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Samstag, 25. Juli 2026

Mercenario - Der Gefürchtete

Mercenario - Der Gefürchtete

Story:

Paco (Tony Musante) will eine Revolution anzetteln und erkauft sich dafür die Hilfe des Söldners Sergei 'Polack' Kowalski (Franco Nero). Um ihr Ziel erreichen zu können, müssen sie jedoch zuerst Ricciolo (Jack Palance) aus dem Weg räumen…

Meine Meinung:

Mercenario - Der Gefürchtete ist ein Italo-Western (Mithilfe von spanischen Hilfsmitteln) des legendären Sergio Corbucci (Fahrt zur Hölle, ihr Halunken, Django, Leichen pflastern seinen Weg). Dazu kommen Namen wie Franco Nero (Die Klette, Djangos Rückkehr, High Crime), Jack Palance (Zwei Supertypen räumen auf, Tango & Cash, Die Strickmütze), Ennio Morricone (Malastrana, The Thing) sowie Bruno Nicolai (The Case of the Scorpion's Tail, The Night Evelyn Came Out of the Grave). Letztere waren selbstverständlich für den tollen Soundtrack und die Musik des Filmes zuständig.

Leider hat mir Mercenario - Der Gefürchtete nicht gut gefallen. Aufgrund des Cast war ich am Ende sogar sehr enttäuscht von dem Film. Der Film ist kein Vergleich zu den anderen Italo-Western, die ich von Sergio Corbucci gesehen habe. Franco Nero war solide. Der Film ist technisch auch gut gemacht und zum Teil aufwändig (kleinere Stunts, Explosionen, Massenszenen, Pferdestürzte). Die Musik war, wie bereits erwähnt, toll. Sie kam mir auch bekannt vor. Ob Quentin Tarantino diese in einem seiner Filme benutzt hat? Am besten war Jack Palance.

Abgesehen davon hat mir der Film nicht gefallen. Die Handlung empfand ich als uninteressant und langweilig. Ich mochte die Tatsache nicht, dass der Plot als Rückblende erzählt wird. Und dann sehen wir Paco noch als Clown. Ich mag Clowns nicht (Ausnahme als Gestalten in Horrorfilmen). Der Film war viel zu zahm und harmlos, der Humor hat mir nicht gefallen und der Verlauf der Handlung fesselte nicht. Ich mag keine Revolutionsgeschichten und der Humor triggerte mich selten, zu lachen. Und das Jack Palance nach seinem tollen Auftritt bis zum Finale von der Bildfläche verschwindet, war ein fataler Schachzug.

Fazit: Besser Compañeros schauen!

Infos:

O: Il Mercenario

Italien, Spanien 1968

R: Sergio Corbucci

D: Franco Nero, Jack Palance, Tony Musante, Giovanna Ralli, Eduardo Fajardo, Álvaro de Luna

Laufzeit der deutschen DVD: 101:55 Min.

Gesehen am: Juli 2026

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Koch Media vor = Booklet, Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, diverse Audio (Deutsch, Englisch oder Ital.) und Untertitel (Deutsch) Optionen. Die deutsche Sprachfassung ist die beste. Den Film gibt es inzwischen auch auf Blu-Ray.

Freitag, 24. Juli 2026

Das Syndikat des Grauens




Das Syndikat des Grauens

Story:

Zigarettenschmuggler (u.a. Fabio Testi, Saverio Marconi) aus Neapel werden von einem Gangsterboss aus Marseille (Marcel Bozzuffi), der in Neapel mit Rauschgift dealen möchte, angegriffen…

Meine Meinung:

Das Syndikat des Grauens ist ein kleiner, legendärer Poliziotteschi, der von keinem geringeren als Lucio Fulci stammt. Der Godfather of Gore hat nicht nur seine Zombie- und Horrorfilme (Zombi 2, City of the Living Dead, House by the Cemetery, The Beyond) gedreht, sondern war auch in anderen Genres wie dem Giallo (Lizard in a Woman's Skin), dem Italo-Western (Verdammt zu leben – verdammt zu sterben) oder Endzeitfilmen (Conquest) beheimatet. Selbst Krimis (Der New York Ripper, Don't Torture a Duckling) waren dabei. Das Syndikat des Grauens hatte, auch aufgrund seines mehrjährigen Verbots in Deutschland, unter Splatter- und Horrorfans einen gewissen Ruf.

Mag Das Syndikat des Grauens inhaltlich keine grosse Originalität bieten, so gibt es immerhin einen soliden, einfach zu folgenden und unterhaltsamen Plot. Ein neuer Gangster will sich vor Ort etablieren und räumt die Konkurrenz aus dem Weg. Die Musik steuerte Fabio Frizzi (A Cat in the Brain, Der Gorilla) bei und die Hauptrollen spielen Fabio Testi (Dealer Connection – Die Strasse des Heroins, Orgie des Todes, Cosa avete fatto a Solange?), Saverio Marconi sowie Marcel Bozzuffi. Porno-Darstellerin Ajita Wilson ist in einer Nebenrolle zu sehen. Sie war dazumal oft im europäischen Kino zu sehen (z.B. in Macumba Sexual, Sadomania oder Hotel Paradise). Lucio Fulci legt im Finale als einer der alten Bosse einen Gastauftritt hin.

Durch die Drehorte in Neapel und die Settings im Meer (z.B. die lange Verfolgungsjagd zu Beginn oder später die Beerdigungszeremonie) hebt sich der Film von anderen Italo-Filmen dieser Zeit ab. Neapel wirkt stimmungsvoll und authentisch. Die Darsteller machen ihre Sache alle ordentlich und die deutsche Synchronisation ist mehr als gelungen und wertet den Film mit einigen herrlichen Dialogen, die zum Schmunzeln anregen, weiter auf (es handelt sich um eine Qualitäts-Synchro von Schier). Für die herausragenden Splatter-Effekte (sind wirklich paar ganz derbe Dinger dabei) waren Franco Di Girolamo, Germano Natali sowie Roberto Pace zuständig. Die haben viel Erfahrung in Sachen Effekten (u.a. für Produktionen wie Zombie Holocaust, Deep Red oder Zombie 3).

Fazit: Für Lucio Fulci, Splatter- sowie Fans des Poliziotteschi-Genres zu empfehlen!

Infos:

O: Luca il Contrabbandiere

Italien 1980

R: Lucio Fulci

D: Fabio Testi, Ajita Wilson, Saverio Marconi, Marcel Bozzuffi, Ivana Monti, Cintia Lodetti, Enrico Maisto, Tommaso Palladino

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 96:49 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: Juli 2026

Fassungen: Ich habe die UK-DVD von Shameless Screen Entertainment in der Sammlung da schickes Artwork welches von Fabio Frizzi am BIFFF signiert wurde. Für diese Neusichtung lag mir hingegen die deutsche Blu-Ray von filmArt vor = Booklet, Deutsch/Englisch/Ital. mit Untertiteln (die deutsche Synchronisation ist hervorragend und einige der Dialoge regen zum Schmunzeln an), Uncut und nicht mehr beschlagnahmt (das Verbot wurde vor einigen Jahren aufgehoben) und in Sachen Bild- und Tonqualität weiss die Blu-Ray auch zu gefallen. Das ca. 10minütige Interview mit Uwe Schier ist sehenswert.

Samstag, 13. Juni 2026

The People Who Own the Dark

 

The People Who Own the Dark

Story:

Auf einem abgelegenen Anwesen feiert der Baron (Paul Naschy) und die High Society inklusive einiger Escort-Damen schmuddelige Partys, während draussen eine nukleare Katastrophe geschieht. Deren «Flash» lässt alle Opfer erblinden. Da die Partygäste im Untergrund gefeiert haben, wurden sie davon verschont. Als sie sich in die Stadt aufmachen, um Nahrungsmittel zu plündern, eskaliert die Situation…

Meine Meinung (Spanische Originalfassung):

Als ich mich für diesen Film vorbereitet habe, musste ich sofort an den auch in Severin Films Box Exorcismo: Defying a Dictator & Raising Hell in Post-Franco Spain enthaltenen Creation of the Damned denken, der ein ähnliches Szenario erzählt: eine Gruppe von Personen auf engsten Raum, während draussen eine nukleare Katastrophe geschieht. Mir schwante Böses, aber zum Glück ist The People Who Own the Dark besser und effektiver als der langweilige Creation of the Damned. The People Who Own the Dark ist bis dato nebst The Bell from Hell der beste Film in Severin Films Box-Set.

The People Who Own the Dark sah ich mir in der spanischen Originalfassung an. Der US-Edit hat nicht nur die sprachliche Veränderung, sondern ist auch kürzer. Es wurden Inhalte (Story-Verlauf und Figurentiefe) entfernt. Zudem hat die US-Fassung eine neue Musik erhalten. Die spanische Originalfassung von León Klimovsky (Vengeance of the Zombies, The Werewolf vs. Vampire Woman, Trauma) hat mir gefallen. León Klimovsky hat in seiner Karriere oft mit Paul Naschy (The Beast and the Magic Sword, Human Beasts, The Werewolf and the Yeti) zusammengearbeitet, der hier ebenfalls an Bord ist.

Der Film ist interessant, da die Gruppe aus reichen Personen besteht, die in der Stadt dann auf die einfachen Bürger treffen, die an den Folgen der nuklearen Katastrophe zu leiden haben. Und es gibt Spannungen, die danach zu den Szenen führen, die, und das kommt wirklich so rüber, an Die Nacht der lebenden Toten erinnern. Der einfache Bürger tut sich zusammen, um am «Adel» Rache zu nehmen. So in etwa gestaltet sich der Plot. Nebst Paul Naschy sind hier noch Namen wie Nadiuska (Challenge of the Tiger) sowie Jess Franco Stammschauspieler Antonio Mayans (Night of Open Sex, Black Boots, Leather Whip, Macumba Sexual) zu sehen. Und das fiese End war genau nach meinem Geschmack.

Fazit: Nicht uninteressant!

Infos:

O: Ultimo Deseo

Spanien 1976

R: León Klimovsky

D: Paul Naschy, Nadiuska, Alberto de Mendoza, Tony Kendall, Maria Perschy, Teresa Gimpera, Emiliano Redondo, Julia Saly, Antonio Mayans

Laufzeit der US-Blu: 99:57 Min.

Gesehen am: 13.06.26

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Severin Films (Exorcismo: Defying a Dictator & Raising Hell in Post-Franco Spain) = nebst der spanischen Uncut Fassung (Spanisch mit englischen Untertiteln) befindet sich auch die ca. 20 Min. gekürzte und veränderte (neue Musik) US-Fassung auf der Disc. Die Bild- und Tonqualität sind hervorragend. Als Extras gibt es u.a. ein Interview mit Antonio Mayans und ein Sitges Filmfest Special. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Juni 2026).

Samstag, 23. Mai 2026

Rabid Dogs

Rabid Dogs

Story:

Drei Gangster (Maurice Poli, George Eastman, Don Backy) flüchten vor der Polizei und nehmen Geiseln (u.a. Lea Lander, Riccardo Cucciolla). Ein Kampf ums Überleben beginnt…

Meine Meinung:

Rabid Dogs wurde zu Ehren von George Eastman angesehen, der im echten Leben den Namen Luigi Montefiori trägt. George Eastman ist sein Pseudonym. Bekannt wurde der grosse und stämmige Italiener vor allem im Ital. Horrorfilm Man-Eater, in der er den Kannibalen spielte. Dank seiner Statur war George Eastman (Baba Yaga, Absurd, Hands of Steel) die perfekte Wahl für diese Rolle. Dieser starb vor drei Tagen. Zu seinen Ehren schaute ich mir Rabid Dogs an.

Rabid Dogs, der eine interessante Fassungsgeschichte hinter sich hat, ist in meinen Augen einer der besseren Filme von Mario Bava (Caltiki – The Immortal Monster, Blutige Seide, Kill Baby Kill, Planet der Vampire). Rabid Dogs verschwand kurz seiner Beendigung Mitte der 70er Jahre da die Firma Pleite ging. Der Film wurde erst Mitte der 90er Jahre und nach dem Tod von Mario Bava fertiggestellt. Dabei half sein Sohn Lamberto Bava (Demons 1 + 2). Daher wird letzterer je nach Quelle auch als Regisseur gelistet.

Deren Version namens Kidnapped beinhaltete jedoch auch Nachdrehs, neue Figuren und eine neue Musik. Rabid Dogs hingegen ist die Version basierend auf Mario Bavas Drehbuch (und bekam den Titel Rabid Dogs). Die Rabid Dogs Fassung ist bei Fans daher auch beliebter als die veränderte Fassung. Rabid Dogs ist ein intensives Gangsterfilmchen welches mehrheitlich in einem Auto spielt. Ähnlich wie das Euro-Cult-Highlight Wenn Du krepierst - lebe ich. Eine Art Kammerspiel mit unterschiedlichen Figuren und Spannungen. Und selbstverständlich läuft nichts so, wie geplant.

Das Schauspiel ist gut, auch wenn gerade zwei der drei Gangster hin und wieder durch ihr Overacting fast ins Lächerliche kippen. Darunter auch George Eastman. Zudem war der Film in einigen Szenen sleaziger als ich das in Erinnerung hatte. Eine Szene hat mich sogar an Wes Cravens Last House on the Left erinnert. Der Film lebt vom Plot, dem Kammerspiel und seiner Stimmung. Die dicke Überraschung folgt dann im Finale und diese finde ich einfach nur gelungen. Dazu gibt es einen wunderbaren Soundtrack von Stelvio Cipriani (Das Syndikat, Der Tod trägt schwarzes Leder, Piranha II – Fliegende Killer).

Fazit: Fans des Ital. Kinos können bedenkenlos zugreifen!

Infos:

O: Cani arrabbiati

Italien 1974

R: Mario Bava, Lamberto Bava (je nach Quelle)

D: Maurice Poli, George Eastman, Don Backy, Lea Lander, Riccardo Cucciolla

Laufzeit der UK-Blu: 95:51 Min.

Gesehen am: Okt. 2006 / Neusichtung am: 22.05.26

Fassungen: Mir lag die UK-Blu-Ray von Arrow Video vor = nebst der bekannten Kidnapped Fassung befindet sich auch die näher an Mario Bavas Original-Film orientierter Rabid Dogs im Set (Ital. mit englischen Subs). Der Film ist Uncut und die Bild- und Tonqualität sind sehr gut. Nebst Booklet mit vielen Infos gibt es auch exklusive Extras (Interviews, Audiokommentar, Making of etc.). In Deutschland mit ebenso beiden Fassungen und den Extras der Arrow Disc von Tiberius Film auf Blu-Ray zu haben.

Sonntag, 17. Mai 2026

The Living Dead Girl

The Living Dead Girl

Story:

Durch Chemikalien wird Catherine Valmont (Françoise Blanchard), die vor zwei Monaten verstorben ist, wieder zum Leben erweckt. Um leben zu können, braucht sie Menschenblut. Es zieht sie an ihr ursprüngliches Zuhause, wo sie von ihrer früheren Freundin Hélène (Marina Pierro) gefunden wird. Diese sucht nach menschlichen Opfern, um Catherine zu helfen. Derweil hat es eine Fotografin auf Catherine abgesehen, welche sie am Vortrag zufällig fotografiert hat…

Meine Meinung (Deutsche Fassung = veränderte Musik):

The Living Dead Girl ist sicherlich zusammen mit The Grapes of Death der bekannteste Film von Jean Rollin (Requiem for a Vampire). Das liegt vielleicht auch daran, dass beide Filme in Deutschland verboten wurden. The Living Dead Girl sah ich bisher nur einmal und gemäss meinem uralten Review empfand ich den Film auch früher nicht als Kracher. Eine Ansicht, die sich nach dieser Neusichtung nicht geändert hat. Ich denke, Jean Rollin liebt oder hasst man. Ob es ein Zwischendrin gibt? Ich weiss es nicht.

Ich nehme The Living Dead Girl als durchschnittlich wahr. Kein Kracher, aber auch nicht wirklich schlecht. Mich hat der Film heuer jedoch kalt gelassen. Nicht gefesselt, nicht erfreut, nicht unterhalten. Das Gezeigte wirkte monoton, repetitiv, belanglos. Es wollte sich keine Stimmung und Atmosphäre entwickeln, was schade ist, denn die Drehorte, vor allem das Schloss, in welchem gedreht wurde (die Crew schlief auch dort und der Besitzer kochte), ist an sich eine tolle Location für eine schaurig-erotische Vampir-Story.

Trotz einiger Nacktszenen geht der Erotikfaktor gleich null. Der Inhalt ist auch alles andere als originell. Das hat man als Horrorfan schon alles irgendwie gesehen und da der Film Längen hat, bietet The Living Dead Girl abgesehen von Mix aus Nacktszenen und einigen drastischen, schön blutigen Momenten und Make-Up-Effekten, keinen Mehrwert, erneut im Blu-Ray Player zu landen. Zudem hat die Fotografin mit ihrer penetranten Art sehr genervt. Das war sogar für diese Art Film einfach bescheuert und unglaubwürdig. Françoise Blanchard (Caligula and Messalina) sowie Marina Pierro (Suspiria) waren hingegen sehr solide in ihren Auftritten.

Fazit: Nur für Jean Rollin Fans zu empfehlen!

Infos:

O: La Morte vivante

Frankreich 1982

R: Jean Rollin

D: Marina Pierro, Françoise Blanchard, Mike Marshall, Carina Barone, Fanny Magier, Patricia Besnard-Rousseau

Laufzeit der europäischen DVD: 86:16 Min.

Gesehen am: Dez. 2005 / Neusichtung am: 17.05.26

Fassungen: Gesehen als 3-Disc Edition von Encore Films aus Holland = PAL, Code Free, zwei DVDs und eine Soundtrack CD inklusive Schuber und einem ca. 60seitigem Booklet mit Gedanken von Jean Rollin. Der Film ist Uncut, bietet nebst dem O-Ton auch die deutsche Synchro (gelungen, aber hat eine neu komponierte Musik von Gerhard Heinz) und massenhaft Untertitel-Optionen. Die Bild- und Tonqualität sind auch für heutige Verhältnisse noch ausgezeichnet. In Deutschland ist der Film unter dem Titel Lady Dracula noch immer verboten. In den USA, England und Österreich (in deutscher Sprache) ist der Film inzwischen auch auf Blu-Ray zu haben sowie UHD (UK). Bildvergleiche zeigen auf, dass sämtliche Blu-Ray Fassungen inklusive die UHD in Sachen Bildqualität dunkler ausfallen als die DVD von Encore Films. Die sieht für mich daher immer noch am besten aus.

Donnerstag, 14. Mai 2026

Vier Fliegen auf grauem Samt

Vier Fliegen auf grauem Samt

Story:

Roberto (Michael Brandon) wird von einem unbekannten, mysteriösen Hutträger verfolgt und beschattet. Eines nachts folgt Roberto dem Hutträger um ihn zur Rede zu stellen. Bei dem Handgemenge stirbt der Hutträger. Derweil hält eine Person, die eine Maske trägt, den Akt auf Fotos fest. Danach wird Roberto von einem unbekannten Killer terrorisiert. Roberto heuert einen Detektiv (Jean-Pierre Marielle) an, um mehr herauszufinden. Es kommt zu Morden an Robertos Umfeld…

Meine Meinung:

Vier Fliegen auf grauem Samt ist Dario Argentos (Tenebrae, Sleepless, Phenomena) dritter Teil seiner Tier-Trilogie nach Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe und Die neunschwänzige Katze. Leider hat der Film seine Zweitsichtung, diesmal sah ich mir den Film erstmals in Deutscher Sprache an, nicht bestanden. Vier Fliegen auf grauem Samt ist leider nur eine durchschnittliche und relativ öde Angelegenheit. Das hatte ich besser in Erinnerung, denn der Film gefiel mir früher, warum auch immer, besser.

Der Plot ist minimalistisch, wie oft bei Argento. Es geht um die Suche nach dem Mörder und Motiv. Das erinnert an frühere und spätere Auflösungen im Schaffen von Dario Argentos Filmwelt. Das Detail mit den Fliegen fand ich einen interessanten Ansatz und gefiel mir. Ebenso der Traum mit der Köpfung. Die Kameraführung war zuweilen erneut exzellent, fantasievoll und innovativ. Die Musik war hingegen ein zweischneidiges Schwert. Einerseits tolle Klänge von Ennio Morricone (Compañeros, Das Ding aus einer anderen Welt, Malastrana), andererseits hat mich nicht jedes Stück abgeholt.

Leider war der Film für seine Laufzeit sehr langweilig. Zudem haben mir, praktisch durch die Bank, alle Figuren missfallen. Ich fand diese nicht wirklich sympathisch oder charismatisch. Was die Morde angehen, muss gesagt werden, dass der Bodycount relativ klein und der Film in Sachen Blutgehalt relativ harmlos und blutleer ausgefallen ist. In der Hinsicht waren andere Filme von Dario Argento fieser. Etwas, was mich während dieser zweiten Sichtung am meisten gestört hat, war der unpassende Klamauk und Humor. Das ist nebst der Langeweile auch der Hauptgrund, warum der Film jetzt aus der Sammlung fliegt. Wie ich das früher nicht bemängeln konnte, wissen nur die Sterne.

Fazit: Wird seinem Ruf nicht gerecht. Zu langweilig und zu lustig…

Infos:

O: 4 mosche di velluto grigio

Italien 1971

R: Dario Argento

D: Michael Brandon, Francine Racette, Mimsy Farmer, Bud Spencer, Jean-Pierre Marielle, Marisa Fabbri

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 103:16 Min.

Gesehen am: Mitte Feb. 2009 / Neusichtung am: 14.05.26

Fassungen: Mir lag das deutsche Mediabook (Drei Discs d.h. DVD, Blu-Ray, Bonusdisc sowie Booklet) von Koch Media vor = bis auf ein-zwei Handlungsszenen, die aus einer schwächeren Quelle stammen, gute bis sehr gute Bildqualität, Uncut, Deutsch, Englisch oder Ital. mit deutschen Untertiteln. Die deutsche Synchronisation ist gut. Den Film gibt es inzwischen von Plaion Pictures auch als UHD (inklusive Blu-Rays und Soundtrack CD).

Dienstag, 5. Mai 2026

The Killer Must Kill Again

The Killer Must Kill Again

Story:

Giorgio (George Hilton) plant, um an Geld zu kommen, seine Ehefrau (Teresa Velázquez) zu töten. Als er nachts einen Mörder (Antoine Saint-John) bei der Beseitigung einer Leiche beobachtet, handelt er mit diesem einen Deal aus. Der Plan scheint aufzugehen. Doch als das Auto mit der Leiche im Kofferraum gestohlen wird, nimmt der Fall unerwartet Wendungen an und Unbeteiligte (Femi Benussi, Cristina Galbó, Alessio Orano) geraten zwischen die Fronten…

Meine Meinung:

The Killer Must Kill Again ging mir irgendwie immer durch die Lappen und den hatte ich, bis zu einem Tauschgeschäft mit einem Sammler aus Deutschland, nie auf dem Schirm. Bei dem Film, einer französisch-italienischen Ko-Produktion, handelt es sich um das Regiedebüt von Luigi Cozzi (Demons 6 De Profundis, Godzilla, Nosferatu in Venedig). Und für ein Regiedebüt fand ich den Film mehr als gelungen und ordentlich.

Der Film ist ein Mix aus Krimi, Giallo und Sleaze. Ich fand die Mischung toll. Der Film macht aus der Identität des Killers kein Geheimnis. Der ist am Anfang schon zu sehen. Den Plot fand ich interessant und eine gewisse Spannung war gegeben. Wo wird der Plot hinführen? Was wird schiefgehen? Was sind die Folgen? Was passiert mit den Figuren, die zwischen die Fronten geraten? Das macht den Reiz des Filmes aus. Zuerst wird das Story-Gerüst erklärt, dann folgen mehr ruhige Momente und das Finale und die Story-Inhalte davor haben dann die grösste Giallo Vibes plus hübsch fiese, schmierige Sleaze-Momente und eine Hauch Erotik.

In den Momenten ist auch die Kameraarbeit exzellent und Giallo-Fans werden voll auf ihre Kosten kommen, auch wenn der Film definitiv mehr Wert auf Plot und Verlauf statt auf blutige Morde legt. Mir haben der Film und sein Mix zugesagt. Der Cast, vor allem Antoine Saint-John (The Beyond), Cristina Galbó (What Have You Done to Solange?) sowie Alessio Orano haben sehr gut agiert. Aber auch George Hilton (Der Killer von Wien), Teresa Velázquez, Eduardo Fajardo (Django) sowie Femi Benussi (Der Vernichter) waren solide.

Fazit: Fans von Euro-Cult Filmen aus der Zeit können bedenkenlos einschalten!

Infos:

O: L'Assassino è Costretto ad Uccidere Ancora

Italien, Frankreich 1975

R: Luigi Cozzi

D: Antoine Saint-John, George Hilton, Teresa Velázquez, Femi Benussi, Cristina Galbó, Alessio Orano, Eduardo Fajardo

Laufzeit der US-DVD: Ca. 90 Min.

Gesehen am: 05.05.26

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Mondo Macabro vor = Uncut, Englisch/Ital. mit englischen Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Ich sah mir den Film in Ital. mit Untertiteln an. Als Extras gibt es u.a. ein Interview mit Regisseur Luigi Cozzi. Es gibt weder eine Blu-Ray, noch eine deutsche Fassung (Stand: Mai 2026).

Mittwoch, 29. April 2026

Libido

Libido

Story:

Christian Coreau (Giancarlo Giannini) ist ein traumatisierter junger Mann, seit er als Kind mit ansehen musste, wie sein kranker Vater seiner Mutter während einer S/M-Session umgebracht hat um sich danach selbst das Leben zu nehmen. Um sein Trauma bewältigen zu können, macht sich Christian zusammen mit seiner Ehefrau, seinem Anwalt und dessen Frau auf den Weg, den Ort des Schreckens zu besuchen. Keine gute Idee…

Meine Meinung:

Libido ist ein s/w-Gothic-Mystery-Thriller, der auch als Giallo betitelt wird. Der Film erinnert an spätere Werke aus Italien mit Carroll Baker (A Quiet Place to Kill, Knife of Ice, The Fourth Victim) und stammt von den Regisseuren Ernesto Gastaldi sowie Vittorio Salerno (Die grausamen Drei, Betrachten wir die Angelegenheit als abgeschlossen). Die Mitte der 60er Jahre Produktion ist zwar durchaus solide, bringt dem Genre aber nichts Neues.

Der Film punktet vor allem durch seine Optik und die Bilder. Die wurden stimmungsvoll und stark eingefangen. Der Film ist solide gespielt. Die vier Hauptfiguren werden von Luciano Pigozzi (Zombi 3, Seven Deaths in the Cat’s Eye, The Last Hunter), Giancarlo Giannini (der es sogar nach Hollywood geschafft hat), Dominique Boschero sowie Mara Maryl. Letztere, das «blonde Gift», bringt leider unnötigen Klamauk und Slapstick in den Film, so dass selbst ihre Szenen wenig erotisch wirken. Der Humor wirkt unpassend.

Der Film ist allgemein sehr konservativ und harmlos. Effekte, Blut oder Sex dürfen nicht erwartet werden. Das Drehbuch überzeugt nicht und es gibt am Anfang und Mittelteil viel zu viele Längen. Und wenn am Ende das Tempo erhöht wird, ist der Film kurze Zeit später schon vorbei. Die Musik war unspektakulär. Das fiese Ende war ganz okay und nett, aber rettet den Film nicht. Für mich war der Film zu alt, zu unspektakulär und zu langweilig.

Fazit: Kein Film für die Sammlung!

Infos:

O: Libido

Italien 1965

R: Ernesto Gastaldi, Vittorio Salerno

D: Giancarlo Giannini, Dominique Boschero, Luciano Pigozzi, Mara Maryl

Laufzeit der US-Blu: Ca. 90 Min.

Gesehen am: 29.04.26

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Severin Films vor = Schuber, Englisch/Ital. Audio mit englischen Subs und als Extras gibt es u.a. ein Interview mit Regisseur Ernesto Gastaldi. Die Bild- und Tonqualität sind fantastisch. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: April 2026).

Samstag, 11. April 2026

Fahrt zur Hölle, ihr Halunken

Fahrt zur Hölle, ihr Halunken

Story:

Brad (Johnny Hallyday) macht sich auf den Weg nach Blackstone, was einigen Anwohnern den Schlaf raubt. Denn Brad hat nur ein Ziel: den Tod seines Bruders zu rächen und gestohlenes Geld zu finden…

Meine Meinung:

Wie schon Das Syndikat wurde Fahrt zur Hölle, ihr Halunken, ebenso eine Ko-Produktion zwischen Deutschland, Italien und Frankreich, zu Ehren von Mario Adorf angesehen, der vor paar Tagen in einem stolzen Alter dieses Leben verlassen hat. Die letzte Sichtung ist sehr lange her (2009), so dass ich mich auf den Ende der 60er Jahre Italo-Western von Sergio Corbucci (Compañeros, Django, Leichen pflastern seinen Weg) freute. Sergio Corbucci wurde mit seinem Kultfilm und Mithilfe von Star Franco Nero (Wenn Du krepierst - lebe ich) dank Django zur Legende im Italo-Western-Genre.

Der Film hat die 2. Sichtung bestanden, auch wenn ich jetzt einige Punkte fand, welche mir im Gegensatz zu früher, leicht missfielen. Kurz gesagt war mir der Tonfall des Filmes im Grossen und Ganzen zu wenig ernst und zu wenig düster. Im Gegenteil: der Film war mir zu harmlos und vor allem zu lustig. Dass viele der Szenen mit lustigen und komischen Momenten in der deutschen Fassung früher fehlten (nicht zensurbedingt), konnte ich sogar nachvollziehen. Vor allem der Spieler, der Brad immer als Freud betitelt und die «Randständigen», die im Finale sogar für ein 2. Finale sorgen, empfand ich als etwas doof und störend. Der Film hätte auch ohne diese Szenen, wenn nicht sogar besser, funktioniert.

Mario Adorf spielt hier El Diabolo. Eine Nebenrolle als mexikanischer Bandenanführer. Er kommt ab ca. Mitte des Filmes bis zum Finale vor. Er macht das sehr gut. Wie ich bereits in der Besprechung zu Das Syndikat anfügte, sehe ich ihn definitiv lieber in solchen Rollen statt als Helden. Die Hauptrolle spielt er mir unbekannte Johnny Hallyday, der vor allem als Sänger Karriere machte und dementsprechend in vielen Filmen mit solchen Settings zu sehen war. Er macht seinen Job auch ordentlich. In weiteren grösseren Rollen sind Françoise Fabian und Gastone Moschin zu sehen. Gastone Moschin (Die Zuhälterin) spielte bereits in The Sicilian Checkmate sowie Caliber 9 (wohl seine kultigste Rolle) an der Seite von Mario Adorf.

Fazit: Unterhaltsamer Italo-Western!

Infos:

O: Gli Specialisti

Deutschland, Frankreich, Italien 1969

R: Sergio Corbucci

D: Johnny Hallyday, Gastone Moschin, Françoise Fabian, Sylvie Fennec, Angela Luce, Serge Marquand, Gino Pernice, Mario Adorf

Laufzeit der deutschen DVD: 99:01 Min.

Gesehen am: Juli 2009 / 2. Sichtung: 10.04.26

Fassungen: Gesehen via deutsche DVD von Kinowelt = gute Bild- und Tonqualität (die deutsche Synchronisation ist exzellent), Uncut (ehemals fehlende Szenen sind in Franz. mit Untertiteln). Gibt es inzwischen in Deutschland von Filmjuwelen / AL!VE auf Blu-Ray.

Freitag, 10. April 2026

Das Syndikat

Das Syndikat

Story:

Kommissar Bertone (Enrico Maria Salerno) bekommt es mit diversen Fällen, Gangstern (u.a. Jürgen Drews, Franco Fabrizi) und der Presse, die die Polizei vor allem kritisiert, zu tun. Dann wäre da noch eine geheime Spezialeinheit, welche Gangster, die dem Justizapparat durch die Fänge gehen, eliminieren…

Meine Meinung:

Das Syndikat erfuhr zu Ehren von Mario Adorf (Der letzte Ritt nach Santa Cruz, Der Mafiaboss - Sie töten wie Schakale, Malastrana), der am 08.04.26 in Paris verstarb, eine Neusichtung. Ich sah den Film bisher nur einmal, was lange her ist (2012). Da der Film auf dem Blog noch nicht besprochen wurde und die letzte Sichtung lange her war, freute ich mich auf den Film. Der Film von Steno hat die Neusichtung bestanden, auch wenn ich den Film nicht ganz in die Sphären zu Krachern wie Der Tod trägt schwarzes Leder oder Milano Kaliber 9 zähle.

Dafür hatte der Film etwas zu wenig Action und es gab einige zu komische, lustige Momente, die nicht so wirklich zum Rest des Filmes passen wollen (z.B. die nächtliche Busfahrt mit Kommissar Bertone und der Presse mit dem «Sightseeing» der etwas anderen Art). Das diese in früheren deutschen Fassungen auch entfernt wurden, um den Film zu straffen, kann ich auf eine Art sogar nachvollziehen. Aber abgesehen von diesen zwei Details hat mir der Film, der an Filme wie Calahan (= Dirty Harry 2) oder Ruggero Deodatos Eiskalte Typen auf heissen Öfen erinnert, sehr gut gefallen.

Es handelt sich um eine Zusammenarbeit zwischen drei Ländern (Italien, Frankreich sowie Deutschland). Das erklärt dann auch den Cast um Mario Adorf oder Jürgen Drews, der im Film einen der zwei Gangster spielt, die von der Spezialeinheit gejagt werden. Wer Selbstjustiz-Inhalte mag (Ein Mann sieht rot und Co.), wird den Film mögen. Auch der Zeitgeist (die angeheizte politische Stimmung und die Unzufriedenheit der Bevölkerung) wurde gekonnt und amüsant eingefangen. Der Unterhaltungswert ist gegeben und die wenigen Actionmomente überzeugen auch.

Von den Figuren haben mir Enrico Maria Salerno (Mädchen in den Krallen teuflischer Bestien) und Mariangela Melato (Mafian Kosto) als Reporterin am besten gefallen. Mario Adorf spielt eine Nebenrolle als Staatsanwalt. Ihn sehe ich definitiv lieber als Bösewicht. Schwach waren de Bösewichte: die wirken wenig charismatisch und bleiben blass. Da wäre es schön gewesen, wenn ein Name hervorgestochen hätte. Das Ende war etwas vorhersehbar. Etwas vom Besten, was der Film bietet, ist sein unglaublich toller Soundtrack. Jede Szene mit diesem (u.a. der ganze Vorspann) ist ein Genuss. Dieser stammt von Stelvio Cipriani (Piercing, Der Mann, der Venedig hiess, Gewalt über der Stadt).

Fazit: Sehenswerter Poliziotteschi!

Infos:

O: La Polizia ringrazia

Deutschland, Frankreich, Italien 1972

R: Steno

D: Enrico Maria Salerno, Jürgen Drews, Franco Fabrizi, Mariangela Melato, Mario Adorf

Laufzeit der deutschen DVD: 93:42 Min.

Gesehen am: Sept. 2012 / 2. Sichtung am: 10.04.26

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Colosseo Film / AL!VE vor = Sehr gute Bild- und Tonqualität, Uncut (früher zensierte Dialoge wurden mit deutschen Untertiteln versehen). Auf einer 2. Disc gibt es viele Extras (u.a. eine Doku in Spielfilmlänge). Die DVD kommt mit einem Schuber daher. Den Film gibt es vom gleichen Label inzwischen auch auf Blu-Ray.

Donnerstag, 2. April 2026

The Devil's Exorcist

 

The Devil's Exorcist

Story:

Die junge Sheila Roberts (Inma de Santis) ist von einer bösen Macht befallen. Sie hört Stimmen, hat Visionen und böse Gedanken…

Meine Meinung:

Gesehen via Severin Films Boxset Exorcismo: Defying A Dictator & Raising Hell In Post-Franco Spain und, wie der Titel schon sagt, einen spanischen Der Exorzist-Klon erwartet. Nach dem Erfolg von Der Exorzist gab es nicht nur Fortsetzungen, Vorgeschichten und Remakes, sondern auch diverse Nachzügler aus anderen Ländern. Zum Beispiel aus Italien (The Antichrist). Und aus Spanien kenne ich den tollen (vor allem aufgrund der deutschen Kult-Synchronisation) Der Exorzist und die Kindhexe. Ich freute mich auf die Sichtung von The Devil's Exorcist. Was kann bei einem Der Exorzist Klon schon schief gehen?

Leider viel. The Devil's Exorcist hat die Sichtung nicht bestanden. Schon wie der letzte Film aus der Collection (Creation of the Damned) lohnt sich The Devil's Exorcist nicht. Der Film ist zwar schön gefilmt und am Anfang auch interessant, aber danach tun sich diverse Schwächen auf. Die grössten Schwächen hat der Film mit seinem Plot. Es wirkte so, als wissen nicht Mal die Filmemacher, wohin sie steuern wollten. Es passiert eigentlich praktisch gar nichts. Alles ohne Sinn und Verstand. Vereinzelt gibt es Mal eine leicht stimmungsvolle Szene, aber sonst passiert nichts.

Und so richtig wie «Der Exorzist» wird es in The Devil's Exorcist auch nie. Im ganzen Film gibt es weder Nacktszene, noch Sex noch Horrorelemente zu sehen. Keine Obszönitäten, kein vulgäres Vokabular, kein Schleim, kein Erbrochenes.  Auch Make-Up Effekte, Blut oder sonstige Effekte sucht der Fan vergebens. Der Film ist viel zu zahm und konservativ. Der Film wirkt daher vor allem eines: blutleer, sinnlos und langweilig. Sehr langweilig. Gegen Ende wird es etwas interessanter, aber das macht den Braten auch nicht mehr fett. Das ist schade, da vor allem die junge Inma de Santis (The Killer of Dolls) stark agiert und spielt (bis auf hier und da ihr künstliches und irres Lachen, das unecht wirkte).

Fazit: Zeitverschwendung! Besser Der Exorzist und die Kindhexe ansehen!

Infos:

O: El Juego del diablo

Spanien 1975

R: Jorge Darnell

D: Inma de Santis, María del Puy, Jack Taylor, Luis Prendes, Alicia Altabella, José Orjas

Laufzeit der US-Blu: 83:30 Min.

Gesehen am: 02.04.26

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Severin Films (Exorcismo: Defying A Dictator & Raising Hell In Post-Franco Spain) = Uncut, O-Ton mit englischen Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität, diverse exklusive Extras. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: April 2026).

Mittwoch, 1. April 2026

Dark Mission

Dark Mission

Story:

C.I.A.-Agent Derek Carpenter (Christopher Mitchum) soll einem Drogenboss (Christopher Lee) das Handwerk legen…

Meine Meinung:

Dark Mission, der zweite Film im Set von Pulse Vide nebst Je brûle de partout, habe ich mehr als Bonusfilm angesehen. Gekauft habe ich das Set primär wegen Je brûle de partout. Wie auch dieser hat mir Dark Mission zu wenig gut gefallen, um in die Sammlung aufgenommen zu werden. Im Vergleich ist der Film aber definitiv unterhaltsamer als Je brûle de partout. Und für einen Jess Franco Film ist Dark Mission sogar technisch einwandfrei in Szene gesetzt.

Zudem kann sich der Cast sehen lassen = Christopher Mitchum (Murder in a Blue World, Faceless), Christopher Lee (The Bloody Judge, Die Rache der Pharaonen, Panga), Richard Harrison (Challenge of the Tiger, Ninja Terminator, Der Tollwütige), Antonio Mayans (Cries of Pleasure, Night of Open Sex, Black Boots, Leather Whip) oder Brigitte Lahaie (Sabine S. - Durch Liebe weg vom Stoff)! Viele bekannte Namen des damaligen europäischen Kinos. Mit vielen hatte Jess Franco (Night of the Skull, Eine Jungfrau in den Krallen von Frankenstein, The Silence of the Tomb) bereits in anderen Filmen zusammengearbeitet.

Dark Mission ist okay. Kann einmal angesehen werden. Die deutsche Sprachfassung, welche im Set auch als Option vorhanden ist, wertet den Film zudem qualitativ noch etwas auf und macht ihn besser, als er sonst wäre. Trotz der soliden Leistungen der Darsteller und der soliden Inszenierung fehlt es dem Film an Höhepunkten. Das ist nicht Jess Francos Zuhause, nicht sein Ding, nicht sein Metier. Man merkt, dass es (für Eurociné) eine Auftragsarbeit war. Ohne Seele. Ohne Gefühl. Das Ding ist harmlos (keine blutige Action) und vor allem belanglos und langweilig.

Fazit: Lohnt sich nicht. Den Film können sich Jess Franco Fans sparen…

Infos:

O: Operación cocaína

Frankreich, Spanien 1988

R: Jess Franco

D: Christopher Mitchum, Christopher Lee, Richard Harrison, Antonio Mayans, Brigitte Lahaie, Cristina Higueras

Laufzeit der franz. Blu-Ray: 91:08 Min.

Gesehen am: 01.04.26

Fassungen: Siehe Je brûle de partout. Dark Mission liegt sogar in mehreren Sprachen vor (darunter auch Deutsch) und deren Bildqualität ist absolut fantastisch. Es scheint, als sei das gleiche Master mit den gleichen Audio-Optionen auch in Deutschland auf Blu-Ray erschienen. Label: 8-Films!

Montag, 23. März 2026

Phenomena

 

Phenomena

Story:

Die sensitive Jennifer (Jennifer Connelly), die mit Insekten kommunizieren kann, kommt während ihrem Aufenthalt in einem Fraueninternat in der Schweiz, einer Mordserie auf die Spur. Sie wird dabei von einem Professor (Donald Pleasence) unterstützt…

Meine Meinung:

Zwischen Tenebre und Opera drehte Dario Argento, teilweise vor Ort in den Schweizer Alpen, den mystischen, traumhaften und surrealen «Mystery-Krimi» Phenomena. Der Film ist, was seinen Plot angeht, definitiv kein 08/15-Werk. Und dennoch ist Dario Argento Mal wieder die Optik und Stimmung wichtiger, als sein dennoch zugegebenermassen dünner Plot. Das ist an sich für meinen Geschmack kein wirklicher Kritikpunkt, allerdings zieht sich der Film in den ersten 60 Minuten doch sehr, was das Fortschreiten der Geschichte und wirkliche Horrorparts darin, angehen. Soll heissen, es gibt definitiv auch die ein oder andere lahme Sequenz zu sehen und dass der Film für den US-Markt stark gestrafft wurde (und dann als Creepers veröffentlicht wurde), kann ich sogar nachvollziehen.

Ich mag Phenomena, auch wenn ich diesen persönlich nicht zu den Stärksten Argento-Werken zähle (Suspiria, Deep Red, Sleepless, Opera). Die erste Stunde war wirklich zäh, Affen mag ich nicht (ausser seiner letzten Szene im Film) und der Englische Dub (nicht alle Personen haben sich selbst gesprochen) mindert das Sehvergnügen halt doch auch ein bisschen (wirkt je nach Dialogen und Stimmen billig und künstlich). Die Besetzung von Halloween-Star Donald Pleasence (Specters) war ein gekonnter Schachzug. Die damals noch minderjährige Jennifer Connelly trägt den Film jedoch praktisch allein. In der sehenswerten Anfangssequenz ist zur Abwechslung Mal nicht Dario Argentos Tochter Asia, sondern Fiore zu sehen. Netter Gastauftritt, wie auch jener von Michele Soavi (Stage Fright). Daria Nicolodi (Inferno) spielt eine Nebenrolle. Sie gehörte zu dem Zeitpunkt zum Repertoire eines jeden Dario Argento Filmes.

Weitere Namen aus dem Ital. Film, die sich dazu gesellt haben: Goblin und Claudio Simonetti (Cut and Run), Luigi Cozzi (Demons 6 De Profundis) und Effekte Künstler Sergio Stivaletti (I Tre volti del terrore, Dellamorte Dellamore, Murder Obsession). Letzterer war für einige (zwar wenige aber dennoch sehenswerte) Tötungs- und Make-Up- Masken und Leichenteile zuständig. Der Film bietet in der Hinsicht einige schöne Ekelmomente mit Maden. Diesbezüglich gibt es auch im Finale einige wunderbar makabre Einfälle zu sehen. Die traumähnliche und surrealistische Stimmung plus die sonderbare Musik diverser Metal-Bands (z.B. Flash of the Blade von Iron Maiden) inklusive den Close-Ups von diversen Insekten ist definitiv sehenswert und wertet den Film im gegen Ende hin auf.

Fazit: Fantasievolles Kino von Dario Argento!

Infos:

O: Phenomena

Italien 1985

R: Dario Argento

D: Jennifer Connelly, Donald Pleasence, Daria Nicolodi, Fiore Argento, Michele Soavi, Patrick Bauchau, Franco Trevisi, Francesca Ottaviani, Dalila Di Lazzaro, Federica Mastroianni

Laufzeit der US-Blu: 116:00 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: 23.03.26

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Synapse Films vor, die vor einigen Jahren am Brugggore Filmfestival von Claudio Simonetti signiert wurde. Dieses Set kommt mit Booklet, Steelbook und drei Discs daher = Soundtrack-CD, zwei Blu-Rays (mit insgesamt drei Filmfassungen), limitiert auf 3000 Stück. Das Set bietet den Film in Englisch/Ital. mit englischen Untertiteln an. Dazu gibt es Unmengen an Extras (u.a. Dario Argentos World of Horror Doku, Interview mit Andi Sex Gang, Trailer, TV-Spots, Audiokommentar). Gibt es in Deutschland Uncut von XT-Video auf Blu-Ray (in Deutsch oder Englisch).

Mittwoch, 11. März 2026

Je brûle de partout

Je brûle de partout

Story:

Die jungfräuliche Jenny (Susan Hemingway) wird von einem Paar (u.a. Brigitte Lahaie) verführt, unter Drogen gesetzt und an Menschenhändler verkauft. Nun muss Jenny in einem Bordell zusammen mit anderen Frauen ihre Dienste für Kunden anbieten. Ein Gas sorgt dafür, dass sich die Opfer immer in einem erregten Zustand befinden. Als das Paar erfährt, wen sie da verkauft haben (die Tochter eines reichen Geschäftsmannes), planen sie, Jenny zurückzuholen um von ihrem Vater Lösegeld erpressen zu können…

Meine Meinung:

Je brûle de partout war ein extrem seltener Jess Franco (Two Female Spies with Flowered Panties, The Sinister Dr. Orloff, Dracula, Prisoner of Frankenstein) Film, den es scheinbar offiziell nicht auf Heimmedium zu sehen gab. Unter Fankreisen kursierten scheinbar nur qualitativ schlechte Prints, abgefilmte Versionen und andere Bootlegs. Erst das Label Pulse Video schaffte, wohl auch Dank der Mithilfe von einer Crowdfunding-Aktion, Abhilfe. Und lohnt sich der Film? Leider nein. Oder vielleicht und höchstens für Fans von Brigitte Lahaie (Faceless), die hier und da für Jess Franco, Jean Rollin und Co. vor der Kamera stand.

Trotz der interessanten Fakten um die Seltenheit des Filmes, empfand ich Je brûle de partout als wenig sehenswert. In Wahrheit handelt es sich um einen stinklangweiligen, öden, repetitiven und uninteressanten und leider auch wenig erotischen Soft-Sex-Film, der kaum Plot bietet. Das Ende, die schockierende Pointe, drehte Jess Franco schon zuvor in seinem HC-Porno Feuchte Lippen, in welcher die von de Sade erfundene Person Eugenie im Finale feststellt, dass sie da ihren eigenen Vater als Kunden vor sich hat, um genüsslich weiterzumachen.

Je brûle de partout bietet wirklich praktisch gar nichts, was den Film sehenswert macht. Es mutet so an, als sei der Film auf Wunsch der Produzenten erfolgt um Kohle zu scheffeln. Natürlich sind gewisse Jess Franco Merkmale auszumachen, aber im Grossen und Ganzen sind die Szenen und Figuren austauschbar. Selbst Fans der französischen Porno-Darstellerin Brigitte Lahaie dürfen nicht zu viele Momente von ihrem Star erwarten. Sie gerät in den Hintergrund und ab einem gewissen Zeitpunkt ist sie auch nicht mehr zu sehen. Hauptdarstellerin Susan Hemingway, die in Jess Francos Die Liebesbriefe einer portugiesischen Nonne debütierte, wirkt besonders lustlos.

Fazit: Nur für Soft-Sex und Brigitte Lahaie-Fans zu empfehlen…

Infos:

O: Je brûle de partout

Frankreich 1979

R: Jess Franco

D: Susan Hemingway, Didier Aubriot, Jean Ferrere, Martine Flety, Brigitte Lahaie

Laufzeit der franz. Blu-Ray: 81:16 Min.

Gesehen am: 11.03.26

Fassungen: Mir lag die franz. Blu-Ray von Pulse Video vor = sehr gute Bild- und Tonqualität, Uncut, franz. O-Ton mit englischen Subs. Wohl die weltweit erste offizielle Heimkinofassung des Filmes. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: März 2026). Als Extras gibt es einen weiteren Brigitte Lahaie Film, eine Doku über ihr Leben und einen weiteren Jess Franco Film (= Dark Mission) zu sehen.