Dieses Blog durchsuchen

Samstag, 11. Juli 2026

NIFFF 7. bis 8. Tag

 

Die Berichte vom Vortag waren heute schnell geschrieben. Ich hatte noch eines der Sandwiches von gestern, welches heute mein Frühstück sein würde. Heute lag es drin, dass ich mir The Night Comes for Us ansah (läuft zwei Stunden). Da wollte ich mein altes Review schon länger Mal anpassen und da ich unbedingt mit The Furious vergleichen wollte, fand ich heute Mittag nun Zeit. Zudem fand ich auch in einem Forum eine Meinung, die meiner ähnelt und die «Kampfszenen» kritisiert. Auf Letterboxd gibt es natürlich auch viele kritische Stimmen. Danach ging es via Bus ins Westside. Dort kaufte ich ein (Red Bull und drei Sandwiches). Ich musste auf den Zug warten. Es war heiss. Über 30 Grad. In Neuchatel lief ich erneut durch die Passage, sah aber keine Gäste. Kein Quarxx und kein Eisuke Naitô. Da es heute zwischen den beiden Filmen, die auf dem Programm standen, knapp werden würde, gönnte ich mir vor dem ersten Kinobesuch im Les Brasseurs zwei Crème Brulée und eine Cola. Das war erfrischend und tat gut. Der erste Film lief heute im Passage 1. Das wird immer schön gekühlt. Aber langsam tun mir mein Gesäss und mein Kreuz weh. Vom langem sitzen.






Ikatan Darah ist nebst Hen der zweite Film, der es definitiv auf meine Wunschliste schafft. Es tat gut, endlich Mal einen Film zu sehen, der mir von Anfang an bis zum Ende gut gefiel und mir Freude bereitet hat. Danach hatte ich weniger Pause, als erwartet (der Schnuri hat Ikatan Darah vorgestellt und durch die langen Werbeshows vor der Sichtung werden die Pausen zwischen den Filmen immer kürzer). Ich schaffte es noch schnell, mein Sandwich zu essen und danach ging es schon in den letzten Film heute: The Holy Boy. Als ich beim Kino Studio vorbeilief und dort die Kinobesucher den Kinosaal verliessen, dachte ich eine Sekunde lang, dort auch Eisuke Naitô zu sehen. Aber was, wenn ich mich irren sollte? Sah er sich dort wirklich einen Film an? Wenn ja, was lief? Ich hatte jedoch keine Zeit dafür und es wäre peinlich gewesen, ihn zu fragen, wenn er es denn nicht gewesen wäre. Ich sah mir später nochmals ein Online-Foto von ihm an und es könnte ihn gewesen sein. Erst einen Tag später fand ich heraus, welche Vorstellung es war: Biester (La cérémonie) aus dem Jahr 1995.

The Holy Boy war danach an der Reihe. Die Vorstellung schief auch ausverkauft. Es war super warm. Keine Klimaanlage. Das Gesäss und Kreuz taten noch mehr weh, als beim ersten Film. Der Regisseur war anwesend und gab ein kurzes Grusswort ehe er den Kinosaal verliess. Kurz vor Ende kehrte er zurück. Da gab es wohl noch ein kurzes Q&A. Aber ich verliess den Saal. In der Passage sah ich keine der beiden Gäste. Da The Holy Boy verspätet zu Ende war, reichte es mir nicht auf den 21.30 Uhr Zug. Also nahm ich den späteren und sah mir bis ich nach Hause ging, auf dem Handy das Fussballspiel zwischen Frankreich und Marokko an. Marokko hat absolut enttäuscht und mit Frankreich kam der verdiente Sieger ins Halbfinale. Ich habe mein Handy heute bewusst kaum gebraucht und es in den maximalen Energiemodus (= maximales Energiesparen) versetzt. So kann ich praktisch alle Apps nicht brauchen, dafür hatte ich abends um 22.00 Uhr noch ca. 80% Akku-Leistung und konnte heute im eiskalten Zug das Fussballspiel schauen. Ich wurde im Zug schon total müde und Zuhause hiess es um ca. 00.30 Uhr ab ins Bett.

Am Morgen war ich recht müde, träge und etwas antriebslos. So dauerte es bis am Mittag, bis ich meine Berichte zu Ende geschrieben hatte. Als Ablenkung bekam ich Post. Ich hoffte auf den Film Red Pirate. Einen taiwanesischen Film den ich als chinesische DVCD bestellt hatte. Leider war es ein anderer Film, den ich bekam. City Hero, den ich schon als HK-DVD haben müsste (und den ich eigentlich eher mässig fand). Das Ding habe ich sofort auf FB zum Verkaufen eingestellt, aber leider hat bisher niemand zugeschlagen. Ich denke auch nicht, dass das Ding jemand kaufen wird. Danach ging ich via Bern Bahnhof nach Neuchatel statt über Brünnen. Ich kaufe um ca. 14.15 Uhr in Niederwangen ein (Trinken, Sandwiches).





Dann folgte die Zugfahrt. Man merkte, dass heute Freitag war. Wochenende. Mehr Menschen. Der Zug war voll und im Gegensatz zu den anderen Tagen war der Zug nicht gekühlt (!!!). Es war also heiss. Ich habe praktisch die ganze Fahrt weiter Gewebte Welt gelesen. Es ist fast fertig und noch immer spannend. Toll. Es ist auch heute über 30 Grad warm. Heute ging ich nicht als erstes zur Passage Regisseure suchen (da der erste Film dort laufen wird d.h. also komme ich automatisch dort vorbei) sondern ich suchte zuerst Les Brasseurs auf. Und dort nahm ich meine zwei obligatorischen Crème Brulée (Nr. neun und zehn seit Sonntag) und eine Cola. Die Bedienung deckte für zwei, sie dachte ich erwarte jemand, der noch nicht da ist. Herzig. Aber auch hier: im Gegensatz zu vorgestern haben sie im Restaurant nicht gekühlt. Vorgestern war es drinnen angenehm kühl und heute haben sie nicht gekühlt. Verstehe das einer. Danach habe ich noch ein öffentliches WC getestet (eklig) und machte mich auf den Weg in die Passage. Keine Gäste gesehen. Der erste Film (Teenage Sex and Death at Camp Miasma) war fast ausverkauft und startete mit Verspätung. Das Publikum schien mit dem Film ihren Spass gehabt zu haben. Dafür war Phi Phong: The Blood Demon relativ schlecht besucht und dennoch wurde es aufgrund der Hitze fast unerträglich (und dann läuft der Film noch zwei Stunden und kommt am Ende nicht zu Ende). Zudem haben mich einige der Zuschauer neben und hinter mir genervt. Vielleicht bin ich nach so vielen Tagen einfach nur dünnhäutiger. Danach machte ich es mir mit Fussball auf dem Handy (Spanien gegen Belgien) auf dem Weg zum Bahnhof. Hätte ich es nicht so gemütlich genommen, hätte ich schon den 21.30 Uhr Zug nehmen können. So konnte ich erst um 22.00 Uhr in Neuchatel abfahren und kam um ca. 23.40 Uhr Zuhause an. Die Berichte habe ich alle nachts noch geschrieben, da Samstagmorgen kaum Zeit (der erste Film startet schon um 14.00 Uhr).




Phi Phong: The Blood Demon

NIFFF 2026 Spezial

Phi Phong: The Blood Demon

Story:

Ein Bruder (Kiều Minh Tuấn) und eine Schwester (Minh Anh), beides Schamanen, erhalten einen Telefonanruf, dass es ihrer Mutter, die in einem abgelegenen Berg-Dorf wohnt, schlecht geht. Als sie vor Ort eintreffen, vermuten sie den Phi Phong als Ursache des Schreckens (Phi Phong = «is a bloodthirsty demon from mountainous folklore in Vietnam»)…

Meine Meinung:

Phi Phong: The Blood Demon ist ein vietnamesischer Folklore-Horrorfilm, der sofort zu Beginn klarstellt, dass der Plot frei erfunden und keine echten Tiere getötet wurden. Das wird dem Zuschauer sofort via Texteinblendungen kommuniziert. Phi Phong: The Blood Demon des mir unbekannten Regisseur Đỗ Quốc Trung startet vielversprechend. Aus Vietnam kenne ich, wenn ich nicht irre, keine Horrorfilme. Nur ein bis zwei Actionfilme, wobei einer auch am NIFFF zu sehen war (= Fish, Fists and Ambergris). Ich mag Folklore-Inhalte und der Trailer sah vielversprechend aus.

Phi Phong: The Blood Demon überzeugt zunächst durch einen inhaltlich spannenden Plot, authentische Rituale und Zeremonien, schöne, abgelegene und stimmungsvolle Bilder und Settings, kaum bis kein CGI und unverbrauchte, sympathische Figuren (das Geschwisterpaar). Kiều Minh Tuấn und Minh Anh spielen das stark. Dem Film gelingt es auch, gruselig zu wirken. Erschrocken bin ich aber nie (einer in meiner Reihe ist sicher ein halbes Dutzend Mal zusammengezuckt). Die Prämisse geht lange gut, aber dann fällt der Film inhaltlich in sich zusammen.

Der Plot wirkt uninteressanter und wenig originell, zuweilen wirken Story-Stränge gehetzt. Es geht weniger stimmungsvoll zu und her und am Ende folgt ein Showdown nach dem nächsten. Der Film weiss nicht, wann er enden soll und als Zuschauer habe ich es kaum mehr ausgehalten, sitzen zu bleiben. Alles wirkte langatmig, öde und einfach nur noch langweilig. Am Ende handelt es sich einfach nur um einen 08/15 Rache-Plot. Da hätte man viele Szenen weglassen und straffen können. Mir wäre ein 08/15 Exorzismus-Plot lieber gewesen. Das Finale war auch schwach und das CGI hat in diesen Momenten nicht überzeugt. Das Film wirkt in den Szenen auch über dramatisiert. Immerhin wird auf asiatischen Klamauk verzichtet.

Fazit: Das letzte Viertel zieht den Film negativ nach unten!

Infos:

O: Phí Phông: Quỷ Máu Rừng Thiêng

Vietnam 2026

R: Quoc Trung Do

D: Đoàn Minh Anh, Diệp Bảo Ngoc, Nina Padovan, Kiều Minh Tuấn, Minh Anh

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 120 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).

Teenage Sex and Death at Camp Miasma

NIFFF 2026 Spezial

Teenage Sex and Death at Camp Miasma

Story:

Der Slasher Camp Miasma soll eine Fortsetzung erhalten. Endlich. Das Projekt geht an die neue, talentierte Regisseurin Kris (Hannah Einbinder). Diese will unbedingt den Star des ersten Filmes im Projekt dabeihaben und sucht sie auf. Doch Billy (Gillian Anderson), das ehemalige Final Girl aus Camp Miasma, lebt total isoliert und zurückgezogen. Dennoch wagt sich Kris, Billy aufzusuchen. Und sofort ist Kris von Billy fasziniert. Wird es ihr gelingen, sie für das Projekt zu begeistern?

Meine Meinung:

Teenage Sex and Death at Camp Miasma ging ich nur schauen, da auch ein Slasher. Ansonsten hat mich der Film nicht wirklich interessiert. Letztes Jahr lief von der Regisseurin I Saw the TV Glow am NIFFF und mein Kumpel hatte nicht viel dafür übrig. Teenage Sex and Death at Camp Miasma ist ein Mix aus Slasher, Hommage an die 80er Jahre Slasher, Arthouse-Film, Meta-Kommentar, Film-im-Film, Satire, Erotikfilm sowie ein Film über die weibliche Sexualität, auch wenn der Film von einer Transsexuellen Regisseurin stammt statt von einer Frau.

Teenage Sex and Death at Camp Miasma ist am Ende zwar nichts für meine Sammlung und nicht jede Szene oder jeder Dialog gefiel mir, aber im Grossen und Ganzen war es einer der unterhaltsameren Filme an diesem NIFFF. Die Liebeserklärung an 80er Jahre Slasher kommt im Vorspann wunderbar zur Geltung (plus später Videodrome). Da fühlte ich mich natürlich sofort an die Freitag der 13. Reihe erinnert. Aber auch die Mörder aus der Halloween oder A Nightmare on Elm Street Reihe finden Erwähnung wie auch Psycho (oder Ed Gein, auf dessen Story Psycho basiert) oder die Sleepaway Camp-Reihe.

Der Film punktet nebst dem grossen Unterhaltungswert durch den Plot (wo steuert die Reise hin?), die starken Leistungen der beiden Hauptdarstellerinnen sowie seine Optik. Eine gewisse Spannung ist gegeben. Die Film-im-Film-Szenen fand ich cool. Das Ende hingegen gefiel mir nicht. Ich hätte es besser gefunden, wenn es (nach der La petite mort Szene) kein Happy End gegeben hätte. Gillian Anderson spielte stark, auch wenn ich sie nur aus Akte-X (und daher mit ihrer deutschen Stimme) kenne. Ihre Originalstimme zu hören, schien mir fremd. Die mir unbekannte Hannah Einbinder machte ebenfalls einen sehenswerten Job.

Fazit: 80er Jahre Slasher Fans können einen Blick riskieren!

Infos:

O: Teenage Sex and Death at Camp Miasma

UK, Kanada, USA 2026

R: Jane Schoenbrun

D: Hannah Einbinder, Gillian Anderson, Patrick Fischler

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 106 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).