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Freitag, 10. April 2026

Das Syndikat

Das Syndikat

Story:

Kommissar Bertone (Enrico Maria Salerno) bekommt es mit diversen Fällen, Gangstern (u.a. Jürgen Drews, Franco Fabrizi) und der Presse, die die Polizei vor allem kritisiert, zu tun. Dann wäre da noch eine geheime Spezialeinheit, welche Gangster, die dem Justizapparat durch die Fänge gehen, eliminieren…

Meine Meinung:

Das Syndikat erfuhr zu Ehren von Mario Adorf (Der letzte Ritt nach Santa Cruz, Der Mafiaboss - Sie töten wie Schakale, Malastrana), der am 08.04.26 in Paris verstarb, eine Neusichtung. Ich sah den Film bisher nur einmal, was lange her ist (2012). Da der Film auf dem Blog noch nicht besprochen wurde und die letzte Sichtung lange her war, freute ich mich auf den Film. Der Film von Steno hat die Neusichtung bestanden, auch wenn ich den Film nicht ganz in die Sphären zu Krachern wie Der Tod trägt schwarzes Leder oder Milano Kaliber 9 zähle.

Dafür hatte der Film etwas zu wenig Action und es gab einige zu komische, lustige Momente, die nicht so wirklich zum Rest des Filmes passen wollen (z.B. die nächtliche Busfahrt mit Kommissar Bertone und der Presse mit dem «Sightseeing» der etwas anderen Art). Das diese in früheren deutschen Fassungen auch entfernt wurden, um den Film zu straffen, kann ich auf eine Art sogar nachvollziehen. Aber abgesehen von diesen zwei Details hat mir der Film, der an Filme wie Calahan (= Dirty Harry 2) oder Ruggero Deodatos Eiskalte Typen auf heissen Öfen erinnert, sehr gut gefallen.

Es handelt sich um eine Zusammenarbeit zwischen drei Ländern (Italien, Frankreich sowie Deutschland). Das erklärt dann auch den Cast um Mario Adorf oder Jürgen Drews, der im Film einen der zwei Gangster spielt, die von der Spezialeinheit gejagt werden. Wer Selbstjustiz-Inhalte mag (Ein Mann sieht rot und Co.), wird den Film mögen. Auch der Zeitgeist (die angeheizte politische Stimmung und die Unzufriedenheit der Bevölkerung) wurde gekonnt und amüsant eingefangen. Der Unterhaltungswert ist gegeben und die wenigen Actionmomente überzeugen auch.

Von den Figuren haben mir Enrico Maria Salerno (Mädchen in den Krallen teuflischer Bestien) und Mariangela Melato (Mafian Kosto) als Reporterin am besten gefallen. Mario Adorf spielt eine Nebenrolle als Staatsanwalt. Ihn sehe ich definitiv lieber als Bösewicht. Schwach waren de Bösewichte: die wirken wenig charismatisch und bleiben blass. Da wäre es schön gewesen, wenn ein Name hervorgestochen hätte. Das Ende war etwas vorhersehbar. Etwas vom Besten, was der Film bietet, ist sein unglaublich toller Soundtrack. Jede Szene mit diesem (u.a. der ganze Vorspann) ist ein Genuss. Dieser stammt von Stelvio Cipriani (Piercing, Der Mann, der Venedig hiess, Gewalt über der Stadt).

Fazit: Sehenswerter Poliziotteschi!

Infos:

O: La Polizia ringrazia

Deutschland, Frankreich, Italien 1972

R: Steno

D: Enrico Maria Salerno, Jürgen Drews, Franco Fabrizi, Mariangela Melato, Mario Adorf

Laufzeit der deutschen DVD: 93:42 Min.

Gesehen am: Sept. 2012 / 2. Sichtung am: 10.04.26

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Colosseo Film / AL!VE vor = Sehr gute Bild- und Tonqualität, Uncut (früher zensierte Dialoge wurden mit deutschen Untertiteln versehen). Auf einer 2. Disc gibt es viele Extras (u.a. eine Doku in Spielfilmlänge). Die DVD kommt mit einem Schuber daher. Den Film gibt es vom gleichen Label inzwischen auch auf Blu-Ray.

Dienstag, 2. Januar 2024

Die blinde schwertschwingende Frau

Japanuary 2024

Die blinde schwertschwingende Frau

Story:

Die blinde Oichi (Yôko Matsuyama), welche als Kind von ihrer Mutter verstossen wurde, wird von einem Ronin gefunden und im Kampf ausgebildet. Nachdem sie ihre Ausbildung abgeschlossen hat zieht sie umher, um den Armen zu helfen und für Gerechtigkeit zu sorgen. Ihr Hauptziel ist aber Rache an Denzo (Satoshi Amatsu)…

Meine Meinung (Uncut DDR-Kinofassung):

Die blinde schwertschwingende Frau hat mir leider nicht sonderlich gut gefallen und der Film wird nicht in die Sammlung aufgenommen. Es gibt etliche Filme, die von Kämpfern mit Handicap handeln. Kämpfer denen ein Arm fehlt (The Crippled Masters, Two Crippled Heroes, Wu Xia, The One-Armed Swordsman, One Armed Against Nine Killers), Kämpfer denen Beine fehlen (Crippled Avengers), Kämpfer, die kognitiv beschränkt sind (Six Kung Fu Heros, Vier Schlitzaugen rechnen ab) und eben Kämpfer oder Kämpferinnen, die blind sind (Blind Warrior, The Warrior II, The Sword of Swords, A Sword Renounced, Master of the Flying Guillotine). Die blinde schwertschwingende Frau erinnert dabei vor allem an die Zatoichi Klassiker mit Shintaro Katsu.

Der Film, der es auf mehrere Fortsetzungen brachte, gefiel mir aufgrund der Tatsache nicht, dass zu wenig Schwertkämpfe gab. Der Film war mir viel zu dramatisch. Es gab, trotz der kurzen Laufzeit, Längen. Zudem war der Plot mit den ewigen Sub-Plots und Flashbacks sehr verworren, um unterhaltsam zu sein. Ich empfand den Plot als mühsam. Zudem mochte ich die meisten Figuren nicht d.h. sie haben mich weder überzeugt noch angesprochen. Das gilt für Oichi wie auch ihren Ausbildner/Ronin oder den alten Mann, den sie zu Beginn rettet. Nur Denzo, der Bösewicht, der aber sehr spärlich auftaucht, ist die positive Ausnahme.

Was mir teilweise bei Oichi nicht gefiel verdanke ich aber auch der Version, welche ich gesehen habe. Ich guckte mir die Uncut DDR-Kinofassung an und in dieser Form hat Oichi eine sehr weiche, softe Stimme. Das passt nicht zu ihr. Ich habe später die 2. Filmfassung (Originalfassung, die auch auf Japanisch vorliegt) getestet und in der Form sind a) die Dialoge anders und b) wirkt Oichi viel selbstbewusster und tougher - was der Darstellung mehr gerecht wird. Ein anderes Detail war die Bildqualität: Oichis Gesicht ist total in weiss geschminkt, was in der DDR-Kinofassung durch die Bildqualität als «Effekt» verstärkt wird.

Ich weiss, dass in Asien weisse Hautfarbe als Statussymbol gilt und deshalb viele Asiatinnen mit Sonnenschirm rumlaufen. Aber das weiss war sehr stak und so penetrant, dass es mich total irritierte. Was mich noch mehr Irritierte war Folgendes: Als ich Oichi zum ersten Mal mit dem Gesicht sah, kam mir sofort Franks tote Frau (in Sado - Stoss das Tor zur Hölle) in den Sinn, wie sie, mit total weissem Make-Up-Gesicht, «leichenblass» und tot im Bett liegt, während Frank sexuellen Vorlieben nachgeht. Den Vergleich und die Bilder bekam ich nicht mehr aus dem Kopf. Dafür kann per se der Film nichts, aber mich störte das weisse Gesicht von Oichi.

Abgesehen davon bietet der Film einige schöne Aufnahmen und Kameraeinstellungen, blutige Schwertkampf-Action (allerdings nur sehr wenige und z.T. viel zu kurze Duelle), einen soliden Bösewicht und eine unterhaltssame Gamble-Szene. Hätte der Film eine gradlinigere Story und mehr Action und weniger Längen/Drama gehabt, hätte ein echter Leckerbissen bei rauskommen können. Aber so kommt mir Die blinde schwertschwingende Frau leider nicht in die Sammlung…

Gefolgt von: Trapped, the Crimson Bat

Infos:

O: Mekura no Oichi monogatari: Makkana nagaradori

Japan 1969

R: Sadatsugu Matsuda

D: Yôko Matsuyama, Satoshi Amatsu,

Laufzeit der deutschen DVD: 84:37 Min.

Gesehen am: Japanuary 2024

Fassungen: Mir lag die deutsche Doppel-DVD von Filmjuwelen / AL!VE vor = zwei Fassungen an Bord = DDR-Kinofassung/Uncut und die Originalfassung (Auch Uncut). Die Bildqualität der Originalfassung war etwas besser, zumal nur in dieser Fassung auch der O-Ton Japanisch mit Subs vorliegt. Die DDR-Kinofassung/Uncut ist nur in Deutsch und zumindest die Stimme von Oichi kommt im O-Ton klar besser. Wer den Film jedoch früher in Deutsch guckte, wird am Set Freude haben, da beide deutschen Synchros vorhanden. Gibt es vom gleichen Label auch auf Blu-Ray.

Samstag, 2. Januar 2021

Marebito Review

NIFFF 2005 / Japanuary 2021

Marebito

Story:

Ein paranoider Kameramann (Shinya Tsukamoto) und Voyeur entdeckt auf einem Selbstmord-Video, dass das Opfer vor etwas panische Angst gehabt haben muss und sich deshalb tötete. Vor war hatte das Opfer solche Angst? Der Kameramann beginnt zu ermitteln…

Meine Meinung:

Marebito sah ich 2005 am NIFFF und danach höchstens noch einmal (wenn überhaupt) auf DVD. Mit anderen Worten: ich wusste nicht mehr viel über den Film. Ich wusste, dass Shinya Tsukamoto (Ichi the Killer), Regisseur des Kultfilmes Tetsuo: The Iron Man, die Hauptrolle spielte und er im «Untergrund» irgendwie an ein komisches Wesen gerät. Mehr wusste ich nicht mehr.

Ob Marebito vom The Grudge Regisseur Takashi Shimizu die Neusichtung bestehen würde? Leider nicht. Ähnlich wie bei Another Heaven ist Marebito alles andere als schlecht. Man kann den Film als gut und absolut ok bezeichnen. Die Zeit geht beim Schauen vorbei.

Aber hat mich der Inhalt gefesselt? Nein. Gibt es Momente wo ich extrem staunen musste? Nö. Gibt es Gründe, den Film je wieder anzusehen? Negativ! Im Gegenteil: der Inhalt gibt eigentlich nicht sonderlich viel her und es gibt Längen. Teilweise fühlte ich mich an einen japanischen Urban Explorer erinnert.

Ich denke, es wäre sinnvoller gewesen, wenn Shinya Tsukamoto selbst Regie geführt hätte. Takashi Shimizu Arbeit ist solide und technisch versiert, aber der Inhalt ist zu dünn. Man merkt, dass er vor allem Filme wie The Grudge und Co. («hundertfach») gedreht hat. Nicht sehr ausgeglichene Filmauswahl…

Es gibt einige Momente, die für Gänsehaut-Momente sorgen und die Stimmung und Atmosphäre heraufbeschwören. Es gibt Momente, die sind cool gefilmt. Aber alles in allem deutlich zu wenig. Teilweise hat man das Gefühl, der Regisseur versucht mehr Tiefgang und Phrasen in die von Shinya Tsukamoto gespielte Figur und dessen Dialoge zu packen, als dass die Umsetzung hergibt. So als ob der Film auch sozialkritisch sein möchte (so à la Tetsuo). Doch das ist Marebito definitiv nicht…

Fazit: Hat seine Momente, ist absolut ok, gut schaubar aber weit davon entfernt ein Kracher, Highlight, Schocker, oder Kult-Hit zu sein. Wer sich gruseln lassen will, dem empfehle ich die Sichtung von The Grudge (die 2004er Version von Takashi Shimizu).

Infos:

O: Marebito

Japan 2004

R: Takashi Shimizu

D: Shinya Tsukamoto, Tomomi Miyashita, Kazuhiro Nakahara, Miho Ninagawa, Shun Sugata

Laufzeit der deutschen DVD: 91:35 Min.

Gesehen am: NIFFF 2005 / Überarbeitet am: Jan. 2021

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Alamode Film / Al!ve vor = Uncut, gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und deutsche Subs vorhanden. Es gibt keine Blu-Ray (Stand: Jan. 2021).

Mittwoch, 10. Juli 2019

Why Don't You Just Die! Review

NIFFF 2019 Spezial
Why Don't You Just Die!

Story:

Andrey (Vitaliy Khaev) ist ein Detektiv und ein berühmt berüchtigter dazu. Eines Tages klingelt es an der Türe - ein junger Mann namens Matvey (Aleksandr Kuznetsov) stellt sich vor. Er sei der Freund von Andreys Tochter Olya (Evgeniya Kregzhde) und wolle auf sie warten. Matvey verhält sich jedoch merkwürdig und als Andrey entdeckt, dass Matvey einen Hammer bei sich hat, dauert es nicht lange, bis sich beide aufs Blut bekämpfen. Doch was steckt dahinter? Blut fliesst – und es sollte nicht das einzige Blut werden, welches an diesem Tag fliessen wird…

Meine Meinung:

Why Don't You Just Die! hat mir, wie der erste Film an diesem Tag (All the Gods in the Sky), bisher am besten gefallen und landet auch auf der Wunschliste. Mit russischen Filmen kenne ich mich kaum aus. Why Don't You Just Die! fetzt aber von der ersten Sekunde an (18er Freigabe Einblendung) und Blut und Gewalt stehen ganz weit oben nebst viel derbem schwarzem Humor.

Gewalt und Spass gehen hier Hand in Hand – made in Russia. Und das passt perfekt zusammen! Der Film, der sich nicht ernst nimmt und der comicartig total übertrieben ist, ist mehr als gewalttätig. Es gibt in der Tat viel Blut und was einzelne Szenen angehen, braucht man sich nicht hinter Hostel und Co. zu verstecken.

Der Film ist quasi in drei Abschnitte gegliedert (da drei Personen dem Vater und Detektiv ans Leben wollen). Erklärt werden die Motive in Rückblenden und am Ende endet alles in einem Fiasko. Höchst unterhaltsam und sicher auch geeignet, mehrfach geschaut zu werden da einfach spassig, nicht langweilig, Mal was Anderes und auch optisch und vor allem die Kameraführung und Musik betreffend auch stark und sehens- und hörenswert.

Man kann sogar öfters von amüsanten Zufällen und Situationskomik sprechen. Vorsehbar ist der Film und Verlauf definitiv nicht. Langweilig auch nicht. Mehr schwer abwechslungsreich, kurzweilig und unterhaltsam. Die Darsteller haben mir alle durch die Bank sehr gut gefallen, starke Leistungen. Beachtlich, wenn man bedenkt, dass Kirill Sokolov mit Why Don't You Just Die! seinen ersten Feature-Film abgeliefert hat (zuvor drehte er Kurzfilme).

Fazit: Brutal spassig und extrem unterhaltsam!

Infos:

O: Papa, sdokhni

Russland 2018

R: Kirill Sokolov

D: Aleksandr Kuznetsov, Vitaliy Khaev, Evgeniya Kregzhde

Laufzeit der Originalversion: Ca. 95 Min.

Gesehen am: NIFFF 2019

Fassungen: Gesehen am NIFFF im O-Ton mit u.a. englischen Subs. Es gibt noch keine DVD/Blu-Ray und/oder deutsche Fassung (Stand: Juli 2019). Nachtrag 14.04.23: Inzwischen liegt mir die deutsche DVD von Pierrot le Fou / AL!VE vor = Sehr gute Bild- und Tonqiualität, O-Ton, deutsche Subs, Uncut.

Dienstag, 16. April 2019

Ekel Review


Ekel

Story:

Carol (Catherine Deneuve), die bei ihrer Schwester und dessen Freund wohnt, droht der Versand zu verlieren, nachdem die Schwester und dessen Freund verreisen…

Meine Meinung:

Mit Ekel von Roman Polanski schliesse ich das Kapitel Roman Polanski. Es gibt Regisseure, von denen interessieren mich die Filme erst gar nicht und/oder nach ein-zwei Streifen ist für mich das Kapitel abgeschlossen – filmhistorische Erfolge hin oder her. Egal ob Hitchcock, Kevin Smith (da war nach Yoga Hosers Schluss) oder Ingmar Bergman (da war nach Hour of the Wolf Schluss) und neu auch Roman Polanski, von dem ich immerhin vier Filme gesichtet habe (nebst Ekel noch Die Neun Pforten, Tanz der Vampire sowie Rosemaries Baby).

Von den vier Filmen hat mir nur Ekel nicht gefallen. Die anderen waren gut. Aber Ekel konnte ich nichts abgewinnen. Das Interesse an Polanski, der abseits vom Filmgeschäft eine kontroverse Figur ist (Vergewaltigung einer Minderjährigen), ist dank Ekel nicht gestiegen. Eher gesunken bzw. nicht mehr vorhanden. Ich werde das Geld besser weiterhin ins Kino aus Taiwan, Japan und Hong Kong stecken (oder Italien) – ist dort besser aufgehoben.

Ekel war einfach nur folgendes: weder fesselnd noch spannend dafür stinklangweilig. Ich hätte fast abgestellt und ich verlor das Interesse an den Figuren, der Story und dessen Verlauf sehr schnell. Absolut langweilig. Es passiert sehr wenig und der Film ist besser als jede Schlaftablette.

Fazit: Schlechtester Film den ich von Roman Polanski gesehen habe! Motiviert nicht, sicht weiter damit zu beschäftigen!

Infos:

O: Repulsion

Großbritannien 1965

R: Roman Polanski

D: Catherine Deneuve, Ian Hendry, John Fraser, Yvonne Furneaux, Patrick Wymark

Laufzeit der deutschen Blu: 105:16 Min.

Gesehen am: 20.02.19

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von AL!VE vor = DVD / Blu Ray, Uncut, erstklassige Bild- und Tonqualität, Deutsch/Englisch und deutsche Subs vorhanden. Dazu viele Extras.

Dienstag, 20. November 2018

Horsehead Review

Horsehead

Story:

Jessica (Lilly-Fleur Pointeaux), die seit Jahren an schlimmen Alpträumen leidet und diese erforschen will, pflegt kein gutes Verhältnis zu ihrer Mutter Catelyn (Catriona MacColl). Als die Grossmutter stirbt, bittet Catelyn Jessica sie für die Beerdigung zu besuchen. Bei ihrer Mutter angekommen, wird deren Beziehung erneut auf eine harte Probe gestellt und die Alpträume von Jessica nehmen zu. Jessica glaubt, in ihren Alpträumen Fragen auf unbeantwortete Ereignisse vorzufinden…

Meine Meinung:

Horsehead, ein franz. Horrorfilm von 2014, sagte mir bis vor kurzem nichts. Es handelte sich um einen Blindkauf, der sich leider nicht gelohnt hat. Es ist aber auch stark Geschmackssache – wenn man Reviews zum Film liest finden sich viele sehr gute Meinungen, aber auch viele durchschnittliche bis schlechte Reviews.

Der Film hat mir leider gar nicht gefallen. Trotz der Story, die eine Spannung zu erzeugen versucht, da man inhaltlich nicht weiss, wo der Film hinsteuert (die ganzen Visionen, Alpträume, Realitäten etc.), kam nicht ein einziges Mal Spannung auf. Stimmungsvoll fand ich den Film auch überhaupt nicht, obwohl der optisch und visuell ansprechende Szenen aufweist. Der Film fällt für mich auch definitiv in die Sparte style over substance, wobei mir der Style im Vergleich zu anderen Filmen deutlich weniger gefiel oder nicht zu fesseln vermochte (z.B. Under the Skin, Only God Forgives etc.). Einzelne Filme schaffen es, alleine durch die Bilder zu überzeugen – aber nicht Horsehead.

Der Inhalt fesselt nicht und fand ich auch sinnlos. Natürlich gibt es hier und da schöne Szenen zu sehen, aber es war mir als Zuschauer egal, da mir die Figuren egal waren. Das Schicksal der Figuren war nicht von Bedeutung. Ebenso wenig wo der Film hinsteuert. Die Mutter-Tochter Beziehung voller Klischees hat nämlich von der ersten Szene an extrem genervt. Sehr sogar, dass ich hier und da dachte, jetzt muss ich gleich zu spulen starten, was ich zu 99% nie mache. Und oft fühlte ich mich an die A Nightmare on Elm Street Reihe erinnert.

Auch der Gastauftritt von Philippe Nahon, international wohl noch der bekannteste Name, war nicht der Rede wert (eine Szene hat er). Hat man wohl nur an Bord geholt, um anhand seines Bekanntheitsgrades für den Film zu werben. Zu der Zeit und zuvor war Philippe Nahon im Franz. Kino ein gefragter Mann (spielte mit in: Colt 45, Die Meute, Humans, Lady Blood, Calvaire, High Tension, Irreversibel, Pakt der Wölfe, Die Purpurnen Flüsse oder Menschenfeind).

Fazit: Stark Geschmackssache. Mir hat der Film überhaupt nicht gefallen. Daher spreche ich keine Empfehlung aus.

Infos:

O: Horsehead

Frankreich 2014

R: Romain Basset

D: Lilly-Fleur Pointeaux, Catriona Mac, CollMurray Head, Gala Besson, Philippe Nahon

Laufzeit der deutschen DVD: 91:59 Min.

Gesehen am: 11.08.18

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von donau Film /AL!VE vor = Uncut, Deutsch/Franz. mit deutschen Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität.

Mittwoch, 10. Oktober 2018

The Hallow Review

Horroktober 2018 Spezial
The Hallow

Story:

Ein Ehepaar inklusive Baby beziehen ein einsames, abgelegenes Haus mitten in den Wäldern. Doch statt Ruhe und Entspannung finden sie dort den blanken Horror vor…

Meine Meinung:

Irland kann, was Filme, Filminhalte oder Folklore angehen, auf einige Horrortitel zurückblicken die für Horrorfilmfans interessant sein könnten: die Leprechaun Reihe (irischer Kobold verbreitet Angst und Schrecken, später vor allem Humor aber keinen Schrecken mehr), Isolation (sehenswerter Creature Horror), Rawhead Rex (spielt zumindest in Irland – Clive Barker Roman Verfilmung), Dead Meat (irischer Low Budget Zombiehorror), Wake Wood (à la Friedhof der Kuscheltiere), The Canal (an einem vergangenen NIFFF am letzten Tag eine positive Überraschung gewesen), Boy Eats Girl (Fun-Splatter), A Dark Song (sehr stimmungsvoll) oder Stitches (Clown-Horror).

The Hallow, der mir von einem Freund von mir empfohlen wurde, kann sich gut in diese Reihe eingliedern: der Film ist ein Mix aus Neuem, irischer Mythologie und Folklore und altbekannten Themen (Horror- bzw. Genreklischees), die zu einem sehenswerten Ganzen zusammengebracht werden. Nicht alles ist neu oder originell (abgelegenes Haus, Paranoia, Warnungen, die ignoriert werden), aber der Film legt ein hohes und stimmungsvolles Tempo an den Tag. Dass man nicht sofort alles sieht und erfährt, sorgt für einen Spannungsaufbau (analog zum Tierhorror- und/oder Monstergenre). 

Dass Ehepaare in abgelegenen Häusern Horrorthemen konfrontiert werden ist zwar nicht neu (siehe Filme wie Antichrist oder Shining), aber der Verlauf der Geschichte kann trotzdem fesseln – plus die Spannung und Gruselmomente. Dass das Baby auch im Mittelpunkt steht ist sicherlich Geschmackssacke – ich bin kein grosser Kinderfreund und daher hätte auf diesen Inhalt verzichtet werden können. Das dies und/oder einige Verhaltensweisen der Eltern auch nerven können, trifft zu.

Was die Effekte angehen gibt es einen Mix aus (eher wenig) CGI und altmodischen Effekten, was in der heutigen Film-Zeit für mich immer Pluspunkte gibt und mehr meinem Geschmack entspricht! Dies betrifft Creature-Effetcs – was Gore und Blutgehalt angehen, sollte man keine Inhalte erwarten – es handelt sich nicht um einen Film mit Splattereffekten. Dies ist aber auch nicht nötig – denn The Hallow ist trotzdem ein guter Genre-Beitrag, der kurzweilig zu unterhalten vermag!

Fazit: Kann man gut gucken, Unterhaltung ist garantiert!

Infos:

O: The Hallow

USA, Großbritannien, Irland 2015

R: Corin Hardy

D: Joseph Mawle, Bojana Novakovic, Michael McElhatton, Michael Smiley, Gary Lydon

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 97:08 Min.

Gesehen am: 10.10.18

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von MFA+/Ali!ve vor = Uncut, Deutsch/Englisch mit deutschen Subs, Wendecover, sehr gute Bild- und Tonqualität.