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Dienstag, 20. Juni 2017

Maniac Review

  

NIFFF 2012 Spezial


Maniac

Story:

Frank (Elijah Wood), ein Restaurator von Schaufensterpuppen, ist ein Serienkiller, der es auf die Kopfhaut seiner Opfer abgesehen hat. Als er die junge Künstlerin Anna (Nora Arnezeder) kennen lernt, scheint sich sein Leben zum Positiven zu ändern. Doch wird er mit dem Töten aufhören oder wird Anna das nächste Opfer?

Meine Meinung:

Maniac, das Remake zum Klassiker aus den 80ern (1980, Regie: William Lustig, Maniac), sah ich 2012 am NIFFF (Neuchatel International Fantasy Film Fest) und wurde schon damals positiv überrascht. Der Film kam dazumal auf meine Wunschliste und auch nach wiederholter Sichtung muss ich anerkennen:

Tolles Remake und auch für sich allein gesehen ein starker Streifen, den ich heute sehr mag und nach wie vor gerne ansehe.

Ich halte den Film für ein besseres Remake als andere (eher schlecht waren z.B. Michael Bays Texas Chainsaw Massacre, richtig schlecht war Freitag der 13. von 2009).

Der Film überzeugt durch folgende Punkte:

Ego-Shooter Perspektive:
Originell, optisch neuwertig (wenn auch nicht ganz neu, siehe Enter The Void - andere Filme sollten folgen, z.B. Hotel Inferno, Hardcore Henry) und gibt den Taten von Frank eine stark voyeuristische Note der sich der Zuschauer nicht entziehen kann.

Französische Härte:
Der Film ist humorlos, hart und kompromisslos. Man fühlt sich an andere Terrorfilme aus Frankreich erinnert (Link zu Alexandre Aja und z.B. High Tension). Die Effekte sind blutig, der Umgang mit den Opfern ist sadistisch und hart anzusehen. Tolle Effektkreationen der KNB FX Group. Einen Kopfschuss wie im Original oder eine Hommage an diese gibt es jedoch im Remake nicht zu sehen. Und an Savinis Effektarbeiten kommt selbst die erfahrene KNB FX Group mit ihren Effekten nicht heran. Die Ego-Shooter Perspektive verleiht Franks Taten jedoch zusätzlich eine nihilistische Note, welche 2015 in Deutschland ein Verbot des Filmes nach sich zog. Am NIFFF haben einige Zuschauer auch die Vorstellung verlassen.

Ende (SPOILER):
Im Gegensatz zum Original gibt es im Remake für die weibliche Hauptperson kein Happy End. Sie stirbt – kein Happy End = mochte ich, da mir Figur  auch nicht sympathisch war. 

Soundtrack:
Den Soundtrack gefällt mir ausgezeichnet. Zusammen mit der Optik des Filmes macht dies das sehen zu einem optischen Genuss. 

Blue Underground und William Lustig:
Haben den Film in der Mache unterstützt, u.a. als Produzent. Tat dem Renake gut. 

Neutral und negativ waren:

Story, Inhalt, Darsteller:
Man orientiert sich sehr am Original. Es gibt kaum Erneuerungen (ausser dem Ende bzw. was das Schicksal der weiblichen Hauptperson angeht), die Story an sich ist relativ dünn.

Langweilig wird es aber nicht. Frank Zitos Darstellung durch «Frodo» Star Elijah Wood war okay, aber er kommt bei Leibe, nur schon wegen seinem Aussehen, nie an Joe Spinell aus dem Original Film heran. Gegen Joe Spinell kann man nur als Verlierer vom Platz gehen. Daher ist es Glück für den Zuschauer, dass Elijah Wood nur selten zu sehen ist (in Spiegeln etc. wo er sich Dank der Ego-Shooter Perspektive reflektiert).

Die Nebenfiguren waren solide, die weibliche Hauptdarstellerin bzw. Figur fand ich unsympathisch.

Zu viel des Guten:
Die Mutterkomplex-Szenen und warum Frank als junger Erwachsener ein Mörder ist, wird in Rückblenden dargestellt und erklärt. Jedoch waren diese Szenen zu übertrieben dargestellt, um glaubhaft zu wirken (Sex mit zwei «super Gigolos», Drogenkonsum, Mutter sieht Frank im Schrank etc.).

Fazit: Die neutralen und negativen Punkte sind klar in der Minderheit, so dass ich den Film jedem Horrorfan nur empfehlen kann! Man sollte den Film am besten gar nicht mit dem Original vergleichen und ihn losgelöst von diesem betrachten – möglichst neutral und als eigenen Film. So kann der Film am besten seine Wirkung entfalten – mir persönlich gefällt der Film wahnsinnig gut (vor allem dank Optik, Soundtrack und der Kompromisslosigkeit).

Infos:

O: Maniac

Frankreich, USA 2012

R: Franck Khalfoun

D: Elijah Wood, Nora Arnezeder, America Olivo

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 100 Min.

Gesehen am: Juli 2012 am NIFFF

Review überarbeitet am: 18.05.17

Fassungen: Habe den Film im Juli 2012 am NIFFF (Neuchatel International Fantasy Film Fest) gesehen. Uncut und in Englischer Sprache. Als Heimmedium empfehle ich die dt. Blu Ray von Ascot = Uncut, erstklassige Bild- und Tonqualität, O-Ton und dt. Subs vorhanden. Seit 2015 ist der Titel ist Deutschland, wie schon das Original aus den 80ern, beschlagnahmt worden.

1 Kommentar:

  1. Kann deinem Review nur zustimmen, auch ich finde den Film so schon mal richtig gut und unter der Remake-Sicht ist es eins der besten Remakes der letzten Jahre :D

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