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Mittwoch, 9. September 2026

The Rites of May



The Rites of May

Story:

Fotograph Jun (Tommy Abuel) reist von Manila aufs Land, um seinen Vater (Mario Montenegro), der im Rollstuhl sitzt, zu besuchen, und um vor Ort bei traditionellen Feierlichkeiten Fotos festzuhalten. Dabei trifft er im Verlauf seines Aufenthaltes auf Teresa (Charo Santos). Beide verlieben sich. Doch Teresa, die bei ihrer streng religiösen Mutter (Mona Lisa) lebt, wird kurze Zeit später, vom Geist von ihrer toten Schwester Rosa (Susan Valdez-LeGoff) heimgesucht…

Meine Meinung:

Severin Films Box All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2 beinhaltet einige sehenswerte Titel, die mir wirklich gut gefallen haben. Titel wie The Enchanted, Born of Fire, Bakeneko: A Vengeful Spirit, Nang Nak, Sundelbolong, Litan und mit Abstrichen Demon. Nun war der letzte Titel der Box fällig: The Rites of May. Ein philippinischer Beitrag aus dem Jahr 1976. Regisseur Mike de Leon drehte damit nach seinem Kurzfilm Monologo sein Spielfilmdebüt. Ich hatte zuvor noch nie von The Rites of May oder Mike de Leon gehört (genau deshalb liebe ich solche Sammelboxen) und der letzte Film reiht sich in oben genannte Highlights ein. The Rites of May hat mir richtig gut gefallen und war ein schöner Abschluss der Folk Horror Vol. 2-Reihe.

Der Film und der Plot sind am Ende viel weniger überraschend, als erwartet. Aber die Umsetzung ist mehr als gelungen. Der Film und der Zeitgeist sind toll anzusehen. Ich nahm New Wave-Vibes wahr, es gibt Einflüsse aus amerikanischen und europäischen Filmen inklusive geschichtlichen Ereignissen (Folgen der spanischen Kolonisierung der Philippinen) zu sehen und vermischt wurde das Ganze mit einer Ghost-Story, einer dramatischen (Familien)Geschichte aus Sühne und Rache, vermischt mit dramatischen Ereignissen, quälend langsamen  und stimmungsvollen Aufnahmen (Slow-Burn-Plot) und spannenden Gothic-Momenten, die noch schön klassische Stimmung und Grusel erzeugen können, ohne auf Jump-Scares zu setzen. Teilweise mutet der Film experimentell an und bietet einige sehr coole Flashbacks und Gruselmomente.

Wer hätte gedacht, dass religiöse Skulpturen (der Raum voller Jesus-Statuen) ein ähnlich schauriges Grusel-Sujet abgeben kann wie Affen, Puppen oder Clowns im Horrorgenre? Herrlich! Mike de Leon war mit dem Film der Zeit voraus. Es war zudem eine kluge Wahl, auf sogenannte «Superstars» zu verzichten und damalige Newcomer wie Tommy Abuel oder Charo Santos zu casten. Charo Santos spielte auch in Filmen wie Rage of Justice (Death Wish Klon?), Uhaw na Uhaw (Plakat sieht aus wie ein Freitag der 13. oder Vor Morgengrauen Klon) oder Island of Desire (Die blaue Lagune Klon?). Charo Santos sollte später erneut mit Regisseur Mike de Leon zusammenarbeiten. Und zwar in dem düsteren Familiendrama Kisapmata (1981). Der Cast war absolut überzeugend. Regisseur Mike de Leon bleib dem Horrorgenre jedoch nicht treu.

Fazit: Sehenswerte Entdeckung!

Infos:

O: Itim

Philippinen 1976

R: Mike de Leon

D: Tommy Abuel, Charo Santos, Mario Montenegro, Mona Lisa, Susan Valdez-LeGoff

Laufzeit der US-Blu: Ca. 107 Min.

Gesehen am: Sept. 2026

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Severin Films (All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2) = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs. Als Extras gibt es eine ca. 20minütige Doku zur Entstehung des Filmes, welches ich sehr informativ fand. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Sept. 2026).

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