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Sonntag, 19. Juli 2026

Sleepaway Camp III: Teenage Wasteland

Sleepaway Camp III: Teenage Wasteland

Story:

Angela (Pamela Springsteen), die Killerin aus Sleepaway Camp 1 + 2, ist zurück und mordet nun im Camp New Horizons Teens ab…

Meine Meinung (Workprint):

Unmittelbar nach dem Beenden der Dreharbeiten des zweiten Teiles wurde am gleichen Ort gleich die nächste Fortsetzung mit dem Zusatztitel «Teenage Wasteland» gedreht. Wieder von Regisseur Michael A. Simpson und erneut mit Pamela Springsteen als Angela. Der Film hat wenig Plot und spielt neu mit der Idee, reiche und sozial benachteiligte Jugendliche in einem Camp zu vereinen. Abgesehen davon bleibt alles beim Alten. Ich sah mir den Workprint an, da die Kinofassung in Sachen Morden und Gewalt stark zensiert wurde.

Der Workprint ist zwar in den Gewaltmomenten Uncut, dafür ist die Bildqualität alles andere als toll (aber absolut okay), nur Vollbild und was am meisten irritiert hat, waren der fehlende Soundtrack, Musik sowie fehlende Toneffekte und Geräusche (so ist z.B. bei jeder Szene mit dem mobilen Radio keine Musik zu hören). Den Film kann ich Hardcore-Slasher Fans empfehlen, auch wenn Sleepaway Camp III: Teenage Wasteland das Niveau des Vorgängers nicht halten kann. Der Plot wirkt nochmals dünner und der Film billiger als der zweite Teil. Dass der Film ein sehr kleines Budget hatte, sieht man der Produktion jederzeit an.

Pamela Springsteen spielt gut. Der Rest der Figuren und Charaktere sind 08/15 Stereotypen und spielen mit viel Overacting, schlecht oder austauschbar. Sleepaway Camp III: Teenage Wasteland punktet in Sachen kreatives Töten und einem hohen Bodycount. Es gibt etliche Opfer. Auch auf einige Nacktszenen muss der Slasher-Fan nicht verzichten. Die Morde sind innovativ, aber selbst in der Workprint Fassung eigentlich nicht sonderlich brutal oder blutig, so dass die starke Zensur der Kinofassung nicht nachvollziehbar ist. Dennoch war es cool, z.B. einen Rasenmäher (noch vor Braindead) als Mordwerkzeug gesehen zu haben.

Fazit: Wer die ersten zwei Filme mochte, kann trotz den Mängeln einschalten!

Gefolgt von: Return to Sleepaway Camp

Infos:

O: Sleepaway Camp III: Teenage Wasteland

USA 1989

R: Michael A. Simpson

D: Pamela Springsteen, Tracy Griffith, Michael J. Pollard, Mark Oliver, Sandra Dorsey, Kim Wall, Daryl Wilcher

Laufzeit der US-Blu (Workprint): 84:48 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: Juli 2026

Fassungen: Ich habe den Film als US-DVD von Anchor Bay (zensierte Kinofassung) und US-Blu-Ray von Shout Factory in der Sammlung. Letztere bietet den Workprint (VHS-Master) als Bonus = immerhin Uncut in den Kills. Jedoch sollen einige Dialoge und Musikstücke fehlen da eben ein Workprint. Die Kinofassung ist stark zensiert. Schade, dass man für die Bonusfassung nicht das HD-Master nahm und die Uncut Szenen einfügte. Die Bild- und Tonqualität des Workprint sind durchschnittlich. O-Ton Englisch ohne Untertitel. Es gibt keine Musik und diverse Soundgeräusche fehlen, was die Sichtung gewöhnungsbedürftig macht. In Deutschland gibt es den Workprint von X-Rated auf DVD.

Samstag, 11. Juli 2026

Teenage Sex and Death at Camp Miasma

NIFFF 2026 Spezial

Teenage Sex and Death at Camp Miasma

Story:

Der Slasher Camp Miasma soll eine Fortsetzung erhalten. Endlich. Das Projekt geht an die neue, talentierte Regisseurin Kris (Hannah Einbinder). Diese will unbedingt den Star des ersten Filmes im Projekt dabeihaben und sucht sie auf. Doch Billy (Gillian Anderson), das ehemalige Final Girl aus Camp Miasma, lebt total isoliert und zurückgezogen. Dennoch wagt sich Kris, Billy aufzusuchen. Und sofort ist Kris von Billy fasziniert. Wird es ihr gelingen, sie für das Projekt zu begeistern?

Meine Meinung:

Teenage Sex and Death at Camp Miasma ging ich nur schauen, da auch ein Slasher. Ansonsten hat mich der Film nicht wirklich interessiert. Letztes Jahr lief von der Regisseurin I Saw the TV Glow am NIFFF und mein Kumpel hatte nicht viel dafür übrig. Teenage Sex and Death at Camp Miasma ist ein Mix aus Slasher, Hommage an die 80er Jahre Slasher, Arthouse-Film, Meta-Kommentar, Film-im-Film, Satire, Erotikfilm sowie ein Film über die weibliche Sexualität, auch wenn der Film von einer Transsexuellen Regisseurin stammt statt von einer Frau.

Teenage Sex and Death at Camp Miasma ist am Ende zwar nichts für meine Sammlung und nicht jede Szene oder jeder Dialog gefiel mir, aber im Grossen und Ganzen war es einer der unterhaltsameren Filme an diesem NIFFF. Die Liebeserklärung an 80er Jahre Slasher kommt im Vorspann wunderbar zur Geltung (plus später Videodrome). Da fühlte ich mich natürlich sofort an die Freitag der 13. Reihe erinnert. Aber auch die Mörder aus der Halloween oder A Nightmare on Elm Street Reihe finden Erwähnung wie auch Psycho (oder Ed Gein, auf dessen Story Psycho basiert) oder die Sleepaway Camp-Reihe.

Der Film punktet nebst dem grossen Unterhaltungswert durch den Plot (wo steuert die Reise hin?), die starken Leistungen der beiden Hauptdarstellerinnen sowie seine Optik. Eine gewisse Spannung ist gegeben. Die Film-im-Film-Szenen fand ich cool. Das Ende hingegen gefiel mir nicht. Ich hätte es besser gefunden, wenn es (nach der La petite mort Szene) kein Happy End gegeben hätte. Gillian Anderson spielte stark, auch wenn ich sie nur aus Akte-X (und daher mit ihrer deutschen Stimme) kenne. Ihre Originalstimme zu hören, schien mir fremd. Die mir unbekannte Hannah Einbinder machte ebenfalls einen sehenswerten Job.

Fazit: 80er Jahre Slasher Fans können einen Blick riskieren!

Infos:

O: Teenage Sex and Death at Camp Miasma

UK, Kanada, USA 2026

R: Jane Schoenbrun

D: Hannah Einbinder, Gillian Anderson, Patrick Fischler

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 106 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).

Sonntag, 28. Juni 2026

Sleepaway Camp II: Unhappy Campers

 

Sleepaway Camp II: Unhappy Campers

Story:

Angela (Pamela Springsteen) arbeitet nun in einem Sommercamp. Dort findet sie viele Gründe, die Jugendlichen Teilnehmer zu dezimieren…

Meine Meinung:

Nach dem Erfolg des ersten Filmes war eine Fortsetzung schnell beschlossene Sache. Diesmal führte Michael A. Simpson Regie, der auch im dritten Teil Regie führen sollte (glaube auch, dass die beiden Filme gleich zusammengedreht wurden). Wer sonderbare Charme des ersten Teils ist in der Fortsetzung nicht mehr spürbar. Dafür setzt die erste Fortsetzung typische Slasher-Klischees ein d.h. es gibt nun einen deutlich höheren Bodycount, die Morde sind blutiger und es gibt Nacktszenen zu sehen. Immerhin sind die Opfer hier Jugendliche, und nicht wie im Vorgänger, Kinder.

So viel ich weiss, kehrt aus dem Vorgänger niemand zurück. Angela ist nun auch älter als im ersten Teil und wird von einer neuen Schauspielerin verkörpert. Und zwar von Pamela Springsteen. Der Schwester des Rockstars Bruce Springsteen, die sich auch kurz als Schauspielerin versucht hat. Und ich muss sagen, dass sie das mit viel Hingabe, Lust und Motivation tut. Ihr Overacting ist sehenswert und sie macht definitiv Laune. Der Film ist allgemein sehr lustig und makaber inszeniert. Angela ist ein Moralapostel. Wer unmoralisches tut, stirbt. Sogar andere Horrorreihen werden durch den Kakao gezogen, wenn sich Teens als Freddy Krüger (A Nightmare on Elm Street) oder Jason Voorhees (Freitag der 13.) verkleiden.

Mit einer Laufzeit von nur 79 Minuten (und ohne Abspann geht es noch schneller) ist der Film herrlich kurzweilig und unterhaltsam. Humor, doofe Sprüche, fiese 80er Jahre Frisuren, originelle Morde und hier und da wenig nackte Haut oder Drogen machen den Film für Fans solcher 80er Jahre Slasher-Fans sehenswert. Nebst Pamela Springsteen spielen Renée Estevez (Intruder), Brian Patrick Clarke, Tony Higgins und Valerie Hartman mit. Herrlich stereotypische Klischeefiguren. Eigentlich absolut austauschbar, aber sie erfüllen ihre Pflicht.

Fazit: 80er Jahre Slasher-Fans können einen Blick riskieren!

Gefolgt von: Sleepaway Camp III: Teenage Wasteland

Infos:

O: Sleepaway Camp II: Unhappy Campers

USA 1988

R: Michael A. Simpson

D: Pamela Springsteen, Renée Estevez, Tony Higgins, Valerie Hartman, Brian Patrick Clarke, Walter Gotell

Laufzeit der US-DVD: 79:45 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: 28.06.26

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Anchor Bay (Sleepaway Camp Survival Kit Box) vor = Sehr gute Bild- und Tonqualität, Uncut, O-Ton, keine Subs. Gibt es in Deutschland von NSM Records / AL!VE Uncut auf Blu-Ray (Titel: Das Camp des Grauens - Teil II).

Donnerstag, 14. Mai 2026

Sleepaway Camp

Sleepaway Camp

Story:

Ricky (Jonathan Tiersten) und dessen Schwester Angela (Felissa Rose) verbringen ihren Sommer im Sommercamp. Doch der Spass wird zum tödlichen Alptraum, als ein unbekannter Killer die Teens zu meucheln beginnt…

Meine Meinung:

Nach den Erfolgen von Halloween und Freitag der 13. war die grosse Zeit der 80er Jahre US-Slasher gekommen. Sleepaway Camp ist der erste Teil einer insgesamt fünfteiligen Reihe und speziell in den USA erlangte Sleepaway Camp Kultstatus. Der vierte Teil entstand erneut durch Regisseur Robert Hiltzik, jedoch erst deutlich später und zwar im Jahr 2008. Dass 2012 sogar noch eine weitere Fortsetzung folgte, war mir nicht bewusst.

Sleepaway Camp hat die Neusichtung bestanden. Der Film ist selbstverständlich kein Highlight und es gibt viele bessere Slasher, dennoch wurde ich doch relativ gut und anspruchslos unterhalten. Nicht mehr, und nicht weniger. Dennoch hat der Film auch einige interessante Aspekte zu bieten. Zum einen war ein grosser Teil des Cast während den Dreharbeiten minderjährig, so z.B. auch Hauptdarstellerin Felissa Rose (Victor Crowley, Terrifier 2). Das sorgt dafür, dass der Film, vor allem in Sachen Drogen und nackter Haut, sehr harmlos ist.

Auf der anderen Seite sehen die Kids und Jugendlichen auch Mal aus wie Kinder und Jugendliche. Auch in Sachen blutiger Morde ist der Film eher auf der harmlosen Seite, was nicht heisst, dass es nicht die ein oder andere blutige Szene zu sehen gibt. Einige der Morde sind, auch wenn mehrheitlich im off screen stattfindend, cool da innovativ und z.T. ist das Endresultat zu sehen. Und diese Make-Up-Effekte sind ziemlich cool. Die Kills sind innovativ und beinhalten u.a. kochendes Wasser oder Bienen. Im Grossen und Ganzen folgt der Film den 08/15 Klischees des Slasher-Genres. Die Ausnahme stellt das überraschende und originelle Ende dar, welches den Film und Schauspielerin Felissa Rose zu ihrem Kultstatus verhalf.

Fazit: 80er Jahre Slasher-Fans können durchaus einen Blick riskieren!

Gefolgt von: Sleepaway Camp II: Unhappy Campers

Infos:

O: Sleepaway Camp

USA 1983

R: Robert Hiltzik

D: Felissa Rose, Jonathan Tiersten, Karen Fields, Christopher Collet, Mike Kellin, Katherine Kamhi, Paul DeAngelo

Laufzeit der US-Blu: 84:50 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: 14.05.26

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Shout Factory vor = Schuber, Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs und diverse Extras (Interviews, Audiokommentare etc.) runden die Disc ab. Zudem liegt mir noch die Sleepaway Camp Survival Kit Box von Anchor Bay vor = alle drei Teile in einer Box inklusive Booklet. Die 1. Auflage mit rotem Kreuz musste nach Beschwerden des roten Kreuzes für spätere Auflagen abgeändert werden. Die Anchor Bay Fassung ist in Gewalt und Handlung zensiert. In Deutschland Uncut von Retro Gold 63 auf Blu-Ray zu haben (als Sleepaway Camp oder Blutiger Sommer - Das Camp des Grauens, je nach Cover-Auflage).

Montag, 9. März 2026

Ein Mann wie Dynamit

Ein Mann wie Dynamit

Story:

Warren Stacey (Gene Davis) ist ein irrer Frauenmörder. Die zwei Cops Leo Kessler und Paul McAnn (Charles Bronson, Andrew Stevens) kommen ihm auf die Schliche, doch durch einen Behördenfehler (Bronson hat Beweise gefälscht) kommt Warren frei und bedroht Bronsons Tochter Laurie (Lisa Eilbacher). Bronson wird vom Dienst suspendiert und macht es sich zum Ziel, Warren zu schnappen…

Meine Meinung:

Ein Mann wie Dynamit ist eine weitere The Cannon Group, Charles Bronson (Death Wish, Das Gesetz bin ich, Rivalen unter roter Sonne, Spiel mir das Lied vom Tod) und J. Lee Thompson (Death Wish 4, The White Buffalo) Zusammenarbeit. Ein Mann wie Dynamit ist in meinen Augen einer der besten und unterhaltsamen Filme mit Charles Bronson. Der Film geht diesmal Wege eines Slasher-Films vermischt mit Krimi- und Selbstjustiz-Motiven. Inspiriert wurde der Film von den Taten von Ted Bundy sowie Richard Speck.

Ich genoss jede Minute dieses Filmes. Das Katz- und Mausspiel zwischen Charles Bronson und Gene Davis ist ein vergnügliches Szenario. Dass Gene Davis der Mörder ist, daraus wird kein Geheimnis gemacht und Bronson kommt ihm relativ schnell auf die Schliche. Der Film bietet viel Exploitation und Sleaze. Die Morde sind blutig und es gibt viel nackte Haus zu sehen, sowohl von den Opfern wie auch vom Täter. Gene Davis tötet im Film nackt. Die Darbietung und das Overacting von Gene Davis und die Konfrontationen und Dialoge zwischen ihm und Charles Bronson (die Verhöre) laden zum Schmunzeln ein.

Gene Davis hat mich in seiner Rolle und von der Optik her an Mark Cheng erinnert, der auch oft in Hong Kong Psychopathen darstellte (Raped by an Angel, A Taste of Killing and Romance). Er spielte später erneut an der Seite von Charles Bronson (Messenger of Death). Lisa Eilbacher (Beverly Hills Cop) spielt die Tochter von Charles Bronson. Sie macht das sehr souverän. Wilford Brimley (The Thing) spielt Charles Bronsons Boss. Er hat mich in anderen Rollen und Filmen genervt (Harte Ziele). Charles Bronsons Partner wird von Andrew Stevens gespielt, der sich in Bronsons Tochter verguckt und umgekehrt. Auch er stand schon mit Charles Bronson vor der Kamera (in Death Hunt).

Die Action-Szenen bestehen hier mehr aus Morden oder der Jagd nach Opfern. J. Lee Thompson war auch im Horrorgenre tätig (er führte im kultigen Happy Birthday to Me Regie). Daher überrascht es nicht, dass er die Slasher-Parts wunderbar inszeniert hat. Im Finale, wenn Gene Davis ins Frauenstundenheim einbricht und dort mehrere junge Frauen verzweifelt und verängstigt um ihr Leben kämpfen, dann ist das eine wunderbar intensive, stimmungsvolle und höchst spannende Szene, in die J. Lee Thompson seine ganze Horrorerfahrung einfliessen lässt plus die Verschmelzung von Fiktion und Realität (siehe Ted Bundy und Richard Speck Taten).

Fazit: Must See Titel für jeden Charles Bronson Fan!

Infos:

O: 10 to Midnight

USA 1983

R: J. Lee Thompson

D: Charles Bronson, Andrew Stevens, Gene Davis, Lisa Eilbacher, Katrina Parish, Shawn Schepps, Wilford Brimley

Laufzeit der deutschen DVD: 98:02 Min.

Gesehen am: Aug. 2008 / Neusichtung am: 09.03.26

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von MGM vor = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, Deutsch/Englisch mit diversen Subs (ich schaute in Englisch mit englischen Subs). Gibt es inzwischen in Deutschland auch auf Blu-Ray (von Wicked-Vision Media).

Freitag, 23. Januar 2026

Don't Open Till Christmas

Don't Open Till Christmas

Story:

In London geht ein Mörder um, der als Weihnachtsmann verkleidete Personen tötet. Die Polizei ermittelt.

Meine Meinung:

Don't Open Till Christmas ist ein britischer Mitte der 80er Jahre Slasher, der in Deutschland vor allem auch «dank» seiner Beschlagnahme bekannt ist. Ich wusste über den Film, den ich seit vielen Jahren nicht mehr sah (20+ Jahre), nicht mehr viel. Das London-Setting, dass Weihnachtsmänner getötet würden und dass der Film blutig sei, das wusste ich noch. Und die Tatsache, dass ich den Film nicht als Kracher abgespeichert hatte.

Aktuell bin ich viel am Arbeiten (als Nachtwache) und hatte wenig freie Tage. Also wollte ich mir einen anspruchslosen Film ansehen und wählte Don't Open Till Christmas aus. Der Film ist nach wie vor kein Kracher, aber der Streifen hat die Neusichtung bestanden. Ich fühlte mich vor allem durch die kurze Laufzeit von nur knapp 85 Minuten, den hohen Bodycount (= kaum Längen) und die blutigen Effekte (plus ein gesundes Mass an Sleaze und Schmuddel) kurzweilig und wie gewünscht anspruchslos unterhalten. Caroline Munro, bekannt aus Maniac, legt einen unwichtigen Gastauftritt hin (wohl nur, um mit ihrem Namen werben zu können).

Der Film überzeugt durch das London- und Weihnachtssetting. Interessant ist, dass die Mehrzahl der Opfer Männer ist. Das ist, speziell für das Slasher-Genre aus der Zeit, ungewöhnlich. Die zweite abweichende Beobachtung ist die hohe Anzahl an Toten. Wie bereits erwähnt ist der Bodycount sehr hoch. Fast alle fünf Minuten wird ein Opfer gemeuchelt. Daher gibt es wenig Längen. Dabei sind die Effekte zwar blutig, aber schockieren, vor allem heute, niemanden mehr. Die Beschlagnahme ist lächerlich und weder folgerichtig noch zeitgemäss. Das Motiv des Täters erinnert an Ital. Gialli.

Fazit: Slasher Fans können einen Blick riskieren!

Infos:

O: Don't Open Till Christmas

Großbritannien 1984

R: Edmund Purdom

D: Edmund Purdom, Alan Lake, Belinda Mayne, Gerry Sundquist, Mark Jones, Kevin Lloyd, Caroline Munro

Laufzeit der US-DVD: 86:22 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: Ca. 20/21.1.26

Fassungen: Gesehen via US-DVD von Mondo Macabro = Uncut, Code-Free Disc, Englischer O-Ton, keine englischen Subs, gute Bildqualität. Als Extras gibt es u.a. ein langes Making of und eine Doku über den Produzenten des Filmes. In Deutschland gibt es den Film als Fröhliche Weihnacht auf Blu-Ray (Deutsch/Englisch, keine Subs). In Deutschland ist der Film jedoch seit 2002 beschlagnahmt.

Montag, 8. Dezember 2025

Harpi Review

Harpi

Story:

Als die Schüler einer Schule auf einer abgelegenen Insel einen Amateur-Horrorfilm drehen, taucht ein unbekannter Killer auf, der die Dreharbeiten in blutige Realität verwandelt…

Meine Meinung:

Als ich so um die Jahre 2018/2019 seltene Gruselfilme als südkoreanische Videokassetten suchte und kaufte, waren das vor allem ältere Filme die mein Interesse erweckten. Darunter war eine Ausnahme: Harpi. Bei Harpi handelt es sich um einen neueren Film aus dem Jahr 2000. Um einen Slasher. Wohl die südkoreanische Antwort auf Filme wie Scream, Ich weiss, was du letzten Sommer getan hast und Düstere Legenden.

Ich sah mir den Film ohne Untertitel an. Es gibt keine Fassung mit englischen Untertiteln. Ich habe mir die Inhaltsangabe auf der Rückseite der Videokassette übersetzen lassen lassen. Das half. Der Film erinnert in der Tat an die Teenie-Slasher Ende der 90er, wobei die Klasse und Qualität der amerikanischen Vorbilder in keiner Art und Weise erreicht wird. Der Film ist nicht per se langweilig, aber es ist definitiv kein Kracher. Richtiges Spektakel sucht man vergebens.

Das Einzige, was dank fehlenden Untertiteln und einem Mangel an Verständnis fehlte, waren die Motive. Warum wurde gemordet? Auf der anderen Seite hat der Film zu keiner Sekunde gefesselt. Mit anderen Worten: das Motiv war mir sogar egal. Leider ist keine Spannung vorhanden. Atmosphärisch wird es auch nicht, gruselig ebenso wenig. Es gibt einige Film-im-Film Momente (erinnerte an Düstere Legenden 2), in denen dem Zuschauer vorgetäuscht wird, dass ein Mord geschieht, bis es zur Auflösung kommt, dass die Schüler nur eine Szene für den Film gedreht haben. Das ist zuerst nett, aber bei stetiger Wiederholung dann nicht mehr effektiv.

Der Film ist relativ harmlos. Die Horrorparts am Ende kommen zu spät. Das Interesse ist längst verflogen. Das Editing ist ziemlich mies. Nicht selten stoppt der Film und friert eine Szene ein, während ein off Sprecher was dazu sagt. Nervend und nimmt dem Film sein Tempo, statt aufs Gaspedal zu drücken. In einem Review habe ich gelesen, dass die Produktion und die Drehbedingungen chaotisch gewesen sein sollen. Was auch immer das heissen mag. Wer jedoch nach anderen Filmen von Regisseur Ra Ho-beom sucht, wird keine finden. Das könnte ein Hinweis sein…

Fazit: Nicht Mal für Slasher-Fans interessant…

Infos:

O: Hapi

Südkorea 2000

R: Ra Ho-beom

D: Lee Jeong-hyun, Kim Rae-won, Kim Kkot-ji, Cho Hyung-jin

Laufzeit der südkoreanischen VHS: Ca. 85:23 Min.

Gesehen am: 25.09.25

Fassungen: Mir lag das südkoreanische VHS von Film Production Twenty-One vor = durchschnittliche Bildqualität, Koreanischer Originalton, keine Subs, sah Uncut aus. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Sept. 2025).  

Dienstag, 11. November 2025

Ich weiss noch immer, was du letzten Sommer getan hast Review

Ich weiss noch immer, was du letzten Sommer getan hast

Story:

Julie (Jennifer Love Hewitt) nagt noch immer an den Ereignissen, die sich in Ich weiss, was du letzten Sommer getan hast, ereignet haben. Um einen klaren Kopf zu bekommen, fährt sie mit Freunden (Brandy Norwood, Mekhi Phifer, Matthew Settle) auf die Bahamas. Doch im Hotel lauert ihnen der Killer mit dem Haken (Muse Watson) erneut auf und ein Kampf auf Leben und Tod beginnt. Derweil macht sich Julies Ex (Freddie Prinze Jr.) auf, seine Angebetete zu retten…

Meine Meinung:

Früher fand ich Ich weiss noch immer, was du letzten Sommer getan hast, die Slasher-Fortsetzung von Ich weiss, was du letzten Sommer getan hast, besser als den Vorgänger. Den zweiten Teil sah ich 1999 (als 13jähriger in Begleitung der Eltern) sogar im Kino. Ob es daran lag? Nostalgische Erinnerungen? Nun empfinde ich es anders als früher. Unterschiedlich.  Zwar hat der 2. Film mehr Action, mehr Blut, ein höheres Tempo und einen höheren Bodycount, aber ich mochte den langsameren Aufbau des ersten Filmes, dessen Setting und die Figuren des Vorgängers mehr. Figuren à la Ryan Phillippe oder Sarah Michelle Gellar fehlen hier leider.

Schlecht ist Ich weiss noch immer, was du letzten Sommer getan hast deshalb noch lange nicht. Schlecht war z.B. die miese I Know What You Did Last Summer Serie, die 2021 lief. Das ist schlecht. Ich weiss noch immer, was du letzten Sommer getan hast ist immerhin pure Unterhaltung. Zugegeben stupide Unterhaltung (Hauptstadt von Brasilien) mit vorhersehbarem Plot und Figuren (Sohn des Killers), aber auf jeden Fall unterhaltsam. Der Film drückt mächtig aufs Gaspedal, das Setting der isolierten Ferieninsel gefällt (auch wenn mir das Fischerdorf im 1. Film mehr zusagt) und an Jeffrey Combs (Re-Animator) Nebenrolle hatte ich Freude (Das wusste ich gar nicht mehr, dass er mitspielt).

Jennifer Love Hewitt und Brandy Norwood haben überzeugt. Freddie Prinze Jr. gerät in den Hintergrund und Mekhi Phifer (Dawn of the Dead) passt zwar gut in die Rolle, mutiert aber, auch wie unser Killer im Finale, zum Sprücheklopfer à la Freddy Krüger oder Chucky.  Matthew Settle empfand ich als schwach. Seine Rolle ist, wie schon angedeutet, vorhersehbar. Nebst Jeffrey Combs gibt es weitere bekannte Namen in Nebenrollen zu sehen, z.B. Bill Cobbs (Demolition Man). Es gibt nette Slasher-Morde und sogar eine Hommage an Freitag der 13. – Jason kehrt zurück zu sehen. Als Horrorfan fand ich das ziemlich cool.

Fazit: Wer den 1. Teil mochte, kann bedenkenlos einschalten!

Gefolgt von: Ich werde immer wissen, was Du letzten Sommer getan hast und als Reboot Ich weiss, was du letzten Sommer getan hast

Infos:

O: I Still Know What You Did Last Summer

USA 1998

R: Danny Cannon

D: Jennifer Love Hewitt, Freddie Prinze Jr., Brandy Norwood, Mekhi Phifer, Matthew Settle, Muse Watson, Bill Cobbs, Jeffrey Combs

Laufzeit der deutschen DVD: 96:30 Min.

Gesehen am: 1999 (CH-Kino) / Neusichtung am: 14.07.25

Fassungen: Ich sah den Film als 13jähriger 1999 im Kino und für eine Neusichtung lag mir die deutsche DVD von Columbia TriStar zur Verfügung = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität. Die deutsche Synchronisation ist sehr gelungen. Den Film gibt es inzwischen auch auf Blu-Ray und UHD.

Montag, 10. November 2025

Ich weiss, was du letzten Sommer getan hast Review

Ich weiss, was du letzten Sommer getan hast

Story:

Julie (Jennifer Love Hewitt), Ray (Freddie Prinze Jr.), Helen (Sarah Michelle Gellar) und Barry (Ryan Phillippe) fahren nachts nach einer Party einen Mann an. Sie einigen sich, die Leiche im Meer zu versenken. Dabei stellen sie fest, dass das Opfer noch gar nicht tot war. Ein Jahr später: Julie erhält eine mysteriöse Nachricht, in der «Ich weiss, was du letzten Sommer getan hast» geschrieben steht. Kurz darauf wird die Clique von einem Unbekannten terrorisiert…

Meine Meinung:

Nachdem demnächst ein neuer Teil in die Kinos kommen wird (mit dem gleichen Titel = Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast), der offiziell nach dem 2. Teil spielen wird (und den dritten Teil Ich werde immer wissen, was Du letzten Sommer getan hast ignorieren wird), wollte ich mir die ersten zwei Filme der Reihe erneut ansehen. Denn im neusten Film, der Mitte Juli dieses Jahres in den Kinos starten wird, sind Jennifer Love Hewitt sowie Freddie Prinze Jr., zwei der Hauptfiguren aus den ersten beiden Filmen, wieder mit von der Partie.

Ich bin gespannt, wie der neue Film an die alten Filme anknüpfen wird. Ich sah die alten Filme seit Ewigkeiten nicht mehr. Beides sind aber nostalgische Erinnerungen, da ich beide Filme in meiner Jugend sah (den ersten als deutsches VHS und den zweiten mit den Eltern im Kino, da wir noch unter 14 Jahre alt waren). Ich hatte den 2. Teil immer als besser abgespeichert. Mal schauen, ob dies aktuell noch der Fall sein wird. Ich weiss, was du letzten Sommer getan hast hat die Neusichtung bestanden. Mir gefiel der Film und die ganze 90er Jahre und Kleinstadt-Stimmung, in welcher der Film angesiedelt ist.

Die Teenie-Slasher-Welle der 90er, durch den Erfolg von Scream ausgelöst, gefällt mir. Nebst Filmen wie Düstere Legenden oder The Faculty gehört auch Ich weiss, was du letzten Sommer getan hast dazu. Lustig ist, dass Elemente aus Düstere Legenden auch hier kurz Anwendung finden (die besprochenen Horrorgeschichten am Lagerfeuer). Zudem war Star Sarah Michelle Gellar (Dexter: Original Sin, Buffy - Im Bann der Dämonen) später in Scream 2 zu sehen, während ihr Co-Star Ryan Phillippe (One Shot) danach mit Sarah Michelle Gellar in Eiskalte Engel vor der Kamera stehen sollte.

Der Plot erfüllt seinen Zweck und der Film ist unterhaltsam. Kevin Williamson, der das Drehbuch schreib, tat das auch für andere 90er Jahre Slasher wie die bereits erwähnten Scream, Scream 2 oder The Faculty. Zwar ist das Ende etwas vorhersehbar, aber es hat dem Unterhaltungswert des Filmes nicht geschadet. Die Figurenzeichnungen wirkten glaubhaft und sind stark gespielt. Die Stimmung, welche durch das Fischerdörfchen entsteht, ist stimmig. Die Morde sind meist harmlos und die FSK18 Freigabe konnte ich schon bei der Veröffentlichung nicht nachvollziehen. Dennoch sind einige nette Werkzeuge dabei und der Haken ist definitiv eine fiese Tötungswaffe (Candyman lässt grüssen).

Fazit: Für 90er Jahre Slasher Fans zu empfehlen!

Gefolgt von: Ich weiss noch immer, was Du letzten Sommergetan hast

Infos:

O: I Know What You Did Last Summer

USA 1997

R: Jim Gillespie

D: Jennifer Love Hewitt, Freddie Prinze Jr., Sarah Michelle Gellar, Ryan Phillippe, Johnny Galecki, Muse Watson, Stuart Greer

Laufzeit der deutschen DVD: 96:48 Min.

Gesehen: Jugendzeit / Neusichtung: 13.07.25

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Columbia TriStar vor = gute Bild- und Tonqualität (die deutsche Synchro ist sehr gelungen) und Uncut (die 18er Freigabe empfand ich jedoch schon früher als zu hoch). Den Film gibt es inzwischen auch auf Blu-Ray und UHD.

Dienstag, 7. Oktober 2025

Hatchet II Review

Horroktober 2025

Hatchet II

Story:

Marybeth (Danielle Harris) überlebt ein Aufeinandertreffen mit Victor Crowley (Kane Hodder). Zusammen mit Reverend Zombie (Tony Todd) und anderen (u.a. Tom Holland, AJ Bowen, Alexis Kendra, R.A. Mihailoff, Parry Shen) begibt sie sich erneut in den Sumpf, um Victor ein für alle Mal zu töten…

Meine Meinung:

Hatchet II hat mir, wie schon der Vorgänger, nicht mehr gut genug gefallen, um in der Filmsammlung zu verweilen. Mein Filmgeschmack hat sich z.T. verändert und gerade bei neuen Filmen bin ich deutlich strenger geworden, so dass Hatchet II aus der Sammlung fliegt. Dafür lohnen sich Blog-Specials wie der Japanuary, Shawgust oder der Horroktober gut. Aus dem Vorgänger kehren Adam Green (Regie), Kane Hodder (spielt den Killer), Tony Todd (gleiche Rolle) und John Carl Buechler (gleiche Rolle) zurück. Neu an Bord stösst Danielle Harris (Halloween 4 & 5, Last Boy Scout) und Tom Holland (Regisseur von Child’s Play und Fright Night).

Zwar ist der Film absolut nicht langweilig (ich würde sogar sagen, der hatte weniger Längen und Startschwierigkeiten als der Vorgänger), aber abgesehen von den Effekten (die übrigens in der Fortsetzung nicht mehr von John Carl Buechler stammen) konnte mich der Film nicht mehr überzeugen. Abgesehen von den sehenswerten und fantasievollen Tötungssequenzen und starken, handgemachten Effekten, die, ich muss es zugeben, teilweise wirklich der Wahnsinn sind, bietet der Film keinen Mehrwert, je wieder gesichtet zu werden.

Die Optik des Filmes erinnert an einen sterilen, billigen TV-Film. Eine Spannung oder Atmosphäre will nie entstehen. Die Musik (z.B. im Vor- oder Abspann) ist unpassend gewählt (und/oder entspricht weniger meinem Geschmack) und der Vorspann wirkt auch billig und für einen Film, der auf Old School machen will, wirkt dieser zu modern. Der Humor ist doof und pubertierend (wie auch die wenigen Nacktszenen) und alle Figuren sind uninteressant. Da können auch Danielle Harris, Kane Hodder (Kill Her Goats, Robin Hood: Ghosts of Sherwood) oder Tony Todd (der ein echtes Arschloch spielt) nichts ändern.

Fazit: Für Fans der Reihe sicherlich zu empfehlen, wer jedoch mehr als nur guten Gore sehen will, sollte sich für andere Filme entscheiden!

Gefolgt von: Hatchet III

Infos:

O: Hatchet II

USA 2010

R: Adam Green

D: Tony Todd, Kane Hodder, Danielle Harris, Tom Holland, AJ Bowen, Alexis Kendra, R.A. Mihailoff, John Carl Buechler, Parry Shen

Laufzeit der US-DVD: 85:15 Min.

Gesehen am: Feb. 2011 / Neusichtung am: Okt. 2025

Fassungen: Mir lag die Uncut-US-DVD von Dark Sky Films vor = Schuber, O-Ton, englische Subs, Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität. In Deutsch und Uncut nur über Österreich zu haben!

Dienstag, 17. Juni 2025

The Night Brings Charlie

The Night Brings Charlie

Story:

In einer Kleinstadt geht ein Mörder umher. Sheriff Carl Carson (Kerry Knight) versucht den Fall zu lösen. In Gärtner Charlie (Chuck Whiting) sehen einige den mutmasslichen Täter. Ob dies der Wahrheit entspricht?

Meine Meinung:

Bei dem kultigen Denn nachts kommt Charlie handelt es sich um einen 1990 Shot on Video US-Slasher, der trotz des Jahres 1990 mehr wie ein typischer 80er Jahre Slasher wirkt. Natürlich, der Film ist kein Kracher, es wird nichts Neues geboten, richtige Höhepunkt dürfen nicht erwartet werden und es handelt sich, da eine SOV-Produktion, um einen Low-Budget Film. Als grosser 80er Jahre Slasher-Fan fand ich an The Night Brings Charlie, so der Originaltitel, dennoch Freude.

Ich würde sogar behaupten, dass mir der Film heuer nach der 2. Sichtung noch etwas mehr Freude bereitete als früher.

Der Film spielt in einer typischen US-Kleinstadt, wo jeder jeden kennt. Mit einem Sheriff. Solche Geschichten mag ich schon automatisch. Dazu kommen viele Klischees des US-80er Jahre Slashers zum Tragen. Momente, die nicht unbedingt spannend, sondern klischeehaft und vorhersehbar anmuten. Aber gehört nicht genau so was zu einem Slasher aus dieser Zeit? Es muss nicht immer ein Film à la Scream mit vielen Twists sein. Der Film ist dank der kurzen Laufzeit sehr kurzweilig. Der Film entwickelt eine Stimmung, der ich mich nur schwer entziehen konnte.

Das Schauspiel der mir total unbekannten Darsteller war solide bis bemüht bis wirklich glaubhaft. Ich verstehe es, wenn einem der Film nicht zusagt oder man den Film zu billig findet. Charlie ist, wie auch andere Serienkiller (wie z.B. der aus The Burning), entstellt. Doch ist er wirklich der Killer? Meist ist das Gesicht des Killers nicht zu sehen. Die Werkzeuge, mit denen getötet wird, eignen sich hervorragend für die Taten. Die Morde passieren mehrheitlich im off-screen. Dennoch gibt es 1-2 blutige Momente zu sehen und/oder werden, wie im Genre üblich, später die Resultate sprich Leichen gezeigt. Einen spektakulären Feuer-Stunt gibt es obendrauf.

Fazit: Für Hardcore 80er Slasher Fans zu empfehlen!

Infos:

O: The Night Brings Charlie

USA 1990

R: Tom Logan

D: Chuck Whiting, David Carr, Lori Dennis, Joe Fishback, Kerry Knight

Laufzeit der US-VHS: 76:03 Min.

Gesehen am: Okt. 2014 / Neusichtung am: 22.03.25

Fassungen: Mir lag das US-VHS von Quest Entertainment vor = Englischer O-Ton, Vollbild, gute Bild- und Tonqualität, Uncut. Das deutsche VHS ist leicht zensiert. Titel: Denn nachts kommt Charlie. Es gibt keine DVD oder Blu-Ray (Stand: März 2025).

Donnerstag, 24. April 2025

Bloody Axe Wound

Brugggore Filmfestival 2025 Spezial

Bloody Axe Wound

Story:

In der Kleinstadt Clover Falls geht ein maskierter Killer (Billy Burke) um, der Teens meuchelt. Die Taten werden gefilmt und in der örtlichen Videothek, in der die Tochter des Killers, Abbie (Sari Arambulo) ist ihr Name, arbeitet, als Videokassetten angeboten. Abbie soll das Erbe des Vaters fortführen. Doch als sie sich verliebt und ihre Liebe (Molly Brown) zum Opfer ausgewählt wird, bricht sie mit der Tradition ihres Vaters und zieht somit dessen Zorn auf sich. Ein Kampf auf Leben und Tod beginnt…

Meine Meinung:

Bloody Axe Wound ist ein Film, der gut zu einem Filmfest, in dem Fall zum aktuell von mir besuchten Brugggore Filmfestival, passt. Viel Charme, Nostalgie und Klischees des Slasher-Genres machen Inhalte dieses lustigen Slashers aus. Dazu spielt der Film in einer Kleinstadt, es gibt maskierte Killer, ein abgelegenes Camp, an dem sich eine Tragödie abgespielte und auf welchem ein Fluch liegen soll und das beste: es gibt noch einen VHS-Store.

Das Einzige, was die Modere betrifft ist die Harmlosigkeit in Sache Sex- und Nacktszenen. Solche gibt es hier nicht. Und die Coming of Age-Elemente. Die bringen aber auch Unterhaltung und einen leichten Anflug von Dramatik in den Film. Der Film legt stark los und wartet mit 1-2 blutigen Splatter-Effekten auf, die qualitativ schon mehr zu bieten haben, als gestern die ersten beiden Filme zusammen. Danach flacht der Film auch in dieser Hinsicht etwas ab und einige Morde werden dann nur noch angedeutet und/oder finden im off-screen statt.

Der Film ist aber sehr kurzweilig, sehr spassig, sehr unterhaltsam. Das liegt auch an dem Lead, gespielt von der mir unbekannten Jung-Darstellerin Sari Arambulo. Die Vorstellung war auch sehr gut besucht und das Publikum hatte mit diesem Slasher am Filmfest seinen Spass. Auch der restliche Cast um Molly Brown, Margot Anderson-Song und Co. machen ihre Sache ordentlich. Alles Name, die ich nicht kenne. Der Killer spielt auch gut, auch wenn mir persönlich sein Aussehen nicht gefiel. Immerhin hat er schon Erfahrungen im Horrorfilm (Lights Out).

Nach Logik sollte man nicht suchen und Szenen nicht hinterfragen (Wer filmt die ganze Zeit?, Warum ermittelt die Polizei nicht?). In einer Esstischszene gab es, meiner Meinung nach, eine nette Blutgericht in Texas Hommage. Sonst erinnert das Gezeigte mehrheitlich an die Slasher mit Hauptkiller Jason oder Michael. Das Ende lässt dennoch eine Überraschung zu, die ich so nicht erwartet hätte. Obwohl der Film im Verlauf zahmer und blutiger wird, gibt es im Finale den besten Kill des ganzen Filmes zu sehen. Nur schon wegen der Szene lohnt sich der Film für Horrorfans.

Fazit: Slasher Fans können einen Blick riskieren!

Infos:

O: Bloody Axe Wound

USA 2024

R: Matthew John Lawrence

D: Sari Arambulo, Billy Burke, Molly Brown, Eddie Leavy, Margot Anderson-Song

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 83 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2025

Fassungen: Film am Brugggore Filmfestival gesehen = Uncut und in Englischer Sprache und mit englischen Subs. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: April 2025).

Montag, 30. Dezember 2024

Black Christmas

Black Christmas

Story:

Während der Weihnachtsferien wird ein Frauenstudentenheim von einem unheimlichen Anrufer terrorisiert. Als dann noch eines der Mädchen verschwindet, nehmen die Sorgen der anderen Bewohnerinnen (u.a. Olivia Hussey) zu. Derweil sucht die Polizei (u.a. John Saxon) nach der Vermissten…

Meine Meinung:

Black Christmas, von welchem ich zuerst das Remake (aus dem Jahr 2006) sah ehe ich 2008 das Mitte der 70er Jahre Original gesehen habe, hat die 2. Sichtung zu Ehren von Olivia Hussey, die am 27.12 dieses Jahres verstarb, bestanden. Nicht nur das: Black Christmas, von dem ich kaum mehr was wusste, hat mir sogar besser als früher gefallen. Von den drei Filmen, welche ich mit Olivia Hussey gesehen habe, gefiel mir ihr Schauspiel in Black Christmas am besten. Sie spielt die Hauptrolle und macht das fantastisch. Der Film wurde zu einem überraschenden Erfolg an den Kinokassen und bei den Fans.

Der kanadische Film legt dabei mehr Wert auf Plot, Suspense und Optik, statt auf blutige Morde. Der Film ist mehr ein Psychothriller statt ein Slasher. Hier und da mit ggf. Gialli-Anleihen (Morde, Kameraeinstellungen).  Der Plot spielt sich in einer Kleinstadt, in der praktisch jeder jeden zu kennen scheint, und in einem Studentenwohnheim, ab. Ich mag solche Geschichten, welche in Kleinstädten spielen. Obwohl ein kanadischer Film, wirkt der Film sehr amerikanisch. Wo der Film weiter punktet ist die Tatsache, den Täter praktisch nie zu zeigen. Die Kameraeinstellungen und Kamerafahrten bei den Taten oder im Finale sind geschickt und innovativ. Zudem helfen sie, für perfekte Gruselstimmung zu sorgen und tragen viel zur creepy Atmosphäre des Filmes bei.

Ich fühlte mich an spätere Klassiker wie Scream und Konsorten erinnert. Weitere Filme mit Telefonterror oder Stalking, die mir da als Vergleich in den Sinn kommen, sind Streifen wie Visiting Hours (auch aus Kanada mit Michael Ironside als Täter) oder Eyes of a Stranger (mit Effekten von Tom Savini). Nebst dem 2006er Remake erfuhr Black Christmas 2019 ein weiteres, diesmal jedoch wohl sehr unnötiges (feministisches) Remake, welches sogar von 111 Minuten auf 92 geschnitten wurde (auch Gewaltmomente), auch um eine niedrigere Freigabe fürs Kino zu bekommen. Dieses werde ich mir jedoch nie ansehen. In einer Nebenrolle als Polizist ist John Saxon (Nightmare Beach, Pelts, Die Gewalt bin ich) zu sehen. Da kamen etwas A Nightmare on Elm Street Vibes auf…

Fazit: Stimmungsvoll, spannend und sehenswert!

Infos:

O: Black Christmas

Kanada 1974

R: Bob Clark

D: Olivia Hussey, Keir Dullea, Margot Kidder, John Saxon, Marian Waldman, Andrea Martin, James Edmond

Laufzeit der kanadischen DVD: Ca. 98 Min.

Gesehen am: Feb. 2008 / Neusichtung am: 28.12.24

Fassungen: Mir lag die kanadische DVD von Critical Mass vor (25th Anniversary Edition) = Uncut, O-Ton, keine Subs, ca. zweiminütiges Interview mit John Saxon als Bonus, gute Bild- und Tonqualität. In Deutschland gibt es den Film unter dem Titel Jessy - Die Treppe in den Tod auf Blu-Ray und UHD.

Dienstag, 16. April 2024

In a Violent Nature

BIFFF 2024 Spezial

In a Violent Nature

Story:

Johnny (Ry Barrett) ist von den Toten auferstanden und sucht nach der entwendeten Goldkette. Dabei geht er über Leichen…

Meine Meinung:

Was genau mich in In a Violent Nature erwarten würde, wusste ich im Vorfeld nicht. Als ich das Review für meinen BIFFF Besuch vorbereitet habe, gab es noch keine Trailer zum Film. Ich wusste nur, dass es eine Art Backwood- und/oder Slasher-Film war und der Film die Sicht aus der Sicht des Killers erzählt statt von den Opfern. Ein gewagtes Experiment, um dem Slasher- du Backwood-Film neue Impulse zu verleihen.

Hat sich das Experiment gelohnt? Nein. Ich empfand In a Violent Nature nebst Destroy All Neighbors als den bisher schlechtesten Film an diesem BIFFF. Hauptgrund ist, dass In a Violent Nature einfach langweilig ist. Die Kamera klebt meist am Killer und der irrt und stapft durch den Wald. Oder die Kamera verharrt an einer Szene und man sieht minutenlang eine Einstellung von Büschen, Bäumen oder einem See. Dazu gibt es auch kaum und/oder keine Musik. Man hört nur die Geräusche der Natur: Tiere, das Rauschen des Windes etc. Das Gezeigte erinnerte mich mehr an eine Natur-Dokumentation als an einen Slasher/Backwood-Film.

Dazu kommt, dass mir alle Figuren nicht gefallen haben. Auch das Make-Up Gesicht von Johnny fand ich sehr mässig, die Augen gar billig. Das einzige gute waren ca. vier-fünf Tötungsszenen, die sehr graphisch, innovativ, fantasievoll, fies und breit in die Länge gezogen wurden. Regisseur Chris Nash ist auch ein Spezialeffekte-Künstler. Sein Können hat er ggf. in In a Violent Nature einfliessen lassen, wobei er in der imdb nicht für die Effekte gelistet wurde. Die Angaben dort sind aber noch sehr dünn.

Fazit: Mut zur Innovation hat sich nicht gelohnt. Der Film ist einfach langweilig und ausser den paar coolen Kills bietet der Film keinen Mehrwert. 

Infos:

O: In a Violent Nature

Kanada 2024

R: Chris Nash

D: Ry Barrett, Charlotte Creaghan, Liam Leone, Cameron Love, Timothy Paul McCarthy, Alexander Oliver

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 94 Min.

Gesehen am: BIFFF 2024

Fassungen: Gesehen am BIFFF 2024 im O-Ton und Uncut. Es gibt noch keine DVD oder Blu-Ray (Stand: April 2024).

Freitag, 12. Januar 2024

Door

Japanuary 2024

Door

Story:

Hausfrau Yasuko (Keiko Takahashi) zeigt sich über Werbeanrufe und Verkaufsmänner genervt. Es kommt so weit, dass sie einem Verkäufer die Hand mit der Tür eingeklemmt. Danach kommt es zu einer Reihe von mysteriösen Vorkommnissen: Beschriftungen an der Haustüre, unseriöse Postsendungen, Telefonterror. Und es sollte nicht dabei bleiben…

Meine Meinung:

Ich wurde erstmals durch das Buch Japanese Cinema Encyclopedia - Horror / Fantasy / Science Fiction von Thomas und Yuko Mihara Weisser auf Door und Fortsetzungen aufmerksam. Umso erfreuter war ich, als ich sah, dass die Filme nun auf Blu-Ray und mit englischen Subs erscheinen = bestellt und Wunschliste abgearbeitet. Door hat mir gut gefallen. Der Film hat eine ganz spezielle, eigene Stimmung.

Der Aufbau des Plots ist langsam. Der Film ist ein Mix aus Drama, Thriller, Home-Invasion, Horror und Terrorkino. Regisseur Banmei Takahashi beweist ein gutes Händchen bei der Inszenierung. Die Kameraarbeit ist exzellent, die Wahl der Musik aussergewöhnlich und die Darsteller durch die Bank glaubhaft und authentisch. Man fiebert mit Yasuko mit. Keiko Takahashi (Uzumaki) ist übrigens die Ehefrau des Regisseurs. Regisseur Banmei Takahashi war bis zu Door im Sex-Film-Geschäftig tätig. Dies änderte sich erst mit Door.

Speziell im Finale geht im Film dann die Post ab. Nach einem langen Vorspiel eskaliert der Orgasmus, so zusagen. Die Kameraführung, spezifisch die aus der Vogelperspektive, in welcher Yasuko durch etliche Zimmer gejagt wird und sich gegenüber dem unerwünschten Besucher wehrt, war mehr als sehenswert. Der Bösewicht des Filmes wird stark von Daijiro Tsutsumi gespielt. Die wenigen Effekte sind stark getrickst. Der kammerspielartige Terror kommt gut zur Geltung. Teilweise fühlte ich mich aufgrund des Telefonterrors an den späteren Slasher Scream erinnert.

Gefolgt von: Door II

Infos:

O: Doa

Japan 1988

R: Banmei Takahashi

D: Keiko Takahashi, Daijiro Tsutsumi, Shirô Shimomoto

Laufzeit der UK-Blu-Ray: 93:55 Min.

Gesehen am: Jan. 2024

Fassungen:  Mir lag die UK-Blu-Ray von third window films vor = Schuber, Booklet, restaurierte Fassung, O-Ton, englische Subs (wohl erste Fassung weltweit die englische Untertitel bietet), Uncut. Ton- und Bildqualität sind sehr gut. Als Bonus gibt es ein Interview mit dem Regisseur und die Fortsetzung Door II ist auch mit an Bord.

Donnerstag, 14. Dezember 2023

Thanksgiving

Thanksgiving

Story:

Plymouth, Massachusetts:

Am Black Friday kommt es bei einer Massenpanik zu mehreren Unfällen mit Todesfolge. Ein Jahr später taucht ein unbekannter Killer auf und sorgt für blutige Rache…

Meine Meinung:

2007 kam Grindhouse in die US-Kinos. Ein Double Feature bestehend aus Eli Roths Death Proof und Robert Rodriguez Planet Terror und mehreren Fake-Trailern namens Machete, Werewolf Women of the SS, Don't, Thanksgiving und Hobo with a Shotgun. Aus Machete und Hobo with a Shotgun wurden bereits Spielfilme realisiert und nun hat Eli Roth (Death Wish) auch seinen Fake Trailer Thanksgiving verfilmt und diesen als Spielfilm realisiert.

Nun habe ich mir Thanksgiving im Kino angesehen und der hat mir gefallen. Zwar wohl kein Film für die Sammlung, aber ich fühlte mich doch bestens unterhalten. Aus dem Trailer kehren zwei-drei Details (hier und da in etwas abgeänderter Form) zurück. Der Film erinnerte mich vor allem an Filme wie Scream, Ich weiss, was du letzten Sommer getan hast, Intruder, Saw, Final Destination oder Ab in die Ewigkeit. Thanksgiving hat mir dabei besser als seine letzten Filme Death Wish oder The Green Inferno gefallen.

Das, weil ich das Kleinstadt-Setting und vor allem das klassische Slasher-Genre einfach mag. Und Thanksgiving bietet fast alles, was der Fan von einem Slasher erwarten kann. Ein Ereignis, aus welchem ein unbekannter Killer hervorgeht, mehrere Verdächtige, eine Kleinstadt, in der jeder jeden kennt, dumme Teens, blutige Morde. Die Teens werden von relativ unbekannten Neulingen gespielt. Natürlich vor allem auch austauschbar, aber dennoch glaubhaft (und deshalb auch wenig sympathisch). Zumindest Nell Verlaque fand ich als Heldin stark.

In Nebenrollen sind bekannte Namen dabei, z.B. Patrick Dempsey (Scream 3) oder Gina Gershon (Red Heat). Nebst grossem Unterhaltungswert gefällt auch das Thema rund um Thanksgiving. Es ist sogar als nicht Amerikaner besser, sich kurz um die Bräuche dieses Feiertages zu informieren. Damit macht der Inhalt noch mehr Spass. Was die Morde und Blutgehalt angehen, ist der Film überraschend und extra übertrieben blutig geraten. Es gibt einige herrlich innovative Tötungen und Splatter-Fans werden bestens bedient. Die Effekte sind allgemein stark mit Ausnahme der Feuerszene im Finale (mieses CGI).

Fazit: War besser als erwartet und Slasher-Fans können einen Blick riskieren!

Infos:

O: Thanksgiving

USA 2023

R: Eli Roth

D: Nell Verlaque, Patrick Dempsey, Addison Rae, Tomaso Sanelli, Gabriel Davenport, Jenna Warren, Jalen Thomas Brooks

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 107 Min.

Gesehen am: 16.11.23

Fassungen: In Bern (Schweiz) im Kino gesehen: Uncut (ab 16/18) im Originalton mit deutschen Subs. Eine deutsche Blu-Ray ist noch nicht angekündigt (Stand: Nov. 2023):

Freitag, 20. Oktober 2023

Night of the Scarecrow

Night of the Scarecrow

Story:

Ein ehemaliger Warlock (John Lazar) wird durch Zufall als Vogelscheuche (Howard Swain) zum Leben erweckt, und rächt sich an seinen Mördern…

Meine Meinung:

Night of the Scarecrow, ein Mitte der 90er Jahre Horrorfilm um eine Vogelscheuche, hat die 2. Sichtung bestanden. Der Film wurde zu Ehren von Jeff Burr, der am 10.10.23 verstorben ist, neu angesehen. Jeff Burr hat zwar nur eine kleine Anzahl von Filmen gedreht, sich dabei aber bei Horrorfilmfans mit Filmen wie Leatherface: The Texas Chainsaw Massacre III, Stepfather 2, From a Whisper to a Scream oder Pumpkinhead II: Blood Wings einen Namen gemacht. Ein Mann für Fortsetzungen.

Night of the Scarecrow mag zwar nicht ein sonderlich hohes Budget haben, aber der Film ist sehr solide, souverän und unterhaltsam geworden. Der Film ist mehr oder weniger ein Slasher, wobei die Vorgeschichte mit dem Warlock fast schon an H.P. Lovecraft erinnert. Die Szenen waren stimmungsvoll. Es gibt nicht viele Horrorfilme mit Vogelscheuchen. Spontan kommt mir da nur der 1988er Film Scarecrows in den Sinn, der in den USA von MGM vertrieben wurde.

Der Film bietet all die 08/15 Slasher-Klischees, die sich der Fan von dem Genre nur wünschen kann. Ich mochte die Kleinstadtstimmung, das Vogelscheuchen-Aussehen und die innovativen und zuweilen brutalen Morde. In ein bis zwei Szenen kam fast Tentakel-Sex-Feeling à la einem japanischen Adult-Anime auf. Besonders die Szene im Van war in der Hinsicht, auch optisch und wie geschnitten, toll anzusehen. Die Effekte sind in der Hinsicht, Low-Budget hin oder her, erstklassig und gelungen, zumal es im Finale sogar noch eine echte Explosion zu bewundern gibt.

Die Figuren, vor allem die Opfer, sind mehr oder weniger unsympathisch. Diese wurden aber bewusst so charakterisiert. Das hat Charme und war amüsant (der Priester mit dem Sex-Magazin z.B.). Wo der Film hingegen unglaubwürdig ist, ist das Alter seiner (Jugendlichen?) Figuren: weder Elizabeth Barondes noch John Mese nimmt man das junge Jugendpaar ab. Vor allem John Mese wirkte viel zu alt für diese Rolle. Die Dinner-Szene, in welcher Elizabeth John ihrer Familie vorstellt, war sehr sonderbar und schräg in Szene gesetzt.

Fazit: Wer gerne 08/15 Slasher mit Kleinstadt-Stimmung mag, wird mit Night of the Scarecrow voll auf seine Kosten kommen inklusive einiger sehr fantasievoller Tötungsszenen.

Infos:

O: Night of the Scarecrow

USA 1995

R: Jeff Burr

D: Elizabeth Barondes, John Mese, Stephen Root, Bruce Glover, Dirk Blocker, Howard Swain, Gary Lockwood, John Hawkes,

Laufzeit der US-Blu: 85:02 Min.

Gesehen am: April 2014 / Neusichtung am: 16.10.23

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Olive Films vor = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, Extras (Audiokommentar von Jeff Burr). Einziges Manko, wenn man so will: keine englischen Subs. Gibt es in Deutschland nur als Vollbild-DVD (als Night of the Scarecrow - Die Nacht der Krähe).