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Dienstag, 10. März 2026

Hitman in the Hand of Buddha

 

Hitman in the Hand of Buddha

Story:

Wong Chin (Hwang Jang-Lee) arbeitet in der Reis-Verarbeitung. Die Konkurrenz versucht, der Firma Schaden zuzufügen. Wong Chin wehrt sich und zieht so den Zorn der Gangster auf sich. Diese setzen einen Kämpfer (Tino Wong Cheung) auf Wong Chin an. Dieser hat jedoch keine Chance. Also taucht der Boss (Eddy Ko) höchstpersönlich auf und schlägt Wong Ching in die Flucht. Der flieht in den Shaolin Tempel und bereitet sich dort auf seine Rache vor…

Meine Meinung (Koreanische Fassung):

Hitman in the Hand of Buddha ist ein Film von und mit Hwang Jang-Lee, je nach Quelle und für seine Fans absolutes Pflichtprogramm. Der Film aus dem Jahr 1981 wirkt eher wie eine Ende der 70er Jahre Produktion à la Die Schlange im Schatten des Adlers. Der Mix aus Klamauk und Kung Fu, die Choreographie erinnern an diese typischen 1979er Kung Fu Komödien.  Es herrschen unterschiedliche Infos, ob der Film eine Produktion aus Hong Kong oder Südkorea ist (mehr dazu unter Fassungen). Wie dem auch sei: der Film ist Old School Kung Fu Fans wärmstens zu empfehlen!

Der Plot ist dünn und minimalistisch. Was überzeugt sind die Hauptrollen, die Anzahl von Kampf- und Trainingsszenen und die Choreographie. Das sind die Stärken des Filmes. Die Kampfszenen und die Choreographie hat Yuen Woo-Ping Vibes. Jedoch waren Corey Yuen (Ninja in the Dragon's Den, Heroes of Shaolin) und Mang Hoi (The Blonde Fury, Encounters of the Spooky Kind 2) dafür zuständig. Besonders die Kampfszene mit den Essstäbchen und der Finalkampf zwischen Hwang Jang-Lee und Eddy Ko waren die Highlights des Filmes. Der Hammer!

In der koreanischen Fassung, welche ich mir zuerst ansah, wurden einige wenige humoristische Szenen mit Kindern und Fan Mei-Sheng als Bettler entfernt. Das ist gut so. Hingegen gibt es in der HK-Fassung mehr Italo-Western Musik zu hören, als in der koreanischen Fassung. Der Eastern, der in Südkorea gedreht wurde, wartet mit Hwang Jang-Lee (The Eagle's Killer, Buddha Killer) in einer Heldenrolle auf. Ich mag ihn i.d.R. mehr als Bösewicht, doch seine Technik und Kampfszenen hier waren absolut klasse, so dass das zu verschmerzen war. Ihm gegenüber steht Eddy Ko (Mountain Warriors, The Thundering Mantis), der als fieser Bösewicht und harter Endgegner zu gefallen weiss. Speziell wenn sie im Finale zuerst mit Stöcken gegeneinander kämpfen, ist Spektakel garantiert.

Fazit: Muss See Titel für Fans von Hwang Jang-Lee!

Infos:

O: Che Diy Saai Yan, 借刀殺人, The Swordsman (Inmuga-in), 인무가인

HK, Südkorea 1981

R: Hwang Jang-Lee, Park Yun-gyo

D: Hwang Jang-Lee, Eddy Ko, Hwang Choon-Soo, Won Jin, Park Hui-Jin, Fan Mei-Sheng, Tino Wong Cheung, To Siu-Ming

Laufzeit der UK-DVD (Koreanische Fassung): 81:25 Min.

Gesehen am: 10.03.26

Fassungen: Mir ist nicht 100% klar, ob es ein HK oder ein südkoreanischer Film oder eine Co-Produktion ist. Laut dem koreanischen Filmarchiv ist es ein südkoreanischer Film, produziert von Dae Yang Films Co. und Regie führte Park Yun-gyo. Der Film wurde auch in Südkorea gedreht. Laut der Hong Kong Movie Database ist es eine HK-Produktion entstanden durch Hwang Jang-Lee, der nicht nur die Hauptrolle spielte, sondern auch Regie führte und seine Firma Hwang Jang Lee Production Company produzierte den Film. Laut der UK-DVD, die nebst der HK-Fassung (Englisch Dubbed) auch die kürzere koreanische Fassung anbietet (In Koreanisch mit englischen Untertiteln), soll die koreanische Fassung der Director’s Cut sein und soll durch die Hand von Hwang Jang-Lee entstanden bzw. editiert worden sein. Es soll auch seine Originalstimme sein, die im Koreanischen Dub zu hören ist. Daher sah ich mir zuerst die koreanische Fassung an. Die liegt in Vollbild vor. Die Bild- und Tonqualität sind (für meinen Geschmack) noch immer gut. Die HK-Fassung sah mich mir als China VHS von Pacific an. Der Film liegt statt im chinesischen O-Ton Kantonesisch in Mandarin mit englischen & chinesischen Subs vor. Es handelt sich um eine Kopie der HK-VHS von Wild West Video (einem Ocean Shores Ableger). Die deutschen Hauptfassungen (Titel: Im Auge des Taifun) sind zensiert aber in Widescreen. Als Bonus haben einige deutsche Anbieter auch die Uncut Fassung in Englisch auf die Disc gepackt (Vollbild = wohl auch eine Ocean Shores Kopie). Es gibt keine Blu-Ray (Stand: März 2026). Die Koreanische Fassung läuft 81:25 Min. Die HK-Fassung 89:30 Min. Grössere Unterschiede fielen mir, speziell in den Kampfszenen, nicht auf. Ggf. fehlt im Korea-Cut die angedeutete Rape-Szene und einige lustige Szenen fehlen dort, was die koreanische Fassung kurzweiliger werden lässt. Dafür nahm ich in der HK-Version mehr Italo Western Musik wahr. Mit der Korea-Fassung via UK-DVD bin ich jedoch bestens bedient.


Mittwoch, 18. September 2024

The Magnificent Scoundrels

The Magnificent Scoundrels

Story:

Shun (Stephen Chow) und Betsy Kwan (Teresa Mo Sun-Kwan) sind Kleingangster, die sich mit Betrügereien und Schwindeleien über Wasser halten und anderen das Geld aus der Tasche ziehen. Doch nun haben sie bei Gangstern (Roy Cheung, Yuen Wah) Schulden. Sie planen, eine Villa auszunehmen, die im Moment unbewohnt ist. Jedoch haben es auch andere Gauner (Wu Ma, Amy Yip, Tien Niu) auf die Villa abgesehen. Beide Parteien spielen ein doppeltes Spiel und versuchen, die andere Partei auszunehmen und zu betrügen…

Meine Meinung:

Stephen Chow (King of Comedy, Fight Back to School, Tricky Brains) hat in den 90er-Jahren unendlich viele tolle Komödien gedreht. Die Mehrheit davon sah ich jeweils nur einmal. Ich denke dabei an Filme wie Justice, My Foot!, Love on Delivery, Hail the Judge, Out of the Dark oder The God of Cookery. Auch The Magnificent Scoundrels gehört in die Sparte. Diese Lücke wurde nun geschlossen und der Film nach 2009 ein zweites Mal gesichtet. Ich wusste nicht mehr all zu viel über den Film, so dass ich am Anfang Zeit brauchte, um zu wissen, wer wen warum betrügen will.

Es nimmt zu Beginn doch etwas Zeit ein, die diversen Gruppierungen zu verstehen und bis die Handlung richtig startet. Das schmälert zuerst die Unterhaltung und die Sehgewohnheiten. Auch nicht jeder Joke sass. Es gibt drei Gruppen: Shun und Betsy Kwan, gespielt von einem wie immer wunderbar talentierten, amüsanten und aberwitzigen Stephen Chow. Sein Gegenüber, Teresa Mo Sun-Kwan, hat mich hingegen wenig überzeugt muss ich sagen. Die Beiden finden zusammen, haben Schulden und versuchen, an Geld zu kommen.

Die 2. Gruppe sind die Gangster. Diese werden wunderbar von Roy Cheung und Yuen Wah dargestellt. Letzterer läuft Roy Cheung den Rang ab. Tolles Overacting. Beide spielen Nebenrollen. Beide sind es aus ihrer Filmographie gewohnt, Bösewichte zu spielen. Da sind doch einige sehenswerte Filme wie Eastern Condors oder School on Fire dabei. Die 3. und letzte wichtige Gruppe ist die Gruppe angeführt von Wu Ma (Just Heroes), der mit zwei Frauen im Schlepptau arbeitet. Tien Niu (Lackey and the Lady Tiger) spielt seine «Ehefrau» und Amy Yip (She Shoots Straight) seine «Tochter», die sich an Stephen Chow ranmachen soll.

Bis auf die erwähnte Teresa Mo Sun-Kwan haben alle in ihren Rollen überzeugt. In einer nicht unwichtigen Nebenrolle ist Karl Maka (Skinny Tiger and Fatty Dragon) zu sehen. Er spielt quasi Stephen Chows Mentor. Gleichzeig war er nebst Danny Lee (Law with Two Phases) auch der Produzent des Filmes. Und Sandra Ng (Forced Nightmare) legt einen amüsanten Gastauftritt hin. Die Action-Szenen steuerte Corey Yuen (Spooky, Spooky) bei. Wie gesagt, der Beginn des Filmes war doch etwas zäh und wie ich sagte, nicht jeder Joke war lustig. Besonders schlecht empfand ich bei diesem Rewatch die Musik. Daher Stufe ich den Film auch nur noch als «gute» Arbeit ein, und nicht als Kracher oder Highlight in Stephen Chows Karriere. Die besten Jokes beinhalten Sabber, Urin, Amy Yips Brüste und Erbrochenes.

Fazit: Für Stephen Chow-Fans zu empfehlen!

Infos:

O: Ching Sing

HK 1991

R: Lee Lik-Chi

D: Stephen Chow, Wu Ma, Amy Yip, Karl Maka, Yuen Wah, Sandra Ng, Teresa Mo Sun-Kwan, Roy Cheung, Tien Niu

Laufzeit der HK-DVD: 92:43 Min.

Gesehen am: Okt. 2009 / Neusichtung am: 18.07.24

Fassungen: Mir lag die Code Free DVD von Joy Sales / Fortune Star (The Legendary Collection) aus HK vor = Schuber, gute Bild- und Tonqualität. O-Ton und englische Subs vorhanden. Es gibt weder eine Blu-Ray noch eine deutsche Fassung (Stand: Juli 2024).

Donnerstag, 12. September 2024

Fong Sai Yuk II


Fong Sai Yuk II

Story:

Fong Sai Yuk (Jet Li) wird in die The Red Flower Gemeinschaft aufgenommen, deren Ziel darin besteht, den mandschurischen Kaiser zu stürzten. Doch der politische Kampf beeinflusst auch seine Beziehung zu seiner Freundin (Michelle Lee), als es darum geht, dass Fong eine Prinzessin (Amy Kwok) für die Gunst der Bruderschaft verführt. Derweil gilt es auch Master Chans (Adam Cheng) Position zu schützen und Fongs Mutter (Josephine Siao) hat ebenfalls Liebesprobleme mit ihrem Ex (Regisseur Corey Yuen).

Meine Meinung:

Jet Li feierte mit Tsui Harks Once Upon a Time in China grosse Erfolge. Viele Nachahmer, auch im klassischen Setting und auch chinesische Nationalhelden präsentierend, waren die Folge. So auch Fong Sai Yuk, den ich jedoch nicht zu Jet Lis besten Arbeiten zähle. Die Fortsetzung, erneut mit Jet Li (The Last Hero in China), Corey Yuen (Heroes of Shaolin), Michelle Lee (A Chinese Ghost Story II), Josephine Siao (Jumping Ash) und Adam Cheng (General Invincible), kann sogar noch weniger überzeugen und bleibt nur knapp in der Sammlung bestehen.

Im ersten Teil war der Plot besser. Zudem gefiel mir dort das Theme: das war wirklich cool und höre ich gerne. Und mit Vincent Zhao hatte man einen wunderbaren Bösewicht an Bord. Eine Art Newcomer. Er hatte seine beste (kurze) Zeit danach mit Filmen wie The Blacksheep Affair, Green Snake oder The Blade (obwohl ich den heuer auch nicht mehr sonderlich toll finde), zumal er Jet Li für die Once Upon a Time in China Fortsetzungen Once Upon a Time in China IV und Once Upon a Time in China V ersetzte.

Der 2. Teil hat einen schwachen Plot. Es gibt, vor allem im lahmen Mittelteil, zu viele Längen und Belanglosigkeiten. Die ganzen Szenen mit Jet Li, seiner Mutter, seiner Ehefrau und der Japanerin waren einfach uninteressant. Auch der dazu passende Humor und weitere Sub-Plots (Josephine Siao und Corey Yuens Beziehung) waren schwach und die Musik uninteressant. Die Szenen im Mittelteil und die Sub-Plots hätte man am besten durch mehr Kampfszenen ersetzen sollen. Diese sind erneut mit viel Drahtseil-Mithilfe inszeniert worden. Jedoch schnörkellos. Was Wirework-Kampfszenen angehen, ist Jet Li einer der Fähigsten Künstler, um diese Kampfszenen dennoch sehenswert aussehen zu lassen.

Der neue Bösewicht wird von Ji Chunhua (Shaolin Temple, Yellow River Fighter) gespielt. Sein Overacting war etwas zu übertrieben, aber seine Kampfszenen gegen Jet Li, vor allem jene abseits des Finales, waren die besten Action-Momente des Filmes (ca. zwei Stück). Schade, dass seine Figur so eindimensional gezeichnet war. So ist es für alle Beteiligten klar, dass er ein Verräter ist. Warum da Adam Cheng als Anführer der The Red Flower nicht interveniert, fand ich sehr unglaubwürdig und nicht nachvollziehbar. Diese Naivität bekommt den Plots in Sachen Glaubwürdigkeit im HK-Film der damaligen Zeit nicht gut.

Fazit: Mässige Fortsetzung, die nicht zu Jet Lis besten Arbeiten zählt.

Infos:

O: Fong Sai-Yuk II

HK 1993

R: Corey Yuen

D: Jet Li, Michelle Lee, Amy Kwok, Adam Cheng, Josephine Siao, Corey Yuen

Laufzeit der HK-DVD: 96:15 Min.

Gesehen am: März 2006 / Neusichtung am: Ende Juni 204 / Sichtung der UK-Blu: Mitte Dez. 2024

Fassungen: Mir lag die HK-DVD von Universe vor = O-Ton und englische Subs, Code Free, Uncut, mässige (oft viel zu dunkel) Bild- und Tonqualität. In Deutschland als Iron Tiger auf DVD zu haben (Uncut, nur in Deutsch, Label: Splendid). Die franz. DVD von HK Vidéo dürfte qualitativ am besten sein (aber ohne englische Untertitel). Es gibt keine Blu-Ray (Stand: Juni 2024). Nachtrag Dez. 2024: Ich fand den Film in dieser neuen Fassung (UK-Blu-Ray von 88 Films zusammen mit dem 1. Teil in einer Collection) leicht besser als bei der letzten Sichtung (HK Universe DVD, sehr dunkles Bild). Diese Vö ist ein Paradebeispiel, wie ein Film durch ein würdiges Master optisch aufgewertet werden kann. Der Film hat mehrere sehr schöne Szenen, die optisch einfach wundervoll gefilmt und in Szene gesetzt wurden. Beides in Kampfszenen integriert. Dies kam bei der alten HK-DVD kaum zur Geltung, da ziemlich miese Bildqualität. Die Kampfszenen sind, wenn man Wirework-Action nicht abgeneigt ist, toll anzusehen. Der Humor und die Love-Story sind noch immer mässig. Die Zuschauer fanden das wohl auch so, denn der 2. Teil war weniger erfolgreich als sein Vorgänger. Fans machen mit dieser Vö hingegen alles richtig. 

Dienstag, 20. August 2024

Fist of Fury 1991

Fist of Fury 1991

Story:

Lau Ching (Stephen Chow) gerät in Hong Kong an den Dieb Smart (Kenny Bee) und über Umwege (Shing Fui-On) an Master Fok Wan (Corey Yuen) und dessen Tochter Nandy (Sharla Cheung Man). Als Lau Ching japanische Herausforderer und Co. (Chan Leung-Shing, Tai Bo) in die Flucht schlägt, erobert er das Herz von Nandy - sehr zur Missgunst von Master Fok Wans bestem Schüler Cheng Wai (Vincent Wan Yeung-Ming). Diesem gelingt es, durch List und Betrug, Lau Ching aus der Gemeinschaft auszuschliessen. Auf einem Kampfturnier mit hohem Preisgeld treffen sich die beiden wieder…

Meine Meinung:

Fist of Fury 1991 war 1991 ein Erfolg für Stephen Chow. Der Titel suggeriert Bruce Lee Vibes (Fist of Fury). Dies wird jedoch nur in einer Szene als Hommage deutlich, in der Stephen Chow seine Kräfte demonstriert und die bösen Japaner in die Flucht schlägt. Ansonsten hat der Film mit Fist of Fury nichts zu tun. Trotz CAT. III Rating war der Film erfolgreich, so dass es eine Fortsetzung gab (ein Jahr später). Diese ist aber weniger bekannt.

Fist of Fury 1991 wurde zu Ehren des verstorbenen Corey Yuen (The 7 Grandmasters, Born Invincible) angesehen. Ich sah den Film seit November 2011 nicht mehr. Ich wusste kaum mehr etwas über den Film und freute mich, den Film auffrischen zu können. Teilweise hatte ich falsche Erinnerungen (dass Smart von Corey Yuen gespielt wird und/oder dass Billy Chow als Bösewicht dabei sein würde). Corey Yuen spielt einer der Hauptrollen, schrieb am Skript und hat die tollen Action-Szenen, die sogar aus Stephen Chow (King of Comedy, Triad Story) einen Actionhelden machen, inszeniert.

Stephen Chow, der im Jahr zuvor mit All for the Winner grosse Erfolge feierte (und hier auch in einer kurzen Doppelrolle als Saint of Gamblers zu sehen ist inklusive Gastauftritt von Ng Man-Tat) macht im Regiedebüt von Joh Chung-Sing, der danach nur noch den 2. Teil realisieren sollte (konnte ansonsten keine Regie Arbeiten mehr verzeichnen), eine tolle Figur. Sowohl in den lustigen wie auch den Actionmomenten. Auch Co-Star Kenny Bee (100 Ways to Murder Your Wife, My Heart Is That Eternal Rose) war zum Brüllen komisch. Der Humor zuweilen eklig und derb (anspucken und so). Sharla Cheung (Deadly Dream Woman) macht ihre Sache wie auch Corey Yuen als Meister ordentlich und nebst Ng Man-Tat (The Prince of Temple Street) hatte ich an den Gastauftritten um Shing Fui-On (Thank You, Sir), Tai Bo (Crazy Mission) sowie Yuen Tak (Millionaires Express) Freude. Nat Chan Pak-Cheung (The Last Blood) fiel mir hingegen nicht auf.

Fazit: Wer 90er Jahre Komödien (vor allem Stephen Chow) und/oder Actionfilme aus Hong Kong mag, kann sich sorgenlos an Fist of Fury 1991 wagen!

Gefolgt von: Fist of Fury 1991 II

Infos:

O: San Cheng Miu Moon 1991

HK 1991

R: Joh Chung-Sing

D: Stephen Chow, Corey Yuen, Kenny Bee, Sharla Cheung Man, Vincent Wan Yeung-Ming, Shing Fui-On, Ng Man-Tat, Nat Chan Pak-Cheung, Tai Bo, Yuen Tak, Chan Leung-Shing

Laufzeit der HK-DVD: 96:38 Min.

Gesehen am: Nov. 2011 / Neusichtung am: 13.08.24

Fassungen: Mir lag die Code-Free-DVD aus HK von Mei Ah vor = Schuber, Uncut, recht gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs vorhanden. Es gibt weder eine UHD noch Blu-Ray noch eine deutsche Fassung (Stand: Aug. 2024).

Ninja in the Dragon's Den


Ninja in the Dragon's Den

Story:

Shadow Ninja (Sanada Hiroyuki) sucht in China nach einem Verräter, dessen sein Vater zum Opfer gefallen ist. Dieser ist der «Onkel» von Jay (Conan Lee). Jay kann es nicht zulassen, dass sein Onkel getötet wird und stellt sich Shadow Ninja in den Weg. Zudem plant ein Meister (Hwang Jang-Lee), dessen Schüler von Jay öffentlich blossgestellt wurde, seine Rache…

Meine Meinung:

Ninja in the Dragon's Den wurde zu Ehren von Corey Yuen (Sturmstaffel der Hölle, She Shoots Straight) angesehen, dessen Tod erst vor paar Tagen offiziell verkündet wurde. Einer der «Brüder» von u.a. Yuen Wah (To Kill a Mastermind, Police Story 3 Super Cop), Yuen Tak (Iron Angels II, My Young Auntie), Sammo Hung (Twilight of the Warriors: Walled In, The Dead and the Deadly), Jackie Chan (The Protector, First Strike) oder Yuen Biao (Tough Beauty and the Sloppy Slop, On the Run). Ninja in the Dragon's Den war sein Regie-Debüt.

Danach war Corey Yuen im HK-Kino ein gefragter Mann als Regisseur (Police Assassins), Darsteller (In the Blood) oder Choreograph (The Bodyguard from Beijing). Zudem brachte ihn sein Erfolg auch ins Ausland (Kiss of the Dragon, Lethal Weapon 4). Ninja in the Dragon's Den, für welchen er auch am Drehbuch mitwirkte, wurde vom legendären Seasonal Film Gründer Ng See-Yuen (The Good and the Bad, The Butterfly Murders) produziert.  Der Film war ein voller Erfolg an den Kinokassen. Zwar waren einige humoristische Parts zwischen Conan Lee und Tai Bo etwas zu viel des Guten, aber der Film fängt sich schnell wieder.

Abgesehen von Filmen wie Heroes of the East oder Five Element Ninjas darf Ninja in the Dragon's Den als einer der besten 80er Jahre HK-Filme gelten, der chinesische und japanische Kampfkünste in einer Produktion verewigt. Daher war es ein kluger Schachzug, mit Sanada Hiroyuki (Royal Warriors, Message from Space), Kaname Tsushima und Tanaka Hiroshi (Sword of Doom, Return of the Street Fighter) auch drei Japaner an Bord zu holen. Aus Südkorea durfte Hwang Jang-Lee (Game of Death II, Phantom Thief) als Bösewicht ran. Er taucht jedoch wirklich nur im Finale auf. Tai Bo (Two Toothless Tigers, Sea Wolves) taucht mit der Zeit ab, um im Finale nochmals etwas Klamauk zu verbreiten.

Der fetzige Titelsong und das Intro in den Film sind einfach cool. Auch die Kampfszenen. Im ¼ sind, wie ich bereits erwähnte, einige humoristische Szenen zu überstehen. Danach wird der Film immer besser, die Anzahl Kämpfe nehmen mehr und mehr zu und auch dessen Qualität wird besser und besser. Daher ist es nicht übertrieben zu sagen, dass Corey Yuen, der nebst Mang Hoi (Little Super Man, Legacy of Rage) auch für die Kampfszenen und deren Inszenierung zuständig war, hier einige seiner besten Arbeiten überhaupt auf die Leinwand gezaubert hat. Grosse Kunst. Spektakel garantiert! Besonders die Fights zwischen Conan Lee (Aces Go Places V, The Cyprus Tigers), der hier wie Jackie Chan aussieht, und Sanada Hiroyuki sind grosse Klasse!

Fazit: Klassiker und einer der besten Filme von Corey Yuen!

Infos:

O: Lung Ji Yan Che

HK 1982

R: Corey Yuen

D: Sanada Hiroyuki, Conan Lee, Hwang Jang-Lee, Kaname Tsushima, Tanaka Hiroshi, Tai Bo, Chin Lung, Tien Feng

Laufzeit der UK-DVD: 96:12 Min.

Gesehen am: Juli 2007 / Neusichtung am: 13.08.24 / Sichtung der deutschen Blu: 27.12.25

Fassungen: Mir lag die UK-DVD von HKL vor = Uncut, gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs runden die Disc ab. Leider ist meine DVD fehlerhaft und spielt die letzten 20 Minuten nicht mehr ab. Diese habe ich dann via YouTube in Kantonesisch ohne Subs zu Ende gesehen. Als Extras gibt es geschnittene Szenen, einen Audiokommentar und Interviews. Die deutsche Blu-Ray von Shamrock Media ist Uncut, hat nebst Deutschem Ton auch den O-Ton mit Untertiteln zu bieten und nebst japanischer Alternativfassung soll sich als Easter Egg auch die koreanische Fassung von Nam Ki-nam auf der Disc befinden. Nachtrag Dez. 2025: Nachdem ich meine UK-DVD entsorgen musste (spielte die letzten 20 Min. nicht mehr ab), sah ich mir den Seasonal Film-Klassiker nun erstmals in Deutsch an. Und der Film, der in Deutschland Ninja Kommando heisst, macht mit der Synchro schon auch mächtig viel Spass! O-Ton und Subs wären auch an Bord wie auch die jap. Langfassung. Die Bildqualität der Disc ist sehr gut. Es gibt ein Wendecover. Henry Sanada und Conan Lee liefern gut ab, Tai Bo bringt viel Humor in den Film und Hwang Jang-Lee überzeugt im Finale (kommt nur dann vor). 

Dragon Lord

Dragon Lord

Story:

Die beiden Lausbuben Lung (Jackie Chan) und Wong (Mars), die sich seit Jugendjahren kennen, geraten durch mehrere Zufälle zwischen die Fronten einer Gangster-Bande. Ein Gangster (Hwang In-Shik) und dessen Bande wollen chinesische Schätze stehlen und ausserhalb Chinas verkaufen. Deputy Hoi (Michael Chan Wai-Man) kann dies ethisch nicht akzeptieren und will die Gruppe verlassen, zum Wiederwillen des Bosses. Diese haben es nun auf seinen Kopf abgesehen und da stösst der verwundete Deputy Hoi zufällig auf Lung und Wong…

Meine Meinung (Hong Kong Cut):

Zweitsichtung seit März 2007. Ich wusste bis auf ein bis zwei Momente (Rugby-Spiel, ein Stunt im Finale) nichts mehr. Ich hatte aber noch im Gefühl, dass ich Dragon Lord immer etwas schwächer fand als andere Jackie Chan Werke. Und dieser Erinnerung muss ich auch nach dieser Zweitsichtung zustimmen: Dragon Lord ist durchschnittlich und deutlich überbewertet. Wäre da nicht das tolle, 20minütige Finale, könnte man den Film getrost in die Tonne treten.

Das Problem ist die Tatsache, dass der Film von und mit Jackie Chan (The Accidental Spy, The Twins Effect 2) bis zum Finale kaum Action bietet. Natürlich, es gibt die stark choreographierte Start-Sequenz mit dem «Rugby-Spiel» und im Mittelteil die Federball-Fussball-Sequenz. Allein an letzterer wurde laut Interview mit Mars vier Wochen und mehr gedreht. Aber ohne Kung Fu sind auch diese Momente schlussendlich irgendwie lahm und unspektakulär.

Wenn ich «Fussball» in Verbindung mit Kung Fu sehen will, dann à la The Champions. Der viele Humor war auch oft unlustig und einige der Nebenfiguren wie Tai Bo (We're Going to Eat You, Back Home) oder Cheng Kang-Yeh (The Gambling Syndicate, 2 tödliche Fäuste im Schatten der Schlange) nervend. Die Sidekicks dienten nur dem Klamauk. Es wird damit zu viel Zeit vergeudet. Die Musik war billig. Der eigentliche Plot kommt kaum zur Sprache. Laut Interview mit Mars betrug das gefilmte Material am Ende fünf Stunden. Da musste natürlich viel entfernt werden.

Das könnte auch die Ursache sein, warum vieles unausgereift wirkt. Oder in der Extended Fassung unpassend verändert wurde (z.B. Rugby-Szene im Finale nach dem Endkampf statt zu Beginn). Jackie Chan machte dabei als Regisseur aber noch wichtige Erfahrungen, ehe er später Erfolg nach Erfolg abliefern sollte. Er war nebst seinem Stunt-Team, Fung Hak-On (A Mad World of Fools, The Fantastic Magic Baby), der im Film auch in einem Gastauftritt zu sehen ist und dem leider verstorbenen Corey Yuen (Buddha Killer, Fong Sai Yuk), dem zu Ehren die Zweitsichtung abgehalten wurde, für die Choreographie und Action zuständig.

Die Action-Szenen im Finale sind der Wahnsinn. Auch die Stunts knallen schön heftig rein. In den Szenen zeigen Jackie Chan und Mars (Lackey and the Lady Tiger, Knockabout) ihr Talent und Können. Für die Golden Harvest Produktion, die komplett in Taiwan gedreht wurde (in Südkorea war es dazumal, gedreht wurde u.a. im Oktober, viel zu kalt), wurde aus Südkorea Hwang In-Shik (The Association, A Fist Full of Talons) eingeflogen. Der «Endboss» aus Jackie Chans The Young Master. Auch er überzeugt restlos. Corey Yuen ist in einer Minirolle zu sehen, Tien Feng (The Snake Girl Drops In, Kwan-Fu – Das Schwert des Todes) sorgt auch nur für Klamauk und Michael Chan Wai-Man (The Deadly Breaking Sword, The Master Strikes Back) bekommt leider so gut wie keine Action-Sequenz spendiert. Aber schön, ihn in einem Jackie Chan Film zu sehen.

Fazit: Nur dank dem Finale und zwei zugedrückten Augen und nur für ultimative Jackie Chan Fans sehenswert!

Infos:

O: Lung Siu Yau

HK 1982

R: Jackie Chan

D: Jackie Chan, Mars, Hwang In-Shik, Michael Chan Wai-Man, Suet Lee, Paul Chang Chung, Tien Feng, Tai Bo, Cheng Kang-Yeh, Fung Hak-On, Corey Yuen

Laufzeit der US-Blu: Ca. 96 Min. (Hong Kong Cut) / Ca. 103 Min. (Extended Cut)

Gesehen am: März 2007 / Neusichtung am: 13.08.24

Fassungen: Mir lag für eine 2. Sichtung die US-Blu-Ray von Shout Factory vor. Die Box enthält mehrere Jackie Chan Filme. Für eine Zusammenstellung siehe das Dragon Fist Review. Zu Dragon Lord sind zwei Fassungen enthalten. Für mich ist aber der Hong Kong Cut die priorisierte Fassung. Die 2. Fassung (= Extended Version) ist mir zu lang, zu verändert (Rugby-Szene nach dem Finalkampf statt zu Beginn) und Michael Chan Wai-Man bekommt in dieser gar keine Action-Szene spendiert. Auf der deutschen Blu-Ray sind auch beide Fassungen enthalten (von Splendid). Als Extras gibt es Interviews mit Louis Sit, Mars und Hwang In-Shik.

Mittwoch, 18. Oktober 2023

Buddha Killer

Buddha Killer

Story:

Hsiao Hai (Mang Hoi) gerät in die Fronten eines tödlichen Bruder-Streites zwischen San Lu (Chin Yuet-Sang) und dem tyrannischen Prinzen (Hwang Jang-Lee) und seinen Untergebenen (Hou Po-Wie, Lung Fei). Dann sind da noch die Rebellen (u.a. Fang Fang), die dem Prinzen nach dem Leben trachten…

Meine Meinung:

Aka The Buddha Assassinator. Buddha Killer erfuhr durch den Todesfall von Star Mang Hoi (Die Schlitzaugen mit dem Superschlag) eine Neusichtung. Ich sah Buddha Killer bisher nur einmal und die Sichtung ist 13 Jahre her. Ich hatte den Film als Kracher abgespeichert. Mehr wusste ich nicht mehr. Mang Hoi war als Regisseur (The Blonde Fury), Darsteller (Encounters of the Spooky Kind 2, Police Assassins, Kidnap in Rome) und Action-Choreograph (Framed) oder Action Director (The Ring of Death, Royal Warriors, She Shoots Straight) tätig. Letzteres oft zusammen mit Corey Yuen (Above the Law), der hier auch im Vorspann als Kämpfer zu sehen ist.

Hauptrollen wie jene in Buddha Killer oder Sturmstaffel der Hölle waren selten. Buddha Killer ist dabei, wie schon Sturmstaffel der Hölle, ein Kracher. Mang Hoi mimt erneut den Helden und Hwang Jang-Lee (Game of Death II) den Bösewicht. Fans der beiden kommen voll auf ihre Kosten. Lung Fei (Eunuch of the Western Palace) gefällt als rechte Hand von Hwang Jang-Lee. Der Plot ist ok und Mittel zum Zweck. In der 1. Hälfte gibt es verhältnismässig wenig Kung Fu zu sehen. Die Szenen nehmen aber im Verlauf der Story mehr und mehr zu.

Die Choreographie von Corey Yuen ist hervorragend und braucht sich nicht hinter Kollegen wie Yuen Woo-Ping (Last Hurrah for Chivalry) oder Liu Chia-Liang (The Eight Diagram Pole Fighter) verstecken. Die Kämpfe und Trainingsszenen, egal mit oder ohne Waffen, zu zweit oder Solo-Übungen, sind spektakulär und abwechslungsreich in Szene gesetzt. Wer Old-School Kung-Fu Filme im klassischen Setting mag, wird Buddha Killer mit Sicherheit etwas abgewinnen können. Dabei ist der Ton des Filmes wechselhaft, auch wenn der Film weniger böse ist, als andere Filme dieser Art. Besonders Hwang Jang-Lee als Prinz agiert lange Zeit relativ harmlos und gnädig, bevor er im Finale in den Killer-Modus wechselt.

Fazit: Sehenswert!

Infos:

O: Fo Zhang Huang Ye

HK 1980

R: Tung Chin-Hu

D: Hwang Jang-Lee, Mang Hoi, Lung Fei, Chin Yuet-Sang, Fang Fang, Corey Yuen, Hou Po-Wei

Laufzeit der deutschen DVD: 84:22 Min.

Gesehen am: Feb. 2010 / Neusichtung am: 15.10.23

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Mr. Banker Films / Sunfilm vor (= Eastern Edition Vol. 7) = Deutsch/Englisch/Mandarin/Kantonesisch mit deutschen Subs, sehr gute Bildqualität, 2,35:1 (Anamorph). Die deutsche Synchronisation ist dabei sehr gelungen. Leider ist die Fassung minimal zensiert (zwei Gewaltszenen, paar Sekunden). Das Cover-Artwork der DVD ist auch billig, da die Bilder des Covers nichts mit dem Film zu tun haben. Das Originalplakat ist unten abgebildet. Den 2. Film im Set ist die China-Festland-Produktion Der Zauberzopf der Shaolin. Uncut wäre die Fassung der Maritim Pictures (Hwang Jang Lee Superstar Box) DVD, in welcher der Film aber nur in Deutsch vorliegt (ehemals zensierte Szenen sollen eine schlechte Qualität haben). Die DVDs von Megamax Movies haben die Uncut-Fassung nur als Bonus und in Vollbild = unbrauchbar) an Bord. Es gibt keine Blu-Ray (Stand: 15.10.23).


Dienstag, 13. Juni 2023

Lethal Weapon 4

Lethal Weapon 4 

Story:

 

US-Cops (Mel Gibson, Danny Glover) und Co. (Joe Pesci, Chris Rock) legen sich mit chinesischen Menschenschmugglern und Gangstern (Jet Li, Kim Chan, Al Leong) an…

 

Meine Meinung:

 

Der vierte und bisher letzte Teil von Richard Donners Lethal Weapon-Reihe sah ich dazumal als Jugendlicher vor den drei ersten Filmen der Reihe. Das war sogar während dem Unterricht in der 10. Schulklasse. Ich glaube, ein Lehrer ist krank ausgefallen und wir guckten uns in der Klasse den Film an. So genau kann ich es nicht mehr sagen. Schon damals gefiel mir der Film und ich empfand den Film als unterhaltsam, amüsant und lustig.

 

Eine Meinung, welche ich nach wie vor Teile. Der Film ist von den vier Filmen der Unterhaltsamste. Besonders nach dem schwachen dritten Teil ist Lethal Weapon 4 sehr willkommen und eine klare Steigerung. Überraschend, dass es bisher nie einen weiteren Teil gab. Gerüchte gab es dazu jede Menge. Aber inzwischen dürften Mel Gibson (Fatman) und Danny Glover definitiv "zu alt sein für den Scheiss" (wobei Gibson noch hin und wieder in guten Filmen zu sehen ist).

 

Interessant ist, dass Lethal Weapon 4, zumindest auf Letterboxd (Social Media Datenbank für Filmfans), viele schlechte Bewertungen bekommt, da der Film angeblich "rassistisch" und "homophob" sein soll. Ich denke, dass sind wohl jüngere "Fans" der heutigen Woke-Generation, welche an allem etwas zu motzen haben, die so denken. Daher sind Reviews zu gewissen Filmen auf Letterboxd amüsant zum Lesen. Gilt auch für seltene Filme abseits des Mainstreams, die heutzutage viel einfacher die Runde machen (Grund: Streaming).

 

Lethal Weapon 4 ist natürlich weder rassistisch noch homophob, sondern bietet Stereotypen, die dazumal gern gesehen waren und macht sich gekonnt über Minderheiten lustig und die Szenen sind halt wirklich witzig. Ich empfand es als gelungenen Schachzug, Joe Pesci etwas in den Hintergrund zu drängen und mit Chris Rock eine neue Figur, die viel Humor in den Film bringt, zu präsentieren. Gelungen. Mel Gibson und Danny Glover sind ein blind eingespieltes Team. Beide machen ihren Job toll.

 

Der grosse Star ist für mich aber Jet Li (Kiss of the Dragon, The Sorcerer and the White Snake, Fong Sai Yuk). Lethal Weapon 4 ist sein US-Debüt. Zwar drehte er schon zuvor in den USA (The Master, Defector - Karate-Kickboxer), aber das waren HK-Produktionen. Spätere US-Filme konnten das Niveau von Lethal Weapon 4 nicht halten und flogen bereits aus der Sammlung (The One) und/oder werden in Zukunft nach Neusichtungen wohl entsorgt werden (Romeo Must Die, Born 2 Die). Bei einigen Titeln kann ich das noch nicht sagen (Forbidden Kingdom, War, The Expendables Reihe). In Lethal Weapon 4 spielte Jet Li erstmals einen Bösewicht. Etwas, was er selten tat (später, wenn ich nicht irre, wiederholte er dies in The Warlords).

 

Jet Li überzeugt in all seinen Szenen. Fies, böse, kaum zu besiegen, tolles Charisma. Er hätte mehr Bösewichte spielen sollen. Das hat er auch drauf. Oft gäbe man das einigen Stars gar nicht. So z.B. auch Chow Yun-Fat (in Scared Stiff). Auch seine Kampfszenen überzeugen mehrheitlich bis auf eine einzelne Sequenz, die zu sehr nach The Matrix ausschaut. Ansonsten macht er in den Kampfszenen eine gute Figur. Das Finale gegen Mel Gibson und Danny Glover (im Regen) ist eines der Highlights des Filmes. Die Choreographie steuerte Corey Yuen (Born Invincible) bei. Bei der Neusichtung stellte ich zudem fest, dass weitere bekannte HK-Stars an Bord sind, auch wenn nur in Nebenrollen aber dennoch erwähnenswert: Eddy Ko (Shaolin Drunkard) und Conan Lee (The Cyprus Tigers).

 

Der Film ist trotz seiner zwei Stunden Laufzeit zu keiner Sekunde langweilig. Der Mix aus Action, Figuren und deren Zusammenspiel sowie Humor funktioniert bestens. Eine Wohltat sind auch die Action-Szenen. Wäre der Film heute gedreht worden, wären wohl sämtliche Szenen mit Auto-Crashs, Verfolgungsjagden, Zügen, Explosionen oder Helikoptern sowie das Meer und Schiff am Anfang aus dem Rechner gekommen. So gibt es hier noch schön klassische, aufwändige und altmodische Action-Szenen mit echten Stunts, Crashs und Explosionen zu sehen (z.B. Zug der das Auto rammt und zur Explosion bringt). Toll!

 

Fazit: Starke Fortsetzung und sehenswerter Abschluss der Lethal Weapon-Reihe!

 

Infos:

 

O: Lethal Weapon 4

 

USA 1998

 

R: Richard Donner

 

D: Mel Gibson, Danny Glover, Joe Pesci, Chris Rock, Jet Li, Kim Chan, Al Leong, Rene Russo, Eddy Ko, Conan Lee

 

Laufzeit der deutschen DVD: 122:13 Min.

 

Neusichtung am: 02.05.23

 

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Warner vor = Sehr gute Bild- und Tonqualität, Deutsch/Englisch mit diversen Subs, Uncut. Die deutsche Synchronisation ist gelungen. Gibt es inzwischen auch auf Blu-Ray.

Freitag, 26. Mai 2023

Fong Sai Yuk


Fong Sai Yuk 

Story:

 

China zur Zeit der Ching Dynastie:

 

Die Red Flower Society versuchen die tyrannischen Herrscher vom Thron zu stossen. Doch der ansässige Governor (Vincent Zhao) geht hart gegen Feinde vor. Als Fong Sai Yuk (Jet Li) und seine Mutter (Josephine Siao) erfahren, dass ihr Ehemann/Vater (Paul Chu) die Red Flower Society unterstützt und im Besitz einer wichtigen Liste ist, geraten sie und ihr Umfeld (Sibelle Hu, Michelle Reis) in Gefahr…

 

Meine Meinung:

 

Fong Sai Yuk sah ich seit Ewigkeiten nicht mehr. Fong Sai Yuk war, wie auch Wong Fei-Hung, ein chinesischer Nationalheld. Es gibt etliche Filme die die Thematik darstellen. In den 90ern war es Jet Li, der beide Figuren verkörperte. Fong Sai Yuk in Fong Sai Yuk, Wong Fei-Hung in den Once Upon a Time in China Filmen. Regie und Action besorgten Corey Yuen (My Father Is a Hero) und Yuen Tak (Ambitious Kung Fu Girl).

 

Anfang der 90er war Jet Li der grosse Star des HK-Kinos. Er drehte mit Yuen Woo-Ping (Fist of Legend), Wong Jing (High Risk), Tsui Hark (The Master) oder eben Corey Yuen (The Bodyguard from Beijing). Praktisch niemand war eleganter, wenn es um Drahtseil-Action und Choreographien ging. Leider ist Fong Sai Yuk nur ein durchschnittlicher Film geworden.

 

Das liegt am Genre-Mix. Der Hauptplot findet quasi nur am Anfang und Ende statt. Dazwischen gibt es viel Klamauk, eine Liebesgeschichte, Rollen- und Geschlechtertausch etc. Ja, das kann amüsant und unterhaltsam sein. Und das Mainstream-Publikum giert danach. Erfolgsversprechend. Der Mix bremst aber die tolle Action aus. Ich empfand den Mittelteil als lahm. Einige Szenen waren gut, andere waren ermüdend und wirklich doof und unlustig (singender Jet Li = kein Wunder für die Szene fürs Internationale Publikum entfernt).

 

Jet Li (Kiss of the Dragon), der den Film auch produzierte, macht in den Kampfszenen eine starke Figur. Der Film beginnt auch spektakulär und brutal, wenn Neuentdeckung Vincent Zhao als Killer-Governor vom Dienst einige Rebellen kreativ ins Jenseits befördert. Gemäss Filmdatenbanken war Fong Sai Yuk das Debüt von Vincent Zhao, der danach auf einer kleineren Erfolgswelle schwimmen sollte. Ihn sah man in Produktionen wie Once Upon a Time in China 4 / 5, Green Snake, The Blade, The Blacksheep Affair oder Fist Power. Seinen Auftritt in Fong Sai Yuk empfand ich als spektakulär.

 

Umso bedauerlicher ist es, dass er nach sehenswertem Start in den Film erst Mal bis zur 53. Minute von der Bildfläche verschwindet und Nebenplots, Klamauk und Liebesgeschichte dominieren. Sehr schade. Trotz Namen wie Josephine Siao (Jumping Ash), Michelle Reis (A Kid from Tibet), Sibelle Hu (fast nicht wiedererkannt!) oder Paul Chu (The Big Heat). Und was mir am Ende sehr missfiel, war der aus dem Hut gezauberte Retter in Form von Adam Cheng (Das Schwert). Unnötig!

 

Nebst Jet Lis toller Drahtseil-Aktionen war für mich das beste im Film allgemein die rasante Action, die schöne Musik (glaube die internationale Fassung auch veränderte Musik = ein No Go), der eine Pferdesturz im Finale (Kopfüber voll auf den Boden gekracht) und eben Vincent Zhao als Bösewicht, der kaum zu besiegen ist. Seine Kampfszenen gegen Jet Li und/oder Josephine Siao waren eine Wohltat und retten den Film davor, aus der Sammlung zu fliegen. Die Nebenplots haben dem Film mehr geschadet, als geholfen. Schade! Da hätte ansonsten ein echter Kracher bei rauskommen können!

 

Fazit: Ein Film mit Licht und Schatten! Jet Li Fans können einen Blick riskieren!

 

Gefolgt von: Fong Sai Yuk II

 

Infos:

 

O: Fong Sai-Yuk

 

HK 1993

 

R: Corey Yuen

 

D: Jet Li, Vincent Zhao, Josephine Siao, Sibelle Hu, Michelle Reis, Paul Chu, Adam Cheng

 

Laufzeit der HK-DVD: 105:22 Min.

 

Neusichtung am: 21.04.23 / Neusichtung: Nov. 2024

 

Fassungen: Mir lag die 2. Auflage der HK-DVD (Code Free) von Universe vor = solide bis verbesserungswürdige (Nacht-Szenen) Bild- und Tonqualität, dafür aber auch Uncut, im O-Ton mit englischen Subs und der Original-Musik. Die franz. DVD hat eine weitaus bessere Bildqualität, aber keine englischen Subs. HD-Master (Deutsche Blu, US-Blu) haben die gleichen Probleme (zensiert, z.T. veränderte Musik etc.). Die TW-LD ist eine Alternativfassung (Mandarin Dubbed, Englische Subs). Nachtrag Nov. 2024: Kurz nachdem ich die Filme dieses Jahr aufgefrischt habe, wurde in England das Set von 88 Films angekündigt. Musste ich mir, auch wenn ich die Filme nicht super toll finde, holen. Die alten HK-DVDs waren qualitativ sehr mässig. So freute ich mich, den 1. Teil, den besseren der beiden, in einer würdigen Qualität zu geniessen. Und da wurde nichts falsches versprochen: hervorragende Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs, Schuber, Booklet, Digi-Packs mit den Originalplakat-Motiven und exklusive Extras runden die Disc ab. Als Extras kommen hier Corey Yuen (ca. 23 Minuten) und Drehbuchautor Jeff Lau (ca. 13 Min.) zu Wort. Beide steuern informative Dinge zum Dreh bei, der sich, da in China gedreht, nicht immer als ganz einfach erwies. Nebst der tollen Choreographie mochte ich alle Szenen mit Jet Li, die Musik und den damaligen Newcomer aus China als Filmbösewicht: Vincent Zhao! Von ihm und/oder auch Kampfszenen hätte es gerne mehr geben dürfen. Es gibt für meinen Geschmack zu viel platten Humor, Nebenfiguren und unnötige Nebenplots. Zudem ist die UK-Blu-Ray ca. 1 Sek. zensiert (Pferdsturz). Der Zensurschnitt fällt nicht auf.

Donnerstag, 11. Mai 2023

Kiss of the Dragon

Kiss of the Dragon 

Story:

 

Ein chinesischer Cop (Jet Li) gerät in Frankreich zur Zielscheibe einer Intrige von korrupten Polizisten (Tchéky Karyo) und Gangstern (Cyril Raffaelli, Didier Azoulay, John Forgeham, Max Ryan, Colin Prince) und kämpft darum, seinen Namen rein zu waschen und einer Prostituierten (Bridget Fonda) zu helfen, ihre Tochter zu finden…

 

Meine Meinung:

 

Kiss of the Dragon ist besser als die US-Filme mit Jet Li (z.B. The One) aber kommt nicht an seine Arbeiten aus Hong Kong (The Last Hero in China, Black Mask, Born to Defend) heran. Der von Luc Besson (Léon - Der Profi) produzierte Film, an welchem auch Jet Li am Drehbuch schrieb, sieht man seine Herkunft deutlich an: die Handschrift von Luc Besson ist zu jeder Sekunde ersichtlich! Als wäre er selbst auf dem Regiestuhl gesessen. Von Regisseur Chris Nahon kam danach praktisch nichts mehr. Eine Eintagsfliege…

 

Kiss of the Dragon ist gut, aber kein Kracher. Nicht alles an dem Film ist gut gealtert. Der Plot ist sehr dünn und man sollte nicht nach Realismus suchen. Es gibt 2-4 Szenen, die so bescheuert sind, wo man nur den Kopf schütteln kann. Bitte nicht hinterfragen! Der Plot ist 08/15. Was störend war, war der ganze Sub-Plot mit der Prostituierten, gespielt von Bridget Fonda. Das war lahm, billig und kitschig. Tut nichts zur Story bei. Hätte man zugunsten von Straffungen entfernen können. Unfreiwillig komisch.

 

Die Musik entspricht mehrheitlich nicht meinen Geschmack, passt aber zum franz. Gangster- und Ghetto-Setting. Was die Franzosen können, sind Gangster-Geschichten erzählen. Die korrupten Cops sind im Film nebst den Zuhältern die Bösewichte. Und die Bösewichte machen, auch durch ihr Overacting, jede Menge Spass! Am meisten überzeugt Fiesling Tchéky Karyo, der dazumal im Franz. Kino gern gesehen war (Dobermann, Crying Freeman). Dank ihm wird der Film klar aufgewertet. Aber auch Namen wie Cyril Raffaelli (vor allem bekannt für Banlieue 13 und dessen Fortsetzung), Didier Azoulay, John Forgeham, Max Ryan (Death Race) oder Colin Prince überzeugen (in den Actionszenen & als Bösewichte).

 

Jet Li macht seine Sache natürlich auch gut. Auch er und seine Kampfkünste werten den Film nebst Tchéky Karyo auf. Die Action-Szenen bestehen aus Verfolgungsjagden, kleineren Stunts, hier und da einem (blutigen) Shoot-Out und vor allem kürzeren Kampfszenen. Da machen vor allem die Duelle von Jet Li gegen Colin Prince, Jet Li gegen die "Twins" oder Jet Li gegen die vielen Karate-Kämpfer im Finale viel Spass! Und natürlich auch jene Kampfszenen auf dem Boot mit dem Eiffelturm im Hintergrund. Cool! Die Action-Szenen sind humorlos in Szene gesetzt. Das heisst es wird auch gestorben (mit Granaten, Essstäbchen, Nadeln). Corey Yuen (Women on the Run) fungierte als Action-Regisseur. In den ersten Kampfszenen (Hotel) erinnern die Szenen an Jackie Chan (da Jet Li viele Alltagsgegenstände in die Kämpfe integriert).

 

Fazit: Kein Kracher, aber dank Jet Li, Tchéky Karyo, der soliden Action und einer grossen Portion Nostalgie noch immer gut schaubar!

 

Infos:

 

O: Kis of the Dragon

 

Frankreich, USA 2001

 

R: Chris Nahon

 

D: Jet Li, Tchéky Karyo, Cyril Raffaelli, Bridget Fonda, Didier Azoulay, John Forgeham, Max Ryan, Colin Prince

 

Laufzeit der Schweizerischen DVD: 94:20 Min.

 

Gesehen am: 25.11.01 / Neusichtung am: 16.04.23

 

Fassungen: Mir lag die Schweizer DVD von MEDARIA vor = Uncut, Deutsch/Englisch mit deutschen/franz. Subs (deutsche Synchro gelungen), gute Bild- und Tonqualität. Gibt es in Deutschland auch auf DVD oder Blu-Ray (Uncut, Deutsch/Englisch mit deutschen/englischen Subs).