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Mittwoch, 22. September 2021

Pulgasari Review

Pulgasari

Story:

 

Korea in der Feudalzeit:

 

Einfache Bauern werden vom Kaiser (König? Herrscher?) unterdrückt und wenn nötig auch eingesperrt, gefoltert und getötet. Da taucht Pulgasari auf. Ein Wesen, dass sich von Metall ernährt und wächst. Dieses nimmt den Kampf gegen den unmenschlichen Tyrannen auf und unterstützt das einfache Volk im Kampf gegen seinen Widersacher…

 

Meine Meinung:

 

Wenn ich an Nordkorea denke kommen mir vier sonderbare Situation in den Sinn:

 

1. Halb-Bruder des Diktators wird in Malaysia auf dem Flughafen vor laufenden Kameras eliminiert. Eine der Täterinnen trägt ein LOL Shirt. Die ganze Welt sieht zu. Nordkorea winkt ab.

 

2. Es gibt DVDs in Nordkorea und ich habe eine in der Sammlung (Hong Kil Dong).

 

3. Der aktuelle Diktator aus dem Land besuchte die gleiche Schule wie ich!

 

4. Südkoreanischer Regisseur wird nach Nordkorea entführt, wo er für den Ex-Diktator Filme drehen muss, ehe ihm viele Jahre später auf einer Auslandsreis in Österreich die Flucht gelingt!

 

Zu Punkt vier:

 

Einer dieser Film war der nordkoreanische Kaiju-Film Pulgasari, den Shin Sang-ok in seiner Zeit in Nordkorea nebst fünf anderen Filmen für den Machthaber des Landes, einen grossen Film- und Kinofan, drehen musste.

 

Pulgasari ist sicherlich der bekannteste Film von Shin Sang-ok und gleichzeitig der bekannteste Film aus Nordkorea. Eine japanische Crew* (Toho Studios) wurden eingeladen, um für die Effekte à la Godzilla zu sorgen. Immerhin waren die Godzilla-Filme weltweit bekannt und de Japaner die führenden Experten auf dem Gebiet was Effekte für Kaiju-Produktionen angehen. * u.a. Nobuyuki Yasumaru und Teruyoshi Nakano.

 

Ich hörte auch das Gerücht, dass Pulgasari selbst in Nordkorea nie lief. Der böse Tyrann, der vom Volk am Ende (und auch dank dem Monster) gestürzt wird, könnte man gleichsetzen mit dem damaligen Diktator des Landes. Also eine Art Sozialkritik, die während dem Drehen den Nordkoreanern nicht aufgefallen sein könnte.

 

Ende der 90er lief der Film in Japan und ich denke, das war der Knackpunkt der den Film weltweit bekannt machte. Nach dem Tod des Führers lief der Film sogar in Wien in einer Retroperspektive. Denkt der Fan ans Kaiju Genre aus Japan, kommen zuletzt nicht japanische-ausländische Produktionen in den Sinn. Dabei gibt es auch aus Südkorea einige Kaiju-Titel:  

 

Yongary (1967), The Prince of Dragon King (1977 mit Szenen aus einem Taiwan Film), Young-Gu and Dinosaur Zu-Zu (1993 mit Dino), Tyranno's Claw (1994 mit Dinos) oder den leider unveröffentlichten und verschollenen Space Monster Wangmagwi (1967) oder der inzwischen auch in den USA veröffentlichte und sehenswerte Flying Dragon Attacks aka War God of the God Monsters. Pulgasari selbst ist zumindest inhaltlich nicht gerade originell und in der 1. Filmhälfte auch relativ lahm, zumindest was Monster-Szenen angehen.

 

Die Figuren und Verhältnisse (Gut gegen Böse) werden geklärt, bis nach 22 Minuten Pulgasari als Winzling auftaucht. Diese Szenen sind zunächst sehr niedlich – von einem Kaiju-Streifen ist Pulgasari zu dem Zeitpunkt noch weit entfernt. Man erinnert sich mehr an Gremlins und Co. Denn: Pulgasari wächst, indem er Metall frisst. Pulgasari kommt in ca. 3-4 diversen Grössen vor. Viel Arbeit für die Spezialtechniker aus Japan. Nach dem eigentlichen Kampf darf Pulgasari auch noch paar Gebäude und Tempel zerstören. Die Effekte sind gut getrickst.

 

Die deutlich bessere Hälfte ist die 2. Seite der Laserdisc (oder B-Seite): in dieser wächst Pulgasari zu seiner bekannten Grösse heran und hilft dem einfachen Volk gegen den Tyrannen und seine Armee anzukämpfen. Dabei setzen diese auch Waffen ein, die Pulgasari tatsächlich verletzen können. Sehr cool fand ich z.B. den später auftauchenden Schamanen mit seinen Frauen, denen es tatsächlich gelingt, Pulgasari (vorübergehend) Schachmatt zu setzen.

 

Die Darsteller sind, auch wie Kameraführung, Inhalt oder Musik, nichts Besonderes. Solide und vor allem Mittel zum Zweck. Wie in vielen andern Kaiju-Filmen ist weniger der Inhalt oder die Figuren wichtig, sondern die Effektarbeit, und diese rockt definitiv!

 

Fazit: Pulgasari ist jedem Kaiju-Fan zu empfehlen!

 

Infos:

 

O: Pulgasari

 

Nordkorea 1985

 

R: Jo Chong Gon, Shin Sang-ok

 

D: Hui Chang Son, Sop Ham Gi, Ri Jong-uk, Ri Gwon, Yu Gyong-ae

 

Laufzeit der jap. LD: Ca. 95 Min.

 

Gesehen am: Jan. 2013 / Neusichtung am: 04.07.21

 

Fassungen: Mir lag die jap. LD von Pioneer vor = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, Koreanischer O-Ton, feste jap. Subs. Gibt es auch als DVD in Japan und als VHS in Südkorea (auf Ebay für 999USD zu bekommen!!!). Eine Fassung mit englischen Subs, eine Blu-Ray oder eine deutsche Fassung gibt es nicht (Stand: Juli 2021).

Freitag, 17. September 2021

Necronomicon Review


Necronomicon

Story:

 

H.P. Lovecraft (Jeffrey Combs) findet in einer mystischen Bibliothek endlich das Necronomicon, aus welchem er drei Geschichten notiert:

 

1. Nach einem Unglück erweckt Edward De Lapoer (Bruce Payne) seine tote Ehefrau, obwohl er in einem Brief las, dass dies bereits seinen Vorfahren (u.a. Richard Lynch) nicht gut bekommen ist.

 

2. Eine junge Frau mietet sich in ein Haus ein und wird von ihrem gewaltbereiten Freund verfolgt, während im Obergeschoss ein Arzt (David Warner) mysteriöse Experimente durchführt…

 

3. Eine schwangere Polizisten (Signy Coleman) sucht nach ihrem vermissten Partner und einem Killer namens Butcher und dringt in die Pforten der Hölle vor…

 

Meine Meinung:

 

Bei Necronomicon handelt es sich um einen Episoden-Horrorfilm, der von einer Rahmenhandlung (mit Jeffrey Combs aus Re-Animator) und drei Episoden zusammengehalten wird. Regie führten Brian Yuzna (der auch produzierte), der Franzose Christophe Gans und Japaner Shûsuke Kaneko. Christophe Gans wurde erst danach mit seinen Hits Crying Freeman & Der Pakt der Wölfe zum gefragten Regisseur.

 

Brian Yuzna kennen Horrorfilm-Fans bestens: er realisierte u.a. Re-Animator 2 + 3 während Japaner Shûsuke Kaneko seine Karriere bei den Nikkatsu-Studios begann, ehe er zuletzt im Mainstream-Kino ankam (Azumi 2, Gamera: Guardian of the Universe). Eine interessante Mischung, die Yuzna da vereint hat. Yuzna selbst führte auch bei der Rahmenhandlung Regie.

 

Die ersten zwei Episoden sind gut. Nicht perfekt aber gut. In der ersten gefiel mir die H.P. Lovecraft Atmosphäre. Vor allem die Rückblenden und Szenen mit Richard Lynch (Invasion USA) sind sehr stimmungsvoll geworden wie auch die Effekte (Fisch-Monster und das Ungeheuer im Finale). Das waren noch Effekte! Die zweite Episode ist vielleicht vom Inhalt her die schwächste, aber bietet immerhin das beliebte Mad Scientist Thema und auch hier im Finale eine unglaublich gute Effekte-Sequenz, die ihresgleichen sucht (Schmelz-Szene).

 

Die dritte Episode stammt von Yuzna persönlich und ist die beste (nebst der Rahmenhandlung): alptraumhafter Inhalt, viele tolle Make-Up Monster und Splattereffekte! Sehr cool! Für die Effekte waren (zumindest laut imdb) gleich mehrere bekannte Künstler vertreten: John Carl Buechler (Mausoleum), Screaming Mad George (A Nightmare on Elm Street 4), Steve Johnson (Night Angel), oder ein Tom Savini (Maniac). Wahnsinn CGI wird nie dessen Qualität erreichen!

 

Fazit: Für Horror-Fans zu empfehlen!

 

Infos:

 

O: Necronomicon

 

USA, Frankreich, Japan 1993

 

R: Brian Yuzna, Shûsuke Kaneko, Christophe Gans


D: Jeffrey Combs, Richard Lynch, Bruce Payne, Belinda Bauer, Signy Coleman, Dennis Christopher, David Warner

 

Laufzeit der franz. DVD: 92:56 Min.

 

Gesehen am: Jugendzeit / Neusichtung am: 29.06.21

 

Fassungen: Mir lag zuerst die DVD aus Japan von Pioneer vor (damals DVD-Debüt). Uncut, Englischer Ton, jap. Subs. Später kaufte ich mir als Upgrade die franz. DVD von Metropolitan Filmexport da massiv hellere Bildqualität (und somit erkennt man die Effekte viel besser). Englisch mit festen franz. Subs. Gibt es inzwischen auch in D Uncut auf DVD (Kinowelt) oder Blu-Ray (Wicked Vision).

Samstag, 28. August 2021

A Virgin Among the Living Dead Review


Mit Jess Franco am NIFFF 2008

A Virgin Among the Living Dead

Story:

 

Nach dem mysteriösen Tode ihres Vaters reist die junge Christina (Christina von Blanc) aus London nach Frankreich, um vor Ort die restliche Familie im Familienanwesen zu treffen und das Erbe entgegen zu nehmen. Doch der Trip wird zum Alptraum…

 

Meine Meinung:

 

Diesen Jess Franco (The Sadist of Notre Dame, The Bloody Judge, Bahia Blanca) Film sah ich seit Jugendzeiten nicht mehr. Damals wusste ich um seine Qualität noch nicht Bescheid und schätzte seine Art und Weise des Filmschaffens zu wenig. Daher war ich gespannt auf die Neusichtung. Es fühlte sich fast so an, als schaute ich mir einen neuen Film an, da ich so gut wie nichts mehr wusste.

 

A Virgin Among the Living Dead hat mir sehr gut gefallen und die Neusichtung bestanden. Der Film hat mich, teilewiese auch nur aufgrund einzelner Szenen an Filme wie Dead & Buried, Cannibal Girls, The Texas Chainsaw Massacre, City of the Living Dead, Zombi 2, Trio Infernal und Last House on the Left erinnert. Nüchtern betrachtet bietet der Film kaum einen Plot und um den Zustand der Familie wird auch von der ersten Sekunde an kein Geheimnis gemacht.

 

Mit einer Laufzeit von nur 79 Minuten ist der Film kurzweilig. Der Film gefällt vor allem von der Optik, den Kameraaufnahmen, der Wahl der Darsteller und durch die Stimmung. Der Film wirkt wie ein surrealistischer Traum – von Anfang an bis zum passenden Ende. Das Jess Franco selbst mitspielte und somit oft vor und nicht hinter der Kamera stand, wirkte sich, wie bereits erwähnt, positiv auf die Kameraeinstellungen aus. Dazu ein traumhafter Score von Bruno Nicolai (Emanuelle in America, A Pistol for Ringo).

 

Nebst Jess Franco und Howard Vernon (Seven Women for Satan) überzeugen auch die Mädels – allen voran Lead Christina von Blanc. Obwohl der Film so gut wie keine Sex-Szenen bietet, wird auf nackte Haut nicht verzichtet und der Film ist stellenweise (auch unterschwellig) erotisch und knisternd. Dass Christina von Blanc nur in einer kleinen Anzahl Filmen mitwirkte, ist daher eigentlich ungewöhnlich. Die Frauen laufen hier den Männern klar den Rang ab – körperlich wie auch schauspielerisch.

 

Der Film wurde später während der Zombie-Welle in den 80ern mit durch Jean Rollin neu gedrehten (und peinlichen) Zombie-Szenen neu vermarktet (inklusive neu hinzugefügten Sex-Szenen). Diese Fassung kann ich nicht wirklich empfehlen, da die neuen Szenen wie ein Fremdkörper wirken und nicht zum Franco-Rest passen wollen. Nur die Original-Version von Jess Franco lohnt!

 

Fazit: Einer der besten Filme von Jess Franco!

 

Infos:

 

O: Christina, princesse de l'érotisme

 

Belgien, Frankreich, Italien, Liechtenstein 1973

 

R: Jess Franco

 

D: Christina von Blanc, Britt Nichols, Rosa Palomar, Anne Libert, Howard Vernon, Paul Muller, Jess Franco

 

Laufzeit der US-DVD: Ca. 79 Min.

 

Gesehen am: ? / Neusichtung: 01.06.21

 

Fassungen: Mir lagen zwei DVDs vor: die US-DVD von Image Entertainment und die jap. DVD von Pioneer. Zur US-DVD: Uncut-Fassung in Franz./Englisch mit englischen Subs. Die von Jean Rollin später gedrehten Szenen für seine «Version» des Filmes sind als Bonus auf der Disc. Die jap. DVD bietet beide Fassungen. Die US-DVD wurde am NIFFF 2008 von Jess Franco signiert. Die Bild- und Tonqualität sind gut. Gibt es auf Blu-Ray von Redemption (USA) oder X-Rated (Deutschland).

Montag, 10. August 2020

The Living Skeleton Review

The Living Skeleton

Story:

Drei Jahre nachdem Piraten auf einem Schiff ein Massaker durchführten werden diese und die Zwillingsschwester (Kikko Matsuoka) eines Opfers (Kikko Matsuoka Doppelrolle) von unheimlichen Ereignissen heimgesucht…

Meine Meinung:

The Living Skeleton ist ein japanischer Gruselklassiker, der leider ausserhalb Japans viel zu unbekannt ist. Dabei hat der Film viele Qualitäten und braucht sich hinter anderen japanischen Klassikern, die im Ausland Anerkennung fanden, nicht zu verstecken (z.B. Onibaba, House, Kuroneko).

Sichtlich von europäischen Filmen dieser Zeit beeinflusst, überzeugt The Living Skeleton durch eine interessante Story, stimmungsvolle und atmosphärisch dichte Bilder, starke Effekte (besser und von der Anzahl her stärker vorhanden als erwartet) und absolut überzeugende Leistungen der mir unbekannten Darsteller. Der Film wird in diversen Reviews gar mit Filmen oder Namen wie Barbara Steel, The Fog, Twin Peaks oder Meiko Kaji vergleichen.

Besonders durch die s/w Bilder generiert der Film eine extrem stimmungsvolle Atmosphäre. Die Bildsprache, die Kameraarbeit und der Einsatz von coolen, charmanten Effekten nach meinem Geschmack inklusive Motiven wie viel Nebel, Geistererscheinungen (die Skelette kommen nur in paar wenigen Szenen vor) purem Wahnsinn, Racheinhalten, einem actionreichen Massaker zu Beginn des Filmes plus Mad Scientist Motiven runden den Film ab. Die Darsteller waren stark und überdurchschnittlich gut. Dies gilt sowohl für den weiblichen Lead in einer Doppelrolle, Kikko Matsuoka (Black Lizard, The House of the Sleeping Virgins, Devil in My Flesh), wie auch für die Film-Bösewichte.

Fazit: Die 2. Horrorfilmproduktion von Shochiku nach ihrem Hit Goke, Body Snatcher from Hell kann ist Fans des klassischen, japanischen Kinos nur empfehlen!

PS: Soundtrack ist eine Wucht und trägt viel zur Stimmung bei! Stark! 

Infos:

O: Kyûketsu dokurosen

Japan 1968

R: Kôki Matsuno

D: Kô Nishimura, Yasunori Irikawa, Nobuo Kaneko, Kikko Matsuoka, Masumi Okada

Laufzeit der jap. LD: Ca. 81 Min.

Gesehen am: 01.06.20

Fassungen: Mir lag di jap. LD von Pioneer vor = Uncut, O-Ton, keine Subs, sehr gute Bildqualität. Ob es eine DVD/Blu-Ray gibt, ist mir nicht bekannt. Eine deutschsprachige Fassung gibt es nicht (Stand: Juni 2020).

Samstag, 29. Februar 2020

Mr. Nice Guy Review

Mr. Nice Guy

Story:

Gangster (u.a. die Männer von Richard Norton) sind wegen einem Tape, auf welchem ein Mord aufgezeichnet wurde, hinter Jackie (Jackie Chan) her, der nur durch dummen Zufall in Besitz des Tapes gelangte…

Meine Meinung:

Mr. Nice Guy hat die Neusichtung nicht mehr bestanden. Dies überraschte mich. Der Film ist im Großen und Ganzen okay. Man kann sich Mr. Nice Guy gut einmal ansehen. Der Film ist relativ kurzweilig, temporeich und bietet genug Abwechslung, um nicht als langweilig abgestempelt zu werden.

Aber Mr. Nice Guy bietet keinen Mehrwert, um in Zukunft erneut gesichtet zu werden. Daher fliegt der Film auch in 3facher Ausführung aus der Filmsammlung. Die Gründe sind folgende: echte Kung-Fu-Kämpfe gibt es praktisch keine und dass es kein Finalkampf gibt, fand ich auch in Vergangenheit immer schade. Das ist sehr grosse Potenzialverschwendung, da Richard Norton, australischer Martial Artist, den Bösewicht spielt.

Er hat schon in einigen HK-Filmen mitgespielt und in Sachen Action- bzw. Kampfszenen überzeugt: Twinkle Twinkle Lucky Stars (Kampf gegen Sammo Hung), City Hunter (Kampf gegen Jackie Chan), Shanghai Police (spielt er zumindest mit, ob er kämpft kann ich mich nicht erinnern) und seine beste Action-Rolle im HK-Film hatte er im grossartigen Magic Crystal (Kämpfe gegen Andy Lau und Cynthia Rothrock). Daher sehr schade, dass er hier keine Kampfszenen spendiert bekommt.

Weiter: die Figuren haben genervt. Die Gangster waren zum Teil sehr peinlich (vor allem die Gangsterbande, die an Nortons Gang Rache nehmen möchte), das weibliche Trio (die Frauen an Jackie Chans Seite) hat ebenso genervt. Früher kam das nicht so rüber beim Schauen – vielleicht weil ich den Film bisher immer nur Dubbed schaute (in Mandarin).

Die Dialoge empfand ich auch schwachsinnig und der Soundtrack in der Originalfassung ist in der Tat total unspektakulär und öde. Kein Wunder, hat New Line diesen für die Internationale Fassung geändert. Der Soundtrack hatte echt null Biss und somit wirkte das Gezeigte irgendwie sehr billig. 

Gut war, dass der Film kaum Längen hat, es viel Humor à la Jackie Chan gibt und zumindest die Kampfszenen auf der Baustelle waren gut – die einzige Szene, wo echtes Jackie Chan Feeling aufkam und wo die Action überzeugte.

Leider zu wenig! So kann ich den Film nur ultimativen Jackie Chan Fans empfehlen!

PS: Der Film von Sammo Hung, der auch zwei Kurzauftritte hinlegt, wirkte wie eine Lang-Episode der australischen Sammo Hung TV-Serie Martial Law (Mr. Nice Guy wurde z.T. auch in Australien gedreht).

Infos:

O: Yat Goh Ho Yan

HK 1997

R: Sammo Hung

D: Jackie Chan, Richard Norton, Miki Lee, Karen McLymont, Gabrielle Fitzpatrick, Vince Poletto, Barry Otto, Sammo Hung

Laufzeit der US-Blu: 97:21 Min.

Gesehen am: Juni 2006 / Review überarbeitet am: 13.12.19

Fassungen: Für die letzte Sichtung lag mir nebst DVD aus Japan von Warner und der DVD aus Taiwan von Funny die neue US-Blu Ray von Warner Archive vor = zum ersten Mal gibt’s die Uncut Fassung im Originalton und in einer sehr guten Bildqualität. Um Welten besser als bei der DVD aus Taiwan. Dazu gibt es englische Subs. O-Ton = 90% Englisch, 10% Chinesisch. Die Blu-Ray ist Code Free. Ausser dieser Fassung (und den Scheiben aus Japan und Taiwan) ist alles andere zensiert und nicht zu empfehlen! Die Uncut Fassung kommt auch bald in Taiwan und Südkorea auf Blu-Ray raus. Für D ist noch keine Uncut Fassung angekündigt (Stand: Dez. 2019). Nachtrag: die jap. Fassung ist sogar noch länger als die HK-Fassung (aber nur Handlung). Nachtrag 2: die Szene aus der Japan Fassung (schnittberichte.com) ist auf der US-Blu jedoch enthalten = also identisch mit der jap. Fassung.

Freitag, 10. Januar 2020

Maria’s Stomach Review

Japanuary 2020
Maria’s Stomach

Story:

Ein fleischfressendes Monster haust auf Sipang Island. Office Frauen unter der Führung von Akiko (Haruko Sagara) kommen dem Geheimnis auf die Spur: das Monster hat mit dem Verschwinden von Maria und ihrem Ehemann Ejima zu tun, die vor einem Jahr auf ihrem Urlaub in Sipang bei einem Unfall starben…

Meine Meinung:

Maria’s Stomach kam in Thomas Weisser Buch «Japanese Cinema Encyclopedia (Horror – Fantasy – Science Fiction) gut weg, daher der Kauf. Leider hat mir der Film gar nicht gefallen und dem Review von Thomas Weisser wird der Film nicht gerecht. Ich habe in letzter Zeit selten einen so schwachen Film aus Japan gesehen.

Der Film ist einfach nur eins: absolut höhepunktarm, desinteressant, nicht fesselnd, lahm, nervend (der Humor – es handelt sich mehr um eine schwarze Komödie als um echten Horror) und stinklangweilig. Ich musste spulen, da so gut wie nichts passiert.

Nur am Ende gibt es 1-2 Effekte-Szenen, die okay sind – aber das ist viel zu wenig, um zu überzeugen! Die Figuren, leider davon auch Ejima, spielten schlecht und sein Overacting hat sehr genervt. Lahmes Schauspiel. Nur Haruko Sagara war solide. Der Geist (oder Monster oder Zombie) als adipöse, mysteriöse und menschenfressen Gestalt hat an den australischen Film Feed erinnert – nur dort mit deutlich besserem Ergebnis.

Alles in allem wirkt der Film auch sehr billig – egal ob Musik, Schauspielleistung, Settings oder Kameraführung (nichts Spezielles). Maria’s Stomach war im übrigen das Regie-Debüt von Hideyuki Hirayama, dessen bekanntester Film in seiner Filmographie wohl Samurai Resurrection (2003) sein dürfte.

Fazit: Maria’s Stomach ist absolute Zeitverschwendung und nicht zu empfehlen!

Infos:

O: Maria no ibukuro

Japan 1990

R: Hideyuki Hirayama

D: Haruko Sagara, Akira Emoto, Bunjaku Han, Makoto Otake

Laufzeit der jap. DVD: Ca. 100 Min.

Gesehen am: Jan. 2020

Fassungen: Mir lag die DVD aus Japan von Pioneer vor = Uncut, gute Bildqualität (nicht anamorph), O-Ton, keine Subs. Ausserhalb Japans nie veröffentlicht worden (Stand: Jan. 2020).

Freitag, 5. Oktober 2018

Carnosaur Review


Horroktober 2018 Spezial
Carnosaur

Story:

Durch einen Virus, erschaffen von der brillanten aber auch verrückten Dr. Jane Tirtree (Diane Ladd), werden Frauen, schwanger – aber sie werden keine Kinder auf die Welt setzen, sondern hungrige Dinosaurier welche die Menschheit auslöschen sollen. Ein Nachtwächter (Raphael Sbarge) versucht die Pläne von Dr. Jane zu durchkreuzen…

Meine Meinung:

Carnosaur hat mir schon in Jugendjahren gut gefallen. Als Kind mochte ich Dinosaurier, guckte diesbezüglich Zeichentrickfilme, kaufte Magazine etc. Nach dem Hit Jurassic Park schickte Produzent Roger Corman im gleichen Jahr Carnosaur auf den Markt – zwar ein B-Tierhorrorfilm, aber es langte trotzdem für zwei Fortsetzungen (1995 und 1996) und 2001 erschien eine inoffizielle Fortsetzung mit Raptor, der auch von Roger Corman produziert wurde und der auch Szenen aus der Carnosaur Trilogie benutzt hat.

Mir haben die Filme schon in Jugendjahren zugesagt. Ich mochte den Trash-Gehalt, die blutigen Effekte, die Dinosaurier und die Tatsache, dass es hier action- und horrorbetonter zu Werke geht als in Jurassic Park. Der Film ist kurzweilig und die Geschichte, egal wie unlogisch sie sein mag, kann sogar als sozialkritisch bezeichnet werden. Und das düstere Ende stimmte für mich auch. Dazu fand ich den männlichen Hauptdarsteller sympathisch und einzelne Szenen fand ich herrlich amüsant (als die Angeketteten "Weltverbesserer" von den Dinos gefressen werden, köstlich!).

Zwar gibt es all die Klischees, die das Genre hergibt (Mad Scientist, Säuberungen durch das Militär…), doch das tut dem Spass keinen Abbruch. Die Dinosaurier Effekte beschränken sich auf Puppen, Modelle, Menschen in Gummikostümen etc. Am grossen T-Rex arbeitete eine externe Firma mehrere Wochen lang (also länger als man für den kompletten Dreh des Filmes hatte). Dazu kam eine ganze Rehe weiterer Puppen-Effekte (frisch geschlüpftes Dino-Baby, Dino-Baby unter Mikroskop etc.). Das waren Effekte genau nach meinem Geschmack.

Weiterhin ist der Film sehr blutig geworden – da verlieren Menschen schon Mal ihre Gliedmassen oder ihre Innereien werden aus der Bauchhöhle gerissen und gefressen. Zum Teil, je nach Dino, sind die Szenen auch gut gefilmt, damit billige Effekte möglichst gut kaschiert werden. Der Blutgehalt ist nicht von schlechten Eltern. Die Effekte stammen u.a. von John Carl Buechler (machte Effekte für Filme wie To Die For, Mausoleum, Halloween 4 – The Return of Michael Myers) und sind genau nach meinem Geschmack, billig und als solche zu erkennen hin oder her.

Fazit: Besser als Jurassic Park und für Tierhorror/Dino/Trash-Fans zu empfehlen! 

Gefolgt von: Carnosaur 2

Infos:

O: Carnosaur

USA 1993

R: Adam Simon, Darren Moloney

D: Diane Ladd, Raphael Sbarge, Jennifer Runyon, Harrison Page, Ned Bellamy, Clint Howard

Laufzeit der US-DVD: 82:51 Min.

Gesehen am: Jugendzeit / Review überarbeitet: 05.10.18

Fassungen: Mir lag die US-DVD von New Horizons vor (Box mit allen drei Teilen) und die DVD aus Japan unter dem Titel Dinosaur Crisis von MAG Net / Pioneer. US-DVD = Uncut, gute Bild- und Tonqualität, O-Ton, keine englischen Subs. In Deutschland von diversen Anbietern Uncut auf DVD zu haben, aber ohne O-Ton. Eine Blu-Ray scheint es weltweit noch nicht zu geben (Stand: Okt. 2018).