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Montag, 6. Juli 2026

The Furious

NIFFF 2026 Spezial

The Furious

Story:

Ein Vater (Xie Miao) und ein Reporter (Joe Taslim) suchen nach ihrer entführten Tochter (Yang Enyou) bzw. Ehefrau (Jeeja Yanin)…

Meine Meinung:

Um The Furious herrscht zurzeit ein extrem grosser Hype. Ich freute mich einerseits, den Film am NIFFF sehen zu können, auf der anderen Seite war ich die ganze Zeit über skeptisch. Ich las praktisch nichts über den Film, versuchte meine Erwartungen klein zu halten und sah nur den ersten Trailer. Der Film ist eine Co-Produktion aus China, HK (Edko Films) und Japan da Japanischer Regisseur und japanischer Action-Choreograph. Der Film von Kenji Tanigaki wurde fast ausschliesslich in Thailand gedreht. Kenji Tanigaki konnte erst eine Regie-Arbeit verbuchen. Enter the Fat Dragon mit Donnie Yen. Mit Donnie Yen verbindet ihn seine Rolle als Action-Choreograph in Filmen wie Big Brother, Sakra, Special ID oder Raging Fire. Die Choreographie übernahm Sonomura Kensuke, der nahezu unbekannt ist (nur ein Film gelistet = Manhunt von John Woo).

Die Erwartungen stiegen aufgrund vieler überschwänglicher Reviews, Werbemassnahmen und aufgrund des internationalen Casts. Jeeja Yanin (Chocolate, Triple Threat) spielt eine kleine Nebenrolle als entführte Ehefrau von Joe Taslim. Joe Taslim sorgte mit The Raid und The Night Comes for Us für Aufsehen. Er spielt eine der Hauptrollen. Aus Indonesien stammt auch Yayan Ruhian (The Raid 2, John Wick: Chapter 3 – Parabellum), der hier nur eine kleine Nebenrolle als Killer spielt (kommt praktisch nur am Anfang und Finale vor). Aus China stammt Xie Miao, der nebst Joe Taslim die Hauptrolle spielt. Er spielte 1994 (The New Legend of Shaolin) an der Seite von Jet Li (die Kinderrolle). Ich hatte trotz all dem Bedenken = Sollte mich ein zweiter John Wick erwarten? Ich las von CGI-Blut und CGI-Einsatz in den Kampfszenen, auch wenn angeblich kein CGI für die Fights verwendet wurde. Zudem las ich, dass die Actionszenen z.T. übertrieben seien und die Figuren mehr wie Superhelden wirken würden.

Nach der Sichtung muss ich leider sagen, dass der Hype nicht gerechtfertigt und der Film für mich kein Kracher darstellt. Der Film wird auch nicht den Weg in meine Filmsammlung finden und von der Erinnerung her ist der Film definitiv kein The Raid 1 + 2 und auch The Night Comes for Us fand ich nach meiner 2. Sichtung deutlich besser (sollte ich Mal das Review anpassen) und habe ich im Vergleich auch als blutiger in Erinnerung. Der Hauptgrund warum mir The Furious nicht gefallen hat ist die Tatsache, dass mir die Actionszenen des Filmes nicht wirklich gefallen haben. Die waren in der Tat zu übertrieben und sahen hier und da auch unecht und künstlich aus. Zudem gab es mir zu viele Mixed Martial Arts Szenen. Zu viel am Boden robben- und Bodenrutschen (wie oft rutschte da ein Kämpfer dem anderen zwischen den Beinen durch) oder zu viele Körper aufeinander, die dann als «Gegenwehr» oder «Erhöhung», «Leiter» oder «Rutsche» für andere Kämpfer gebraucht wurden. Unrealistisch wurde es im Verlauf auch, obwohl sich der Film am Anfang bodenständiger und realistischer geben möchte. Beispiele? Sturz aus dem hohen Stockwerk oder mit dem Bogen (nicht nur mit den Pfeilen) Leute erstechen. Dazu waren einige Figuren plötzlich fast unverwundbar und der Comic-Charakter hat in der Hinsicht genervt. Das CGI-Blut gefiel mir auch nicht und ich fand leider auch die Bösewichte wenig charismatisch (trotz hier und da Ken Lo Vibes im Finale). Ich konnte die Bad Guys nicht ernst nehmen. Der Film war in meinen Augen z.T. sogar hier und da unfreiwillig komisch (wie der Bösewicht seinen Schwiegervater und alle anderen im Film niedermetzelt).

Der Plot war sehr dünn, was mich nicht störte. Mich störte mehr der Wechsel von Realismus zu Over-the-Top-Action. Einige inhaltliche Entscheidungen gefielen mir nicht (die Polizei greift ein und verhindert somit mehr potenzielle Kampfszenen) und das Aussehen der Gangster in der Szene erinnerte mehr an Mad Max oder einen Troma-Film (oder Punks aus Death Wish). Im Finale hatte es eine lange Szene, in der sich fünf Kämpfer bekämpften. Die gefiel mir gar nicht. Erst als sich die Gruppe aufteilte gab es immerhin zwischen Joe Taslim und Yayan Ruhian einige nette Momente. Abgesehen davon kommen die beiden auch nicht an ihre früheren Actionfilme heran. Die Musik war unauffällig, die Kameraführung immerhin mehr oder weniger übersichtlich. Ob es ein Original-Dub war, weiss ich nicht. Ich habe dazu mehrfach gelesen, dass es angeblich ein von einer künstlichen Intelligenz erstellter Dub (!!!) war! Hätte man im Finale den Comic-Charakter und vielleicht den Pfeilbogen als Waffe weggelassen, so hätte mich das schon leicht positiver gestimmt.

Fazit: Am Ende ist es Geschmackssache und viele Actionfans mögen den Film. Mir hat er leider nicht gefallen. Kenji Tanigaki und Sonomura Kensuke sind halt kein Gareth Evans oder Iko Uwais. Ich bleibe bei The Raid und Co. 

Infos:

O: Huo zhe yan

Japan, HK, China 2025

R: Kenji Tanigaki

D: Xie Miao, Joe Taslim, Yayan Ruhian, JeeJa Yanin, Yang Enyou, Brian Le, Joey Iwanaga, Sahajak Boonthanakit, Manatsanun Phanlerdwongsakul

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 113 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Soll in Deutschland im Okt. dieses Jahres auf DVD, Blu-Ray und UHD erscheinen.

Freitag, 29. Juli 2022

Chocolate Review

Chocolate

Story:

 

Zen (JeeJa Yanin), eine an Autismus leidende Jugendliche, die jedoch zulangen kann (Muay Thai. erfahren), treibt zusammen mit einem Kollegen Geld für ihre an Krebs erkrankte Mutter (Ammara Siripong) ein, welche dieser noch Geld schulden. Ihre Aktivitäten rufen bald einen Bandenkrieg hervor und auch Zens Vater (Hiroshi Abe), der in Japan lebt, reist vor Ort…

 

Meine Meinung:

 

Nach den Erfolgen von Ong-Bak und Tom Yum Goong folgten viele Fortsetzungen und Ableger. Einer der besseren war 2008 Chocolate von Prachya Pinkaew. Chocolate stellte zudem das Debüt von JeeJa Yanin dar, die später in weiteren Actionfilmen wie Triple Threat, Hard Target 2 (soll kaum Präsenz haben, fiel mir damals nicht Mal auf!), Raging Phoenix, The Kick oder Fighting Beat 3 zu sehen war. Ich denke, mit Ausnahme von Triple Threat stellt Chocolate ihre beste Arbeit dar.

 

Allerdings gibt es ein ganz grosses ABER: die ersten 30 Minuten von Chocolate sind für die Katz. Damit meine ich: schwachsinnig, billig, langweilig, Zeitverschwendung, nervend! Meine Empfehlung: springt oder spult bis zur 30. Minute und geniesst ab dem Zeitpunkt den Film. Ich glaube die erste Actionszene gibt es ab der 33. Minute zu sehen und danach folgt fast Non-Stop Martial Arts-Action bis zum Ende.

 

Ab dem Zeitpunkt rockt der Film auch. Zuvor nervt er. Auch deshalb, da die anderen Darsteller amateurhaft oder klischeehaft tuntig auftreten. Ein Übel, welches im asiatischen Kino immer wieder als Humor verkauft wurde, siehe auch Filme wie Horror Holiday (HK 1983) oder Revenge of Lady Fighter (Philippinen 1973). Die Bösewichte haben zu 99% null Charisma.

 

Es gibt Hommagen an Tony Jaa = JeeJa Yanins Figur guckt als Kind TV und dort Filme von Tony Jaa. Unter anderem gibt es Clips aus Tom Yum Goong. Später, in der 1. Kampfszene, imitiert sie Bruce Lee und huldigt auch dem grossen Meister. Danach fetzt der Film, da es ca. alle fünf Minuten knallharte Martial Arts zu sehen gibt. Im Wechsel mit Fights à la Jackie Chan, in denen JeeJa Yanin viele Alltagsgegenstände in die Fights und Choreographie einbaut.

 

Die Settings sind cool: Dojo, Fischmarkt, Ice Factory. Erinnerte an Filme wie The Big Boss, Enter the Fat Dragon, Full Contact oder Wang Yu - Der Karatebomber. Die Kampfszenen orientieren sich natürlich an den Tony Jaa Filmen d.h. Ong-Bak und Co. Aber richtig gut. Mit tödlichen Stunts wird nicht gespart, vor allem im Finale nicht. Diesbezüglich gilt es, à la Police Story, Outtakes im Abspann zu bewundern!

 

Fazit: Für Fans des thailändischen Martial Arts Kinos abgesehen von den ersten lahmen 30 Minuten kurzweilig und sehenswert! Fans von Ong-Bak und Co. können einen Blick riskieren!

 

Infos:

 

O: Chocolate

 

Thailand 2008

 

R: Prachya Pinkaew

 

D: JeeJa Yanin, Hiroshi Abe, Ammara Siripong

 

Laufzeit der HK-DVD: 92:28 Min.

 

Neusichtung am: 24.07.22

 

Fassungen: Mir lag die DVD aus Hong Kong von IVL vor = Schuber, Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität (u.a. DTS Tonspur), keine englischen Subs (braucht es bei der Story auch nicht). Wurde dazumal gekauft, noch bevor es Fassungen mit englischen oder deutschen Subs gab, welches es heute natürlich gibt (deutsche Blu-Ray von 3L oder UK Blu-Ray von Cine Asia).

Mittwoch, 15. April 2020

Triple Threat Review

Triple Threat

Story:

Söldner (u.a. Scott Adkins, Michael Jai White, JeeJa Yanin, Ron Smoorenburg, Dominiquie Vandenberg) bekommen den Auftrag eine reiche Politikerin (Celina Jade) zu töten, die in der Gegend mit Gangster-Syndikaten aufräumen will. Der Zielperson gelingt jedoch die Flucht. Hilfe bekommt sie von Ex-Söldnern (Tiger Chen, Iko Uwais, Tony Jaa) die mit den angeheuerten Söldnern noch eine offene Rechnung zu begleichen haben…

Meine Meinung:

Triple Threat ist eine amerikanisch-chinesisch-thailändische Co-Produktion und kleines Actionfest von B-Action Regisseur Jesse V. Johnson à la The Expendables, nur mit besserer Action. Triple Threat hat mir besser gefallen als erwartet.

Die Story ist natürlich sehr dürftig, zuweilen unrealistisch und gewisse Handlungen sollte man nicht hinterfragen. Mittel zum Zweck. Was wichtig ist, ist die Action, und diese rockt. Nebst vielen blutigen Shoot-Outs, Explosionen, Stunts und Verfolgungsjagden gibt es auch mehr Martial Arts als ich es erwartet hätte (mehr wäre natürlich noch wünschenswerter gewesen).

Langweilig ist der Film auch nicht. Es gibt sicher alle zehn Minuten eine Action-Szene und somit wird der Zuschauer kurzweilig unterhalten. Das Setting und der exotische Cast geben dem Film auch eine sonderbare Stimmung. Natürlich wird man nicht jedem Star gerecht, aber die Namen, die hier zu sehen sind, können sich sehen lassen:

Mit Scott Adkins hat Regisseur Jesse V. Johnson schon öfters zusammengearbeitet (Savage Dog, Accident Man, Pay Day, Avengement). Er spielt natürlich einen Bösewicht (wie er es bereits in Undisputed II oder Ip Man 4 tat) und dies kann er einfach sehr gut. Er bekommt jedoch nur eine Kampfszene im Finale spendiert (die es allerdings in sich hat – gleich gegen drei Helden kämpft er an).

Tony Jaa spielt einen der Helden. Es gibt Hommagen an Ong-Bak (Verfolgungsjagd und Stunts durch enge Martkgassen) und Tom Yum Goong (Elefant). An die zwei genannten Filme konnte Tony Jaa nie mehr anknüpfen. Auch in Triple Threat spielt er seine bekannten Moves ab – dennoch ist seine Rolle hier wirklich gut und lässt seine miesen Ausflüge ins HK-Kino (z.B. Paradox, Master Z: The Ip Man Legacy) hinter sich. Er bekommt verhältnismässig viele Kampfszenen ab.

Tiger Chen, mir total unbekannt, hat mich positiv überrascht. Vor allem in den Kampfszenen hat er mir fast am besten gefallen. Ein Name, den man sich merken sollte! Iko Uwais (The Raid, The Raid 2, Headshot, The Night Comes for Us) hat mir auch sehr gut gefallen. Michael Jai White gerät etwas in den Hintergrund – bekommt, wie Scott Adkins, nur im Finale eine Kampfszene spendiert.

Der Rest der bekannten Namen sind Nebenrollen: Chocolate Star JeeJa Yanin (bekommt eine wunderbare Sterbeszene spendiert), Ron Smoorenburg (wer erinnert sich nicht? Bekam in Who Am I ? einen coolen Finalkampf gegen Jackie Chan) und Michael Wong (In the Line of Duty 4) sind noch zu sehen. JeeJa Yanin Szenen waren cool, an Michael Wong als Gast-Star hatte ich sehr Freude.

Die Actionszenen sind alles andere als harmlos und vor allem, wie man es aus dem guten, alten HK-Kino kennt, gut und übersichtlich gefilmt, geschnitten und choreographiert. Eine Wohltat – daher ist die Action auch besser als in The Expendables. Die besten Kampfszenen bekommen Tony Jaa und Tiger Chen ab. Danach kommen Iko Uwais, Scott Adkins und Michael Jai White, während JeeJa Yanin nur kurz vor ihrem Tod gegen Iko Uwais ran darf.

Fazit: Für Actionfilm-Fans klar zu empfehlen!

Infos:

O: Triple Threat

China, Thailand, USA 2019

R: Jesse V. Johnson

D: Tony Jaa, Tiger Chen, Scott Adkins, Iko Uwais, Michael Jai White, Celina Jade, JeeJa Yanin, Michael Wong, Ron Smoorenburg, Dominiquie Vandenberg

Laufzeit der kanadischen DVD: Ca. 96 Min.

Gesehen am: 02.03.20

Fassungen: Mir lag die kanadische DVD von Well Go USA vor = Uncut, Schuber, erstklassige Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs. Gäbe es in Deutschland Uncut von Koch Media (die deutsche DVD wäre aber im Preis teurer gewesen als die kanadische Disc – daher letztere gekauft).