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Samstag, 6. Juli 2024

Des Teufels Bad


NIFFF 2024

Des Teufels Bad

Story:

1750 Oberösterreich:

Agnes (Anja Plaschg) heiratet Wolf (David Scheid). Statt bei der Schwiegermutter Mutter Gänglin (Maria Hofstätter) zu wohnen, beziehen Wolf und Agnes ein eigenes Haus. Doch nach dem ersten Glück, macht sich bei Agnes Frust, Einsamkeit und Unglück breit. Sehr zum Leidwesen von Wolf und Mutter Gänglin. Deren Reaktionen üben auf Agnes viel Druck aus, an dem sie zu zerbrechen droht…

Meine Meinung:

Vom Duo (Severin Fiala, Veronika Franz) der vergangenen NIFFF Filme Field Guide to Evil (eine Episode) und The Lodge kommt mit Des Teufels Bad ein interessantes Werk daher, welches auf wahren Begebenheiten und authentischen Aufzeichnungen beruhen soll. Also eine Art «True-Crime» Film (der Vergleich ist jetzt sehr weit von mir hergeholt) und psychologisches Drama verpackt im «Mittelalter» Setting. Cool. Ich war froh, am NIFFF einen Film in Deutsch schauen zu können, dass tut gegen die Müdigkeit gut. Dennoch war ich oft froh um die Untertitel, da natürlich nicht das heutige Deutsch gesprochen wird.

Der Film startet gleich mit einem Ausrufezeichen (Frau, die ein Baby einen Wasserfall runterwirft und exekutiert wird), welches jedoch wichtig für den weiteren Verlauf des Filmes sein sollte. Dass dies üblich war, wusste ich nicht. Vor dem Abspann informiert der Film mit Texteinblendungen darüber. Des Teufels Bad aka The Devil's Bath ist ein humorloser Slow-Burner, der sich langsam entwickelt und dabei optisch wunderschön und stimmungsvoll eingefangen und inszeniert wurde. Ich habe anhand des Trailers (nur kurz reingeschaut) eher einen Film à la The Witch erwartet, aber damit hat Des Teufels Bad nichts zu tun. Hexen sind in dem Film kein Thema.

Das Leidwesen von Agnes wird dabei glaubhaft dargestellt. Man leidet mit ihr mit. Der mir total unbekannte Cast war hervorragend. Ansonsten ist der Film schnörkellos kühl und steril in Szene gesetzt: ungeschönt und ohne Verluste wird das damalige Leben gezeichnet. Ein älteres Paar, welches neben mir sass (die Kinovorstellung war voll), sind mehrfach zusammengezuckt und/oder mussten bei einigen Szenen wegschauen (Maden, Wunden, Tier-Gore, Exekutionen, Barbierchirurgen). Diesbezüglich trifft die Gewalt unverhofft auf den Zuschauer. Nur das Ende war, irgendwie, grotesk übertrieben aber dennoch nicht uninteressant.

Fazit: Am 1. NIFFF Tag gleich die 1. positive Überraschung, so darf es gerne weitergehen!

Infos:

O: Des Teufels Bad

Österreich, Deutschland 2024

R: Severin Fiala, Veronika Franz

D: Anja Plaschg, Maria Hofstätter, David Scheid, Natalya Baranova, Lukas Walcher

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 121 Min.

Gesehen am: NIFFF 2024 / 2. Sichtung (Blu-Ray): 13.02.26

Fassungen: Am NIFFF 2024 gesehen in Deutsch mit Subs, Uncut. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray, UHD oder eine deutsche Fassung (Stand: Juli 2024). Nachtrag Feb. 2026: 2. Sichtung nach dem NIFFF. Gefällt noch immer. Der Film hat eine spezielle Atmosphäre, ist stimmungsvoll und überzeugt durch Bilder, Musik und Schauspiel, statt durch Schockeffekte (auch wenn es hier und da einige fiese und/oder eklige Szenen zu sehen gibt). Die deutsche Blu-Ray von Plaion Pictures hat ein Wendecover, ist Uncut (ab 16 Jahren freigegeben), hat zum Glück deutsche Untertitel und die Bild- und Tonqualität sind sehr gut. 

Samstag, 23. Dezember 2023

Falling Down - Ein ganz normaler Tag

Falling Down - Ein ganz normaler Tag

Story:

Cop Prendergast (Robert Duvall) bekommt es an seinem letzten Tag (vor dem Ruhestand) mit dem Amokläufer «D-Fens» (Michael Douglas) zu tun, der eine Spur der Verwüstung nach sich zieht…

Meine Meinung:

Falling Down - Ein ganz normaler Tag ist für mich ein nostalgischer Film, den ich, wie andere Filme*, während meiner Schulzeit, also als Kind/Jugendlicher, sah (*A Nightmare on Elm Street 1 + 2, Jaws, Link - Der Butler, Predator, The Terminator 1 + 2, Critters 1, 2 & 3, Stephen Kings Es, Der Blob). Nur schon deshalb hat der Film für mich einen grossen Bonus gegenüber anderen Filmen. Aber auch abgesehen davon ist Falling Down - Ein ganz normaler Tag einfach ein extrem guter und sehenswerter Film.

Ob der Film die inhaltlichen Themen bewusst oder unbewusst satirisch angeht oder nicht, spielt mir dabei nicht Mal eine Rolle. Den Film mag ich von der Idee. Ich empfinde Falling Down - Ein ganz normaler Tag als sehr unterhaltsam, interessant und einfach abwechslungsreich, gar schwarzhumorig. Das liegt an der souveränen Inszenierung von Regisseur Joel Schumacher, den realen Drehorten in L.A. (wirkt alles authentisch) und dem grandiosen Schauspiel, allen voran von Michael Douglas.

Natürlich spielen auch die anderen Schauspieler sehr ordentlich. Jeder passt hervorragend in seine Rollen, egal ob Haupt- oder Nebenrollen. Aber der Film gehört fast ausschliesslich Michael Douglas, der dies seine beste Performance überhaupt nannte. Der Film bietet nicht übermässig viel Action, aber die Szenen sind handwerklich solide und gekonnt in Szene gesetzt. Schnitt, Musik und Schauspiel gehen Hand in Hand.

Und haben wir nicht alle einen D-Fens in uns? Das wird im neuen Mediabook (2023 veröffentlicht worden) gut von den Autoren beschrieben. Durch Social Media und Co. und dem demographischen Wandel und neuen Technologien und/oder neuen Problemen, welche die Welt bedrohen. Es gibt in der Tat viele dünnhäutige Menschen. Ich warte z.B. nur darauf, bis die ersten Autofahrer Klimaaktivisten überfahren, weil sie z.B. durchdrehen.

Das wäre etwas, was man z.B. in einem Falling Down Remake einbauen könnte, würde der Film in der heutigen Zeit spielen. Der Film zeigt das, was viele vielleicht nur denken, aber aufgrund ihres Gewissens von Recht und Ordnung dann doch sein lassen wobei die von Michael Douglas im Film auch krank ist und dies sogar einmal Erwähnung findet (ohne näher darauf einzugehen). Seine Taten beruhen also nicht auf einer normalen Stressreaktion (dank ungenügenden Copingstrategien) aufgrund von externen und äusseren Einflüssen, die nerven oder belasten sondern die von ihm gespielte Figur leidet an einer Krankheit. 

Fazit: Sehenswert!

Infos:

O: Falling Down

USA 1993

R: Joel Schumacher

D: Michael Douglas, Robert Duvall, Barbara Hershey, Lois Smith, Rachel Ticotin

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 112:35 Min.

Gesehen am: Jugendzeit / Neusichtung: 25.11.23

Fassungen: Die alte deutsche DVD von Warner habe ich nach der letzten Sichtung entsorgt. Ich war erschrocken, wie schlecht die DVD ausschaut. Sehr schlecht gealtert. Der Film wurde inzwischen neu in Deutschland veröffentlicht. Von Warner & Plaion = DVD/Blu-Ray Mediabook mit Booklet, neues Master in hervorragender Bild- und Tonqualität, Uncut, Deutsch/Englisch mit Subs. Es war ein Genuss, den Film in einer würdigen Fassung neu zu schauen! Die deutsche Synchronisation ist sehr gelungen (kenne den Film auch nur so).

Sonntag, 26. November 2023

Django - Die Totengräber warten schon

Django - Die Totengräber warten schon

Story:

Django (Andrea Giordana) kehrt nach dem Krieg nach Hause zurück, um festzustellen, dass sein Vater ermordet wurde. Die Suche nach dem Mörder beginnt…

Meine Meinung:

Enzo G. Castellari (Dealer Connection – Die Strasse des Heroins, Ein Bürger setzt sich zur Wehr, High Crime) schickte zwei Jahre nach dem Erfolg von Django den Italo-Western Django - Die Totengräber warten schon ins Rennen. Der Film hat jedoch mit Django, dem Klassiker mit Franco Nero, nichts zu tun und wurde nur in Deutschland als «Django» Film verkauft. Wie so viele andere Italo-Western in Deutschland auch. Im Original heisst Django Johnny Hamlet in Anlehnung auf Shakespeares Theaterstück Hamlet.

Django - Die Totengräber warten schon basiert lose auf dem Theaterstück. Im Theaterstück soll das ganze Umfeld von Hamlet bei seinem Rachefeldzug ins Verderben stürzten. Im Film passiert dies nicht. An Django erinnert die Szene im Finale, in welcher Django mit eingeschränkten Händen versucht, den Revolver zu bedienen. Das, zusammen mit der Kleinstadt-Stimmung und der Suche nach dem Gold, erinnert ebenfalls an Django. Wo Enzo G. Castellari dem Film seinen Stempel aufdrückt ist das Englische Theme zum Film und einige Zeitlupen-Aufnahmen.

Django - Die Totengräber warten schon hat mir gefallen. Zwar ist der Film sehr harmlos (von einer «schiesswütigen Brutalität», wie es das deutsche Cover suggeriert, ist im Film nichts zu sehen), aber ich fühlte mich, auch aufgrund der grossartigen deutschen Sprachfassung und den schönen Kameraeinstellungen und Bilder, die der Film präsentiert, gut unterhalten. Die Musik war gut, aber es ginge auch besser. Brutal muss ein Film auch nicht sein, damit er gut ist. Dennoch war die deutsche Kinofassung früher stark zensiert.

Ich mag die Kleinstadt-Stimmung und einige Jokes (Bestatter). Was die Figuren angehen kenne ich von den Namen her nur Horst Frank (So Sweet... So Perverse, Cat O'Nine Tails). Er war im Euro-Cult Genre und auch im Italo-Western durch sein markantes Äusseres (blaue Augen, blonde Haare) gern gesehen und er passt als Bösewicht perfekt in die Rolle. Nebst ihm passten mir auch der Bestatter oder die zwei Handlager von Horst Frank. Django wird von Andrea Giordana verkörpert. Laut Booklet der Blu-Ray war ihm eine grosse Karriere vergönnt und ihn sah man vor allem in TV-Produktionen. Er macht seine Sache als Held jedoch glaubhaft und überzeugend.

Fazit: Italo-Western Fans zu empfehlen!

Infos:

O: Quella sporca storia del west

Italien 1968

R: Enzo G. Castellari

D: Andrea Giordana, Gilbert Roland, Horst Frank, Ennio Girolami, Ignazio Spalla

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 94:57 Min.

Gesehen am: 06.11.23

Fassungen: Mir lag das deutsche Mediabook (DVD und Blu-Ray) von Explosive Media / Plaion Pictures vor = Booklet, sehr gute Bild- und Tonqualität, Deutsch/Englisch/Ital. mit deutschen Untertiteln. Die deutsche Synchronisation ist grossartig. Die FSK16 Freigabe ist aber, für heutige Massstäbe, zu hoch. Müsste ein 12er Kandidat sein. Der Film ist sehr harmlos. Die Fassung ist Uncut. Früher zensierte Szenen sind in Ital. mit Subs.

Montag, 23. Oktober 2023

God's Army


Horroktober 2023

God's Army

Story:

Detektiv Thomas Dagget (Elias Koteas) gerät zwischen die Fronten im Kampf der Engel um eine Seele, welcher der verletzte Engel Simon (Eric Stoltz) in der jungen Mary (Moriah 'Shining Dove' Snyder) versteckt. Und genau hinter dieser ist Engel Gabriel (Christopher Walken) nun her, während Thomas und Mary Lehrerin (Virginia Madsen) versuchen, das Mädchen zu beschützen…

Meine Meinung (US-Fassung):

Gregory Widens Regie-Debüt kann sich sehen lassen. Umso bedauerlicher, dass er danach nie mehr als Regisseur tätig war. Die «The Prophecy» Reihe, wie sie im Original heisst, hat es immerhin auf vier weitere Fortsetzungen geschafft. God's Army mag ich. Besonders den religiösen Inhalt, der auf fantasievolle Art und Weise ausgelegt wird: Mordende Engel, sich bekämpfende Engel und selbst Lucifer darf in einem Kurzauftritt noch mitmischen! Cool und fantasievoll!

Zudem mag ich Christopher Walken (True Romance). Starke Leistung von ihm. Eine seiner besten Rollen nebst seinen Darbietungen in Filmen wie Batman Returns, Sleepy Hollow, The Sentinel, Pulp Fiction oder natürlich The Dead Zone. Jede Szene mit ihm ist ein Genuss. Auch der restliche Cast kann sich, bis auf Eric Stoltz (Anaconda), sehen lassen. Mit Eric Stoltz wurde ich nicht warm, weiss nicht warum. Aber ansonsten mit Namen wie Virginia Madsen (Candyman) oder Viggo Mortensen (A History of Violence) gut besetzt. Woke-Fans von heute werfen dem Film aufgrund der Kuss-Szene mit Mary gar Pädophilie vor, lächerlich.

Ich mag den mystischen Plot, die Dialoge, die Figuren und die wenigen Horrormomente. Es gibt nicht viele Effekte zu sehen, aber die wo zu sehen sind, sind bis auf eine Szene mit dem Feuer gut geworden. Make-Up Effekte (Wunden, Leichen, Beseitigung der Leiche), CGI-Effekte (im Finale in der US-Fassung), alles wirkt rund und unterhaltsam. Auch der Humor störte mich nicht, im Gegenteil. Wenn religiöse Inhalte alle so unterhaltsam wie im Film dargestellt sind, hätte ich früher vielleicht doch den Religionsunterricht besuchen sollen.

Fazit: Sehenswerter 90er Jahre Horror mit starkem Christopher Walken und interessantem Plot!

Gefolgt von: God's Army II - Die Prophezeiung

Infos:

O: The Prophecy

USA 1995

R: Gregory Widen

D: Christopher Walken, Elias Koteas, Moriah 'Shining Dove' Snyder, Virginia Madsen, Eric Stoltz, Viggo Mortensen

Laufzeit der deutschen DVD: 97:22 Min.

Neusichtung am: Okt. 2023 / Sichtung der neuen deutschen Blu-Ray: 16.08.24

Fassungen: Die Fassung, die auf der deutschen DVD von Euro Video zu sehen ist, entspricht der US-Fassung: anderes Bildformat, neuer Beginn (nur im O-Ton und ohne Subs) und im Finale gibt es paar zusätzliche CGI-Effekte, welche in der europäischen Fassung (= Laser Paradise DVD) fehlen. Schön wäre eine Disc, auf welcher beide Fassungen zu sehen sind. Ich mag die deutsche Synchronisation. Die Qualität der DVD ist jedoch grottig: das Bild ist sehr unscharf und nicht anamorph. Daumen drücken, dass da in Zukunft eine Blu-Ray Neuauflage folgen wird. Wie im Netz zu lesen ist, soll noch 2023 in Deutschland eine neue Fassung von Plaion Pictures erscheinen. Mehr Infos dazu gibt es aber noch nicht. Nachtrag Aug. 2024: Die deutsche DVD wurde inzwischen aus der Sammlung verbannt. Nun befindet sich die Collector's Edition von Plaion Pictures in meiner Sammlung: die bietet den Film restauriert, in Deutsch/Englisch mit Subs, Poster, Karten, Booklet und Sonderverpackung. Abgesehen davon, dass mir das neue Master persönlich etwas zu dunkel gehalten wurde, im Gegensatz zur alten DVD eine Offenbarung. Das Set hat vier Discs: Den Film gibt es in der Prophecy Fassung je einmal auf Blu-Ray und UHD, dann als God's Army Fassung auf Blu-Ray und die vierte Disc ist wieder eine Blu-Ray (Bonusmaterial). Den Film mag ich noch immer. Stark. Eine der besten Arbeiten mit Christopher Walken. Ich sah nun den Film nun aktuell erstmals in der God's Army Fassung. 

Donnerstag, 19. Oktober 2023

Night of the Living Dead


Horroktober 2023

Night of the Living Dead

Story:

Diverse Überlebende (Patricia Tallman, Tony Todd, Tom Towles, William Butler, Katie Finneran) verschanzen sich in einem Haus und kämpfen ums Überleben, als Horden von Zombies auftauchen…

Meine Meinung:

Night of the Living Dead ist in meinen Augen nach wie vor ein sehr gutes Horror-Remake zu George A. Romeros Zombieklassiker mit dem gleichnamigen Titel aus dem Jahr 1968, der wohl die berühmteste Zombie-Reihe der Welt lostrat (Dawn of the Dead, Day of the Dead). Neu ist, dass hier auch auf Effekte und eine starke Frauenrolle wert gelegt wird. Anders als im Original wandelt sich Barbara hier von der ängstlichen, hysterischen Frau zur knallharten Überlebungskünstlerin.  

Ansonsten handelt es sich, mehr oder weniger, um denselben Plot wie im Original. Regie führte Effekte-Techniker Tom Savini (From Dusk Till Dawn, Land of the Dead, Deathdream), der in den 80ern wohl seine besten Arbeiten ablieferte (Friday the 13th: The Final Chapter, Maniac, Freitag der 13., The Texas Chainsaw Massacre 2). Und als Regisseur war es selbstverständlich, dass Tom Savini auch die Effekte für das besprochene Remake erstellte. Eine kleine Schande, dass einige der besten Szenen der Zensur zum Opfer gefallen sind.

Die Zombie-Make-Up Masken sind superb. Der eine Zombie (mit der Naht, erfolgt durch die Autopsie) erinnert dabei an den Italo-Film Let Sleeping Corpses Lie. Das Grauen wird, wie im Original, quälerisch langsam deutlich. Und stellt auch die Menschen untereinander als potenzielle Gegner dar. Sei es den von Anfang an unsympathischen Choleriker Cooper oder die schiesswütigen Rednecks am Ende. Der Grundidee von George A. Romero wird damit Früchte getragen. Was den Cast angeht, ist ein grosser, späterer Horrorstar dabei: Tony Todd (Candyman's Fluch). Und in einer kleinen Rolle ist Bill Moseley (House of 1000 Corpses) zu sehen.

Der Film fängt ohne lange Einleitung an und der Film bleibt fesselnd, actionreich und spannend. Die Effekte sind soll anzusehen und auch der Cast macht seine Sache sehr gut. Wer jedoch das Original kennt, wird in dem Remake wenig neue Überraschungen vorfinden. Dem sollte sich der Zuschauer bewusst sein. Da gibt es sicher jene, die finden das gut und hätten Neuerungen kritisch betrachtet und umgekehrt. Man kann es nie allen recht machen. Apropos Remake: Angeblich sollte Tom Savini auch ein Remake zu Umberto Lenzis Film Nightmare City verwirklichen – doch in den letzten Jahren gab es dazu keine News mehr. Wohl ein Projekt, welches nie das Licht der Welt erblicken wird…

Fazit: Wer gerne klassisches Zombie-Kino mag, sprich die langsamen Fleischfresser, macht mit Tom Savinis Remake nichts falsch – im Gegenteil, es lohnt sich!

Infos:

O: Night of the Living Dead

USA 1990

R: Tom Savini

D: Patricia Tallman, Tony Todd, Tom Towles, William Butler, Katie Finneran

Laufzeit der US-DVD: 88:11 Min.

Neusichtung am: Okt. 2023 / Sichtung der UHD: 14.06.26

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Columbia Pictures vor = zensierte US-R-Rated Kinofassung (eine echte Uncut gibt es nicht), solide Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs vorhanden. Für die US-Freigabe wurden vor dem Kinostart mehrere blutige Kopfschüsse bei Zombies zensiert und/oder durch unblutige Einstellungen ausgetauscht. Auch die Szene mit dem Schürhaken im Zombiekopf wäre ursprünglich grafischer ausgefallen. In Deutschland auch nur in dieser Version zu haben. Gibt es auch auf Blu-Ray von Nameless Media. Der Film ist bzw. war (?) in Deutschland lächerlicherweise sogar Mal verboten, wenn ich nicht irre. Nachtrag Juni 2026: Meine Gebete wurden erhört: Night of the Living Dead wurde 2025 erstmals offiziell in der völlig unzensierten Version veröffentlicht. Der Film, der dazumal (1990) für seine US-Kinofreigabe in Gewaltszenen zensiert wurde, gibt es nun schick restauriert auf Blu-Ray und UHD. Mir lag die deutsche Steelbook Fassung von Sony / Plaion Pictures vor. Ich sah mir die UHD an = Englischer O-Ton mit englischen Subs, Uncut, neues Master. Das Master beginnt in s/w und wird im ersten Viertel farbig. Die ehemals zensierten Szenen erstrahlen in einer hervorragenden Qualität. Von den zwei Tonspuren sah ich mir die DD 5.1 Tonspur an. Die war ein Genuss. Den deutschen Ton gibt es nur für die zensierte Kinofassung. Der Film hat die Neusichtung bestanden. Sehr solider Zombiehorror mit tollem Cast (Tony Todd, Patricia Tallman, Bill Moseley). Trotz Regie und Effekten von Tom Savini, ist der Film eigentlich relativ harmlos gehalten, was das frühere Verbot in Deutschland (oder die US-Kinozensur) noch lächerlicher erscheinen lässt. Das Verbot wurde 2018 bzw. 2020 aufgehoben. Horrorfans sollen sich den Film in dieser Form nicht entgehen lassen. 

Dienstag, 3. Oktober 2023

Planet der Vampire

Horroktober 2023
Planet der Vampire

Story:

Siehe Alien

Meine Meinung:

Planet der Vampire ist, und das ist überraschend, keine Kopie von Ridley Scotts Klassiker Alien. Alien wurde 1979 gedreht und Mario Bavas Film ist schon 1965 entstanden. Da tat ich Mario Bava, dem Vater von Lamberto Bava (Demons, Demons 2), Unrecht. Planet der Vampire ist ein Mix aus Gruselfilm und Sci-Fi und gilt als Klassiker im Schaffen von Mario Bavas (Blutige Seide, Caltiki – The Immortal Monster, Kill Baby Kill) Karriere.

Ich fand Planet der Vampire, obwohl optisch schön und zuweilen stimmungsvoll, sehr lahm und langweilig. Ich dachte es handelt sich um eine dreiste Kopie von Alien. Der Plot ist ja in der Tat relativ ähnlich. Das Ende war zwar originell, gefiel mir aber irgendwie nicht. Das Schauspiel empfand ich teilweise als hölzern und die wenigen Action-Szenen sprich Schlägereien wirkten deplatziert und billig. Da bin ich von Hong Kong und Taiwan-Kino anderes gewohnt…

Obwohl der Film nur knapp 85 Minuten läuft, passiert im Film relativ wenig. Es gibt zwei-drei tolle Effekte und die Sets sind cool. Aber im Grossen und Ganzen passierte mir eben zu wenig. Die Stars sind mir bis auf Ivan Rassimov (Jungle Holocaust, Der Killer von Wien, Eaten Alive), der mir nicht Mal aufgefallen ist, unbekannt. Die Frauen sind immerhin hübsch anzusehen und die futuristischen Outfits geben dem Film die richtige Sci-Fi Würze.

Fazit: Optisch hui, inhaltlich lahm und pfui! Da bleibe ich lieber bei Filmen wie Kill Baby Kill, Blutige Seide und Co.

Infos:

O: Terrore nello spazio

Italien, Spanien 1965

R: Mario Bava

D: Norma Bengell, Evi Marandi, Barry Sullivan, Ángel Aranda, Stelio Candelli, Ivan Rassimov

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: Ca. 87 Min.

Gesehen am: Horroktober 2023

Fassungen: Mir lag die Collectors Edition von Plaion vor = UHD (der Ital. Fassung), Blu-Ray (der Ital. Fassung), Blu-Ray (US-Version), Schuber und Booklet. Die Restauration ist erste Sahne: Bild- und Tonqualität sind hervorragend. Die deutsche Synchronisation ebenso. Nebst dieser kann der Film auch in Ital./Englisch mit deutschen Subs geschaut werden.

Dienstag, 1. Februar 2022

Napoli si ribella




Napoli si ribella

Story:

 

Zwei Cops (Luc Merenda, Enzo Cannavale) jagen einen Killer der Mafia (Adolfo Lastretti) der Zeugen verschwinden lässt. Ob die Cops am Ende den grossen Boss kriegen werden?

 

Meine Meinung:

 

Napoli si ribella aka A Man Called Magnum ist ein sehr solider, unterhaltsamer und kurzweiliger Poliziotteschi mit einem sehr gut aufgelegten und sympathischen Luc Merenda (Shoot First, Die Later, Auge um Auge, Policeman Luc Merenda) als Held und Hauptrolle, der den Verbrechern nachgestellt und das Fürchten lernt.

 

Der Plot ist Mittel zum Zweck. Der Hauptbösewicht ist relativ wenig in Erscheinung. Es geht mehr um das Beseitigen von Zeugen, die Ermittlungen und um die rechte Hand des Oberbosses. Dieser wird von Adolfo Lastretti (Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert) schön fies, böse und schmierig gespielt, wie so oft. Markanter Genre-Darsteller, den ich nur zu gerne in solchen Rollen als Schurken sehe.

 

Enzo Cannavale bringt überraschend Buddy-Movie und komödiantische Elemente in den Film, in welcher selbst die untertitelte Version zum Schmunzeln anregt. Auf jeden Fall war Humor selten in dem Genre zu sehen (oder dann später in den Komödien mit Tomas Milian). Napoli si ribella bietet dennoch auch andere Facetten – Shoot-Outs, Mordversuche, unsanftes Angehen gegenüber dem weiblichen Geschlecht. Alles wie gehabt.

 

Was ich sehr cool fand, nebst soliden Action-Szenen (Shoot-Outs, Prügelszenen, Auto Verfolgungsjagden) und einem soliden Star und Bösewicht, war die Musik des Filmes. Die hat praktisch immer gepasst und war schön anzuhören. Und das beste: man hört die Musik oft und viel! Cool! Und das, obwohl dafür nicht Mal die bekannten Namen wie Riz Ortolani oder Bruno Nicolai zuständig waren.

 

Fazit: Solider Film von Michele Massimo Tarantini (Blutiger Schweiss, Massacre in Dinosaur Valley) und jedem Poliziotteschi-Fan zu empfehlen!

 

Infos:

 

O: Napoli si ribella

 

Italien 1977

 

R: Michele Massimo Tarantini

 

D: Luc Merenda, Giancarlo Badessi, Ferdinando Murolo, Claudio Gora, Salvatore Billa

 

Laufzeit der Netflix-Schweiz-Fassung: Ca. 91 Min.

 

Gesehen am: 05.11.21 / 2. Sichtung (Deutsche Blu-Ray): 30.04.26

 

Fassungen: Gesehen via Netflix Schweiz in Ital. mit deutschen Subs. Gibt es in den USA auf DVD (Englisch/Ital. mit englischen Subs). In Deutschland bisher nur auf VHS zu haben (A Man Called Magnum), Stand: Nov. 2021. Nachtrag April 2026: Inzwischen gibt es den Film von Plaion/Explosive Media in Deutschland unter dem Titel A Man Called Magnum auf Blu-Ray. In Deutsch/Ital.  mit Subs. Die deutsche Synchronisation ist sehr gut und der Netflix-Schweiz-Audio-Version zu bevorzugen. Auch die Bild- und Tonqualität waren einwanderfrei. Der Film ist Uncut. Die Disc hat auch ein Wendecover. Der Film ist grundsolide und kurzweilig. Zudem wird der durch die deutsche Synchronisation aufgewertet. Luc Merendas Partner hat mich während der 2. Sichtung jedoch fast etwas gestört und war mir etwas zu lustig. Ansonsten kann ich sagen, dass es bessere, aber auch schlechtere Titel in dem Genre gibt. 

Sonntag, 7. Oktober 2018

Leatherface: The Texas Chainsaw Massacre III Review


Horroktober 2018 Spezial

Leatherface: The Texas Chainsaw Massacre III

Story:

Vorgeschichte/Nachgeschichte:


Ein Paar (William Butle, Kate Hodge) reist durch das texanische Outback, nimmt auf Rat eine Abkürzung und wird nachts von Leatherface (R. A. Mihailoff) angegriffen. Beide können entkommen – müssen sich aber trennen und um ihr Leben kämpfen…

Meine Meinung:

Teil drei gefällt mir besser als Teil zwei. Leatherface: The Texas Chainsaw Massacre III ist sicherlich besser gealtert als sein Vorgänger, auch wenn Teil eins Blutgericht in Texas, der Klassiker, qualitativ unerreicht bleibt (was auch für alle weiteren Fortsetzungen, Vorgeschichten, Remakes etc. gilt).

Teil drei stammt aus 1990 und orientiert sich inhaltlich sehr am ersten Film. Man könnte schon fast von einem Remake sprechen. Regie führt Jeff Burr, der zur damaligen Zeit paar solide Horrorbeitrage inszeniert hat (Episodenhorror The Offspring, Stepfather 2, Pumpkinhead II, Night of the Scarecrow). Er macht auch hier einen soliden Job, auch wenn es aufgrund Zensur und Co. viele verschiedene Fassungen gibt (mehr dazu unter Fassungen – insgesamt scheint es mind. fünf Fassungen zu geben).

Warum mir der Film, der ziemlich modern, Mainstream massig, actionbeladen, etwas zu sauber und steril wirkt, besser als Teil zwei gefallen hat?

Deshalb:

Der Film hat kaum Längen. Das Tempo, welches der Film vorgibt, ist von Beginn an hoch. Es ist eine Achterbahnfahrt aus Verfolgungsjagden, Schrecken, Stunts und Leatherface und seiner Redneck-Familie, in welcher u.a. auch ein kleines Mädchen (Leatherface Schwester) vorkommt. Der Film ist z.T. weniger ein Backwood-Horrorfilm, sondern mehr ein harter Action-Film (spätestens dann, wenn Dawn of the Dead Ken Foree die Rednecks via Schusswaffe bearbeitet). Doch das tut dem Spass und Unterhaltungswert keinen Abbruch.

Durch die kurze Laufzeit ist der Film sehr kurzweilig. Die Figuren nerven auch deutlich weniger als im Vorgänger, so dass hier ein zweiter grosses Pluspunkt genannt werden muss. Namentlich sind mir die Darsteller ausser dem späteren Der Herr der Ringe Star Viggo Mortensen nicht bekannt. Letzterer macht als Redneck eine gute Figur – schön fies und gut gespielt. Er hat in der Zeit auch in anderen Horrorfilmen mitgespielt – es war ihm nicht fremd (z.B. seine Rolle in Prison von Renny Harlin oder im späteren God's Army). Das Overacting ist sicherlich Geschmackssache, was die Rednecks angehen, aber im Vergleich zu Teil zwei ist deren Schauspiel hier kaum nervend.

Tom Savini, der für die Effekte in Teil zwei verantwortlich war, wurde durch die KNB-FX-Group würdig ersetzt. Diese haben für viele Horrorfilme dieser Zeit tolle Effekte und Masken kreiert – so auch hier, auch wenn selbst in der Unrated Fassung (DVD/Blu-Ray) noch immer Effekte Szenen fehlen (Leatherface näht länger die Maske zusammen, die Frau am Baum wird länger zersägt, die Hand vom Opa ist zusehen, Redneck brennt länger, Haken wird in Wade gerammt, Hammer klatscht sichtlich an den Kopf, Leichenteile werden länger aus dem Sumpf geborgen, Kopf wird sichtbar und aus anderer Einstellung mit Kettensäge angesägt etc.). Diese gibt es auf dem spanischen VHS (die DVD aus Spanien soll die gleiche Fassung haben) und/oder dem Workprint zu sehen. Auf jeden Fall sind die Arbeiten der KNB-FX vielfältig ausgefallen – und demonstrieren wirkungsvoll dessen Können. In der regulären Unrated Fassung (DVD/Blu-Ray), wirkt der Film für heutige Verhältnisse jedoch relativ harmlos – da die Taten oft nur im off Screen stattfinden und/oder nur Blut spritzt und/oder die einzelnen Szenen schnell und kurz gezeigt werden. Da sich der Film auch nicht ganz ernst nimmt (eine Atmosphäre wie Teil eins sucht man hier vergebens), sondern comicartig übertrieben wirkt, lindert dies den Gewaltlevel zusätzlich noch einmal.

Fazit: Guter Teil der The Texas Chainsaw Massacre Reihe – Fans von Leatherface zu empfehlen! 

Gefolgt von: Texas Chainsaw Massacre 4

Infos:

O: Leatherface: The Texas Chainsaw Massacre III

USA 1990

R: Jeff Burr

D: Jennifer Banko, Ron Brooks, William Butler, Miriam Byrd-Nethery, Ken Foree, Viggo Mortensen

Laufzeit der US-DVD: 85:18 Min.

Gesehen am: 1. Sichtung während Jugendzeit / Review überarbeitet am: 06.10.18

Fassungen: Mir lag die US-DVD von New Line Cinema vor = es befinden sich beide Versionen, also die harmlose R- und die ungeschnittene Unrated Fassung, im Set. Auf einer Disc. Englischer Ton und englische Subs vorhanden. In Deutschland bisher nicht offiziell erschienen (Stand: Okt. 2018). Es gibt jedoch noch andere Fassungen, die zum Teil alternatives Material und/oder mehr Gore bieten, die auch in der Unrated fehlt z.B. der Workprint als US VHS oder das VHS und die DVD aus Spanien (Titel: La Matanza de Texas III). Einige dieser Szenen sind auf der US-DVD (oder LD oder Blu-Ray) auch als Bonus dabei. Zumindest in den USA auch als Blu-Ray zu haben. Die Unrated LD unterscheidet sich nochmals von der Unrated DVD/Blu-Ray (LD = harmloser). Nachtrag 17.02.24: Für eine neue Sichtung wurde die neue deutsche DVD/Blu-Ray Fassung von Plaion Pictures gekauft = Mediabook mit Unrated Fassung auf DVD, Unrated Fassung auf Blu-Ray und der Kinofassung auf Blu-Ray. Geschnittene Szenen sind als Extras zu sehen. Es gibt ein informatives Booklet. Deutsch/Englisch mit deutschen Subs. Sehr gute Bild- und Tonqualität. Gekauft habe ich die Fassung wegen einem versteckten Bonus-Feature d.h. deinem Easter Egg. In diesem wird vom Film eine Alternativfassung gezeigt = Unrated Fassung mit dem alternativen Ende (welches der Regisseur bevorzugt) integriert = mehr Effekte-Szenen (Kampf Leatherface Vs. Ken Foree und wie der verbrannte Tex in die Falle tappt) = bessere Fassung! Der Film macht, auch wenn es davon leider keine wirkliche Uncut Fassung gibt, Spass! Blutige, unterhaltsame Mainstream-Horror-Action!