The Blood Brothers
Story:
Chang und Huang (David Chiang und Chen Kuan-Tai) sind Kleinkriminelle. Als sie Ma (Ti Lung) ausrauben wollen, entsteht eine Freundschaft. Zu dritt drehen sie einige Dinger, ernten Macht und Bekanntheit. Sie formen eine Allianz und schalten nach und nach unliebsame Gegner aus. Sie werden zu Blutsbrüdern. Doch Ma hat dieses Leben satt. Es wird General und steigt die Karriereleiter hoch. Später verhilft er Chang und Huang zu Jobs in seinem Amt. Alles scheint gut, doch als sich Ma in Huangs Ehefrau (Ching Li) verliebt und mit ihr eine Affäre startet, nimmt das Unheil seinen Lauf…
Meine Meinung:
The Blood Brothers, der auf einer wahren Begebenheit beruht (Ermordung des Generals Ma Xinyi im Jahr 1870) und Ti Lung am Golden Horse Film Festival zu einem Award verhalf, ist eine weitere Shaw Brothers Produktion von Chang Cheh (Disciples of Shaolin, The Savage 5) mit seinen Superstars David Chiang (The Revenge of the Shaolin Kid, From Here to Prosperity), dem bereits erwähnten Ti Lung (The Master Strikes Back, Young Lovers on Flying Wheels) sowie Chen Kuan-Tai (The Iron Monkey, Gallants) in den Hauptrollen. John Woo (Im Körper des Feindes, Last Hurrah for Chivalry), der Action-Regisseur der nächsten Generation, fungierte als Assistent Director.
Die Voraussetzungen für ein Epos und einen weiteren Kracher in Chang Chehs Karriere sind gegeben. Leider halte ich The Blood Brothers nicht für einen Kracher. Ich empfinde den Film und seinen Status als Klassiker als überbewertet. Die Gründe sind simpel. Der Film ist in den ersten 80 Minuten eher unspektakulär und hat Längen. Die Actionszenen, die wir bis zu dem Zeitpunkt sehen, sind nur sporadisch im Einsatz und hauen nicht wirklich vom Hocker. Zudem mag ich Massenszenen, in denen gekämpft wird, auch wenn aufwändig, weniger. Das Hauptproblem war für mich die Dramatik. Der Film will dramatisch sein, aber genau in diesen Szenen ist der Film einfach unglaubwürdig und schlecht gespielt. Besonders Chen Kuan-Tais Figur ist eher blass charakterisiert. Er wird von einem schwachen Drehbuch und Dialogen im Stich gelassen.
Die Naivität der Figuren war einfach unglaubwürdig und nervend. Dass Ti Lungs Figur mit Chen Kuan-Tais Ehefrau eine Affäre hat, ist sehr schnell klar und das Schauspiel der Figuren in dieser Hinsicht war schlecht, da eben so offensichtlich schuldig. Aber niemand ausser David Chiangs Figur schöpft Verdacht. Obwohl der Film perfekte Voraussetzungen für Heroic Bloodshed Momente (Bruderschaft, Verrat, blutiges Sterben) bietet, für die Chang Cheh so bekannt ist, kommt diese hier nur selten wirklich zum Tragen. Die Kampfszenen sind auch wenig blutig. Erst ab der 80. Minute (also für die letzten 40 Minuten) wird der Film besser und intensiver. Besonders Ti Lungs Schauspiel gefiel mir. Der Film wird in Rückblenden erzählt.
Fazit: Nicht der erhoffte Kracher, sondern nur solides Mittelmass…
Infos:
O: Ci Ma
HK 1973
R: Chang Cheh
D: Ti Lung, David Chiang, Chen Kuan-Tai, Ching Li, Danny Lee, Michelle Yim,
Laufzeit der US-Blu: Ca. 122 Min.
Gesehen am: Sept. 2008 / Neusichtung am: Aug. 2026
Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Shout Factory vor (The
Ti Lung/David Chiang Collection) = Uncut, O-Ton, englische Subs, sehr gute
Bild- und Tonqualität. In Deutschland gibt es den Film von filmArt auf Blu-Ray
(als Die Blutsbrüder des gelben Drachen).

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