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Samstag, 28. März 2026

Bullet for Hire

Bullet for Hire

Story:

Nach einem missglückten Attentat setzt Gangsterboss Mr. Dick (Dick Wei) die zwei Profikiller Shan (Jacky Cheung) sowie Han (Simon Yam) auf Ngok (Lo Lieh) an. Dieser wurde von der Polizei (u.a. Elaine Lui) erpresst und hat den Auftrag vermasselt und sich damit auf die Todesliste gesetzt. Doch Han kämpft mit Gewissensbissen, den Auftrag durchzuführen und seinen Mentor zu töten…

Meine Meinung:

Bullet for Hire sah ich nur einmal. Im April 2012. Ich wusste nur noch, dass es ein blutiger Actionstreifen im modernen Setting ist. Daher freute ich mich, den Film von Yuen Jun-Man aufzufrischen. Immerhin war er für Filme wie Forbidden Arsenal oder Night Life Hero zuständig und der Cast kann sich sehen lassen: Simon Yam (Run and Kill, Full Contact), Shaw Brothers Legende Lo Lieh (Clan of the White Lotus, Fists and Guts), Jacky Cheung (A Chinese Ghost Story 2, Bullet in the Head), Dick Wei (Paper Marriage, Witch from Nepal) und Elaine Lui (Iron Angels II, Stone Age Warriors). Der Plot hörte sich auch vielversprechend an (= Mittel zum Zweck).

Und hat Bullet for Hire die 2. Sichtung bestanden? Nicht wirklich. Ja, die Action rockt, ist sehenswert und zuweilen wirklich sehr roh, schmerzhaft, blutig und brutal. Aber das allein macht noch keinen guten Film aus. Zudem ist der Film in den ersten 40-50 Minuten relativ langweilig. Der Ton zu wechselhaft, die Musik unpassend und gefiel mir oft nicht. Einige der Nebenfiguren funktionierten für mich auch nicht (Lo Liehs Filmtochter, die bewusst einen auf kognitiv eingeschränkt macht). Und wer bitte schön hat die Frisur, Kleidung und Co. für Dick Wei ausgewählt? Der sieht aus wie ein alter Uni-Professor. Die Längen machen viel kaputt.

Am Schlimmsten war jedoch ausgerechnet Jacky Cheung. Der war super nervend und der Film hätte eigentlich auch ohne diese Figur funktioniert. Damit hätte der Film gestraft und actionreicher (und weniger nervend) ausfallen können. Der wirkt dumm wie Stroh und naiv. So wie in Kung Fu Filmen, wenn das Landei in die Grossstadt kommt und keinen Plan hat. Hier war es aber zu extrem und übertrieben. Das passte nicht zum Film und Genre und hat sehr gestört, da oftmals einfach lächerlich und peinliche Darbietung. Simon Yam hingegen war cool. Und an Lo Lieh hatte ich Freude. Schade, dass Elaine Lui im Finale nicht mehr vorkam. Sie hat nämlich Pep in den Film gebracht.

Fazit: Längen, Humor und Jacky Cheung sind ärgerliche Attribute des Filmes, die den Film runterziehen und qualitativ schwächen. Schade um die tollen Actionsequenzen…

Infos:

O: Ji Dan Chut Jo

HK 1991

R: Yuen Jun-Man

D: Simon Yam, Jacky Cheung, Lo Lieh, Dick Wei, Elaine Lui

Laufzeit der HK-Blu-Ray: 92:49 Min.

Gesehen am: April 2012 / Neusichtung am: 28.03.26

Fassungen: Früher sah ich den Film als alte HK-DVD in Vollbild. Für die aktuelle Sichtung lag mir die HK-Blu-Ray von CN Entertainment vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität, Widescreen. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: März 2026).

Dienstag, 10. Februar 2026

The Big Brother

The Big Brother

Story:

Stephen See (Alex Man) begleitet seinen Nachbarn und Kumpel Willie (Michael Miu Kiu-Wai) an eine Party (so eine Art Bachelor Party, Gentlemen's Club, Maid-Café). Dort gewinnt Stephen See zufällig den Wettbewerb und plötzlich hat er eine Dame an der Seite: Randy (Emily Chu). Diese stellt sein Leben auf den Kopf. Auf dieser Party sah Willie, dass seine Frau Kit Man (Kitman Mak Kit-Man) dort arbeitet, was er nicht wusste. Kit Man verliebt während der Party in den Gastgeber Kar Ho Tsuen (Simon Yam). Willie will dies verhindern und fragt bei Stephen um Hilfe. Dieser findet zudem heraus, dass Kar Ho Tsuen Dreck am Stecken hat und ein Menschenhändler ist…

Meine Meinung:

The Big Brother war, als ich 2019 in Südkorea war, ein Blindkauf. Es handelt sich um die HK-Actionkomödie aus dem Jahr 1987 nicht zu verwechseln mit The Big Brother aus dem Jahr 1990 (auch mit Alex Man). Der Film von Tommy Fan, der durch Golden Harvest vertrieben wurde, hat mir sehr gut und besser als erwartet gefallen. Von Tommy Fan kenne ich sonst nur The Last Duel, ebenso mit Alex Man in der Hauptrolle. Ungesehen liegt (auch als südkoreanische Videokassette) noch The Gang of Five rum.

The Big Brother ist mehrheitlich eine Komödie. Jedoch eine wirklich amüsante, lustige und abwechslungsreiche. Obwohl die mir vorliegende Fassung nicht Englisch freundlich war, empfand ich den Film und die darin gezeigte Situationskomik als lustig. Wer HK-Filme aus der Zeit (Ende der 80er, Anfang der 90er) mag, wird den Film sicherlich mögen. Mit englischen Subs kommt der Film sicherlich noch leicht amüsanter und ggf. derber. Immerhin sind es für heutige Zeiten heikle Themen (der Wettbewerbspreis ist eine Sklavin) und ggf. wird der dunkelhäutige Kämpfer im Finale noch rassistisch beschimpft. Das war im HK-Kino der Zeit nicht unüblich (in The Cyprus Tigers wird der Schwarze Kämpfer in den Untertiteln immer als Affe betitelt).

Geholfen hat, dass ich die Stars kenne und mich vor der Sichtung um den Plot informiert habe. Damit war das Sehvergnügen, fehlende englische Untertitel hin oder her, nicht eingeschränkt. Der Film vermag mit Sympathie und Charisma zu überzeugen. Das gilt auch um den Cast um Namen wie Alex Man (Fatal Recall), Simon Yam (natürlich als Bösewicht), Michael Miu Kiu-Wai (Scared Stiff), Emily Chu (The Plot), Kitman Mak Kit-Man (To Spy with Love) und Jimmy Au Shui-Wai (The Dragon Fighter). Als Handlanger von Simon Yam sind in Nebenrollen der schielende Yue Tau-Wan (der im Finale als Ninja verkleidet auftritt) und ein junger Robin Shou (mit Schnauz) zu sehen. Der Name des schwarzen Kämpfers konnte ich leider nicht ausmachen.

Die Mehrheit der Actionszenen kommt erst im Finale vor (Lagerhallen-Setting). Die Actionszenen bestehen aus kleineren Stunts, Dingen, die kaputt gehen und Kampfszenen. Dabei fallen Personen schon Mal in Kisten oder Tische oder machen Bekanntschaft mit dem harten Boden. Dabei macht vor allem der Kampf von Jimmy Au Shui-Wai gegen einen jungen Robin Shou richtig viel Spass. Knackig und rasant gefilmt und choreographiert. Stark! Dabei werden auch schon Gegenstände à la Born to Fight in die Kampfszene integriert. Und das Brüste Leben retten, sieht man auch hier wieder. Die Szene mit der Aktentasche im Finale war jedoch vorhersehbar. Was jedoch überraschend war, war die Tatsache, dass es keine Szene mit Urin zu sehen gab. Fast ein Wunder in einer HK-Komödie aus der Zeitspanne!

Fazit: Schön, auch heute noch solche positiven Überraschungen erleben zu dürfen. Da hole ich mir sicher noch eine Englisch freundliche Fassung von!

Infos:

O: Yat Goh

HK 1987

R: Tommy Fan

D: Alex Man, Simon Yam, Robin Shou, Michael Miu Kiu-Wai, Emily Chu, Kitman Mak Kit-Man, Jimmy Au Shui-Wai, Lee Heung-Kam, Yue Tau-Wan

Laufzeit der südkoreanischen VHS: 92:18 Min.

Gesehen am: 10.02.26

Fassungen: Mir lag die südkoreanische VHS von Dong-A Export Co., Ltd. und Seo Jin Trading Co., Ltd. vor = Vollbild, Kantonesischer O-Ton mit koreanischen Subs, gute Bildqualität, sah Uncut aus (Alex Mans nackter Arsch oder Brüste der ausländischen Flamme mit Simon Yam im Bett sind zu sehen). Es gibt keine DVD, Blu-Ray, UHD oder deutsche Fassung (Stand: Feb. 2026). Die HK-LD von Star hat keine englischen Subs. Die HK VCD von Joy Sales / Fortune Star (The Legendary Collection) soll englische Subs haben.

Freitag, 12. Dezember 2025

Breaking News Review

Breaking News

Story:

Die Polizei (u.a. Nick Cheung, Hui Siu-Hung) jagen Gangster (u.a. Richie Ren Xian-Qi), die sich in einem Häuserblock bei einem Taxifahrer (Lam Suet) verschanzt haben. Die Presse verfolgt das Spektakel…

Meine Meinung:

Breaking News bekam ich geschenkt. Ich hörte zuvor noch nie etwas von diesem Film. Bei Breaking News handelt es sich um einen Film von Johnnie To (Loving You, The Big Heat) aus dem Jahr 2004. Ich sehe mir HK-Produktionen, die nach 1995 erschienen sind, kaum an. Klar sind da einige Titel dabei (Black Mask, Sha Po Lang etc.) aber im Grossen und Ganzen mag ich die früheren HK-Filme deutlich lieber.

Breaking News hat mir dann, wenig überraschend, auch nicht sonderlich zugesagt und kommt nicht in meine Filmsammlung. Optisch hat der Film zwar einige nette Momente und auch einige der Shoot-Outs sind solide, aber alles in allem hat mich der Film einfach kaum angesprochen und es gab zu viel, was ich nicht mochte. Der sozialkritische und/oder satirische Plot hat mich nicht gefesselt. Die Musik mochte ich in vielen Phasen des Filmes nicht. Auch die Figuren haben mir nicht gefallen (der immer furzende Hui Siu-Hung war peinlich).

Von Nick Cheung (Keeper of Darkness, Shoot to Kill) bin ich allgemein kein Fan und Lam Suet (The Era of Vampires, Expect the Unexpected) ist halt Lam Suet. Simon Yam (Run and Kill, Full Contact, The Tenants Downstairs) spielt mehr eine Nebenrolle. Er allein macht den Film auch nicht besser. Die Gangster waren wenig charismatisch. Einer der interessantesten Namen im Film, habe ich nicht Mal erkannt: Alan Chui Chung-San (Two Fists Against the Law, The 7 Grandmasters, Angel Terminators). Er begann seine Karriere im Kung Fu Kino und starb vor einigen Jahren.

Fazit: Nur für Johnnie To Anhänger zu empfehlen!

Infos:

O: Dai Si Gin

HK 2004

R: Johnnie To

D: Kelly Chen, Nick Cheung Ka-Fai, Hui Siu-Hung, Lam Suet, Richie Jen, Simon Yam, Eddie Cheung, Alan Chui Chung-San

Laufzeit der HK-DVD: 89:29 Min.

Gesehen am: 04.11.25

Fassungen: Gesehen als HK-DVD mit Schuber von Mega Star = DTS-Sound, O-Ton, englische Subs, gute Bild- und Tonqualität. Gibt es in Deutschland von Kinowelt auf DVD (Deutsch/Kantonesisch mit deutschen Untertiteln, Uncut). Es scheint (noch) keine Blu-Ray zu geben (Stand: Nov. 2025).

Dienstag, 11. März 2025

Gun & Rose

Gun & Rose

Story:

Simon (Simon Yam) ist ein Sohn eines Gangsterbosses. Er strebt die alleinige Macht an. Dies führt zum Bruch mit seinem Halbbruder Alan (Alan Tang). Alan flüchtet nach Hong Kong, wo er sich ein unauffälliges Leben aufbaut. In Andy (Andy Lau) findet er einen neuen Verbündeten. Dumm nur, dass Simon seine Killer (Leon Lai Ming) losschickt, um Alan in Hong Kong zu erledigen…

Meine Meinung:

Nach dem doch eher schwachen Her Name Is Cat freute ich mich auf Gun & Rose. Den sah seit dem August 2012 nicht mehr und gemäss meinem alten Review gefiel mir der Film damals und eine gewisse Vorfreude war vorhanden. Dazu noch Namen wie Simon Yam (Twins of Kung Fu, Bullet in the Head, Hitman) als Bösewicht, Andy Lau (Shanghai 13, Magic Crystal, Heaven and Earth) oder Michael Chan Wai-Man (The Ming Patriots, Dragon Lord, The Deadly Breaking Sword). Doch leider konnte mich der Film nicht mehr überzeugen, wie dies bei der 1. Sichtung der Fall gewesen war.

Zwar ist der Film nicht langweilig, wirklich nicht, aber das Drehbuch ist total bescheuert. Im Mittelteil gibt es kaum Action, es gibt zu viel unlustigen Humor und das Over-Acting einiger der Figuren grenzte schon fast an eine Parodie (Wong Jing Humor) und am Ende geht dann alles (die Rache) viel zu schnell und Schlag auf Schlag. Schade. Alan Tang Kwong-Wing (Winners Takes All) fand ich wenig charismatisch oder überzeugend in der Hauptrolle. Carrie Ng (Angel Terminators) und ihren ganzen Sub-Plot mit Alan Tang hätte man streichen können.

Simon Yam spielt mehr eine Nebenrolle und ist praktisch nur am Anfang und am Ende zu sehen. Andy Lau hingegen war solide und positiv überrascht hat mich Rachel Lee Lai-Chun. Die beste Szene war der amüsante Gastauftritt von Michael Chan Wai-Man. Das musste ich wirklich Schmunzeln. Er geht gut ab und hatte sichtlich Spass an seiner Rolle. Die Action besteht aus rasanten Kampfszenen und blutigen Shoot-Outs. Davon gibt es vor allem zu Beginn und im Finale viel zu sehen.

Fazit: Ein Film mit Licht und Schatten. Gehört nicht zu den besten Arbeiten von Clarence Ford…

Infos:

O: Lung Tang Sei Hoi

HK 1992

R: Clarence Ford

D: Simon Yam, Alan Tang, Andy Lau, Carrie Ng, Rachel Lee Lai-Chun, Michael Chan Wai-Man, Tien Feng, Wong Kim-Fung, John Ching Tung, Bowie Lam Bo-Yi, Leon Lai Ming

Laufzeit der HK-DVD: 100:07 Min.

Gesehen am: Aug. 2012 / Neusichtung am: 09.03.25

Fassungen: Gesehen via HK-DVD von Mega Star = O-Ton, englische Subs, Uncut, solide Bild- und Tonqualität, Code-Free-Disc. Es gibt keine deutsche Fassung und keine Blu-Ray (Stand: März 2025).

Dienstag, 18. Februar 2025

Twins of Kung Fu

Twins of Kung Fu

Story:

Michelle Yim und ihr Vater (Lam Kau) erreichen ein kleines Dorf. In diesem sorgen sie mit kunstvollen Auftritten und auf der Suche nach einem Ehemann für Michelle für spassiges Aufsehen. Weniger spassig ist die Tatsache, als später im Wald Leichen gefunden wird. Als Bösewicht Jason (Jason Pai Piao) mit seinem Vater (Leung Pasan) auftaucht, nehmen die Helden (u.a. Addy Sung Gam-Loi, Michelle Yim, Jacky Liu Hong-Yi, Simon Yam) den Kampf gegen die Bösewichte auf…

Meine Meinung:

Aka Twins. Ich besuchte Mitte Dez. meinen Kumpel. Wohl der grösste Kung-Fu Fan, den ich kenne. Auch jener, mit dem grössten Fachwissen. Ich schickte ihm Wochen vor dem Treffen einige Titel, wovon ich zwei gerne schauen würde. Ich habe mich da einfach an Stars, die mich interessieren, orientiert. Ich schickte ihm einige Titel mit u.a. Chang Yi (The War of the Boundary, Kung Fu Zombie - Der Gorilla mit der stählernen Klaue), Chen Kuan-Tai (Gang Master, Blood Brothers) und Jason Pai Piao (Kung Fu Gang Busters, Portrait in Crystal, Men from the Gutter).

Und aus mehreren Filmen durfte ich dann zwei auswählen. Zum einen The Ming Patriots mit Chang Yi, zum anderen Twins of Kung Fu mit Jason Pai Piao. Von Twins of Kung Fu, der in Datenbanken auch lediglich nur Twins heisst (der On-Screen-Titel lautet jedoch Twins of Kung Fu), wusste ich im Vorfeld nichts. Der Kollege informierte mich nur, dass es andere Fassungen gibt, die kürzer sind (ca. 75 Minuten) und dass es sich um eine Kung Fu Komödie handelt. Der Film ist zudem wenig bekannt, wenn ich in Datenbanken nach Reviews suche.

Durch den Erfolg der Jackie Chan Filme Drunken Master und Co. waren ab 1979 Kung Fu Komödien auf dem Markt gefragt. Leung Pasan und Lam Yee-Hung, warum beide als Regisseur gelistet werden ist mir nicht bekannt, haben schlussendlich einen soliden Beitrag mit etwas wirrer und konfuser Story auf die Menschheit losgelassen. Leung Pasan hat den Low-Budget Film auch produziert, spielt den Bösewicht und war auch für die Choreographie zuständig. Laut Datenbank ist dies sein Regie-Debüt, wobei Leung Pasan immer wieder auch als Darsteller (The Twin Dragons) und Choreograph (The Death of Bruce Lee) tätig war.

Er kommt aber erst ab ca. einer Stunde erstmals vor. Der Plot ist, wie bei vielen anderen Kung Fu Komödien aus der Zeit, nicht gradlinig. Lange hat der Zuschauer keinen Plan, um was es geht. Es geht im Film zuerst um örtliche Figuren und viel unlustigen Klamauk. Für den "Humor" ist die Truppe um den schielenden Yue Tau-Wan (Shaolin Prince), den auch schielenden Addy Sung Gam-Loi (The Informer), Hon Kwok-Choi (der mich schon in anderen Filmen nervte), Jacky Liu Hong-Yi (mutiert dann zum Helden) und, und das ist die grösste Überraschung, mit einem sehr jungen Simon Yam (Run and Kill) zuständig.

Simon Yam sah ich, wenn ich mich nicht irre, noch nie in einem Old-School Kung Fu Film. Erst mit dem Auftauchen von Michelle Yim (Dress Off for Life) wird der Film besser. Die bringen bessere Kampfszenen in den Film. Die Qualität nimmt zu. Dazu gibt es à la Fong Sai Yuk eine Sequenz, in welcher Michelle Yim Zuschauer zum Kampf auffordert und der Gewinner bekommt als Preis eine Heirat mit ihr spendiert. Jason Pai Piao, auch als Bösewicht mit dabei, taucht auch erstmal kurz vor der 60. Minute auf. Er spielt also nur im letzten Viertel des Filmes mit. Er spielt nebst Leung Pasan den Bösewicht. Ab diesem Zeitpunkt wird der Film richtig gut. Es folgen Trainingsszenen und danach das Finale. Und diese Szenen machen richtig viel Spass, sind spektakulär choreographiert und mit viel Wucht inszeniert.

Fazit: Fans von günstigen Wald-und-Wiesen Kung Fu Komödien können einen Blick riskieren!

Infos:

O: Mong Lung Fok Sing

HK 1981

R: Leung Pasan, Lam Yee-Hung

D: Michelle Yim, Jason Pai Piao, Yue Tau-Wan, Addy Sung Gam-Loi, Hon Kwok-Choi, Jacky Liu Hong-Yi, Simon Yam, Leung Pasan, Lam Kau

Laufzeit der HK-VHS: Ca. 90 Min.

Gesehen am: 11.12.24

Fassungen: Mir lag das HK-VHS von Omni Video (= Ocean Shores vor) = Englisch Dubbed (schlechter Dub), Vollbild, gute Bildqualität, Uncut. Mit ca. 90 Min. läuft es z.B. länger, als die ca. 75minütige DVD aus Holland. Eine Blu-Ray und/oder deutsche Fassung sind mir nicht bekannt (Stand: Dez. 2024).

Samstag, 28. September 2024

Bullet in the Head

Bullet in the Head

Story:

Nach einem Mord flüchten die Freunde Ben (Tony Leung Chiu-Wai), Frank (Jacky Cheung) und Paul (Waise Lee) aus Hong Kong nach Vietnam. In Vietnam herrscht aufgrund des Krieges Chaos. Das Trio verspricht sich mit krummen Dingern Geld zu generieren. Zusammen mit Luke (Simon Yam) stehlen sie eine Kiste voller Gold und befreien «das Mädchen» (Yolinda Yan Choh-Sin) des Gangster-Bosses (Lam Chung). Dieser ist wenig erfreut: das Militär nimmt die Fährte auf und bei ihrer Flucht geraten die Freunde zwischen die Fronten des Krieges…

Meine Meinung (Director‘s Cut):

Die Mehrheit der John Woo Filme habe ich in den letzten Jahren aufgefrischt. Titel wie A Better Tomorrow 1 + 2, The Killer, Hard Boiled oder die Ur-Fassung von Heroes Shed No Tears (The Sunset Warrior). Die letzte Sichtung von Bullet in the Head ist sicher 15-20 Jahre her. Dank einem Schnittbericht und den dortigen Infos wurde ich motiviert, mir die deutsche Blu-Ray zu kaufen. Grund war der zuvor nie gesehen Director‘s Cut des Filmes. Die Blu-Ray stellt, Stand Ende Aug. 2024, die bisher weltweit längste Fassung dar. Zudem wurden Tonprobleme vergangener Veröffentlichungen korrigiert. Perfekt also, um den Film aufzufrischen.

Und was soll ich sagen? Bullet in the Head ist für mich schlicht und ergreifend das HK-Meisterwerk von John Woo (To Hell with the Devil, Silent Night, Hand of Death, Harte Ziele, Windtalkers, Just Heroes, Manhunt, From Riches to Rags, The Crossing 2). Sein bester HK-Film, gefolgt von, und da stehe ich sicher auch alleine da, Last Hurrah for Chivalry. Einem Wuxia Meisterwerk. Bullet in the Head hat im Gegensatz zu A Better Tomorrow, The Killer oder Hard Boiled für mich am besten funktioniert. Am meisten Emotionen ausgelöst. Daher ging meine Stimme an Bullet in the Head, nicht zu verwechseln mit Walter Hills Actionfilm mit gleichnamigem Titel aus dem Jahr 2012.

Bullet in the Head bietet inhaltlich extrem viel. John Woo liess viel aus seiner eigenen Biographie inklusive geschichtlich-politischen Themen (Vietnam-Krieg, Aufstände und Demonstrationen, Tiananmen Square Proteste/Massaker) in den Film einfliessen um hat darum herum eine Story gebildet, die von drei guten Freunden handelt, welche in dem Film vor harte Proben gestellt und am Ende z.T. zu Feinden werden. Themen wie Bruderschaft, Verrat und Aufopferung sind dabei Inhalte, mit denen John Woo, als er zu Shaw Brothers Zeiten unter Chang Cheh (Die Todespagode des gelben Tigers) arbeitete, genügend in Berührung kam. Und so in seine eigenen Filme einbaute. Heroic-Bloodshed Momente.

Der Film ist trotz seiner über zwei Stunden Laufzeit zu keiner Sekunde langweilig. Die Action-Szenen sind phänomenal gut gefilmt und inzensiert worden. Die richtigen Kameraeinstellungen zur richtigen Zeit, intelligente Schnitte, blutige Shoot-Outs, gekonnter Einsatz von Close-Ups oder Zeitlupenaufnahmen, für die John Woo berüchtigt ist. Dazu echte Panzer, Explosionen und Massenszenen. Perfekt choreographierte Momente, die teilweise wie ein Gedicht anmuten (Simon Yams Shoot-Outs oder Messer-Szenen im Haus des Gangster-Bosses). Die Kameraarbeit war ebenfalls eine Wucht. Und die wunderschöne und stimmige Musik erst. Ein Traum.

Und dazu ein Cast zum Zunge schnalzen: Tony Leung (People’s Hero, Magic Crane, My Heart Is That Eternal Rose), Jacky Cheung (A Chinese Ghost Story 3, High Risk, Slickers Vs Killers), Waise Lee (Tough Beauty and the Sloppy Slop, Overheard, A Chinese Ghost Story 2), Simon Yam (Raped by an Angel, Green Killer, Fatal Termination). Top-Cast. Waise Lee und Tony Leung standen bereits für andere John Woo Klassiker vor der Kamera (A Better Tomorrow 1-2, Hard Boiled). Am eindrücklichsten fand ich fast Jacky Cheung. Starke Darbietung. Die einzigen Frauenrollen beziehen sich auf kleinere Nebenrollen, die aber für Dramatik sorgen. In diesen machen Fennie Yuen Kit-Ying (School on Fire) und Yolinda Yan Choh-Sin (The Black Wall) eine gute Figur. John Woo selbst hat einen Gastauftritt.

Fazit: Must See Titel für jeden HK-Filmfan! Ein filmisches Meisterwerk!

Infos:

O: Dip Huet Gaai Tau

HK 1990

R: John Woo

D: Tony Leung Chiu-Wai, Jacky Cheung, Waise Lee, Simon Yam, Yolinda Yan Choh-Sin, Lam Chung, Fennie Yuen Kit-Ying, John Woo

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 137:06 Min.

Gesehen am: Jugendzeit / Neusichtung: 28.08.24

Fassungen: Für die Neusichtung lag mir die neue deutsche Blu-Ray von T&G Vision vor = limitiert auf 3500 Stück (ich habe 3144), mit Booklet, Uncut HK-Kinofassung und dem längeren Director‘s Cut (= längste Fassung weltweit), O-Ton und deutsche oder englische Subs. Es handelt sich bisher um die längste Fassung der Welt. Sogar exklusive Szenen aus einem Trailer wurden in den Film integriert. Die eingefügten Szenen haben eine schlechtere Qualität als der Rest des Filmes. Der Rest des Filmes sieht sehr gut aus. Tonprobleme aus anderen Editionen (Zitat: «neue/doppelte/fehlende Effekte, falsche Abmischung») wurden korrigiert. Löblich. Damit wird meine alte UK-DVD ersetzt und diese zu verkaufen versucht.

Dienstag, 17. September 2024

Hitman

Hitman

Story:

Ein japanischer Tycoon und Gangster-Boss wird getötet. Der Täter entflieht unbekannt. Dieser ist bekannt als König der Killer. Jedem, der diesen tötet, wird ein grosses Lösegeld versprochen. Auch Immigrant Fu (Jet Li) und sein «Agent» (Eric Tsang) machen es sich zur Aufgabe, den Killer zu schnappen…

Meine Meinung (HK-Fassung):

Nachdem die letzten Jahre bereits My Father Is a Hero sowie Dr. Wai in the Scriptures with No Words aus der Sammlung flogen, folgt nun ein weiterer Jet Li Film dem gleichen Schicksal: Hitman, aus dem Jahr 1998. Sein letzter Film in Hong Kong, bevor es Jet Li nach Hollywood zog (Lethal Weapon 4, The One und Co.). Hitman ist dabei keine Vollkatastrophe aber ich empfand den Plot als wenig interessant. Mit anderem Cast hätte der Film besser gepasst (z.B. Jackie Chan statt ein Jet Li). So gab es Längen und am meisten störte ich mich an Eric Tsang (Lucky Stars Go Places) und Gigi Leung (First Option).

Eric Tsang macht zwar im älteren, Anfang 90er Jahre Kino irgendwie Spass, aber nicht in einem moderneren Film à la Hitman. Und Gigi Leung mochte ich nie. Simon Yam (Full Contact) hingegen ist solide, aber mehr eine Nebenrolle. Jet Li (Fong Sai Yuk) macht in den Actionszenen eine gute Figur. Das ist auch das Einzige, was überzeugt, auch wenn der Film z.B. zu Beginn an den franz. Gangster-Film Léon - Der Profi erinnert inklusive einer späteren Szene, wo sich Jet Li als Jean Reno verkleidet. Etwas, was schon Stephen Chow in Out of the Dark tat.

Der Film von Stephen Tung Wai gefällt nur durch die Actionszenen. Davon hätte es jedoch gerne mehr haben dürfen. Das Finale z.B. rockt. Regisseur Stephen Tung Wai (The Killer in White) war selbst für die Kampf-Choreographie zuständig. Und er fing seine Karriere in schon in den 70ern an. Mit anderen Worten, all seine Erfahrung liess er in die Produktion einfliessen. Als Regisseur versuchte er sich nur paar Male. Ich denke, da sind Fans mit Filmen wie Magic Cop (= Mr. Vampire 5) oder Fox Hunter definitiv besser bedient, als mit Hitman, auch wenn Hitman sicherlich den kommerziellen besseren Cast bietet.

Fazit: Geschmackssache. Mir persönlich war der Plot zu wenig interessant und die Actionszenen zu schlecht über die Handlung verteilt. Dazu ein Cast, der mir zu einem grossen Teil wenig zusagt (Eric Tsang, Gigi Leung) = fliegt aus der Sammlung! Jet Li Fans können natürlich einen Blick riskieren!

Infos:

O: Sat sau ji wong

HK 1998

R: Stephen Tung Wai

D: Jet Li, Eric Tsang, Simon Yam, Paul Rapovski, Kim Yip Kwong-Kim, Sato Keiji, Gigi Leung

Laufzeit der UK-Blu-Ray: Ca. 100 Min.

Neusichtung am: 10.07.24

Fassungen: Mir lag die UK-Blu-Ray von Eureka vor = nebst Hitman befinden sich noch My Father Is a Hero sowie Dr. Wai in the Scriptures with No Words in dem Set, welches mit Schuber und Booklet daherkommt. Hitman liegt in zwei Fassungen vor (HK- und internationale Fassung). Die Bild- und Tonqualität sind hervorragend. Zum O-Ton gibt es englische Subs. In Deutschland gibt es den Film bisher nur auf DVD und zensiert (als Contract Killer – Im Auftrag des Todes).

Mittwoch, 7. Juni 2023

Raped by an Angel

Raped by an Angel 

Story:

 

Sadist und Vergewaltiger Eric (Mark Cheng Ho-Nam) hat das Model Yau (Chingmy Yau Suk-Ching) und ihre Kollegin Chu (Ng Suet-Man) als nächste Opfer ausgewählt. Es gelingt ihm, Chu zu vergewaltigen. Chu zieht Eric vor Gericht, doch durch List gewinnt er den Prozess. Danach geht die Hölle für Chu und Yau erst richtig los. Hoffnung und Hilfe bekommt Yau vom Triaden-Boss Tso (Simon Yam). Zusammen hecken sie einen Plan aus, um Eric das Handwerk zu legen…

 

Meine Meinung:

 

Raped by an Angel, der in einigen Ländern auch als Naked Killer 2 verkauft wurde (wegen dem teilweise gleichen Cast), stammt von Wong Jings (Enter the Fat Dragon) gegründeter Produktionsfirma Wong Jing's Workshop Ltd. Regie führte Andrew Lau (The Ultimate Vampire, From Vegas to Macau III). Die Hauptrollen spielen Chingmy Yau (Naked Killer), Simon Yam (Awakening) und Mark Cheng (Guns of Dragon).

 

Raped by an Angel war, wie viele andere CAT. III Produktionen aus der Zeit, auch sehr erfolgreich. Obwohl der Film mehrere heikle Themen beinhaltet und Probleme mit der Zensur hatte, lief der Film erfolgreich was mind. fünf Fortsetzungen zur Folge hatte. Ob diese gelungen sind, weiss ich nicht. Das Interesse an diesen ist sehr klein. Raped by an Angel hingegen mag ich. Der Film hat die Neusichtung bestanden. Ich mag den Mix aus kruden, derben, geschmacklosen und politisch unkorrekten Szenen und dem CAT. III Mix aus Sex und Gewalt.

 

Der Film ist, zumindest was graphisch Szenen angeht, eher harmlos. Getötet wird selten, wenig explizit und wie bereits erwähnt gibt es keine Uncut-Fassung. Die HK-Fassung ist zensiert, aber auch die Fassung in Taiwan. Beide unterschiedlich. Mehr dazu unter Fassungen. Wo der Film hingegen explizit ist, sind die Rape-Szenen und Demütigungen, welche die Frauen im Film ertragen müssen. Auch in Sachen nackter Haut ist der Film nicht zurückhaltend, Zensur hin oder her.

 

Wer also gerne CAT. III Inhalte hat, macht mit dem Film schon Mal viel richtig. Der Plot ist dennoch interessant, da er viel über die gesellschaftliche Ansicht in Sachen Vergewaltigung, Opfer- und Täterumkehr widerspiegelt. Mit allen Licht- und vor allem Schattenseiten. Dabei ist das Drehbuch stimmiger, als erwartet. Der Film zuweilen auch unterhaltsam und menschlich. Ob es sozialkritisch gemeint ist? Definitiv nicht! Kontroversen (wie das Thema AIDS im Film integriert wird), Schocks und Sex haben sich noch immer gut verkauft = Erfolg garantiert! Das weiss auch ein Wong Jing!

 

Und das Beste ist, dass der Film zuweilen recht spannend und trotz wenig Action nicht langweilig ist. Das liegt am tollen Cast. Simon Yam und Chingmy Yau agieren toll. Wunderbar, sehr sympathisch, beide harmonieren perfekt miteinander. Die beiden hätten gerne noch mehr vor der Kamera stehen dürfen.  Chingmy Yau bringt genug Sex-Appeal in den Film und Simon Yam war selten cooler als hier! Die wenigen Action-Szenen sind solide in Szene gesetzt. Paar Prügeleien bei den Triaden, eine längere Verfolgungsjagd, kleinere Stunts, in der Frauen oder Männer in Glastische oder durch Glastüren getreten werden und mittendrin eine kleine Love-Story.

 

Der dritte im Bunde, den ich in seiner (mutigen) Rolle grossartig fand, war Mark Cheng als Psycho-Anwalt-Vergewaltiger (und Mörder) Eric. In anderen Ländern wäre man als Schauspieler in solchen Rollen weg vom Fenster. Aber nicht in Hong Kong. Mark Cheng hat mich zuletzt schon in A Taste of Killing and Romance als Killer und fieses Ekel vollkommen überzeugt – so auch hier. Seine Statur / Aussehen passen perfekt zur Rolle und sein Overacting ist auch gekonnt passend. Ähnlich wie Ben Ng Ngai-Cheung in Red to Kill.

 

Fazit: Der derbe Inhalt, die politisch unkorrekten Szenen und der gute Cast (Simon Yam, Mark Cheng & Chingmy Yau) machen Raped by an Angel zu einem vergnüglichen CAT. III Film!

 

Gefolgt von: Raped by an Angel 2: The Uniform Fan

 

Infos:

 

O: Xiang Gang qi an zhi qiang jian

 

HK 1993

 

R: Andrew Lau

 

D: Mark Cheng Ho-Nam, Chingmy Yau Suk-Ching, Simon Yam, Ng Suet-Man, Linda Cheung Lan-Ying, Cindy Yip Sin-Yi

 

Laufzeit der HK-DVD: 95:15 Min.

 

Laufzeit der TW-DVD: 97:42 Min.

 

Neusichtung am: 24.04.23

 

Fassungen: Mir liegt die Code Free-DVD aus HK von Universe vor = Gute Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs. In Gewalt- und Sex-Szenen zensiert. Zudem liegt mir die Code Free-DVD von Scholar aus Taiwan vor = Dubbed in Mandarin, englische Subs und anders zensiert als die HK-Fassung. Eine Uncut-Fassung gibt es ebenso wenig wie eine deutsche Fassung und/oder eine Blu-Ray (Stand: April 2023). Folgende Unterschiede sind mir zwischen der TW- und HK DVD aufgefallen.

 

Folgendes fehlt in der HK-DVD:

 

1. Der kognitiv behinderte Sohn des Shop-Besitzers fragt Yau und Chu nach einem Autogramm. Der Abwart informiert die zwei Frauen danach, dass der Junge behindert sei.

 

2. Mark Cheng streichelt das Messer sanft zwischen den nackten Brüsten von Chu. Sichtbar reist er ihr den Slip vom Leib.

 

3. Bevor Mark Cheng Chu vergewaltigt, fallen diverse Dialoge. Zum einen muss Chu ihn anbetteln, dass er sie vergewaltigen darf. Mehrfach. Bevor er sich das Kondom überstreift fällt seitens Mark ein Spruch über Geschlechtskrankheiten.

 

4. Der kognitiv Behinderte Junge wird mit verbundenen Augen zum gefesselten Opfer geführt, wo er es betatschen darf. Mark öffnet ihm den Reissverschluss, so dass der kognitiv Behinderte Mann Chu vergewaltigen kann.

 

5. Bei der letzten Rape-Szene von Mark im Finale fehlt eine Seitenansicht, wo man die nackten Brüste des Opfers sieht, die gegen den Tisch gedrückt werden.

 

6. Als Mark sieht, dass er die an AIDS infizierte Kollegin von Yau statt Yau vergewaltigt hat, gibt es in Taiwan eine Alternativeinstellung: da steht mit rotem Lippenstift (?) ein Spruch an die Wohnzimmerwand geschrieben. In der HK-Fassung gibt es eine Rückblende, in welcher sich Mark an die mit AIDS infizierte Kollegin und ihre kurze Begegnung erinnert.

 

Gut möglich, dass es nun mehr Unterschiede gibt. Beim Spulen und Vergleichen sind mir nur diese aufgefallen. Dafür fehlt in der Taiwan-Fassung (DVD) blutige Kettensägen-Action (vor allem wo Körperteile in die Badewanne gelegt und danach mit Säure bearbeitet werden), viele Rape-Szenen durch Mark an Chu oder Sex-Szenen von Mark an Simon Yams-Ex (plus die Szene, in der er ihr Schlagrahm um das Gesäss und in die Gesässspalte sprüht). Gut möglich, dass es Szenen gibt, welche in beiden Fassungen fehlen. Die Taiwan-Fassung ist jedoch interessanter, als ich sie in Erinnerung hatte.  

Sonntag, 4. Juni 2023

Green Killer


Green Killer 

Story:

 

Als die Polizisten Ko (Chu Tit-Wo) und Informant Fan (Ng Ming-Choi) in einem Restaurant von Gangstern erschossen werden, sinnt Mr. Chao (Simon Yam), ein Kollege von Ko, nach Rache. Der Tatverdächtige hinter der Tat wird als Hung (Fan Mei-Sheng) identifiziert, der zudem im Waffen- und Schmuggelgeschäft tätig sein soll…

 

Meine Meinung:

 

Green Killer aka The Justice ist ein Anfang der 80er Jahre New Wave Film aus Hong Kong. Gewisse Regisseure wagten den Sprung vom klassischen Setting ins moderne Polizisten Vs. Gangster Setting aus Hong Kong. So auch Regisseur Lo Kei (Bruce Lee The Invincible, Rendezvous of Japanese Kanto). Green Killer ist ein seltener Film. So finden sich in diversen Datenbanken (ofdb, imdb, hkmdb) keine Reviews. In modernen Filmdatenbanken (Letterboxd) ist der Film nicht Mal gelistet.

 

Green Killer ist solide, leidet jedoch unter einem furchtbaren englischen Dub, der das Sehvergnügen definitiv beinträchtig. Wenn ich mit Online-Fassungen in Kantonesisch vergleiche kommt das besser und auch qualitativ hochwertiger. Ich empfand sowohl die Bildqualität als auch den Ton als besser. Jedoch ist die O-Ton Fassung zensiert (mehr dazu unter Fassungen). Green Killer beginnt gleich mit dem Mord an den zwei Cops und danach wird in Rückblenden erzählt, welche Abenteuer der Getötete Cop zusammen mit seinen Kollegen hatte.

 

Da werden illegale Spielhallen ausgehoben, Bordelle besucht, Gangster in Discos zurechtgewiesen oder es folgen Outdoor-Verfolgungsjagden und Schiessereien. Da ist nichts schick und ästhetisch choreographiert, sondern ruppig, wild, brutal und dreckig. Ausnahme bildet das lange, actionreiche Finale. Es sei aber auch gesagt, dass meine Fassung in Vollbild war plus zusätzlich gezoomt. Interessanterweise hatte mein Print ursprünglich, obwohl Englisch Dubbed und Uncut, trotzdem feste (wohl chinesische und englische) Subs im Print. Um diese verschwinden zu lassen, wurde das bereits stark beschnittene Bild nochmals gezoomt = so geht natürlich viel Bild verloren, was sich auch negativ auf die Kampfszenen auswirkt.

 

Es handelt sich um einen Low-Budget Film. Es war nicht viel Platz für Effekte. Dennoch gibt es hier und da einen blutigen Shoot-Out zu sehen, tolles Sightseeing aus Hong Kong, schreckliche 80er Jahre Frisuren und hier und da einen Stunt. Was die Action-Szenen angehen, ist das Finale das Highlight des Filmes. Inklusive düsteres Ende! Ein junger Simon Yam (The Tenants Downstairs, Don’t Stop My Crazy Love for You, Mrs K) macht seine Sache ordentlich. Er spielt quasi den Hauptmann der Cops, die nach dem Attentat ihren Kumpel rächen wollen. Bei den Bösewichten überzeugt Ex-Shaw Brothers Star Fan Mei-Sheng (Last Breath, Die Eroberer, Story of Ricky, The Young Master). Der Titel Green Killer bezieht sich auf die Immigration von Festland-Chinesen, Vietnamesen und Co., welche sich in HK nicht selten illegal aufgehalten haben und in die Kriminalität gerutscht sind.

 

Fazit: Kein Kracher, was aber mehr an der unbefriedigenden Auswahl der erhältlichen Fassungen liegt, als am Film selbst. Fans von solchen modernen New Wave 80er Jahre Streifen aus Hong Kong und Fans von Simon Yam können einen Blick riskieren!

 

Infos:

 

O: Leng xie gong fan

 

HK 1983

 

R: Lo Kei

 

D: Simon Yam, Fan Mei-Sheng, Chu Tit-Wo, Pai Ying, Ng Ming-Choi

 

Laufzeit der HK-VHS: 85:42 Min. / Laufzeit der südkoreanischen VHS: 84:16 Min. (inklusive eines kleinen SKC Werbespots während dem Film)

 

Gesehen am: 23.04.23 / 2. Sichtung als Korea-VHS: 13.02.26

 

Fassungen: Mir lag die Englisch Dubbed Ocean Shores VHS aus Hong Kong vor = Nur Englisch Dubbed, Vollbild und zusätzlich gezoomt (viel Bild geht verloren), durchschnittliche Bild- und Tonqualität. Der Englische Dub ist schlecht. Die Qualität des Filmes leidet unter dem miesen Dub. Jedoch gibt es einen grossen Vorteil gegenüber der untertitelten Version: die Dubbed Fassung ist Uncut. In der O-Ton VHS sollen Gewalt- und Nackt-Szenen fehlen. Ca. zwei Minuten. Ich habe Mal mit dem Youtube Print (O-Ton und englische Subs) verglichen und da fehlt u.a.: eine Frau duscht nackt, zwei Sex-Szenen, blutiger Polizisten-Mord im Finale (mit Haken erstochen), Mann uriniert in Disco in leere Bierflasche. Ob es eine Uncut Fassung im O-Ton gibt, weiss ich nicht. Die Musik soll in der Dubbed Fassung auch verändert sein. Die US-Tai-Seng VHS soll nur eine Kopie sein (gibt es auf amazon.com für ca. 180 USD). Es gibt keine DVD, keine Blu-Ray und auch keine deutsche Fassung (Stand: April 2023). Nachtrag Feb. 2026: Den holte ich mir als Korea VHS von Samwon Production Co., Ltd. da der englische Dub absolut unerträglich war (die HK-VHS wurde inzwischen auch verkauft). Ich habe gepokert, da auf YouTube eine O-Ton mit englischen Subs Fassung zensiert war (die Fassung finde ich inzwischen nicht mehr). Ich hatte mit dem Korea VHS Glück. Bis auf Sex- und Nacktszenen schien der Film Uncut (Blutiger Mord im Finale mit Haken, in Bar in Bierflasche urinieren, Mord in der Dusche, blutige Shoot-Outs, brennender Mann im Finale etc.) und in Chinesisch kommt der Film definitiv besser als mit dem englischen Dub. Allerdings hatte ich sehr Mühe, beim VHS herauszufiltern, ob Mandarin oder Cantonese der Ton war. Mit DVD, Blu-Ray, VCD oder LD, wenn ich switchen kann, geht das deutlich einfacher. Liegt vielleicht auch daran, dass ich VHS nicht über das Heimkinosystem schaue. Teilweise hatte ich fast den Eindruck, im Film wird auch beides gesprochen (es geht ja um kriminelle Immigranten in Hong Kong). Es handelt sich um einen humorlosen, kleinen und fiesen Cop Vs. Gangster Streifen. Simon Yam als junger Cop macht seine Sache ebenso toll, wie Fan Mei-Sheng als Bösewicht. In kleinen Nebenrollen sehen wir noch Namen wie Pai Ying oder Hon Kwok-Choi (der mich sonst sehr oft nervt). Gesehen in Canto/Mandarin mit koreanischen Subs. In Chinesisch statt Englisch widerfährt dem Film definitiv eine Aufwertung.

Sonntag, 2. April 2023

Fatal Termination Review

Fatal Termination 

Story:

 

Ein korrupter Zollbeamter (Robin Shou) und Gangster (Phillip Ko) bekriegen sich aufgrund einer Waffenlieferung. Die Polizei (Ray Lui, Simon Yam) und Dritte (Moon Lee, Chan Cheuk-Yan) geraten zwischen die Fronten…

 

Meine Meinung:

 

Nach den grandiosen Veröffentlichungen von Error 4444 (Centipede Horror, Red Spell Spells Red) kommt als nächstes der HK-Actionfilm Fatal Termination. Ich wollte wissen, ob sich ggf. ein Blu-Ray Upgrade lohnt oder mir diese DVD aus Österreich reicht. Ich habe keine hohen Ansprüche. Fatal Termination sah ich ewig nicht. Der Film hat die 2. Sichtung bestanden. Wer das moderne Ende der 80er/Anfang der 90er Jahre Actionkino aus Hong Kong mag, macht mit dem Film alles richtig.

 

Fatal Termination, der besonders für einige seiner kreativen und fiesen Stunts, welche unter anderem ein kleines Mädchen beinhalten (gespielt von Chan Cheuk-Yan, bekannt aus u.a. Bless This House und On the Run), bekannt ist, macht viel Spass! Nicht im Sinne von Humor und Klamauk. Das gibt es in Fatal Termination nicht. Der Film wirkt ernst, düster und brutal. Teilweise mit mächtig viel Overacting, was die Bösewichte angehen. Plus Klischees (böse Araber). Hat mich nicht gestört. Im Gegenteil.

 

Die Action-Szenen bestehen aus Stunts, Kampfszenen, Explosionen, Verfolgungsjagden und blutigen Shoot-Outs. Es ist für alle etwas dabei. Die Action-Szenen sind abwechslungsreich und toll in Szene gesetzt. Was mir in dieser 2. Sichtung besonders auffiel war die Tatsache, dass die Bösewichte dominieren und den Helden fast den Rang ablaufen. Robin Shou (Forbidden Arsenal) und Ex-Shaw Brothers Star Phillip Ko (Duell der 7 Tiger) machen als Bösewichte extrem viel Spass! Ich sehe beide gerne und besonders als Bösewichte.

 

Die zwei haben mir fast besser gefallen als die Helden, zumal Phillip Ko praktisch mehr Screentime bekommt als einige der Helden. Auch Robin Shou kommt, zumindest in der 1. Filmhälfte, fast mehr vor als ein Ray Lui (Hunting List) oder eine Moon Lee (New Killers in Town). Zunächst darf Simon Yam (Full Contact) wüten, ehe das Zepter in der 2. Filmhälfte mehr und mehr zu Ray Lui und Moon Lee über geht. Phillip Ko fungierte in dem Film von Andrew Kam u.a. auch als Produzent. Fans von Moon Lee sollten ihre Erwartungen anpassen: sie kämpft nur in einer Szene und darf zumindest im Finale noch mit dem Schiesseisen ran. Aber Hauptfiguren und Action-Protagonisten sind diesmal die Männer.

 

Fazit: Sehenswerte Stunts und sehenswerte Action = klare Kaufempfehlung meinerseits!

 

Infos:

 

O: Chi se da feng bao

 

HK 1990

 

R: Andrew Kam

 

D: Robin Shou, Phillip Ko, Ray Lui, Simon Yam, Moon Lee, Chan Cheuk-Yan

 

Laufzeit der österreichischen DVD: 88:20 Min.

 

Neusichtung am: 17.03.23

 

Fassungen: Mir lag die DVD von Atomik Films aus Österreich vor = Uncut, Deutsch/Canto mit deutschen  Subs, gute (Helle Tag-Szenen) bis durchschnittliche (Nacht-Szenen) Bildqualität, nicht anamorph. Ist von dem US-Label Error 4444 angekündigt und soll noch dieses Jahr auf Blu-Ray erscheinen.