The Furious
Story:
Ein Vater (Xie Miao) und ein Reporter (Joe Taslim) suchen nach ihrer entführten Tochter (Yang Enyou) bzw. Ehefrau (Jeeja Yanin)…
Meine Meinung:
Um The Furious herrscht zurzeit ein extrem grosser Hype. Ich freute mich einerseits, den Film am NIFFF sehen zu können, auf der anderen Seite war ich die ganze Zeit über skeptisch. Ich las praktisch nichts über den Film, versuchte meine Erwartungen klein zu halten und sah nur den ersten Trailer. Der Film ist eine Co-Produktion aus China, HK (Edko Films) und Japan da Japanischer Regisseur und japanischer Action-Choreograph. Der Film von Kenji Tanigaki wurde fast ausschliesslich in Thailand gedreht. Kenji Tanigaki konnte erst eine Regie-Arbeit verbuchen. Enter the Fat Dragon mit Donnie Yen. Mit Donnie Yen verbindet ihn seine Rolle als Action-Choreograph in Filmen wie Big Brother, Sakra, Special ID oder Raging Fire. Die Choreographie übernahm Sonomura Kensuke, der nahezu unbekannt ist (nur ein Film gelistet = Manhunt von John Woo).
Die Erwartungen stiegen aufgrund vieler überschwänglicher Reviews, Werbemassnahmen und aufgrund des internationalen Casts. Jeeja Yanin (Chocolate, Triple Threat) spielt eine kleine Nebenrolle als entführte Ehefrau von Joe Taslim. Joe Taslim sorgte mit The Raid und The Night Comes for Us für Aufsehen. Er spielt eine der Hauptrollen. Aus Indonesien stammt auch Yayan Ruhian (The Raid 2, John Wick: Chapter 3 – Parabellum), der hier nur eine kleine Nebenrolle als Killer spielt (kommt praktisch nur am Anfang und Finale vor). Aus China stammt Xie Miao, der nebst Joe Taslim die Hauptrolle spielt. Er spielte 1994 (The New Legend of Shaolin) an der Seite von Jet Li (die Kinderrolle). Ich hatte trotz all dem Bedenken = Sollte mich ein zweiter John Wick erwarten? Ich las von CGI-Blut und CGI-Einsatz in den Kampfszenen, auch wenn angeblich kein CGI für die Fights verwendet wurde. Zudem las ich, dass die Actionszenen z.T. übertrieben seien und die Figuren mehr wie Superhelden wirken würden.
Nach der Sichtung muss ich leider sagen, dass der Hype nicht gerechtfertigt und der Film für mich kein Kracher darstellt. Der Film wird auch nicht den Weg in meine Filmsammlung finden und von der Erinnerung her ist der Film definitiv kein The Raid 1 + 2 und auch The Night Comes for Us fand ich nach meiner 2. Sichtung deutlich besser (sollte ich Mal das Review anpassen) und habe ich im Vergleich auch als blutiger in Erinnerung. Der Hauptgrund warum mir The Furious nicht gefallen hat ist die Tatsache, dass mir die Actionszenen des Filmes nicht wirklich gefallen haben. Die waren in der Tat zu übertrieben und sahen hier und da auch unecht und künstlich aus. Zudem gab es mir zu viele Mixed Martial Arts Szenen. Zu viel am Boden robben- und Bodenrutschen (wie oft rutschte da ein Kämpfer dem anderen zwischen den Beinen durch) oder zu viele Körper aufeinander, die dann als «Gegenwehr» oder «Erhöhung», «Leiter» oder «Rutsche» für andere Kämpfer gebraucht wurden. Unrealistisch wurde es im Verlauf auch, obwohl sich der Film am Anfang bodenständiger und realistischer geben möchte. Beispiele? Sturz aus dem hohen Stockwerk oder mit dem Bogen (nicht nur mit den Pfeilen) Leute erstechen. Dazu waren einige Figuren plötzlich fast unverwundbar und der Comic-Charakter hat in der Hinsicht genervt. Das CGI-Blut gefiel mir auch nicht und ich fand leider auch die Bösewichte wenig charismatisch (trotz hier und da Ken Lo Vibes im Finale). Ich konnte die Bad Guys nicht ernst nehmen. Der Film war in meinen Augen z.T. sogar hier und da unfreiwillig komisch (wie der Bösewicht seinen Schwiegervater und alle anderen im Film niedermetzelt).
Der Plot war sehr dünn, was mich nicht störte. Mich störte mehr der Wechsel von Realismus zu Over-the-Top-Action. Einige inhaltliche Entscheidungen gefielen mir nicht (die Polizei greift ein und verhindert somit mehr potenzielle Kampfszenen) und das Aussehen der Gangster in der Szene erinnerte mehr an Mad Max oder einen Troma-Film (oder Punks aus Death Wish). Im Finale hatte es eine lange Szene, in der sich fünf Kämpfer bekämpften. Die gefiel mir gar nicht. Erst als sich die Gruppe aufteilte gab es immerhin zwischen Joe Taslim und Yayan Ruhian einige nette Momente. Abgesehen davon kommen die beiden auch nicht an ihre früheren Actionfilme heran. Die Musik war unauffällig, die Kameraführung immerhin mehr oder weniger übersichtlich. Ob es ein Original-Dub war, weiss ich nicht. Ich habe dazu mehrfach gelesen, dass es angeblich ein von einer künstlichen Intelligenz erstellter Dub (!!!) war! Hätte man im Finale den Comic-Charakter und vielleicht den Pfeilbogen als Waffe weggelassen, so hätte mich das schon leicht positiver gestimmt.
Fazit: Am Ende ist es Geschmackssache und viele Actionfans mögen den Film. Mir hat er leider nicht gefallen. Kenji Tanigaki und Sonomura Kensuke sind halt kein Gareth Evans oder Iko Uwais. Ich bleibe bei The Raid und Co.
Infos:
O: Huo zhe yan
Japan, HK, China 2025
R: Kenji Tanigaki
D: Xie Miao, Joe Taslim, Yayan Ruhian, JeeJa Yanin, Yang Enyou, Brian Le, Joey Iwanaga, Sahajak Boonthanakit, Manatsanun Phanlerdwongsakul
Laufzeit der Kinofassung: Ca. 113 Min.
Gesehen am: NIFFF 2026
Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit
englischen Untertiteln. Soll in Deutschland im Okt. dieses Jahres auf DVD,
Blu-Ray und UHD erscheinen.

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