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Samstag, 23. Mai 2026

Rabid Dogs

Rabid Dogs

Story:

Drei Gangster (Maurice Poli, George Eastman, Don Backy) flüchten vor der Polizei und nehmen Geiseln (u.a. Lea Lander, Riccardo Cucciolla). Ein Kampf ums Überleben beginnt…

Meine Meinung:

Rabid Dogs wurde zu Ehren von George Eastman angesehen, der im echten Leben den Namen Luigi Montefiori trägt. George Eastman ist sein Pseudonym. Bekannt wurde der grosse und stämmige Italiener vor allem im Ital. Horrorfilm Man-Eater, in der er den Kannibalen spielte. Dank seiner Statur war George Eastman (Baba Yaga, Absurd, Hands of Steel) die perfekte Wahl für diese Rolle. Dieser starb vor drei Tagen. Zu seinen Ehren schaute ich mir Rabid Dogs an.

Rabid Dogs, der eine interessante Fassungsgeschichte hinter sich hat, ist in meinen Augen einer der besseren Filme von Mario Bava (Caltiki – The Immortal Monster, Blutige Seide, Kill Baby Kill, Planet der Vampire). Rabid Dogs verschwand kurz seiner Beendigung Mitte der 70er Jahre da die Firma Pleite ging. Der Film wurde erst Mitte der 90er Jahre und nach dem Tod von Mario Bava fertiggestellt. Dabei half sein Sohn Lamberto Bava (Demons 1 + 2). Daher wird letzterer je nach Quelle auch als Regisseur gelistet.

Deren Version namens Kidnapped beinhaltete jedoch auch Nachdrehs, neue Figuren und eine neue Musik. Rabid Dogs hingegen ist die Version basierend auf Mario Bavas Drehbuch (und bekam den Titel Rabid Dogs). Die Rabid Dogs Fassung ist bei Fans daher auch beliebter als die veränderte Fassung. Rabid Dogs ist ein intensives Gangsterfilmchen welches mehrheitlich in einem Auto spielt. Ähnlich wie das Euro-Cult-Highlight Wenn Du krepierst - lebe ich. Eine Art Kammerspiel mit unterschiedlichen Figuren und Spannungen. Und selbstverständlich läuft nichts so, wie geplant.

Das Schauspiel ist gut, auch wenn gerade zwei der drei Gangster hin und wieder durch ihr Overacting fast ins Lächerliche kippen. Darunter auch George Eastman. Zudem war der Film in einigen Szenen sleaziger als ich das in Erinnerung hatte. Eine Szene hat mich sogar an Wes Cravens Last House on the Left erinnert. Der Film lebt vom Plot, dem Kammerspiel und seiner Stimmung. Die dicke Überraschung folgt dann im Finale und diese finde ich einfach nur gelungen. Dazu gibt es einen wunderbaren Soundtrack von Stelvio Cipriani (Das Syndikat, Der Tod trägt schwarzes Leder, Piranha II – Fliegende Killer).

Fazit: Fans des Ital. Kinos können bedenkenlos zugreifen!

Infos:

O: Cani arrabbiati

Italien 1974

R: Mario Bava, Lamberto Bava (je nach Quelle)

D: Maurice Poli, George Eastman, Don Backy, Lea Lander, Riccardo Cucciolla

Laufzeit der UK-Blu: 95:51 Min.

Gesehen am: Okt. 2006 / Neusichtung am: 22.05.26

Fassungen: Mir lag die UK-Blu-Ray von Arrow Video vor = nebst der bekannten Kidnapped Fassung befindet sich auch die näher an Mario Bavas Original-Film orientierter Rabid Dogs im Set (Ital. mit englischen Subs). Der Film ist Uncut und die Bild- und Tonqualität sind sehr gut. Nebst Booklet mit vielen Infos gibt es auch exklusive Extras (Interviews, Audiokommentar, Making of etc.). In Deutschland mit ebenso beiden Fassungen und den Extras der Arrow Disc von Tiberius Film auf Blu-Ray zu haben.

Sonntag, 9. Juni 2024

Horrible

Horrible

Story:

Mikos Stenopolis (George Eastman) wird verletzt aufgefunden und ins Krankenhaus gebracht. Dort fallen den Ärzten gewisse Abnormalitäten auf (Wunden, die viel zu schnell heilen etc.). Mikos erwacht und beginnt einen Amoklauf. Die Polizei versucht ihn aufzuhalten…

Meine Meinung:

Horrible gilt je nach Quelle als Fortsetzung von Man-Eater, da gleiches Genre, Herstellungsland, Regisseur und Hauptdarsteller. Der Plot hat aber nichts mit Man-Eater zu tun und, zumindest laut imdb, spielt George Eastman auch jeweils unterschiedliche Figuren. Die Namen sind anders gelistet, wobei das das erstmal auch wenig heissen mag (wurden die Namen der US- oder der Ital. Fassung verwendet etc.?). Auf jeden Fall ist Man-Eater der bessere Film der beiden Werke.

In den 80ern war der Film, vor allem auch durch den Man-Eater Bezug, die Beschlagnahmung in Deutschland und aufgrund einiger expliziter, blutiger Morde sehr erfolgreich und vor allem bei Euro Cult und Splatter-Fans beliebt. Der Kult hält bis heute an. Ich sah den Film wohl ca. 15 Jahre nicht mehr und der Film konnte mich nicht mehr gänzlich überzeugen und fliegt auch aus der Sammlung. Schlecht ist Horrible nicht, aber bis auf paar vereinzelte Gore-Szenen bietet der Film nichts.

Horrible ist weder stimmungsvoll noch atmosphärisch und der Plot ist nahezu inexistent und die Figuren weder besonders sympathisch noch fühlt man mit ihnen mit. Alles solide, aber halt auch einfach Effekthascherei. Nur das zählte und das ist doch, jetzt ab einem gewissen Alter, relativ unspektakulär. Wäre der Plot interessanter, die Musik prägender oder der Film stimmungsvoller, hätte Horrible richtig gut werden können. So hatten Joe D'Amato (Death Smiles on a Murderer) und George Eastman (Baba Yaga) einfach Glück, vorher Man-Eater, der ein grosser Erfolg war, abgeliefert zu haben. Nicht mehr, und nicht weniger.

Fazit: Auch wenn mir persönlich Horrible nicht mehr sonderlich gefällt, können Horrorfans einen Blick riskieren!

Infos:

O: Rosso Sangue

Italien 1981

R: Joe D'Amato

D: George Eastman, Annie Belle, Charles Borromel, Katya Berger, Kasimir Berger, Hanja Kochansky

Laufzeit der US-DVD: 93:50 Min.

Gesehen am: Juli 2009 / Neusichtung am: 04.04.24

Fassungen: Mir lag die US-DVD von mya Communication vor = Uncut in Englisch oder Ital. ohne Subs (guter Englischer Dub), sehr gute Bildqualität (aber nicht anamorph) bis auf aus der belgischen Fassung eingefügte Handlungsszenen. Die Fassung ist gut schaubar. Die US- und Ital. Version unterscheiden sich. Auf Blu-Ray (z.B. 88 Films aus England, Severin Films aus den USA oder XT-Video aus «Österreich») sind jeweils beide Fassungen enthalten. Die Severin Films sieht für meinen Geschmack auf Review-Seiten (im Vergleich zur 88 Films) zu dunkel aus.

Montag, 25. Oktober 2021

Baba Yaga Review


Horroktober 2021

Baba Yaga

Story:

Photographin Valentina (Isabelle De Funès) trifft eines nachts auf die mysteriöse Baba Yaga (Carroll Baker). Baba Yaga zieht Valentina schnell in ihren Bann, wobei diese von Baba Yaga fasziniert scheint. Als Valentina von Baba Yaga eine mysteriöse S/M-Puppe geschenkt bekommt, nimmt das Unheil seinen Lauf…

Meine Meinung:

Baba Yaga, nicht zu verwechseln mit dem russischen Film mit dem gleichen Namen, ist ein sonderbarer, phasenweise hypnotischer und psychedelischer Film und eine Ital./Französische Co-Produktion mit Carroll Baker, die schon in vielen Euro-Cult Steifen wie Orgasmo, Knife of Ice, A Quiet Place to Kill, So Sweet...So Perverse oder The Fourth Victim zu sehen war (liegen alle gesehen, ungesehen oder vorbestellt rum).

Der Film ist vor allem optisch ein Genuss: Spiele mit Licht und Schatten (Witterung, Blitzlicht, Close Ups), diverse Standbilder, Videoclip Ästhetik, fantasievolle/abgefahrene Alptraum-Visionen, Zeichentrick-Bilder, eine Model-Photographin bei der Arbeit (oder in der Dunkelhammer am Film entwickeln) und einige abgefahrene Film-im-Film Szenen inklusive interessanter Darstellerinnen, die auch nicht mit ihren Reizen geizen, sorgen für eine Flut an schöner Optik und Emotionen.

Carroll Baker, Isabelle De Funès und Ely Galleani (Tote Zeugen singen nicht) spielen stark. Die Männer sind nur Ballast in dem Film. Mit Männern ist George Eastman (Man-Eater) gemeint, die einzige grössere Rolle, die von einem Mann gespielt wird. Inhalte: Erotik, Beziehungen, Dominanz, Abhängigkeit, Zeitgeschichte. Zu erwähnen sei noch, dass es sich bei Baba Yaga um eine Comic-Verfilmung handelt («Valentina» von Artist Guido Crepax).

Der Film trifft die Comic-Inhalte authentisch und auch die Figuren sehen so aus wie im Comic (der Pagenschnitt von Valentina z.B.). Tolle Leistung von Regisseur Corrado Farina. Die Musik war sehr Jazz lastig. Ich bin nicht der grösste Jazz Fan. Aber immerhin fühlte ich mich daher an Filme von Jess Franco erinnert. Baba Yaga ist ein sonderbarer, ruhiger Film ohne allzu viele Action, (Blut)Effekte oder Nackt-Szenen (aber viel Erotik kommt vor).

Wer das knisternde, erotische Euro-Cult Kino mag, macht mit dieser wilden Achterbahnfahrt an Optik und Wahnsinn nichts falsch! Empfehlenswert – aber nur im Director’s Cut!

Infos:

O: Baba Yaga

Italien, Frankreich 1973

R: Corrado Farina

D: Carroll Baker, George Eastman, Isabelle De Funès, Ely Galleani, Daniela Balzaretti

Laufzeit der UK-Blu: 88:32 Min.

Gesehen am: Okt. 2021

Fassungen: Mir lag die UK-Blu Ray von Shameless vor = Weltweit erste Mal die Uncut-Fassung (ehemals zensierte Szenen wurden, wenn auch aus einem schlechteren Master, in den Film geschnitten) und zensierte Kino-Fassung. Beide in Englisch/Italienisch mit englischen Subs. Wendecover. Der Ital. Dub war kraftvoller, lauter und besser abgemischt als der Englische Dub. Musik und Dialoge kommen besser und lauter zur Geltung. In Deutschland von X-Rated zu haben, aber nur in der zensierten Kinofassung = nicht zu empfehlen. 

Dienstag, 16. Oktober 2018

Stagefright Review

Horroktober 2018 Spezial
Stagefright

Story:

In einem Theater (während den Proben) bringt ein Killer die Beteiligten (u.a. Giovanni Lombardo Radice) um – der einzige Ausgang aus dem Gebäude ist verschlossen…

Meine Meinung:

Stagefright stellte Michele Soavis Regiedebüt dar. Er machte sich damit und seinen Nachfolgern (vor allem Dellamorte Dellamore) in Horrorfilmkreisen einen Namen und stieg zur Hoffnung des neuen Ital. Genre-Kinos auf. Doch es bleib (leider) bei einer kleinen Anzahl an Filmen (u.a. The Sect, The Church, Dellamorte Dellamore und Uno Bianca) was dem damaligen Zusammenbrechen der Ital. Filmindustrie und nicht der Qualität von Soavis Können oder seiner Filme lag.

Trotz deutlich weniger Filmen als die Konkurrenz (Lucio Fulci, Dario Argento und Co.) ist Michele Soavi bei Horrorfilmfans weltweit beliebt und nicht minder bekannt. Das liegt vor allem daran, dass Michele Soavi in Dario Argento einen starken Mentor hatte, der ihm viel beigebracht hat. So Erinnern Kameraführungen- und Einstellungen nicht selten an die Filme von Dario Argento. Auch die Wahl der Musik ist gekonnt ausserwählt worden, so dass sich Stagefright, als Vergleich vor allem vom US-Slasher, gekonnt abhebt was Musik und Kamera/Optik angehen.

Die Optik ist eines der dicken Plus des Filmes, der mir auch heute noch so gut gefällt, wie vor langer Zeit bei der Erstsichtung. Inhaltlich ist das ganze hingegen so schwach, wie bei 90% aller Slashern: auf Plot-Überraschungen darf nicht gehofft werden. Im Gegenteil: so wird hier auch keine Überraschung aus der Identität es Killers gemacht. Spannung wird versucht zu erzeugen, indem man nicht weiss, wer überleben und wer (wie) sterben wird. Für das Drehbuch war George Eastman (Man-Eater) zuständig, produziert wurde u.a. von Joe D’Amato (Buio Omega).

Die Darsteller, die Mehrheit sind mir unbekannt, machen ihre Sache gut bis solide. Die Hauptfigur macht nicht nur optisch, sondern auch darstellerisch alles richtig. Bekannt ist mir nur Giovanni Lombardo Radice, der hier einmal mehr unter seinem Pseudonym John Morghen aufgeführt wird. Er hat in unzähligen Ital. Genre-, vor allem Horrorfilmen, mitgewirkt. Kleine Auswahl gefälligst?!

Bitteschön: City of the Living Dead (wird durch den Bohrer – eine der bekanntesten Gore-Szenen des Filmes, getötet, Nebenrolle), The House on the Edge of the Park (nebst Soziopath David Hess – in D bekannt unter dem reisserischen Titel Der Schlitzer), Cannibal Apocalypse (nebst John Saxon vor der Kamera), Cannibal ferox (einer der besten Filmen von Umberto Lenzi), The Church (Nebenrolle), The Sect (Nebenrolle), Body Puzzle (Giallo, der mir weniger zusagte – hat nicht für die Sammlung gereicht) oder A Day of Violence (vom Sudden Fury Regisseur).

Die Effekte sind blutig, die Tötungsszenen originell. Da wird auch der Splatterfan alter Schulte bestens bedient. So gesehen ein starkes Debüt von Michele Soavi, dessen Stagefight ich jedem Fan des Ital. Horrorkinos nur empfehlen kann (wie auch seine anderen, mehrfach erwähnten Filme).

Infos:

O: Deliria

Italien 1987

R: Michele Soavi

D: David Brandon, Barbara Cupisti, Robert Gligorov, Martin Philips, Ulrike Schwerk, Giovanni Lombardo Radice

Laufzeit der US-DVD: 90:40 Min.

Gesehen am: Jugendzeit / Review überarbeitet am: 16.10.18

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Anchor Bay vor = sehr gute Bild- und Tonqualität, Englischer Ton (soll O-Ton sein). Als Sammelstück liegt mir noch die DVD aus Hong Kong (oder Taiwan?) vor (Mal im Urlaub gekauft). Ist auch Uncut und in Englisch – aber in schlechterer Qualität als die US-DVD. Inzwischen gibt es schicke Blu-Ray Fassungen, die qualitativ erste Sahne sein sollen (z.B. UK Blu-Ray). Gibt es auch in den USA (Blue Underground) und in Deutschland (84 Entertainment – in Deutsch/Englisch/Ital. mit deutschen Subs) auf Blu-Ray.

Dienstag, 2. Oktober 2018

Antropophagus Review

Horroktober 2018 Spezial
Antropophagus

Story:

Touristen (u.a. Tisa Farrow) werden auf einer Insel von einem Kannibalen (George Eastman) gejagt…

Meine Meinung:

Antropophagus ist in Deutschland vor allem durch seine Zensurgeschichte bekannt. Der Film wurde in Deutschland zensiert und verboten. Szenen aus dem Film liefen im Free-TV zur besten Sendezeit (sogar einige der zensierten Szenen), nur um gegen «Brutalos» und Horrorfilme hetzen zu können. Traurige Szenen aus Deutschland. Auch in anderen Ländern erging es dem Film nicht besser (z.B. in England gehörte der Film auch zu den «Video Nasties»).

Solches Marketing war für Regisseur Joe D’Amato natürlich ein gefundenes Fressen, so wurde der Film weltweit bekannt und stiess bei Horrorfans aller Welt auf grosses Interesse. Nach einer erneuten Sichtung – die letzte ist über zehn Jahre her, komme ich zum Schluss, dass es schade ist, dass der Film oft nur auf seine Gewalt, die darüber hinaus auch nur vereinzelt in zwei-drei Szenen härter erscheint, reduziert wird.

Das hat Antropophagus nicht verdient. Heute fand ich den Film deutlich stimmungsvoller als in der Vergangenheit. Der Film spielt mit den Klischees des Horrorfilmes – man denkt, jederzeit schlägt der Man-Eater zu und dann wartet man trotzdem noch ab (à la Tanz der Teufel). Es dauert auch sehr lange, bis man den Mörder sieht. Oder dessen Jagd und Gewaltszenen. Da kommen schon fast Tierhorrorfilm-Motive zum Tragen, wie auch bei den Szenen im Meer zu Beginn und Ego-Shooter Perspektiven fanden schon damals statt und lange vor Maniac oder Hardcore Henry Einsatz im Kino. Der Film bietet stimmungsvolle, schöne und abwechslungsreiche Settings, die eine grossartige Atmosphäre heraufbeschwören. Zum Teil kann man dem Film Gothic-Elemente, die sich auch in jeder Hammer-Produktion gut machen würden, nicht absprechen.

Für die Wahl des «Man-Eater» (so der Titel in Deutschland) hat man bewusst den grossen George Eastman (2019: After the Fall of New York, Hands of Steel) genommen, der als Hüne perfekt in die Rolle passt. Dazu das zerzauste, verrückte Haar und Make-Up Maske – und fertig ist der irre Kannibale. Er spielte in vielen Ital. Filmen und Genres mit, auch oft im Horrorfilm, obwohl er das Genre eigentlich nicht mag. Die anderen Stars sind okay, aber mir bis auf Tisa Farrow (Zombi 2, The Last Hunter, Dokumentation Video Nasties: Moral Panic, Censorship & Videotape) unbekannt.

Bekannter ist Regisseur Joe D’Amato, vor allem mit seiner späteren Verbindung von Sex- und Horrorfilmmotiven. Er hat jeglichen Schund gedreht und jede noch so negative Kritik war ihm willkommen. Er drehte mit Grössen wie Klaus Kinski (Death Smiles on a Murderer), weitere Zusammenarbeiten mit George Eastman (Foltergarten der Sinnlichkeit), der hübschen Laura Gemser (Emanuelle and the Last Cannibals), Schmuddel-Schund (Papaya - Die Liebesgöttin der Cannibalen), starke Verbindung von Sex und Gewalt (In der Gewalt der Zombies), Absurd (die «Fortsetzung» zu Man-Eater) oder Caligula 2 - The Untold Story (Fortsetzung zu Caligula). Nebst Man-Eater und Absurd ist ausserdem noch Buio Omega aka Sado - Stoß das Tor zur Hölle einer der bekannteste Titel in Deutschland, da auch wegen Zensuren und Verboten betroffen.

Was die Effekte angehen, wurde gutgetrickst und sparsam gearbeitet (so kam z.B. auch ein totes Kaninchen zum Einsatz, welches als Fötus der schwangeren Frau herhalten musste). Die derberen Szenen lassen sich an einer Hand ablesen – eine 18er Freigabe sollte heute problemlos möglich sein. Ich würde Antropophagus auch nicht als Splatterfilm, sondern als Horrorfilm mit vereinzelten Splatterszenen bezeichnen. Reine Gore-Fans dürften so oder so enttäuscht werden, da der Film mit der Mehrheit der Effekte bis zum Finale zuwartet.

Fazit: Besser als in Erinnerung habend – vor allem was die stimmungsvollen Bilder und die Gruselatmosphäre angehen! Jedem Fan des Ital. Genre-Kinos zu empfehlen!

Infos:

O: Antropophagus

Italien 1980

R: Joe D'Amato

D: Tisa Farrow, George Eastman, Saverio Vallone, Serena Grandi, Margaret Mazzantini, Mark Bodin

Laufzeit der Ital. DVD: Ca. 87 Min.

Gesehen am: Jugendzeit / Review überarbeitet: 02.10.18

Fassungen: Mir lagen die Ital. DVD von Beat Records und die DVD aus Japan von SPO Entertainment vor. Zur Ital. DVD = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität (Bildqualität auch für heutige Verhätlnisse noch immer sehr gut), Ital. Ton und englische Subs. Englisch Dubbed Fassung auch enthalten. Film gibt es inzwischen auch auf Blu-Ray in diversen Ländern - einige der neuen HD Master sind mir, im Vergleich zur alten DVD aus Italien, aber klar zu dunkel (Bildvergleiche, welche ich im Netz gesehen habe). Früher hat man Master, die zu dunkel waren (auch eine Art der Zensur), kritisiert, heute sind einige der neuen Master für meinen persönlichen Geschmack zu dunkel. Die DVD aus Japan steht als Sammelstück in meiner Sammlung (beim Kauf gab es die Ital. DVD damals noch nicht). Was Blu-Rays angehen würde ich die Severin nehmen (sehr hell) oder die Erstauflage aus England  (wobei: eher Severin). Die Neuauflage von 88 Films aus England ist z.T. so dunkel, dass man gar nichts erkennt.

Donnerstag, 30. November 2017

2019: After the Fall of New York Review

2019: After the Fall of New York

Story:

2019: nach einem Atomkrieg beherrschen Anarchie und Gewalt die Welt. Das ehemalige New York wird von den bösen Euracs (eine Art Roboter) beherrscht. Um die Menschheit zu retten muss eine zeugungsfähige Frau aus dem ehemaligen New York gerettet werden. Parsifal (Michael Sopkiw) wird mit der tödlichen Mission beauftrag...

Meine Meinung:

Dieser Italienische Sergio Martino (Hands of Steel) Endzeit Film hat mir gut gefallen. Die Italiener taten das, was sie damals am besten konnten: grosse Vorbilder kopieren! So findet sich in 2019: After the Fall of New York Elemente von Streifen wie Mad Max, Escape From New York, The Terminator, Endzeitfilmen à la The Riffs und/oder sonstigen Sience Fiction Filmen.

Das macht Spass – sogar Tierhorror (mit Ratten wobei wohl auch Tiersnuff vorkommt, würde mich nicht wundern wenn man die Ratten wirklich aufgespiesst hätte) kommt in einer Szene vor und die Autos könnten direkt aus Mad Max stammen. Der Film ist kurzweilig und mit viel Liebe zum Detail in Szene gesetzt, auch wenn es heute hier und da auch paar lahme Szenen gibt. Der Film ist recht actionreich und vor allem Michael Sopkiw hat gut gespielt. Dieser wirkte nur in paar wenigen Ital. Streifen mit, aber machte sich mit diesen einen Namen. Er war noch zu sehen in: Blastfighter, Der Monster-Hai und Massacre in Dinosaur Valley.

Der restliche Cast ist okay bis durchschnittlich bis nicht der Rede wert. George Eastman (Uno Bianca) ist in einer kleinen Nebenrolle zu sehen. Die Effekte sind teilweise billig, teilweise schön blutig und effektiv geworden. Der Film gehört im Vergleich zu anderen Filmen dieser Art (z.B. die The Riffs Reihe) sicher zu den eher effektiveren Filmen was positiv zu werten ist. Das heisst auch das Budget vorhanden war. Für die Effekte war u.a. Paolo Ricci zuständig. Er ist mir im Gegensatz zu anderen Ital. Spezialisten wie Giannetto De Rossi nicht bekannt, war aber in seiner Karriere auch sehr fleissig. So besorgte er die Effekte für Filme wie Mountain of the Cannibal God (auch Sergio Martino), Eaten Alive (Umberto Lenzi), The Black Cat (Lucio Fulci), den oben schon erwähnten Blastfighter oder Killer Crocodile. Alles Filme, welche teilweise paar hübsche Effekte bieten, welche charmant und immer sympathisch geworden sind.

Fazit: Fans von Ital. Endzeit-Streifen, welche nach dem Erfolg von Mad Max und Co. entstanden sind, ohne Wenn und Aber zu empfehlen!

Infos:

O: 2019: Dopo la caduta di New York

Italien, Frankreich 1983

R: Sergio Martino

D: Michael Sopkiw, Valentine Monnier, Anna Kanakis, George Eastman, Romano Puppo

Laufzeit der UK DVD: Ca. 96 Min.

Gesehen am: 05.11.17

Fassungen: Mir lag die UK DVD von 88 Films vor = Uncut, Wendecover, exklusive Extras (Interview mit Regisseur u.a.), neue Restauration, Englischer Ton, dazu neue englische UT. Die Bildqualität ist sehr gut. Gibt es vom gleichen Label auch auf Blu Ray. In deutscher Sprache über Österreich auf Blu Ray erscheinen von LFG (Uncut, Deutsch, Englisch, keine Subs, Mediabook, DVD/Blu Ray Combo, Booklet, sonst keine nennenswerten Extras). In Deutschland auf DVD von 84 Film oder CMV zu erwerben.

Donnerstag, 24. August 2017

Uno Bianca Review

Uno Bianca

Story:

Eine Gangsterbande treibt in Italien ihr Unwesen. Als zwei Cops knapp dem Tod entrinnen, machen sie es sich zur Aufgabe, die Gangster, die einen Kollegen auf dem Gewissen haben, zu stoppen. Doch die Mühlen mahlen langsam und Probleme in den eigenen Reihen erschweren die Aufgabe, so dass das Duo nahezu auf sich allein gestellt ist…

Meine Meinung:

Der auf wahren Ereignissen beruhende Film (die Gang wütete Ende der 80er und Anfang der 90er in Italien) wurde fürs Ital. TV gedreht als 2teiler und hat eine Laufzeit von mehr als drei Stunden.

Der Film wurde gekonnt von Michele Soavi, der vor allem für seine Ausflüge ins Horror-Genre bekannt ist (Stagefright, The Church, The Sect, Dellamorte Dellamore), solide und sehenswert in Szene gesetzt. Soavi blieb auch danach dem TV Film und Genre (Polizei Vs Gangster Vs Mafia) treu. Das Skript stammt von George Eastman (dem Kannibalen aus Man-Eater).

Die Darsteller selbst sind mir nicht bekannt aber machen ihre Sache gut und sind sympathisch. Der Film versucht sich an Fakten zu halten und erscheint realistisch. Trotz der langen Laufzeit von über zwei Stunden fand ich den Film zu keiner Sekunde langweilig.

Im Gegenteil: ich fand die Story fesselnd, unterhaltsam und auch teilweise sehr spannend. Ich will auch nicht zu viel verraten – am besten schaut man sich den Film einfach an und geniesst ihn! Umso weniger man von der Geschichte und den wahren Hintergründen kennt, umso besser wirkt sich das auf die Spannung beim Schauen aus.

Wer gerne Ital. Polizei Vs. Gangster Streifen hat, sollte sich diesen tollen, packenden und intensiven Film anschauen – lohnt sich!

Infos:

O: Uno Bianca

Italien 2001

R: Michele Soavi

D: Kim Rossi Stuart, Dino Abbrescia, Bruno Armando, Pietro Bontempo

Laufzeit der US DVD: Ca. 200 Min.

Gesehen am: 04.08.17

Fassungen: Mir lag die US DVD vor = Film auf zwei Discs aufgeteilt, Bildqualität okay (halt TV Film), Ital. Ton, englische UT, Uncut. Booklet mit Extras. Auf Disc eins hat es zusätzlich viele Extras. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Aug. 2017).

Montag, 15. Mai 2017

Hands of Steel Review

Hands of Steel

Story:

Francis Turner (John Saxon) entwickelt mit Paco (Daniel Greene) einen Killerroboter, welcher den Auftrag erhält, einen Wissenschaftler zu töten, welcher hinter die illegalen Machenschaften von Francis gekommen ist. Doch Paco erfährt, dass das Zielobjekt kein schlechter Mensch ist, die Mission scheitert. Nun ist Paco vor Francis und seinen Leuten auf der Flucht…

Meine Meinung:

Hands of Steel von Sergio Martino fand ich besser als erwartet! Der Film ist ein Italienischer Action- und Science-Fiction Film, der sich am amerikanischen Kino und teilweise an The Terminator orientiert (z.B. die Szene, in welcher Paco seine Hand flickt und man die offene Wunde sieht, ist direkt aus The Terminator kopiert).

Mir haben der Mix und die sehenswerten Einflüsse des ital. Kinos (Schauspieler, Trash, Gewalt, Action, Soundtrack) gut gefallen. Die Story baut sich langsam auf, hier und da gibt es etwas Action zu sehen. Damit sind vor allem Schlägereien oder Stunts gemeint (Auto über die Klippe in der Wüste z.B.).

Die Schauspieler und die Story entwickeln sich. Man griff auf einige bekannte Gesichter zurück, z.B. John Saxon der oft im ital. Genre zu sehen war (Bsp: Tenebre), George Eastman (bekannteste Rolle sich als «Man-Eater») als Bösewicht oder Janet Agren, Pacos Film Frau und bekannt aus dem Kannibalen Klassiker Lebendig gefressen.

Die Action hält sich zu Beginn und im Mittelteil zurück, wie auch Effekte. Diese nehmen aber gegen Ende stark zu und sind teilweise aufwändiger als erwartet und gipfeln in einem actionreichen und rasanten Finale, welches in Kombination mit Claudio Simonetti (Mitglied der Band Goblin) tollem Soundtrack so richtig an Fahrt und Stimmung gewinnt!

Fazit: Wer das Ital. Kult Kino aus dieser Zeit mag, kommt um Hands of Steel nicht herum - sehenswert und besser als erwartet!

Infos:

O: Vendetta dal futuro

Italien 1986

R: Sergio Martino

D: Daniel Greene, Janet Agren, Claudio Cassinelli, George Eastman, Robert Ben, John Saxon

Laufzeit der UK DVD: Ca. 94 Min.

Gesehen am: 11.04.17

Fassungen: Mir lag die DVD von 88 Films aus England vor = Uncut, Wendecover, sehr gute Bildqualität, Englischer Ton (die meisten Sprecher scheinen sich selbst zu sprechen), kein Ital. Ton (wie es auf der 88 Films Homepage steht), keine UT, Extras vorhanden (über 40minütiges Interview mit Sergio Martino). Auch auf Blu Ray veröffentlicht worden vom Label. Die US Blu Ray von Code Red (auch ohne Ital. Ton) hat mehr Extras, Bildqualität fast gleich bzw. bei der UK etwas heller. In Deutschland Uncut auf DVD erschienen (auch mit Englischem Ton, keine Subs).