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Freitag, 24. Juli 2026

Kliwon Friday Night

 

Kliwon Friday Night

Story:

Ayu Sutrisna (Suzzanna) ist eine Autorin und schreibt gerne Horrorgeschichten. Aktuell leidet sie an Alpträumen und Wahnvorstellungen. Daher bezieht sie ein Haus auf dem Lande, um sich ihrer Arbeit widmen und sich mental erholen zu können. Keine gute Idee…

Meine Meinung:

Kliwon Friday Night ist mein 2. Sundel Bolong Film mit Suzzanna (Birth in the Grave, Ghost Ambulance, The Queen of Black Magic) nach Sundelbolong und stammt von Regisseur Sisworo Gautama Putra (White Crocodile Queen, Santet, The Hungry Snake Woman). Kliwon Friday Night ist ein durchschnittlicher Film und der Inhalt basiert, auch wenn es leichte I Spit on Your Grave Vibes gibt, auf der javanesischen Mythologie und Folklore. Der Kliwon Freitag gilt als unheimlichster Tag des javanesischen Kalenders, in dem sich die Geisterwelt öffnet.

Der Film macht davon Gebrauch. Kliwon Friday Night beginnt stark. Sehr stark. Nach letzten Suzzanna-Enttäuschungen (Ghost Ambulance, Pact with the Forces of Darkness) war ich froh, keinen erneuten Reinfall zu sehen. Leider halten die starken Momente nur bis zur ca. 48. Minute an. In diesen 48 Minuten ist der Film ernst, das Tempo hoch, es gibt viel Geister- und Suzzanna-Szenen inklusive einiger toller Make-Up Effekte (ein Effekt erinnert an den aus Demons) und vor allem der völlige Verzicht von Klamauk war erfrischend.

Doch danach schwächelt der Film. Komiker Bokir taucht auf inklusiven Gesang- und Tanz, nervtötendem Humor und unerotische Erotikszenen (Frau hat mit Zwerg Oralsex) folgen. Effekte und echter Horror nehmen ab. Das ist schade. Das hohe Tempo, welches der Film in den ersten 48 Minuten aufrechterhalten hat, fällt in sich zusammen. Das Finale war dann leider auch eine Enttäuschung (Suzzanna sitzt mit dem rächenden Geist auf dem Bett und beide führen Gespräche). So gesehen kein Kracher, sondern nur ein durchschnittlicher Film mit Suzzanna…

Infos:

O: Malam Jumat Kliwon

Indonesien 1987

R: Sisworo Gautama Putra

D: Suzzanna, Alan Nuari, Amith Abidin, Rukman Herman, Soendjoto Adibroto, Doddy Sukma, Yorita Murni, Bokir

Laiufzeit der US-Blu: 88:20 Min.

Gesehen am: Juli 2026

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Severin Films (Suzzanna: Empress of Darkness) = Uncut, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Juli 2026).

Donnerstag, 23. Juli 2026

Za Karate 3

Za Karate 3

Story:

Tadashi Yamashita (Tadashi Yamashita) wird erneut zur Zielscheibe diverser Kämpfer (u.a. Donnie Williams) plus einen chinesischen Meister (Masafumi Suzuki) und dessen Tochter (Yoko Horikoshi)…

Meine Meinung:

Za Karate 3 ist der Abschluss und letzte Teil der Za Karate Reihe (Za Karate 1 + 2). Erneut führte Yukio Noda Regie und mit Tadashi Yamashita kehrte als Held der Stunde aus den Vorgängern zurück (inklusive Tadashis Meister, seinem Sidekick und auch dessen Kollegin). Ansonsten bleibt fast alles beim Alten: dünner Plot, diverse (z.T.) ausländische Kämpfer, die Tadashi Yamashita an den Kragen wollen, viel Overacting und Kampfszenen.

Dennoch vermag Za Karate 3 die Klasse und Qualität der beiden Vorgänger nicht zu erreichen. Trotz der kurzen Laufzeit von 86 Minuten gibt es einige lahme Hänger, irgendwie fehlt es dem Film im Gegensatz zu den Vorgängern am gewissen Etwas und das Budget schien ggf. auch kleiner, da kaum mehr blutige Make-Up Effekte zu sehen. Und am schlimmsten waren leider einige der Bösewichte. Die haben es zwar körperlich drauf d.h. die überzeugen zwar in den Kampfszenen, aber ihr Schauspiel ist peinlich, lachhaft, einfach schlecht. Das betrifft 2-3 der Bösewichte.

Leider sind davon auch der Finalendgegner und Hauptbösewicht betroffen. Donnie Williams (Battle Creek Brawl, Enter the Dragon) spielt diesen. Er spielt «Black Wolf» und seine Grimassen und seine zappelige Art und Weise sind mir von der ersten Szene mit ihm auf den Sack gegangen. Er hat mich genervt und ich habe mich für ihn fremdgeschämt. Schade. Da bot der 2. Teil mit Bolo Yeung einen deutlich besseren und charismatischen Bösewicht. Die Kampfszenen im Film sind ansonsten solide, Tadashi Yamashita macht das erneut sehr gut und die Settings für den Finalkampf sind toll anzusehen.

Fazit: Schwächster der drei Za Karate Filme!

Infos:

O: Za karate 3: Denkô sekka

Japan 1975

R: Yukio Noda

D: Tadashi Yamashita, Masafumi Suzuki, Yoko Horikoshi, Donnie Williams

Laufzeit der US-Blu: Ca. 86 Min.

Gesehen am: 23.07.26

Fassungen: Siehe Za Karate 2.

Donnerstag, 2. Juli 2026

The Dynamite Brothers

 

The Dynamite Brothers

Story:

Larry (Alan Tang Kwong-Wing) reist von Hong Kong nach San Francisco. Dort sucht er nach seinem verschollenen Bruder. Larry wird jedoch festgenommen. Doch zusammen mit einem anderen Gefangenen (Timothy Brown) gelingt ihm die Flucht…

Meine Meinung:

The Dynamite Brothers ist der Al Adamson (Nurses for Sale, The Female Bunch, Cinderella 2000) Film mit HK-Star Lam Ching-Ying (Crazy Safari, Encounters of the Spooky Kind 2, The Dead and the Deadly). Lam Ching-Ying spielt eine kleine Nebenrolle als Gangster. In weiteren Rollen sind noch Mars (Knockabout) sowie Philip Ko (Fearless Dragons) zu sehen, die mir beide nicht aufgefallen sind. Die Hauptrolle des Chinesen spiel Alan Tang (Winner Takes All?).  Lam Ching-Ying war zudem für die Kampfszenen (als «Fight Director») zuständig. Der Film ist ein früher Versuch, einen Clash der Kulturen auf die Leinwand zu bringen. Das Blaxploitation-Genre und den asiatischen Kung-Fu-Film.

Der Film dürfte sicherlich erfolgreich gewesen sein. Gekostet hat er praktisch nichts. Leider fand ich den Film am Ende nur durchschnittlich. Trotz der simplen Story war der Film zu langweilig. Es gab Längen, ich wurde müde und musste gegen das Einschlafen kämpfen. Da waren andere Filme von Al Adamson mit Actionbezug sehenswerter, z.B. Black Samurai oder Death Dimension. Das Budget sieht man The Dynamite Brothers leider negativ an. Einzelne Actionmomente sind schluderig gefilmt und daher unübersichtlich. Selbst bei den wenigen Kämpfen ist die Kamera oft zu nah dran. Alan Tang hat seine Sache ordentlich gemacht. Timothy Brown war ok, kommt aber leider nicht an einen Jim Kelly ran. Die Kung-Fu-Elemente haben mich mehr überzeugt als der Blaxploitation-Einschlag.

Fazit: Cool für Lam Ching-Ying, aber leider mit zu vielen Längen und zu wenig Action…

Infos:

O: The Dynamite Brothers

USA 1974

R: Al Adamson

D: Alan Tang, Timothy Brown, Aldo Ray, James Hong, Don Oliver, Al Richardson, Carol Speed, Clare Torao, Lam Ching-Ying

Laufzeit der US-Blu: Ca. 90 Min.

Gesehen am: 02.07.26

Fassungen: Gesehen als US-Blu-Ray von Severin Films (Al Adamson: The Masterpiece Collection) = Sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs, Uncut. Lief in Deutschland im Kino. Auf VHS, DVD und Co. scheint der Film (in Deutschland) hingegen nie veröffentlicht worden zu sein.

Mittwoch, 1. Juli 2026

From the Old Earth

 

From the Old Earth

Story:

William Jones (Charles Williams) findet bei archäologischen Ausgrabungen einen Kopf aus Stein und nimmt diesen mit nach Hause. Keine gute Idee…

Meine Meinung:

From the Old Earth war 1981 einer der ersten Horrorfilme in Walisischer Sprache. Der Film läuft nur knapp 50 Minuten und mutet mehr wie eine TV-Episode (einer Serie) an. Viel Budget war nicht vorhanden. Der Film ist sehr dialoglastig und es gibt fast keine Effekte zu sehen. Das Ganze ist irgendwie okay und solide, aber mehr auch nicht. Zwar beinhaltet der Film keltische Mythologie und ist perfekt geeignet, um sich in Severin Films All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2. Filmauswahl zu sein, aber selbst für die kurze Laufzeit gab es Längen.

Der Film gilt als Highlight in der walisischen Filmlandschaft und der Film basiert auf einer Kurzgeschichte eines Dichters namens Gwyn Thomas. Ob die Verfilmung originaltreu ist, kann ich nicht beurteilen, da ich diese nicht kenne. Dass der Steinkopf Unheil bringt, ist vorhersehbar. Dennoch hätte ich mir gerade in diesen Szenen etwas mehr Grusel, Horror sowie Effekte erwartet. Da bot mir From the Old Earth am Ende dann doch leider zu wenig, um wirklich effektiv und unterhaltsam überzeugen zu können. Der Cast war authentisch.

Fazit: Als «Bonus» (in der All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2. Edition) okay. Die Blu-Ray beinhaltet zudem einen weiteren Kurzfilm von Wil Aaron: Blood on the Stars. Mal schauen, ob mich dieser mehr zu überzeugen vermag…

Infos:

O: O'r Ddaear Hen

Grossbritannien 1981

R: Wil Aaron

D: Lindsay Evans, Jim Fieldsend, Bethan Jones, Elen Roger Jones, Stewart Jones

Laufzeit der US-Blu: Ca. 46 Min.

Gesehen am: 01.07.26

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Severin Films (All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2.) = O-Ton mit oder ohne englische Subs, gute Bild- und Tonqualität, Uncut, diverse Extras (diverse exklusive Extras und mehrere Kurzfilme). Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Juli 2026).

Dienstag, 23. Juni 2026

Akelarre

 

Akelarre

Story:

17. Jahrhundert in Navarre:

Lord Fermin (Walter Vidarte) lässt das Dorf nach Hexen absuchen und erhält dabei Hilfe des Inquisitors (José Luis López Vázquez).  Verdächtige werden verhaftet und durch Folter zu Geständnissen gezwungen. Damit will sich der tyrannische Lord Fermin einen Bauer namens Unai (Patxi Bisquert) vom Leib halten, der gegen seine tyrannischen Machenschaften ankämpft und als eine junge Frau (Silvia Munt) in Haft gefoltert wird, kommt es zum Aufstand…

Meine Meinung:

Einerseits freute ich mich auf Akelarre, andererseits war ich skeptisch. Ich freute mich da klassisches Hexen-Verfolgungssetting. Ich hoffte auf einen stimmungsvollen Film. Auf der anderen Seite fand ich schon das offizielle Plakat zum Film irgendwie «billig», völlig uninteressant und wenig ansprechend. Und leider trifft das auch als Gesamtfazit auf den Film von Pedro Olea zu. Der Film passt damit jedoch thematisch und inhaltlich in die Box von Severin Films (Folklore-Inhalte).

Das macht einen Film aber noch lange nicht gut. Für meinen Geschmack hatte der Film durchs Band TV-Niveau. Ich dachte, hier einen TV-Film vorgesetzt zu bekommen. So wirkt der Inhalt und dessen Qualität auf mich. Das wirkte so, als schaue ich mir im Free-TV einen deutschen TV-Film auf ZDF und Co. an, statt einen fantastischen Beitrag aus Spanien. Ich bin überrascht, dass der überhaupt im Kino lief. Weniger überrascht bin ich, als ich gelesen habe, dass der in der Berlinale gezeigt wurde. Wohl mehr aufgrund politischer Hintergründe statt filmischer Qualität. Passt.

Der Film wirkte auf mich, wie bereits das Film-Plakat, durch und durch billig. Zudem ist der Film zu 95% ein dialoglastiges Drama. Der Plot um Hexen, Folter oder deren Folgen sind sehr klein. Wer da andere Erwartungen hegt, dürfte sehr enttäuscht werden. Der Film bietet praktisch nur Dialoge und dürfte daher höchstens Fans von (billigen-TV-Soap-Opera) Dramen befriedigen. Ich fand den Film einfach nur öde und total langweilig. Da halfen auch die soliden Darsteller nicht, dass zu optimieren. Schade. Da wäre durchaus mehr möglich gewesen…

Fazit: Zeitverschwendung!  

Infos:

O: Akelarre

Spanien 1984

R: Pedro Olea

D: Silvia Munt, José Luis López Vázquez, Mary Carrillo, Walter Vidarte, Patxi Bisquert

Laufzeit der US-Blu: Ca. 97 Min.

Gesehen am: 23.06.26

Fassungen: Gesehen als US-Blu-Ray von Severin Films (All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2) = O-Ton mit englischen Subs, Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität. Als Extras gibt es Interviews mit Cast und Crew. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Juni 2026).

Sonntag, 21. Juni 2026

Nurses for Sale

 

Nurses for Sale

Story:

Es herrscht eine Pandemie. Im Dschungel werden Krankenschwestern von Gangstern und Menschenschmugglern entführt. Gleichzeitig wird ein Kapitän (Curd Jürgens) beauftragt, einen Impfstoff ins Land zu bringen…

Meine Meinung (US-Fassung):

Nurses for Sale hat eine kuriose Entstehungsgeschichte hinter sich. Ausgangsmaterial war ein deutscher Film aus dem Jahr 1971 namens Käpt'n Rauhbein aus St. Pauli von Rolf Olsen (Blutiger Freitag, Shocking Asia 1 + 2). Al Adamson und der Produzent von Käpt'n Rauhbein aus St. Pauli einigten sich Mitte der 70er darauf, dass Adamson das Originalwerk als Englisch synchronisierte Fassung erhält. Er entfernte rund 1/3 des Ausgangsmaterials und drehte, je nach Quellen, 10-20 Minuten an neuen Erotikszenen, die in den Plot integriert wurden. Der Film sollte als Erotikfilm mit Krankenschwestern in billigen Autokinos Kasse machen.

Mir hat Nurses for Sale nicht gefallen. Egal ob es die neuen Szenen von Al Adamson (Cinderella 2000) oder die Szenen des Originalfilmes angehen (die fand ich nochmals billiger und peinlicher). Der Film hat mir aus keiner Perspektive gefallen, unterhalten oder mich erfreuen lassen. Aus Exploitation-Sicht ist der Film einfach völlig harmlos, die neuen Szenen wirken wie Fremdkörper und der Humor der Deutschen ist peinlich, wie auch das Overacting oder der Englische Dub. Da schien damals so ein Zeitgeist-Phänomen gewesen zu sein, da Rolf Olsen mehrere «St. Pauli» Filme drehte.

Die Darsteller agierten amateurhaft, schlecht und am schlimmsten war die Tatsache, dass auch der Plot wirr und unzusammenhängend wirkt (kann natürlich auch daran liegen, dass in dieser US-Fassung viel vom eigentlichen Material fehlt). Der Film hat, obwohl er in der Al Adamson Fassung angenehme 68 Minuten läuft, dennoch massive Längen und fühlte sich leider deutlich länger als 68 Minuten an. Mir wurde beim Schauen sehr langweilig, sodass ich diesen billigen Versuch von Al Adamson, um Geld zu erwirtschaften, nur aus finanzieller Sicht gutheissen kann. Filmisch gesehen war das nichts.

Fazit: Zeitverschwendung!

Infos:

O: Nurses for Sale, Käpt'n Rauhbein aus St. Pauli

USA, D 1976, 1971

R: Al Adamson, Rolf Olsen

D: Curd Jürgens, Johanna von Koczian, Angelica Ott

Laufzeit der US-Blu: Ca. 67 Min.

Gesehen am: 21.06.26

Fassungen: Gesehen als US-Blu-Ray von Severin Films (Al Adamson: The Masterpiece Collection) = Englischer Dub, keine Subs, Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität. Al Adamson hat aus dem deutschen Originalfilm von Rolf Olsen Käpt'n Rauhbein aus St. Pauli viele Szenen entfernt und 10-20 Minuten eigen gedrehtes Material in den Plot eingefügt (mehrheitlich Erotikszenen). Die US-Fassung mit diesen neuen 10-20 Min. läuft nur 67 Minuten, während die deutsche Originalfassung 92 Min. läuft (gibt es in D auch Blu-Ray).

Sonntag, 14. Juni 2026

Za Karate 2

Za Karate 2

Story:

Tadashi (Tadashi Yamashita) will ein gestohlenes Schwert zurückholen. Doch die Bösewichte hetzen unzählige Killer (u.a. Gerald Carsons, Jerry Samson, Milan van Okan, Bolo Yeung, Tsutomu Harada, Toshio Tomogane) auf den blinden Tadashi und selbst sein Meister (Masafumi Suzuk) gerät in Gefahr, getötet zu werden…

Meine Meinung:

Za Karte 2 hat extrem viel Spass gemacht. Wer den ersten Film Za Karate bereits mochte, sollte sich auch unbedingt die Fortsetzung ansehen. Aus dem ersten Film kehren nebst Tadashi Yamashita, der nun mit der Tatsache, dass er blind ist, zu kämpfen hat, auch folgendes Trio zurück: Masafumi Suzuk, Shingo Yamashiro, Shinobu Suzuki. Die spielen u.a. die weibliche Rolle, den Meister und den Sidekick. Neu dazu, und das ist das Einzige, was ich etwas störend und unpassend fand, waren einige Kinder, wobei von denen vor allem Kenichi Ageo diverse Szenen bekommen hat. Ich habe nichts gegen eine Schar Kinder in einem Kaiju à la Gamera, aber bitte nicht in einem blutigen und überdrehten Toei-Karate-Action-Trash-Fest.

Ohne Kinderrollen wäre der Film ein Kracher geworden. Aber auch so macht der Film verdammt viel Spass. Der Film hat eine angenehm kurze Laufzeit von nur 86 Minuten. Es geht von Anfang an die Post ab und es gibt unzählige unterschiedliche Kämpfer mit unterschiedlichen Waffen. Diese sind herrlich überzeichnet und das Trash-Faktor macht viel Spass (die Frisur des Deutschen und ein Hakenkreuz darf dabei natürlich auch nicht fehlen). Die Kämpfe waren blutiger, als ich das erwartet hätte. Vor allem die Geheimtechnik der zehn Finger sorgte für zwei ungeheuer blutige Momente, die sich nicht hinter The Street Fighter und Co. zu verstecken brauchen.

Tadashi Yamashita gibt erneut eine starke Performance ab. Dieser hat eigentlich absoluten Kultcharakter. Er versteht es perfekt, den blinden Kämpfer zu mimen. Er überzeugt sowohl in Hand zu Hand Kämpfen inklusive des Einsatzes von diversen Waffen. Die drei Namen aus dem Vorgänger (Sidekick, Frau, Meister) treten etwas kürzer. Die Mehrheit der Szenen beinhaltet die schrillen Bösewichte und Kämpfer, die Tadashi an den Kragen wollen. Bolo Yeung (Bruce, Hong Kong Master, The Kung Fu Cook, Deadly Chase for Justice) ist dabei der stärkste der Bösewichte. Der Film ist toll gefilmt und von den Settings deutlich abwechslungsreicher als sein Vorgänger.

Fazit: Stark, aber lässt die Erwartungen für den dritten und letzten Teil der Reihe klar anwachsen!

Gefolgt von: Za Karate 3

Infos:

O: Za karate 2

Japan 1974

R: Yukio Noda

D: Tadashi Yamashita, Gerald Carsons, Jerry Samson, Milan van Okan, Bolo Yeung, Tsutomu Harada, Toshio Tomogane, Masafumi Suzuk, Shingo Yamashiro, Shinobu Suzuki, Kenichi Ageo

Laufzeit der US-Blu: Ca. 86 Min.

Gesehen am: 14.06.26

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Severin Films = Uncut, O-Ton, englische Subs (wohl die weltweit erste offizielle Vö mit englischen Subs), hervorragende Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Juni 2026).

Samstag, 13. Juni 2026

The People Who Own the Dark

 

The People Who Own the Dark

Story:

Auf einem abgelegenen Anwesen feiert der Baron (Paul Naschy) und die High Society inklusive einiger Escort-Damen schmuddelige Partys, während draussen eine nukleare Katastrophe geschieht. Deren «Flash» lässt alle Opfer erblinden. Da die Partygäste im Untergrund gefeiert haben, wurden sie davon verschont. Als sie sich in die Stadt aufmachen, um Nahrungsmittel zu plündern, eskaliert die Situation…

Meine Meinung (Spanische Originalfassung):

Als ich mich für diesen Film vorbereitet habe, musste ich sofort an den auch in Severin Films Box Exorcismo: Defying a Dictator & Raising Hell in Post-Franco Spain enthaltenen Creation of the Damned denken, der ein ähnliches Szenario erzählt: eine Gruppe von Personen auf engsten Raum, während draussen eine nukleare Katastrophe geschieht. Mir schwante Böses, aber zum Glück ist The People Who Own the Dark besser und effektiver als der langweilige Creation of the Damned. The People Who Own the Dark ist bis dato nebst The Bell from Hell der beste Film in Severin Films Box-Set.

The People Who Own the Dark sah ich mir in der spanischen Originalfassung an. Der US-Edit hat nicht nur die sprachliche Veränderung, sondern ist auch kürzer. Es wurden Inhalte (Story-Verlauf und Figurentiefe) entfernt. Zudem hat die US-Fassung eine neue Musik erhalten. Die spanische Originalfassung von León Klimovsky (Vengeance of the Zombies, The Werewolf vs. Vampire Woman, Trauma) hat mir gefallen. León Klimovsky hat in seiner Karriere oft mit Paul Naschy (The Beast and the Magic Sword, Human Beasts, The Werewolf and the Yeti) zusammengearbeitet, der hier ebenfalls an Bord ist.

Der Film ist interessant, da die Gruppe aus reichen Personen besteht, die in der Stadt dann auf die einfachen Bürger treffen, die an den Folgen der nuklearen Katastrophe zu leiden haben. Und es gibt Spannungen, die danach zu den Szenen führen, die, und das kommt wirklich so rüber, an Die Nacht der lebenden Toten erinnern. Der einfache Bürger tut sich zusammen, um am «Adel» Rache zu nehmen. So in etwa gestaltet sich der Plot. Nebst Paul Naschy sind hier noch Namen wie Nadiuska (Challenge of the Tiger) sowie Jess Franco Stammschauspieler Antonio Mayans (Night of Open Sex, Black Boots, Leather Whip, Macumba Sexual) zu sehen. Und das fiese End war genau nach meinem Geschmack.

Fazit: Nicht uninteressant!

Infos:

O: Ultimo Deseo

Spanien 1976

R: León Klimovsky

D: Paul Naschy, Nadiuska, Alberto de Mendoza, Tony Kendall, Maria Perschy, Teresa Gimpera, Emiliano Redondo, Julia Saly, Antonio Mayans

Laufzeit der US-Blu: 99:57 Min.

Gesehen am: 13.06.26

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Severin Films (Exorcismo: Defying a Dictator & Raising Hell in Post-Franco Spain) = nebst der spanischen Uncut Fassung (Spanisch mit englischen Untertiteln) befindet sich auch die ca. 20 Min. gekürzte und veränderte (neue Musik) US-Fassung auf der Disc. Die Bild- und Tonqualität sind hervorragend. Als Extras gibt es u.a. ein Interview mit Antonio Mayans und ein Sitges Filmfest Special. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Juni 2026).

Freitag, 12. Juni 2026

Pact with the Forces of Darkness

 

Pact with the Forces of Darkness

Story:

Kartika (Suzzanna), ihr Ehemann und ihre Kinder werden erschossen. Kartika kehrt als Geist zurück, um sich an den Tätern und dem Auftraggeber zu rächen…

Meine Meinung:

Auf Pact with the Forces of Darkness freute ich mich. Bei diesem Film von Sisworo Gautama Putra (Santet, Sangkuriang, Revenge of Samson) und Suzzanna (Sundelbolong, Birth in the Grave, White Crocodile Queen) handelt es sich um einen Freddy Krüger Variante. Es werden viele Momente aus A Nightmare on Elm Street 4: The Dream Master und A Nightmare on Elm Street 5:The Dream Child kopiert. Zum Teil fast 1:1, zum Teil etwas verändert. Leider empfand ich Pact with the Forces of Darkness als mittelmässig. Abgesehen von vier Make-Up- und Bluteffekten fand ich den Film doch eher enttäuschend.

Gut ist, dass Pact with the Forces of Darkness nicht langweilig ist. Es ist eigentlich fast immer etwas los und der Film hat eine angenehme Laufzeit von nur 85 Minuten. Zudem gibt es einige unterschwellig sexistische Momente, welche mich für das Herstellungsland überrascht haben. Erinnerte mich an Filme aus Indien, die teilweise ähnlich inszeniert sind. Pact with the Forces of Darkness ist kaum echter Horror oder Grusel (sieht der Zuschauer von Suzzannas Frisur ab), sondern schon fast mehr Trash-Parodie mit viel Klamauk und Overacting. Und genau das hat mir nicht gefallen. Suzzannas Schauspiel lud fast zum Fremdschämen ein.

Die Musik gefiel mir auch nicht und einige Aspekte wie Martial Arts Einlagen passten nicht zum Rest des Settings. Aber auch hier erinnerte der Film an Produktionen aus Indien (Mix aus Grusel, Action, Musical, Komödie). Die Figuren in Pact with the Forces of Darkness waren praktisch alle Karikaturen und total überzeichnet. Suzzanna wurde im Finale in einigen Kampfszenen mit Sicherheit gedoubelt. Am Ende sind es der Glaube und Allah, die für Rettung sorgen. Suzzanna spielte übrigens bereits zuvor in einem A Nightmare on Elm Street Verschnitt mit. Nämlich in Satan's Bed aus dem Jahr 1986. In diesem wurde Wes Cravens Original kopiert. Der steht noch auf meiner Wunschliste und da hoffe ich im Vergleich, einen besseren Film vorgesetzt zu bekommen.

Fazit: Geschmackssache. Mich konnte der Film mit Ausnahme einiger Effekte nicht wirklich begeistern…

Infos:

O: Perjanjian di Malam Keramat

Indonesien 1991

R: Sisworo Gautama Putra

D: Suzzanna, Elly Ermawati, Clift Sangra, Tino Karno, Yenny Farida, Soendjoto Adibroto

Laufzeit der US-Blu: 85:25 Min.

Gesehen am: 12.06.26

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Severin Films (Suzzanna: Empress of Darkness) = Restauriertet, hervorragende Bild- und Tonqualität, O-Ton mit englischen Subs, wahrscheinlich Uncut (wobei mir eine Szene auffällig geschnitten vorkam). Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Juni 2026).

Samstag, 16. Mai 2026

Ghost Ambulance

Ghost Ambulance

Story:

Die Studenten Dicky (William Alvin), Ocha (Ratna Galih), Popi (Fitri Ayu) und Rano (Dimaz Andrean) mieten ein altes Haus, um in Ruhe studieren zu können. Dumm nur, dass das Haus verflucht ist. Zudem scheint ein Zusammenhang zu Ranos Familie zu bestehen. Er fragt bei seiner Grossmutter (Suzzanna) nach…

Meine Meinung:

Ghost Ambulance ist definitiv kein Kracher in Suzzannas (Sundelbolong, Birth in the Grave, White Crocodile Queen) langer Karriere und sollte am besten auch nicht mit ihren Klassikern aus den 70-90ern verglichen werden. Ihre letzten Filme drehte sie 1991 und danach war es mit ihrer Filmkarriere vorbei, bis sie 2008 entschied, für Ghost Ambulance in die Filmlandschaft zurückzukehren. In Ghost Ambulance spielt Suzzanna, wie auch Clift Sangra (Sangkuriang), eine Nebenrolle. Es sollte ihre letzte Rolle werden. Kommerziell war es sicher ein kluger Schachzug, Suzzanna an Bord zu holen.

Der Film stammt von keinem grossen Filmstudio. Ein weiteres Argument, den Film nicht mit früheren Werken von z.B. Rapi Films vergleichen zu wollen. Ich fand Ghost Ambulance relativ belanglos und langweilig. Dazu passt, dass das Original-Master verschollen ist und es nur noch qualitativ schlechtere Versionen vom Regisseur selbst gibt. Regie führte Nayato Fio Nuala, der vor kurzem verstorben ist (18.04.26). Er hat viele Filme gedreht, aber vor allem solche billigen, zu modernen Dinger wie Ghost Ambulance. Er arbeitete auch auf mit anderen Namen (Pseudonyme).

Ghost Ambulance bietet keinen originellen Plot, lässt echte Stimmung und Grusel vermissen, zeigt sich auch relativ harmlos (Sachen Blutgehalt) und spielt im Teenie- Milieu. Suzzanna kommt vor allem im ersten Viertel öfters vor, taucht mit der Zeit unter. Clift Sangra ist noch weniger zu sehen. Die Jungdarsteller sind solide. Die Videooptik wirkt billig. Mir ist nicht bekannt, ob Ghost Ambulance ein Kinofilm war (kann ich mir kaum vorstellen). Im Grossen und Ganzen wirkt der Film mehr wie eine Direct to Video oder TV-Produktion. Das Schauspiel ist okay, die Horrorparts wirken harmlos und das Dauergeschrei hysterisch und nervend. Eine Ambulanz ist selten zu sehen. Ein bis drei Szenen beinhalten Maden = die seltenen Highlights des ansonsten lahmen Filmes…

Fazit: Selbst als Fan von Suzzanna kein Must See Titel!

Infos:

O: Hantu Ambulance

Indonesien 2008

R: Nayato Fio Nuala

D: Suzzanna, William Alvin, Dimaz Andrean, Fitri Ayu, Giannina Emanuela, Ratna Galih, Clift Sangra

Laufzeit der US-Blu: 88:16 Min.

Gesehen am: 16.05.26

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Severin Films (Suzzanna: Empress of Darkness) = Als Bonusfilm im Set enthalten, solide bis mässige (Texteinblendungen, z.B. Vor- und Abspann total unscharf) Bild- und Tonqualität, wahrscheinlich Uncut, O-Ton und englische Subs. Dazu gibt es exklusive Extras (Interviews und ein Making of). Es dürfte die bisher erste Vö im O-Ton mit englischen Subs sein. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Mai 2026).

Donnerstag, 7. Mai 2026

Cinderella 2000

 

Cinderella 2000

Story:

Im Jahr 2047:

Der impotente Controller (Erwin Fuller) erlässt ein Verbot von nicht erlaubtem Geschlechtsverkehr. Roscoe the Robot (Eddie Garetti) sorgt zusammen mit seinen Männern für Verhaftungen und Bestrafungen. Cindy (Catharine Burgess) lebt zusammen mit ihrer immer geilen Stiefmutter (Renee Harmon) sowie ihren Stiefschwestern Bella (Bhurni Cowans) und Stella (Adina Ross). Als Cindy im Wald spazieren geht trifft sie auf Fairy Godfather (Jay B. Larson). Dieser öffnet ihr die Augen, so dass sie sich verwandelt und am Maskenball des Controllers teilnimmt und dort Tom Prince (Vaughn Armstrong) kennen und lieben lernt…

Meine Meinung:

Nach den Erfolgen von Alice In Wonderland: An X-Rated Musical Fantasy sowie der Sci-Fi-Parodie Flesh Gordon wurde Cinderella 2000 ins Leben gerufen. Es handelt sich dabei um eine Sci-Fi Erotikkomödie mit Musical-Einlagen. Regie führte der fleissige Al Adamson (Female Bunch, Black Samurai, Death Dimension) und sorgt damit sich für einen seiner besseren und unterhaltsameren Filme in der Box von Severin Films (= Al Adamson - The Masterpiece Collection). Zumindest hatte ich damit meinen Spass.

Das Raumschiff und Weltraum-Setting sehen im Film sehr gut aus. Der Film zeigt eindrücklich, dass es für Requisiten, futuristische Kostüme oder einen Roboter nicht viel Budget braucht. Der Film ist crazy, unterhaltsam und legt gleich am Anfang mit viel nackter Haut los, um den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen. Auch andere Märchen werden angegangen (Schneewittchen und die sieben Zwerge = und das definitiv sehenswerter als in Disneys letztem Versuch).

Der Film empfand ich vor allem als lustig. Besonders Figuren wie Roscoe the Robot, der Controller, Tom Prince oder Fairy Godfather brachten mich durch ihr Overacting oder ihre lustigen Dialoge oft zum Schmunzeln. Das Highlight war die Tanz- und Song-Einlage von Fairy Godfather, als dieser erstmals im Wald auf Cindy trifft, die dort heimlich Cinderella liest. Catharine Burgess, die auch schon Erfahrungen im Erotikfilm vorzuweisen hatte, ist auch hier und da nackt zu sehen. Aber andere Mädels zeigen hier definitiv mehr und waren nicht scheu, ihre Körper dem Publikum zu präsentieren (Softcore).

Der Film war, durch sein Zeitgeist-Phänomen, an den Kinokassen ein voller Erfolg. Al Adamson drehte danach weitere Filme mit Erotikeinschlag = Sunset Cove und Bedroom Stewardesses wobei das nicht seine ersten Filme mit Erotikeinschlag waren. Er drehte zuvor schon Titel wie Lash of Lust oder The Naughty Stewardesses. Bis auf Lash of Lust (Sexploitation Western) handelt es sich bei den anderen erwähnten Titeln jeweils um Erotikkomödien. Solche waren dazumal in den Kinos (eine andere Möglichkeit, solche Filme zu sehen, gab es dazumal schliesslich noch nicht) populär und erfolgreich. Ein Kritikpunkt des Filmes ist, dass es doch auch die ein oder andere lahme Sequenz gibt. Vielleicht wäre der Film mit einer kürzeren Laufzeit (80 statt z.B. 104 Minuten) kurzweiliger ausgefallen.

Fazit: Einer der besseren Filme von Al Adamson!

Infos:

O: Cinderella 2000

USA 1977

R: Al Adamson

D: Catharine Burgess, Jay B. Larson, Vaughn Armstrong, Erwin Fuller, Bhurni Cowans, Adina Ross, Eddie Garetti, Renee Harmon

Laufzeit der US-Blu: Ca. 103 Min.

Gesehen am: 06.05.26

Fassungen: Gesehen via Al Adamson - The Masterpiece Collection = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, Englischer O-Ton mit englischen Subs. Der Film wurde in Deutschland als Liebe im Raumschiff Venus veröffentlicht (Stark zensiert = ca. 79 Minuten Laufzeit).

Dienstag, 5. Mai 2026

Nazareno Cruz and the Wolf

 

Nazareno Cruz and the Wolf

Story:

Nazareno Cruz (Juan José Camero) wird als siebtes Kind geboren. Als er die schöne Griselda (Marina Magali) kennen und lieben lernt, erscheint Nazareno später der mysteriöse Fremde (Alfredo Alcón). Dieser verspricht ihm Macht und Reichtum, wenn er von Griselda ablässt. Kommt Nazareno dem nicht nach, wird er als Werwolf sein Dasein fristen. Nazareno glaubt den Geschichten des Fremden nicht und bleibt seiner Griselda treu. Mit fatalen Folgen…

Meine Meinung:

Nazareno Cruz and the Wolf ist ein Mitte der 70er Jahre Werwolf-Film aus Argentinien und basiert auf einer Idee, die zunächst als Hörspiel konzipiert war. Und diese Idee soll angeblich auf einer Folklore aus Paraguay basieren. Der Film ist in Argentinien sehr bekannt und gilt als Klassiker. Ausserhalb Argentiniens widerfuhr dem Film weniger Erfolg und Anerkennung. Mir gefiel der Film nicht wirklich. Der Film wirkt wie ein Mix aus Werwolf-Film, Musical, Märchen, Komödie, Arthouse und wie ein Theaterstück.

Der Film wirkte mit seinen nur 86 Minuten deutlich länger. Es gab Längen und der Film ist alles andere, als eine Mainstream-Produktion. Das Schauspiel mutet öfters laienhaft und theatralisch an. Der Film war mir oft zu laut, zu windig (Dauerwind) und zu hysterisch (Protagonisten, die am Schreien sind). Die Musik oft auch unpassend. Einige Stücke stammten wohl wirklich aus einer Oper und Operngesang in nun wirklich nicht meins. When A Child Is Born, welches ich bisher nur aus Mondos kannte (Magia Nuda), passte da schon besser zur Surrealität seiner Szenen.

Die Darsteller sind mir allesamt unbekannt. Der Plot ist nicht gradlinig. Zu oft verliert sich der Film in ellenlangen Nebensequenzen, unbedeutenden oder sich wiederholenden Bildern. Hier und da gibt es einige stimmungsvolle oder interessante Aufnahmen zu sehen. Eine Art Darstellung der Hölle im letzten Viertel war nicht uninteressant. Der hier und da durchsickernde Klamauk gefiel mir nicht, passte aber zum Film als Ganzes. Wer auf Monster- und Werwolf-Effekte hofft, sollte diese Erwartungen gleich wieder im Keim ersticken. Als «Werwolf» dient ein normaler Wolf, der gefilmt wurde.

Fazit: Sicher stark Geschmackssache, aber Nazareno Cruz and the Wolf war definitiv nicht mein Fall…

Infos:

O: Nazareno Cruz y el lobo

Argentinien 1975

R: Leonardo Favio

D: Juan José Camero, Marina Magali, Alfredo Alcón

Laufzeit der US-Blu: Ca. 88 Min.

Gesehen am: 05.05.26

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Severin Films vor (All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2) = Uncut, gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs vorhanden. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt und es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Mai 2026).

Freitag, 1. Mai 2026

Za Karate

Za Karate

Story:

Bronson Lee (Tadashi Yamashita), Amerikaner japanischer Abstammung, macht es sich zum Ziel, in Japan ein Kampfturnier zu gewinnen und World Karate Champion zu werden. Doch Gangster machen ihm dabei das Leben schwer…

Meine Meinung:

Nach dem Erfolg von The Street Fighter mit Sonny Chiba (Karate for Life, 13 Steps of Maki, Yakuza Wolf 2) drehte Toei die Za Karate Reihe, die es, wie auch The Street Fighter, auf drei Teile brachte. In diesem Erstlingswerk, dem einzigen der Reihe, der es auch ins Ausland geschafft hat (mehr davon unter Fassungen), führte Yukio Noda (Soul of Chiba) Regie. Er inszenierte auch gleich die zwei Fortsetzungen und sein bekanntester Film dürfte Der Tiger von Osaka sein.

Der Film wartet mit Tadashi Yamashita als Hauptdarsteller und Held auf. Er wurde in Japan geboren, wuchs später in Okinawa auf ehe der sein Leben später in den USA verbrachte. Daher wird er auch im Film als Amerikaner japanischer Abstammung angesehen, der extra nach Japan geht, um den Wettbewerb zu gewinnen. Tadashi Yamashita ist dabei eine Art Kreuzung zwischen Bruce Lee (Schreie, an die Nase fassen), Sonny Chiba (Karatetalent) und Charles Bronson (Schnauz). Das ist auch der Grund, warum der Film in den USA als Bronson Lee Champion vermarktet wurde.

Zu Gute kommt Tadashi Yamashita, dass er auch im echten Leben ein Martial Artist ist. Er ist ein Karatekämpfer, was ihm im Film mehr als deutlich anzusehen ist. Zwar ist der Film nicht so effektiv und blutig wie z.B. The Street Fighter (was nicht bedeuten soll, dass mit Blut gespart wird), aber dafür war Za Karate fast noch unterhaltsamer und kurzweiliger als das «grössere Vorbild». Der Film ist mit seinen ca. 86 Minuten und dem simplen Plot einfach spassig und abwechslungsreich anzusehen. Tadashi Yamashita gibt einen wunderbaren Lead ab, die anderen Kämpfer sind allesamt hübsch überzeichnet und die Nebenfiguren bringen Herz und Humor in den Film.

Fazit: Super spassig und unterhaltsam. Gespannt auf die Fortsetzungen!

Gefolgt von: Za Karate 2

Infos:

O: Za Karate

Japan 1974

R: Yukio Noda

D: Tadashi Yamashita, Chong Men-Jo, Dale Ferguson, Steve Fisher, Yôko Horikoshi

Laufzeit der US-Blu: Ca. 86 Min.

Gesehen am: 01.05.26

Fassungen: Gesehen via The Bronson Lee Za Karate Collection von Severin Films (US-Blu-Ray) = Alle drei Teile in einer Collection mit Schuber. Region-A. Der erste Teil liegt erstmals, wie auch beide Fortsetzungen, in Japanisch mit englischen Subs vor. Die veränderte/in Gewalt zensierte US-Fassung von Za Karate (Bronson Lee Champion) liegt zudem ebenfalls restauriert vor (79 Minuten, Englischer Dub). Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Mai 2026). Als Extras gibt es u.a. Interviews mit Tadashi Yamashita. Dieses lohnt sich und läuft ca. 29 Minuten. 

Mittwoch, 29. April 2026

Libido

Libido

Story:

Christian Coreau (Giancarlo Giannini) ist ein traumatisierter junger Mann, seit er als Kind mit ansehen musste, wie sein kranker Vater seiner Mutter während einer S/M-Session umgebracht hat um sich danach selbst das Leben zu nehmen. Um sein Trauma bewältigen zu können, macht sich Christian zusammen mit seiner Ehefrau, seinem Anwalt und dessen Frau auf den Weg, den Ort des Schreckens zu besuchen. Keine gute Idee…

Meine Meinung:

Libido ist ein s/w-Gothic-Mystery-Thriller, der auch als Giallo betitelt wird. Der Film erinnert an spätere Werke aus Italien mit Carroll Baker (A Quiet Place to Kill, Knife of Ice, The Fourth Victim) und stammt von den Regisseuren Ernesto Gastaldi sowie Vittorio Salerno (Die grausamen Drei, Betrachten wir die Angelegenheit als abgeschlossen). Die Mitte der 60er Jahre Produktion ist zwar durchaus solide, bringt dem Genre aber nichts Neues.

Der Film punktet vor allem durch seine Optik und die Bilder. Die wurden stimmungsvoll und stark eingefangen. Der Film ist solide gespielt. Die vier Hauptfiguren werden von Luciano Pigozzi (Zombi 3, Seven Deaths in the Cat’s Eye, The Last Hunter), Giancarlo Giannini (der es sogar nach Hollywood geschafft hat), Dominique Boschero sowie Mara Maryl. Letztere, das «blonde Gift», bringt leider unnötigen Klamauk und Slapstick in den Film, so dass selbst ihre Szenen wenig erotisch wirken. Der Humor wirkt unpassend.

Der Film ist allgemein sehr konservativ und harmlos. Effekte, Blut oder Sex dürfen nicht erwartet werden. Das Drehbuch überzeugt nicht und es gibt am Anfang und Mittelteil viel zu viele Längen. Und wenn am Ende das Tempo erhöht wird, ist der Film kurze Zeit später schon vorbei. Die Musik war unspektakulär. Das fiese Ende war ganz okay und nett, aber rettet den Film nicht. Für mich war der Film zu alt, zu unspektakulär und zu langweilig.

Fazit: Kein Film für die Sammlung!

Infos:

O: Libido

Italien 1965

R: Ernesto Gastaldi, Vittorio Salerno

D: Giancarlo Giannini, Dominique Boschero, Luciano Pigozzi, Mara Maryl

Laufzeit der US-Blu: Ca. 90 Min.

Gesehen am: 29.04.26

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Severin Films vor = Schuber, Englisch/Ital. Audio mit englischen Subs und als Extras gibt es u.a. ein Interview mit Regisseur Ernesto Gastaldi. Die Bild- und Tonqualität sind fantastisch. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: April 2026).

Donnerstag, 2. April 2026

Blood Tea and Red String



Blood Tea and Red String

Story:

Krähen-Kreaturen erstellen eine Puppe. Dieser nähen sie ein Ei in die Aushöhlung. Maus-Kreaturen wollen die Puppe kaufen, doch die Puppe steht nicht zum Verkauf. Also stehlen die Mäuse-Kreaturen in einer nächtlichen Aktion die Puppe. Die Krähen-Kreaturen bemerken am Tag danach den Diebstahl und machen sich auf den Weg, ihre Puppe zurückzuholen…

Meine Meinung:

Ich glaube mit Ausnahme von Who Fears the Devil hat keiner der Filme aus Severin Films Boxset (siehe Fassungen) Stop-Motion-Effekte zu bieten. Blood Tea and Red String ist ein künstlerischer Stop-Motion Film. Ein privates und intimes Werk seiner Macherin Christiane Cegavske, die 13 Jahre gebraucht hat, den Film fertigzustellen (ihre Arbeit wird bis ins Detail auf ihrem Instagram Account bebildert dargestellt). Für eine Blu-Ray Collection ist ein solches Werk genau das richtige, auch wenn ich diverse Feedbacks übertrieben finde (der Film wird bereits als «cult film» betitelt und mit David Lynchs Arbeiten vergleichen).

Der Film, der nur knappe 71 Minuten läuft, ist was Effekte, diversen Puppen und Kreaturen angehen, sehr fantasievoll. Ein fabelhaftes (harmloses) Märchen. Der Film bietet keine Dialoge und ausser Regisseurin Christiane Cegavske selbst, die nur am Anfang und am Ende als "Mensch" zu sehen ist, sind keine weiteren Darsteller mit dabei. Es gibt eigentlich kaum Plot. Vieles ist unklar und es gibt Raum für Interpretationen. Im Bonusmaterial der Blu-Ray gibt es ein Q&A, als Christiane Cegavske ihren Film am Indie Scream Online Film Festival gezeigt hat. Vielleicht gäbe es dort spannende Hintergrundinfos und Antworten.

Jedoch konnte mich der Film und Inhalt nicht fesseln, nicht abholen und nur selten wirklich begeistern. Daher werde ich auf die Sichtung des Extras verzichten. Der Plot ist dünn, viele Szenen sind repetitiv und es tun sich, selbst für die kurze Laufzeit, Längen auf. Die Maus-Kreaturen mochte ich persönlich nicht. Cool war die Spinne (trauriges Ende) und noch besser waren die Krähen-Kreaturen. Die Tonspur (viele Tiergeräusche) war seltsam und aussergewöhnlich. Selbst meine Katzen haben hier und da in Richtung der Heimkino-Boxen geschaut, aufgrund der sonderbaren Tierkommunikation- und Tonkulisse.  

Fazit: Geschmackssache. Auf jeden Fall viel Arbeit und Fleiss, der da drinsteckt. Nur schon dafür gibt es Anerkennung! Aktuell ist Christiane Cegavske mit ihrem nächsten filmischen Projekt beschäftigt. Der Titel lautet Seed in the Sand und den Teaser, den sie auf Instagram gepostet hat, sieht zumindest schon Mal interessant aus.

Infos:

O: Blood Tea and Red String

USA 2006

R: Christiane Cegavske

D: Christiane Cegavske

Laufzeit der US-Blu: Ca. 71 Min.

Gesehen am: 02.04.26

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Severin Films (All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2) = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, diverse Extras (Vorstellung und Q&A mit der Regisseurin). Gibt es in Deutschland unter dem Originaltitel auch auf DVD.