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Samstag, 14. Oktober 2023

Requiem for a Vampire Review

Horroktober 2023

Requiem for a Vampire

Story:

Ein Mann und zwei junge Frauen (Marie-Pierre Castel, Mireille Dargent), als Clowns verkleidet, flüchten nach einem Banküberfall. Der Mann wird erschossen. Den Mädels gelingt die Flucht. Ihre Flucht führt sie zu einem alten Gemäuer, in welchem Vampire (Dominique, Philippe Gasté) hausen…

Meine Meinung:

Das Kino von Jean Rollin ist eigen. Wortkarg. Lesbische Vampirinnen. Poetisch. Ich sah dessen Filme seit unendlich langer Zeit nicht mehr. Zeit, dies zu ändern. Der Anfang (zum Horroktober) macht Requiem for a Vampire. Der Film fliegt leider, wenn auch knapp, aus der Sammlung. Das, was ich zusammenfassend über Jean Rollin schrieb (= Wortkarg. Lesbische Vampirinnen. Poetisch) trifft teilweise auch auf Requiem for a Vampire zu.

Leider hat mir nicht alles am Film gefallen. Die Tatsache, dass der Film kaum Dialoge hat und nur wenig gesprochen wird, hat mir gefallen. Auch die Flucht und die Aufnahmen zu Beginn und im Mittelteil: Felder, morbider Friedhof, Wälder. Da kamen teilweise wirklich schöne, poetische Aufnahmen und Bilder zu Stande, die sehr stimmig und atmosphärisch geworden sind. Das kann Rollin. Das muss man ihm lassen, zumal auch die zwei Schauspielerinnen verführerisch agieren.

Mit ihnen, Marie-Pierre Castel und Mireille Dargent, hat Jean Rollin schon in anderen Filmen zusammengearbeitet (in Filmen wie The Iron Rose, Lips of Blood, The Nude Vampire). Auch Philippe Gasté war im Soft-Sex-Kino der 70er Jahre Zuhause (Schulmädchen-Report, 5. Teil - Was Eltern wirklich wissen sollten). Nach einem doch recht gelungenen Start schwächelt der Film dann jedoch inhaltlich und optisch, auch wenn es eigentlich kaum Plot gibt.

Der Mittelteil im Schloss ist lahm. Die Folterszenen im Keller wirken unpassend und sind weder erotisch noch schockierend. Einfach lahme Füllszenen. Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man meinen, die Szenen seien später gedreht und eingefügt worden, um damit mehr dem damaligen Kassenmagnet zu entsprechen und Kundschaft in die Kinos zu locken. 

Was mir weiterhin nicht gefiel war die Musik und einige komische und zu lustige Momente. Die haben gestört und nicht zum surrealen und poetischen Rest des Filmes gepasst. Da fühlte ich mich auch an Wes Cravens Last House on the Left erinnert, wo die derbe Brutalität mit Sidekick-Comic-Charakteren und lustigen Szenen abgeschwächt wurden.

Fazit: Für Jean Rollin Fans interessant, aber mich konnte der Film nicht mehr durchgehend überzeugen, so dass dafür in meiner Filmsammlung kein Platz mehr ist!  

Infos:

O: Vierges et vampires

Frankreich 1971

R: Jean Rollin

D: Marie-Pierre Castel, Mireille Dargent, Dominique, Philippe Gasté

Laufzeit der US-DVD: 83:17 Min.

Gesehen am: April 2009 / Neusichtung am: Horroktober 2023

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Redemption  vor = Uncut, gute bis schlechte (1-2 Nacht-Szenen sind so dunkel, dass kaum was zu sehen) Bildqualität, O-Ton Franz. mit englischen Subs. Es gibt mehrere Blu-Rays zum Film, u.a. in den USA oder Deutschland (Kino Lorber, Wicked-Vision). Deutscher Titel: Die Folterkammer des Vampirs.