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Dienstag, 23. November 2021

Candyman Review


 

 

Candyman

Story:

 

Künstler und Maler Anthony (Yahya Abdul-Mateen II) recherchiert in Sachen Cabrini-Green und den Candyman, um sich für seine Arbeit und zukünftige Collage inspirieren zu lassen. Er wird dabei von einer Biene gestochen. Die Wunde scheint sich täglich zu verschlechtern und plötzlich gibt es in Anthonys Umfeld grausame Morde…

 

Meine Meinung:

 

Candyman's Fluch, eine 1994er Verfilmung einer Clive Barker Kurzgeschichte, welche es auf zwei Fortsetzungen brachte und Tony Todd (The Crow, Final Destination) auch im Horror-Genre bekannt machte, bekam Dank Corona statt 2020 2021 eine weitere Fortsetzung (!) spendiert. Ja, ihr habt richtig gelesen. Candyman von Produzent Jordan Peele (Wir) ist kein Remake, wie zuerst erwartet, sondern eine direkte Fortsetzung des 1994er Filmes der die weiteren Fortsetzungen ignoriert, so wie es zuletzt im neuen Halloween der Fall gewesen war.

 

Aus Teil eins kehren sogar zwei Darsteller zurück: Vanessa Williams und Tony Todd (wirkte mehr wie ein CGI Tony Todd und kommt vielleicht zwei Sek. vor) und die Story baut auf den Ereignissen aus Teil eins auf und führt diverse Figuren wieder ein (Anthony). Dies fand ich erfrischend und cool. Dennoch war der Film zu wenig gut für die Sammlung und erreicht nicht die Klasse des ersten Teils oder der ersten Fortsetzung Candyman 2 – Die Blutrache.

 

Vor allem was Spannung, Stimmung, Figurenzeichnung, Musik, Gore oder Plot angehen versagt der Film im Vergleich zu Candyman oder derer 1. Fortsetzung. Den 1994er Film zu kennen ist sicher ein Vorteil, aber nicht unbedingt nötig, um Nia DaCostas Version folgen zu können. Trotz Nia DaCosta als Regisseurin wirkt der Film mehr wie ein Jordan Peele-Film. Dessen Handschrift ist unverkennbar.

 

Der Film ist am Ende nur ein modernes Durchschnittswerk. Die besten Szenen hat der Film am Anfang und Mittelteil. Das letzte Viertel des Filmes wirkte sprunghaft, gehetzt, wirr und das Ende gefiel mir nicht. Viel zu stereotypische Darstellung der Figuren (Homosexueller, alle weissen Figuren sind übertrieben böse etc.), zu viel Politik (Candyman als Rächer gegen weisse Rassisten-Cops) oder Nebenplots die nichts mit dem Hauptplot zu tun haben (Bris schwere Vergangenheit, die Teens der Schule die Candyman zum Opfer fallen etc.).

 

Politik sollte in einem Horrorfilm und einem Clive Baker-Story nichts zu tun haben. Der Film wirkt auf die Woke-Generation abgestimmt. Modernisiert. Gab es zuletzt Reboots und Filme mit ausschliesslichem Frauen-Cast (Ghostbusters 2016), so gibt es das nun auch für die Black Live Matters Bewegung. Wer zu der Generation gehört oder den 1994er Film nicht kennt, dürfte sich daran also wenig stören und den Film besser finden. Für sich allein gesehen ist Candyman auch besser. Aber im Vergleich zum ersten Film enttäuscht der Steifen halt. Und solche Woke-Generation Einflüsse muss ich in einem Spielfilm nicht haben…

 

Die Stärken des Filmes lagen vor allem in der Optik. Diese plus die Kameraführung wussten immer zu gefallen und waren sehenswert plus einige "Body-Horrorelemente" und die Musik. Der Vorspann z.B. wirkt cool und erinnert zumindest an das Intro des Vorgängers. Die Darsteller waren im Grossen und Ganzen solide. Yahya Abdul-Mateen II kann zwar nicht eine Virginia Madsen ersetzen und gerade in einigen Close-Ups (Spiegel, Panik) wirkte er nicht immer sicher (sondern unfreiwillig komisch), aber er war ok. Besser war hingegen seine Film-Freundin Teyonah Parris. Die «Künstler-Szene» wurde realistisch und versnobt eingefangen – ähnlich wie im Maniac Remake oder Bliss. Und zuweilen furchtbar nervend…

 

Fazit: Unnötige Fortsetzung die es nicht gebraucht hätte. Kann man Mal gucken, aber hat qualitativ keine Chance gegen die ersten zwei Candyman-Filme…

 

Infos:

 

O: Candyman

 

USA 2021

 

R: Nia DaCosta

 

D: Yahya Abdul-Mateen II, Teyonah Parris, Nathan Stewart-Jarrett, Colman Domingo, Kyle Kaminsky, Vanessa Williams, Tony Todd

 

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 91 Min.

 

Gesehen am: 26.08.21

 

Fassungen: Gesehen im Schweizer Kino (16/14 im O-Ton mit deutschen Subs). Eine deutsche DVD/Blu-Ray sind noch nicht angekündigt (Stand: Aug. 2021).

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