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Mittwoch, 26. Januar 2022

Gemini Review

 
Japanuary 2022

Gemini

Story:

Tokyo 1910: Dr. Yukio (Masahiro Motoki) ist ein erfolgreicher Arzt, der mit seiner Frau Rin (Ryo) und seinen Eltern zusammen unter einem Dach wohnt. Die Frau leidet an Amnesie und als innert Tagen Dr. Yukios Eltern unter mysteriösen Umständen versterben, hat das für Rin und Dr. Yukio ungeahnte Folgen…

Meine Meinung:

Gemini gefiel mir leider nicht. Ich denke, die Filme von Shinya Tsukamoto (Tetsuo 1, Tetsuo 2, Tetsuo 3, Ichi the Killer, Marebito) sind meist Hit or miss Werke, die einem sehr gefallen oder missfallen. Gemini sagte mir leider kaum zu. Ich wusste schnell, dass der Film nichts für mich ist. Gemini ist nicht der erste Film von Shinya Tsukamoto, der mir nicht (mehr) gefallen hat. Ich denke da an Filme wie Tetsuo 3, Hiruko - The Goblin oder Vital.

Gemini war eine Erstsichtung. Eine Art Blindkauf. Ich empfand den Plot als wenig spannend und zudem als vorhersehbar. Noch schlimmer muss es mit der deutschen Fassung sein, dessen Zusatztitel bereits Infos vorneweg nimmt. Nebst dem Plot, der eigentlich kaum eine Spannung zulässt oder kaum fesselt, waren es die Figuren und das Overacting, die mir missfielen.

Zwar ist der Film an sich stark gespielt und gut gemacht, aber das hysterische Rumgehampel und Schauspiel der Figuren, vor allem der Slums-Bewohner, waren sehr lächerlich, peinlich und einfach nur nervend. Erinnerte mich ans Kino von Shôjin Fukui (Pinocchio 964). Dessen Figurenzeichnung und theatralische Darstellung waren mir auch viel zu drüber und übertrieben. So leider auch hier. Man könnte meinen, die Akteure stammen direkt aus dem Zirkus. Schade um die teilweise nette und morbide Stimmung des Filmes.

Fazit: Geschmackssache – mir gefiel der Film gar nicht. Hardcore-Fans von Shinya Tsukamoto greifen selbstverständlich trotzdem zu!

Infos:

O: Sôseiji

Japan 1999

R: Shinya Tsukamoto

D: Masahiro Motoki, Ryo, Yasutaka Tsutsui, Shiho Fujimura, Tadanobu Asano, Yuki Inomata, Renji Ishibashi

Laufzeit der US-Blu-Ray: Ca. 84 Min.

Gesehen am: Jan. 2022

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Mondo Macabro vor = Uncut, erstklassige Bild- und Tonqualität, viele Extras, Jap. O-Ton mit englischen Subs. Gibt es in Deutschland bisher nur auf DVD (von Asian Film Network / Ascot Elite).

Sonntag, 9. Januar 2022

Tetsuo: The Bullet Man Review

NIFFF 2010 / Japanuary 2022

Tetsuo: The Bullet Man

Story:

Nachdem Anthonys (Eric Bossick) Sohn überfahren wird, mutiert dieser zu einem Metallwesen. Gleichzeitig fordert seine schwangere Frau, dass er den Mörder (Shinya Tsukamoto) ausfindig macht und richtet. Derweil findet Anthony immer mehr über die Hintergründe seiner Mutation heraus und dass sein Vater dabei eine Rolle spielte…

Meine Meinung:

Zu jedem Japanuary gibt es einen Tetsuo. Dies findet in diesem Jahr ein Ende, da es nur drei Teile gibt. Diese Fortsetzung war für Fans dennoch unerwartet und überraschend, da 2009 veröffentlicht während Teil zwei aus dem Jahr 1992 stammt. An einen dritten Film hat lange niemand mehr gedacht/gehofft/dies erwartet.

Und dann stammt der Film auch wieder von und mit Genie Shinya Tsukamoto (Marebito, Ichi the Killer). Die Erwartungen waren dementsprechend hoch. Als ich den Film vor zwölf Jahren am NIFFF sah, war ich wohl geblendet vor Euphorie. Denn der Film hat mir aktuell nicht mehr gut gefallen und Tetsuo: The Bullet Man fliegt sogar aus der Sammlung.

Im Vergleich zu Tetsuo 1 und 2 ist der dritte Film wirklich in allen Belangen schlechter. Das liegt an folgenden Gründen (ohne spezielle Reihenfolge):

1. Die Kameraführung ist viel zu verwackelt und unübersichtlich. Viele Details gehen verloren und/oder sind kaum zu erkennen. Um das geringe Budget zu kaschieren? In den ersten zwei Filmen war die Kameraarbeit zwar auch speziell und schnell, aber ohne, dass es sich störend auf einzelne Szenen auswirkte.

2. Der Plot und Inhalt sind viel zu normal. Die ersten zwei Filme sind deutlich abgedrehter un gehen mehr in die Ecke Arthouse. Teil drei bietet Hintergründe, Motive, Erklärungen und wirkt somit kommerzieller. Schade. Teilweise fühlte ich mich an eine Akte-X Folge erinnert (Experimente, Militärs, Vertuschungen etc.).

3. Figur Anthony und seine Frau und damit verbundene kitschige Klischees (sie ist noch schwanger etc.) nerven. Vor allem: warum musste es ein Ausländer sein? Hätte für mich mit einem Japaner besser funktioniert. Das ewige Englisch sprechen in einem japanischen Film ist einfach doof und nervt. Mit einer Hauptfigur, die man nicht sympathisch und charismatisch findet, kann ein Film zudem nicht funktionieren.

So kann ich den Film nur bedingt und nur Hardcore-Fans von Regisseur Shinya Tsukamoto empfehlen! In meinen Augen war Tetsuo: The Bullet Man eine Fortsetzung, die die Welt nicht braucht…

Infos:

O: Tetsuo: The Bullet Man

Japan 2009

R: Shinya Tsukamoto

D: Shinya Tsukamoto, Eric Bossick, Yûko Nakamura, Stephen Sarrazin, Tiger Charlie Gerhardt, Prakhar Jain

Laufzeit der US-DVD: 71:21 Min.

Gesehen am: NIFFF 2010 / Neusichtung am: Jan. 2022

Fassungen: Erstsichtung am NIFFF 2010 und nun als US-DVD von IFC Films / mpi media Group Disc gesehen = O-Ton, englische Subs, Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität. Englisch ist mehrheitlich O-Ton, da die Hauptfigur ein Amerikaner ist. Gibt es in Deutschland auf DVD oder Blu-Ray von Koch Media.

Montag, 1. Februar 2021

Sakuya – The Demon Slayer Review

Japanuary 2021

Sakuya – The Demon Slayer

Story:

 

Sakuya (Nozomi Andô) macht sich zusammen mit dem Kappa-Jungen Taro (Shuichi Yamauchi) auf den Weg, Dämonen (u.a. Shinya Tsukamoto, Keiko Matsuzaka) im Land den Kampf anzusagen…

 

Meine Meinung:

 

Von Sakuya – The Demon Slayer war ich nach dieser 2. Sichtung relativ enttäuscht. Der Fantasy-Film im klassischen Samurai-Setting kommt zwar mit Monstern und Yokai daher, aber die negativen Szenen/Punkte überwiegen leider. Für meinen Geschmack gab es zu wenig Monster, zu wenig Action, zu wenig Fantasy und zu viele Längen.

 

Das ist schade. Da wäre mehr möglich gewesen. Schade ist es auch um einige, jedoch wenige Old School Effekte d.h. mechanische Effekte und Kostüme, die genau nach meinem Geschmack getrickst waren. Das waren die seltenen Highlights des Filmes, z.B. die Spinnen-Monster Gesichter, das Finale mit der Riesen-Spinne (auch wenn CGI Einsatz), die Menschen, deren Köpfe sich zusammenziehen, wenn sie sterben (tolle Effekte à la Under the Skin) oder der Katzen-Dämon in der Episode mit Tetsuo Regisseur Shinya Tsukamoto (die vielleicht besten Szenen des Filmes).

 

Von oben genanntem hätte es definitiv mehr gebraucht. Die dünne Story zieht sich leider wie ein Kaugummi und immer, wenn es cool wird, wird die Action durch lahme Füllszenen wieder ausgebremst. Dies ist sehr schade. Vor allem der kleine (Kappa)Junge und dessen Szenen (viel Kitsch und Gefühlsduselei) sind mir in der 2. Sichtung sauer und nervend aufgestossen. Hätte man alle zugunsten von mehr Action oder einer strafferen Handlung weglassen können.

 

Fazit: Wird wegen den negativen Punkten aus der Sammlung entfernt! Paar wenige coole Effekte reisen das Ruder leider nicht rum…

 

Infos:

 

O: Sakuya: Yôkaiden

 

Japan 2000

 

R: Tomoo Haraguchi

 

D: Nozomi Andô, Shuichi Yamauchi, Kyûsaku Shimada, Keiko Matsuzaka, Moeko Ezawa, Shinya Tsukamoto

 

Laufzeit der deutschen DVD: 87:44 Min.

 

Gesehen am: Jan. 2011 / Review überarbeitet am: Jan. 2021

 

Fassungen: Mir lag die DVD aus Deutschland von I-On New Media vor = Uncut, durchschnittliche Bild- und Tonqualität, Deutsch/Jap. mit deutschen Subs. Die Qualität der DVD ist nicht mehr zeitgemäss. Ich habe Filme, die 20-30 Jahre älter sind auf DVD und massiv besser aussehen. Eine Blu-Ray gibt es nicht (Stand: Jan. 2021).

Sonntag, 3. Januar 2021

Tetsuo II: Body Hammer Review

Japanuary 2021

Tetsuo II: Body Hammer

Story:

 

Ein Geschäftsmann und Vater (Tomorowo Taguchi) begegnet, als mit Ehefrau und Kind unterwegs, sonderbaren Gestalten. Diese sind es auch, die dafür sorgen, dass das Leben der Familie auf den Kopf gestellt wird: der Sohn wird getötet und der Ehemann und Vater infiziert und später entführt. Experimente und Körperveränderungen sind die Folge, so dass der von Rachegedanken geplagter Vater gegen den Anführer der Entführer (Shinya Tsukamoto) in den Kampf zieht…

 

Meine Meinung:

 

Nachdem der erste Teil (Tetsuo: The Iron Man) ein Klassiker des japanischen Underground-Kinos wurde, war eine Fortsetzung für Shinya Tsukamoto (Ichi the Killer, Marebito) schnell beschlossene Sache. Die Fortsetzung gefiel mir früher weniger gut als der erste Teil. Dies ist auch aktuell noch der Fall. Die Fortsetzung hingegen für sich allein gesehen gefällt mir aktuell besser als früher.

 

Wie bereits im Vorgänger führte Shinya Tsukamoto nicht nur Regie, sondern er spielt auch diesmal den Hauptbösewicht, der am Ende den Kampf gegen Helden Tomorowo Taguchi (Shinjuku Triad Society) führt. Der Film ist im Vergleich zu Teil eins etwas gradliniger und leicht besser zu goutieren d.h. etwas mehr für den Mainstream-Fan empfohlen. Man erkennt eine Art Story und kann dieser etwas mehr und besser folgen als im ersten Film.

 

Die Darsteller machen ihre Sache sehr gut. Sie agieren ernst. Dass ist z.B. einer der Gründe, warum mir andere Cyberpunk Filme aus Japan (Pinocchio 964) gar nicht zusagen – da dort die Figuren, der mir dort der Humor und das extreme Overacting extrem auf den Sack gehen und stark nerven und lächerlich wirken. So nicht in Tetsuo II: Body Hammer! Die Figurenzeichnung is dramatisch, ernst und realistisch.

 

Shinya Tsukamoto, der den Film u.a. auch produzierte, nach Fertigstellung schnitt und auch filmte (bzw. für die Cinematography zuständig war), sorgt auch in der Fortsetzung für spektakuläre und alptraumhafte Visionen und Bilder. Der Film wurde nicht mehr in s/w gedreht, sondern in Farbe. Es sind aber komische Farbgebungen, die die Optik wiedergibt.

 

Es wird eine sonderbare, maschinelle und kühle Stimmung geschaffen. Dazu kommen hervorragende Effekte, die an ihrer Bizarrheit kaum zu übertreffen sind, auch wenn das Level und Niveau aus Teil eins nicht erreicht wird. Die Effekte sind aber etwas vom besten am Film nebst den Bildern oder dem grandiosen Soundtrack, welcher erneut Chu Ishikawa komponiert hat.

 

Wer Teil eins mochte, sollte sich die Fortsetzung nicht entgehen lassen. Und noch besser: 2009 folgte tatsächlich eine weitere Fortsetzung (wer hätte dies je gedacht?)!

 

Gefolgt von: Tetsuo: The Bullet Man

 

Infos:

 

O: Tetsuo II: Body Hammer

 

Japan 1992

 

R: Shinya Tsukamoto

 

D: Tomorowo Taguchi, Shinya Tsukamoto, Nobu Kanaoka, Min Tanaka, Keinosuke Tomioka, Sujin Kim, Hideaki Tezuka

 

Laufzeit der UK-DVD: 80:53 Min.

 

Gesehen am: Jugendzeit / Review überarbeitet: Jan. 2021

 

Fassungen: Mir lag die UK-DVD von Tartan Asia Extreme vor = Uncut, gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs. Eine Blu-Ray gibt es bisher nur in England von third window films. Eine deutsche Fassung gibt es nicht (Stand: Jan. 2021).

Samstag, 2. Januar 2021

Marebito Review

NIFFF 2005 / Japanuary 2021

Marebito

Story:

Ein paranoider Kameramann (Shinya Tsukamoto) und Voyeur entdeckt auf einem Selbstmord-Video, dass das Opfer vor etwas panische Angst gehabt haben muss und sich deshalb tötete. Vor war hatte das Opfer solche Angst? Der Kameramann beginnt zu ermitteln…

Meine Meinung:

Marebito sah ich 2005 am NIFFF und danach höchstens noch einmal (wenn überhaupt) auf DVD. Mit anderen Worten: ich wusste nicht mehr viel über den Film. Ich wusste, dass Shinya Tsukamoto (Ichi the Killer), Regisseur des Kultfilmes Tetsuo: The Iron Man, die Hauptrolle spielte und er im «Untergrund» irgendwie an ein komisches Wesen gerät. Mehr wusste ich nicht mehr.

Ob Marebito vom The Grudge Regisseur Takashi Shimizu die Neusichtung bestehen würde? Leider nicht. Ähnlich wie bei Another Heaven ist Marebito alles andere als schlecht. Man kann den Film als gut und absolut ok bezeichnen. Die Zeit geht beim Schauen vorbei.

Aber hat mich der Inhalt gefesselt? Nein. Gibt es Momente wo ich extrem staunen musste? Nö. Gibt es Gründe, den Film je wieder anzusehen? Negativ! Im Gegenteil: der Inhalt gibt eigentlich nicht sonderlich viel her und es gibt Längen. Teilweise fühlte ich mich an einen japanischen Urban Explorer erinnert.

Ich denke, es wäre sinnvoller gewesen, wenn Shinya Tsukamoto selbst Regie geführt hätte. Takashi Shimizu Arbeit ist solide und technisch versiert, aber der Inhalt ist zu dünn. Man merkt, dass er vor allem Filme wie The Grudge und Co. («hundertfach») gedreht hat. Nicht sehr ausgeglichene Filmauswahl…

Es gibt einige Momente, die für Gänsehaut-Momente sorgen und die Stimmung und Atmosphäre heraufbeschwören. Es gibt Momente, die sind cool gefilmt. Aber alles in allem deutlich zu wenig. Teilweise hat man das Gefühl, der Regisseur versucht mehr Tiefgang und Phrasen in die von Shinya Tsukamoto gespielte Figur und dessen Dialoge zu packen, als dass die Umsetzung hergibt. So als ob der Film auch sozialkritisch sein möchte (so à la Tetsuo). Doch das ist Marebito definitiv nicht…

Fazit: Hat seine Momente, ist absolut ok, gut schaubar aber weit davon entfernt ein Kracher, Highlight, Schocker, oder Kult-Hit zu sein. Wer sich gruseln lassen will, dem empfehle ich die Sichtung von The Grudge (die 2004er Version von Takashi Shimizu).

Infos:

O: Marebito

Japan 2004

R: Takashi Shimizu

D: Shinya Tsukamoto, Tomomi Miyashita, Kazuhiro Nakahara, Miho Ninagawa, Shun Sugata

Laufzeit der deutschen DVD: 91:35 Min.

Gesehen am: NIFFF 2005 / Überarbeitet am: Jan. 2021

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Alamode Film / Al!ve vor = Uncut, gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und deutsche Subs vorhanden. Es gibt keine Blu-Ray (Stand: Jan. 2021).