The Bell from Hell
Story:
Juan (Renaud Verley) wird unter Auflagen aus einer Nervenanstalt entlassen. Das passt Juans Tante, welche drei Töchter hat, nicht in den Kram. Diese kann im Moment über das Erbe verfügen, doch steht es eigentlich Juan zu. Juan vermutet, dass seine Tante ihn bewusst in die Anstalt steckte, um an das Gesamtvermögen seiner verstorbenen Mutter zu kommen. Oder ist Juan wirklich verrückt und krank?
Meine Meinung:
The Bell from Hell ist der erste Spielfilm, den ich mir aus Severin Films Box Exorcismo: Defying a Dictator & Raising Hell in Post-Franco Spain angesehen habe. Und die Sichtung hat sich gelohnt. Ich wurde positiv überrascht. Der Film und Inhalt boten mehr, als ich erwartet hätten und waren definitiv weniger 08/15, als ich zuerst dachte. Teilweise hat der Film fast schon Gialli Vibes und mutet zudem schön surreal an. Der Film von Claudio Guerín ist extrem stimmungsvoll inszeniert. Der Dreh endet für Claudio Guerín tragisch: er verstarb am letzten Drehtag und der Film wurde von seinem Onkel fertiggestellt.
Ich empfand den Inhalt und dessen Verlauf als interessant, spannend, rätselhaft, mysteriös und fesselnd. Bevor ich mich in den Film einverleiben konnte, musste ich aber erst den Vorspann des Werkes überstehen. In diesem wurden echte Schlachthof-Sequenzen gefilmt und diese Szenen waren alles andere als leicht zu ertragen, besonders die Schreie der Kühe. Immerhin wurden die Tiere nicht extra für den Film getötet, dennoch unschöne Momente, die im späteren Verlauf jedoch so was wie eine Metapher darstellen sollten (und erinnerte leicht an den spanischen Film Cannibal Man).
Der Film ist gut gespielt und bleibt bis zum überraschenden Ende sehenswert. Mir hat es sehr gut gefallen. Auffallend waren auch einige sehr innovative und spezielle Kameraeinstellungen. Auch der Einbezug von diversen Tieren war spannend. Hier und da fühlte ich mich fast leicht an Phenomena von Dario Argento erinnert. Die Musik passte auch immer wunderbar dazu. Und hier und da gibt es nebst fiesen, sleazigen Hintergrundgedanken auch ab und zu einen Hauch unterschwellige Erotik zu erhaschen, ohne dabei jedoch sonderlich explizit zu werden.
Die mir unbekannten Darsteller um Renaud Verley (Franzose), Viveca Lindfors (Creepshow), Alfredo Mayo (In the Folds of the Flesh), Maribel Martín (The Blood Spattered Bride), Nuria Gimeno (The Orgies of Dr. Orloff) und Christina von Blanc (A Virgin Among the Living Dead) haben ihre Sache mehr als ordentlich gemacht. Zudem waren sie im damaligen europäischen Genre-Kino, wie man sieht, gut vertreten und bringen Erfahrung und Talent mit. So darf es (mit der Box von Severin Films) gerne weitergehen. Ich wurde durch und durch positiv überrascht! Bitte mehr davon!
Infos:
O: La Campana del Infierno
Frankreich, Spanien 1973
R: Claudio Guerin Hill, Juan Antonio Bardem
D: Viveca Lindfors, Renaud Verley, Alfredo Mayo, Christine Betzner, Juan Cazalilla
Laufzeit der US-Blu: Ca. 97 Min.
Gesehen am: 10.02.26
Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Severin Films (Exorcismo:
Defying a Dictator & Raising Hell in Post-Franco Spain Box) vor = absolut hervorragende
Bild- und Tonqualität, Uncut, spanischer O-Ton mit englischen Subs (2-3 Dialoge
sind auch in der spanischen Originalfassung nur auf Englisch). Als Bonus gibt
es u.a. einen Kurzfilm von Regisseur Claudio Guerin Hill. In Österreich wurde
eine deutschsprachige Uncut-DVD veröffentlicht. Deren Titel lautet: Ein Toter
lacht als Letzter.


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