) bevor er Braindead drehte und später langsam in den Mainstream abdriftete (The Frighteners, Der Herr der Ringe, King Kong…), leider…

Ich kenne den Film seit Jugendjahren. Als junger Horrorfilmfan hatte ich im Internet und Büchern massiv viel über den Film gelesen. Die Erwartungen waren extrem. Ich war so neugierig, den Film damals endlich sehen zu können. Ausgerechnet eine Videothek im Kanton Wallis schuf Abhilfe – Familienfest – und eine Cousine meiner Mutter hat uns den Film, da wir minderjährig waren, ausgeliehen und wir guckten uns den Film am Familienfest (!!!) an (mein Grossvater war vom Angel of Death Trailer, einem Andreas Bethmann Film, sichtlich schockiert).

Aber die Eltern taten das richtige – die Kinder wurden dank Film ruhig gestellt und man brauchte sich nicht um uns kümmern – der Film war der Wahnsinn und ist es auch heute noch – die hohen Erwartungen wurden übertroffen, das Video wurde nach Hause genommen und kopiert, bevor ich später dann legale Fassungen davon in die Sammlung stellte. Ach – welche hübschen Jugenderinnerungen:-)

Man merkt es Peter Jackson an, dass er ein grosser Filmfan ist. Sein Liebe für kleine Details sind unverkennbar. Der Film wartet mit einer herzlichen Liebesgeschichte, sympathischen und abgedrehten Figuren (Lionels Onkel, Paquita Maria Sanchez als Lionels Freundin und Peter Jackson selbst in einem Cameo beim Bestatter als verrückter Nichtsnutz der eine Ohrfeige kassiert) und gutem Humor auf. Es handelt sich um einen nichternstzunehmenden und übertriebenem Fun-Splatter – unvergessen der kämpfende Priester auf dem Friedhof, amüsante Kommentare und Dialoge oder die Szene, in welcher Lionel das Zombie-Baby spazieren fährt (wohl eines der Fun-Highlights nebst der herrlich ekligen Dinner-Szene mit Lionel, seiner Mutter und dem Besuch).

Auf der krassen Gegenseite zum Humor steht der Blutgehalt – und ich meine nicht den Härtegehalt. Dank dem comicartigen Stiel des Filmes ist der Film nicht hart oder schockierend anzusehen – das will Peter Jackson mit Braindead auch gar nicht. Der Film macht einfach unglaublich viel Spass mit originellen und witzigen (Blut)Einfällen (Kampf gegen Innereien, Rasenmäher und Mixer-Szene, Riesen-Monster-Zombie am Ende) – die Spezialeffekte suchen auch ihresgleichen und sind einfach wahnsinnig gut geworden – tolle Make-Up Masken, Effekte und Zombies (z.B. Lionels Onkel als Zombie ist eine Wucht – erinnert an eine Steve Johnson Kreation und/oder umgekehrt aus Brian Yuznas Return of the Living Dead 3). Da werden Gliedmassen ausgerissen, Blut spritzt in Litern durch die Gegend, an Knochen wird genagt und Menschen werden halbiert oder anderswertig in Zombies verwandelt oder dienen diesen als Nahrungsquelle.

Kein Spass hingegen verstanden die Moralapostel und Sittenwächter, so wurde der Film in Deutschland wegen gewaltverherrlichenden Charakters bundesweit beschlagnahmt – was absolut nicht nachvollziehbar ist. Während der Film international Erfolg um Erfolg verbuchte, an Filmfestspielen Preise gewann und nominiert war, zum weltweiten Hit in Horrorfilmkreisen wurde und Peter Jackson als Sprungbrett für Hollywood diente, kam der Film in Deutschland nicht gut weg. Der Film ist, leider, bis heute in Deutschland verboten. Hier sollten sich Labels daran machen, die Beschlagnahme aufheben zu lassen (wie schon gesehen bei Filmen wie Blutgericht in Texas, Hexen bis aufs Blut gequält, Das Böse, Tanz der Teufel, Battle Royale, Und wieder ist Freitag der 13.) damit der Film endlich vom «Index» verschwindet.

Fazit: Einer der besten Klassiker des Fun-Splatter- und Zombiefilms! Allen Horrorfilmfans zu empfehlen!

Infos:

O: Braindead

Neuseeland 1992

R: Peter Jackson

D: Timothy Balme, Diana Peñalver, Elizabeth Moody, Ian Watkin, Brenda Kendall, Stuart Devenie

Laufzeit der deutschen DVD: 99:24 Min.

Gesehen am: Jugendzeit / Review überarbeitet am: 25.10.18

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Laser Paradise vor = Uncut, Deutsch/Englisch, keine Subs, gute Bild- und Tonqualität. Auf Blu-Ray gibt es den Film, der in D noch immer verboten ist (lächerlich), nur in den USA (zensierte R-Rated Fassung, Stand: Okt. 2018). Als Sammelstück liegt mir zusätzlich das VHS aus Japan von SHV vor (mit Wendecover). Ende Oktober 2018 gab Peter Jackson in einem Radio/Internet-Interview bekannt, dass er an Restaurationen zu Bad Taste, Meet the Feebles und Braindead arbeitet. Man darf gespannt sein!