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Dienstag, 7. Juli 2026

Hen

NIFFF 2026 Spezial

 

Hen

Story:

Dawid (Stian Bam) finden in der südafrikanischen Einöde die Überbleibsel eines Massakers vor. Er vergräbt die Opfer und findet in einer Truhe eingesperrt einen stark eingeschüchterten, verletzen und verwilderten Jungen, der sich später als Lukas (Dawian van der Westhuizen) vorstellt. Dawid nimmt den Jungen zu sich nach Hause. Dawid und seine Ehefrau (Amalia Uys) beschliessen, den Jungen bei sich aufzunehmen…

Meine Meinung:

Hen stellt am diesjährigen NIFFF den bisher besten und interessantesten Film dar. Ich wusste praktisch gar nichts, als ich Hen gebucht habe. Es handelt sich um einen südafrikanischen Film von Nico Scheepers. Ein Regie-Debüt. Dieses darf als gelungen bezeichnet werden. Der Film, der komplett in s/w Bilder gedreht wurde (stark, was für Bilder uns hier präsentiert werden!), ist ein Mix aus Arthouse, Horror (hier und da fällt in anderen Berichten auch das Wort Folkhorror) und ein Slowburner.

Hen bietet von Anfang an fantastische Bilder. Die Kameraführung ist ein Genuss. Die Isolation des Landes und später auf der Farm werden wunderbar stimmungsvoll eingefangen. Der Film ist für einen Slowburner sehr langsam in seiner Entwicklung. Es fallen lange keine Dialoge, und ich musste etwas gegen die Müdigkeit ankämpfen, da zu bequeme Kinositze, über 30 Grad und ich war müde. Aber nach und nach fesselte mich der Plot mit dem Verlauf der Handlung. Natürlich kann der Zuschauer einige Sachen vorhersehen. Ansonsten sei gesagt, dass es viel Tierleid zu sehen gibt. Wer damit ein Problem hat, sollte Hen ggf. meiden.

Was die Hintergründe und Hintergedanken des Regisseurs sind, ist mir nicht bekannt. Die NIFFF Vorstellerin sprach von der Kolonisierung (falls ich das korrekt verstanden habe). Aber eigentlich hatte der Film damit nicht wirklich was zu tun, fand ich. Das ist auch gut so. Manchmal ist es besser, wie à la Backrooms, am Ende keine klaren Antworten zu bekommen. So macht später auch eine neue Sichtung Spass und/oder man geniesst einfach die Bilder und das Schauspiel. Und letzteres war absolut herausragend. Stian Bam und Amalia Uys waren in ihren Rollen überzeugen und Dawian van der Westhuizen spielt den kleinen Jungen absolut phänomenal.

Fazit: Sehenswertes und nicht uninteressantes Regiedebüt!

Infos:

O: Hen

Südafrika 2025

R: Nico Scheepers

D: Dawian van der Westhuizen, Amalia Ulys, Stian Bam

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 109 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).

Freitag, 15. Mai 2026

Born Under Crossed Stars

 

Born Under Crossed Stars

Story:

Japan in den 20ern:

Jûkichi Suzuki (Ken Yamauchi) ist ehrgeizig und will was werden. Er gerät mit seinem Vater in Konflikt und später sind es zwei Frauen, die ihm den Kopf verdrehen. Taneko (Yumiko Nogaw) ist modern, frech und charmant. Suzuko (Masako Izumi) ist traditionell und altmodisch veranlagt. Nach und nach gerät Jûkichis Leben aus den Fugen und er kämpft gegen seine eigenen Prinzipien an…

Meine Meinung:

Mit Born Under Crossed Stars habe ich Arrow Videos Edition Seijun Suzuki the Early Years Vol. 1 endlich beendet. Und ich muss sagen, dass der Kauf für mich ein Fehlkauf darstellt. Die Frühwerke von Seijun Suzuki (The Boy Who Came Back, The Wind-of-Youth Group Crosses the Mountain Pass, Teenage Yakuza sowie The Incorrigible) sind, zur Liebe zu den späten Klassikern (Detective Bureau 2-3: Go to Hell Bastards!, Branded to Kill, Tokyo Drifter, Youth of the Beast) des Regisseurs, nicht meine Kragenweite. Definitiv nicht.

Es sind vielleicht zwei ganze Filme aus dem Set, die leicht besser sind (Teenage Yakuza und The Incorrigible), aber dennoch von Must See Titeln weit entfernt sind. Und den Rest kann man knicken. Born Under Crossed Stars wartet teilweise mit dem gleichen Cast aus The Incorrigible auf. Letzterer war aber besser. Born Under Crossed Stars ist zwar gut gespielt und optisch schick, aber der Inhalt fesselt wenig. Der Film war mir auch viel zu lustig. Das hätte ich nicht erwartet und war störend. So muss man um die Figuren nie Angst haben und der Film, der Coming of Age und New Wave Vibes beinhaltet, wirkt dadurch zu wenig dramatisch. Die komischen und lustigen Momente haben hier definitiv gestört.

Was den Cast angeht, macht vor allem Yumiko Nogaw eine gute Figur. Sie spielte auch in späteren Filmen von Seijun Suzuki mit (Gate of Flesh sowie Story of a Prostitute) und war auch abgesehen davon in vielen Genre-Filmen zu sehen (Hokuriku Proxy War, Killer’s Mission). Ken Yamauchi war aufgrund des Overacting wenig überzeugend. Er konnte danach auch nicht wirklich auf eine bekannte Filmographie zurückblicken. Masako Izumi (Haunted Samurai) war solide, aber bliebt im Schatten von Yumiko Nogaw. Alles in allem machten die Schauspieler ihre Sache solide.

Fazit: Kein Must Have Titel, auch nicht für Fans von Seijun Suzuki!

Infos:

O: Akutarôden: Waruihoshi no Shita Demo

Japan 1965

R: Seijun Suzuki

D: Ken Yamauchi, Masako Izumi, Yumiko Nogaw, Jun Tatara, Kotoe Hatsui, Masahiko Tanimura, Masao Mishima

Laufzeit der UK-Blu: 96:52 Min.

Gesehen am: 15.05.26

Fassungen: Gesehen via UK-Blu-Ray von Arrow Video (Seijun Suzuki the Early Years Vol. 1) = Hervorragende Bild- und Tonqualität, fünf Filme und Booklet in einem Set (jeweils auf DVD und Blu-Ray), in Japanisch mit englischen Subs. Born Under Crossed Stars ist zensiert (Hahnenkämpfe). Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Mai 2026).

Mittwoch, 29. April 2026

Libido

Libido

Story:

Christian Coreau (Giancarlo Giannini) ist ein traumatisierter junger Mann, seit er als Kind mit ansehen musste, wie sein kranker Vater seiner Mutter während einer S/M-Session umgebracht hat um sich danach selbst das Leben zu nehmen. Um sein Trauma bewältigen zu können, macht sich Christian zusammen mit seiner Ehefrau, seinem Anwalt und dessen Frau auf den Weg, den Ort des Schreckens zu besuchen. Keine gute Idee…

Meine Meinung:

Libido ist ein s/w-Gothic-Mystery-Thriller, der auch als Giallo betitelt wird. Der Film erinnert an spätere Werke aus Italien mit Carroll Baker (A Quiet Place to Kill, Knife of Ice, The Fourth Victim) und stammt von den Regisseuren Ernesto Gastaldi sowie Vittorio Salerno (Die grausamen Drei, Betrachten wir die Angelegenheit als abgeschlossen). Die Mitte der 60er Jahre Produktion ist zwar durchaus solide, bringt dem Genre aber nichts Neues.

Der Film punktet vor allem durch seine Optik und die Bilder. Die wurden stimmungsvoll und stark eingefangen. Der Film ist solide gespielt. Die vier Hauptfiguren werden von Luciano Pigozzi (Zombi 3, Seven Deaths in the Cat’s Eye, The Last Hunter), Giancarlo Giannini (der es sogar nach Hollywood geschafft hat), Dominique Boschero sowie Mara Maryl. Letztere, das «blonde Gift», bringt leider unnötigen Klamauk und Slapstick in den Film, so dass selbst ihre Szenen wenig erotisch wirken. Der Humor wirkt unpassend.

Der Film ist allgemein sehr konservativ und harmlos. Effekte, Blut oder Sex dürfen nicht erwartet werden. Das Drehbuch überzeugt nicht und es gibt am Anfang und Mittelteil viel zu viele Längen. Und wenn am Ende das Tempo erhöht wird, ist der Film kurze Zeit später schon vorbei. Die Musik war unspektakulär. Das fiese Ende war ganz okay und nett, aber rettet den Film nicht. Für mich war der Film zu alt, zu unspektakulär und zu langweilig.

Fazit: Kein Film für die Sammlung!

Infos:

O: Libido

Italien 1965

R: Ernesto Gastaldi, Vittorio Salerno

D: Giancarlo Giannini, Dominique Boschero, Luciano Pigozzi, Mara Maryl

Laufzeit der US-Blu: Ca. 90 Min.

Gesehen am: 29.04.26

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Severin Films vor = Schuber, Englisch/Ital. Audio mit englischen Subs und als Extras gibt es u.a. ein Interview mit Regisseur Ernesto Gastaldi. Die Bild- und Tonqualität sind fantastisch. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: April 2026).

Samstag, 25. April 2026

Häxan

Brugggore Filmfestival 2026 Spezial

Häxan

Inhalt inklusive meiner Meinung (Brugggore Filmfestival 2026 Version):

Bei Häxan handelt es sich um einen 20er Jahre Stummfilmklassiker aus Schweden/Dänemark. Der Film war dazumal eine der teuersten skandinavischen Filme aller Zeiten, der in vielen Ländern mit Zensurauflagen und Verboten zu kämpfen hatte. Der Film ist kein Spielfilm, sondern gibt sich als (fiktive) Dokumentation über Hexen. Präsentiert wird der Inhalt in sieben Kapiteln. Die Musik, für diese am Brugggore Filmfestival aufgeführte Version, steuerte die Musikerin Anna Murphy bei.

Wie bei vielen anderen Stummfilmen ist die Originalmusik nicht mehr vorhanden (die Filme wurden ohne Ton gedreht). Und wie bei vielen anderen Stummfilmen wurde die Originalversion erst spät entdeckt, was zur Folge hat, dass es zig Schnittfassungen mit unterschiedlichen Kommentaren, Laufzeiten und Musikbeilagen gibt. Die US-Version namens Witchcraft Through the Ages wurde z.B. von Autor William S. Burroughs (Naked Lunch) kommentiert.

Ich bin kein allzu grosser Fan von Stummfilmen. Aber als ich den Trailer zu Häxan sah, überlegte ich mir einen Blindkauf des Tickets, da eben auch interessant da Live-Musik-Vertonung zum Film. Der Trailer zeigte zu 90% nur Effekte: Make-Up-Masken, Teufel, Darstellungen der Höllen, Hexen-Settings. Und dazu wunderschöne, stimmungsvolle und düstere Bilder. Das war der ausschlaggebende Grund, warum ich das Ticket gekauft habe. Die Vorstellung, die scheinbar ausgebucht war, war sehenswert. Häxan war nebst Higuma!! The Killer Bear der bisher beste Film am diesjährigen Filmfestival.

Der Film kommt in der Tat wie eine Doku daher. Die ersten sechs Kapitel waren die besten. Ich liebe Darstellungen der Hölle und solche alten Bilder und Zeichnungen. Davon gab es jede Menge zu sehen und der Zuschauer wird mit echten Hintergrundinfos zur Hexenzeit gefüttert. Damit und mit den charmanten, coolen und starken Effekten und Höllen- und Teufel-Darstellungen hatte mich der Film schnell gewonnen. Auch als echte Darsteller ins Spiel kommen, wird Häxan nicht uninteressanter. Für mich spielen sie nur das wieder, was zuvor theoretisch erklärt wurde. Das Ganze hat für mich keinen echten Spielfilmcharakter und ich denke der dokumentarische Inszenierungsstil half, dass mir Häxan so gut gefiel.

Die Effekte, Kostüme, Settings und Requisiten sind der Wahnsinn, vor allem wenn man bedenkt, dass der Film schon über 100 Jahre alt ist. Unglaublich. Die Darsteller sind eher Beilagen und nicht wirklich der Rede wert. Das letzte Kapitel war vielleicht das schwächte, weil dazumal in der Gegenwart erzählend (über die hysterische Frau und Wahrsagerinnen etc.). Das war auch das kürzeste Kapitel. Ich weiss nicht ob dort durch das Festival ggf. Straffungen vorgenommen wurden, aber gut möglich da weniger interessant als die vorherigen Hexen-Inhalte.

Fazit: Zu Recht ein grosser Klassiker, der es auch auf meine Wunschliste schafft!

Infos:

O: Häxan

Schweden, Dänemark 1922

R: Benjamin Christensen

D: Maren Pedersen, Clara Pontoppidan, Elith Pio, Oscar Stribolt

Laufzeit der Brugggore Filmfestival Version: Ca. 96 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2026

Fassungen: Gesehen am Brugggore Filmfestival mit deutschen Untertiteln und Live-Musik von Anna Murphy (= Musikerin und Tontechnikerin). Zu Grunde lag der Print von The Criterion Collection, wobei die Festivalveranstalter zwei längere Passagen zu Straffungszwecken entfernt haben. Die Straffungen fielen nicht auf und die Bildqualität war fantastisch. Wer eine Blu-Ray möchte, wird in England (Radiance Films) oder den USA (The Criterion Collection) fündig. Dort sind unterschiedliche Film- und Vertonungen zum Film vorhanden. In Deutschland gibt es keine Heim-Medium Fassung. Der Film lief im Free-TV (u.a. Deutsch eingesprochen aber zensiert = 79 Minuten) und kann gestreamt werden (Englische Subs).

Mittwoch, 4. März 2026

November

 

November

Story:

Estland im 19. Jahrhundert, im November und zu Zeiten der Pestgefahr:

Für das einfache Volk, Bauern und Dorfbewohner sind es schwere Zeiten. Zwar helfen die Kratts bei der Arbeit, doch nicht selten verlieren Menschen ihre Seele, um mit dem Teufel zu Geschäften und sich Vorteile zu erhoffen. Liina (Rea Lest) verliebt sich in Hans (Jörgen Liik). Dieser hat jedoch nur Augen für die Tochter (Jette Loona Hermanis) des Barons (Dieter Laser). Da beschliesst es Liina mit einem Zauber…

Meine Meinung:

November, in wunderschönen Schwarzweiss-Bildern gedreht, basiert auf dem Roman Der Scheunenvogt (Rehepapp ehk November) von Andrus Kivirähk. Einem Roman, der als unverfilmbar galt. Den Film, den ich via Severin Films Box All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2 sah, ist ein Mix aus Romann-Verfilmung, Folklore, Märchen und Arthouse-Film. Ob der Roman 1:1 übernommen und verfilmt wurde, weiss ich nicht, da ich diesen nicht kenne.

Regisseur Rainer Sarnet hatte die Idee zum Film bereits im Jahr 2005. Es dauert jedoch bis 2014, ehe der den Film drehen konnte (innerhalb von 60 Tagen zwischen 2014-2016). Ich sah mir den Film ohne jegliches Vorwissen an. Optisch sind die Bilder ein Genuss und zuweilen sehr stimmungsvoll. Absolut zum Geniessen. Der Fantasy- und Märchen-Anteil ist ebenfalls sehr hoch. Ich hätte gerne etwas mehr von den Kratt gesehen. Die Kratt sind die «Kreaturen», die in der estnischen Folklore aus Gegenständen zusammengebaut und dann dank einer Seele Leben eingehaucht bekommen. Diese könnten direkt (optisch) aus einem Horrorfilm stammen.

Es geht jedoch primär nicht um die Kratt. Inhaltlich könnte ich fast von einem Style over Substance Faktor sprechen. Mit einer Laufzeit von fast 120 Minuten war mir der Film jedoch zu lang, der Plot zu dünn, der Humor unpassend und die Figuren und deren Schicksale (eine tragische Love-Story gibt es obendrein) uninteressant. Das ist schade. Die Dramatik und Tragik färben nicht auf den Zuschauer ab, da die Figuren einem nichts an Herz wachsen, auch wenn ich das Ende, da kein Happy End, doch mochte. The Human Centipede Star Dieter Laser ist hier in einer kleinen Nebenrolle und übrigens in seiner letzten Rolle zu sehen, bevor er kurze Zeit später starb.

Fazit: Optisch toll, sonst weniger mein Fall.

Infos:

O: November

Estland, Polen, Holland 2017

R: Rainer Sarnet

D: Jörgen Liik, Dieter Laser, Katariina Unt, Rea Lest, Mari Abel, Arvo Kukumägi, Jaan Tooming, Jette Loona Hermanis

Laufzeit der US-Blu-Ray: Ca. 119 Min.

Gesehen am: 04.03.26

Fassungen: Gesehen als US-Blu-Ray von Severin Films (All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2) = Hervorragende Bild- und Tonqualität, Uncut, O-Ton und englische Subs vorhanden. Gibt es in Deutschland auf Blu-Ray von donau film / ALIVE (Uncut, Deutsch/Estnisch mit deutschen Subs).

Freitag, 20. Februar 2026

Prince of Space

 

Prince of Space

Story:

Ein Alien namens Ambassador Phantom (Joji Oka) warnt die Menschheit via Botschaft vor, dass sein Auftauchen bald bevorsteht. Ambassador Phantom will ein wichtiges Dokument in seinen Besitz bringen. Als das Raumschiff landet, hat die örtliche Polizei keine Chance. Plötzlich taucht ein unbekannter Held (Tatsuo Umemiya) auf, der den Kampf gegen das Alien aufnimmt…

Meine Meinung:

Aka Planet Prince. Erst nach der Sichtung las ich, dass es sich bei Prince of Space um den ersten von Toei produzierten Spielfilm handelt, der den gleichen Namen trägt, wie die 49 Episoden lange TV-Serie, auf der der Film basiert. Leider liegt im Set von Shout Factory (= Classic Tokusatsu Collection) nur der erste Film vor, was etwas schade ist. Die TV-Serie interessiert mich und landet auf der Wunschliste. Mal schauen ob es davon eine Komplette-LD-Box oder eine Gesamtbox auf DVD oder Blu-Ray gibt. Ich sah zumindest Bilder, die Monster beinhalten, welche so im Film nicht vorgekommen sind. Auch das Outfit der Figuren (des Helden oder des Hauptbösewichts) soll für den Film leicht verändert worden sein.

Um ehrlich zu sein habe ich von Prince of Space nicht viel erwartet, nachdem mir der letzte Film aus dem Set, den ich sah (Invasion of the Neptune Men), nicht wirklich sonderlich gut gefallen hat. Ich wurde jedoch gut und kurzweilig unterhalten. Das lag sicher auch an der kurzen Laufzeit von nur 57 Minuten. Aber ich fand, dass der Film nur wenig Längen hatte. Die Kinder kommen gar nicht so oft vor und nerven wenig. Die s/w-Bilder machten optisch einiges her und mit simplen Kameraeinstellungen wirkten die Effekte aufwändiger, als sie vielleicht waren. Auch die Tongeräusche knallen schön rein und ich hatte an den Effekten, Raumschiffen und Kämpfen zwischen dem Helden und dem Alien Freude.

Tatsuo Umemiya spielt den Helden solide. Er war in unzähligen Filmen zu sehen. Vor allem die Filme mit Kinji Fukasaku scheinen es ihm angetan zu haben. So wirkte er z.B. in Yakuza Graveyard, Cops vs. Thugs, Graveyard of Honor oder Battles Without Honor and Humanity: Proxy War mit. Joji Oka spielt den Bösewicht und auch er macht seine Sache solide. Ansonsten gibt es keine grösseren Hauptfiguren. Der Plot schreitet zielstrebig seinem zum Teil offenen Ende entgegen. Die Musik passt. Der Film wurde für ein kindliches Publikum entwickelt. Dementsprechend fällt die Musik aus und der Film ist auch harmlos. Die Effekte haben jedoch Charme.

Fazit: Fans von jap. Sci-Fi Serien und Filmen können einen Blick riskieren!  

Gefolgt von: Planet Prince - The Terrifying Spaceship

Infos:

O: Yusei oji

Japan 1959

R: Eijirō Wakabayashi

D: Tatsuo Umemiya, Ushio Skashi, Joji Oka, Hiroko Mine, Takashi Kanda

Laufzeit der US-Blu: Ca. 57 Min.

Gesehen am: 20.02.26

Fassungen: Bei der US-Blu-Ray namens Prince of Space handelt es sich lediglich um den ersten von Toei produzierten Spielfilm, der auf der gleichnamigen 49 Episoden langen TV-Serie basiert. Die Blu-Ray stammt von Shout Factory und wurde in der Classic Tokusatsu Collection veröffentlicht. Im Gegensatz zu früheren US-Releases (z.B. die Dark Sky Films Version) handelt es sich um die echte japanische Fassung = Uncut, jap. O-Ton, englische Subs. Die Bild- und Tonqualität sind sehr gut. Der 2. Spielfilm scheint es ausserhalb Japans mit englischen Subs nicht zu geben. Schade. Mal schauen, in welcher Form die TV-Serie veröffentlicht wurde. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Feb. 2026).

Freitag, 16. Januar 2026

Underworld Beauty

Japanuary 2026

Underworld Beauty

Story:

Dieb Miyamoto (Michitarô Mizushima) hat es nach seiner Gefängnisstrafe auf Diamanten abgesehen, die er vor seiner Verhaftung versteckt hat. Zudem will er Mihara (Tôru Abe), der beim damaligen Raub verletzt wurde, helfen. Doch Yakuza Boss Ôyane (Shinsuke Ashida), der die Diamanten für sich haben will, spielt ein doppeltes Spiel mit Miyamoto und Mihara. Daraus resultiert Miharas Tod. Miyamoto plant zusammen mit Miharas Schwester (Mari Shiraki) die Diamanten zurückzuholen…

Meine Meinung:

Underworld Beauty ist ein Frühwerk von Seijun Suzuki (The Incorrigible, Teenage Yakuza, Story of a Prostitute), der später einige Kracher wie Tokyo Drifter, Branded to Kill, Youth of the Beast und Detective Bureau 2-3: Go to Hell, Bastards! inklusive Arthouse Filme wie Yumeji und Co. auf die Leinwand gezaubert hat. Underworld Beauty ist ein in s/w gedrehter Ende der 50er Jahre Streifen und gehört zum Sub-Genre Japanese Film Noir mit Figuren aus der Gangster- und Yakuza (Unter)Welt.

Leider hat mir Underworld Beauty nicht sonderlich gefallen, so dass der Yakuza-Streifen nicht in meine Filmsammlung integriert wird. Der Film war mir schlicht zu alt und zu harmlos. Die Inszenierung wirkte auf mich angestaubt, hölzern und öde. Der Film war schlicht und ergreifend einfach langweilig. Dazu gehörte auch die Musik, die mir nicht gefiel. Die war auch lahm und eher nervend. Auch der Cast konnte mich grösstenteils nicht überzeugend. Mit Abstrichen gefällt Mari Shiraki, die aber von einem schwachen Drehbuch ausgebremst wird.

Der Film hat praktisch keine Action-Szenen. Im Finale gibt es ansatzweise so was wie eine Schiesserei zu sehen. Aber auch diese kann den Film nicht besser machen. Allgemein sind die s/w Bilder schick anzusehen und z.T. stimmungsvoll eingefangen worden. Die Optik und Kameraeinstellungen lassen das Talent, welches Seijun Suzuki später einen Karriereschub vollbringen sollten, hier und da aufblitzen. Alles in allem kann ich den Film jedoch nur Hardcore Seijun Suzuki-Fans empfehlen.

Infos:

O: Ankokugai no bijo

Japan 1958

R: Seijun Suzuki

D: Michitarô Mizushima, Mari Shiraki, Tôru Abe, Shinsuke Ashida

Laufzeit der UK-Blu: 87:09 Min.

Gesehen am: Jan. 2026

Fassungen: Mir lag die UK-Blu-Ray von Radiance vor = Wendecover, Booklet, Uncut, O-Ton mit englischen Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Als Extras gibt es u.a. einen Kurzfilm von Seijun Suzuki. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2026).

Mittwoch, 14. Januar 2026

Wolves, Pigs and Men

Japanuary 2026

Wolves, Pigs and Men

Story:

Jiro (Ken Takakura), ein Yakuza-Mitglied, wird nach drei Jahren aus dem Gefängnis entlassen. Das passt dem Iwasaki Clan nicht. Diese wollen Jiro aus der Stadt wissen und beauftragen Jiros älteren Bruder Kuroki (Rentaro Mikuni), sich darum zu kümmern. Doch als Jiro und ein Kumpel (Shinjirō Ehara) zusammen mit Jiros jüngerem Bruder Sabu (Kinya Kitaoji) eine Geld- und Drogenlieferung des Iwasaki Clan stehlen und sich danach gegenseitig betrügen, sorgt dies für eine Spirale aus Gewalt und Tod…

Meine Meinung:

Wolves, Pigs and Men ist ein Frühwerk des späteren Meister-Regisseurs Kinji Fukasaku (Samurai Reincarnation, Battle Royale, The Green Slime). Ein in s/w gedrehter Yakuza-Film der die Genres Yakuza, Action und Drama miteinander verbindet. Der Film erinnerte mich z.T. an spätere Filme von Quentin Tarantino (vor allem an Reservoir Dogs). Letzterer war ein bekennender Fan von Kinji Fukasaku und Quentin Tarantino war bekannt dafür, sich von seinen Lieblingsfilmen- und Regisseuren inspirieren zu lassen. Wolves, Pigs and Men ist dabei aber kein Kracher, aber die Qualität, die Kinji Fukasaku in späteren Produktionen aufzeigen sollte, sind dennoch spür- und erkennbar.

Was mir am Film am meisten gestört hat d.h. nicht gefiel war einerseits die Musik inklusive musikalische Gesangsszenen sowie in einzelnen Szenen der Humor und Klamauk. Das wirkte peinlich und unpassend, aber passte zum Zeitgeist der Produktion (Halbstarke, Rock-’n’-Roll-Ära). Nebst Jazz bin ich kein Fan von Saxophon-Klängen und leider gibt es hier solche zu hören. Der Plot und seine Szenen sind z.T. etwas repetitiv (die Folter-Szenen). Und einige der Nebendarsteller agierten leicht laienhaft (die erste Sterbeszene von Sabus Kumpel).

Abgesehen davon war ich auch positiv überrascht, wie viel Tiefe der Plot, die Hauptcharaktere und die Dramatik bekommen. Das hatte schon fast Heroic Bloodshed Vibes und die Brüder auf beiden Seiten zu sehen, erinnerte mich an John Woos Filme A Better Tomorrow 1 + 2. Auch dort trugen die Protagonisten Sonnenbrillen, um cool zu wirken. So auch in Wolves, Pigs and Men. Seine stärksten Momente hat der Film in seinem nihilistischen Ende. Etwas, was auch in späteren Filmen von Kinji Fukasaku immer wieder zu sehen sein würde.

Beim Cast haben mich die Hauptdarsteller am meisten überzeugt. Ken Takakura (A Fugitive from the Past), Rentaro Mikuni (The Fugitive Samurai) sowie Kinya Kitaoji (Battles Without Honor and Humanity: Deadly Fight in Hiroshima) haben ihre Sache sehr ordentlich und glaubhaft verkörpert. Shinjirō Ehara (Outlaw: Kill!, Invasion of the Neptune Men), der Jiros Komplize mimt, spielte auch überzeugend. Der Rest fällt leicht bis deutlich ab. Teilweise gab es auch Momente, die fast an einen Western erinnert haben. Tierfreunde werden in einer Sequenz schlucken, wenn Hunde verängstigt durch die Müllberge gescheucht werden.

Fazit: Lässt das Talent von Kinji Fukasaku aufblitzen, ist aber noch kein Must Have Titel aus seiner Filmographie.

Infos:

O: Ôkami to buta to ningen

Japan 1964

R: Kinji Fukasaku

D: Ken Takakura, Shinjiro Ehara, Kinya Kitaoji, Rentaro Mikuni

Laufzeit der US-Blu: Ca. 95 Min.

Gesehen am: Jan. 2026

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Film Movement vor = zwei Filme in einem Set, Schuber, Booklet, New 2K Restorations, Uncut, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität. Es gibt als Extras Interviews mit Beteiligten der Produktion. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2026).

Mittwoch, 7. Januar 2026

Love & Crime

Japanuary 2026

Love & Crime

Story:

Ein Forensiker (Teruo Yoshida) untersucht den Leichnam seiner Frau. Danach erzählt er dem Zuschauer vier True-Crime Vorfälle, die Japan erschüttert haben und in deren Zentrum Frauen standen:

The Toyokaku Inn Incident:

1957: Kunie Munakata (Rika Fujie) will um jeden Preis ein Hotel besitzen, koste es was es wolle. Sie stellt sogar ihren Liebhaber (Takashi Fujiki) ein, um ihrem Ziel näher zu kommen. Dafür geht sie auch über Leichen…

The Abe Sada Incident:

Teruo Yoshida führt mit Sada Abe, die ihrem Lover den Penis abschnitt, auf einer Brücke in Tokyo ein Interview. Danach erzählt der Film zwei kurze Geschichten über zwei Männer (Toru Yuri und Akira Oizumi), die von ihren Frauen (Asano Kanamori) die Penisse abgeschnitten bekommen haben.

The Kodaira Incident:

Während dem 2. Weltkrieg geht ein Vergewaltiger und Serienmörder (Asao Koike) um…

Oden Takahashi:

1879: Takahashi Oden (Teruko Yumi) wird für einen Mord zum Tod durch Enthauptung verurteilt…

Meine Meinung:

Als ich den Film im Nov. 2006 sah, vor 20 Jahren, lag mir nur eine Japanisch gesprochene Fassung ohne (englische) Untertitel vor. Für den Inhalt von Love & Crime, der eine Rahmenhandlung und dazu vier True Crime Verfilmungen erzählt, sind verständliche Untertitel wichtig. Ansonsten ist das Sehvergnügen definitiv eingeschränkt und wirr. Erst 88 Films haben dem Film im Januar 2025 eine offizielle Vö mit englischen Untertiteln spendiert.

Der Film von Teruo Ishii (Yakuza Law, Bohachi Bushido: Code of the Forgotten Eight, Japanese Hell) gehört zur Tokugawa-Reihe. Ich würde meinen, dass der Film zusammen mit Yakuza Law, ebenfalls ein Episodenfilm, zu den weniger sehenswerten Beiträgen in der Reihe gehört. Der Film kommt nur knapp in die Sammlung. Im Vergleich zu anderen Beiträgen der Reihe (Shoguns Joy of Torture, Oxen Split Torturing) geht es in Love & Crime harmloser zu. Inhaltlich geht es um Frauen, die Opfer begehen oder zu Opfern werden.

Der Einstieg in den Film war etwas «cheesy», mit dem «Pathologen», dem plötzlich seine eigene Frau auf dem Seziertisch liegt und der danach anhand True Crime Fällen herausfinden will, wie es so weit kommen konnte. Die erste Episode war fast die beste. Solider Mix aus etwas Sex, Sleaze, blutigen Momenten und optisch gelungenen Szenen (wie sie ihren Lover am Ende absticht und das Feuer). Danach wird es bizarr, als der Film die echte Abe Sada präsentiert und sie einige Dinge erzählt. Danach folgen zwei Kurzgeschichten über Männer, die von ihren Frauen entmannt werden.

The Kodaira Incident, die Episode die nur in s/w gefilmt wurde, erinnert leicht an den Shaw Brothers Film The Criminals 5 – The Teenager’s Nightmare und dessen zweite Episode The Teenager’s Nightmare. Dreckig und schmuddelig geht es zu, wenn der Vergewaltiger am Ende das junge Mädchen tötet. Das ist inhaltlich vielleicht die härteste Episode. Die letzte war eher kurz, aber gefiel vor allem optisch. Und es gab einige tolle Make-Up Effekte (das entstellte Gesicht). Die Enthauptung vor verschneiter Kulisse und in Zeitlupe wurde optisch wunderschön inszeniert. Das können die Japaner einfach.

Fazit: Wer keine Ansprüche hat und True Crime Inhalte mit etwas Sex, Blut und Sleaze mag, kann einen Blick riskieren.

Gefolgt von: Orgies of Edo

Infos:

O: Meiji · Taishô · Shôwa: Ryôki onna hanzaishi

Japan 1969

R: Teruo Ishii

D: Rika Fujie, Takashi Fujiki, Teruo Yoshida, Toru Yuri, Akira Oizumi, Abe Sada, Asano Kanamori, Asao Koike, Teruko Yumi

Laufzeit der UK-Blu-Ray: 92:18 Min.

Gesehen am: Nov. 2006 / Neusichtung: Jan. 2026

Fassungen: Ich sah den Film vor 20 Jahren als japanische DVD ohne verständliche Untertitel. Später kamen die Franzosen mit ihrer Vö = noch immer (für mich) ohne verständliche Untertitel. Erst 88 Films schaffte mit ihrer UK-Blu-Ray Vö Abhilfe. Für die Neusichtung lag die UK-Blu Ray vor = Wendecover, Booklet, DVD & Blu-Ray zum Film, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität sowie Uncut. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2026).

Freitag, 2. Januar 2026

Invasion of the Neptune Men

Japanuary 2026

Invasion of the Neptune Men

Story:

Aliens vom Neptun wollen die Erde übernehmen. Eine Gruppe von Kindern und ein maskierter Superheld (Sonny Chiba) stellen sich den Aliens entgegen…

Meine Meinung:

Invasion of the Neptune Men ist ein wenig sehenswerter Sci-Fi Streifen aus Japan. Der s/w Film aus dem Jahr 1961 wartet mit einem sehr jungen Sonny Chiba (Wolf Guy, Return of the Street Fighter, Kill Bill: Vol. 1) als eine der erwachsenen Hauptrollen auf. In einem Review las ich sogar, dass das sein Debüt als Schauspieler gewesen sein soll. Er spielt zum einen Wissenschaftler und zum anderen einen maskierten «Superhelden», der den Kampf gegen die Aliens aufnimmt. Die anderen Hauptpersonen sind eine Gruppe von Kindern.

Die Kinder sollen, vor allem in der englischen Sprachfassung, sehr nervend geworden sein. In dieser japanischen Originalfassung sind sie erträglich. Der Film ist aber alles in allem zu billig, zu lahm und zu unspektakulär, um wirklich überzeugen und gefallen zu können. Und dass, obwohl der Film nur knapp 75 Minuten läuft. Es kommt definitiv zu Längen. Da helfen zuerst auch cheesy Effekte nichts (Sonny Chibas Kostüm oder das Aussehen der Aliens).

Der Plot fesselt wenig. So gesehen ist es schon ein Vorteil, dass das US-Label Shout Factory mehrere Filme via diese Collection veröffentlicht hat. Sonst hätte ich sogar von einem Fehlkauf gesprochen. Invasion of the Neptune Men ist leider nur mittelmässig und ist der bisher schlechteste Film, den ich aus dem Set gesehen habe (Dragon Showdown, Watari the Ninja Boy, Ninja Scope, Golden Ninja). Ninja Scope ist noch immer der beste und bisher spassigste Film aus dem Set. Im letzten Viertel hat Invasion of the Neptune Men dank den Zerstörungs- und Actionszenen seine besten Momente.

Fazit: Kein Must See Titel!  

Infos:

O: Uchû Kaisoku-sen

Japan 1961

R: Koji Ota

D: Sonny Chiba, Kappei Matsumoto, Shinjirô Ebara, Mitsue Komiya, Ryuko Minakami

Laufzeit der US-Blu: Ca. 75 Min.

Gesehen am: Jan. 2026

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Shout Factory (Classic Tokusatsu Collection) = Jap. O-Ton, englische Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität, Uncut. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2026).

The Incorrigible

Japanuary 2026

The Incorrigible

Story:

Togo Konno (Ken Yamanouchi) ist ein schwieriger Jugendlicher. Deshalb wird er von seiner Mutter bei einem Bekannten, der in einer anderen Stadt lebt, abgeladen. Sie verlässt ihn danach. Bei dem Bekannten soll er zu etwas werden. Doch auch hier bringt sich Togo in Schwierigkeiten, als er aneckt und/oder sich verliebt…

Meine Meinung:

Im Grossen und Ganzen würde ich heute sagen, dass der Kauf dieser Edition (Seijun Suzuki the Early Years Vol. 1) ein Fehler war. Ich wurde erst 2017 auf Seijun Suzuki aufmerksam. Dank dem NIFFF. Das war ein tolles Jahr, seine besten Filme im Kino entdecken zu dürfen. Und dabei hätte ich es auch bleiben sollen. Die Frühwerke von Seijun Suzuki sind eigentlich, für meinen Geschmack, keine Must See oder Must Have Titel. Das ist auch der Grund, warum ich mich so schwertue, die Filme der Box, anzusehen. Und ich bekam die Box im Feb. 2018.

The Incorrigible ist zwar nach Teenage Yakuza der zweite bessere Titel aus der Box, aber dennoch nichts, was ich eigentlich in der Sammlung stehen haben müsste, um es mal neutral auszudrücken. Die Handlung von The Incorrigible spielt im Jahr 1910. Der Film ist ein Mix aus Drama und Coming of Age. Gangster- oder Yakuza-Settings sucht der Zuschauer fast vergebens. Ich mochte den Mix aus Drama und Coming of Age, auch wenn ich zuerst einen Gangster-Film erwartet hatte.

Der Film ist stark gespielt. Die Darsteller sind mir namentlich nicht bekannt. Lead Ken Yamanouchi spielte zwei Jahre später in Seijun Suzukis Born Under Crossed Stars mit. Das ist der letzte Film aus der Box, den ich mir noch ansehen muss. Ken Yamanouchi hatte seinen filmischen Höhepunkt in den 60ern. Masako Izumi, die die weibliche Rolle spielt, kenne ich u.a. aus dem Samuraifilm Haunted Samurai. Beide harmonieren gut in dem Film. Es knistert richtig und eigentlich wünscht man beiden ein Happy End. Aber das es anders kommt, war fast zu erwarten (was ich aber auch mochte).

Und was Asao Sano (Cops vs. Thugs) angeht, den sah man später noch in weiteren Filmen von Seijun Suzuki = Kagero-za, Fighting Elegy oder Detective Bureau 2-3: Go to Hell, Bastards!. Die Darsteller machen ihre Sache ordentlich, auch unter der Berücksichtigung ihres z.T. jungen Alters. Der Film ist optisch schön gefilmt und die Schwarzweissbilder sind stimmungsvoll. Die Settings wie auch die Kostüme wirken authentisch. Eine gewisse Naivität der Figuren und/oder Vorhersehbarkeit des Plots waren leicht schade, aber abgesehen davon hat der Film als Drama und Coming of Age Film bestens funktioniert.

Fazit: Kein Must See Titel, aber Fans von Seijun Suzuki können einen Blick riskieren!

Infos:

O: Akutarô

Japan 1963

R: Seijun Suzuki

D: Ken Yamanouchi, Masako Izumi, Midori Ashiro, Chiharu Kuri, Shinsuke Ashida

Laufzeit der UK-Blu: Ca. 95 Min.

Gesehen am: Jan. 2026

Fassungen: Gesehen via UK-Blu-Ray von Arrow Video (Seijun Suzuki the Early Years Vol. 1) = Uncut, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2026).

Montag, 8. Dezember 2025

Bakeneko: A Vengeful Spirit Review

 

Bakeneko: A Vengeful Spirit

Story:

Nabeshima Naoshige (Ryōhei Uchida) tötet seinen Meister und übernimmt die Macht. Ihn dürstet es nach fremden Frauen. Er hat es auf Yukiji (Kyoko Mikage) abgesehen und will sie haben, gegen ihren Willen. Yukiji ist verlobt. Nabeshima Naoshige droht Yukiji, wenn sie sich ihm nicht hingibt, dass er ihre Familie und ihren Verlobten Yuki Jonosuke (Kotaro Satomi) töten wird. Später kommt es an einem Sumpf-See zum Kampf, bei dem beide, Yukiji und Yuki, getötet werden. Eine Katze, die einem früheren Opfer von Nabeshima Naoshige gehörte (= Intro des Filmes), schleckt das Blut der Getöteten und verwandelt sich danach in einen Geist (Lady Hyuga, gespielt von Machiko Yashiro. Diese wird vom Geist als Werkzeug benutzt, um sich an Nabeshima Naoshige zu rächen…

Meine Meinung:

Aka The Cursed Pond. Bakeneko: A Vengeful Spirit ist ein weiterer Cat Ghost Film aus Japan. Was das Set von Severin Films angeht (= All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2), habe ich mich auf den Film mehr gefreut, als auf andere Filme in der Box. Ich empfand den Film jedoch als etwas überbewertet. Kein Kracher, was an den ersten 40 Minuten liegt. Warum? Diese sind, nach einem stimmungsvollen Start in den Film, einfach langweilig geworden.

Zudem bietet der Plot kaum was Neues und ich empfand eigentlich alle Figuren als wenig interessant. Egal ob die Bösewichte oder die armen «Guten», die dramatisch sterben. Niemand mit wirklichem Charisma. Die Schwertkampfszenen sind zudem unspektakulär ausgefallen. Atmosphärisch sind nur die Szenen am Anfang. Das Setting und die s/w Bilder sind schön anzusehen. Regisseur Yoshihiro Ishikawa hat insgesamt drei oder vier Cat Ghost Filme gedreht.

Ungesehen habe ich noch The Ghost Cat of Otama Pond. Dann hat er noch einen namens Mysterious Thirteen Nights: Chapter 8 - The Mysterious Cat Beauty Mansion gedreht.  Sein (für mich) bekanntester Film dürfte Ohyaku: The Female Demon sein (ewig nicht gesehen, kann mich nicht mehr erinnern). Die Stars haben viel Erfahrungen und spielten in Filmen wie Bohachi Bushido: Code of the Forgotten Eight, Delinquent Girl Boss: Worthless to Confess oder Lone Wolf & Cub Teil 2 – Am Totenfluss mit.

Nach 40 Minuten wird der Film dann plötzlich besser. Erst dann sterben Yukiji und Yuki und erst danach tritt die Katze und dessen Geist in Erscheinung. Ab dem Zeitpunkt ist das Tempo, für mich überraschend, bis zum Ende ungewohnt hoch und der Film effektiv. Soll heissen: es gibt mehrere Splatter-Effekte und der Film ist deutlich blutiger, als ich das erwartet hätte. Das Tempo bleibt bis zum Ende hoch. Die Effekte sind stark und der Film hat auch optisch (Traum ähnliche, surreale Sequenzen und abgefahrene Kamerafahrten) einiges zu bieten. Nach 40 Minuten beginnt der Film auch atmosphärisch zu gefallen. Somit entschädigt die 2. Hälfte für die lahmen ersten 40 Minuten. Schön. Dank der Defizite bleibt jedoch nach wie vor Kuroneko (Japan, 1968) mein Lieblingsfilm was Cat Ghost Filme aus Japan angehen!

Infos:

O: Kaibyô nori no numa

Japan 1968

R: Yoshihiro Ishikawa

D: Ryōhei Uchida, Kōtarō Satomi, Kyoko Mikage, Masumi Tachibana, Yuriko Mishima, Machiko Yashiro

Laufzeit der US-Blu-Ray: Ca. 87 Min.

Gesehen am: 27.09.25

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Severin Films (= All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2). Einer von zwei Filmen im Set, die Region A codiert sind. Der Film ist Uncut, die Bild- und Tonqualität sind sehr gut und zum jap. O-Ton gibt es englische Subs. Es gibt mehrere Extras wie einen Kurzfilm oder ein Spezial über japanische Cat Ghost Filme (ca. 20 Minuten). Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Sept. 2025).

Montag, 24. November 2025

Scales Review

 

Scales

Story:

Die 12jährige Hayat (Basima Hajjar) lebt in einem Fischerdorf. Dort sieht es die Tradition vor, dass die erstgeborenen Töchter während einer Vollmondnacht Seemonstern geopfert werden müssen. Doch Hayat entkommt dem Tod. Ihr Vater lässt es nicht zu. Daraufhin muss sie, «gebrandmarkt», dass Dorf verlassen. Sie tut sich mit jungen Männern zusammen, die es sich zur Aufgabe machen, die Seemonster zu jagen.

Meine Meinung:

Scales ist ein Mix aus Folkhorror, Drama und Sozialkritik aus Saudi-Arabien. Der Film der weiblichen Regisseurin Shahad Ameen basiert dabei auf einem früheren Kurzfilm aus dem Jahr 2013. In Eye & Mermaid, einem 16minütigen Kurzfilm, geht es ebenso um ein Fischerdorf, Meerjungfrauen und Basima Hajjar spielt dort die Hauptrolle - so wie es sie auch hier macht. Scales ist das Regie-Debüt von Shahad Ameen.

Scales läuft nur 76 Minuten. Dennoch passiert im Film relativ wenig. Dass der Inhalt für einen Feature-Film zu wenig hergibt, merkt man Scales leider negativ an. Das ist definitiv ein Stoff, der sich besser für (einen weiteren) Kurzfilm geeignet hätte. Ja, es gibt schöne Bilder zu sehen. Der Film ist in s/w gedreht worden, was zu einigen stimmungsvollen Momenten führt. Ja, Basima Hajjar spielt das toll (wie auch der restliche Cast). Ja, der Film kann sozialkritisch angesehen werden (Rolle der Frau im von Männern dominierten Nahen Osten).

Aber alles in allem fesselt der Film wenig und der Plot kommt kaum vom Fleck. Trotz der kurzen Laufzeit fühlte sich der Film länger an. Ich empfand den Film als ziemlich langweilig. Der Sinn des Filmes erschliesst sich mir nicht. Aus der Situation, dass sich ein junges Mädchen in einer Männerwelt beweisen muss, wird meiner Meinung nach auch zu wenig gemacht. Auf der anderen Seite bekommt sie auch mehrere Chancen. Ob dies der Realität entspricht? Der Mix aus Folkhorror, Märchen und Drama ist nicht uninteressant, aber nichts, was ich je wieder ansehen werde…

Infos:

O: Sayidat Al Bahr

Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate, Irak, Jordanien, 2019

R: Shahad Ameen

D: Basima Hajjar, Yagoub Alfarhan, Abdulaziz Shtian, Ibrahim Al-Hasawi, Rida Ismail

Laufzeit der US-Blu: Ca. 76 Min.

Gesehen am: 16.08.25

Fassungen: Gesehen via Severin Films All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2 = Region-All Disc, Uncut, O-Ton mit englischen Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität. Als Extras gibt es einen Kurzfilm und eine Konversation mit der Regisseurin (ca. 35 Minuten). Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Aug. 2025).

Dienstag, 18. November 2025

Samurai Wolf II Review

Samurai Wolf II

Story:

Kiba Okaminosuke (Isao Natsuyagi) wird beauftragt, einen Gefangenentransport zu begleiten und zu schützen. Diverse Parteien greifen diesen an. Zudem hat es ein Samurai-Meister auf Kiba abgesehen und will diesen zu einem Duell herausfordern. Als den Gangstern jedoch die Flucht gelingt und sich Kiba verliebt aber später in Gefangenschaft gerät, eskaliert die Situation…

Meine Meinung:

Als ich nach der Sichtung von Samurai Wolf, der mir sehr gut gefiel, mit dem Kumpel über die Filme sprach, liess er mich schon wissen (mein Kumpel), dass die Fortsetzung schwächer sei. So habe ich meine Erwartungen angepasst und das war auch gut so. Hideo Gosha, der auf den Regiestuhl zurückkehrte, lässt erneut Isao Natsuyagi (Female Prisoner Scorpion: #701, Virus, Battles Without Honor and Humanity: Police Tactics) als «einsamen Wolf» Kiba ein Abenteuer starten.

In welcher Hinsicht enttäuschte der Film? Allgemein empfand ich den Plot als zu wenig interessant, zu wenig fesselnd und für die Laufzeit von 72 Minuten zu überladen. Zu viele Sub-Plots. Desweitern haben mir mit Ausnahme von Isao Natsuyagi als Titelheld Kiba sämtliche anderen Figuren nur wenig gefallen. Keine Sympathieträger. Niemand, der Charisma und Klasse hat. Was die Duelle, die (blutigen) Schwertkampfszenen und die Optik angeht, ist der Film nach wie vor z.T. ein Traum. Dazu Musik (z.B. zu Beginn), der aus einem Italo-Western stammen könnte.

Das Hauptproblem des Filmes und warum der Film bei weitem nicht an den Vorgänger heranreicht ist folgender: Kiba wird gefangengenommen und gerät dann bis zum Finale in den Hintergrund und kann aktiv nicht mitmischen. Und das fand ich persönlich negativ und störend. Selbst im Finale ist er nicht beeinträchtigt, da z.T. noch immer gefesselt. Zuvor sorgen andere Figuren für die Entwicklung des Plots. Die Love-Story konnte mich zudem, im Gegensatz zum ersten Film, auch nicht überzeugen. So gesehen eine mittelprächtige Fortsetzung, die man eigentlich auch getrost links liegen lassen kann. Mich überrascht es daher nicht, dass Eureka beide Filme in einem Set veröffentlicht hat.

Infos:

O: Kiba okaminosuke jigoku giri

Japan 1966

R: Hideo Gosha

D: Isao Natsuyagi, Chiyo Aoi, Rumito Fuji, Yûko Kusunoki

Laufzeit der UK-Blu: Ca. 72 Min.

Gesehen am: Mitte Aug. 2025

Fassungen: Mir lag die UK-Blu-Ray von Eureka vor = zusammen mit dem Vorgänger, einem Booklet, Wendecover und Schuber in einem Set erhältlich. Uncut, O-Ton, englische Subs, Extras. Die Bildqualität war sehr gut, auch wenn mir das Bild jedoch deutlich zu dunkel schien. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Aug. 2025).

Samstag, 4. Oktober 2025

Hexenhammer Review

Horroktober 2025

Hexenhammer

Story:

Böhmen gegen Ende des 17. Jahrhundert:

Ein Inquisitor missbraucht seine Macht, um an den Reichtum besser gestellten Einwohnern zu kommen. Durch Folter gestehen sie am Ende alle. Der Prozess beginnt…

Meine Meinung:

Aka Die Hexenjagd. Hexenhammer, den ich im März 2010 unter dem Titel Witches' Hammer sah, sah ich nun erstmals auf Blu-Ray und in Deutsch. Der Film erzählt von einigen der letzten Hexenprozesse aus Böhmen, die sich am Ende des 17. Jahrhunderts zugetragen haben. Der Film aus der Tschechoslowakei wirkt, auch aufgrund der Schwarzweissbilder, sehr stimmungsvoll und atmosphärisch. Im Gegensatz zu Mark of the Devil und Co. geht es in Hexenhammer, was die grafischen Gewalt- und Folterszenen angehen, harmloser zu.

Der Film zeigt klar, deutlich und eindrücklich, wie Menschen dazumal ihre Macht missbrauchten. Macht, um reich zu werden. Macht, um andere zum Schweigen zu bringen. Macht, um Menschen gegeneinander aufzuhetzen. Macht, um im Namen der Kirche Opfer zu bringen. Vor allem Frauen, aber auch Männer, wurden zu Opfern. Und es sollte nicht beim Pöbel bleiben. Auch reiche und besser gestellte Menschen wurden zu «Opfern».

Die mir unbekannten Darsteller machen ihre Sache ordentlich. Die deutsche Synchronisation ist auch gelungen. Obwohl der Film harmloser ist, als andere Filme zum Thema Hexenverfolgung, gibt es auch hier die ein oder andere fiese Sequenz oder einen Hauch Erotik- und Nacktheit zu erspähen. Interessant ist jedoch, wie die Prozesse ablaufen und wie sich auch das Gremium nicht immer einig ist. Machtbesessen und falsch sind sie aber praktisch alle. Auch vor Freunden wird nicht halt gemacht. Die Denunziation war an der Tagesordnung. Jeder auf seinen eigenen Vorteil aus.

Fazit: Nicht uninteressantes Historiendrama!

Infos:

O: Kladivo na carodejnice

Tschechoslowakei 1970

R: Otakar Vávra

D: Elo Romancik, Vladimír Smeral, Sona Valentová, Josef Kemr, Lola Skrbková, Jirina Stepnicková

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 106:58 Min.

Gesehen am: März 2010 / Neusichtung am: Okt. 2025

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von Ostalgica vor = DVD und zwei Hörspiel-CDs, Booklet und Schuber. Uncut, Deutsch/Tschechisch mit Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität.