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Mittwoch, 9. September 2026

The Rites of May



The Rites of May

Story:

Fotograph Jun (Tommy Abuel) reist von Manila aufs Land, um seinen Vater (Mario Montenegro), der im Rollstuhl sitzt, zu besuchen, und um vor Ort bei traditionellen Feierlichkeiten Fotos festzuhalten. Dabei trifft er im Verlauf seines Aufenthaltes auf Teresa (Charo Santos). Beide verlieben sich. Doch Teresa, die bei ihrer streng religiösen Mutter (Mona Lisa) lebt, wird kurze Zeit später, vom Geist von ihrer toten Schwester Rosa (Susan Valdez-LeGoff) heimgesucht…

Meine Meinung:

Severin Films Box All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2 beinhaltet einige sehenswerte Titel, die mir wirklich gut gefallen haben. Titel wie The Enchanted, Born of Fire, Bakeneko: A Vengeful Spirit, Nang Nak, Sundelbolong, Litan und mit Abstrichen Demon. Nun war der letzte Titel der Box fällig: The Rites of May. Ein philippinischer Beitrag aus dem Jahr 1976. Regisseur Mike de Leon drehte damit nach seinem Kurzfilm Monologo sein Spielfilmdebüt. Ich hatte zuvor noch nie von The Rites of May oder Mike de Leon gehört (genau deshalb liebe ich solche Sammelboxen) und der letzte Film reiht sich in oben genannte Highlights ein. The Rites of May hat mir richtig gut gefallen und war ein schöner Abschluss der Folk Horror Vol. 2-Reihe.

Der Film und der Plot sind am Ende viel weniger überraschend, als erwartet. Aber die Umsetzung ist mehr als gelungen. Der Film und der Zeitgeist sind toll anzusehen. Ich nahm New Wave-Vibes wahr, es gibt Einflüsse aus amerikanischen und europäischen Filmen inklusive geschichtlichen Ereignissen (Folgen der spanischen Kolonisierung der Philippinen) zu sehen und vermischt wurde das Ganze mit einer Ghost-Story, einer dramatischen (Familien)Geschichte aus Sühne und Rache, vermischt mit dramatischen Ereignissen, quälend langsamen  und stimmungsvollen Aufnahmen (Slow-Burn-Plot) und spannenden Gothic-Momenten, die noch schön klassische Stimmung und Grusel erzeugen können, ohne auf Jump-Scares zu setzen. Teilweise mutet der Film experimentell an und bietet einige sehr coole Flashbacks und Gruselmomente.

Wer hätte gedacht, dass religiöse Skulpturen (der Raum voller Jesus-Statuen) ein ähnlich schauriges Grusel-Sujet abgeben kann wie Affen, Puppen oder Clowns im Horrorgenre? Herrlich! Mike de Leon war mit dem Film der Zeit voraus. Es war zudem eine kluge Wahl, auf sogenannte «Superstars» zu verzichten und damalige Newcomer wie Tommy Abuel oder Charo Santos zu casten. Charo Santos spielte auch in Filmen wie Rage of Justice (Death Wish Klon?), Uhaw na Uhaw (Plakat sieht aus wie ein Freitag der 13. oder Vor Morgengrauen Klon) oder Island of Desire (Die blaue Lagune Klon?). Charo Santos sollte später erneut mit Regisseur Mike de Leon zusammenarbeiten. Und zwar in dem düsteren Familiendrama Kisapmata (1981). Der Cast war absolut überzeugend. Regisseur Mike de Leon bleib dem Horrorgenre jedoch nicht treu.

Fazit: Sehenswerte Entdeckung!

Infos:

O: Itim

Philippinen 1976

R: Mike de Leon

D: Tommy Abuel, Charo Santos, Mario Montenegro, Mona Lisa, Susan Valdez-LeGoff

Laufzeit der US-Blu: Ca. 107 Min.

Gesehen am: Sept. 2026

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Severin Films (All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2) = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs. Als Extras gibt es eine ca. 20minütige Doku zur Entstehung des Filmes, welches ich sehr informativ fand. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Sept. 2026).

Sonntag, 30. August 2026

Mean Mother

 

Mean Mother

Story:

Die zwei US-Soldaten Beauregard (Dobie Gray) und Joe (Dennis Safren) drücken sich vor dem Einsatz in Vietnam. Beide flüchten, trennen sich und finden sich in Europa wieder. Beauregard landet in Rom, während es Joe nach Spanien zieht. Beide geraten in illegale Machenschaften und planen, danach in Kanada ein neues Leben zu beginnen…

Meine Meinung:

Mean Mother ist ein weiteres Schundwerk von Al Adamson (The Female Bunch, Horror of the Blood Monsters, Nurses for Sale). Und leider kein wirklich gutes. Der Hauptgrund ist die Tatsache, dass es sich um ein Flickwerk à la Godfrey Ho (Copy and Paste) handelt. Die Produzenten nahmen sich León Klimovsky (The People Who Own the Dark) spanischen Film El hombre que vino del odio zur Brust und haben die US-Recht erworben. Al Adamson drehte dann mit schwarzem Cast neuen Szenen und baute diese in das «El hombre que vino del odio» Gerüst ein um daraus einen neuen, eigenen Film zu «kreieren».

Al Adamson erkannte nämlich den Ruf der Zeit und drehte damit, wenn ich es richtig im Kopf habe, seinen ersten Blaxploitation-Streifen. Leider ist Mean Mother wirklich nicht gelungen und kann nicht wirklich empfohlen werden. Da waren spätere Blaxploitation-Filme von Al Adamson sehenswerter (Black Samurai). Das Problem von Mean Mother sind zwei Dinge. Erstens ist der Streifen einfach total langweilig. Action ist extrem Mangelware. Auch Sleaze gibt es bis auf 1-2 Szenen nicht zu sehen und der tolle Mean Mother Song, der fetzt, ist praktisch nie zu hören.

Als zweites sind die negativen Folgen zu nennen, die neu gedrehten Szenen in einen anderen Film einzufügen und daraus einen neuen Film zu zaubern. Der Plot ist total hohl und wirr. Da passt hinten und vorne nichts zusammen. Dobie Gray als schwarzer Lead ist ganz passabel, auch wenn er kein Jim Kelly ist. Bei den Mädels überzeugt, auch in den fleischigen Szenen, Marilyn Joi (Nurse Sherri, Ilsa, Harem Keeper of the Oil Sheiks), die schon in anderen Filmen von Al Adamson vor der Kamera stand. Dennis Safren war eine Schlaftablette und die wenigen Action-Momente (z.B. die Prügelei in der praktisch leeren Bar) war ultraschwach und fast schon trashig inszeniert.

Fazit: Nur für Hardcore Al Adamson Fans zu empfehlen!

Infos:

O: Mean Mother

USA, Italien, Spanien 1974

R: Al Adamson, León Klimovsky

D: Dobie Gray, Dennis Safren, Luciana Paluzzi, Lang Jeffries, Bedy Moratti, Marilyn Joi

Laufzeit der US-Blu: Ca. 87 Min.

Gesehen am: Aug. 2026

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Severin Films (Al Adamson: The Masterpiece Collection) = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, O-Ton mit englischen Subs. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Aug. 2026). Der Produzent hatte die Rechte am spanischen Film El hombre que vino del odio (von León Klimovsky) erworben und Al Adamson hat den Film danach mit neuen Szenen, neuen Sub-Plots, neuen Darstellern aufgepeppt = Copy and Paste Produktion à la Godfrey Ho.

Samstag, 29. August 2026

Malam Satu Suro

 

Malam Satu Suro

Story:

Suzzanna ist ein wieder zum Leben erweckter Geist, ein Sundel Bolong. Sie bekommt eine zweite Chance und lebt im Dschungel. Als Bardo Ardiyanto (Fendy Pradana) mit einem Freund im Dschungel jagen geht, entdeckt er Suzzanna und verliebt sich ihn sie. Er will sie heiraten und tut es auch, ohne zu wissen, dass sie in Wahrheit ein Sundel Bolong ist. In der Stadt entdecken Gangster und eine schwarze Magie praktizierende Magierin das Geheimnis. Um an Geld zu kommen, wird der Sundel Bolong zum Leben erweckt und eines ihrer Kinder plus Hausmädchen werden getötet. Der Sundel Bolong schwört daraufhin Rache an den Tätern…

Meine Meinung:

Malam Satu Suro ist scheinbar der dritte Teil einer «Sundel Bolong» Trilogie mit Suzzanna (Birth in the Grave, White Crocodile Queen, Santet) nach Ghost with Hole sowie Telaga Angker. Malam Satu Suro ist der dritte Sundel Bolong Film nach Ghost with Hole sowie Kliwon Friday Night den ich gesehen habe. Malam Satu Suro erreicht nicht die Qualität von Ghost with Hole, gefiel mir aber etwas besser als Kliwon Friday Night. Der Film ist kurzweilig und zum Teil sehr abgefahren. Auf der anderen Seite mutet der Film hier und da fast schon unfreiwillig komisch und etwas trashig an.

Suzzanna war damals 45 Jahre alt und spielt im Film eine vermeintliche Tochter eines Paares im Dschungel. Das wirkt einfach unrealistisch. Zudem gefiel mir meistens ihr Aussehen als Geist nicht. Damit meine ich ihr Gesicht, die Schminke, das Make-Up und die schlimme Fake-Perücke. Das wurde in älteren Filmen deutlich stimmungsvoller gehandhabt. Das Loch im Rücken (Wunde mit Maden) war hingegen cool getrickst. Die Gangster waren auch schlimme Karikaturen und dann hätten wir da noch Komiker Bokir, der fast alle Suzzanna Filme verschlimmbessert. Hier hielt es sich in Grenzen und die Musical Nummer war irgendwie herrlich surreal und schräg passend zum Rest des Filmes.

Vor allem im letzten Viertel dreht der Film mit einigen total abgefahrenen und fantasievollen Szenen auf. Unter anderem gibt es einen Kampf zwischen einem Krasue und der bösen Magierin. Und das waren tolle Effekte und diese wurden auch stimmungsvoll gefilmt und eingefangen. Und es gab doch auch den ein oder anderen blutigen Effekt, während andere Racheszenen mehr amüsant als wirklich böse waren (die Szene mit dem Teddybären als Killerwerkzeug). Obwohl ich Suzzannas Make-Up oft nicht mochte, hatte sie sichtlich Spass an ihrer Rolle und dem Film. Der Rest des Cast ist solide. In Erinnerung bleibt Nurnaningsih als böse Magierin.

Fazit: Fans von Suzzanna können einen Blick riskieren!

Infos:

O: Malam Satu Suro

Indonesien 1988

R: Sisworo Gautama Putra

D: Suzzanna, Nurnaningsir, Soendjoto Adibroto, Karen Sukarno, Dorman Borisman, Bokir, Fendy Pradana

Laufzeit der US-Blu: 83:55 Min.

Gesehen am: Aug. 2026

Fassungen: Gesehen als US-Blu-Ray von Severin Films (Suzzanna: Empress of Darkness) = Erste offizielle Vö mit englischen Subs, Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Aug. 2026).

Freitag, 28. August 2026

Battered Flesh

 

Battered Flesh

Story:

Berta (Esperanza Roy) wird verurteilt und landet im Frauengefängnis. Ihr Umfeld (Ihr Vater) leidet darunter und auch aufgrund des gesellschaftlichen Wandels. Berta verliebt sich im Gefängnis. Ob ihre Liebe eine Zukunft haben wird?

Meine Meinung:

Battered Flesh ist ein durchschnittlicher Film aus Severin Films Box Exorcismo: Defying A Dictator & Raising Hell In Post-Franco Spain. Der Film wirkte teilweise, auch wenn ich die deutsche Serie abgesehen von TV-Vorschauen nicht wirkliche kenne, wie die auf RTL gelaufene Hinter Gittern – Der Frauenknast Serie. Ich denke, dass die Soap-Opera Elemente ähnlich klischeehaft sein dürften, wie in Battered Flesh. Das ging mir beim Schauen des Filmes durch den Kopf. Dieser Vergleich.

Dennoch bietet Battered Flesh einige nicht uninteressante Punkte, die ihn dann, vor allem gegen Ende, sicherlich davon abheben. Und natürlich ist der Film in Sachen Nacktszenen und einer gewissen Erotik (in einigen, wenigen Szenen) sicherlich explizier als die erwähnte Serie, die auf RTL zu sehen war. Battered Flesh ist auch daher nicht uninteressant, da der Plot scheinbar auf einem echten Fall zu beruhen scheint. Das wird am Ende deutlich. Und es handelt sich um ein wirklich fieses und nihilistisches Ende.

Der Film ist ein Mix aus Drama und WIP-Film. Es gibt die typischen WIP-Elemente, jedoch in viel abgeschwächter Form und aus einer Zeit erzählt, in der sich das Franco-Regime dem Ende näherte. Dessen Tod wird im Film sogar kurz erwähnt. Die mir unbekannten Darstellerinnen machten einen soliden Job. Je nach Szene, die gespielt wurde, wirkte das Overacting unfreiwillig komisch, nicht realistisch oder toll gespielt (das letzte Viertel). Vor allem die Suizide im Film wirken realistisch und ungeschönt.

Fazit: Ein Film mit Licht und Schatten!

Infos:

O: Carne apaleada

Spanien 1978

R: Javier Aguirre

D: Tota Alba, Jesús Alcaide, Trini Alonso, Pilar Bardem, Gloria Berrocal, Esperanza Roy

Laufzeit der US-Blu: Ca. 99 Min.

Gesehen am: Aug. 2026

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Severin Films (Exorcismo: Defying A Dictator & Raising Hell In Post-Franco Spain) = Hervorragende Bild- und Tonqualität, Spanischer O-Ton, englische Subs, Uncut. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Aug. 2026).

The City of the Dead

 

The City of the Dead

Story:

Studentin Nan Barlow (Venetia Stevenson) begibt sich auf Rat ihres Professors (Christopher Lee) nach Whitewood, um dort in Sachen Hexen zu recherchieren. Sie verschwindet, was danach ihren Freund auf den Plan ruft, der sich um den Verbleib von Nan sorgt und ebenso nach Whitewood reist…

Meine Meinung:

The City of the Dead war der zweitletzte ungesehene Film aus Severin Films All The Haunts Be Ours: A Compendium Of Folk Horror Vol. 2 Box, den ich mir heute Morgen angesehen habe. Es handelt sich um eine britische Produktion aus dem Jahr 1960. Nicht um eine Hammer Produktion, sondern um eine Vulcan Films Produktion. Ob ich schon Filme dieser Produktionsfirma sah, ist mir nicht bekannt. Dennoch reichte es aus, Hammer-Star Christopher Lee (The Bloody Judge, Die Rache der Pharaonen, Dark Mission) für eine Hauptrolle zu gewinnen.

The City of the Dead ist nebst Titeln wie Edge of the Knife, The Ninth Heart, The White Reindeer, To Fire You Come at Last oder Beauty and the Beast einer der soliden Durchschnittsfilme in der Collection. D.h. kein Kracher, aber auch kein Flop. Der Film ist, auch durch den unkomplizierten Plot und die kurze Laufzeit, kurzweilig. Durch die s/w-Bilder und vor allem durch den vielen Nebel (da sieht im Vergleich sogar ein Film à la Conquest dagegen alt aus) ist der Film optisch gelungen. Auch der Vor- und Abspann ist stimmungsvoll gehalten.

Im Vergleich zu diversen Alternativtiteln (z.B. Hexen: Quälen - Schänden - Töten) ist der Film jedoch sehr harmlos. Gut möglich, dass da ein Link zu Mark of the Devil hergestellt werden sollte. Reines Marketing der deutschen Verleiher. Nicht das erste Mal und oft auch amüsant, aber kann natürlich auch falsche Anreize und Erwartungen schüren. Der Film ist optisch zwar nett, aber inhaltlich relativ spannungsarm inszeniert. Eine richtige Spannung kommt nicht auf. Das Schauspiel der Beteiligten ist zwar solide, mutet aber auch etwas angestaubt, steif und hölzern an. Wer gerne alte britische Grusel- und Gothic-Filme hat, kann sicherlich einen Blick riskieren.

Infos:

O: The City of the Dead

Großbritannien 1960

R: John Llewellyn Moxey

D: Venetia Stevenson, Christopher Lee, Patricia Jessel, Dennis Lotis, Tom Naylor

Laufzeit der US-Blu: Ca. 78 Min.

Gesehen am: Aug. 2026

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Severin Films (All The Haunts Be Ours: A Compendium Of Folk Horror Vol. 2) = Uncut, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität. Es gibt viele Extras (Audiokommentare, Interviews etc.). In Deutschland als Stadt der Toten auf Blu-Ray zu haben (Deutsch/Englisch, keine Untertitel).

Freitag, 24. Juli 2026

Kliwon Friday Night

 

Kliwon Friday Night

Story:

Ayu Sutrisna (Suzzanna) ist eine Autorin und schreibt gerne Horrorgeschichten. Aktuell leidet sie an Alpträumen und Wahnvorstellungen. Daher bezieht sie ein Haus auf dem Lande, um sich ihrer Arbeit widmen und sich mental erholen zu können. Keine gute Idee…

Meine Meinung:

Kliwon Friday Night ist mein 2. Sundel Bolong Film mit Suzzanna (Birth in the Grave, Ghost Ambulance, The Queen of Black Magic) nach Sundelbolong und stammt von Regisseur Sisworo Gautama Putra (White Crocodile Queen, Santet, The Hungry Snake Woman). Kliwon Friday Night ist ein durchschnittlicher Film und der Inhalt basiert, auch wenn es leichte I Spit on Your Grave Vibes gibt, auf der javanesischen Mythologie und Folklore. Der Kliwon Freitag gilt als unheimlichster Tag des javanesischen Kalenders, in dem sich die Geisterwelt öffnet.

Der Film macht davon Gebrauch. Kliwon Friday Night beginnt stark. Sehr stark. Nach letzten Suzzanna-Enttäuschungen (Ghost Ambulance, Pact with the Forces of Darkness) war ich froh, keinen erneuten Reinfall zu sehen. Leider halten die starken Momente nur bis zur ca. 48. Minute an. In diesen 48 Minuten ist der Film ernst, das Tempo hoch, es gibt viel Geister- und Suzzanna-Szenen inklusive einiger toller Make-Up Effekte (ein Effekt erinnert an den aus Demons) und vor allem der völlige Verzicht von Klamauk war erfrischend.

Doch danach schwächelt der Film. Komiker Bokir taucht auf inklusiven Gesang- und Tanz, nervtötendem Humor und unerotische Erotikszenen (Frau hat mit Zwerg Oralsex) folgen. Effekte und echter Horror nehmen ab. Das ist schade. Das hohe Tempo, welches der Film in den ersten 48 Minuten aufrechterhalten hat, fällt in sich zusammen. Das Finale war dann leider auch eine Enttäuschung (Suzzanna sitzt mit dem rächenden Geist auf dem Bett und beide führen Gespräche). So gesehen kein Kracher, sondern nur ein durchschnittlicher Film mit Suzzanna…

Infos:

O: Malam Jumat Kliwon

Indonesien 1987

R: Sisworo Gautama Putra

D: Suzzanna, Alan Nuari, Amith Abidin, Rukman Herman, Soendjoto Adibroto, Doddy Sukma, Yorita Murni, Bokir

Laiufzeit der US-Blu: 88:20 Min.

Gesehen am: Juli 2026

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Severin Films (Suzzanna: Empress of Darkness) = Uncut, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Juli 2026).

Donnerstag, 23. Juli 2026

Za Karate 3

Za Karate 3

Story:

Tadashi Yamashita (Tadashi Yamashita) wird erneut zur Zielscheibe diverser Kämpfer (u.a. Donnie Williams) plus einen chinesischen Meister (Masafumi Suzuki) und dessen Tochter (Yoko Horikoshi)…

Meine Meinung:

Za Karate 3 ist der Abschluss und letzte Teil der Za Karate Reihe (Za Karate 1 + 2). Erneut führte Yukio Noda Regie und mit Tadashi Yamashita kehrte als Held der Stunde aus den Vorgängern zurück (inklusive Tadashis Meister, seinem Sidekick und auch dessen Kollegin). Ansonsten bleibt fast alles beim Alten: dünner Plot, diverse (z.T.) ausländische Kämpfer, die Tadashi Yamashita an den Kragen wollen, viel Overacting und Kampfszenen.

Dennoch vermag Za Karate 3 die Klasse und Qualität der beiden Vorgänger nicht zu erreichen. Trotz der kurzen Laufzeit von 86 Minuten gibt es einige lahme Hänger, irgendwie fehlt es dem Film im Gegensatz zu den Vorgängern am gewissen Etwas und das Budget schien ggf. auch kleiner, da kaum mehr blutige Make-Up Effekte zu sehen. Und am schlimmsten waren leider einige der Bösewichte. Die haben es zwar körperlich drauf d.h. die überzeugen zwar in den Kampfszenen, aber ihr Schauspiel ist peinlich, lachhaft, einfach schlecht. Das betrifft 2-3 der Bösewichte.

Leider sind davon auch der Finalendgegner und Hauptbösewicht betroffen. Donnie Williams (Battle Creek Brawl, Enter the Dragon) spielt diesen. Er spielt «Black Wolf» und seine Grimassen und seine zappelige Art und Weise sind mir von der ersten Szene mit ihm auf den Sack gegangen. Er hat mich genervt und ich habe mich für ihn fremdgeschämt. Schade. Da bot der 2. Teil mit Bolo Yeung einen deutlich besseren und charismatischen Bösewicht. Die Kampfszenen im Film sind ansonsten solide, Tadashi Yamashita macht das erneut sehr gut und die Settings für den Finalkampf sind toll anzusehen.

Fazit: Schwächster der drei Za Karate Filme!

Infos:

O: Za karate 3: Denkô sekka

Japan 1975

R: Yukio Noda

D: Tadashi Yamashita, Masafumi Suzuki, Yoko Horikoshi, Donnie Williams

Laufzeit der US-Blu: Ca. 86 Min.

Gesehen am: 23.07.26

Fassungen: Siehe Za Karate 2.

Donnerstag, 2. Juli 2026

The Dynamite Brothers

 

The Dynamite Brothers

Story:

Larry (Alan Tang Kwong-Wing) reist von Hong Kong nach San Francisco. Dort sucht er nach seinem verschollenen Bruder. Larry wird jedoch festgenommen. Doch zusammen mit einem anderen Gefangenen (Timothy Brown) gelingt ihm die Flucht…

Meine Meinung:

The Dynamite Brothers ist der Al Adamson (Nurses for Sale, The Female Bunch, Cinderella 2000) Film mit HK-Star Lam Ching-Ying (Crazy Safari, Encounters of the Spooky Kind 2, The Dead and the Deadly). Lam Ching-Ying spielt eine kleine Nebenrolle als Gangster. In weiteren Rollen sind noch Mars (Knockabout) sowie Philip Ko (Fearless Dragons) zu sehen, die mir beide nicht aufgefallen sind. Die Hauptrolle des Chinesen spiel Alan Tang (Winner Takes All?).  Lam Ching-Ying war zudem für die Kampfszenen (als «Fight Director») zuständig. Der Film ist ein früher Versuch, einen Clash der Kulturen auf die Leinwand zu bringen. Das Blaxploitation-Genre und den asiatischen Kung-Fu-Film.

Der Film dürfte sicherlich erfolgreich gewesen sein. Gekostet hat er praktisch nichts. Leider fand ich den Film am Ende nur durchschnittlich. Trotz der simplen Story war der Film zu langweilig. Es gab Längen, ich wurde müde und musste gegen das Einschlafen kämpfen. Da waren andere Filme von Al Adamson mit Actionbezug sehenswerter, z.B. Black Samurai oder Death Dimension. Das Budget sieht man The Dynamite Brothers leider negativ an. Einzelne Actionmomente sind schluderig gefilmt und daher unübersichtlich. Selbst bei den wenigen Kämpfen ist die Kamera oft zu nah dran. Alan Tang hat seine Sache ordentlich gemacht. Timothy Brown war ok, kommt aber leider nicht an einen Jim Kelly ran. Die Kung-Fu-Elemente haben mich mehr überzeugt als der Blaxploitation-Einschlag.

Fazit: Cool für Lam Ching-Ying, aber leider mit zu vielen Längen und zu wenig Action…

Infos:

O: The Dynamite Brothers

USA 1974

R: Al Adamson

D: Alan Tang, Timothy Brown, Aldo Ray, James Hong, Don Oliver, Al Richardson, Carol Speed, Clare Torao, Lam Ching-Ying

Laufzeit der US-Blu: Ca. 90 Min.

Gesehen am: 02.07.26

Fassungen: Gesehen als US-Blu-Ray von Severin Films (Al Adamson: The Masterpiece Collection) = Sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs, Uncut. Lief in Deutschland im Kino. Auf VHS, DVD und Co. scheint der Film (in Deutschland) hingegen nie veröffentlicht worden zu sein.

Mittwoch, 1. Juli 2026

From the Old Earth

 

From the Old Earth

Story:

William Jones (Charles Williams) findet bei archäologischen Ausgrabungen einen Kopf aus Stein und nimmt diesen mit nach Hause. Keine gute Idee…

Meine Meinung:

From the Old Earth war 1981 einer der ersten Horrorfilme in Walisischer Sprache. Der Film läuft nur knapp 50 Minuten und mutet mehr wie eine TV-Episode (einer Serie) an. Viel Budget war nicht vorhanden. Der Film ist sehr dialoglastig und es gibt fast keine Effekte zu sehen. Das Ganze ist irgendwie okay und solide, aber mehr auch nicht. Zwar beinhaltet der Film keltische Mythologie und ist perfekt geeignet, um sich in Severin Films All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2. Filmauswahl zu sein, aber selbst für die kurze Laufzeit gab es Längen.

Der Film gilt als Highlight in der walisischen Filmlandschaft und der Film basiert auf einer Kurzgeschichte eines Dichters namens Gwyn Thomas. Ob die Verfilmung originaltreu ist, kann ich nicht beurteilen, da ich diese nicht kenne. Dass der Steinkopf Unheil bringt, ist vorhersehbar. Dennoch hätte ich mir gerade in diesen Szenen etwas mehr Grusel, Horror sowie Effekte erwartet. Da bot mir From the Old Earth am Ende dann doch leider zu wenig, um wirklich effektiv und unterhaltsam überzeugen zu können. Der Cast war authentisch.

Fazit: Als «Bonus» (in der All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2. Edition) okay. Die Blu-Ray beinhaltet zudem einen weiteren Kurzfilm von Wil Aaron: Blood on the Stars. Mal schauen, ob mich dieser mehr zu überzeugen vermag…

Infos:

O: O'r Ddaear Hen

Grossbritannien 1981

R: Wil Aaron

D: Lindsay Evans, Jim Fieldsend, Bethan Jones, Elen Roger Jones, Stewart Jones

Laufzeit der US-Blu: Ca. 46 Min.

Gesehen am: 01.07.26

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Severin Films (All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2.) = O-Ton mit oder ohne englische Subs, gute Bild- und Tonqualität, Uncut, diverse Extras (diverse exklusive Extras und mehrere Kurzfilme). Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Juli 2026).

Dienstag, 23. Juni 2026

Akelarre

 

Akelarre

Story:

17. Jahrhundert in Navarre:

Lord Fermin (Walter Vidarte) lässt das Dorf nach Hexen absuchen und erhält dabei Hilfe des Inquisitors (José Luis López Vázquez).  Verdächtige werden verhaftet und durch Folter zu Geständnissen gezwungen. Damit will sich der tyrannische Lord Fermin einen Bauer namens Unai (Patxi Bisquert) vom Leib halten, der gegen seine tyrannischen Machenschaften ankämpft und als eine junge Frau (Silvia Munt) in Haft gefoltert wird, kommt es zum Aufstand…

Meine Meinung:

Einerseits freute ich mich auf Akelarre, andererseits war ich skeptisch. Ich freute mich da klassisches Hexen-Verfolgungssetting. Ich hoffte auf einen stimmungsvollen Film. Auf der anderen Seite fand ich schon das offizielle Plakat zum Film irgendwie «billig», völlig uninteressant und wenig ansprechend. Und leider trifft das auch als Gesamtfazit auf den Film von Pedro Olea zu. Der Film passt damit jedoch thematisch und inhaltlich in die Box von Severin Films (Folklore-Inhalte).

Das macht einen Film aber noch lange nicht gut. Für meinen Geschmack hatte der Film durchs Band TV-Niveau. Ich dachte, hier einen TV-Film vorgesetzt zu bekommen. So wirkt der Inhalt und dessen Qualität auf mich. Das wirkte so, als schaue ich mir im Free-TV einen deutschen TV-Film auf ZDF und Co. an, statt einen fantastischen Beitrag aus Spanien. Ich bin überrascht, dass der überhaupt im Kino lief. Weniger überrascht bin ich, als ich gelesen habe, dass der in der Berlinale gezeigt wurde. Wohl mehr aufgrund politischer Hintergründe statt filmischer Qualität. Passt.

Der Film wirkte auf mich, wie bereits das Film-Plakat, durch und durch billig. Zudem ist der Film zu 95% ein dialoglastiges Drama. Der Plot um Hexen, Folter oder deren Folgen sind sehr klein. Wer da andere Erwartungen hegt, dürfte sehr enttäuscht werden. Der Film bietet praktisch nur Dialoge und dürfte daher höchstens Fans von (billigen-TV-Soap-Opera) Dramen befriedigen. Ich fand den Film einfach nur öde und total langweilig. Da halfen auch die soliden Darsteller nicht, dass zu optimieren. Schade. Da wäre durchaus mehr möglich gewesen…

Fazit: Zeitverschwendung!  

Infos:

O: Akelarre

Spanien 1984

R: Pedro Olea

D: Silvia Munt, José Luis López Vázquez, Mary Carrillo, Walter Vidarte, Patxi Bisquert

Laufzeit der US-Blu: Ca. 97 Min.

Gesehen am: 23.06.26

Fassungen: Gesehen als US-Blu-Ray von Severin Films (All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2) = O-Ton mit englischen Subs, Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität. Als Extras gibt es Interviews mit Cast und Crew. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Juni 2026).

Sonntag, 21. Juni 2026

Nurses for Sale

 

Nurses for Sale

Story:

Es herrscht eine Pandemie. Im Dschungel werden Krankenschwestern von Gangstern und Menschenschmugglern entführt. Gleichzeitig wird ein Kapitän (Curd Jürgens) beauftragt, einen Impfstoff ins Land zu bringen…

Meine Meinung (US-Fassung):

Nurses for Sale hat eine kuriose Entstehungsgeschichte hinter sich. Ausgangsmaterial war ein deutscher Film aus dem Jahr 1971 namens Käpt'n Rauhbein aus St. Pauli von Rolf Olsen (Blutiger Freitag, Shocking Asia 1 + 2). Al Adamson und der Produzent von Käpt'n Rauhbein aus St. Pauli einigten sich Mitte der 70er darauf, dass Adamson das Originalwerk als Englisch synchronisierte Fassung erhält. Er entfernte rund 1/3 des Ausgangsmaterials und drehte, je nach Quellen, 10-20 Minuten an neuen Erotikszenen, die in den Plot integriert wurden. Der Film sollte als Erotikfilm mit Krankenschwestern in billigen Autokinos Kasse machen.

Mir hat Nurses for Sale nicht gefallen. Egal ob es die neuen Szenen von Al Adamson (Cinderella 2000) oder die Szenen des Originalfilmes angehen (die fand ich nochmals billiger und peinlicher). Der Film hat mir aus keiner Perspektive gefallen, unterhalten oder mich erfreuen lassen. Aus Exploitation-Sicht ist der Film einfach völlig harmlos, die neuen Szenen wirken wie Fremdkörper und der Humor der Deutschen ist peinlich, wie auch das Overacting oder der Englische Dub. Da schien damals so ein Zeitgeist-Phänomen gewesen zu sein, da Rolf Olsen mehrere «St. Pauli» Filme drehte.

Die Darsteller agierten amateurhaft, schlecht und am schlimmsten war die Tatsache, dass auch der Plot wirr und unzusammenhängend wirkt (kann natürlich auch daran liegen, dass in dieser US-Fassung viel vom eigentlichen Material fehlt). Der Film hat, obwohl er in der Al Adamson Fassung angenehme 68 Minuten läuft, dennoch massive Längen und fühlte sich leider deutlich länger als 68 Minuten an. Mir wurde beim Schauen sehr langweilig, sodass ich diesen billigen Versuch von Al Adamson, um Geld zu erwirtschaften, nur aus finanzieller Sicht gutheissen kann. Filmisch gesehen war das nichts.

Fazit: Zeitverschwendung!

Infos:

O: Nurses for Sale, Käpt'n Rauhbein aus St. Pauli

USA, D 1976, 1971

R: Al Adamson, Rolf Olsen

D: Curd Jürgens, Johanna von Koczian, Angelica Ott

Laufzeit der US-Blu: Ca. 67 Min.

Gesehen am: 21.06.26

Fassungen: Gesehen als US-Blu-Ray von Severin Films (Al Adamson: The Masterpiece Collection) = Englischer Dub, keine Subs, Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität. Al Adamson hat aus dem deutschen Originalfilm von Rolf Olsen Käpt'n Rauhbein aus St. Pauli viele Szenen entfernt und 10-20 Minuten eigen gedrehtes Material in den Plot eingefügt (mehrheitlich Erotikszenen). Die US-Fassung mit diesen neuen 10-20 Min. läuft nur 67 Minuten, während die deutsche Originalfassung 92 Min. läuft (gibt es in D auch Blu-Ray).

Sonntag, 14. Juni 2026

Za Karate 2

Za Karate 2

Story:

Tadashi (Tadashi Yamashita) will ein gestohlenes Schwert zurückholen. Doch die Bösewichte hetzen unzählige Killer (u.a. Gerald Carsons, Jerry Samson, Milan van Okan, Bolo Yeung, Tsutomu Harada, Toshio Tomogane) auf den blinden Tadashi und selbst sein Meister (Masafumi Suzuk) gerät in Gefahr, getötet zu werden…

Meine Meinung:

Za Karte 2 hat extrem viel Spass gemacht. Wer den ersten Film Za Karate bereits mochte, sollte sich auch unbedingt die Fortsetzung ansehen. Aus dem ersten Film kehren nebst Tadashi Yamashita, der nun mit der Tatsache, dass er blind ist, zu kämpfen hat, auch folgendes Trio zurück: Masafumi Suzuk, Shingo Yamashiro, Shinobu Suzuki. Die spielen u.a. die weibliche Rolle, den Meister und den Sidekick. Neu dazu, und das ist das Einzige, was ich etwas störend und unpassend fand, waren einige Kinder, wobei von denen vor allem Kenichi Ageo diverse Szenen bekommen hat. Ich habe nichts gegen eine Schar Kinder in einem Kaiju à la Gamera, aber bitte nicht in einem blutigen und überdrehten Toei-Karate-Action-Trash-Fest.

Ohne Kinderrollen wäre der Film ein Kracher geworden. Aber auch so macht der Film verdammt viel Spass. Der Film hat eine angenehm kurze Laufzeit von nur 86 Minuten. Es geht von Anfang an die Post ab und es gibt unzählige unterschiedliche Kämpfer mit unterschiedlichen Waffen. Diese sind herrlich überzeichnet und das Trash-Faktor macht viel Spass (die Frisur des Deutschen und ein Hakenkreuz darf dabei natürlich auch nicht fehlen). Die Kämpfe waren blutiger, als ich das erwartet hätte. Vor allem die Geheimtechnik der zehn Finger sorgte für zwei ungeheuer blutige Momente, die sich nicht hinter The Street Fighter und Co. zu verstecken brauchen.

Tadashi Yamashita gibt erneut eine starke Performance ab. Dieser hat eigentlich absoluten Kultcharakter. Er versteht es perfekt, den blinden Kämpfer zu mimen. Er überzeugt sowohl in Hand zu Hand Kämpfen inklusive des Einsatzes von diversen Waffen. Die drei Namen aus dem Vorgänger (Sidekick, Frau, Meister) treten etwas kürzer. Die Mehrheit der Szenen beinhaltet die schrillen Bösewichte und Kämpfer, die Tadashi an den Kragen wollen. Bolo Yeung (Bruce, Hong Kong Master, The Kung Fu Cook, Deadly Chase for Justice) ist dabei der stärkste der Bösewichte. Der Film ist toll gefilmt und von den Settings deutlich abwechslungsreicher als sein Vorgänger.

Fazit: Stark, aber lässt die Erwartungen für den dritten und letzten Teil der Reihe klar anwachsen!

Gefolgt von: Za Karate 3

Infos:

O: Za karate 2

Japan 1974

R: Yukio Noda

D: Tadashi Yamashita, Gerald Carsons, Jerry Samson, Milan van Okan, Bolo Yeung, Tsutomu Harada, Toshio Tomogane, Masafumi Suzuk, Shingo Yamashiro, Shinobu Suzuki, Kenichi Ageo

Laufzeit der US-Blu: Ca. 86 Min.

Gesehen am: 14.06.26

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Severin Films = Uncut, O-Ton, englische Subs (wohl die weltweit erste offizielle Vö mit englischen Subs), hervorragende Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Juni 2026).

Samstag, 13. Juni 2026

The People Who Own the Dark

 

The People Who Own the Dark

Story:

Auf einem abgelegenen Anwesen feiert der Baron (Paul Naschy) und die High Society inklusive einiger Escort-Damen schmuddelige Partys, während draussen eine nukleare Katastrophe geschieht. Deren «Flash» lässt alle Opfer erblinden. Da die Partygäste im Untergrund gefeiert haben, wurden sie davon verschont. Als sie sich in die Stadt aufmachen, um Nahrungsmittel zu plündern, eskaliert die Situation…

Meine Meinung (Spanische Originalfassung):

Als ich mich für diesen Film vorbereitet habe, musste ich sofort an den auch in Severin Films Box Exorcismo: Defying a Dictator & Raising Hell in Post-Franco Spain enthaltenen Creation of the Damned denken, der ein ähnliches Szenario erzählt: eine Gruppe von Personen auf engsten Raum, während draussen eine nukleare Katastrophe geschieht. Mir schwante Böses, aber zum Glück ist The People Who Own the Dark besser und effektiver als der langweilige Creation of the Damned. The People Who Own the Dark ist bis dato nebst The Bell from Hell der beste Film in Severin Films Box-Set.

The People Who Own the Dark sah ich mir in der spanischen Originalfassung an. Der US-Edit hat nicht nur die sprachliche Veränderung, sondern ist auch kürzer. Es wurden Inhalte (Story-Verlauf und Figurentiefe) entfernt. Zudem hat die US-Fassung eine neue Musik erhalten. Die spanische Originalfassung von León Klimovsky (Vengeance of the Zombies, The Werewolf vs. Vampire Woman, Trauma) hat mir gefallen. León Klimovsky hat in seiner Karriere oft mit Paul Naschy (The Beast and the Magic Sword, Human Beasts, The Werewolf and the Yeti) zusammengearbeitet, der hier ebenfalls an Bord ist.

Der Film ist interessant, da die Gruppe aus reichen Personen besteht, die in der Stadt dann auf die einfachen Bürger treffen, die an den Folgen der nuklearen Katastrophe zu leiden haben. Und es gibt Spannungen, die danach zu den Szenen führen, die, und das kommt wirklich so rüber, an Die Nacht der lebenden Toten erinnern. Der einfache Bürger tut sich zusammen, um am «Adel» Rache zu nehmen. So in etwa gestaltet sich der Plot. Nebst Paul Naschy sind hier noch Namen wie Nadiuska (Challenge of the Tiger) sowie Jess Franco Stammschauspieler Antonio Mayans (Night of Open Sex, Black Boots, Leather Whip, Macumba Sexual) zu sehen. Und das fiese End war genau nach meinem Geschmack.

Fazit: Nicht uninteressant!

Infos:

O: Ultimo Deseo

Spanien 1976

R: León Klimovsky

D: Paul Naschy, Nadiuska, Alberto de Mendoza, Tony Kendall, Maria Perschy, Teresa Gimpera, Emiliano Redondo, Julia Saly, Antonio Mayans

Laufzeit der US-Blu: 99:57 Min.

Gesehen am: 13.06.26

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Severin Films (Exorcismo: Defying a Dictator & Raising Hell in Post-Franco Spain) = nebst der spanischen Uncut Fassung (Spanisch mit englischen Untertiteln) befindet sich auch die ca. 20 Min. gekürzte und veränderte (neue Musik) US-Fassung auf der Disc. Die Bild- und Tonqualität sind hervorragend. Als Extras gibt es u.a. ein Interview mit Antonio Mayans und ein Sitges Filmfest Special. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Juni 2026).

Freitag, 12. Juni 2026

Pact with the Forces of Darkness

 

Pact with the Forces of Darkness

Story:

Kartika (Suzzanna), ihr Ehemann und ihre Kinder werden erschossen. Kartika kehrt als Geist zurück, um sich an den Tätern und dem Auftraggeber zu rächen…

Meine Meinung:

Auf Pact with the Forces of Darkness freute ich mich. Bei diesem Film von Sisworo Gautama Putra (Santet, Sangkuriang, Revenge of Samson) und Suzzanna (Sundelbolong, Birth in the Grave, White Crocodile Queen) handelt es sich um einen Freddy Krüger Variante. Es werden viele Momente aus A Nightmare on Elm Street 4: The Dream Master und A Nightmare on Elm Street 5:The Dream Child kopiert. Zum Teil fast 1:1, zum Teil etwas verändert. Leider empfand ich Pact with the Forces of Darkness als mittelmässig. Abgesehen von vier Make-Up- und Bluteffekten fand ich den Film doch eher enttäuschend.

Gut ist, dass Pact with the Forces of Darkness nicht langweilig ist. Es ist eigentlich fast immer etwas los und der Film hat eine angenehme Laufzeit von nur 85 Minuten. Zudem gibt es einige unterschwellig sexistische Momente, welche mich für das Herstellungsland überrascht haben. Erinnerte mich an Filme aus Indien, die teilweise ähnlich inszeniert sind. Pact with the Forces of Darkness ist kaum echter Horror oder Grusel (sieht der Zuschauer von Suzzannas Frisur ab), sondern schon fast mehr Trash-Parodie mit viel Klamauk und Overacting. Und genau das hat mir nicht gefallen. Suzzannas Schauspiel lud fast zum Fremdschämen ein.

Die Musik gefiel mir auch nicht und einige Aspekte wie Martial Arts Einlagen passten nicht zum Rest des Settings. Aber auch hier erinnerte der Film an Produktionen aus Indien (Mix aus Grusel, Action, Musical, Komödie). Die Figuren in Pact with the Forces of Darkness waren praktisch alle Karikaturen und total überzeichnet. Suzzanna wurde im Finale in einigen Kampfszenen mit Sicherheit gedoubelt. Am Ende sind es der Glaube und Allah, die für Rettung sorgen. Suzzanna spielte übrigens bereits zuvor in einem A Nightmare on Elm Street Verschnitt mit. Nämlich in Satan's Bed aus dem Jahr 1986. In diesem wurde Wes Cravens Original kopiert. Der steht noch auf meiner Wunschliste und da hoffe ich im Vergleich, einen besseren Film vorgesetzt zu bekommen.

Fazit: Geschmackssache. Mich konnte der Film mit Ausnahme einiger Effekte nicht wirklich begeistern…

Infos:

O: Perjanjian di Malam Keramat

Indonesien 1991

R: Sisworo Gautama Putra

D: Suzzanna, Elly Ermawati, Clift Sangra, Tino Karno, Yenny Farida, Soendjoto Adibroto

Laufzeit der US-Blu: 85:25 Min.

Gesehen am: 12.06.26

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Severin Films (Suzzanna: Empress of Darkness) = Restauriertet, hervorragende Bild- und Tonqualität, O-Ton mit englischen Subs, wahrscheinlich Uncut (wobei mir eine Szene auffällig geschnitten vorkam). Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Juni 2026).

Samstag, 16. Mai 2026

Ghost Ambulance

Ghost Ambulance

Story:

Die Studenten Dicky (William Alvin), Ocha (Ratna Galih), Popi (Fitri Ayu) und Rano (Dimaz Andrean) mieten ein altes Haus, um in Ruhe studieren zu können. Dumm nur, dass das Haus verflucht ist. Zudem scheint ein Zusammenhang zu Ranos Familie zu bestehen. Er fragt bei seiner Grossmutter (Suzzanna) nach…

Meine Meinung:

Ghost Ambulance ist definitiv kein Kracher in Suzzannas (Sundelbolong, Birth in the Grave, White Crocodile Queen) langer Karriere und sollte am besten auch nicht mit ihren Klassikern aus den 70-90ern verglichen werden. Ihre letzten Filme drehte sie 1991 und danach war es mit ihrer Filmkarriere vorbei, bis sie 2008 entschied, für Ghost Ambulance in die Filmlandschaft zurückzukehren. In Ghost Ambulance spielt Suzzanna, wie auch Clift Sangra (Sangkuriang), eine Nebenrolle. Es sollte ihre letzte Rolle werden. Kommerziell war es sicher ein kluger Schachzug, Suzzanna an Bord zu holen.

Der Film stammt von keinem grossen Filmstudio. Ein weiteres Argument, den Film nicht mit früheren Werken von z.B. Rapi Films vergleichen zu wollen. Ich fand Ghost Ambulance relativ belanglos und langweilig. Dazu passt, dass das Original-Master verschollen ist und es nur noch qualitativ schlechtere Versionen vom Regisseur selbst gibt. Regie führte Nayato Fio Nuala, der vor kurzem verstorben ist (18.04.26). Er hat viele Filme gedreht, aber vor allem solche billigen, zu modernen Dinger wie Ghost Ambulance. Er arbeitete auch auf mit anderen Namen (Pseudonyme).

Ghost Ambulance bietet keinen originellen Plot, lässt echte Stimmung und Grusel vermissen, zeigt sich auch relativ harmlos (Sachen Blutgehalt) und spielt im Teenie- Milieu. Suzzanna kommt vor allem im ersten Viertel öfters vor, taucht mit der Zeit unter. Clift Sangra ist noch weniger zu sehen. Die Jungdarsteller sind solide. Die Videooptik wirkt billig. Mir ist nicht bekannt, ob Ghost Ambulance ein Kinofilm war (kann ich mir kaum vorstellen). Im Grossen und Ganzen wirkt der Film mehr wie eine Direct to Video oder TV-Produktion. Das Schauspiel ist okay, die Horrorparts wirken harmlos und das Dauergeschrei hysterisch und nervend. Eine Ambulanz ist selten zu sehen. Ein bis drei Szenen beinhalten Maden = die seltenen Highlights des ansonsten lahmen Filmes…

Fazit: Selbst als Fan von Suzzanna kein Must See Titel!

Infos:

O: Hantu Ambulance

Indonesien 2008

R: Nayato Fio Nuala

D: Suzzanna, William Alvin, Dimaz Andrean, Fitri Ayu, Giannina Emanuela, Ratna Galih, Clift Sangra

Laufzeit der US-Blu: 88:16 Min.

Gesehen am: 16.05.26

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Severin Films (Suzzanna: Empress of Darkness) = Als Bonusfilm im Set enthalten, solide bis mässige (Texteinblendungen, z.B. Vor- und Abspann total unscharf) Bild- und Tonqualität, wahrscheinlich Uncut, O-Ton und englische Subs. Dazu gibt es exklusive Extras (Interviews und ein Making of). Es dürfte die bisher erste Vö im O-Ton mit englischen Subs sein. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Mai 2026).