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Montag, 22. Dezember 2025

Mark of the Devil Part II Review

Mark of the Devil Part II

Story:

Hexenjäger Natas (Reggie Nalder) und sein Vorgesetzter Balthasar von Ross (Anton Diffring) haben es auf die Gräfin Elisabeth von Salmenau (Erika Blanc) abgesehen, nachdem ihr Ehemann eine Hexen-Folterung störte und dabei zu Tode kam…

Meine Meinung:

Als das deutsche Label Turbine Medien Hexen - Geschändet und zu Tode gequält angekündigt haben, war ich vor Freude aus dem Häuschen. Den Film gab es jahrelang nur in einer wenig ansehbaren Fassungen. Die holländische DVD z.B. war qualitativ ziemlich übel. Umso mehr freute ich mich auf eine fette Edition. Und den Film restauriert und in voller Pracht (mit Originalton und Originalbildformat) sehen zu können, sollte sich perfekt für eine Neusichtung anbieten.

Umso enttäuschter war ich nach der Sichtung des Filmes. Qualitativ gibt es an Vö nichts auszusetzen. Nach dem grossen Erfolg von Mark of the Devil wollten die Filmemacher scheinbar mit dem gleichen Konzept nochmals Geld machen. Doch leider erreicht Mark of the Devil Part II nicht die Qualität des Vorgängers. Alles ist eine Nummer kleiner ausgefallen. Einen tollen Soundtrack wie im ersten Film sucht man vergebens und auch bekannte Namen wie Udo Kier und Co. konnten nicht mehr gecastet werden.

Aus dem Vorgänger kehren nur Reggie Nalder und Johannes Buzalski zurück. Der Film wirkt weniger aufwändig, billiger und zum Teil leider auch unfreiwillig komisch und sogar trashig. Die 2-3 humorvollen Szenen wollen nicht Rest zum Rest des Filmes passen. Einen ähnlichen Plot wie im Vorgänger zu zeigen, war keine gute Idee. Der Film hat nicht gefesselt, zumal der Film auch deutlich harmloser ausgefallen ist als das Erstlingswerk. Die heutige FSK16 Freigabe überrascht mich daher kaum. Der Folter-, Nacktheits- und Blutgehalt ist zurückgefahren worden.

Erika Blanc (Kill Baby Kill, So Sweet… So Perverse, A Dragonfly for Each Corpse) als «Hexe» ist solide. Ebenso Anton Diffring (Love Letters of a Portuguese Nun, Faceless, Seven Deaths in the Cat’s Eyes). Regisseur Adrian Hoven ist, wie bereits im ersten Film, in einer kurzen Rolle zu sehen (diesmal nicht als Folteropfer). Andere Figuren sind mehr Karikaturen (der vergewaltigende Folterknecht und Fettsack Joachim Hackethal) und am schlimmsten am Film war das absolut nervende Kind. Das hat viele Punkte gekostet.

Fazit: Kommt nicht an Mark of the Devil heran!

Infos:

O: Hexen - Geschändet und zu Tode gequält

Deutschland 1973

R: Adrian Hoven

D: Reggie Nalder, Erika Blanc, Anton Diffring, Astrid Kilian, Dietrich Kerky, Joachim Hackethal, Johannes Buzalski

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 90:15 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: 16.12.25

Fassungen: Die holländische DVD habe ich entsorgt/verkauft, nachdem Turbine ihre deutsche Blu/UHD Fassung angekündigt haben. Das Set kommt im Mediabook mit Booklet daher. Der Film ist Uncut und neu ab 16 Jahren freigegeben. Der deutsche O-Ton ist an Bord und die Bild- und Tonqualität sind hervorragend. Es gibt drei Discs: den Film als Blu-Ray, den Film als UHD und eine Bonus-Blu-Ray mit Extras.

Sonntag, 30. November 2025

Hexen bis aufs Blut gequält Review

Hexen bis aufs Blut gequält

Story:

Österreich im 17. Jahrhundert zur Zeit der Hexenverfolgung:

Unschuldige (Udo Kier, Olivera Katarina, Gaby Fuchs, Ingeborg Schöner, Adrian Hoven, Michael Maien) geraten in eine Fehde zwischen zweien Hexenjägern (Reggie Nalder, Herbert Lom) und dessen Männern (Johannes Buzalski, Herbert Fux)…

Meine Meinung:

Hexen bis aufs Blut gequält ist ein legendärer Exploitation-Film aus den 70ern, der heute wohl als Torture Porn Film betitelt worden wäre und somit Filmen à la Hostel und Co. den Rang abläuft. Hexen bis aufs Blut gequält, der in Deutschland lange verboten war und in den USA ein grosser Erfolg war, wurde zu Ehren von Udo Kier gesichtet. Udo Kier spielte in vielen sehenswerten Filmen die Hauptrolle (Blood for Dracula, Flesh for Frankenstein = für mich seine beste Rolle) und/oder markante Nebenrollen (Suspiria, Blade). Er verstarb diesen Monat.

Hexen bis aufs Blut gequält war, laut Udo Kier selbst, sein erster Farbfilm, in dem er mitwirkte. Er war damals noch ganz jung. Unvergessen sind seine Augen, die zu einem Markenzeichen von ihm werden sollten. Er spielt das sehr souverän und seine Rolle bringt einen Hauch Ethik und Dramatik in den Film, der sich augenscheinlich kritisch und geschichtlich präsentieren will, jedoch vor allem mit ausgewalzten Folter- und Gewaltszenen, darunter auch nackter Haut, Kasse machen wollte. Was den Filmemachern auch gelang.

Die Folterszenen sind auch heute besonders fies anzusehen. Interessant ist, dass nicht nur Frauen, sondern auch Männer gefoltert werden. Darunter ist auch Adrian Hoven (Castle of the Creeping Flesh), einer der beiden Regisseure des Filmes. Die Frauen wie Olivera Katarina, Gaby Fuchs (The Werewolf Versus the Vampire Woman) und Ingeborg Schöner sind mit vollem Körpereinsatz dabei und durften die Männerherzen erfreuen, während schmierige «Typen» und «Fressen» wie Reggie Nalder (spielte auch in der Fortsetzung mit), Herbert Lom (99 Women), Johannes Buzalski (Teenage Playmates) und Herbert Fux (Love Letters of a Portuguese Nun) ebenfalls zu Gefallen wussten. Tolle Charakter-Darsteller. Nebst Reggie Nalder ist auch Johannes Buzalski im 2. Teil zu sehen = die Vorfreude wächst. Lustig ist die Tatsache, gemäss meinem alten Review, das ich durch das Buch Deep Wet Torture auf den Film aufmerksam wurde. Das wusste ich nicht mehr…

Fazit: Herrlicher Schundklassiker mit grandioser Musik, die Cannibal Holocaust Vibes geniesst!

Gefolgt von: Hexen - Geschändet und zu Tode gequält

Infos:

Deutschland 1970

R: Michael Armstrong, Adrian Hoven

D: Udo Kier, Olivera Katarina, Gaby Fuchs, Ingeborg Schöner, Adrian Hoven, Michael Maien, Reggie Nalder, Herbert Lom, Johannes Buzalski, Herbert Fux

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 97:16 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: 25.11.25

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von Turbine vor = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, Deutsch/Englisch (Deutsch ist der Originalton), viele Extras (Dokus, Interviews, Audiokommentar). Turbine haben den Film aus der Versenkung geholt (der Film war lange Zeit verboten).

Sonntag, 8. September 2024

The Last House on the Left

The Last House on the Left

Story:

Die minderjährigen Mädels Mari (Sandra Peabody) und Phyllis (Lucy Grantham) wollen ein Rockkonzert besuchen und fallen Gangster Krug Stillo (David Hess) und Co. (Fred J. Lincoln, Jeramie Rain, Marc Sheffler) in die Hände. Das sadistische Treiben hat den Tod der beiden Mädchen zur Folge. Die Gangster fliehen sich in ein Haus, wo sie von, ohne es zu wissen, Maris Eltern (Cynthia Carr, Richard Towers) aufgenommen werden…

Meine Meinung:

The Last House on the Left vereint drei damalige No-Names, die später im Horrorgenre richtig erfolgreich werden sollten: Wes Craven, Sean S. Cunningham und Steve Miner. Wes Craven führte Regie und schrieb das Drehbuch, während Sean S. Cunningham den Film produzierte und Steve Miner fungierte als Produktionsassistent. Wes Craven hatte später vor allem mit A Nightmare on Elm Street und der Horrorfigur Freddy Krüger, die er damit erschuf, grosse Erfolge, während Sean S. Cunningham mit Friday the 13th auch eine der bekanntesten Horrorfilmreihen überhaupt lostrat und Steve Miner war für mehrere bekannte und solide Horrorfilme zuständig (Warlock, House, Friday the 13th Part 2).

Nebst Das Haus der Vergessenen, A Nightmare on Elm Street und Scream würde ich den Film als einen der besten Filme von Wes Craven bezeichnen. The Last House on the Left ist ein unglaublich fieser Bastard von einem Film. Durch das kleine Budget und die daraus resultierende (dreckige) Optik und Schlichtheit der Machart wirkt der Film und seine sadistischen Momente durch und durch authentisch und intensiv. Wes Craven war sich erst später bewusst, wie brutal sein Film und einzelne Momente wirkten. Daher entschärfte er auch persönlich einige Momente (z.B. den Tod von Phyllis). Und dennoch gehen viele Szenen, auch wenn entschärft oder nicht explizit, definitiv unter die Haut.

Dagegen kann das spätere Remake zum Film (im Jahr 2009 erschienen) oder Nachahmer (z.B. der Ital. Film Mädchen in den Krallen teuflischer Bestien) einpacken. Der Grundton und Sadismus aus Wes Cravens Terrorklassiker bleiben definitiv unerreicht. Damit zählt der Rape & Revenge Film zu einem der besseren in diesem sonderbaren Sub-Genre. Dabei hatte Wes Craven auch Glück bei der Wahl der Darsteller, insbesondere bei David Hess, der einen wunderbar fiesen und schweinischen Dreckskerl und Soziopathen spielte. Dieser tat dies so abgrundtief bösartig, dass er später in ähnlichen Rollen erneut vor der Kamera stand (z.B. in Der Schlitzer). Er war ausserdem für die tolle Musik und den Soundtrack des Filmes zuständig.

Fazit: 70er Jahre Exploitation in Reinkultur!

Infos:

O: The Last House on the Left

USA 1972

R: Wes Craven

D: Sandra Peabody, Lucy Grantham, David Hess, Fred J. Lincoln, Jeramie Rain, Marc Sheffler, Cynthia Carr, Richard Towers

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 84:10 Min.

Gesehen am: Jugendzeit / Neusichtung am: 14.06.24

Fassungen: Mir lag die österreichische Blu-Ray von Turbine / NSM vor = 40th Anniversary Edition mit Schuber, limitiert auf 5000 Stück, Deutsch/Englisch mit Subs, «Uncut» Kinofassung und den Rohschnitt (Krug & Company Fassung) zum Film, sehr gute Bild- und Tonqualität. Es gab immer Gerüchte, dass der Film von Wes Craven selbst für die Kinoauswertung zensiert wurde und eine echte «Uncut» nie veröffentlicht wurde.  Es gibt keine längere Fassung als diese Blu-Ray. Als Bonus gibt es aber längere Szenen zu sehen (vor allem zum Tod von Phyllis inklusive Aushangfotos von forciertem lesbischem Sex, die im Film nicht zu sehen sind). Der Film ist in Deutschland nicht mehr beschlagnahmt und nicht mehr indiziert. Aus der Schulzeit liegt mir noch das Astro VHS vor. In Deutschlands hiess der Film z.T. auch Mondo Brutale. Dieses VHS mag ich. Schickes Artwork, viel Nostalgie. Daher behalte ich das. Damals für ca. drei CHF einem Schweizer Forenuser (ehemaliges Schweizer Filmforum) abgekauft.

Sonntag, 18. Juli 2021

Candyman's Fluch Review

Candyman's Fluch

Story:

 

Helen (Virginia Madsen) und Bernadette (Kasi Lemmons) recherchieren über urbane Legenden und um den Candyman – dabei treten sie eine mysteriöse Mordserie los… 

 

Meine Meinung:

 

Candyman’s Fluch ist einer meiner Lieblingsfilme. Ich sah den Film im Kindesalter (Elternteil hat die VHS damals aus der Videothek geliehen) und empfand den Film als Kind als sehr spannend und furchteinflössend. Daher schwimmt bei meiner Meinung natürlich auch viel Nostalgie mit («Kindheitserinnerung»).

 

Candyman's Fluch ist der erste Teil einer dreiteiligen Horrorreihe. Zudem erfuhr der Film ein Remake, welches aufgrund des Corona-Virus jedoch noch nicht im Kino zu sehen war (auch fraglich, ob er dies noch tun wird oder ob der Film z.B. als Stream angeboten werden wird). Bei Candyman’s Fluch handelt es sich um eine Clive Barker Verfilmung.

 

Clive Barker ist ein Autor aus England. Er schreibt Horrorromane und auch Kurzgeschichten. Dies wurden teilweise verfilmt: Hellraiser, Rawhead Rex, Cabal oder The Midnight Meat Train. Candyman’s Fluch ist eine Verfilmung der Kurzgeschichte The Forbidden (in Deutsch Das Verbotene, 1. Story im «5. Buch des Blutes»). Candyman’s Fluch ist die einzige Verfilmung, in welcher der Film massiv besser ist, als der Roman (jedoch auch stark verändert).

 

Vielleicht wäre es anders gewesen, wenn ich das Buch vor dem Film gelesen hätte. Es kam aber genau andersrum. Der Film gefällt mir durch die Story, das Schauspiel (bis in die die kleinsten Rollen stark besetzt) und den Soundtrack/Musik. Der Vorspann oder z.B. die Musik beim Abspann sind sehr passend und stimmungsvoll.

 

Die Story vermischt Horror gekonnt mit dramatischen Elementen. Es gibt nur wenig Effekte und Morde – die teilweise auch nur im off screen stattfinden. Da der Film jedoch ernst in Szene gesetzt ist, kommt der Horror trotzdem nicht zu kurz. Es werden reale Szenerien angesprochen – Slums, Rassismus, Vertrauensbruch, Verlust des Kindes, Aufopferung.

 

Dabei brillieren vor allem Tony Todd (The Crow), der danach in unzähligen Horrorfilmen zu sehen war wie auch Virginia Madsen, welche mir ansonsten nicht bekannt ist. Für die wenigen aber gelungenen Effekte war u.a. Bob Keen (The Unholy) zuständig. Die Szenen mit den Bienen fand ich stark!  Mutig! Ted Raimi ist nach Harte Ziele und Co. in einer weiteren Cameo-Rolle zu sehen.

 

Fazit: Der bisher beste Candyman (auch wenn ich die Fortsetzung als sehr gut in Erinnerung habe)!

 

Gefolgt von: Candyman 2 - Die Blutrache

 

Infos:

 

O: Candyman

 

USA 1992

 

R: Bernard Rose

 

D: Virginia Madsen, Tony Todd, Xander Berkeley, Kasi Lemmons, DeJuan Guy, Ted Raimi

 

Laufzeit der deutschen DVD: 94:54 Min.

 

Gesehen am: Kind-/Jugendzeit / Review überarbeitet am: 28.03.21

 

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD der «Horror Box» von Columbia TriStar vor = R-Rated Fassung (in einer Einstellung zensiert bzw. mit alternativer Einstellung, die harmloser ist), Deutsch/O-Ton mit Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Zudem befinden sich die Filme Ghosts of Mars und Der Blob im Set. Turbine haben den Film in der Unrated in Deutschland auf Blu-Ray veröffentlicht. Nachtrag 23.04.24: Die Unrated Fassung sah ich zu VHS Zeiten nicht mehr. Nun habe ich mir die deutsche Blu-Ray von Universal/Turbine gekauft = Unrated Fassung, Wendecover, Deutsch/Englisch mit Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität, auch wenn ich das Master etwas zu dunkel fand. 

Donnerstag, 1. März 2018

Leatherface Review

Leatherface

Story:

Texas in den 50ern: nachdem die Tochter des Sheriffs (Stephen Dorff) getötet wurde, werden der Mutter Verna Sawyer ihr kleiner Sohn genommen und in eine Nervenheilanstalt gesteckt. Zehn Jahre später: drei Insassen der Anstalt gelingt mit zwei Geiseln die Flucht. Einer davon ist Vernas Sohn. Verna Sawyer will ihren Sohn zurückhaben. Doch auch der Sheriff ist hinter der Gruppe her und ihm ist jedes Mittel recht, die Insassen zur Strecke zu bringen…

Meine Meinung:

Vom neusten Teil der Horrorreihe The Texas Chainsaw Massacre, gestartet mit Blutgericht in Texas, habe ich von Beginn an nicht viel erwartet. Der Film, der die Vorgeschichte zu Blutgericht in Texas erzählt (wie aus einem kleinen Jungen bzw. Jugendlichen Leatherface wurde), erhielt vorwiegend negative und durchschnittliche Kriterien. Das war aber schon beim Vorgänger Texas Chainsaw 3D der Fall, den ich trotzdem okay fand.

Daher schraubte ich meine Erwartungen zurück und fand auch diesen neusten Ausflug ins Genre durchaus okay. Kein Highlight, nicht wirklich toll, aber auch nicht wirklich schlecht. Man nimmt das Geschehen kurzweilig und unterhaltsam, aber immer ohne Ansprüche, hin. Belanglos, aber die Zeit geht beim Schauen vorbei und nicht alles ist schlecht gewählt.

Die Darsteller sind durchschnittlich bis okay. Stephen Dorff, der bekannteste Name (Bösewicht in Blade), war noch einer der besseren. Die Teens sind durchschnittlich. Zu wenig beleuchtet wird Leatherface Mutter und dessen Geschwister. Diese bleiben blass. Andere Figuren sind reinste Klischees (die Krankenschwester, der böse Direktor). Die Figurenzeichnung erinnert ein wenig an die Figuren in Rob Zombies Halloween 2 – alle total durchgedreht, böse, übertrieben in ihrer Darstellung

Eine echte Stimmung oder Spannung kommt selten auf – immerhin wird Texas und der Zeitgeist gut eingefangen. Die Story fand ich nicht verkehrt und bringt etwas Abwechslung ins angestaubte The Texas Chainsaw Massacre Universum – es sollte jedem Zuschauer klar sein, dass hier die Vorgeschichte zum Klassiker erzählt wird – und diese hat nun Mal viele Facetten und weicht von der klassischen, bekannten Storyline ab. 

Auf den Regiestuhl sassen die zwei Franzosen, welche sich u.a. für den grossartigen Inside verantwortlich gezeigt haben. Doch einen solchen Kracher und Erfolg konnten sie danach nicht mehr verbuchen. Livid war gut – stimmungsvoll, spannend und auch nicht harmlos. Aber trotzdem als Ganzes gesehen nur 08/15 Horror von der Stange. Among the Living hat die Meinungen der Fans wie auch bei Leatherface stark gespalten. Die Episode, welche sie für ABCs of Death 2 kreiert haben, bringt ein wiedersehen mit der grossartigen Béatrice Dalle (welche mich wegen ihren Zähnen an Wong Ching erinnert) und war eine der besten Episoden des Filmes.

In Leatherface konnten sich die zwei Regisseure immerhin, was Gewalt, Effekte und (zum Teil auch billige) Schockszenen (sich in einem toten Kadaver verstecken aber vor allem ist die aufgesetzte Nekrophilie Szene gemeint) angehen, so richtig austoben. Der Film ist recht blutig, der Bodycount sehr hoch und es gibt zum Teil übertriebene Gewaltdarstellungen zu sehen. Immerhin in dieser Hinsicht muss der Fan, der The Texas Chainsaw Massacre bzw. die Filme mit Gewalt gleichsetzt, nicht verzichten und Splatterfans werden bestens bedient.

Fazit: Bei mir wird erst nach einer zukünftigen 2. Sichtung entschieden, ob der Film in der Sammlung bleibt oder nicht. Ich fand den Film weder gut noch schlecht – sondern mittelmässig aber zumindest gut schaubar und nicht langweilig. Stark Geschmackssache…

Infos:

O: Leatherface

USA 2017

R: Alexandre Bustillo, Julien Maury

D: Lili Taylor, Stephen Dorff, Nicole Andrews, Sam Coleman, Julian Kostov

Laufzeit der deutschen DVD: 83:45 Min.

Gesehen am: 08.01.18

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Turbine vor = Uncut, Single Disc mit wenigen Extras / keine Beilagen /Gimmicks (Bonus Disc, kein Booklet) dafür auch am billigsten (das Label hat diverse Auflagen veröffentlicht – DVD, Blu Ray, limitierte Scheiben etc.). Sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und deutsche Subs vorhanden.

Mittwoch, 30. August 2017

The Texas Chainsaw Massacre 2 Review



The Texas Chainsaw Massacre 2

Story:

Nach Teil 1, Blutgericht in Texas, geht es wie folgt weiter:

Der Bruder von Franklin (Dennis Hopper) will Rache an Franklins Tod und ist hinter der Kettensägen-Familie (Bill Johnson, Jim Siedow, Bill Moseley) her. Dazu braucht er eine Radio-Moderatorin (Caroline Williams) als Köder…

Meine Meinung:

Lange Zeit hielt ich den zweiten Teil der The Texas Chainsaw Massacre Reihe, verursacht durch Tobe Hoopers ersten Film und Klassiker Blutgericht in Texas, für den besten Teil der Reihe.

Doch nach einer Neusichtung muss ich meine Meinung ändern. An den ersten Teil, intensiv und authentisch, kommt Teil zwei, trotz Hooper Regie, nicht heran. Tobe Hooper, im August 2017 verstorben, war trotz mehrere Filme vor allem berühmt und berüchtigt für sein The Texas Chainsaw Massacre. Andere Filme vermochten es nicht, seinen Ruf diesbezüglich zu ändern. Andere Werke floppten an den Kinokassen (Lifeforce – jedoch toller Film), hielten ihren Quellen nicht stand (Brennen muss Salem – Teil 2 ist deutlich besser), wurden durch Drittpersonen verschlimmbessert (Poltergeist) oder waren reine B-Ware (The Mangler). Daher entschloss sich Hooper nach über zehn Jahren eine Fortsetzung zu seinem bis dato erfolgreichsten Klassiker zu drehen.

Nebst Hooper kehrte aus Teil eins nur Jim Siedow als Koch zurück (massives Overacting). Ansonsten wurden neue Namen angestellt. Caroline Williams versucht sich als Scream Queen (Leistung okay), Bill Johnson versucht sich als neuer Leatherface (kommt nie an Gunnar Hansons Leistung aus Teil eins heran, zudem Leatherface hier verweichlicht wirkt, weil in Caroline Williams verliebt und er sie deshalb nicht töten kann) und den wohl grössten Namen an Bord stellt Dennis Hopper dar – wer hätte das gedacht? Aber auch er spielt nur okay – man merkt irgendwie, dass er nicht mit Herz und Seele dabei war. 

Von der Kettensägen Familie überzeugt eigentlich nur Bill Moseley, der später noch in unzähligen anderen Horrorfilmen zu sehen war und eine bekannte B-Ikone des Genres wurde. Unter anderem sah man ihn noch in Der Blob (Remake), Silent Night, Deadly Night 3, Die Rückkehr der Untoten (das Night of the Living Dead Remake), Die Armee der Finsternis (Teil drei der Tanz der Teufel Reihe), Haus der 1000 Leichen (Rob Zombie Zusammenarbeit), The Devil’s Reject (Rob Zombie Zusammenarbeit Teil zwei), Halloween (Remake und Rob Zombie Zusammenarbeit Teil drei) oder Charlie`s Farm (Backwood Horror).

Zu Dennis Hopper Karriere hingegen braucht man nicht viel sagen, während Caroline Williams einen ähnlichen Genre-Einschlag getätigt hat wie Bill Moseley. Weitere Horrorfilme mit ihr: Stepfather 2, Leprechaun 3, Halloween 2 (Rob Zombie), Hatchet 3 (Teil 4 kommt diesen Sommer am Fantasy Film Fest), Contracted (schöner Body Horror) und wird auch im Remake zu Blood Feast zu sehen sein (leider noch nicht veröffentlicht).

Das Overacting oder Schauspiel einiger Figuren war nicht wirklich grandios und teilweise gar nervend, dass Verhalten einiger Figuren auch sehr dumm und nervend (die zwei Typen zu Beginn im Auto). Dazu kommt, dass der Film einfach Längen hat. Nach dem Beginn passiert erstmal lange nichts. Hier und da eine kleine Szene, ein toller Effekt. Aber danach heisst es warten bis zum Ende.

Regisseur Tobe Hooper schaffte es auch nicht Mal ansatzweise, die dreckige Stimmung des Terrorklassikers aus Teil eins heraufzubeschwören. Im Gegenteil: im Gegensatz zu Teil eins, der keinen Splatter bot, versuchte er hier anstatt Atmosphäre den Fan mit harten Effekten bei Laune zu halten. Um diese harten Effekte zu «verharmlosen», wurde der Film halt auch relativ lustig getrimmt in Form von Overacting und schwarzen Humors – ob das gefällt ist stark Geschmackssache. Die Mischung aus Teil eins hätte ich lieber gesehen…das Terrorfeeling kommt hier nur gelegentlich zur Geltung und den Soundtrack fand ich schwach.

Wenn man den Film aus der Sicht der Effekte anschaut muss man diese Arbeiten und Effekte würdigen! Man hat auch einen bekannten Mann an Bord geholt – Tom Savini der zuvor mit Effekten auf sich aufmerksam machte (Freitag der 13., Freitag der 13. – Das letzte Kapitel…) und hier die Chance erhielt, tolle Kreationen abzuliefern was er auch Tat. In Sachen Effekten besticht der Film für eine Vielzahl von starken Gore-Effekten, welche Fans zufriedenstellen dürften. Diese (viele mumifizierte Leichen, Leiche über dem Feuer am Grill, Häutungen, Kettensägen Wunden) sind sehenswert geworden und zeigen einige von Tom Savinis besten Arbeiten (Kopf Wunde zu Beginn, Leatherface mit Bauchwunde und Kettensäge, welche darin steckt). Zumindest in dieser Hinsicht wird der Fan nicht enttäuscht werden (oder alle welche von Teil eins solche Szenen erwartet haben und enttäuscht wurden).

Fazit: Tolle Effekte, leider kein allzu toller Film. Zu viele Längen, teilweise schwache Leistungen der Darsteller und den Versuch, den Film in Richtung Horrorkomödie zu pushen wirken sich eher negativ auf den Film aus – so dass das Original von 1974 unerreicht bleibt! Trotzdem kann man sich den Film als Horrorfan natürlich gut ansehen…

Gefolgt von: Leatherface: The Texas Chainsaw Massacre III

Infos:

O: The Texas Chainsaw Massacre 2

USA 1986

R: Tobe Hooper

D: Dennis Hopper, Caroline Williams, Bill Johnson, Jim Siedow, Bill Moseley, Ken Evert, Kirk Sisco, Lou Perry

Laufzeit der deutschen Blu Ray: 100:33 Min.

Erstsichtung: Ende 90er / Anfang 2000 (aus Ferien in Frankreich damals franz. VHS gekauft)

Review überarbeitet: 30.08.17

Fassungen: Mir lag die deutschsprachige Blu Ray aus Österreich von Turbine vor = hübsche Verpackung, Blu Ray oder DVD zum Film und eine Bonus-DVD, erstklassige Bild- und Tonqualität, viele Extras, O-Ton und Subs auch an Bord. Lässt alle DVDs weit hinter sich…für mich die ultimative Fassung zu diesem Film auch wenn die danach erschienene UK Blu noch minim besser sein soll was Bildqualität angeht (was mir beim Schauen auf einem Fernseher wohl nicht Mal auffallen würde).

Blutgericht in Texas Review





Blutgericht in Texas

Story:

Fünf Jugendliche ahnen noch nichts von dem schrecklichen Grauen, das über sie kommen wird. Sally (Marilyn Burns), ihr im Rollstuhl sitzender Bruder Franklin (Paul A. Partain), Jerry (Allen Danziger), Kirk (William Vail) und Pam (Teri McMinn) hatten eigentlich einen idyllischen Sommerausflug im Sinn, doch als sie einen Anhalter mitnehmen, ist die gute Stimmung hinüber, als dieser Franklin mit dem Messer verletzt. Sie werfen ihn raus. Als sie kein Benzin mehr haben, stossen sie auf ein altes Schlachterhaus. Dort erhoffen sie sich Hilfe...

Meine Meinung:

Blutgericht in Texas muss zu den grossen Klassikern des Genres gezählt werden, egal ob man den Film gut findet oder nicht. Regisseur Tobe Hooper hat zusammen mit Kim Henkel einen fiesen, kleinen und dreckigen Film geschaffen, der für das Genre, insbesondere für den Terrorfilm / Backwood-Genre wegweisend war.

Die Warnung durch den Tankwart z.B. ist seit Blutgericht in Texas berühmt und viele nahmen sich diese oder andere Szene als Vorbild (z.B. Wrong Turn, House of 1000 Corpses, Muttertag, Wolf Creek). Der Film schaffte es damals, die Zuschauer zu schockieren, was zum einen an der Story liegt, zum anderen an der Atmosphäre und dem nervenaufreibenden Soundtrack im Zusammenhang mit der Kameraführung (man denke da nur an die Szene, wo Sally an den Tisch gefesselt ist und ihr panisches Verhalten und wie die Familienmitglieder darauf reagieren). Und zuvor anstatt Soundtrack Gekreische und Kettensägen Rasseln, als Sally und Franklin von Leatherface durch die Nacht gejagt werden = Terrorkino pur.

Vor allem im Kino müssen solche Szenen sehr intensiv gewirkt haben. Der Film ist nicht sehr explizit und Blut gibt es nur sehr wenig. Richtige Splattereffekte gibt es keine, obwohl der Titel dies suggerieren will. Dies wird rein der Fantasie des Zuschauers überlassen. Trotzdem stand der Film jahrelang auf der Verbotsliste (Deutschland und somit auch in der Schweiz) was zumindest in Deutschland heute glücklicherweise nicht mehr der Fall ist. Doch der Film wirkt trotzdem alles anderes als harmlos und die psychische Komponente und die stimmungsvollen, kräftigen Bilder des Filmes, da einfach, billig und simpel, aber immer effektiv und den Nerv des Zuschauers treffend in Szene gesetzt, haben eine starke Wirkung auf den Zuschauer.

Zudem gibt es einige (zwar wenige) gute Make-Up Effekte zu sehen (Leatherface Maske, die Leichen zu Beginn, Überfahren werden am Ende) und die Darsteller sind solide bis gut. Marilyn Burns mauserte sich zur Scream-Queen, Jim Siedow sah man noch in Teil zwei und Gunnar Hansen hatte die grosse Ehre, eine neue Horrorfigur (eben "Leatherface") ins Genre einzuführen nebst all seinen Kollegen wie Michael Myers, Freddy Krüger, Pinhead, Jason Vorheess oder Chucky (Die Mörderpuppe). Eine Rolle, welche ihn bis zu seinem Tod prägte.

Fazit: Der Film gilt zurecht als Klassiker und steht deshalb auch im New Yorker Museum Of Modern Art! Tobe Hoopers bester Film und gleichzeitig bester Film dieser Horrorreihe (es gab mehrere Fortsetzungen, Remakes etc.). 

Gefolgt von: The Texas Chainsaw Massacre 2

Infos:

O: The Texas Chainsaw Massacre

USA 1973

R: Tobe Hooper

D: Gunner Hansen, Marilyn Burns, Jim Siedow, Edwin Neal, Paul A. Partain

Laufzeit der deutschen Blu Ray: 83:34 Min.

Erstsichtung:  Ende 90er/Anfang 2000er

Review überarbeitet: 30.08.17

Fassungen: Die in Österreich oder Deutschland erschienene Blu Ray von Turbine kann ich nur empfehlen! Uncut, DVD/Blu Ray, Booklet (zur ganzen Zensurgeschichte und welche Anstrengungen Turbine über Jahre hinweg erdulden musste, um den Film vom Verbot zu befreien), Bonusdisk und schicke Verpackung in restaurierter Bild- und Tonqualität machen diese Vö zu einem absoluten Pflichtkauf für Fans des Filmes (O-Ton und Subs natürlich auch vorhanden). Paar Jahre später erschien von Label eine Neuauflage, in welcher nochmals ein neues Master vorlag (Zitat: «Der Film wurde restauriert und in 4K vom 16mm-Negativ abgetastet»). Mir langt aber die reguläre Fassung, welche gegenüber Importen und/oder alten DVD Fassungen eine haushoch überlegene Fassung darstellt.
Interessante Nebeninfo: laut Turbine war die VPS VHS die letzte in Deutschland offiziell lizensierte Fassung bevor sie sich die Rechte ergattert haben soll heissen: alle Laser Paradise DVDs sind scheinbar Bootlegs…