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Sonntag, 26. Juli 2026

Butcher Wing

Butcher Wing

Story:

Ah Tang (Hon Kwok-Choi) und Lam Sai-Wing (Ng Ming-Choi) haben Stress mit örtlichen Gangstern (Lee Hoi-Sang, Addy Sung Gam-Loi). Wong Fei Hung (Jason Pai Piao) nimmt die Beiden daraufhin als Schüler bei sich auf und unterrichtet sie in Kung Fu…

Meine Meinung:

Butcher Wing ist ein Drunken Master und Die Schlange im Schatten des Adlers Nachzügler. In der First Film Produktion von Gam Ming und Luk Pak-Sang gibt es nichts Neues oder Originelles zu sehen (cool war aber die Musik aus Suspiria, die dreimal vorkommt). Der Film ist kein Kracher, aber auch kein schlechter Film. Butcher Wing ist ein solide Kung Fu Komödie. Der Plot ist simpel und wie schon in Drunken Master und Co. wird hier eine Wong Fei Hung-Geschichte erzählt. Diesmal schlüpft Shaw Brothers Star Jason Pai Piao (Portrait in Crystal, Bolo, Men from the Gutter) in die Rolle des chinesischen Volkshelden.

Er ist ein Plus des Filmes, gerät aber hier und da in den Hintergrund. Sein Kampf im Finale ist eine der besten Szenen des Filmes. Der Finalgegner wird von Lee Hoi-Sang (Fists and Guts, Shaolin and Wu Tang, Shaolin Prince) verkörpert. Auch er macht seine Sache mehr als ordentlich. Schade, dass er im Film nicht mehr Kampfszenen bekommen hat. Jason Pai Piao beisst sich an ihm die Zähne aus. Dass der Held nicht einfach gewinnt, das schätze ich im Kung-Fu-Genre. Die rechte Hand von Lee Hoi-Sang wird von Addy Sung Gam-Loi (The Treacherous Breed, Kung Fu from Beyond the Grave, Fury of a Virgin) gespielt, der immer wieder Kampfszenen zum Besten geben darf.

Die Kampf- und Trainingsszenen sind solide. Gegen Ende werden sie besser und alle Kampfszenen, an denen Jason Pai Piao und Lee Hoi-Sang beteiligt sind, sind sogar sehenswert. Leider nervt der Humor und der englische Dub ist sehr schlecht. Und noch schlimmer ist die Wahl der beiden Helden, die zu den Schülern von Jason Pai Piao werden: es handelt sich um Hon Kwok-Choi (Call Me Dragon) und Ng Ming-Choi (Little Super Man). Beides meiner Meinung nach Schauspieler der C-Riege und wenig sympathisch und nervend. Die Nebenrolle von Cheng Fu-Hung (The Brave Lion) passt hervorragend dazu. Da wäre ein anderer Cast deutlich aufwertender gewesen.

Fazit: Fans von Jason Pai Piao können einen Blick riskieren!

Infos:

O: Zhu Rou Rong

HK 1979

R: Chin Ming, Luk Pak-Sang

D: Ng Ming-Choi, Hon Kwok-Choi, Lee Hoi-Sang, Addy Sung Gam-Loi, Jason Pai Piao

Laufzeit der US-DVD: 89:21 Min.

Gesehen am: Juli 2026

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Videoasia vor = Englischer Dub (übel schlecht), Vollbild, solide Bild- und Tonqualität, Ocean Shores Kopie, Uncut-Status unbekannt. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Juli 2026).

Samstag, 25. Juli 2026

The Criminal

The Criminal

Story:

Hung (Jimmy Wang Yu) ersticht in Notwehr als 12jähriger einen Mann und wandert danach für zehn Jahre ins Gefängnis. Sein Vater (Wang Yin) ist selbst Richter. Als Hung nach zehn Jahren aus dem Gefängnis entlassen wird, folgen Spannungen innerhalb der Familie. Eine Gangster-Bande (u.a. Phillip Ko Fei), angeführt von Lung Fei, buhlt um Hung und will diesen in die Bande integrieren, um damit den Richter auszuschalten…

Meine Meinung:

The Criminal ist zwar kein Kracher in der langen Karriere des Shaw Brothers Superstars Jimmy Wang Yu (The One-Armed Swordsman, The Chinese Boxer, Die Todesbucht der Shaolin), dennoch aber ein nicht uninteressanter Film in dessen Filmschaffen. Bei The Criminal handelt es sich um ein Drama aus Taiwan von Regisseur Li Su (Midnight Cowgirl, The Chinese Whimsy, Duel with Death) aus dem Jahr 1977. Li Su drehte bereits zuvor einmal mit Jimmy Wang Yu. Und zwar den Film The Magnificent Chivalry. Ich würde den Film mit Jimmy Wang Yus Arbeit in The Black Friday sowie dem Shaw Brothers Streifen My Son vergleichen.

Alle drei Filme sind per se keine Action- oder Kung-Fu-Filme. Aber in allen drei Filmen geht es dann doch nicht ohne, wobei The Criminal sicherlich noch eine leicht höhere Anzahl an Kampfszenen bietet, als z.B. The Black Friday. The Criminal ist mehrheitlich ein Familiendrama mit sozialem Kommentar. Dieser lautet, dass es sich nicht auszahlt, gegen das Gesetz zu verstossen. Der Inhalt bringt zudem den Vater sowohl den Sohn in ein ethisches Dilemma. Das Ende wirkt konsequent. Ich hatte auf jeden Fall Freude, Jimmy Wang Yu Mal in einem modernen Setting zu sehen. Der Film hat viele Dialoge und meine VHS hatte keine englischen Untertitel. Dennoch konnte ich dem Plot problemlos folgen.

Nebst Jimmy Wang Yu kannte ich vor allem Namen wie Lung Fei oder Phillip Ko Fei (liefet sich einen Kampf gegen Jimmy Wang Yu). Lung Fei spielt eine grosse Rolle, da Anführer der Gangster. Trotz fehlendem Bart und Schnauz war Lung Fei (Eunuch of the Western Palace, Kung Fu Mama, The Cavalier) gut zu erkennen. Er liefert sich im Finale einen Schlagabtausch gegen Jimmy Wang Yu und er macht das, wie auch Phillip Ko Fei (mehr ein Gastauftritt), sehr solide. Der Mix aus Familiendrama, etwas Gangster-Action inklusive 70er Jahre Feeling (Musik, Kleider) sowie Gerichtsfilm und Sozialkritik hat meiner Meinung nach gut funktioniert, so dass ich den Film, zumindest Hardcore-Fans von Jimmy Wang Yu, empfehlen kann.

Infos:

O: Pan Jue

Taiwan 1977

R: Li Su

D: Jimmy Wang Yu, Lung Fei, Wang Yin, Phillip Ko Fei, Tao Chi, Nancy Lau Nam-Kai, Li Hsiang, Tu Man-Sheng, Kou Feng, Li Chiang, Lee Man-Tai

Laufzeit der südkoreanischen VHS: 82:59 Min.

Gesehen am: Juli 2026

Fassungen: Mir lag das südkoreanische VHS von Dae Yeong Video Production vor = Statt Widescreen Vollbild, O-Ton Mandarin mit koreanischen Subs, unbekannt ob Uncut/Cut (am Ende, als sich der Vater vom Duo am Bahnhof verabschiedet und den Zug besteigt, wirkte es abgehackt. Eine Nacktszene war hingegen zu sehen), solide Bildqualität. Es scheint den Film auch von Ocean Shores zu geben (als VHS und unter dem Titel The Verdict). Zudem gibt es den Film in den USA von Rainbow auf VHS (Mandarin mit englischen Subs). Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Juli 2026). Szenen aus The Criminal wurden zudem für den späteren «cut & paste» Film Thundering Ninja verwendet.

Drunken Master

Drunken Master

Story:

Wong Fei-Hungs (Jackie Chan) Vater (Lam Kau) soll durch Profikiller Thunderleg (Hwang Jang-Lee) eliminiert werden. Wong Fei-Hung spannt zusammen mit Beggar So (Simon Yuen Siu-Tin), der ihn in Sachen Kung Fu ausbildet, um seinen Vater retten und den Feind besiegen zu können…

Meine Meinung:

Etwa ein halbes Jahr nach dem Erfolgsfilm Die Schlange im Schatten des Adlers startete im Jahr 1978 (im Oktober) der nächste Hit in den Hong Konger Kinos: Drunken Master! Erneut von Yuen Woo-Ping (Blades of the Guardians, The Buddhist Fist) und mit Namen wie Jackie Chan (Der Superfighter, City Hunter), Simon Yuen (Fist of the Double K, The Valiant Ones), Hwang Jang-Lee (Hitman in the Hand of Buddha, Boss) sowie Dean Shek (Mantis Fists and Tiger Claws of Shaolin). Produziert wurde der Klassiker erneut von Ng See-Yuen (The Good and the Bad). Zusammen mit Die Schlange im Schatten des Adlers war der Film ein extremer Erfolg und machte aus Jackie Chan einen Star. Zudem wurden Kung-Fu-Komödien salonfähig. Es folgten unzählige Nachahmer.

Jackie Chan spielt hier den Volkshelden Wong Fei Hung, der später auch von anderen Stars gespielt werden sollte (z.B. von Jet Li in der Once Upon a Time in China Reihe). Und auch die Shaw Brothers sollten in der Hinsicht kurze Zeit später mitmischen = in Martial Club sollte Glatzkopf Gordon Liu in die Rolle des frechen Kung-Fu-Kämpfers schlüpfen, und sich im Finale einen spektakulären Kampf gegen Johnny Wang Lung-Wei liefern. Jackie Chan verkörpert Wong Fei Hung gekonnt. Jackie Chan kann sein Talent (Körperbeherrschung, seine Physik und sein Talent für Humor) gekonnt in den Film einbringen. Der Film bietet eine grosse Anzahl an Kampf- und Trainingsszenen.

Diese wurden von Regisseur Yuen Woo-Ping und Shaw Brothers Star Hsu Hsia (Eine Prise für tödliche Pfeifen) gekonnt choreographiert. Die Kampfszenen sind auf aller höchstem Niveau und steigern sich immer mehr und mehr. Der Film hat allgemein regelmässig Kampf- und Trainingszenen zu bieten, so dass kaum Längen aufkommen. Egal ob mit oder ohne Waffen oder mit Alltagesgegenständen, die in Kampfhandlungen integriert werden, gekämpft wird. Nebst Jackie Chan brillieren in diesen Szenen auch Simon Yuen, der seinen Meister spielt, sowie der koreanische Kicker Hwang Jang-Lee, den ich als Bösewicht immer gerne sehe. Das bekannte Wong Fei-Hung Theme ist mehrmals zu hören.

Wenn ich überhaupt etwas an Drunken Master bemängeln möchte, dann die ansonsten eher unauffällige Musik. Da bot Die Schlange im Schatten des Adlers coolere Musik in den Kampf- und Trainingszenen (oder im Vorspann). Und der Plot ist selbst für diese Art Film ausserordentlich dünn. Hwang Jang-Lee hat eigentlich relativ wenig Screentime und kommt fast nur im letzten Viertel vor. Bis zu dem Zeitpunkt ist eigentlich auch kaum ein wirklicher Handlungstrang ersichtlich. Aber das ist meckern auf hohem Niveau!

Fazit: Zurecht ein Klassiker!

Gefolgt von: Drunken Master II

Infos:

O: Jui Kuen

HK 1978

R: Yuen Woo-Ping

D: Jackie Chan, Hwang Jang-Lee, Simon Yuen Siu-Tin, Dean Shek, Lam Kau, Linda Lin Ying, Chiang Kam, Fung Ging-Man, San Kuai, Tino Wong Cheung

Laufzeit der US-DVD: 111:10 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: Juli 2026

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Columbia TriStar vor = Uncut, Englisch oder Kantonesisch (paar wenige Dialoge sind auch im Canto Track nur auf Englisch) mit englischen Subs. Die Bild- und Tonqualität sind sehr gut. Den Film gibt es inzwischen auch auf Blu-Ray (z.B. England) und in Deutschland auf DVD (als Sie nannten ihn Knochenbrecher).

Firestorm

Firestorm

Story:

Gangster Cao Nan (Hu Jun) und seine Truppe schrecken bei Überfällen auch vor Geiselnahme und Mord nicht zurück. Inspektor Lui (Andy Lau) macht es sich zur Aufgabe, die Bande zu schnappen…

Meine Meinung:

Firestorm bekam ich geschenkt. Bei Firestorm handelt es sich um einen Film, den ich mir wohl sonst nie angesehen hätte, der nicht auf meiner Wunschliste stand und von dessen Existenz ich nicht Mal wusste. Der Grund ist simpel: was das HK-Kino angeht, interessieren mich fast nur Filme bis 1995. Alles, was danach kam, interessiert mich weniger, auch wenn es natürlich Ausnahmen gibt. Firestorm von Alan Yuen ist am Ende dann auch kein Film für meine (Film)Sammlung.

Firestorm ist für mich im Grossen und Ganzen zu modern. Das heisst auf früheren Klamauk aus 90er Jahren HK-Streifen wird verzichtet. Die Action ist zwar teilweise wirklich toll anzusehen, dennoch gefallen mir auch in dieser Hinsicht die früheren Filme der britischen Kolonie besser. Der Film hat paar nette Schiessereien, wobei vor allem das Ende erwähnt werden sollte. Die Action-Szenen wurden von Chin Ka-Lok (The Iceman Cometh, On the Run, Twinkle Twinkle Lucky Stars) realisiert. Was mir nicht gefiel, waren einigen billig wirkende (CGI?) Effekte (Explosionen, Autocrashs).

Zudem ist der Film hier und da auch etwas übertrieben inszeniert. Nebst Chin Ka-Lok sind die zwei bekanntesten Namen Andy Lau (Lucky Stars Go Places, Magic Crystal, Gameboy Kids) und Ray Lui (Devil Hunters, Hunting List, Fatal Termination). Die spielen beide die Hauptrollen. Michael Wong (First Option, Her Name Is Cat) hingegen kommt gefühlt nur zweimal vor und ist nur kurz zu sehen. Eigentlich nicht erwähnenswert. Der Cast ist im Grossen und Ganzen solide. Die Musik war billig, austauschbar und unauffällig. Was sehr gestört hat, waren lahme Füllszenen, Sub-Plots und zu viel Melodrama und Kitsch.

Fazit: Einmal schauen und vergessen!

Infos:

O: Feng Bao

HK 2013

R: Alan Yuen

D: Andy Lau, Ray Lui, Michael Wong, Hu Jun, Yao Chen, Gordon Lam Ka-Tung, Philip Keung Ho-Man, Jacqueline Chan, Kenny Wong Tak-Ban, Ben Wong Chi-Yin

Laufzeit der malaysischen DVD: Ca. 109 Min.

Gesehen am: Juli 2026

Fassungen: Mir lag die malaysische DVD von PMP Entertainment vor = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs vorhanden. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Juli 2026). In HK ist der Film inzwischen auch auf Blu-Ray raus.

Iron Angels 4

Iron Angels 4

Story:

Nishiwaki Michiko will den Tod ihres Ehemannes (James Ha Chim-Si) rächen und ist hinter den Cops Moon Lee und Sharon Yeung Pan-Pan her. Sie macht sich an den Ehemann (Anthony Tang Ho-Gwong) von Moon Lee ran, um an diese zu gelangen. Gleichzeitig versuchen die Cops, an Gangsterboss Yueh Hua ranzukommen, der Sharon Yeung Pan-Pan erpresst, indem er dessen Vater (Kenneth Tsang Kong) als Druckmittel benutzt, um eine Zeugin (Cheng Yuen-Man) zu eliminieren…

Meine Meinung:

Aka Princess Madam. Iron Angels 4 hat nichts mit der Iron Angels Reihe (Iron Angels 1 + 2 + 3) zu tun sieht man von Moon Lee, dem Genre (Girls with Guns) und dem Herstellungsland Hong Kong ab. Iron Angels 4 ist nebst Angel Enforcers, Lethal Panther, Secret Ninja, Roaring Tiger sowie The Dragon, the Hero einer der besten Filme von Godfrey Ho (The Dynamite Shaolin Heroes, Hard Bastard). Ich sah Iron Angels 4 bisher nur einmal (als UK-VHS). Das ist aber schon 14 Jahre her. Der Film hat die Neusichtung bestanden und ich hatte Iron Angels 4 gar nicht so sehenswert in Erinnerung. Für Girls with Guns Fans ist der Film ein gefundenes Fressen.

Der Film hat mir dabei z.B. deutlich besser als ein Angel Terminators 2 gefallen. Die Action ist hart, rasant und abwechslungsreich inszeniert. Die erste Actionsequenz mit den Motorrädern bietet bereits blutige Shoot-Outs, gefährliche Stunts mit Feuer und tolle Zeitlupenaufnahmen (kommen auch in den späteren Actionszenen immer wieder zum Einsatz). Es folgen später harte Kampfszenen mit oder ohne Waffen, z.T. extrem blutige Shoot-Outs und kleinere, härtere Stunts. Dabei machen Moon Lee (Blood Sister, New Killers in Town), Nishiwaki Michiko (Angel Terminators, In the Line of Duty III) und Sharon Yeung Pan-Pan (Duell der 7 Tiger, Samtpfötchen - Die Kung-Fu Katze von Chinatown) eine tolle Figur. Fans von ihnen werden voll auf ihre Kosten kommen.

Es wird zu keiner Sekunde langweilig. Der Plot ist dünn und es handelt sich um zwei Plots, die zuweilen etwas unglaubwürdig anmuten (wie Nishiwaki Michiko Moon Lees Ehemann verführt) . Aber egal. Die Action rockt derbe! Ich hatte zudem Freude, Nishiwaki Michiko einmal in einer etwas grösseren Rolle erleben zu dürfen. Sie sehe ich auf der Seite der Bösewichte immer gerne. Freude hatte ich als Shaw Brothers Star auch an Yueh Hua (Killer Clans, The Green Dragon Inn, Schweig oder stirb) als Gangsterboss, auch wenn er, aufgrund seines Alters, nicht mehr kämpft. Was die ausländischen Bodyguards angehen, gefällt vor allem der Kampf von Mark Houghton (The Outlaw Brothers, Cheetah on Fire) gegen Sharon Yeung Pan-Pan.

Fazit: Sehenswerte Girls with Guns Action aus Hong Kong!

Infos:

O: Jin pai shi jie

HK 1989

R: Godfrey Ho

D: Moon Lee, Nishiwaki Michiko, Sharon Yeung Pan-Pan, Yueh Hua, Kenneth Tsang Kong, Anthony Tang Ho-Gwong, James Ha Chim-Si, Mark Houghton, Steve Tartalia, Pierre Tremblay, Cheng Yuen-Man

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: Ca. 92 Min.

Gesehen am: Sept. 2012 / Neusichtung am: Juli 2026

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von Shamrock Media vor = Mediabook mit Booklet, DVD und Blu-Ray. Limitiert. Uncut. HK-Fassung sowie Export-Fassung. O-Ton und deutsche Subs vorhanden. Hervorragende Bild- und Tonqualität. Meine VHS aus England (als Princess Madam) habe ich verkauft/entsorgt.

Freitag, 24. Juli 2026

Pai Yu Ching

Pai Yu Ching

Story:

Ein maskierter Dieb stiehlt eine Schriftrolle. Später wird Pai Yu-Cheng (Tien Peng), der zusammen mit einer Frau (Hsu Feng) und einem Kind (Lin Hsiao-Hu) durchs Land reist, fälschlicherweise als dieser Dieb «erkannt». Daher versuchen nun, etliche Kämpfer Pai Yu-Cheng auszuschalten, da Zhu Da-Shao (Ko Hsiao-Pao) und seine Männer (Pai Ying) ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt haben…

Meine Meinung:

Pai Yu Ching war ein absoluter Blindkauf. Ich hörte nie zuvor von diesem Film. Es handelt sich um eine Ende der 70er Jahre Produktion aus Taiwan. Regie führte Li Chia (The Lost Swordship). Von ihm liegt mir noch sein Sword Named Revenge ungesehen als taiwanesische DVD vor. Mit Nam Keung (H. K.) Film Co., Ltd. stand eine sehr unbekannte Produktionsfirma hinter dem Film. Pai Yu Ching hat mir dabei gut gefallen. Es sollte nicht die letzte Zusammenarbeit zwischen Regisseur Li Chia und Star Tien Peng bleiben.

Trotz fehlender englischer Untertitel (vielleicht waren sie auch einfach nicht zu sehen, da ggf. das Vollbild zusätzlich gezoomt wurde) und Gu Long als einer der beiden Drehbuchautoren war der Plot diesmal sehr leicht verständlich. Ein unbekannter Dieb stiehlt eine Schriftrolle und hängt die Tat Tien Peng an. Dieser muss sich gegen diverse Kämpfer wehren. Im Finale wird ein Überraschungsbösewicht aus dem Hut gezaubert (mit einer Peitsche bewaffnet). Ende. Wirklich einfach zu verstehen und immer nachvollziehbar. Der Film, der regelmässig und von Beginn an Kampfszenen bietet, unterhält.

Der völlige Verzicht auf Humor, die fantasievollen Waffen, Kämpfer und deren Gimmicks, die Anzahl Kampfszenen und die abwechslungsreichen Natur-Settings Taiwans haben mir zugesagt. Tien Peng (The Elimination Pursuit, The Swordsman of All Swordsmen, Sword with the Windbell) ist die perfekte Wahl als Antiheld. Er macht das schauspielerisch wie auch in den Kampfszenen gut. An seiner Seite befindet sich Ein Hauch von Zen Star Hsu Feng (Legend of the Mountain, Assassin, The Valiant Ones). Pai Ying (Raiders of the Shaolin Temple, A Fistful of Talons) spielt den Betrogenen, der sich ebenfalls einige tolle Kämpfe liefert. Er spielt auch eine der Hauptrollen.

Fazit: Fans von Tien Peng können bedenkenlos zugreifen!

Infos:

O: Bai Yu Jing

Taiwan 1977

R: Li Chia

D: Tien Peng, Hsu Feng, Pai Ying, Lin Hsiao-Hu, Ko Hsiao-Pao, Tang Pao-Yun, Wang Quen, Wen Chiang-Long

Laufzeit der südkoreanischen VHS: 81:46 Min.

Gesehen am: Juli 2026

Fassungen: Mir lag das südkoreanische VHS von NVC vor = Vollbild und ggf. noch zusätzlich gezoomt (und leider auch hier und da störend), Mandarin O-Ton mit koreanischen Subs. Sah Uncut aus (allerdings fehlt der Vorspann). Mit Ausnahme der ersten fünf Minuten solide Bildqualität. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Juli 2026).

Kliwon Friday Night

 

Kliwon Friday Night

Story:

Ayu Sutrisna (Suzzanna) ist eine Autorin und schreibt gerne Horrorgeschichten. Aktuell leidet sie an Alpträumen und Wahnvorstellungen. Daher bezieht sie ein Haus auf dem Lande, um sich ihrer Arbeit widmen und sich mental erholen zu können. Keine gute Idee…

Meine Meinung:

Kliwon Friday Night ist mein 2. Sundel Bolong Film mit Suzzanna (Birth in the Grave, Ghost Ambulance, The Queen of Black Magic) nach Sundelbolong und stammt von Regisseur Sisworo Gautama Putra (White Crocodile Queen, Santet, The Hungry Snake Woman). Kliwon Friday Night ist ein durchschnittlicher Film und der Inhalt basiert, auch wenn es leichte I Spit on Your Grave Vibes gibt, auf der javanesischen Mythologie und Folklore. Der Kliwon Freitag gilt als unheimlichster Tag des javanesischen Kalenders, in dem sich die Geisterwelt öffnet.

Der Film macht davon Gebrauch. Kliwon Friday Night beginnt stark. Sehr stark. Nach letzten Suzzanna-Enttäuschungen (Ghost Ambulance, Pact with the Forces of Darkness) war ich froh, keinen erneuten Reinfall zu sehen. Leider halten die starken Momente nur bis zur ca. 48. Minute an. In diesen 48 Minuten ist der Film ernst, das Tempo hoch, es gibt viel Geister- und Suzzanna-Szenen inklusive einiger toller Make-Up Effekte (ein Effekt erinnert an den aus Demons) und vor allem der völlige Verzicht von Klamauk war erfrischend.

Doch danach schwächelt der Film. Komiker Bokir taucht auf inklusiven Gesang- und Tanz, nervtötendem Humor und unerotische Erotikszenen (Frau hat mit Zwerg Oralsex) folgen. Effekte und echter Horror nehmen ab. Das ist schade. Das hohe Tempo, welches der Film in den ersten 48 Minuten aufrechterhalten hat, fällt in sich zusammen. Das Finale war dann leider auch eine Enttäuschung (Suzzanna sitzt mit dem rächenden Geist auf dem Bett und beide führen Gespräche). So gesehen kein Kracher, sondern nur ein durchschnittlicher Film mit Suzzanna…

Infos:

O: Malam Jumat Kliwon

Indonesien 1987

R: Sisworo Gautama Putra

D: Suzzanna, Alan Nuari, Amith Abidin, Rukman Herman, Soendjoto Adibroto, Doddy Sukma, Yorita Murni, Bokir

Laiufzeit der US-Blu: 88:20 Min.

Gesehen am: Juli 2026

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Severin Films (Suzzanna: Empress of Darkness) = Uncut, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Juli 2026).

Donnerstag, 23. Juli 2026

Killer's Nocturne

Killer's Nocturne

Story:

Shanghai in den 30ern:

Yin Li-Shan (Alex Man) kehrt aus Japan zurück und übernimmt vor Ort durch Macht, Geld und Skrupellosigkeit die Kontrolle. Er lässt den «King of Gambler» Law Tin-Bei (Patrick Tse) verkrüppeln und forciert dessen Tod. Law Tin-Beis Sohn (Chin Siu-Ho) schwört Rache…

Meine Meinung:

Killer's Nocturne wurde zu Ehren von Patrick Tse (Challenge of the Gamesters, The Raiders, Rebel from China, Mahjong Heroes) angesehen, der am 16.07.26 verstorben ist. Killer's Nocturne, den ich bisher nur einmal sah (und die Sichtung ist über zehn Jahre her), stammt von Regisseur Nam Nai-Choi (Story of Ricky, Men from the Gutter, The Seventh Curse). Der Film hat die Zweitsichtung bestanden. Patrick Tse spielt eine wichtige Nebenrolle, die weitere Elemente im Plot vorantreibt. Wie in vergangenen Rollen mit viel Gamble-Szenen.

Patrick Tse spielt das sehr solide. Noch besser und intensiver haben jedoch Alex Man (Fatal Recall, The Big Brother, Armageddon) sowie Chin Siu-Ho (Love Me Vampire, Fast Fingers, Ghosts Galore) gespielt. Alex Man mag ich als Bösewicht. Hier spielt er mit sehr viel Boshaftigkeit und viel Overacting. Sein Schauspiel deckt sich mit den Gewaltmomenten ab, die der Film sporadisch bietet. Kampfszenen sind nicht schick und ästhetisch, sondern sollen Tod, Zerstörung und Schmerz verursachen. Dementsprechend dreckig, düster und brutal sind diese inszeniert. Auf Klamauk wird verzichtet.

Chin Siu-Ho macht als Rächer, der praktisch allein und als Einzelgänger agieren muss, nachdem ihm alles genommen wurde (Vater, Freundin…), auch eine gute Figur. Der Film hat nicht viele Actionszenen. Ich würde den Film eher als Gamble-Drama mit sporadischen Action- und Gewaltmomenten betiteln. Ein skurriles Highlight ist jenes, in der Chin Siu-Ho gegen ein Känguru kämpft. Früher dachte ich, dass sei ein Fake- Känguru. Es handelt sich jedoch um ein echtes, boxendes Känguru (es stammte aus dem australischen Tierpark Monbulk Animal Kingdom von Fritz Maarten). Das liess mich fast sprachlos zurück.

Auch wenn der Film immer wieder mit Gewaltmomenten aufwartet, ist in dieser Hinsicht das harte Finale das zweite Highlight des Filmes. In Neben- und Gastauftritten sind dann noch Namen wie Wang Hsieh (verbrennt im Finale), Shum Wai (Leiche landet im Meer), Shing Fui-On (stirbt im Wald), Stanley Fung (Gamble-Szene) sowie Bolo Yeung (toller Kampf gegen Chin Siu-Ho) zu sehen. Die Musik ist unauffällig (und etwas schmalzig und kitschig, aber passend). Im Finale überzeugt an der Seite der Bösewichte Chris Lee Kin-Sang (der in Police Story den Bus-Stunt ausführte und auf dem harten Asphalt landete), der zu Jackie Chans Stuntteam gehört.

Fazit: Vielleicht einer der «normaleren» Filme von Nam Nai-Choi, sieht der Zuschauer vor 2-3 Momenten ab. Dennoch sehenswert!

Infos:

O: Bat ye tin

HK 1987

R: Nam Nai-Choi

D: Alex Man, Patrick Tse, Chin Siu-Ho, Wang Hsieh, Pat Ha Man-Jik, Josephine Lam Kei-Yan, Alex To Tak-Wai, Chris Lee Kin-Sang, Shum Wai, Shing Fui-On, Bolo Yeung, Stanley Fung, Chan Chi-Fai

Laufzeit der HK-DVD: 90:34 Min.

Gesehen am: Mai 2013 / Neusichtung am: Juli 2026

Fassungen: Mir lag die Code-Free-DVD aus Hong Kong von Joy Sales/Fortune Star (The Legendary Collection) vor = Uncut, solide aber hier und da zu dunkle Bildqualität (eine restaurierte Blu-Ray würde ich sofort kaufen), O-Ton und englische Subs vorhanden. Es gibt aktuell keine deutsche Fassung und keine Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).

Za Karate 3

Za Karate 3

Story:

Tadashi Yamashita (Tadashi Yamashita) wird erneut zur Zielscheibe diverser Kämpfer (u.a. Donnie Williams) plus einen chinesischen Meister (Masafumi Suzuki) und dessen Tochter (Yoko Horikoshi)…

Meine Meinung:

Za Karate 3 ist der Abschluss und letzte Teil der Za Karate Reihe (Za Karate 1 + 2). Erneut führte Yukio Noda Regie und mit Tadashi Yamashita kehrte als Held der Stunde aus den Vorgängern zurück (inklusive Tadashis Meister, seinem Sidekick und auch dessen Kollegin). Ansonsten bleibt fast alles beim Alten: dünner Plot, diverse (z.T.) ausländische Kämpfer, die Tadashi Yamashita an den Kragen wollen, viel Overacting und Kampfszenen.

Dennoch vermag Za Karate 3 die Klasse und Qualität der beiden Vorgänger nicht zu erreichen. Trotz der kurzen Laufzeit von 86 Minuten gibt es einige lahme Hänger, irgendwie fehlt es dem Film im Gegensatz zu den Vorgängern am gewissen Etwas und das Budget schien ggf. auch kleiner, da kaum mehr blutige Make-Up Effekte zu sehen. Und am schlimmsten waren leider einige der Bösewichte. Die haben es zwar körperlich drauf d.h. die überzeugen zwar in den Kampfszenen, aber ihr Schauspiel ist peinlich, lachhaft, einfach schlecht. Das betrifft 2-3 der Bösewichte.

Leider sind davon auch der Finalendgegner und Hauptbösewicht betroffen. Donnie Williams (Battle Creek Brawl, Enter the Dragon) spielt diesen. Er spielt «Black Wolf» und seine Grimassen und seine zappelige Art und Weise sind mir von der ersten Szene mit ihm auf den Sack gegangen. Er hat mich genervt und ich habe mich für ihn fremdgeschämt. Schade. Da bot der 2. Teil mit Bolo Yeung einen deutlich besseren und charismatischen Bösewicht. Die Kampfszenen im Film sind ansonsten solide, Tadashi Yamashita macht das erneut sehr gut und die Settings für den Finalkampf sind toll anzusehen.

Fazit: Schwächster der drei Za Karate Filme!

Infos:

O: Za karate 3: Denkô sekka

Japan 1975

R: Yukio Noda

D: Tadashi Yamashita, Masafumi Suzuki, Yoko Horikoshi, Donnie Williams

Laufzeit der US-Blu: Ca. 86 Min.

Gesehen am: 23.07.26

Fassungen: Siehe Za Karate 2.

Samstag, 11. Juli 2026

Sleep No More

NIFFF 2026 Spezial

Sleep No More

Story:

Nach dem Tod ihrer Mutter, die in einer Perückenfabrik arbeitete, beginnen deren Töchter zu ermitteln und stellen fest, dass es in der Perückenfabrik schon diverse mysteriöse Todesfälle gab…

Meine Meinung:

Sleep No More ist ein wirklich interessanter Film. Ich war schon erstaunt, als ich las, dass sich der Regisseur nur «Edwin» nennt. Von Edwin kenne ich keine anderen Filme. Neue indonesische Horrorfilme sah ich in den letzten Jahren, vor allem auf Filmfestivals oder auch Zuhause (vor allem Remakes von Rapi Films Klassikern), schon einige. Die meisten haben mich nicht überzeugt und taugten nur für eine Sichtung und/oder fanden erst gar nicht den Weg in die Sammlung.

Sleep No More ist wahrscheinlich der beste neue indonesische Horrorfilm, den ich in den letzten Jahren gesehen habe. Das aufgrund der fantasievollen und innovativen Story, die sich erst Mal von anderen Geister-Filmen aus Indonesien abhebt. Es muss auch klar gesagt werden, dass es viele Dinge gibt, die im Film nicht erklärt werden und die übernatürlich und phantastisch sind. Das dürfte nicht allen gefallen. Stark waren handgemachte Monster- und Verwandlungsszenen, die ich in dem Film nicht erwartet hätte.

Als ich die Kreatur im Finale sah, war das einfach nur schön. Wobei es schon zuvor viele praktische Effekte zu sehen gibt. In einzelnen Momenten fühlte ich mich an Filme wie Exte: Hair Extensions, Das Ding aus einer anderen Welt, Bride of Re-Animator, Seeding of a Ghost sowie Street Trash erinnert. Und das heisst schon was. Toll war auch, wie schnell der Film nach seiner inhaltlichen Abschliessung, endet. Sofort wie zu guten alten Shaw Brothers Zeiten. Kein langes blablabla. Die Darsteller waren solide bis gut. Inhaltlich gibt es eine sozialkritische Note à la Species (Kritik an den Arbeitsbedingungen).

Fazit: Nicht uninteressant!

Infos:

O: Monster Pabrik Rambut

Indonesien, Singapur, Japan, Deutschland, Frankreich 2026

R: Edwin

D: Rachel Amanda, Lutesha, Iqbaal Dhiafakhri Ramadhan

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 96 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).

Blood on Snow

NIFFF 2026 Spezial

Blood on Snow

Story:

Ein Paar aus Tokyo inklusive Sohn ziehen aus der Grossstadt auf das verschneite Land, in dem der kranke Grossvater lebt.  Keine gute Idee…

Meine Meinung:

Aka Ice Blood. Blood on Snow ist der neuste Film von Eisuke Naito. Dessen vergangene Filme sah ich am NIFFF (Liverleaf, Toxic Daughter) oder am BRUGGGORE Filmfestival (Higuma!! The Killer Bear). Seine bisherigen Filme entsprachen der Hit or Miss Auswahl. Liverleaf und Higuma!! The Killer Bear (einer der besten Filme am diesjährigen BRUGGGORE Filmfestival) mochte ich, Toxic Daughter hingegen gefiel mir gar nicht. Blood on Snow passt nicht in die Hit or Miss Kategorie. Der Film ist solide und durchschnittlich. Also nicht toll, aber auch nicht schlecht.

Blood on Snow ist weniger Ghost-Horror, als erwartet. Es handelt sich um einen sehr ruhigen und zuerst sehr dialoglastigen Film. Der Film spielt in einer ländlichen, verschneiten Gegend. Schnee scheint es Eisuke Naito, auch wenn man die anderen Filme von ihm betrachtet, angetan zu haben. Schnee sehe ich, vor allem im älteren japanischen Kino, immer sehr gerne, da meist sehr stimmungsvoll. Blood on Snow ist ein Mix aus Drama, Sozialkritik und Geister-Film. Der Film baut zuerst die Prämisse um den «Snow Woman» auf. Doch nach und nach zeigt der Hauptplot, dass es eher um Familienkonflikte geht.

Mir kamen da kranke Familienmitglieder, Co-Abhängigkeiten, Femizide und Traumata in den Sinn. Der Film wirkte dann zuweilen wie eine japanische Blaubart-Variante inklusive Vibes à la Ringu und Ju-on: The Curse. Der Film versucht wie die ganzen J-Horrorstreifen Grusel zu erzeugen. Für mich hat das nicht funktioniert, auch wenn die grossen Vorbilder gut studiert und filmisch festgehalten und gekonnt inszeniert wurden. Mir war das Tempo zu langsam, echter Grusel stellte sich zu keiner Sekunde ein und ich fand den Film auch erstaunlich wenig stimmungsvoll. Mit einigen CGI-Momenten wurde ich zudem nicht warm. Abgesehen davon ist der Film wie auch der Cast sonst sehr solide.

Fazit: Geschmackssache! Man sollte einen ruhigen Film erwarten, der mehr an Ringu und Co. erinnert als an die vorherigen Filme von Eisuke Naito…

Infos:

O: Hyoketsu

Japan 2026

R: Eisuke Naito

D: Kitayama Hiromitsu, Kato Chihiro, Sano Shiro

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 98 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).

Freitag, 10. Juli 2026

Ikatan Darah

NIFFF 2026 Spezial

Ikatan Darah

Story:

Kämpferin und Ex-Champion Mega (Livi Ciananta) hilft ihrem verschuldeten Bruder, sich aus den Fängen von brutalen Gangstern zu befreien und sagt diesen den Kampf an…

Meine Meinung:

Aka Blood Ties. Iko Uwais, Star aus The Raid 1 + 2 sowie The Night Comes for Us, hat eine eigene Produktionsfirma namens Uwais Pictures gegründet. Diese helfen Produktionen bei der Finanzierung, bei den Action-Szenen und bei der Choreographie. Zum Teil spielt Iko Uwais auch selbst mit, so z.B. in Timur. Ikatan Darah ist der 2. Film aus dieser neu gegründeten Produktionsschmiede. Ich sah bereits in einem deutschen Forum einen Eintrag zu Ikatan Darah inklusive Trailer und das was ich sah, sah vielversprechend aus. Daher freute ich mich auf die Sichtung am NIFFF.

Ikatan Darah hat mir dann auch gefallen und ist nebst Hen der zweite gesehene Film am NIFFF 2026, der es auf meine Wunschliste schafft. Nach The Raid und Co. gab es diverse Nachahmer, die nie die Qualität des grossen Vorbildes erlangt haben (z.B. Jailbreak, Farang, BuyBust). Ikatan Darah erreicht natürlich auch keine The Raid Qualität, aber im Gegensatz zu den in der Klammer genannten Filmen ist Ikatan Darah deutlich besser und sehenswerter. Der Film erzählt zwar auch nur einen dünnen, wenig originellen Plot, aber es wird sich für die Figuren Zeit gelassen.

Die authentischen Settings waren ein grosses Plus des Filmes. Trotz des Budgets gibt es schöne Aufnahmen und die Actionszenen, von Iko Uwais Team choreographiert, waren stark anzusehen. Relativ bodenständig, hart, blutig und innovativ was die Bösewichte und deren Gimmicks angehen. Es gibt auch mehrere handgemachte Splattereffekte (Äxte die Köpfe spalten etc.), auch wenn hier und da auch mit CGI nachgeholfen wurde. Mind. fünf Besucherinnen haben die Vorstellung verlassen. Die Actionszenen haben mir gut gefallen. Der Plot war absolut okay. Die Bösewichte agieren mit viel Overacting. Dem sollte man sich bewusst sein. Asiatischer Klamauk halt. Damit hatte ich keine Mühe.

Livi Ciananta als Mega war toll anzusehen. Sie ist sympathisch und macht ihre Sache ordentlich. Sie ist eine Newcomerin und hat bisher nur in wenigen Filmen mitgewirkt. Der Film gibt am Ende einen Hinweis für eine mögliche Fortsetzung. Ich hätte nichts dagegen, Livi Ciananta erneut in Action zu sehen. Ismi Melinda spielt Megas Freundin, die sich im Film auch einige coole Kämpfe liefert (ihr Kampf gegen Mega in der kleinen Wohnung war eines der Highlights des Filmes). Die diversen Bösewichte des Filmes waren u.a. in Filmen wie The Night Comes for Us, Impetigore, Headshot oder Suzzanna: Buried Alive zu sehen.

Fazit: Martial Arts Fans zu empfehlen!

Infos:

O: Ikatan Darah

Indonesien 2025

R: Sidharta Tata

D: Livi Ciananta, Derby Romero, Ismi Melinda

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 119 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).

Sonntag, 5. Juli 2026

Ghost in the Cell

NIFFF 2026 Spezial

Ghost in the Cell

Story:

Ein übernatürliches Wesen dezimiert im Männergefängnis Insassen. Eine Gruppe Gefangener sieht in einem neuen Insassen eine mögliche Ursache der Morde und beginnen zu ermitteln…

Meine Meinung:

Ich sah mir Ghost in the Cell praktisch ohne Vorwissen an. Ich habe ggf. kurz in einen Trailer geschaut und kannte ein Plakat zum Film, welches vielversprechend aussah. Ich wusste, dass der Film im Gefängnis spielt und die Story einen Geist beinhaltet. Mehr wusste ich nicht. Es handelt sich bei Ghost in the Cell nicht um einen Action- oder Martial Arts-Film (auch wenn es hier und da solche Elemente zu sehen gibt), sondern um eine Ghost Comedy. Regie führte Joko Anwar (Impetigore). Von ihm sah ich am NIFFF auch schon Filme (Satan’s Slaves).

Wie bereits die anderen zwei Filme (Satan’s Slaves nie gekauft und Impetigore wanderte zum Kumpel) ist auch Ghost in the Cell, der übrigens u.a. eine Rapi Produktion (Devil’s Sword, The Warrior, Blind Warrior) darstellt (!!!), kein Kracher und kein Film für meine Filmsammlung. Der Film konnte die Erwartungen, die teilweise von Dritten kamen (Zitat des NIFFF Vorstellers: «Mega Gore»), nicht erfüllen. Der Film war viel harmloser als erwartet. Oft sind nur die Taten zu sehen und den Vergleich, den ich auf Letterboxd las, passt eigentlich perfekt dazu. Leichen, die à la der Hannibal Serie als Kunstwerke zurückgelassen werden. Das war cool und innovativ. Aber wirklich explizit wird es selten.

Technisch ist der Film gut gemacht. Der Mix aus Ghost, Splatter, etwas Action und vor allem viel Slapstick und Klamauk war zwar im Grossen und Ganzen mehr oder weniger unterhaltsam, aber hier und da war der Film dennoch zu repetitiv und nicht jeder Joke hat überzeugt. Erstaunt war ich über humorvolle (negativ wertende) Aussagen über Indonesien selbst und einen Dialog hätte man sogar kritisch auf Hassprediger (des Islam) auslegen können. Mutig mutig, und das im stark muslimisch geprägten Land. Dazu passt dann auch Szenen mit nackten Männerärschen und/oder tuntige Tänzer (der dann auch Stöckelschuhe tragend stirbt).

Fazit: Geschmackssache. Für mich hiess es einmal schauen und vergessen!

Infos:

O: Hantu Dalam Sel

Indonesien 2026

R: Joko Anwar

D: Abimana Aryasatya, Almanzo Konoralma, Aming Sugandhi, Arswendy Bening Swara, Bront Palarae

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 106 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).

Samstag, 4. Juli 2026

Fish, Fists and Ambergris

NIFFF 2026 Spezial

Fish, Fists and Ambergris

Story:

In einem Fischerdorf wird eine wichtige Requisite von Gangstern gestohlen. Der Bruder des Verdächtigen und sein Kumpel reisen nach Saigon, um den Bruder mit dem geklauten Gegenstand zu finden.  Dieser hat Schulden bei Gangstern…

Meine Meinung:

Aka Chase for Amber. Fish, Fists and Ambergris ist eine Martial Arts Komödie aus Vietnam. Der Trailer sah okay aus. Einige der Kampfszenen entsprachen mehr dem klassischen Kung-Fu Film, so dass ich mich auf den Kinobesuch freute. Der Plot wirkte minimalistisch und aufgrund des gestohlenen Gegenstandes fühlte ich mich sofort an Ong-Bak (Buddha Kopf wird gestohlen) oder an Tom Yum Goong (Baby Elefant wird gestohlen) erinnert. Dass der Film nicht die Qualität der genannten Kracher aus Thailand erreichen wird, war mir im Voraus klar.

In der Zeit nach Ong-Bak und Co. brachten auch die Vietnamesen einen Actionfilm in die weite Welt heraus: The Rebel mit Johnny Trí Nguyễn aus dem Jahr 2007. Ansonsten blieb es ruhig d.h. mir ist zumindest nichts Gegenteiliges bekannt. Fish, Fists and Ambergris stammt von Dương Minh Chiến. Dieser ist mir total unbekannt, wie auch der Cast des Filmes. Der Film ist am Ende eine durchschnittliche Angelegenheit mit Licht sowie Schattenseiten. Die Drehorte wirken authentisch, die Kampfszenen waren in der Tat schön Old School inszeniert (wenn auch nichts Neues) und zumindest der 2. Boss am Ende hat auch in der Schurkenrolle überzeugt. Auch die Helden haben in den Kampfszenen eine gute Figur gemacht.

Die Schattenseiten betreffen die Laufzeit. Obwohl der Film nur 103 Min. läuft, fühlte sich die Laufzeit wie zwei Stunden an. Es gab etliche Füllszenen, die unwichtig waren und die man auf Straffungsgründen hätte eliminieren können. Viele Szenen die Dramatik, Rückblenden und unnötige Erklärungsversuche liefern, hätten alle weggelassen werden können. Auch nach dem Ende des Finalbosses gibt es noch zu viele unnötige Dialoge. Da lobe ich mir die Shaw Brothers Filme, in der nach dem Tod des Bösewichtes (oder aller Personen) sofort «The End» eingeblendet wird.

Sogar die Szenen mit der Frau hätte man theoretisch alle weglassen können, da sie in den Kampfszenen nicht wirklich integriert wird. Die Massenkampfszenen am Ende entsprachen auch weniger meinem Geschmack und es ist schade, dass der Oberboss nicht im Kampf besorgt wird. So was mag ich nie und ist natürlich Geschmackssache. Ihn hätte ich im Finale gerne länger kämpfen sehen, da er unseren Helden doch einiges abverlangt hat. Technisch war der Film gut gemacht. Der Humor hat nicht immer gezündet, aber hier und da fühlte ich mich ans HK-Kino der 90er erinnert (Billige Ekel-Jokes mit Speichel).

Fazit: Geschmackssacke. Für einen Kauf für die Filmsammlung überwiegen die Schattenseiten des Filmes zu schwer, so dass es bei dieser einen Sichtung bleiben wird…

Infos:

O: Truy Tim Long Dien Huong

Vietnam 2025

R: Dương Minh Chiến

D: Quang Tuấn, Hoàng Tóc Dài, Ma Ran Đô, Nguyên Thảo, Doãn Quốc Đam, Thanh Nam, Tân Quốc Hy, Tuấn Voi

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 103 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).

Freitag, 3. Juli 2026

Blades of the Guardians

NIFFF 2026 Spezial

Blades of the Guardians

Story:

China während der Sui-Dynastie:

Dao Ma (Jacky Wu Jing) hat Schulden. Um diese begleichen zu können, nimmt er einen riskanten Job an. Er soll Zhi Shi Lang (Sean Sun Yizhou), einen Rebellenanführer, durch die Wüste führen. Dumm nur, dass diverse andere Parteien (Banditen und Kopfgeldjäger) ebenfalls hinter Zhi Shi Lang her sind…

Meine Meinung:

Blades of the Guardians habe ich mir nur angesehen, da ich auf dem aktuellen NIFFF dazu die Chance hatte. Ansonsten wäre Blades of the Guardians, der in China an den Kinokassen sämtliche Rekorde brach, nicht auf meiner «Watchlist» gestanden. Solche neuen China-Blockbuster sind einfach nichts für mich und treffen nicht meinen Filmgeschmack. Und das, obwohl ein bekannter Cast um Namen wie Yuen Woo-Ping (Fist of the Double K), Jacky Wu Jing (Sha Po Lang, Call of Heroes), Jet Li (Once Upon a Time in China and America, Martial Arts of Shaolin), Nicholas Tse (Raging Fire, New Police Story), Kara Hui (Mrs K, My Young Auntie) oder Tony Leung Ka-Fai (People’s Hero, Double Vision).

Bei Blades of the Guardians handelt es sich um einen chinesischen Blockbuster, und, was ich nicht wusste, um eine Comic-Verfilmung und um einen Wuxia. Regie führte Altmeister Yuen Woo-Ping. Produziert wurde der Film u.a. von Jacky Wu Jing, der die Hauptrolle spielt. Er erinnert mit der Darbietung als Antiheld mit dem Jungen an einen «Lone Wolf». Vergleiche tun sich auf mit der Hauptfigur aus der Lone Wolf and Cub-Reihe. Jacky Wu Jing wird von diversen Parteien begleitet. Dabei erinnert die Figur Zhi Shi Lang an einen Troma-Charakter aus Sgt. Kabukiman N.Y.P.D., was mich total irritiert hat.

Tony Leung Ka-Fai spielt eine grosse Nebenrolle ohne Kampfszenen. Keine Kampfszenen hat leider auch Shaw Brothers Star Kara Hui erhalten. Sie ist allgemein nur kurz zu sehen, vielleicht fünf Minuten. Nicholas Tse spielt auch nur eine grosse Nebenrolle, aber quasi eine der beiden Endgegner am Ende. Er macht das im Film besser als andere. Fast nicht erkannt hätte ich Jet Li, der auch einen Bösewicht spielt. Er wird im ersten Viertel des Filmes gleich von zwei Kämpfern, darunter auch Jacky Wu Jing, bekämpft. Mit seiner Frisur und Bart fiel es schwer, ihn als Jet Li zu identifizieren. Am Ende war es seine Original-Stimme, die ich noch aus den Expendables-Filmen kannte, die mir halfen, ihn zu identifizieren.

Die Comics kenne ich nicht. Daher kann ich keine Vergleiche liefern. Inhaltlich fand ich den Film überladen, die Laufzeit zu lang (inklusive zu viele Rückblenden), der Ton wechselhaft (Mal blutig, Mal lustig) und die Effekte, insbesondere die CGI-Effekte, waren weniger schlecht als erwartet. Yuen Woo-Ping gab diesmal die Kampf-Choreographie ab. Diese übernahm Ku Huen-Chiu (Shadow, Black Mask, Mirage, The Master, Once Upon a Time in China). Leider hat mir eigentlich nicht eine Kampfszene wirklich gut gefallen. Es gab bessere und es gab schlechtere Kämpfe, aber keine einzige würde ich als wirklich gut betiteln. Kein Vergleich mit 60er, 70er, 80er oder 90er Jahre Wuxia. Und den Wüstensturm, der direkt aus Mad Max: Fury Road stammen könnte, hätte es auch nicht gebraucht.

Fazit: Leider kein Must See Titel!  

Infos:

O: Biao Ren

China 2026

R: Yuen Woo-Ping

D: Jacky Wu Jing, Nicholas Tse, Josh Yu Shi, Sean Sun Yizhou, Ci Sha, Tony Leung Ka-Fai, Jet Li, Kara Hui

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 126 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).