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Donnerstag, 20. Oktober 2022

Halloween Ends Review

 
Horroktober 2022

Halloween Ends

Story:

 

Vier Jahre nach Halloween Kills geht es wie folgt weiter:

 

Laurie (Jamie Lee Curtis) verarbeitet ihre Geschehnisse in einem Buch, an welchem sie schreibt. Sie versucht ein normales Leben zu führen und ihre Nichte Allyson (Andi Matichak) vor dem Bösen zu schützen. Allyson lernt Corey (Rohan Campbell) kennen, der, ähnlich wie ihre Familie, von der Stadt als Freak abgetan wird, da traumatische Erlebnisse in der Vergangenheit. Sie verlieben sich. Die Halloween Nacht naht und damit das Grauen in Haddonfield…

 

Meine Meinung:

 

Nach Halloween Kills, der zwar blutige Morde bot aber höllisch nervte, war für mich ein Kinobesuch für Halloween Ends nicht geplant. Erst, als ich mehr und mehr hörte, dass der Film vielen Fans vor den Kopf stiess und fast überall schlecht wegkam, wuchs das Interesse. Irgendwie hatte ich Freude, dass der Film so vielen nicht gefiel. Ich informierte mich (d.h. ich kannte praktisch alle Spoiler ausser die "Kills") und ging mit angepassten Erwartungen ins Kino.

 

Halloween Ends ist, wie die ganze Reihe, kein Film für die Sammlung aber ich würde sogar sagen, der beste Teil der neuen Trilogie und um Welten besser als Schrott-Fortsetzungen wie Halloween H20 oder Halloween: Resurrection wobei ich mich nach wie vor nicht mehr wirklich an Halloween erinnern kann. Auf jeden Fall hat David Gordon Greens Trilogie die Fans gespalten. Was David Gordon Green angeht, wird in Zukunft mehr Horrorstoff von ihm kommen: ein Remake zu The Exorcist und eine Hellraiser Serie sind geplant.

 

In Halloween Ends geht man eigene Wege. Der Film erinnert an Filme wie Jason Goes to Hell, Halloween 3 oder Friday the 13th Part 5. Zudem gab es nette Hommagen an Night of the Living Dead, Das Ding aus einer anderen Welt und Harte Ziele von John Woo. Das Intro und Vorspann waren klasse. Ein grosses Plus ist, dass die Figuren/Dialoge im Vergleich zum Vorgänger massiv weniger nerven und weniger zum Fremdschämen einladen.

 

Dies gilt auch für Jamie Lee Curtis die, wie auch Michael Myers (der sowieso) stark in den Hintergrund gedrängt wird. Dessen Szenen und Duell beschränken sich fast nur aufs Finale. Hauptpersonen und Inhalte betreffen Lauries Nichte Allyson und den jungen Corey. Ob der Name im Bezug auf Friday the 13th Part 4 ausgewählt wurde? Wer weiss, gut möglich. In meinen Augen hat diese Überraschung dem Plot nicht geschadet.

 

Ich mochte die 80er Jahre Stimmung und die Kills. Es gab zwei Szenen, die mich sehr amüsierten. Der Start des Filmes und die eine Tötungsszene am Radiomoderatoren. Da kam zweimal ein Lächeln auf. Allgemein wirkt der Film sehr 80er Jahre mässig. Viel weniger Fremdscham als im Vorgänger, sieht man Mal vom Ende ab. Das Finale war irgendwie enttäuschend und unrealistisch/unglaubwürdig/zu übertrieben und dass da die ganze Stadt zum Marsch aufläuft, fand ich doof. Aber solche Szenen waren im Vorgänger massiv schlimmer.

 

Fazit: Allgemein sei gesagt, dass ich neue Reihe wenig empfehlen kann! Die Halloween Reihe sollte mit dieser Trilogie nun begraben werden. Besser die Original-Reihe (ab Halloween) oder die Rob Zombie Filme (ab Halloween) schauen…

 

Infos:

 

O: Halloween Ends

 

USA 2022

 

R: David Gordon Green

 

D: Jamie Lee Curtis, Kyle Richards, Andi Matichak, Will Patton, Stephanie McIntyre, Nick Castle, James Jude Courtney

 

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 111 Min.

 

Gesehen am: 17.10.22

 

Fassungen: Im Schweizer Kino gesehen in Englisch mit deutschen Subs, ab 16/14 Jahren freigegeben (in Deutschland ab 18). Die deutsche DVD/Blu-Ray/UHD sind für den 19.12.22 angekündigt. Mir ist nicht bekannt, ob, wie bereits beim Vorgänger, eine längere Fassung auf Heimmedium erscheinen wird. Gleichzeitig läuft der Film alternativ auch auf der Streaming-Plattform Peacock.

Dienstag, 1. Februar 2022

Halloween Kills Review


Halloween Kills

Story:

 

Michael Myers (Nick Castle/James Jude Courtneyas) überlebt den Brand und setzt sich ein Ziel: sein ehemaliges Haus zu finden. Auf dem Weg dorthin richtet er in Haddonfield ein Blutbad an, während eine Bürgerwehr Michael zu stoppen versucht…

 

Meine Meinung:

 

Regisseur David Gordon Green startete 2018 mit Halloween den Auftakt in eine neue Halloween Trilogie, die nun drei Jahre später mit Halloween Kills den Mittelteil ausmacht. Um ehrlich zu sein, kann ich mich an den Vorgänger gar nicht mehr erinnern, so dass Vergleiche nicht möglich sind. Halloween Kills hat jedoch, gerade in Foren polarisiert und diesbezüglich gibt es schon Gerüchte um den Abschluss der Trilogie = so solle das weltweite Corona/Covid Thema in Halloween Ends eine Rolle spielen…

 

Ich hörte Gutes aber auch Schlechtes zu Halloween Kills, so dass ich meine Erwartungen für den Kinobesuch anpassen konnte. Ich war leider spät dran, so dass ich mich leider mit einem Deutsch synchronisierten Kinobesuch begnügen musste. Und ich kann schon sagen, dass der Dub mittelmässig bis schlecht ist. Leute, schaut euch das Ding, wenn schon, nur im O-Ton an.

 

Halloween Kills knüpft direkt an den Vorgänger an aber baut auch einen Link zum Original-Halloween von 1978 auf: es gibt Flashbacks und neue Szenen, die im Stil des 1978er Filmes inszenierte wurden. Dies als Link, um frühere Begegnungen mit Michael Myers mit Figuren aus dem neuen Film zu verknüpfen. Dies ist einerseits löblich und bringt einen Hauch Retro Charme, dennoch sieht man den Szenen immer an, dass sie nicht wirklich1978 gedreht wurden.

 

Daneben hat mir vor allem das Aussehen von Michael Myers und seine Kompromisslosigkeit gefallen. Auch einige der Kameraeinstellungen und Aufnahmen von Myers, gerade auch in den Mordszenen, waren stark gefilmt und zeigten ihn als das absolut Böse und unzerstörbare Killermaschine – was er in Halloween Kills auch definitiv darstellt. Der Film ist in der Tat blutig, aber es wird diesbezüglich auch übertrieben verglichen mit dem heutigen Zeitgeist.

 

Ich hatte zumindest an drei Splatter-Szenen, davon sind zwei Morde, wirklich Freude. Der Rest war nett aber an sich nichts Besonderes (das Mob-Massaker war zu unübersichtlich gefilmt). Ansonsten gibt der Film inhaltlich nicht viel her. Die «Woke» Elemente, von denen ich im Voraus las, halten sich stark in Grenzen. Selbst das homosexuelle Paar störte nicht (im Gegensatz zum neuen Candyman). Jedoch empfand ich den Mob-Plot (erinnerte mich an politische Gegebenheiten aus den USA) als u viel des Guten und zu übertrieben.

 

Diesbezüglich kann ich auch sagen, dass ausser Michael Myers praktisch alle Figuren nerven wie Hölle (Tommy, Jamie Lee Curtis, Officer Hawkins, Curtis Tochter, Crutis Enkeltochter...). Das ist an sich nicht übel, wenn sie später als Kanonenfutter ins Gras beissen, aber leider ist das dann doch nicht bei allen nervenden Figuren der Fall. Zwei nervende Figuren überleben leider. Die Dialoge waren oftmals grottenschlecht, peinlich und unfreiwillig komisch. Es waren mehrere Leute im Kino, die den Film und vor allem das todernste Schauspiel und die Dialoge nicht ernst nehmen konnten. Man meinte, man hocke in einer Komödie, so wie einige im Kino lachten.

 

Den Plot empfand ich vor allem zu Beginn zäh und der Mob-Plot vor dem Finale ebenso. Eine richtige Spannung ist eigentlich nie vorhanden. Stimmung und Atmosphäre sind hier und da durch Michael, den wenigen Retro-Charme oder die Strassen Haddonfields auszumachen. Enttäuscht war ich wiederum von der Musik: das bekannte Halloween Theme von John Carpenter kommt (auch in abgewandter Form) fast nie vor. Sehr schade! Das hätte einzelne Szenen stimmungsvoller machen können.

 

Fazit: Nicht schlecht aber auch kein Kracher. Kein Film für (meine) Sammlung und den Abschluss der Trilogie, der in den nächsten Jahren folgen dürfte, lasse ich definitiv aus (im Kino)!

 

Gefolgt von: Halloween Ends

 

Infos:

 

O: Halloween Kills

 

USA 2021


R: David Gordon Green

 

D: Anthony Michael Hall, Jamie Lee Curtis, Judy Greer, Kyle Richards, Andi Matichak, Stephanie McIntyre, Nick Castle

 

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 105 Min.

 

Gesehen am:  27.10.21

 

Fassungen: Gesehen im Berner Kinos Uncut und ab 16/14 Jahren. Schade: lief nur in der Anfangswoche auch in Englisch, jetzt nur noch in Deutsch. Die Synchro ist mässig und nicht wirklich gut gelungen. Für Importe (USA, UK) gibt es noch kein Vö-Datum. In Deutschland soll die Disc im Juni 2022 erscheinen.

Montag, 5. November 2018

Halloween Review

Halloween

Story:

Vorgeschichte: siehe Halloween

40 Jahre nach den Morden entkommt Michael Myers (Nick Castle/James Jude Courtney) und begibt sich nach Haddonfield. Sein Ziel: Laurie Strode (Jamie Lee Curtis) und dessen Verwandte (Judy Greer, Andi Matichak, Toby Huss) zu töten. Laurie hat sich aber 40 Jahre lang auf das ultimative Böse vorberietet – sie erwartet Michael, um ihn zu töten. Derweil sind auch der Sheriff (Will Patton) und Dr. Loomis ehemaliger Student Dr. Sartain (Haluk Bilginer) in Haddonfield, um Michael zu stoppen…

Meine Meinung:

Auf Halloween war ich gespannt, da mir der Trailer gefiel. Ich hoffte, einen stimmungsvollen Film mit viel Retro-Charme zu erleben – zudem erhielt der Film gute Kritiken. Der Film, der von John Carpenter und Jamie Lee Curtis, beide erlangten durch das Original von 1978 Weltruhm, produziert wurde, lässt alle anderen Fortsetzungen weg und gilt als offizielle Fortsetzung zum Klassiker von 1978. Das heisst der Film schliesst ans offene Ende aus Teil eins an – Teil zwei und alle anderen Fortsetzungen, obwohl zum Teil auch mit Jamie Lee Curtis aufwartend (Teile 2, 7 und 8), werden ignoriert und fanden nie statt.

Den Film liess ich mir im Kino nicht entgehen und war froh, ihn dort gesehen zu haben. So erspare ich mir einen Fehlkauf. Halloween ist nicht schlecht, aber auch kein Film, den ich mir nochmal ansehen würde. Im Vergleich zu den miesen Vorgängern (Halloween H20 – Twenty Years Later, Halloween Resurrection) ist Halloween aber deutlich besser, was aber auch nicht schwer ist.

Halloween ist mehr oder weniger unterhaltsam. Die Zeit geht beim Schauen vorbei und es gibt inhaltlich paar kleinere Überraschungen (ob diese aber gefallen ist eine andere Frage). Gefallen haben mir hier und da Hommagen an Teil eins und etwas Retro-Charme, der aber viel kleiner ausgefallen ist als erwartet. Stimmungsvoll war der Film auch zu selten und inhaltlich gibt es leider null Spannung, so dass ein gruseln zu keiner Sekunde gegeben ist. Das ist schade.

Dass das offizielle John Carpenter Halloween Theme nur zweimal zu hören war, fand ich auch schade. Gerade dieses trug in Teil eins dazu bei, atmosphärisch zu fesseln. In paar wenigen Szenen stört der Humor und/oder politisch korrekte Szenen des heutigen Zeitgeistes (z.B. Dialoge vom schwarzen Jungen über das Kiffen fand ich nicht lustig, sondern deplatziert).

Was die Darsteller angehen waren die meisten okay. Jamie Lee Curtis kehrt zurück und macht einen auf Sarah Connor mit einer inklusiven peinlichen Heul-Szene während ihre Filmfamilien Mitglieder zum Glück nicht ganz so nerven, wie erwartet. Die Teens in Nebenrollen (oder das Reporter Duo) waren sogar richtig gut. Nebst Jamie Lee Curtis kehrte noch Nick Castle als Michael Myers aus Teil eins zurück.

Die Darstellung von Michael Myers gefällt. Er wirkt böse, bedrohlich und agiert als gefühlslose Killermaschine. Was die Morde angehen passiert nicht alles im on screen, trotzdem ist der Film leicht blutiger und härter als Teil eins. Die FSK16 Freigabe ist i.O.

Fazit: Für mich kein Highlight, aber kann man zumindest einmal schauen. Für die Sammlung reicht es aber leider nicht! 
 
Gefolgt von: Halloween Kills

Vorgeschichte:

- Halloween (Remake)
- Halloween 2 (Fortsetzung zum Remake)

Infos:

O: Halloween

USA 2018

R: David Gordon Green

D: Nick Castle, James Jude Courtney, Jamie Lee Curtis, Judy Greer, Andi Matichak, Toby Huss, Will Patton, Haluk Bilginer

Laufzeit der CH-Kinofassung: Ca. 106 Min.

Gesehen am: 29.10.18 (CH Kino)

Fassungen: Uncut im Kino gesehen - lief nebst Deutsch auch in Englisch mit deutschen/franz. Subs (ab 16/14 Jahren freigegeben). Eine Blu-Ray / DVD ist noch nicht angekündigt (Stand: Okt. 2018).

Mittwoch, 1. November 2017

Halloween II Review



Halloween II

Story:

Nach Halloween geht es wie folgt weiter:

Michael Myers (Tyler Mane) Leiche wurde nie gefunden. Laurie (Scout Taylor-Compton) geht in die Therapie, um das Vergangene zu bewältigen. Sie wohnt bei Sheriff Lee Brackett (Brad Dourif) und dessen Tochter und Freundin Annie (Danielle Harris). Auch Annie hat mit der Vergangenheit zu kämpfen (Mordattentat von Michael Myers in Teil eins überlebt). Derweil sahnt Dr. Loomis (Malcolm McDowell) mit Büchern, Live Events und TV Auftritten ab. Nichtsdestotrotz taucht Michael Myers pünktlich zu Halloween wieder auf, um Laurie diesmal endgültig zu töten…

Meine Meinung:

Nach dem Erfolg von Rob Zombies mit seinem Halloween Remake war ein 2. Teil schnell beschlossene Sache. Man gewährte Zombie noch mehr Freiheiten und viele Darsteller auf Teil eins kehrten zurück (Tyler Mane, Danielle Harris, Brad Dourif, Scout Taylor-Compton, Malcolm McDowell, Sheri Moon Zombie).

Gute Voraussetzungen sollte man meinen. Doch Zombie drückte dem Film, mehr noch als in Teil eins, seinen Stempel auf. Der Film ist inhaltlich auch nicht an den Original Halloween II angelegt und kommt wie ein typischer Rob Zombie daher. Und das brachte nach einem starken Filmbeginn auch einige negative Punkte mit sich.

Phasenweise gibt es Längen und das Finale war schwach. Eine echte Spannung ist nicht vorhanden und das Halloween Theme von Carpenter ist kaum mehr auszumachen. Michael Myers gerät teilweise nur Nebenfigur und sieht lächerlich aus (Landstreicher mit Vollbart) – Ausnahme in seinen Tötungsszenen, wenn er die Maske anzieht. Dann geht es kompromisslos zu. 
 
Lauries Figur fand ich schon im ersten Film nicht wirklich toll, vor allem auch unsympathisch. Ihr Wandel vom braven Mädchen zum Psycho-Wrack à la Rob Zombies ist mehr als unglaubwürdig und vor allem nervend – ebenso der Wandel von Dr. Sam Loomis. Seine Figur ist kaum wiederzuerkennen und eigentlich hätte es ihn gar nicht gebraucht, da er inhaltlich kaum was zum Verlauf der Story beiträgt (im Finale gerät er eher zufällig als geplant an Michael Myers). Auch er: sehr unsympathisch.

Die restlichen Figuren sind sonst okay (Danielle Harris, Brad Dourif) während Sheri Moon Zombie nur noch in surrealen Traumbildern / Settings vorkommt. Alle anderen Nebenfiguren sind vor allem potenzielle Opfer für Myers und durch und durch dem Rob Zombie Universum entsprungen (viele Rednecks).

Gut fand ich die düstere Seite des Filmes. Halloween II sieht man sein Budget nicht an. Der Film wirkt nicht wie eine Hochglanzproduktion, obwohl von einem grossen Studio stammend. Der Film wirkt düster, dunkel, bedrohlich, surreal (wie schon erwähnt die Traumsequenzen). Letzter haben mir sehr zugesagt. Zudem wirkt Michael Myers, zumindest wenn er die Maske trägt, sehr unheimlich und abgrundtief böse. Der Film hat einen hohen Bodycount und die Gewalt ist brutal, roh, humorlos und schmerzhaft. Durch schnelle Schnitte und das Vermeiden von Close-Ups ist das ganze zwar nicht explizit, verliert aber durch seine Intensität nicht an seiner Wirkung. Der Film wirkt daher um einiges deftiger und härter als Teil eins und somit ist es nicht überraschend, dass Halloween II in Deutschland nur zensiert verfügbar ist.

Fazit: Wer Teil eins mochte kann Teil zwei gut ansehen. Rob Zombies Interpretation ist aber mehr denn je eine Sache für sich die nicht gefallen muss. Mir gefiel Halloween persönlich besser, aber den 2. Film kann man sich trotzdem gut ansehen.

Infos:

O: Halloween II

USA 2009

R: Rob Zombie

D: Tyler Mane, Scout Taylor-Compton, Danielle Harris, Brad Dourif, Malcolm McDowell, Sheri Moon Zombie

Laufzeit der US Blu: 119:05 Min.

Gesehen am: Januar 2010 / Überarbeitet am: 30.10.17

Fassungen: Siehe Halloween! In Deutschland jedoch nur zensiert zu haben – wer Film Uncut und in deutscher Sprache haben möchte muss zur Blu Ray aus Österreich greifen (Label: Illusions).

Halloween (Remake) Review



Halloween

Story:

Der junge Michael Myers (Daeg Faerch) tötet seine Schwester (Hanna Hall), dessen Freund und seinen Stiefvater (William Forsythe). Er kommt zur Therapie zu Dr. Sam Loomis (Malcolm McDowell). Dieser versucht den Jungen zu therapieren – ohne Erfolg, was sich auch auf Myers Umfeld überträgt = seine Mutter (Sheri Moon Zombie) begeht Suizid. Nach 16 Jahren in der Anstalt bricht Michael Myers (Tyler Mane) aus. Sein Ziel: seine jüngere Schwester (Scout Taylor-Compton) in Haddonfield zu töten. Dr. Loomis und der Sheriff (Brad Dourif) versuchen Myers zuvorzukommen…

Meine Meinung:

Auf das Halloween Remake von Rob Zombie (31) habe ich mich damals 2007 sehr gefreut. Meinem alten Review entnehme ich, dass mir dazumal das Original nicht gefiel – und nun ist es der beste Teil der Reihe. Schon lustig wie sich ein Filmgeschmack in zehn Jahren ändern kann.

Nach dem miesen achten Teil und dem Erfolg von Dawn of the Dead und anderen Remakes war es für die Macher klar, keine erneute Fortsetzung zu produzieren, sondern ein Remake. Rob Zombie landete dazumal mit seinen House of 1000 Corpses und The Devil’s Reject grosse Erfolge, sodass dieser verpflichtet wurde, seine Version von Halloween auf die Leinwand zu zaubern.

Mit Remakes ist es immer so eine Sache. Aber ich bin diesen nicht immer negativ entgegengestellt. Zudem gab es auch früher schon Remakes die wirklich tolle Filme darstellen (Die Fliege von David Cronenberg, Der Blob von 1988, Das Ding aus einer anderen Welt von John Carpenter, Die Rückkehr der Untoten von Tom Savini, 70er Jahre Die Körperfresser kommen).

Doch Dawn of the Dead von 2004 trat eine neue Remake Welle los.
Ich unterteile Mal in «gut, kann man schauen», in «gefielen mir nicht» und «werde ich mir nie ansehen»:

Gute Remakes, die man schauen kann (inklusive für einmal okay):
Night of the Demons
Silent Night
The Hitcher
Der Blob
Poltergeist
Mother’s Day
Piranha 3D
I Spit on Your Grave
It’s Alive
Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre
2001 Maniacs
Wolfman
The Grudge
Mirrors
Body Snatchers
A Chinese Ghost Story
My Bloody Valentine 3D

Remakes die mir nicht gefielen:
The Stepfather
Day of the Dead
Children of the Corn
Freitag der 13.
Das Omen
The Punisher
Long Weekend
Godzilla
Quarantäne
Pusher

Remakes welche ich nie ansehen werde:
Total Recall
RoboCop
Fright Night
Carrie
Das Ende – Assault On Precinct 13
Straw Dogs
Dark Water
Ein tödlicher Anruf
Oldboy
Der Fluch der 2 Schwestern
Freeze – Alptraum Nachtwache
Martyrs
Brick Mansions
Prom Night

Halloween kommt nach mehrfacher Sichtung in die erste Kategorie. Rob Zombie hatte quasi freie Hand was sein Inszenierungsstil angeht und der Film ist nicht uninteressant geworden. Doch passt das zusammen? Der ruhige, unheimliche Stil des Original Halloween und das laute Donnerwetter und Schnittgewitter à la House of 1000 Corpses von Rob Zombie?

Ich sage ja. Teilweise gewöhnungsbedürftig, was vor allem die Charakterzeichnung angeht im ersten Viertel des Filmes. Rob Zombie erzählt nämlich nicht ein 1:1 Remake und mit einer Laufzeit von zwei Stunden ist der Film klar länger als die offiziellen Halloween Fortsetzungen. Es wechseln sich laute, wilde und verrückte Szenen mit langsamen und stimmungsvollen Bildern ab. Rob Zombie schenkt Michael Myers als Kind mehr Szenen. Er tötet im Gegensatz zum Original nicht nur eine Schwester, sondern auch deren Freund und seinen Stiefvater. Die Familie wird sehr übertrieben dargestellt (White Trash Familie erster Güte). Dieses Overacting kann nerven oder vor den Kopf stossen, dem bin ich mir bewusst. Aber das ist die Welt vom Rob Zombie, wenn man sich auch seine anderen Filme und Figuren ansieht. So verwundert es nicht, dass Zombie in Kurz- und Nebenrollen auch viele seiner House of 1000 Corpses Stars aufgeboten hat: William Forsythe, Sheri Moon Zombie, Bill Moseley (The Texas Chainsaw Massacre 2, kommt jedoch nur in der Kinofassung vor) oder Sid Haig.

Aber auch sonst wartet der Film mit vielen Genre-Namen auf: Malcolm McDowell (Death Race 2050), Brad Dourif (Cult of Chucky), Richard Lynch (Das Trauma), Udo Kier (Suspiria), Clint Howard (Evilspeak), Danny Trejo (Machete), Ken Foree (From Beyond) oder Danielle Harris (aus den Halloween Teilen 4 und 5). Besonders Malcolm McDowell, Danielle Harris, Daeg Faerch, Brad Dourif und Tyler Mane haben mir gut bis sehr gut gefallen. Die anderen Figuren fand ich teilweise nervend, wenig überzeugend oder eben mit extremen Overacting spielend oder einfach unsympathisch (Laurie).

Weiterhin sind Szenen zu sehen, wie Dr. Loomis Myers zu therapieren versucht. Das Laurie adoptiert wurde und seine Schwester ist (was im Original ja erst in Halloween 2 offenbart wird), wird hier schon erwähnt. Die Vorstellung in das kaputte Leben des jungen Michael, sein Werdegang zum Mörder, die erfolglose Therapie und der Fluchtversuch sind anders dargestellt und nehmen die erste Filmhälfte ein.

Die 2. Filmhälfte ähnelt dann sehr dem Original Halloween und einigen Szenen werden gar 1:1 übernommen. Dort kommt richtige Slasher/Halloween/80er Jahre Suspense auf. Das hat Zombie sehr schön eingefangen. Sehr stimmungsvolle Bilder, sehr unheimlich, ein sehr böser und intensiver Michael Myers, höherer Bodycount und mehr physische Gewalt inklusive dem oft gespielten Halloween Theme von John Carpenter (was ich in den letzten Halloween Teilen der Originalreihe recht vermisst habe).

Die 2. Filmhälfte ist eigentlich jene, die wenig Eigenständigkeit und Originalität besitzt. Sie hat mir aber, als Fan der Reihe und wahrscheinlich auch aus nostalgischen Gründen, besser gefallen als die erste Hälfte, in welcher Zombie zu sehr «sein Ding» durchgezogen hat.

Fazit: Trotz der gewöhnungsbedürftig und übertriebenen Szenen im ersten Viertel (oder auch der Ausbruch im Unrated Director’s Cut) des Filmes ein gutes Remake, welches man sich als Halloween Fan durchaus ansehen kann! Ob es schlussendlich gefällt liegt daran, wie man mit Rob Zombies teilweise eigenem Stil zurechtkommt oder vor den Kopf gestossen wird.

Gefolgt von: Halloween 2

Infos:

O: Halloween

USA 2007

R: Rob Zombie

D: Daeg Faerch, Hanna Hall, William Forsythe, Malcolm McDowell, Sheri Moon Zombie, Tyler Mane, Scout Taylor-Compton, Brad Dourif

Weitere im Inhalt nicht erwähnte (bekannte) Horror-Namen in Kurz/Nebenrollen: Richard Lynch, Udo Kier, Clint Howard, Danny Trejo, Bill Moseley (nur Kinoversion), Danielle Harris, Ken Foree, Sid Haig

Laufzeit der US Blu: 121:30 Min.

Gesehen am: Oktober 2007 (Kino Schweiz) / Review überarbeitet am: 29.10.17

Fassungen: Mir lag die US Blu Ray vor, welche in der Halloween Komplettbox von Anchor Bay / Shout Factory enthalten ist. Inhalt: Beide Filme von Rob Zombie mit viel Bonus in den Unrated DC Fassungen. Erstklassige Bild- und Tonqualität. Englische Subs vorhanden. Dazu sind die original Halloween Filme enthalten (Teile 1, 2 und 6 auch in Alternativ-Fassungen) inklusive eine ganze Bonus Disc und ein 49seitiges Booklet und insgesamt 15 Discs. In Deutschland gibt es den Director’s Cut von Universum auf Blu Ray (Uncut, auch O-Ton und dazu deutsche Subs). In der Unrated Fassung gibt es mehr Dialoge / Handlung, Michael Myers Ausbruch ist alternativ zur Kinofassung und etwas mehr Nacktszenen sind zu sehen /Intimbereich der z.B. im Kino Cut fehlte. Keine längeren Gewaltszenen.