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Freitag, 24. April 2026

Brugggore Filmfestival 2026 3. Tag

Erneut schlief ich gut und stand zwischen 08.00-09.00 Uhr auf. Heute startete ich spät in den Tag. Mein erster Film (von nur drei Vorstellungen) sollte erst um 17.00 Uhr beginnen. Vielleicht deswegen, ich weiss es nicht, kam ich heute schwer in die Gänge. Ich war faul, ich war müde, ich war wenig motiviert. Gefahr, dass ich einfach liegen bleiben und den halben Tag «verpennen würde». So kam es zwar nicht, aber ich musste mich schon zwingen, irgendwas zu erledigen. Nachdem alle Berichte geschrieben und Online gestellt wurde, stellte sich die Frage nach dem Mittagessen. Eigentlich wollte ich im PAPA ORO‘s Brugg - Filipino Restaurant & Café essen gehen, da nur noch wenig Geld vorhanden.

Auf der anderen Seite hatte ich noch genug, um heute nochmals das Restaurant vor Ort im Hotel zu testen. Da ich im faulen Modus war, entschied ich mich dazu. Diesmal nahm ich nicht das Filet, sondern das Seetaler Rinds-Ribeye aus dem Dry Ager («35 Tage im Buttermantel schonend gereift»). 300g für 47 CHF und Medium gebraten. Ich blieb beim sehr feinen, hauseigenen Eistee (kein Cola auf der Karte) und nahm erneut die Sweet Potato Fries, die sogar noch besser als am Vortag waren. Und diesmal nahm ich auch ein Dessert = IGNIS Schoggi Tarte («Mit cremiger Ganache auf fruchtigem Himbeerspiegel, begleitet von frischem Schlagrahm und saisonalen Beeren.). Das Ribeye war sogar genussvoller und schmackhafter als das Filet gestern.






Wohl genährt ging ich danach die Gegend Windisch auskundschaften. Die kenne ich nämlich gar nicht. Es war sehr sonnig und z.T. sehr warm, aber an diversen Plätzen hingegen auch wieder windig und kälter. Ich musste, da noch erkältet, nach wie vor aufpassen. Ich fand eine Post und sah, dass ich nur noch 10 CHF auf meinem Konto habe. In Windisch ist nicht viel los. Ich ging danach noch in Brugg spazieren. Doch ich wurde müder und müder. Dann ging ich noch für später einkaufen (Sandwich und Co.). So bleiben mir bis am Freitagnachmittag noch 50 CHF. 40 CHF in Cash und 10 CHF auf dem Konto. Zudem überlegte ich, ob ich mir am nächsten Tag noch einen Film mehr reinziehen sollte (Häxan mit Live Stummfilmvertonung). Ob es am Freitagnachmittag noch Tickets dazu geben würde? Das wären dann auch fünf Filme an einem Tag…


Danach ging ich nochmals ins Hotelzimmer einen Powernap einlegen, bevor es mich ca. eine Stunde später in den ersten Film führen sollte. Affection lief im internationalen Wettbewerb. So auch Karmadonna. Nach wie vor wartete ich auf meinen ersten Kracher. Da dachte ich vorausschauend an Freitagnacht, wenn Fuck My Son! laufen würde. Doch der Kracher fand schon heute Abend statt. Nach Karmadonna bleib praktisch keine Pause. Ich hatte Zeit, das Kino zu wechseln und dann war japanischer Tierhorror (Higuma!! The Killer Bear) angesagt = für mich der bisher beste Film am diesjährigen Filmfestival. Was hatte ich für eine Freude. Da hatte ich endlich meinen Kracher und den ersten gesehenen Film, der es auch auf meine Wunschliste geschafft hat. Schön! So darf es am Freitag gerne weitergehen!




Higuma!! The Killer Bear

Brugggore Filmfestival 2026 Spezial

Higuma!! The Killer Bear

Story:

Nach dem Suizid seines Vaters und den Schulden seiner Mutter gerät Fuku (Fuku Suzuki) in illegale Geschäfte, um schnell viel Geld zu verdienen. Als Wan (Wan Marui) einen Diamanten, der für den Boss gedacht ist, stiehlt, soll sie im Wald exekutiert und vergraben werden. Doch ausgerechnet dann taucht ein Bär auf und Fuku, Wan und Co. kämpfen ums Überleben…

Meine Meinung:

Ein japanischer Tierhorrorfilm mit einem Monster-Bär? Tolles Plakat und angeblich alles practical effects? Den musste ich mir am Filmfest geben! Nach dem Durchzappen des Trailers war ich hingegen skeptisch. Was Japan und Bären angehen, steht zudem noch der Sonny Chiba Streifen Yellow Fangs auf meiner zu langen Wunschliste. Higuma!! The Killer Bear ist der bisher beste Film am diesjährigen Filmfestival und meine Skepsis war unbegründet. Endlich habe ich den ersten Kracher, der es auf meine Wunschliste schafft.

Der Hauptgrund ist natürlich der Monster-Bär. Der sieht einfach nur cool und charmant aus. Und nichts mit CGI (nur wie er am Ende rennt, sah ggf. danach aus). Da wird, im Gegensatz zu klassischen Tierhorrorfilmen, auch nicht zugewartet, sondern gleich in seiner ersten Szene sehen wir den Bären in seiner vollen Pracht. Der Bär, der oft auch mehr wie eine grosse, etwas fette Katze aussieht, bewegt sich schwerfällig wie Godzilla und stösst Laute aus, die genauso gut von der grossen Echse stammen könnten. Da hatte mich der Film schon gewonnen.

Der Film startet auch sympathisch mit Fuku Suzuki als Videospielentwickler, der seiner Mutter das neuste Videospiel vorführt. Zudem ist die von Fuku Suzuki ein Katzen-Fan und eine sympathische Figur. Mit der Rahmenhandlung um den Suizid seines Vaters und dem Druck der Mutter, da Schulden, hat der Film auch mehr Gefühl und Herz, als erwartet. Danach startet Fuku Suzukis Gangster-Karriere und ca. 30 Minuten später, nachdem die Figuren eingeführt und die Ausgangslage klar sind, erscheint der Bär (und auch erst dann die Titeleinblendung, und was für eine!).

Mit Wan Marui hat der Film eine gute Komponente zu Fuku Suzuki gefunden. Auch sie ist sympathisch und bringt, zumindest in den Gangster-Momenten, einen Anflug von Action (Martial Arts) in den Film. Der Film bietet auch einige schöne, handgemachte Splattereffekte. Auf Dauer sieht man dem Film an, dass das Budget nicht unendlich war, da viele Taten dann fast nur noch im off screen stattfanden. Das wird vor allem im Finale deutlich, wo eine ganze Gruppe von Gangstern als Kanonenfutter präsentiert wird, aber nur ein «Mord» wird gezeigt.

Das kann ich dem Film aber verzeihen, denn jede Szene mit dem Bären liess mich lächeln und schmunzeln. Dazu kommen die sympathischen Figuren, Splattereffekte und toller, amüsanter Humor. Es gab viel zu lachen und der Film war, vielleicht wenn er hier und da auch etwas zu lang anmutete, sehenswert und kommt mit viel Herzblut daher. Das Einzige, was ich dem Film ankreiden kann, ist das Finale d.h. wie der Bär besiegt wird. Die Szene wird teilweise im Trailer gezeigt und das sah halt schon einfach irgendwie billig und künstlich aus (auch mit GCI?). Zudem sehr unspektakulär.

Fazit: Fans von Tierhorror- und japanischen Monsterfilmen können sich freuen!

Infos:

O: ヒグマ!!

Japan 2026

R: Eisuke Naitô

D: Fuku Suzuki, Wan Marui, Takashi Ukaji

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 100 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2026

Fassungen: Gesehen am Brugggore Filmfestival 2026 in Japanisch mit Untertiteln. Uncut. Eine DVD, Blu-Ray oder UHD ist noch nicht angekündigt (Stand: April 2026).

Karmadonna

Brugggore Filmfestival 2026 Spezial

Karmadonna

Story:

Die Schwangere Jelena (Jelena Đokić) wird via Telefonanruf von Buddha gezwungen, Menschen zu töten…

Meine Meinung:

Karmadonna ist das Regiedebüt von Aleksandar Radivojevic. Er erlangte mit A Serbian Film, den ich persönlich sehr überbewertet finde, Bekanntheit. Aleksandar Radivojevic schrieb das Drehbuch zu A Serbian Film.

Der Film, der leicht an Baby Blood sowie Prevenge erinnert, ist in der Tat ein innovatives und für ein Regiedebüt beachtliches Werk, auch wenn der Film für mich persönlich kein Kracher ist. Es gibt aber genug abgefahrene Szenen, die perfekt in einen Festival-Beitrag wie diesen passen.

Im Vergleich zu A Serbian Film geht es in Karmadonna verhältnismässig harmlos zu, was nicht heissen soll, dass es nicht auch Splatterszenen und Gewalt zu sehen gibt. Die gibt es zu sehen, aber nur sporadisch wirklich explizit. Einige der Effekte sind stark inszeniert, während mir einige der digitalen Effekte nicht sonderlich gefallen haben (z.B. das Leuchten der Augen).

Dem Film gelingt es zunächst, eine gewisse Spannung aufzubauen. Doch der Verlauf des Plots zieht sich mit einigen Sub-Plots. Mit der Zeit gibt es auch einige dialoglastige Längen und speziell vor dem Finale wird der Film dank der Laufzeit von fast zwei Stunden, zu einer zähen Angelegenheit. Jelena Djokic war als Lead eine passende und motivierte Wahl. Der Inhalt kann als eine Art verrückte und innovative Sozialkritik am System, Social Media und Co. gesehen werden.

Wer Mal was Anderes im Kino sehen möchte, macht mit diesem satirischen und wilden Trip alles richtig

Infos:

O: Karmadonna

Serbien 2025

R: Aleksandar Radivojevic

D: Jelena Đokić, Sergej Trifunović, Milutin 'Mima' Karadžić, Milica Stefanović, Branislav Jevtić, Miloš Lolić

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 118 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2026

Fassungen: Gesehen am Brugggore Filmfestival 2026 in Serbisch mit Untertiteln. Uncut. Eine DVD, Blu-Ray oder UHD ist noch nicht angekündigt (Stand: April 2026).

Affection

Brugggore Filmfestival 2026 Spezial

Affection

Story:

Eine Frau (Jessica Rothe) kann sich nicht mehr an ihren Ehemann (Joseph Cross) und ihre Tochter (Julianna Layne) erinnern. Was hat es damit auf sich?

Meine Meinung:

Von Affection habe ich vor der Sichtung praktisch nichts gewusst. Auf der offiziellen Homepage des Brugggore Filmfestivals stand auch geschrieben, dass es gut sei, möglichst wenig über den Inhalt zu wissen. Regie führte der mir unbekannte BT Meza (wohl ein Pseudonym).

Wer hinter BT Meza steckt, ist unklar. Die Person gibt sich bedeckt. Wahrscheinlich handelt es sich bei Affection um ein Regie-Debüt. Angeblich hat BT Meza eigene traumatische (Beziehungs)Erfahrungen in den Plot integriert.

Die Darsteller waren mir ebenso unbekannt. Die haben aber einen absolut tollen Job abgeliefert, wobei der "Ehemann" vielleicht die am wenigsten tief gezeichnete Figur war. Und leider war er auch sehr unsympathisch. Julianna Layne (das Kind) war superb gespielt und Jessica Rothe agierte toll in den Szenen, in denen sie Krampanfälle und Tremor hat.

Der Film vereint die Genres Drama, Horror, Sci-Fi sowie Bodyhorror. Der Film hat diesbezüglich interessante Ansätze, die in einer möglichen Zukunft (z.B. dank AI) möglich werden könnten. Antworten und Hintergrundinfos bietet der Film zu gewissen Story-Inhalten jedoch nicht. Die Spannung, die bei der Sichtung gegeben ist, dürfte spätestens bei einer Neusichtung dahin sein.

Der Film ist im Grossen und Ganzen toll inszeniert. Das Finale ist vielleicht etwas schnell vorbei, vor allem das mit dem Feuer. Es gibt auch einige, wenige CGI-Momente, die als solche zu erkennen sind. Die "Geburt" am Ende war zwar an sich cool, aber da Sprang mir sofort Matrix vors geistige Auge. Der Film hatte für meinen Geschmack Justin Benson und Aaron Moorhead Vibes. Und genau Fans von diesen würde ich den Film auch empfehlen.

Infos:

O: Affection

USA 2025

R: BT Meza

D: Jessica Rothe, Joseph Cross, Julianna Layne

Laufzeit der Konversion: Ca. 90 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2026

Fassungen: Gesehen am Brugggore Filmfestival 2026 in Englisch. Uncut. Eine DVD, Blu-Ray oder UHD ist noch nicht angekündigt (Stand: April 2026).