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Dienstag, 7. Juli 2026

Hen

NIFFF 2026 Spezial

 

Hen

Story:

Dawid (Stian Bam) finden in der südafrikanischen Einöde die Überbleibsel eines Massakers vor. Er vergräbt die Opfer und findet in einer Truhe eingesperrt einen stark eingeschüchterten, verletzen und verwilderten Jungen, der sich später als Lukas (Dawian van der Westhuizen) vorstellt. Dawid nimmt den Jungen zu sich nach Hause. Dawid und seine Ehefrau (Amalia Uys) beschliessen, den Jungen bei sich aufzunehmen…

Meine Meinung:

Hen stellt am diesjährigen NIFFF den bisher besten und interessantesten Film dar. Ich wusste praktisch gar nichts, als ich Hen gebucht habe. Es handelt sich um einen südafrikanischen Film von Nico Scheepers. Ein Regie-Debüt. Dieses darf als gelungen bezeichnet werden. Der Film, der komplett in s/w Bilder gedreht wurde (stark, was für Bilder uns hier präsentiert werden!), ist ein Mix aus Arthouse, Horror (hier und da fällt in anderen Berichten auch das Wort Folkhorror) und ein Slowburner.

Hen bietet von Anfang an fantastische Bilder. Die Kameraführung ist ein Genuss. Die Isolation des Landes und später auf der Farm werden wunderbar stimmungsvoll eingefangen. Der Film ist für einen Slowburner sehr langsam in seiner Entwicklung. Es fallen lange keine Dialoge, und ich musste etwas gegen die Müdigkeit ankämpfen, da zu bequeme Kinositze, über 30 Grad und ich war müde. Aber nach und nach fesselte mich der Plot mit dem Verlauf der Handlung. Natürlich kann der Zuschauer einige Sachen vorhersehen. Ansonsten sei gesagt, dass es viel Tierleid zu sehen gibt. Wer damit ein Problem hat, sollte Hen ggf. meiden.

Was die Hintergründe und Hintergedanken des Regisseurs sind, ist mir nicht bekannt. Die NIFFF Vorstellerin sprach von der Kolonisierung (falls ich das korrekt verstanden habe). Aber eigentlich hatte der Film damit nicht wirklich was zu tun, fand ich. Das ist auch gut so. Manchmal ist es besser, wie à la Backrooms, am Ende keine klaren Antworten zu bekommen. So macht später auch eine neue Sichtung Spass und/oder man geniesst einfach die Bilder und das Schauspiel. Und letzteres war absolut herausragend. Stian Bam und Amalia Uys waren in ihren Rollen überzeugen und Dawian van der Westhuizen spielt den kleinen Jungen absolut phänomenal.

Fazit: Sehenswertes und nicht uninteressantes Regiedebüt!

Infos:

O: Hen

Südafrika 2025

R: Nico Scheepers

D: Dawian van der Westhuizen, Amalia Ulys, Stian Bam

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 109 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).

Freitag, 19. Juni 2026

Backrooms

Backrooms

Story:

Clark (Chiwetel Ejiofor) arbeitet in einem Möbelgeschäft und findet heraus, dass es im Erdgeschoss eine geheime Tür gibt, durch die man in ein weites, verwinkeltes Räume-System gelangt. Zusammen mit zwei Angestellten (Finn Bennett, Lukita Maxwell) versucht er, weiter in die Räumlichkeiten vorzudringen und zu recherchieren. Keine gute Idee…

Meine Meinung:

Um Backrooms gibt es aktuell, wie auch Obsession, einen sehr grossen Hype. Ich habe mich über die Hintergründe nicht informiert und mit Ausnahme eines Trailers auch nichts zum Film angesehen. Mir war nicht Mal der Plot bekannt und ich las auch keine Reviews. Ich wollte völlig losgelöst von Informationen und/oder falschen Erwartungen an den Film herangehen. Backrooms reiht sich zu Filmen wie Talk to Me oder den bereits erwähnten Obsession. Alle haben gemeinsam, dass ihre Regisseure sehr jung sind und ihre Karriere auf YouTube starteten.

Kane Parsons hat 2016 als minderjähriger auf YouTube einen Kurzfilm namens The Backrooms (Found Footage) realisiert. Inzwischen ist diese Reihe auf über 20 weitere Filme auf YouTube gewachsen und bereits The Backrooms (Found Footage) wurde zu einem viralen Hit. A24 haben das Talent (und den möglichen kommerziellen Erfolg) erkannt und Kane Parsons drehte nun seinen ersten richtigen Kinofilm mit einem bescheidenen Budget von 10 Mio. USD. Dabei hat der Film bisher schon 260 USD an den Kinokassen eingenommen. Erstaunlich! Backrooms ist also bereits jetzt, wie auch Obsession, ein voller Erfolg.

Hat mir Obsession gut gefallen, so gefiel mir Backrooms sogar noch besser. Ich fand den Inhalt und den Film als Ganzes kreativ, spannend, gruselig, mysteriös und faszinierend. Endlich Mal kein 08/15-Kino. Der Film lässt viele Fragen offen und ist gewollt mysteriös. Man muss sich auf diese Art Film aber auch einlassen können. Seine Backrooms-Serie wurde auf Social Media und Foren (Reddit und Co.) seitenweise analysiert. Dasselbe wird auch mit Backrooms passieren. Der Zuschauer kann viel in den Inhalt oder das Ende interpretieren. Daher freue ich mich schon auf eine zukünftige Zweitsichtung, um ggf. Anzeichen oder Dialoge zu deuten, die Hinweise geben, was es mit dem Ende auf sich hat. Auf der anderen Seite, muss immer alles erklärt, sinngebend oder logisch sein? Ich denke nicht. Warum nicht einfach geniessen, statt alles zu hinterfragen?!

Die Settings wie auch wenigen Effekte und Make-Up-Sequenzen sind toll getrickst und der Film schafft es, ohne 08/15 Jump-Scares, unbehaglich und gruselig zu sein. Auch die Found-Footage Momente sind gut in den Film integriert. Das Ende hat mir gut gefallen und die mir unbekannten Darsteller waren superb. Allen voran Chiwetel Ejiofor sowie Renate Reinsve. Auch die Nebenfiguren sind gut gespielt und wirken authentisch. Das Sound-Design war stark und passte immer hervorragend zum Gezeigten. Ob ich mir Kane Parsons frühere YouTube Serie noch ansehen werde? Ich weiss es nicht. Aber es dürfte gespannt sein, was Kane Parsons in der Zukunft noch abliefern wird.

Fazit: Für mich bisher eine der besten Horrorfilme in diesem Jahr!

Infos:

O: Backrooms

USA 2026

R: Kane Parsons

D: Finn Bennett, Avan Jogia, Lukita Maxwell, Renate Reinsve, Chiwetel Ejiofor, Mark Duplass

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 110 Min.

Gesehen am: 18.06.26

Fassungen: Gesehen in Kino = Uncut, O-Ton, deutsche Untertitel. Soll Ende Dez. dieses Jahres in Deutschland auf DVD, Blu-Ray und UHD erscheinen.

Samstag, 13. Juni 2026

The People Who Own the Dark

 

The People Who Own the Dark

Story:

Auf einem abgelegenen Anwesen feiert der Baron (Paul Naschy) und die High Society inklusive einiger Escort-Damen schmuddelige Partys, während draussen eine nukleare Katastrophe geschieht. Deren «Flash» lässt alle Opfer erblinden. Da die Partygäste im Untergrund gefeiert haben, wurden sie davon verschont. Als sie sich in die Stadt aufmachen, um Nahrungsmittel zu plündern, eskaliert die Situation…

Meine Meinung (Spanische Originalfassung):

Als ich mich für diesen Film vorbereitet habe, musste ich sofort an den auch in Severin Films Box Exorcismo: Defying a Dictator & Raising Hell in Post-Franco Spain enthaltenen Creation of the Damned denken, der ein ähnliches Szenario erzählt: eine Gruppe von Personen auf engsten Raum, während draussen eine nukleare Katastrophe geschieht. Mir schwante Böses, aber zum Glück ist The People Who Own the Dark besser und effektiver als der langweilige Creation of the Damned. The People Who Own the Dark ist bis dato nebst The Bell from Hell der beste Film in Severin Films Box-Set.

The People Who Own the Dark sah ich mir in der spanischen Originalfassung an. Der US-Edit hat nicht nur die sprachliche Veränderung, sondern ist auch kürzer. Es wurden Inhalte (Story-Verlauf und Figurentiefe) entfernt. Zudem hat die US-Fassung eine neue Musik erhalten. Die spanische Originalfassung von León Klimovsky (Vengeance of the Zombies, The Werewolf vs. Vampire Woman, Trauma) hat mir gefallen. León Klimovsky hat in seiner Karriere oft mit Paul Naschy (The Beast and the Magic Sword, Human Beasts, The Werewolf and the Yeti) zusammengearbeitet, der hier ebenfalls an Bord ist.

Der Film ist interessant, da die Gruppe aus reichen Personen besteht, die in der Stadt dann auf die einfachen Bürger treffen, die an den Folgen der nuklearen Katastrophe zu leiden haben. Und es gibt Spannungen, die danach zu den Szenen führen, die, und das kommt wirklich so rüber, an Die Nacht der lebenden Toten erinnern. Der einfache Bürger tut sich zusammen, um am «Adel» Rache zu nehmen. So in etwa gestaltet sich der Plot. Nebst Paul Naschy sind hier noch Namen wie Nadiuska (Challenge of the Tiger) sowie Jess Franco Stammschauspieler Antonio Mayans (Night of Open Sex, Black Boots, Leather Whip, Macumba Sexual) zu sehen. Und das fiese End war genau nach meinem Geschmack.

Fazit: Nicht uninteressant!

Infos:

O: Ultimo Deseo

Spanien 1976

R: León Klimovsky

D: Paul Naschy, Nadiuska, Alberto de Mendoza, Tony Kendall, Maria Perschy, Teresa Gimpera, Emiliano Redondo, Julia Saly, Antonio Mayans

Laufzeit der US-Blu: 99:57 Min.

Gesehen am: 13.06.26

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Severin Films (Exorcismo: Defying a Dictator & Raising Hell in Post-Franco Spain) = nebst der spanischen Uncut Fassung (Spanisch mit englischen Untertiteln) befindet sich auch die ca. 20 Min. gekürzte und veränderte (neue Musik) US-Fassung auf der Disc. Die Bild- und Tonqualität sind hervorragend. Als Extras gibt es u.a. ein Interview mit Antonio Mayans und ein Sitges Filmfest Special. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Juni 2026).

Samstag, 23. Mai 2026

Rabid Dogs

Rabid Dogs

Story:

Drei Gangster (Maurice Poli, George Eastman, Don Backy) flüchten vor der Polizei und nehmen Geiseln (u.a. Lea Lander, Riccardo Cucciolla). Ein Kampf ums Überleben beginnt…

Meine Meinung:

Rabid Dogs wurde zu Ehren von George Eastman angesehen, der im echten Leben den Namen Luigi Montefiori trägt. George Eastman ist sein Pseudonym. Bekannt wurde der grosse und stämmige Italiener vor allem im Ital. Horrorfilm Man-Eater, in der er den Kannibalen spielte. Dank seiner Statur war George Eastman (Baba Yaga, Absurd, Hands of Steel) die perfekte Wahl für diese Rolle. Dieser starb vor drei Tagen. Zu seinen Ehren schaute ich mir Rabid Dogs an.

Rabid Dogs, der eine interessante Fassungsgeschichte hinter sich hat, ist in meinen Augen einer der besseren Filme von Mario Bava (Caltiki – The Immortal Monster, Blutige Seide, Kill Baby Kill, Planet der Vampire). Rabid Dogs verschwand kurz seiner Beendigung Mitte der 70er Jahre da die Firma Pleite ging. Der Film wurde erst Mitte der 90er Jahre und nach dem Tod von Mario Bava fertiggestellt. Dabei half sein Sohn Lamberto Bava (Demons 1 + 2). Daher wird letzterer je nach Quelle auch als Regisseur gelistet.

Deren Version namens Kidnapped beinhaltete jedoch auch Nachdrehs, neue Figuren und eine neue Musik. Rabid Dogs hingegen ist die Version basierend auf Mario Bavas Drehbuch (und bekam den Titel Rabid Dogs). Die Rabid Dogs Fassung ist bei Fans daher auch beliebter als die veränderte Fassung. Rabid Dogs ist ein intensives Gangsterfilmchen welches mehrheitlich in einem Auto spielt. Ähnlich wie das Euro-Cult-Highlight Wenn Du krepierst - lebe ich. Eine Art Kammerspiel mit unterschiedlichen Figuren und Spannungen. Und selbstverständlich läuft nichts so, wie geplant.

Das Schauspiel ist gut, auch wenn gerade zwei der drei Gangster hin und wieder durch ihr Overacting fast ins Lächerliche kippen. Darunter auch George Eastman. Zudem war der Film in einigen Szenen sleaziger als ich das in Erinnerung hatte. Eine Szene hat mich sogar an Wes Cravens Last House on the Left erinnert. Der Film lebt vom Plot, dem Kammerspiel und seiner Stimmung. Die dicke Überraschung folgt dann im Finale und diese finde ich einfach nur gelungen. Dazu gibt es einen wunderbaren Soundtrack von Stelvio Cipriani (Das Syndikat, Der Tod trägt schwarzes Leder, Piranha II – Fliegende Killer).

Fazit: Fans des Ital. Kinos können bedenkenlos zugreifen!

Infos:

O: Cani arrabbiati

Italien 1974

R: Mario Bava, Lamberto Bava (je nach Quelle)

D: Maurice Poli, George Eastman, Don Backy, Lea Lander, Riccardo Cucciolla

Laufzeit der UK-Blu: 95:51 Min.

Gesehen am: Okt. 2006 / Neusichtung am: 22.05.26

Fassungen: Mir lag die UK-Blu-Ray von Arrow Video vor = nebst der bekannten Kidnapped Fassung befindet sich auch die näher an Mario Bavas Original-Film orientierter Rabid Dogs im Set (Ital. mit englischen Subs). Der Film ist Uncut und die Bild- und Tonqualität sind sehr gut. Nebst Booklet mit vielen Infos gibt es auch exklusive Extras (Interviews, Audiokommentar, Making of etc.). In Deutschland mit ebenso beiden Fassungen und den Extras der Arrow Disc von Tiberius Film auf Blu-Ray zu haben.

Montag, 30. März 2026

They Will Kill You

They Will Kill You

Story:

Asia Reaves (Zazie Beetz) nimmt in einem Hotel eine Stelle als Putzkraft an. Doch dort erwartet sie eine unerwartete Überraschung…

Meine Meinung:

Vor vielen Monaten sah ich im Kino den Trailer zu They Will Kill You. Einem Film, von welchem ich noch nie gehört hatte. Der Trailer sah vielversprechend aus. Gestern ging es ins Kino. Ich wusste praktisch nichts über den Film, die Produktion oder Cast und Crew. Obwohl der Trailer schon einige Story-Inhalte verrät, wusste ich das nicht mehr. Ich wusste nur, dass der Lead eine neue Stelle annimmt und sich in Gefahr begibt und dass es u.a. eine südafrikanische Produktion ist (u.a. in Kapstadt gedreht). Dass es sich um den neuen Film von Kirill Sokolov handelt, schnallte ich erst nach der Sichtung. Dessen Why Don't You Just Die! fand ich toll.

Daher überrascht es mich auch nicht, dass ich an They Will Kill You Gefallen fand. Selten hat mich ein Kinofilm in den letzten Monaten so gut unterhalten, wie They Will Kill You. Es ist gut, vor der Sichtung möglichst wenig über den Film zu wissen und zu sehen. Der Film hat mich an Filme wie The Raid, Kill Bill: Vol. 1 oder Bride of Re-Animator und Co. erinnert. Der Film war besser und deutlich blutiger als erwartet. Es gab zwei kleine Mankos, die aber nicht sonderlich ins Gewicht fallen = dreimal gefiel mir die Musik (Rap) nicht, da nicht meinem persönlichen Geschmack entsprechend und der Schweinekopf im Finale war billig (CGI).

Abgesehen davon waren die Effekte toll und stark anzusehen. Die Kampfszenen waren cool inszeniert. Es gibt mehrere epische Szenen, die optisch ein Genuss waren. Style over Substance Faktor. Die Splattereffekte waren auch cool. Der Plot war dünn und Mittel zum Zweck. Der Inhalt wird in Rückblenden und Kapiteln erzählt. Der Inhalt ist an sich nicht wirklich originell, aber perfekt geeignet, um spassig, blutig und actionreich zu unterhalten. Kirill Sokolov scheint zudem ein Fan von Quentin Tarantino zu sein. Viele Momente erinnern an das kultige Vorbild. Der schwarze Humor war speziell, hat für mich auch nicht immer, aber meistens, funktioniert.

Die mir unbekannte Zazie Beetz hat eine starke Leistung abgegeben. Man nahm ihr die Actionrolle durchaus ab. Man darf gespannt sein, was sie in Zukunft für Rollen annehmen wird. Dasselbe gilt für Regisseur Kirill Sokolov. Bitte mehr davon! Daneben ist der Film mit Namen wie Heather Graham (From Hell) und Patricia Arquette (A Nightmare on Elm Street 3: Dream Warriors) auch prominent besetzt. Aber auch (mir unbekannte) Namen wie Tom Felton, Gabe Gabriel oder Myha'la (Bodies Bodies Bodies) waren überzeugend. Nur das vielgelobte Finale fand ich persönlich am schwächsten. Das hohe Niveau, welches der Film zuvor hält, kann nicht bis zum Ende mitgetragen werden.

Fazit: Spassig und unterhaltsam!

Infos:

O: They Will Kill You

Südafrika, USA, Kanada 2026

R: Kirill Sokolov

D: Zazie Beetz, Heather Graham, Tom Felton, Gabe Gabriel, Patricia Arquette, Myha'la, Paterson Joseph

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 94 Min.

Gesehen am: 29.03.26

Fassungen: In Bern im Kino gesehen = Englisch mit Untertiteln, Uncut, ab 16 Jahren freigegeben. Eine deutsche DVD, Blu-Ray oder UHD ist noch nicht angekündigt (Stand: März 2026).

Mittwoch, 11. März 2026

Blind Alley

NIFFF 2012

Blind Alley

Story:

Rosa (Ana de Armas) begegnet nachts in einem Waschsalon einem jungen Mann (Diego Cadavid). Nach allmählichem Palaver beginnt die zuerst empfundene Vorfreude Angst zu weichen, denn Rosa nimmt an, dass es sich bei dem Mann um einen Mörder handelt. Ein Katz- und Maus-Spiel nimmt seinen Lauf…

Meine Meinung:

Blind Alley ist eine spanisch-kolumbianische Koproduktion, die ich 2012 am NIFFF sah. Der Film hat mir heute nicht mehr so zugesagt, wie damals am NIFFF, wo ich natürlich etwas überraschter war. Trotz seiner Laufzeit von nur 73 Minuten nahm ich bei der 2. Sichtung Längen wahr. Blind Alley ist ein Film, der nach einer einmaligen Sichtung, viel von seinem Pulver bereits verschossen hat, da der Zuschauer den Twist bereits kennt. Dieser wirkt zudem auch, aus heutiger Sicht, weniger überraschend, als damals im Kino (à la From Dusk Till Dawn).

Blind Alley ist ein Mix aus Horror- und Kammerspiel, auch wenn das bunte Intro direkt aus Austin Powers stammen könnte. Die Horrorparts nehmen erst im letzten Viertel zu. Hier wäre ein früherer Start wünschenswert gewesen. Einige Effekte, besonders die Gesichter und Masken, waren z.T. auch recht billig, und wenn ich nicht irre, auch unschöne digitale Effekte. Der rote Saft wird hier und da vergossen und es wird öfters mit einem Splitscreen gearbeitet. Regisseur Antonio Trashorras hat zumindest keine grössere Karriere hingelegt. Seine letzte Regiearbeit ist schon über zehn Jahre alt (Anabel 2015).

Apropos Anabel: in diesem setzte Antonio Trashorras wieder auf seine Blind Alley Hauptdarstellerin Ana de Armas. Sie ist wohl der einzige wirkliche Hingucker und durch und durch positive Aspekt des Filmes. Sie spielt nicht nur im Film einen Charakter aus Cuba, sondern sie stammt tatsächlich von dort, ehe sie später in Spanien landete und dort im Filmgeschäft Fuss fasste. Und im Gegensatz zu Regisseur Antonio Trashorras hat sie den Aufstieg geschafft. So wirkte Ana de Armas zuletzt in Hollywood-Filmen wie No Time to Die, Blonde, Blade Runner 2049 sowie Ballerina mit. Die anderen Figuren waren leider relativ uninteressant.

Fazit: Eigentlich kein schlechter Film, aber auch nichts für meine Sammlung. Das Konzept hätte als Kurzfilm besser funktioniert.

Infos:

O: El Callejón

Spanien, Kolumbien 2011

R: Antonio Trashorras

D: Ana de Armas, Diego Cadavid, Leonor Varela, Judith Diakhate, Alfonso Rojas

Laufzeit der deutschen DVD: 73:02 Min.

Gesehen am: NIFFF 2012 / 2. Sichtung am: 11.03.26

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Koch Media vor = Mit Wendecover, Uncut, Deutsch/Spanisch mit deutschen Untertiteln. Die Bild- und Tonqualität sind gut. Den Film gibt es vom gleichen Label auch auf Blu-Ray.

Donnerstag, 5. März 2026

Creation of the Damned

 

Creation of the Damned

Story:

Nordamerika in einer entfernten Zukunft:

Nach einem Atomkrieg leben fünf Personen in einem Bunker unter der Erde. Mit der Zeit machen sich Spannungen breit…

Meine Meinung:

Creation of the Damned ist ein Mitte der 70er Jahre Film aus Spanien und ein Mix aus Endzeit, Kammerspiel, Sci-Fi und unterschwelliger Sozialkritik (der Bunker und das Szenario wird metaphorisch als Untergang des Franco Regimes gesehen, daher wurde der Film auch in Severin Films Box Exorcismo: Defying A Dictator & Raising Hell In Post-Franco Spain aufgenommen). Ob die Filmemacher dies jedoch tatsächlich auch so sahen, ist mir nicht bekannt. Auf der Blu-Ray hätte es ein Interview mit Regisseur José Ulloa, ggf. würde er mehr dazu sagen.

Allerdings werde ich mir dieses nicht ansehen, da ich Creation of the Damned vor allem einfach langweilig und öde fand. Ich habe nichts gegen Kammerspiele (z.B. Der Totmacher). Aber Creation of the Damned merkt man das kleine Budget negativ an, zumal auch die Figuren nicht wirklich glaubhaft agieren. Der Film ist wirklich einfach langweilig und der Plot kommt schwer in die Gänge. Es gibt eigentlich keine wirklichen Highlights. Nur als in der einen Aussenaufnahme paar verweste Leichen zu sehen sind, kann ich da ansatzweise von kleineren «Highlights» sprechen. Ansonsten darf in Sachen Effekte, Gewalt, Action oder Sex nichts erwartet werden.

Für heutige Verhältnisse wirkt der Film auch angestaubt. Die Stars um Craig Hill (Anguish), Patty Shepard (Slugs), Teresa Gimpera (The Night of the Devils) oder Fernando Hilbeck (Flesh + Blood) haben zwar Genre-Erfahrungen, werden aber durch ein schwaches Drehbuch im Stich gelassen. Der Film spielt zu 95% im Bunker. Es kommt auch eine Katze namens Pussy (sehr originell) vor, die den Film leider nicht überlebt und gehäutet im Kühlschrank landet. Wenn die künstliche Intelligenz danach gefragt wird, so bekommen wir die Antwort, dass die Katze wirklich getötet wurde (was ich mir jedoch nicht vorstellen kann). Denn, wenn anders oder alternativ danach gefragt wird, heisst es bei der nächsten Antwort, das Effekte und/oder ein toter Hase für die «tote Katze» verwendet wurden. 

Fazit: Langweiliges Kammerspiel und daher nicht zu empfehlen!

Infos:

O: El Refugio del miedo

Spanien 1974

R: José Ulloa

D: Craig Hill, Patty Shepard, Teresa Gimpera, Fernando Hilbeck, Fernando Millet

Laufzeit der US-Blu: Ca. 96 Min.

Gesehen am: 05.03.26

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Severin Films (Exorcismo: Defying A Dictator & Raising Hell In Post-Franco Spain Box) = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs, exklusive Interviews. Gibt es in Deutschland unter dem Titel Gefangene der Tiefe auf VHS.

Sonntag, 14. Dezember 2025

47 Meters Down: Uncaged Review

47 Meters Down: Uncaged

Story:

Vier Mädels (u.a. Sistine Rose Stallone) kämpfen in einer Unterwasser-Höhle um ihr Leben, als sie es mit einem Hai zu tun bekommen…

Meine Meinung:

Der Regisseur von The Strangers: Prey at Night, der schon den Erstling 47 Meters Down realisierte, den ich 2017 in Berlin am FFF sah, inszenierte auch gleich die zwei Jahre später entstandene Fortsetzung. Ich sah den Vorgänger, wie ich bereits erwähnte, nur am FFF in Deutschland und kann mich kaum an den Film erinnern. Ich würde aber sagen, dass die Fortsetzung besser geworden ist. Allgemein war der Film besser als ich es erwartet habe. Klar, viele Dinge sind Zufälle, unglaubwürdig und die Handlungen der Figuren nicht nachvollziehbar, aber ich wurde doch bestens unterhalten.

Das ist schon fast Trash-Kino erster Güte. Sogar eine Szene à la Deep Blue Sea gibt es hier zu sehen (vorhersehbar). Andere Zuschauer vergleichen den Film mit einem Slasher (mit Haien statt einem meuchelnden, Masken tragenden Killer) oder mit dem grossartigen The Descent. Nur mit Haien statt Monstern. Der Film sieht unglaublich gut aus, ist schön gefilmt und wartet mit schicken Slow-Mo-Aufnahmen auf. Die Haie sind in einigen Szenen nicht sonderlich toll animiert. Wenn jedoch nur Close-Ups zu sehen sind, sehen die Dinger hier und da schon toll unheimlich aus.

Dem Film gelingt es, zu fesseln und eine gewisse Spannung aufzubauen. Das Setting, die Unterwasserhöhle, gibt mehr her, als zunächst erwartet. Gegen Ende übertreibt es der Film dann etwas und hetzt fast von einem Finale zum nächsten. Die letzten 15 Minuten oder so sind herrlich trashige Übertreibung. Muss man fast gesehen haben, um es zu glauben. Der Cast war passend zum Film. Keine bekannten Namen dabei und nichts, was aus der Masse herausragt (halt alles mehr oder weniger gut aussehende Frauen in knappen Bikinis). Darunter ist auch eine Tochter von Actionlegende Silvester Stallone.

Fazit: Wer Tierhorrorfilme mit Haifischen mag, dürfte mit 47 Meters Down: Uncaged seinen Spass haben!

Infos:

O: 47 Meters Down: Uncaged

Grossbritannien 2019

R: Johannes Roberts

D: Nia Long, John Corbett, Sophie Nélisse, Brec Bassinger, Sistine Rose Stallone

Laufzeit der US-DVD: Ca. 90 Min.

Gesehen am: 15.11.25

Fassungen: Ich bekam vom Kumpel die US-DVD von Lions Gate geschenkt (es war eine DVD/Blu-Ray Combo-Fassung) sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs, Uncut. Gibt es in Deutschland auf DVD und Blu-Ray.

Sonntag, 13. Juli 2025

OBEX

NIFFF 2025 Spezial

OBEX

Story:

Conors (Albert Birney) Hund verschwindet spurlos. Um diesen zu finden, muss Conor ins Videospiel OBEX eintauchen…

Meine Meinung:

OBEX ist ein typischer «Hit or miss» Festival-Film. Dem war ich mir bewusst, als ich die Sichtung buchte. Dies tat ich auch nur, da der Kumpel den schauen ging. Sonst hätte ich mir den Film wohl nicht angesehen. OBEX ist einer dieser Festival-Filme, zu denen es auch noch keine Trailer gab. Ich wusste nur, dass es eine Art Experimental-Film sein wird. In Beschreibungen und Reviews war von David Lynch, explizit Eraserhead Vergleichen, die Rede.

Albert Birney, der nicht nur Regie führte, sondern den Film quasi als «Ein-Mann-Crew» inszenierte, ist scheinbar nicht nur Fan von Eraserhead, sondern auch von anderen 80er Jahre Themen wie Retro-Games oder vor Horror-Ikonen und Figuren à la Fredy Krüger. Da werden u.a. auch Filmausschnitte gezeigt und Freddy darf sogar einen Gastauftritt hinlegen. Das Ganze ist beachtlich gemacht, wenn man bedenkt, dass wohl kaum Budget vorhanden war.

Dies rächt sich jedoch in der 2. Filmhälfte. Gerade dann, wenn Conor in OBEX eintaucht und als Held das Abenteuer beschreitet, verliert der Film an Qualität und Interesse. Es gibt Längen, ihm nimmt man die Heldenrolle nicht ab und es gibt viel zu wenig Action und Effekte, da eben kaum Budget vorhanden war. Und ich bin der Katzen-Typ, nicht der Hunde-Typ. Ich hätte statt Hund Sandy lieber eine Katze gesehen. Gegen Ende wurde ich doch recht müde und der Plot zog sich im letzten Viertel seinem mühsamen Ende entgegen.

Fazit: Nette Idee und die Motivation von Albert Birney verdient Anerkennung. Leider wurde ich mit OBEX nicht warm. War nicht mein Fall…

Infos:

O: OBEX

USA 2025

R: Albert Birney

D: Albert Birney, Callie Hernandez, Frank Mosley

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 90 Min.

Gesehen am: NIFFF 2025

Fassungen: Am NIFFF 2025 im O-Ton mit franz. Subs gesehen. Uncut. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2025).

Mittwoch, 14. Mai 2025

Die Verwandlung

Die Verwandlung

Inhalt:

Gregor wacht verspätet auf. Hat er den Wecker nicht gehört? Er kommt zu spät zur Arbeit. Plötzlich sind nicht nur seine Eltern und Schwester, die im gleichen Haushalt leben, besorgt, sondern auch der Arbeitgeber. Diese schicken den Prokuristen vorbei, um nach Gregor zu sehen. Dann stellt Gregor ungemütliche Veränderungen an sich fest…

Meine Meinung:

Von Franz Kafka habe ich bisher noch nichts gelesen. Der Name des Autors war mir natürlich bekannt, aber ich muss gestehen, dass ich nicht wirklich wusste, wer er war, wann er lebte oder was für Romane er schrieb. Ich wusste nur, dass er auch surrealistische Inhalte wie Dali schrieb. Franz Kafka, der als einer der wichtigsten Vertreter der modernen Literatur gilt, hat vor allem Kurzgeschichten geschrieben. Die Verwandlung bekam ich von der Kollegin empfohlen. Als sie mir davon erzählte, fühlte ich mich etwas an David Cronenbergs Die Fliege erinnert.

Das reichte aus, um Die Verwandlung zu bestellen. Die Geschichte, die 1915 in der Reihe "Der jüngste Tag" veröffentlicht wurde, ist 79 Seiten lang. Es gibt natürlich viele Anbieter (Verlage), die den Roman zum Verkauf anbieten. Einzeln oder mehrere seiner Kurzgeschichten in einem Band. Die Version vom Nikol Verlag gefiel mir, auch wenn leicht teurer als andere Optionen, am besten. Bestellt und nach drei Wochen Abwesenheit auf Arbeit in meiner ersten Nacht (ich arbeite als Nachtwache) bereits beendet. Die Verwandlung ist keine Die Fliege, was aber auch nicht heissen soll, dass sich Die Verwandlung nicht lohnt.

Die Story legt viel schneller los, als erwartet. Warum sich Gregor in einen Käfer verwandelt, wird nicht erklärt. Die Ausgangslage ist spannend. Der Inhalt ist spannend, fesselnd, dramatisch und auch traurig. Es waren andere Zeiten, in denen Kinder als Ressourcen gesehen wurden, um die Familie zu ernähren und um der Familie das Überleben zu sichern. Die Verwandlung lässt viel Raum für Interpretationen. Der Käfer wird übrigens nicht sonderlich detailliert beschrieben. Die Beschreibungen sind wenig explizit.

Das dramatische Kammerspiel wartet mit einem Ende auf, welches klar werden lässt (zumindest nach meiner Auffassung und meiner Interpretation), dass sich der Titel des Romans, «Die Verwandlung», nicht auf Gregor bezieht, sondern auf dessen Schwester. Ihre Figur wandelt sich am meisten, was in den letzten Zeilen des Romans, am eigentlich traurigen Ende, deutlich wird. Ihr Wandel ist für den Plot und Verlauf am wichtigsten. Ob das jedoch wirklich so ist, kann ich nicht sagen. Es gibt viele Interpretationen zum Roman und Inhalt, das war meine. Ich nahm es beim Lesen, vor allem im letzten Viertel, so wahr.  

Fazit: Macht Lust auf mehr! Als nächstes kommt In der Strafkolonie auf die (Wunsch)Liste (wurde mir von einem Kollegen empfohlen)!

Infos:

In Deutschland erschienen: Ja

Sprache: Deutsch

Verlag: Nikol Verlag

Anzahl Seiten: 79

Roman/Sachbuch: Roman

Art: Gebunden

Autor: Franz Kafka

Erschienen: 5. Auflage 2024 (Ursprünglich 1915)

Sonntag, 27. April 2025

Locked

Brugggore Filmfestival 2025 Spezial

Locked

Story:

Ein Dieb (Bill Skarsgård) bricht in ein Auto (in einen SUV) ein. Er erhofft sich eine Beute, doch dann kommt er aus dem Wagen nicht mehr raus. Ist eingeschlossen und gefangen…

Meine Meinung:

Locked wirkte zunächst wie ein etwas untypischer Film für ein Film Festival wie das Brugggore Filmfestival. Allerdings wusste ich auch wenig über den Inhalt des Filmes und Interessierte tun gut daran, dass vor der Sichtung nicht zu ändern. Denn nur so kann der Film seine Wirkung voll entfalten. Auf der anderen Seite haben wir es mit einem Film zu tun, der bei einer möglichen 2. Sichtung viel Spannung einbüssen wird.

Der Film könnte inhaltlich als Mix aus Death Wish mit Charles Bronson sowie Saw umschrieben werden. Als Katz- und Maus- und Kammerspiel in einem Auto. 90% des Filmes spielen in dem SUV. Das ist schon ein gewagtes Konzept. Es hat aber funktioniert und kann auch sozialkritisch gesehen werden, was theoretisch mit modernen Autos, die mehr «fahrenden Computern» gleichen, angestellt werden könnte. Je nach Mastermind hinter der Sache. Etwas mehr Hintergrundinfos zu der von Anthony Hopkins gespielten Figur wären dennoch wünschenswert gewesen.

Die Ausgangslage ist innovativ und die Frage ist, wortwörtlich, wo die Reise hingeht. Der Film wartet dabei mit zwei bekannten Namen auf, die den Film tragen. Zum einen mit Das Schweigen der Lämmer Star Anthony Hopkins. Der bekommt erst im letzten Viertel Screentime. Zuvor ist nur seine Stimme zu hören. Anthony Hopkins ist sichtlich gealtert. An seine Darbietung aus vergangenem Tage mag er nicht mehr anzuknüpfen, doch spielt er seinen Part solide. Besser macht es der wandelhafte Bill Skarsgård (Barbarian, Nosferatu). Er trägt den Film allein und liefert eine starke Performance ab.

Fazit: Interessantes Kammerspiel!

Infos:

O: Locked

USA 2025

R: David Yarovesky

D: Bill Skarsgård, Anthony Hopkins, Ashley Cartwright

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 95 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2025

Fassungen: Film am Brugggore Filmfestival gesehen = Uncut und in Englisch. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: April 2025).

Montag, 7. Oktober 2024

Heretic

ZFF 2024 / Horroktober 2024

Heretic

Story:

Zwei Bibelverkäuferinnen (Sophie Thatcher, Chloe East) klingeln am Haus von Mr. Reed (Hugh Grant), der ihnen Einlass gewährt. Beide nehmen an und treten ein. Keine gute Idee…

Meine Meinung:

Heretic ist eine neue A24-Produktion. Die Firma, die für Filme wie Love Lies Bleeding, MaXXXine, Talk to Me (= nur aufgekauft) oder Dream Scenario verantwortlich ist. Immer guter Stoff für Filmfeste und Filmfans. Als ich den ersten Trailer zu Heretic sah, war ein Kinobesuch schon beschlossene Sache. Und dank des ZFF in Zürich kam ich nun schon früher in den Genuss des Filmes. Heretic ist ein Kammerspiel, welches in seinen 110 Minuten zu keiner Sekunde langweilig wird.

Heretic ist ein spannendes und stimmungsvolles Kammerspiel, welches vor allem durch seinen tollen und überzeugenden Cast liefert. Hugh Grant, ehemaliger Frauenschwarm, macht in der Rolle des Psychopathen extrem viel Spass. Pures Kino, ihm zuzusehen. Sein Overacting ist klasse. Da kommen mir andere Schauspieler in den Sinn, die selten Bösewichte spielten, dass aber stark gemeistert haben, z.B. George Clooney in From Dusk Till Dawn oder Leslie Nielsen in Creepshow oder Day of the Animals.

Was Hugh Grant angeht, kenne ich nur einen Film. The Lair of the White Worm. Der war jedoch nicht meine Kragenweite. Das Alter bekommt ihm aber gut: er spielt wunderbar creepy. Aber auch die Mädels machen ihre Sache gut. Sophie Thatcher fällt etwas ab, aber Chloe East wirkt in ihrer Rolle als Mormonin glaubhaft. Der Plot ist spannend. Es geht um Glauben und Unglauben inklusive um Religionen. Wo der Film hinführt? Dies sei an dieser Stelle nicht verraten. Allerdings hätte ich mir gegen Ende hin einen grösseren Knalleffekt versprochen und das Ende selbst lässt Interpretationen zu. Geschmackssache.

Fazit: Nur schon aufgrund Hugh Grants tollem Schauspiel sehenswert!

Infos:

O: Heretic

USA 2024

R: Scott Beck Bryan Woods

D: Hugh Grant, Sophie Thatcher, Chloe East, Elle McKinnon, River Codack, Carolyn Adair

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 110 Min.

Gesehen am: 04.10.24

Fassungen: Am Zürich Film Festival 2024 gesehen = Uncut, O-Ton, deutsche Subs. Der Film bekommt Ende Dez. 2024 auch noch einen regulären Schweizer Kinostart spendiert. Eine DVD/Blu-Ray/UHD ist noch nicht angekündigt (Stand: Okt. 2024).

Donnerstag, 11. Juli 2024

Things Will Be Different

NIFFF 2024

Things Will Be Different

Story:

Ein Geschwisterpaar versteckt sich nach einem Raubüberfall in einem alten Farmhaus, welches die Gabe besitzt, diese in eine andere Zeit zu senden und so vor der Polizei zu schützen. Doch die Sache ist nicht ganz ungefährlich…

Meine Meinung:

Things Will Be Different war, wie andere BIFFF oder NIFFF Filme, einer jener Filme, von denen es keinen Trailer gibt (Kryptic, Animale). Ich hätte mir den Film auch am BIFFF ansehen können. Nun holte ich die Sichtung am NIFFF nach. Der Film stammt von Regisseur Michael Felker. Der Film wurde von Justin Benson & Aaron Moorhead (Spring) produziert. Michael Felker hat schon in der Vergangenheit mit Benson & Moorhead zusammengearbeitet. Er war als Editor für deren Filme Something in the Dirt oder The Endless zuständig. Nun versucht er sich selbst als Regisseur.

So wirkt der Film auch etwas an die Filme der erwähnten Produzenten. Things Will Be Different ist zwar kein Highlight, aber definitiv einer der besseren NIFFF-Filme. Aber auch wenig überraschend, bei den ganzen Flops und Schlaftabletten von Filmen, welche ich bisher am diesjährigen NIFFF sah. Things Will Be Different ist durch den Plot allein spannend. Und schafft es auch, zu fesseln. Die Bilder werden schön eingefangen und die Darsteller machen ihre Sache sehr glaubwürdig. Riley Dandy ist die, welche mich z.B. in Christmas Bloody Christmas höllisch nervte. Hier spielt sie jedoch wirklich gut und nervt nicht. 

Der Film bietet nur eine kleine Anzahl von Figuren. Der Plot beschränkt sich auf die Farm und Umgebung. Als Zuschauer will man wissen, wohin die Reise geht. Das Ende ist konsequent, aber irgendwie auch nicht sonderlich überraschend. Dennoch wird eine Spannung lange gehalten, Fragen nicht beantwortet und Things Will Be Different ist ein Film, der durch seine Zeitschleifen-Thematik ggf. gut mehrfach angesehen werden kann, um neue Details oder Theorien zu entdecken.

Fazit: Wer die Filme von Justin Benson & Aaron Moorhead mag, kann hier auch gut einschalten!  

Infos:

O: Things Will Be Different

USA 2024

R: Michael Felker

D: Adam David Thompson, Riley Dandy, Chloe Skoczen

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 102 Min.

Gesehen am: NIFFF 2024

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2024 im O-Ton und Uncut. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray, UHD oder eine deutsche Fassung (Stand: Juli 2024).

Donnerstag, 25. April 2024

You'll Never Find Me

Brugggore Filmfestival 2024 Spezial

You'll Never Find Me

Story:

Patrick (Brendan Rock) lebt einsam auf einem Wohnwagen-Park. Draussen tobt ein starker Sturm. Plötzlich klopft es mitten in der Nacht an der Türe. Er öffnet und da steht eine ihm unbekannte, junge und total durchnässte Frau (Jordan Cowan)…

Meine Meinung:

You'll Never Find Me ist ein australischer Genre-Beitrag von einem Regie-Gespann. Ein Slowburner und ein Kammerspiel. Die Ausgangslage ist spannend. You'll Never Find Me nimmt sich dabei viel Zeit. Der Film lebt von seinen zwei tollen und überzeugenden Hauptdarstellern Brendan Rock und Jordan Cowan. Brendan Rock hat dabei schon mehrfach mit den Regisseuren zusammengearbeitet. Der Film und Plot sind dabei spannend, mysteriös und unheimlich. Und sehr stimmungsvoll. Das Ganze ist toll gefilmt und stark in Szene gesetzt. Der Sturm passt perfekt zu dem Setting.

Obwohl es ein ruhiger Film mit vielen Dialogen und wenig «Action» ist, wird der Film nie langweilig. Mir haben die ersten ¾ des Filmes sehr gut gefallen. Eine Spannung ist konstant vorhanden. Das letzte Viertel reisst den Film aber nach unten - die Qualität nimmt ab. Gewisse Elemente fand ich schade und enttäuschend. Auf der anderen Seite blieb ich beim Abspann auch ratlos zurück. Was sollte das denn? Und wie war das jetzt gemeint? Richtige Antworten gibt es meiner Meinung nach nicht, nur Andeutungen. Da kann der Zuschauer Interpretieren. Zuweilen gab es fast Maniac Vibes.

Optisch, technisch und schauspielerisch war auch das letzte Viertel stark anzusehen, nur inhaltlich nahm die Qualität meiner Meinung nach ab. Da hätte ich ein anderes Ende befriedigender gefunden. Schade um die ersten ¾ des Filmes, die wirklich sehr fesselnd und ansehnlich waren. Ein gutes Beispiel, wie ein Ende einen Film kaputt machen kann. Das ist natürlich immer Geschmackssache, aber in dem Fall hat es mich gestört.

Fazit: Lange sehenswert, gegen Ende flacht der Film aber ab…

Infos:

O: You'll Never Find Me

Australien 2023

R: Josiah Allen, Indianna Bell

D: Brendan Rock, Jordan Cowan, Elena Carapetis, Angela Korng

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 96 Min.

Gesehen am: Am Brugggore Filmfestival 2024 gesehen, Uncut und im O-Ton. Erscheint in Deutschland am 9. Mai 2024 auf DVD und Blu-Ray.

Clawfoot

Brugggore Filmfestival 2024 Spezial

Clawfoot

Story:

Janet (Francesca Eastwood) wird beim Kochen gestört, als Handwerker Leo (Milo Gibson) bei ihr läutet. Im Schlepptau nicht nur sein Arbeitskollege Samuel (Oliver Cooper), sondern auch einen Vertrag, der von Janets Ehemann Evan (Nestor Carbonell) für einen Arbeitsauftrag signiert wurde.  Janet ist misstrauisch und fühlt sich vom Verhalten der beiden gestört. Gleichzeitig erreicht sie Evan nicht…

Meine Meinung:

Clawfoot ist eine Independent-Produktion von Michael Day. Clawfoot ist dabei sein Regie-Debüt. Zuvor hat Michael Day «nur» für TV gearbeitet und/oder Kurzfilme realisiert. Clawfoot ist dabei ein kleiner, netter Thriller mit schwarzem Humor und einigen inhaltlichen Überraschungen (teilweise vorhersehbar, teilweise im Trailer schon angedeutet), was das Drehbuch angeht. Der Film ist mehr oder weniger ein Kammerspiel mit zwei grandiosen Hauptpersonen.

Francesca Eastwood, Tochter von Clint Eastwood, spielt die Hauptrolle als blondes Gift. Sie kenne ich aus einer anderen ähnlichen Produktion, welche ich damals in Deutschland am Fantasy Film Fest sah: M.F.A.. Die zweite Hauptperson hat ebenfalls einen berühmten Filmvater: Milo Gibson (Hacksaw Ridge) ist der Sohn von Mel Gibson und das sieht man tatsächlich auch. Beide spielen das, wie auch die Nebenfiguren Nestor Carbonell, Oliver Cooper und Olivia Frances Culpo, sehr gut.

Der Film kann dabei in zwei Filmhälfte aufgeteilt werden. Die 1. Filmhälfte, die ruhigere, in der sich das Unheil und die Spannung mehr und mehr steigern, hat mir dabei besser gefallen. Zwar sind einige Momente vorhersehbar und offensichtlich, aber wo genau der Film am Ende dann hinsteuert, ist unklar. Oder warum. Und was die Folgen sind. Eine gewisse Spannung ist also bis zum Ende gegeben.

Die Musik war speziell, die Kameraführung hat mir hier und da, in einigen Szenen, in denen mit Messern gearbeitet wird, nicht gefallen. Zu ungenau, zu nah dran, zu unübersichtlich, zu verwackelt. Ggf. Stilmittel, gefiel mir aber nicht. Die zweite Hälfte bietet dann mehr Action statt Spannung, bitterbösen, schwarzen Humor und auch etwas blutige Momente, gefiel mir aber etwas weniger. Aber langweilig wurde es nie und Clawfoot vermochte bis zum Schluss zu unterhalten.

Fazit: Clawfoot ist ok! 

Infos:

O: Clawfoot

USA 2023

R: Michael Day

D: Nestor Carbonell, Oliver Cooper, Olivia Culpo, Francesca Eastwood, Milo Gibson

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 87 Min.

Gesehen am: Am Brugggore Filmfestival 2024

Fassungen: Am Brugggore Filmfestival 2024 gesehen, Uncut und im O-Ton. Eine DVD/Blu-Ray sind noch nicht angekündigt (Stand: April 2024).

Mittwoch, 28. Februar 2024

Taeter Burger

Taeter Burger

Story:

In Taeter City im Jahr 2161:

In einem Fast-Food Restaurant müssen eingeschlossene Angestellte, die allesamt taub sind, gegen Mutanten und Agenten um ihr Leben kämpfen…

Meine Meinung:

Ich war skeptisch. Abgesehen von der ungewöhnlich langen Lieferzeit aus Italien fand ich schon die letzten Necrostorm-Produktionen schlechter d.h. billiger und weniger gut. Little Necro Red kam nicht in die Sammlung auch Hotel Inferno 2 + 3 vermochten nicht mehr zu überzeugen. Und als ich ein Review zur «Quasi Fortsetzung» zu Taeter City las, erwartete ich mit Taeter Burger, dessen Trailer mich leicht an den Troma-Film Poultrygeist - Night of the Chicken Dead erinnerte, den nächsten Necrostorm-Flop.

Auch beim Schauen behielt ich meine Skepsis bei. Zwar kommt der Film qualitativ nicht an die ersten Werke von Necrostorm heran (Adam Chaplin, Taeter City etc.), aber ich wurde am Ende positiv überrascht. Nicht alles am Film hat mir immer gefallen, aber ich empfand den Film besser als Little Necro Red, Hotel Inferno 2 + 3, Judy oder Infidus. Ich brauchte ein wenig, um mit der sonderbaren, futuristischen aber auch spartanischen und sterilen Stimmung des Filmes warm zu werden.

Der Film hat einen dünnen Plot. Dennoch wird versucht, Twists einzustreuen und der Film ist in viele Kapitel unterteilt. Die Laufzeit ist angenehm kurz (ca. 83 Minuten) und der Film kurzweilig und abwechslungsreich. Die Figuren waren erträglich und solide gespielt. Ich fühlte in dem Filme eine gewisse Art Spannung, die gefesselt hat, da der Film auch als Kammerspiel funktioniert = eingesperrte Angestellte sind um ihr Leben bedroht und müssen töten, um zu überleben.

Und auch in Sachen Effekte kann der Film überzeugen. Es gibt einige schöne Splatter-Effekte, Make-Up Masken und Leichen. Die Tötungsszenen sind dabei z.T. auch kreativ wie die Werkzeuge, mit denen getötet oder verstümmelt werden: Eisenstange, Messer, Schusswaffen, Kettensäge, Ventilatoren. Zwar gibt es auch digitales Blut, welches wohl in einigen Szenen mithelfen, aber die Wirkung bleibt die gleiche: mit Blut wird nicht gespart! Die Effekte sind auch ausreichend über den Plot verteilt.

Fazit: Fans von Necrostorm-Filmen können einen Blick riskieren!

Infos:

O: Taeter Burger

Italien 2023

R: Giulio De Santi, Tiziana Machella

D: Ilaria Caloisi, Damiano Chionni, Peter Cosgrove

Laufzeit der Ital. DVD: Ca. 83 Min.

Gesehen am: 10.01.24

Fassungen: Mir lag die Ital. DVD von Necrostorm vor = Wendecover, Poster, sehr gute Bild- und Tonqualität, Uncut, Code Free, diverse Sprachen und Subs. Gibt es auch auf Blu-Ray.

Samstag, 17. Februar 2024

Teratologist

Teratologist

Inhalt:

Zitat Back-Cover:

«Billionaire John Farrington is obsessed with the idea of offending God to the point that God would want to confront him in person. Farrington has abducted priests and nuns to commit sexual atrocities with the most grievously genetically deformed people he can find. People that he's also abducted and kept in such a high state of sexual intensity, with a drug his company produces, that they are just ravenous for physical contact. The abductees, with basically no self control, commit some of the most depraved sex acts, over, and over again. Westmore and Bryant, a photographer and journalist, are given the rare opportunity to interview the reclusive Farrington and see inside his mansion and operation. Only to find the horrors within, and who have become pawns in the mysteries they find behind every door. Farmington's plan may work, and to make sure he's successful, he will do whatever it takes to have the deity of man face him.»

Meine Meinung:

Die Inhaltsangabe von Teratologist erzählt schon fast zu viel. Den Roman habe ich, wie bereits Goon, in meinem damaligen Urlaub in Portland gekauft. Teratologist ist ein kurzes Buch und damit kurzweilig. Edward Lee hat dabei mit Autor Wrath James White zusammengearbeitet. Die Zusammenarbeit hat sich gelohnt. Wer für welche Parts zuständig ist, ist unklar und lassen die beiden Autoren auch im Interview unbeantwortet (um Überraschungen nicht zu verderben).

In dieser von Overlook Connection Press veröffentlichten Auflage gibt es nach dem Roman noch ein längeres Interview mit Edward Lee und Wrath James White, welches ich informativ fand. Der Roman hat mir gefallen. Im Vergleich zu anderen Werken von Edward Lee ist der Plot humorloser, weniger schwarzhumorig, ernster und düsterer. Ich mochte das, auch wenn ich seine bitterbösen, schwarzhumorigen und makabren Geschichten auch sehr mag. Von Wrath James White kenne ich ansonsten, wenn ich nicht irre, keine Romane.

Was ist ein Teratologist? Das Internet gibt folgende Definition wieder:

teratology /ˌtɛrəˈtɒlədʒi/

noun

1. MEDICINE•BIOLOGY the scientific study of congenital abnormalities and abnormal formations. "he has made a long study of teratology"

2. mythology relating to fantastic creatures and monsters.

Ich empfand die Ausgangslage des Romans als sehr vielversprechend:

durch Böses Gott herausfordern, ihn zwingen, zu erscheinen! Hübsch episch, verrückt und spannend! Ob es gelingen wird? Damit ist für genug Spannung garantiert. Es gibt Ekliges und Fieses zu lesen. Mehrheitlich sind es perverse Sex-Praktiken, welche deformierte Freaks und Missgeburten beinhalten. Der Anfang des Buches fand ich speziell hart und eklig, da in einer Pflegeeinrichtung spielend. Ich arbeite in der Pflege, daher fand ich diese Beschreibungen noch krass (und besonders eklig). Aber ein Edward Lee (auch wenn die Texte ggf. auch von Wrath James White stammen könnten) ist sich für kein Setting zu schade, sich die Finger mit Perversitäten und Tabubrüchen schmutzig zu machen.

Fazit: Inhaltlich interessante Story, kurzweilig und fesselnd erzählt. Edward Lee Fans können bedenkenlos zugreifen!

Infos:

In Deutschland erschienen: Ja

Sprache: Englisch

Verlag: Overlook Connection Press

Anzahl Seiten: 114 Seiten (ohne Interview)

Roman/Sachbuch: Roman

Art: Hard Cover

Autor: Edward Lee, Wrath James White

Erschienen: 2003 (Interview 2007)