Dieses Blog durchsuchen

Posts mit dem Label John Woo werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label John Woo werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 2. Juli 2026

Fist of the Double K

Fist of the Double K

Story:

Offizier Ren Ke-Qiang (Henry Yu Yang) wird beauftragt, in einem kleinen Dörfchen Gangsterboss Long (Huang Tsung-Hsun) zu verhaften. Doch dieser und seine Männer (u.a. Fong Yau, San Kuai) sind bis auf die Zähne bewaffnet und terrorisieren die Bewohner (u.a. Ofelia Yau Wai, Hon Kwok-Choi) der Ortschaft…

Meine Meinung:

Aka Fist to Fist. Vor kurzem sah ich mir Kung Fu Stars an. Nun wollte ich noch den zweiten Film im Set, hier als Fist of the Double K betitelt, ansehen. Gesagt, getan. Bei Fist of the Double K handelt es sich nicht um einen Film von John Woo. Zumindest führte er nicht Regie. Er fungierte jedoch als Assistant Director. Regie führte der mir total unbekannte Jimmy L. Pascual. Die Kampfszenen spendierten Yuen Woo-Ping (Tiger Cage) sowie der Yuen Clan (Shaolin Drunkard). In Gastauftritten sind spätere Stars wie Yuen Wah (Swordsman) zu sehen. Simon Yuen (Against Rascals with Kung Fu) spielt eine Nebenrolle.

Mir hat Fist of the Double K gut gefallen. Besser als Kung Fu Stars. Zudem fand ich den Film besser als erwartet. Die Produktion aus Taiwan erzählt eine unkomplizierte Story. Der Plot ist mit vielen Kampfszenen bestückt. Auf Humor und Klamauk wird total verzichtet. Im Gegenteil: die Bösewichte sind fies und schrecken auch vor versuchter Vergewaltigung einer Blinden nicht zurück. Zudem wartet der Film mit einem hohen Bodycount auf, die Schläge und Tritte sind hart in die Kampf-Choreographie integriert und auch das ein oder andere blutige Detail darf nicht fehlen.

Vor allem gegen Ende dreht der Film in der Hinsicht auf. Vom Gewaltgrad und wie die Kampfszenen inszeniert sind, hat mich der Film an harte Basher à la Tough Guy (auch Yuen Woo-Ping Action Director) oder die 70er Jahre Eastern von Jimmy Wang Yu erinnert. Und das meine ich positiv. Durch den Verzicht auf Humor wird sogar der schlechte englische Dub erträglicher. Henry Yu Yang (The Bloody Fists) gibt einen tollen Helden ab und was die Bösewichte angehen, hatte ich vor allem an Fressen wie Fong Yau (The Awaken Punch) und San Kuai (Killer in the Dark) grosse Freude.

Fazit: Wer harte Basher mag, sollte sich Fist of the Double K nicht entgehen lassen!

Infos:

O: Chu Ba

HK (je nach Quelle), Taiwan 1973

R: Jimmy L. Pascual

D: Henry Yu Yang, Huang Tsung-Hsun, Ofelia Yau Wai, Hon Kwok-Choi, Fong Yau, San Kuai, Simon Yuen, Brandy Yuen Jan-Yeung, Yuen Wah

Laufzeit der US-DVD: 85:18 Min.

Gesehen am: 02.07.26

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Ground-Zero vor. Mir ist unbekannt, ob die Fassung zensiert oder verändert ist. In den Gewaltmomenten habe ich keine sichtbare Zensur wahrgenommen. Die Bildqualität ist gut und hat Charme. Nur Englischer Dub. Der Dub ist nicht gut, da der Film aber auf Klamauk verzichtet, ist die Synchro erträglicher als üblich. In Deutschland gibt es den Film von filmArt sogar auf DVD (Titel: Jen Ko - In seinen Fäusten brennt die Rache). In einem besseren Bildformat, mit zwei deutschen Synchros und sogar O-Ton Mandarin (leider ohne Untertitel). Eine Blu-Ray gibt es nicht (Stand: Juli 2026).

Sonntag, 28. Juni 2026

Im Körper des Feindes

Im Körper des Feindes 

Story:

Agent Sean Archer (John Travolta) ist hinter dem gefährlichen Gangster Castor Troy (Nicolas Cage) her, der vor einigen Jahren seinen Sohn erschossen hat. Als Castor Troy bei einem Einsatz gefunden, schwer verletzt und danach ins Koma gesetzt wird, stimmt Sean Archer einem operativen Verfahren zu, damit er sein Gesicht mit jenem von Castor Troy «tauschen» kann. Ziel ist es, als «Castor Troy» ins Gefängnis gebracht zu werden, um von Castor Troys Bruder (Alessandro Nivola) zu erfahren, wo in Los Angeles eine Bombe versteckt wurde. Doch just in dem Moment erwacht der echte Castor Troy aus dem Koma und nimmt das Gesicht von Sean Archer und dessen Identität an…

Meine Meinung:

Im Körper des Feindes ist, auch wenn ich Operation: Broken Arrow noch nicht aufgefrischt habe, John Woos beste US-Arbeit, auch wenn Harte Ziele im Vergleich die bessere und Woo typischere Action bietet. Im Körper des Feindes war an den Kinokassen ein voller Erfolg und stellt einen der besten 90er Jahre Actionfilme dar. John Travolta (In a Valley of Violence) sowie Nicolas Cage (The Surfer, Mandy, Dream Scenario) befanden sich damals auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, auch wenn Nicolas Cage aktuell so was wie eine 2. Filmkarriere hinlegt.

Im Vergleich mit seinen anderen US-Filmen (Windtalkers, Silent Night) stellt Im Körper des Feindes jedoch die perfekteste US-Arbeit von John Woo (Hard Boiled, The Killer, Bullet in the Head) dar. Der Film bietet eine tolle Kombination aus Sci-Fi- und Actionfilm, Plot und dessen Verlauf (Tausch der Identitäten) gefallen, es gibt coole Sprüche und etwas Humor (auch wenn der Film keine Komödie ist, aber so waren 90er Jahre Actionfilme halt einfach). Mir hat praktisch alles an dem Film gefallen. Jede Einstellung wirkt wohl überlegt und optisch wie ein Genuss. John Woo integriert sein komplettes Können und seine Erfahrung.

John Travolta und Nicolas Cage brillieren. Aber auch alle anderen Figuren und Nebenfiguren sind toll charakterisiert und mit Namen wie Alessandro Nivola (The Neon Demon), Dominique Swain (Battle Drone), Joan Allen (Death Race), CCH Pounder (Ritter der Dämonen), Nick Cassavetes oder Gina Gershon (Thanksgiving, Red Heat) bestens besetzt. Die Musik ist immer perfekt ausgewählt und die Kameraführung, in jede Szene, eine Augenweide. Die Zeitlupenaufnahmen, für die John Woo bekannt ist, lässt er gekonnt in die Actionsequenzen einfliessen. Die Action-Szenen sind purer Wahnsinn.

Nebst Shoot-Outs bleiben vor allem die Stunts, Crashs und echten Explosionen (Motorboot, Flugzeug) in Erinnerung. Actionszenen, die heute alle mit billigem CGI verseucht wären. Dazu kommen Verfolgungsjagden und Schlägereien. Zwar werden unsere Stars in einigen Szenen (sichtbar) gedoubelt (als sie im Finale durch die Lüfte geschleudert werden oder als Nicolas Cage den Wasserstunt durchführt), das tut dem Spass aber nicht weh. Ich fühlte mich zudem in mehreren Szenen an vergangene John Woo Filme erinnert. Kirchenchor (A Better Tomorrow), Motorboote rammen sich (wie die Autos im Finale von Bullet in the Head), weisse Tauben (The Killer), falscher Schnurrbart von Nicolas Cage (wieder The Killer), Gegner befinden sich Rücken an Rücken im selben Raum (Harte Ziele). So verkommt die Sichtung zu einem tollen Filmerlebnis!

Fazit: Eine der besten Filme von John Woo und mit Nicolas Cage sowie John Travolta!

Infos:

O: Face/Off

USA 1997

R: John Woo

D: John Travolta, Nicolas Cage, Alessandro Nivola, Dominique Swain, Joan Allen, CCH Pounder, Nick Cassavetes, Gina Gershon,

Laufzeit der deutschen DVD: 133:19 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: 28.06.26

Fassungen: Gesehen als deutsche DVD von Touchstone / Buena Vista (Special Edition) = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, Deutsch/Englisch mit Untertiteln. Die deutsche Synchronisation ist hervorragend. Den Film gibt es inzwischen auch auf Blu-Ray.

Dienstag, 21. Januar 2025

The Thirty Million Dollar Rush

The Thirty Million Dollar Rush

Story:

Diverse Parteien (Karl Maka, Paula Tsui, Eric Tsang, Anglie Leung, Mark Cheng, Lau Kar-Leung) haben es via Raub auf Geld abgesehen. Ein Inspektor (Wong Ching) und eine Nonne (Brigitte Lin) versuchen, das zu verhindern…

Meine Meinung:

Das Aces Go Places Team schlägt zurück. In dieser Cinema City Company Produktion aus dem Jahr 1987 kommen hier und da, und das nicht nur aufgrund der teilweise gleichen Besetzungen, Aces Go Places Vibes auf. Die Reihe, die in Deutschland besser als Mad Mission Reihe bekannt war. Karl Maka (The Magnificent Scoundrels, Knockabout, His Name Is Nobody) fungiert hier als Multitalent = er schreib am Drehbuch, produzierte den Film, führte Regie und spielt die Hauptrolle. Ringo Lam (The Twin Dragons, Full Contact, Esprit D'amour) war die Nr. 2 und für die Car Crashs (Stunts) zuständig. Der Film aus Hong Kong hat seine Action-Momente, aber es handelt sich vor allem um eine liebevolle, sympathische und charmante Komödie.

Wer die Komödien aus der Zeit (Vergleich: Mad Mission oder die Filme von und mit den Hui Brüdern) mag, macht mit The Thirty Million Dollar Rush alles richtig. Im Film tummeln sich viele bekannte Namen. Nebst Karl Maka sehen wir hier in grossen Rollen Namen wie Brigitte Lin (Love Massacre), Eric Tsang (The Last Blood), den späteren Film-Psychopathen aus Raped by an Angel und A Taste of Killing and Romance (= Mark Cheng), Wong Ching (Blooded Treasury Fight) sowie Lau Kar-Leung (The 36th Chamber of Shaolin). Letzterer war auch Action Director. In Gastauftritten sind Wong Jing (Naked Killer) und John Woo (Bullet in the Head) zu sehen.

Der Film macht von Beginn an viel Spass. Das quirlige Tempo ist hoch und nach und nach werden die Figuren in den eingeführt und dem Plot untergeordnet. Es gibt im Film diverse Gruppen, wo nicht selten durch List und Egoismus probiert wird, die andere Seite über das Ohr zu hauen. Es gibt viel zu lachen, viel Situationskomik und auch derben, sexistischen Humor. Die Darsteller hatten sichtlich Spass mit ihren Rollen und die Action-Szenen stören nicht. Auch die Musik passt perfekt dazu. Ich hätte auf Sam Hui getippt, doch die Musik steuerte Alan Kwok Siu-Lam bei. Längen gibt es keine und der Mix aus Klamauk, Plot und Action funktioniert einwandfrei.

Fazit: Schwer unterhaltsam!

Infos:

O: Wang Choi Sam Sap Man

HK 1987

R: Karl Maka

D: Karl Maka, Brigitte Lin, Paula Tsui, Eric Tsang, Anglie Leung, Mark Cheng, Wong Ching, Lau Kar-Leung, John Woo, Wong Jing

Laufzeit der HK-LD: Ca. 96 Min.

Gesehen am: 25.11.24

Fassungen: Mir lag die HK-LD von Golden Cinema City Video vor = gute Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs, Uncut. Den Film gibt es in HK auch auf DVD (Joy Sales/Fortune Star). Auch mit englischen Subs. Ich bekam die HK-LD als Tauschgeschäft (gegen die HK-LD von Tiger Cage). Es gibt keine Blu-Ray, keine UHD und keine deutsche Fassung (Stand: Nov. 2024).

Samstag, 28. September 2024

Bullet in the Head

Bullet in the Head

Story:

Nach einem Mord flüchten die Freunde Ben (Tony Leung Chiu-Wai), Frank (Jacky Cheung) und Paul (Waise Lee) aus Hong Kong nach Vietnam. In Vietnam herrscht aufgrund des Krieges Chaos. Das Trio verspricht sich mit krummen Dingern Geld zu generieren. Zusammen mit Luke (Simon Yam) stehlen sie eine Kiste voller Gold und befreien «das Mädchen» (Yolinda Yan Choh-Sin) des Gangster-Bosses (Lam Chung). Dieser ist wenig erfreut: das Militär nimmt die Fährte auf und bei ihrer Flucht geraten die Freunde zwischen die Fronten des Krieges…

Meine Meinung (Director‘s Cut):

Die Mehrheit der John Woo Filme habe ich in den letzten Jahren aufgefrischt. Titel wie A Better Tomorrow 1 + 2, The Killer, Hard Boiled oder die Ur-Fassung von Heroes Shed No Tears (The Sunset Warrior). Die letzte Sichtung von Bullet in the Head ist sicher 15-20 Jahre her. Dank einem Schnittbericht und den dortigen Infos wurde ich motiviert, mir die deutsche Blu-Ray zu kaufen. Grund war der zuvor nie gesehen Director‘s Cut des Filmes. Die Blu-Ray stellt, Stand Ende Aug. 2024, die bisher weltweit längste Fassung dar. Zudem wurden Tonprobleme vergangener Veröffentlichungen korrigiert. Perfekt also, um den Film aufzufrischen.

Und was soll ich sagen? Bullet in the Head ist für mich schlicht und ergreifend das HK-Meisterwerk von John Woo (To Hell with the Devil, Silent Night, Hand of Death, Harte Ziele, Windtalkers, Just Heroes, Manhunt, From Riches to Rags, The Crossing 2). Sein bester HK-Film, gefolgt von, und da stehe ich sicher auch alleine da, Last Hurrah for Chivalry. Einem Wuxia Meisterwerk. Bullet in the Head hat im Gegensatz zu A Better Tomorrow, The Killer oder Hard Boiled für mich am besten funktioniert. Am meisten Emotionen ausgelöst. Daher ging meine Stimme an Bullet in the Head, nicht zu verwechseln mit Walter Hills Actionfilm mit gleichnamigem Titel aus dem Jahr 2012.

Bullet in the Head bietet inhaltlich extrem viel. John Woo liess viel aus seiner eigenen Biographie inklusive geschichtlich-politischen Themen (Vietnam-Krieg, Aufstände und Demonstrationen, Tiananmen Square Proteste/Massaker) in den Film einfliessen um hat darum herum eine Story gebildet, die von drei guten Freunden handelt, welche in dem Film vor harte Proben gestellt und am Ende z.T. zu Feinden werden. Themen wie Bruderschaft, Verrat und Aufopferung sind dabei Inhalte, mit denen John Woo, als er zu Shaw Brothers Zeiten unter Chang Cheh (Die Todespagode des gelben Tigers) arbeitete, genügend in Berührung kam. Und so in seine eigenen Filme einbaute. Heroic-Bloodshed Momente.

Der Film ist trotz seiner über zwei Stunden Laufzeit zu keiner Sekunde langweilig. Die Action-Szenen sind phänomenal gut gefilmt und inzensiert worden. Die richtigen Kameraeinstellungen zur richtigen Zeit, intelligente Schnitte, blutige Shoot-Outs, gekonnter Einsatz von Close-Ups oder Zeitlupenaufnahmen, für die John Woo berüchtigt ist. Dazu echte Panzer, Explosionen und Massenszenen. Perfekt choreographierte Momente, die teilweise wie ein Gedicht anmuten (Simon Yams Shoot-Outs oder Messer-Szenen im Haus des Gangster-Bosses). Die Kameraarbeit war ebenfalls eine Wucht. Und die wunderschöne und stimmige Musik erst. Ein Traum.

Und dazu ein Cast zum Zunge schnalzen: Tony Leung (People’s Hero, Magic Crane, My Heart Is That Eternal Rose), Jacky Cheung (A Chinese Ghost Story 3, High Risk, Slickers Vs Killers), Waise Lee (Tough Beauty and the Sloppy Slop, Overheard, A Chinese Ghost Story 2), Simon Yam (Raped by an Angel, Green Killer, Fatal Termination). Top-Cast. Waise Lee und Tony Leung standen bereits für andere John Woo Klassiker vor der Kamera (A Better Tomorrow 1-2, Hard Boiled). Am eindrücklichsten fand ich fast Jacky Cheung. Starke Darbietung. Die einzigen Frauenrollen beziehen sich auf kleinere Nebenrollen, die aber für Dramatik sorgen. In diesen machen Fennie Yuen Kit-Ying (School on Fire) und Yolinda Yan Choh-Sin (The Black Wall) eine gute Figur. John Woo selbst hat einen Gastauftritt.

Fazit: Must See Titel für jeden HK-Filmfan! Ein filmisches Meisterwerk!

Infos:

O: Dip Huet Gaai Tau

HK 1990

R: John Woo

D: Tony Leung Chiu-Wai, Jacky Cheung, Waise Lee, Simon Yam, Yolinda Yan Choh-Sin, Lam Chung, Fennie Yuen Kit-Ying, John Woo

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 137:06 Min.

Gesehen am: Jugendzeit / Neusichtung: 28.08.24

Fassungen: Für die Neusichtung lag mir die neue deutsche Blu-Ray von T&G Vision vor = limitiert auf 3500 Stück (ich habe 3144), mit Booklet, Uncut HK-Kinofassung und dem längeren Director‘s Cut (= längste Fassung weltweit), O-Ton und deutsche oder englische Subs. Es handelt sich bisher um die längste Fassung der Welt. Sogar exklusive Szenen aus einem Trailer wurden in den Film integriert. Die eingefügten Szenen haben eine schlechtere Qualität als der Rest des Filmes. Der Rest des Filmes sieht sehr gut aus. Tonprobleme aus anderen Editionen (Zitat: «neue/doppelte/fehlende Effekte, falsche Abmischung») wurden korrigiert. Löblich. Damit wird meine alte UK-DVD ersetzt und diese zu verkaufen versucht.

Dienstag, 10. September 2024

Hand of Death

Hand of Death

Story:

Commander Shih (James Tin Chuen) ist ein Verräter. Er verrät die Shaolin Kämpfer und arbeitet für die Mandschuren. Ihm ist er zu verdanken, dass Zhang Yi (John Woo), der im Besitz einer wichtigen Karte war, verhaftet und zum Tode verurteilt wird. Yung Fei (Dorian Tan Tao-Liang) macht es sich zusammen mit anderen Kämpfern (u.a. Jackie Chan) zur Aufgabe, Commander Shih und Co. (u.a. Yuen Wah, Sammo Hung) aufzuhalten…

Meine Meinung:

Hand of Death sah ich seit 2008 nicht mehr. Ich hatte das Frühwerk von John Woo (The Killer, Heroes Shed no Tears) nie als Kracher in Erinnerung oder als solches abgespeichert. Ich wusste auch kaum mehr was über den Film. Ich wusste nur, dass Kung Fu und klassisches Setting inklusive Jackie Chan (Dragon Fist, Police Story) in einer Nebenrolle. John Woo, der seine Karriere bei den Shaw Brothers begann (unter seinem Mentor Chang Cheh), war inzwischen zu Golden Harvest übergewechselt.

Dort versuchte er sich im klassischen Kung Fu Film und spielt auch eine kleine Nebenrolle. Der Film ist absolut ok und solide, aber im Grossen und Ganzen eben auch nicht wirklich was Besonderes. Aber gut, um Erfahrungen zu sammeln. Nur drei Jahre später sollte John Woo mit Last Hurrah for Chivalry einen Kracher aus dem Hut zaubern. Die Erfahrungen, die er in Hand of Death sammelte, zahlten sich schlussendlich aus.

John Woo drehte den Film in Taiwan und Südkorea. Es sind auch viele Darsteller aus Südkorea dabei. Die Settings sind hübsch. Wo der Film seine klaren Stärken hat ist seine Musik (sein Theme), der Finalkampf von Jackie Chan und der Finalkampf zwischen James Tin Chuen (The Big Boss) und Dorian Tan Tao-Liang (Drei wild wie der Teufel). Der war stark und dessen Choreographie auch absolut sehenswert, wie auch jene von Jackie Chans Kampf gegen zwei Killer. Die Kampfchoreographie besorgte Sammo Hung (Pantyhose Hero, Slickers Vs Killers), der wie Yuen Wah (The Master, Eastern Condors) auch eine Nebenrolle als Bösewicht spielt.

Die Kampfszene zuvor sind solide, aber erreichen nie die Qualität der besagten Szenen im Finale. Die Szenen zuvor ragen nicht aus der Masse heraus. Der Plot empfand ich als relativ dürftig und es gab für meinen Geschmack auch die ein oder andere Länge. Zudem mag Dorian Tan Tao-Liang ein spektakulärer Kicker sein, aber er misst doch recht viel Charisma. Jackie Chan darf nur im Finale zeigen, zu was er fähig ist und von den Figuren gefielen mir sonst die Bösewichte. James Tin war gut und Sammo Hung als dessen rechte Hand machte viel Spass.

In Cameo-Auftritten sind noch einige bekannte Namen wie Wilson Tong (einer der kämpfenden Shaolin Mönche zu Beginn des Filmes), Yuen Biao (der von James Tin beim Einsammeln der Pfeile erschossen wird), dem späteren «Venoms» Darsteller Lu Feng (nicht erkannt), Robert Tai (nicht erkannt) oder Hard-Boiled Star Phillip Kwok (nicht erkannt) zu sehen. Es soll sich bei Hand of Death um John Woos erste Arbeit für Golden Harvest handeln und um den ersten Film, der die drei «Brüder» Sammo Hung, Yuen Biao und Jackie Chan in einem Film vereint.

Fazit: Kein Kracher, aber Old School Kung Fu Fans schlagen trotzdem zu!

Infos:

O: Shao Lin Men

HK 1976

R: John Woo

D: James Tin Chuen, John Woo, Dorian Tan Tao-Liang, Sammo Hung, Kim Ki-Joo, Yuen Wah, Jackie Chan, Yuen Biao, Wilson Tong, Phillip Kwok, Lu Feng, Robert Tai,

Laufzeit der UK-Blu-Ray: 97:05 Min.

Gesehen am: April 2008 / Neusichtung am: 16.06.24

Fassungen: Siehe Last Hurrah for Chivalry. Double Feature. Schuber, Wendecover, Uncut, O-Ton, englische Subs, John Woo Interview und Audiokommentar als Bonusmaterial, hervorragende Bild- und Tonqualität. Gibt es in Deutschland von Splendid auf Blu-Ray (Uncut, Deutsch oder O-Ton, deutsche Subs).

Samstag, 8. Juni 2024

To Hell with the Devil

To Hell with the Devil

Story:

Bruce Lee (Ricky Hu) ist ein erfolgloser Musiker, der um das Herz von Peggy (Jade Hsu) kämpft. Doch Bruce Lee wird von Pech verfolgt und Peggy bevorzugt Musiker und Playboy Rocky (Nat Chan Pak-Cheung). Im Auftrag des Teufels (Chung Fat) sucht Flit (Stanley Fung) auf Erden nach Seelen. Flit schliesst mit Bruce einen Vertrag ab: Bruce hat drei Wünsche gut, dafür verkauft er seine Seele dem Teufel. Gott (Anders Nelsson) schickt Reverend Ma (Paul Chun) los, um die Pläne des Teufels zu verhindern…

Meine Meinung:

Zur Neusichtung des John Woo (Sunset Warriors) Filmes To Hell with the Devil kam es aufgrund des bevorstehenden Filmfest-Besuchs des Brugggore Filmfestival 2024. Da wird die Ital. Band Goblin anwesend sein und live die Musik zu Suspiria beisteuern. Da gehe ich natürlich hin und hoffe auch auf Autogramme - und als ich Filme mit Mitwirkung der Band Goblin oder des Solo-Künstlers Claudio Simonetti herausgesucht habe, stiess ich auch auf To Hell with the Devil. Als einzige Quelle konnte ich die imdb ausfindig machen. Die geben an, dass Goblin musikalisch an dem Film beteiligt gewesen sein soll.

Daher wurde der Film geschaut, um dies zu überprüfen. Und ich kann es nicht bestätigen. Goblin wird weder im Vor- noch Abspann erwähnt und mir sind keine bekannten Italo-Tracks der Band aufgefallen. Es gibt ja viele asiatische Filme, die Musik aus westlichen Filmen stehlen. Auch Goblin-Soundtracks wurden oft geklaut. Ihr Theme aus Dawn of the Dead gibt es z.B. in Die Hölle der lebenden Toten oder Tsui Harks drittem Spielfilm, Söldner kennen keine Gnade, zu hören. Es hat in To Hell with the Devil ganz wenige musikalische Klänge, die ggf. aus westlichen Filmen stammen könnten. Aber ich weiss nicht, ob diese von Goblin sind oder nicht.

Den Film sah ich zehn Jahre nicht mehr. Der Mix aus Grusel und vor allem Komödie/Slapstick hat mir sehr gut gefallen. Die John Woo Komödien wie From Riches to Rags, Laughing Times oder Plain Jane to the Rescue sind, wie auch To Hell with the Devil, leider viel zu unbekannt. Ricky Hui (Mr. Vampire) hat in fast allen dieser Komödien mitgespielt. Auch Dean Shek (His Name Is Nobody), der hier jedoch nebst Namen wie Chung Fat (Twinkle Twinkle Lucky Stars), John Ladalski (Carry On Yakuza), John Shum (Police Assassins) oder Anders Nelsson (Scared Stiff) mehr einen Kurzauftritt hinlegt, statt eine Haupt- oder Nebenrolle zu spielen.

Ricky Hui macht seinen Job sehr gut. Auch Jade Hsu (The Sword), Nat Chan Pak-Cheung (sehr typische Rolle für ihn) oder Paul Chun (In the Line of Duty III) wissen zu gefallen. Am meisten Freude hatte ich aber an Stanley Fung (Sketch) als des Teufels Seelenbeschaffer. Welch wunderbare Performance von ihm. Köstlich amüsant, wechselhaft und sympathisch. Jede Szene mit ihm ist ein Genuss. Die verschiedenen Settings sind hübsch fantasievoll, abwechslungsreich und stimmungsvoll (Grusel-Einrichtungen, die Hölle oder der Himmel).

Die Make-Up-Effekte, Masken, Einfälle und Kämpfe von Gut gegen Böse wurden innovativ und sehenswert eingefangen. Vor allem das letzte Viertel gibt alles und der Film bietet tolle Einfälle und eine innovativ Kameraarbeit. Was den Humor angeht, wird dem Zuschauer einiges abverlangt und vieles war over the top und einzelne Momente auch fast zu doof, um lustig zu sein. Mir gefällt sowohl das Outfit des Teufels, wie auch die Zähne oder der fliegende Kopf im Finale von Stanley Fung.

Fazit: Wer 80er und 90er Jahre HK-Filme mag (vor allem Komödien), sollte sich diesen John Woo Film nicht entgehen lassen!

Infos:

O: Lut Dang Tin Bye

HK 1982

R: John Woo

D: Ricky Hu, Jade Hsu, Nat Chan Pak-Cheung, Chung Fat, Stanley Fung, Paul Chun, John Ladalski, John Shum, Anders Nelsson, Dean Shek

Laufzeit der HK-DVD: 89:43 Min.

Gesehen am: Jan. 2014 / Neusichtung am: 04.04.24

Fassungen: Mir lag die Code Free DVD aus Hong Kong von Joy Sales / Fortune Star vor = Gute Bild- und Tonqualität, Uncut, O-Ton, englische Subs. Ton wirkte hier und da minim asynchron. Es gibt keine Blu-Ray, keine UHD und keine deutsche Fassung (Stand: April 2024).

Samstag, 27. Januar 2024

Silent Night

 

Silent Night

Story:

Joel (Brian Godlock) und Ehefrau (Catalina Sandino Moreno) müssen mit ansehen, wie ihr Kind (Alex Briseño) unabsichtlich von Gangstern (Harold Torres) erschossen wird. Joel nimmt die Verfolgung auf, um ebenfalls paar Kugeln verpasst zu bekommen. Die Folge: seine Stimmbänder sind lädiert, ein Sprechen ist nicht mehr möglich. Statt auf die Polizei (Kid Cudi) zu hoffen, setzt sich Joel nach seiner Krankenhausentlassung nur ein Ziel: Rache am Tod seines Sohnes!

Meine Meinung:

Nach Manhunt kehrt John Woo mit Silent Night, einer US-Produktion, in die Kinos zurück. Der Film erweckte im Vorfeld Interesse, da es hiess, dass der Film ohne Dialoge auskommen sollte. Das ist fast, aber nicht ganz wahr. Zu 90% gibt es keine Dialoge, aber hier und da werden dennoch paar Sätze gesprochen. Mein Interesse stieg erst mit dem 1. veröffentlichten Trailer. Andere sah ich mir nicht an. Der Trailer sah vielversprechend aus. Der Inhalt sah actionbetont aus und John Woo Trademarks waren ersichtlich (Slow-Motion). Dies, in Kombination mit Selbstjustiz-Inhalten à la Death Wish, Death Sentence oder The Night of the Executioner, machten Lust auf mehr.

Doch nach den ersten, eher durchwachsenen Feedbacks und Reviews, reduzierte ich meine Erwartungen deutlich. Ich las, dass nach dem Beginn erst Mal Drama vorherrschen und es erst im Finale wieder krachen sollte. Auch dramatische Klischees sollen vorkommen (Eheprobleme, Alkohol). So konnte ich meine Erwartungen anpassen. Und ja, Silent Night ist kein Actionfilm à la John Wick, sondern ein Action-Drama. John Woo Vibes sind zu erkennen und ich fühlte mich hier und da an Filme wie Im Körper des Feindes (Sohn der erschossen wird, goldene Waffe), Bullet in the Head (Auto-Verfolgungsjagd zu Beginn) oder The Killer erinnert (Einlagen im Finale, die aber schlecht wirken). Zum Guten wie auch zum Schlechten inklusive «Tauben» bzw. Vögel.

So frisch aus dem Kino, fällt es mir gar nicht so leicht, Silent Night zu bewerten. Der Film war nicht wirklich toll, aber auch nicht schlecht. Grundsolide. Etwa so was, was man sich z.B. streamen würde. Für eine einmalige Sichtung durchaus ok. So ein grundsolider Film auf Netflix und Co. Das Intro in den Film fand ich gewöhnungsbedürftig. Auch was die Musik betrifft. Die Kindermelodie hat mich zudem sehr genervt. War weniger mein Fall. Die ersten Action-Momente fand ich cool. Machten Lust auf mehr. Danach folgen der Plot und einige dramatische Klischees. Ich muss aber sagen, dass ich diese Szenen weniger schlimm und lang fand, als ich zuvor «befürchtet» habe.

Eigentlich geht es recht schnell und der Drama-Part ist grösstenteils verflogen (jedoch gibt es immer wieder paar Einschübe, bis zuletzt) und der Racheplot beginnt. Inhaltlich sind einige Szenen doch sehr unrealistisch oder nicht gradlinig in Szene erzählt. Überraschungen gibt es nicht. Besser wäre es gewesen, die Ehefrau und den schwarzen Cop komplett aus dem Drehbuch zu streichen. Somit wäre mehr Platz für Action gewesen und lahme Füllszenen hätten eliminiert werden können. 

Einzelne, wenige Szenen waren leider zum Fremdschämen: besonders als Joel im Finale seinen Sohn in der Kugel sieht oder als der schwarze Cop plötzlich als Helfer und «Danny Lee» Ersatz auftaucht - diese Anspielung an The Killer, wo sich Chow Yun-Fat und Danny Lee gegenseitig retten und blutend den Gegner bekämpfen, mochte in The Killer auch dramaturgisch funktioniert haben. In Silent Night wirken die Szenen aber einfach nur peinlich und unglaubwürdig, zumal Kid Cudi als Cop überhaupt keine Beziehung zu Joel pflegt und im Film mit Ausnahme des Finales kaum zu sehen ist. Brian Godlock als Rächer war okay. Von Harold Torres als Bösewicht hätte ich gerne mehr gesehen.

Der Film ist solide in Szene gesetzt. Einzelne Szenen wirken ziemlich cool, aber diese sind rar gesät (Zeitlupen-Momente). Die Action ist im Grossen und Ganzen im Vergleich zu John Wick bodenständiger und langsamer. Das mochte ich. Es gibt Shoot-Outs, Verfolgungsjagden und es wird auch mit Messer gekämpft. Allerdings ist die Kameraführung hier und da, zumindest bei vielen der Shoot-Outs oder Messer-Action-Szenen, schwach geschnitten, unübersichtlich und zu nah dran. Das ist schade. Optisch wäre da mehr möglich gewesen. Am besten waren noch die Action-Szenen mit den Fahrzeugen oder der Kampf gegen Acoyani Chacon. Bei der längeren Auto-Action-Szene fand ich es cool, dass dies ohne Musik und nur mit Geräuschkulisse gedreht wurde. Eine Enttäuschung war dann leider das Aufeinandertreffen zwischen Held Brian Godlock und Bösewicht Harold Torres. Viel zu kurz und unspektakulär. Da wäre doch deutlich mehr drin gelegen.

Fazit: Ein Film mit Licht und Schatten. Kein Kracher, kein Film für die Sammlung aber auch kein Totalausfall aber definitiv nichts, was ins Kino gehört (es überrascht nicht, dass der Film z.B. in England direkt auf einer Streaming-Plattform statt im Kino gelandet ist).

PS: Den Rassismus Vorwurf (etliche Reviews auf Letterboxd von linksradikalen Populisten und Snowflakes) muss sich John Woo aber definitiv nicht gefallen lassen und gehören in die Tonne.

Infos:

O: Silent Night

USA 2023

R: John Woo

D: Brian Godlock, Catalina Sandino Moreno, Kid Cudi, Harold Torres, Alex Briseño

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 104 Min.

Gesehen am: 20.12.23

Fassungen: In der Schweiz im Kino gesehen = ab 18 (sehr selten), Uncut, O-Ton (90% ohne Dialoge) mit deutschen Subs. In Deutschland soll der Film am 24.03.24 auf DVD/Blu-Ray/UHD erscheinen.

Dienstag, 28. Juni 2022

Harte Ziele Review

Harte Ziele

Story:

 

Reiche Gangster (Lance Henriksen, Arnold Vosloo) organisieren für Reiche (u.a. Joe Warfield) Menschjagden in New Orleans. Doch als die Tochter (Yancy Butler) eines Opfers (Chuck Pfarrer) und deren Helfer (Jean-Claude Van Damme) unbequeme Fragen stellen, laden auch diese auf der Abschussliste…

 

Meine Meinung (Unrated Fassung & XXL Rohschnitt-Fassung = Sneak Preview Fassung):

 

Früher habe ich Harte Ziele als besten US-Film von John Woo (The Killer, A Better Tomorrow, Hard-Boiled) betitelt. Heute kann ich das nicht mehr sagen. Dazu müssten zuerst Neusichtungen von Operation: Broken Arrow und Im Körper des Feindes her. Auf jeden Fall ist Harte Ziele für sich gesehen ein unglaublich toller Film und das damalige US-Debüt von John Woo (Windtalkers).

 

John Woo, dem Sam Raimi (Tanz der Teufel) zur Seite stand (Studio hatte Angst, dass Woo zu wenig gut Englisch kann), hatte leider Probleme mit seiner Wunschfassung und dem Studio. Sieht man sich den XXL Rohschnitt-Fassung (=Sneak Preview Cut) an und schaut, was davon in der Un- oder R-Rated (Kinofassung) übrig ist, ist das ein echtes Ärgernis. Die XXL Rohschnitt-Fassung (= Sneak Preview Cut) bietet mehr John Woo Feeling und ist für Fans die bessere Filmfassung.

 

Die Unrated Fassung, welche auch in Gewaltszenen nach wie vor teilweise stark zensiert ist, ist dennoch auch eine gut schaubare Fassung. Ausserdem mag ich die deutsche Synchronisation, da ich Harte Ziele als Kind/Jugendlicher zuerst im deutschen Free-TV sah und selbst in der stark verstümmelten Fassung mochte ich den Film. John Woo abreitet mit Jean-Claude Van Damme (The Last Mercenary). Dieser macht, mit Ausnahme von seiner Frisur, eine gute Figur, so war er doch auf dem Höhepunkt seiner Karriere.

 

Vor allem die Zeitlupen-Szenen im Finale komme Van Damme gut zu stehen: da kann er Stunts wie Saltos einlegen, seine Kicks demonstrieren und Gegner blutig ins Jenseits befördern. Für eine US-Actionfilm gibt es sehr viel Action und wenig Plot zu sehen. Der Plot um Menschenjagd ist dünn, aber perfekt geeignet, um dem Fan spektakuläre und blutige Action zu bieten.

 

Das New Orleans Setting kommt dem Film auch gut zu stehen und auch die Musik mochte ich. Sehr Freude hatte ich ausserdem an den Bösewichten des Filmes: Lance Henriksen (House III, Piranha II – Fliegende Killer) und Arnold Vosloo harmonieren prächtig miteinander und sind schön fies, diabolisch und charismatisch.

 

Zudem ist der Film schön politisch unkorrekt (z.B. gegen Übergewichtige wie Eliott Keener, bekannt aus Angel Heart). Abstriche gibt es bei Yancy Butler (zu naiv, unglaubwürdig), dem Humor (weiblicher Cop und Geburtstagskuchen in Schublade) und dem Overacting von Jean-Claude Van Dammes Filmonkel (Nervt: Wilford Brimley). Wobei er bei Neusichtung weniger nervte als früher. Sam Raimis Bruder Ted hat, wie dazumal (Candymans Fluch) üblich, seinen obligatorischen Gastauftritt.

 

Fazit: Harte Ziele ist einer der besten Filme von John Woo und Jean-Claude Van Damme und jedem Actionfan uneingeschränkt zu empfehlen! 

 

Gefolgt von: Hard Target 2

 

Infos:

 

O: Hard Target

 

USA 1994

 

R: John Woo

 

D: Jean-Claude Van Damme, Yancy Butler, Lance Henriksen, Arnold Vosloo, Wilford Brimley, Chuck Pfarrer, Robert Apisa, Joe Warfield, Ted Raimi

 

Laufzeit der deutschen DVD / XXL Rohschnitt-Fassung: 116:24 Min.

 

Neusichtung am: 14.06.22

 

Fassungen: Es gibt mind. fünf Fassungen:

 

1. R-Rated Kinofassung: Schrott, da stark zensiert. 

 

2. Unrated Fassung: Gut schaubar und gibt es auf DVD / Blu-Ray, aber im Gegensatz zur XXL

Rohschnitt-Fassung noch immer in Handlung, Action und Gewalt zensiert. 

 

3. XXL Rohschnitt-Fassung = Sneak Preview Fassung. Die Fassung läuft ca. 116 Minuten. Bei der Fassung handelt es sich eigentlich um die Sneak Preview Fassung. Bei dieser waren die Gäste mit Zeitlupenszenen, Flashbacks und Gewaltszenen nicht zufrieden. 

 

4. Rohschnittfassung von 127 Minuten mit Time-Code (auch Workprint Fassung genannt). 

 

5. Rohschnittfassung von 122 Minuten mit Time-Code (auch Workprint Fassung genannt).

 

Interessant ist, dass der 127minütig Rohschnitt/Workprint Fassung zwar keine Musik und einen laufenden Timecode zeigt, dafür aber eine bessere Bildqualität und ein besseres Bildformat aufweist als die XXL Rohschnitt-Fassung. Und: es gibt sogar noch hier und da etwas mehr Gewalt-Spitzen (Leiche länger zu sehen, ein weiterer Typ wird im Finale erschossen, mehr Einstellungen als der Farbige erschossen wird). 

 

 





 

XXL Rohschnitt-Fassung/Sneak Preview Vs. Unrated DVD

 

 

Mittwoch, 11. Mai 2022

A Better Tomorrow 2 Review



A Better Tomorrow 2

Story:

Kit (Leslie Cheung) arbeitet Undercover, um Gangster Lung (Dean Shek Tin) dingfest zu machen. Um den Fall zu lösen setzt die Polizei auch Kits Bruder Sung (Ti Lung) und entlässt diesen nach den Ereignissen aus dem ersten Teil aus dem Gefängnis. Doch als Lung verraten wird und Unschuldige sterben, endet dies für Lung mit einem Nervenzusammenbruch und auch Kit begibt sich in Lebensgefahr. Da tut sich Sung mit Marks Bruder Ken (Chow Yun-Fat) zusammen, um die Bösewichte zu stoppen…

Meine Meinung:

A Better Tomorrow 2 erreicht nicht die Klasse des Vorgängers. Ähnlich wie Jackie Chan mit Police Story 2, schafft es John Woo (Last Hurrah for Chivalry) nicht, seinen Vorgänger zu übertreffen oder dessen Qualität zu erreichen. Dennoch ist A Better Tomorrow 2 nach wie vor ein sehenswerter Heroic-Bloodshed Film, der sich lohnt, gesichtet zu werden.

John Woo brachte Leslie Cheung, Ti Lung und Chow Yun-Fat zurück. Chow Yun-Fats Figur verstarb zwar im ersten Film, also wurde halt ein Zwillingsbruder aus dem Hut gezaubert. John Woo und Co. konnten damals noch nicht ahnen, wie erfolgreich A Better Tomorrow und wie beliebt Chow Yun-Fat bei den Fans werde würde.

Daneben sind Emily Chu, Kenneth Tsang, Ng Man-Tat (Rape and Die), Shing Fui-On sowie Dean Shek (By Hook or by Crook) zu sehen. Es gibt zwei Gründe, die A Better Tomorrow 2, der in True Romance zitiert und gewürdigt wird, die dafür sorgen, dass mir Teil eins besser gefällt: die Reis-Szene mit Chow Yun-Fat und den Schutzgelderpressern fand ich doof und peinlich und schwer erträglich war Dean Shek als kognitiv beeinträchtigter. Diese Szenen habe ich sogar spulen müssen.

Abgesehen davon wartet der Film mit einem coolen Cast, genug Drama und Überraschung (erneut stirbt eine der Hauptfiguren – äusserts dramatisch), einem tollen Soundtrack und vor allem ultrablutigen Shoot-Outs und Action-Szenen auf, in denen teilweise auch Äxte und Samuraischwerter zum Einsatz kommen, um den Feind zu vernichten. Das Finale ist in der Hinsicht ein absoluter Traum für jeden Actionfan.

Fazit: Nicht eine geniale, aber dennoch sehr gute Fortsetzung und jedem Action- und John Woo Fan zu empfehlen!  

Gefolgt von: A Better Tomorrow 3

Infos:

O: Ying Hung Boon Sik II

HK 1987

R: John Woo

D: Ti Lung, Chow Yun-Fat, Dean Shek, Leslie Cheung, Kenneth Tsang, Ng Man Tat, Emily Chu Bo-Yee, Shing Fui-On, Regina Kent, Lung Ming-Yan

Laufzeit der koreanischen DVD: 103:36 Mn.

Neusichtung am: 01.04.22 / Sichtung der US-Blu: 16.12.25

Fassungen: Siehe Teil eins mit der Ausnahme, dass es Teil zwei Uncut in Deutschland von Laser Paradise auf DVD gibt (Deutsch/Kanto mit Subs). Eine deutsche Blu-Ray bzw. Blu-Ray gibt es nicht bzw. nur in Hong Kong (Stand: April 2022). Nachtrag Dez. 2025: Für eine Neusichtung lag mir die neue US-Blu-Ray von Shout Factory vor. Die haben alle drei Teile in einer Box veröffentlicht und das Highlight aus der Edition ist die längere Workprint Fassung von A Better Tomorrow 2. Nur aufgrund dieser habe ich mir diese Edition auch gekauft. Die Fassung hat mir bis auf die nervenden Szenen mit dem Reis und dem irren Dean Shek (und davon gibt es auch etwas mehr zu sehen) gut gefallen. Alles andere, was neu dazukommt (Story, Charaktertiefe, Gewalt und Action) sind toll. Gefällt mir leicht besser als der erste Teil. Die Dramatik gegen Ende (Leslie Cheungs Tod und der Übergang zum 20minütigen Actionfinale) ist eine Wucht und in Zukunft wird nur noch der Workprint im Player landen. 

Sonntag, 13. März 2022

A Better Tomorrow Review




A Better Tomorrow

Story:

 

Sung (Ti Lung), ein Triaden-Mitglied, kommt nach drei Jahren aus dem Gefängnis. Mit seinem ehemaligen Triaden-Leben will er nichts mehr zu tun haben.  Entlassen muss er feststellen, dass sein Bruder Kit (Leslie Cheung), Polizist von Beruf, Sung nicht verzeihen kann. Sungs Wurzeln zur Triade haben dafür gesorgt, dass dessen Vater (Tien Feng) vor drei Jahren starb. Zudem wurde Sungs bester Freund Mark (Chow Yun-Fat), ebenso ein Triade, verkrüppelt. Derweil übt der neue Triaden-Boss (Waise Lee) Druck auf Sung aus, wieder ins Geschäft einzusteigen…

 

Meine Meinung:

 

A Better Tomorrow ist ein moderner Klassiker des 80er Jahre Hong Kong Kinos. Der Film mache das Heroic Bloodshed Genre salonfähig und sorgte dafür, dass Regisseur John Woo (Heroes Shed no Tears, Windtalkers, Manhunt, Just Heroes) und Star Chow Yun-Fat (Long Good Bye, Full Contact, The Postman Fights Back) zu gefragten Stars und Grössen des Hong Kong (und später Hollywood) Kinos aufstiegen. Zwei Fortsetzungen und ein Remake aus Südkorea waren die Folge.

 

John Woo, ehemaliger Schüler von Chang Cheh (Five Element Ninjas, The Duel, Kuan - Der unerbittliche Rächer) zu Shaw Brothers Zeiten, hat seinen Meister gut studiert und dessen Handschrift gekonnt ins Moderne übertragen. A Better Tomorrow, den ich sehr lange nicht mehr sah, hat mir aktuell im Vergleich sogar besser als The Killer (da weniger dramatisch) und Hard Boiled (da mehr Plot) gefallen.

 

Handlung, Verlauf, Dramaturgie, Figurenzeichnung, Musik und Action harmonieren prächtig miteinander. Seien es typischer John Woo-Elemente (Slow-Mo, Freundschaft, Verrat, blutige Shoot-Outs), der Unterhaltungswert, überraschendes Figurensterben à la Tiger Cage oder ultracoole und blutige Action- und Shoot-Outs bis hin zu einem starken Soundtrack (Star Leslie Cheung fungierte auch als Sänger).

 

Dazu ein Traum-Cast bestehend aus vielen bekannten Namen. Nebst den bereits erwähnten John Woo, der auch eine Nebenrolle als Polizist spielt, Leslie Cheung und Star Chow Yun-Fat sind Shaw Brothers Legende Ti Lung (Ti Lung – Die tödliche Kobra, The Avenging Eagle), Waise Lee (A Serious Shock! Yes Madam!, Pink Bomb) als obligatorischer Bösewicht, Shing Fui-On (Brave Young Girls, Who’s Killer) ebenso als obligatorischer Gangster (nur ca. zwei Szenen), Tien Feng (auch aus Shaw Brothers Filmen bekannt, z.B. My Son oder The One-Armed Swordsman), Emily Chu (glaub die einzige Frauenrolle im Film) und Tsui Hark (der Produzent legt einen amüsanten Gastauftritt hin!) im Film zu sehen.

 

Fazit: Gilt zurecht als Klassiker und ist ein klarer Must See Titel für Fans des modernen Hong Kong Action-Kinos, von John Woo und Chow Yun-Fat!

 

Gefolgt von: A Better Tomorrow 2

 

Infos:

 

O: Ying Hung Boon Sik

 

HK 1986

 

R: John Woo

 

P: Tsui Hark

 

D: Chow Yun-Fat, Ti Lung, Waise Lee, Leslie Cheung, Shing Fui-On, Tien Feng, John Woo, Tsui Hark, Emily Chu

 

Laufzeit der koreanischen DVD: 95:09 Min.

 

Gesehen am: Jugendzeit / Neusichtung: 22.01.22 / Sichtung der Shout Blu-Ray: 05.12.25

 

Fassungen: Mir lag das Lederbuch aus Südkorea vor = alle drei Teile Uncut, restauriert und im O-Ton mit englischen Subs. Ob es in diesen Fassungen auch neue Soundgeräusche und/oder veränderte Musik gibt (HK Blu-Ray) gibt, ist mir nicht bekannt. Eine Blu-Ray gibt es z.B. in Hong Kong. In Deutschland nur auf DVD raus (Laser Paradise).  Zudem nur zensiert. Uncut sind nur die deutsche LD / VHS. Nachtrag Dez. 2025: Film neu gesichtet als US-Blu-Ray von Shout Factory. Der Film liegt zusammen mit den beiden Fortsetzungen in einer Box vor. Als Blu-Ray und UHD. Neu restauriert und ohne zusätzliche, unechte Effekte und Töne bei der Tonspur. Der Film sieht schon sehr gut aus. Zum Film ist alles gesagt. Zwar hier und da etwas zu dramatisch, aber die Action-Szenen, die Inszenierung und Musik sind schon herrlich anzusehen. Es gibt viele Extras. Ich habe mir nur jene von den Film-Beteiligten angesehen d.h. das neue Interview mit John Woo (ca. 30 Min.), dem Produzenten (ca. sieben Min.) und dem Drehbuchschreiber (ca. 20 Min.). Leider bietet vor allem das von John Woo, zumindest für Kenner, wenig Neues. Dennoch als Fan interessant.