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Donnerstag, 17. April 2025

Stopmotion

Stopmotion

Story:

Nach dem Schlaganfall ihrer toxischen Mutter stürzt sich Ella Blake (Aisling Franciosi) in die Arbeit: sie will einen Stopmotion-Film drehen. Doch die Zeit der Trauer hat unangenehme Folgen für Ella Blake parat…

Meine Meinung:

Auf Stopmotion wurde ich dank einem Filmforum aufmerksam. Der Trailer sah gut aus. 2024 habe ich den Film am Brugggore Filmfestival verpasst, da ich das Live-Konzert von Claudio Simonetti schauen ging. Das hatte Priorität. Nun bekam ich den Film Ende 2024 als Wichtelgeschenk geschenkt. Den Film habe ich nun in der Gruppe angesehen und leider hat uns allen Stopmotion nicht gefallen. Ich wusste im Voraus nichts über den Film. Die Produktion aus England stammt von Robert Morgan.

Robert Morgan liefert damit sein Spielfilmdebüt. Er hat bereits zuvor Filmerfahrungen gesammelt, indem er Kurzfilme drehte, die alle folgendes  gemeinsam hatten: Stop-Motion Effekte. Dabei sind einige herrlich skurrile Werke wie The Cat with Hands (Test-Film und eigentlicher Film) oder sein Beitrag zum Anthologie Horrorfilme The ABCs of Death 2 entstanden. In The ABCs of Death 2 realisierte er die Story D IS FOR DELOUSED. Die war ziemlich cool. Stopmotion mit The Nightingale Star Aisling Franciosi in der Hauptrolle bot also viel Potenzial, um ein interessantes Spielfilmdebüt zu werden.

Doch leider war das $nicht der Fall. Das ist Pseudo-Arthouse Mist mit vorhersehbaren Inhalten, vielen Klischees, unendlich viele Längen (Film ist einfach nur langweilig und fühlte sich deutlich länger als 90 Minuten an), alle Figuren nerven und sind hassenswert und es gibt null Identifikationsfiguren zum Mitfiebern. Auf die Laufzeit berechnet würde ich sagen, dass nur ca. 15% des Filmes aus Stop-Motion Szenen bestehen. Sehr schade. Der Inhalt wäre als Kurzfilm besser geeignet gewesen. Dass David Cronenberg ein Vorbild von Robert Morgan ist, macht die Sache leider nicht besser. Es gibt vereinzelt hier und da nette Szenen (Fleisch, Effekte, Maden, eine Alptraum-Sequenz, eine kurze Bodyhorror Szenerie im Finale), aber viel zu wenig, um zu überzeugen.

Fazit: Da nervend und langweilig keine Empfehlung von meiner Seite her!

Infos:

O: Stopmotion

Grossbritannien 2023

R: Robert Morgan

D: Aisling Franciosi, Stella Gonet, Tom York, Caoilinn Springall, James Swanton

Laufzeit der US-Blu: Ca. 93 Min.

Gesehen am: 08.02.25

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von IFC Films = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs. Es gibt noch keine deutsche Fassung (Stand: Feb. 2025).

Sonntag, 9. Januar 2022

Tetsuo: The Bullet Man Review

NIFFF 2010 / Japanuary 2022

Tetsuo: The Bullet Man

Story:

Nachdem Anthonys (Eric Bossick) Sohn überfahren wird, mutiert dieser zu einem Metallwesen. Gleichzeitig fordert seine schwangere Frau, dass er den Mörder (Shinya Tsukamoto) ausfindig macht und richtet. Derweil findet Anthony immer mehr über die Hintergründe seiner Mutation heraus und dass sein Vater dabei eine Rolle spielte…

Meine Meinung:

Zu jedem Japanuary gibt es einen Tetsuo. Dies findet in diesem Jahr ein Ende, da es nur drei Teile gibt. Diese Fortsetzung war für Fans dennoch unerwartet und überraschend, da 2009 veröffentlicht während Teil zwei aus dem Jahr 1992 stammt. An einen dritten Film hat lange niemand mehr gedacht/gehofft/dies erwartet.

Und dann stammt der Film auch wieder von und mit Genie Shinya Tsukamoto (Marebito, Ichi the Killer). Die Erwartungen waren dementsprechend hoch. Als ich den Film vor zwölf Jahren am NIFFF sah, war ich wohl geblendet vor Euphorie. Denn der Film hat mir aktuell nicht mehr gut gefallen und Tetsuo: The Bullet Man fliegt sogar aus der Sammlung.

Im Vergleich zu Tetsuo 1 und 2 ist der dritte Film wirklich in allen Belangen schlechter. Das liegt an folgenden Gründen (ohne spezielle Reihenfolge):

1. Die Kameraführung ist viel zu verwackelt und unübersichtlich. Viele Details gehen verloren und/oder sind kaum zu erkennen. Um das geringe Budget zu kaschieren? In den ersten zwei Filmen war die Kameraarbeit zwar auch speziell und schnell, aber ohne, dass es sich störend auf einzelne Szenen auswirkte.

2. Der Plot und Inhalt sind viel zu normal. Die ersten zwei Filme sind deutlich abgedrehter un gehen mehr in die Ecke Arthouse. Teil drei bietet Hintergründe, Motive, Erklärungen und wirkt somit kommerzieller. Schade. Teilweise fühlte ich mich an eine Akte-X Folge erinnert (Experimente, Militärs, Vertuschungen etc.).

3. Figur Anthony und seine Frau und damit verbundene kitschige Klischees (sie ist noch schwanger etc.) nerven. Vor allem: warum musste es ein Ausländer sein? Hätte für mich mit einem Japaner besser funktioniert. Das ewige Englisch sprechen in einem japanischen Film ist einfach doof und nervt. Mit einer Hauptfigur, die man nicht sympathisch und charismatisch findet, kann ein Film zudem nicht funktionieren.

So kann ich den Film nur bedingt und nur Hardcore-Fans von Regisseur Shinya Tsukamoto empfehlen! In meinen Augen war Tetsuo: The Bullet Man eine Fortsetzung, die die Welt nicht braucht…

Infos:

O: Tetsuo: The Bullet Man

Japan 2009

R: Shinya Tsukamoto

D: Shinya Tsukamoto, Eric Bossick, Yûko Nakamura, Stephen Sarrazin, Tiger Charlie Gerhardt, Prakhar Jain

Laufzeit der US-DVD: 71:21 Min.

Gesehen am: NIFFF 2010 / Neusichtung am: Jan. 2022

Fassungen: Erstsichtung am NIFFF 2010 und nun als US-DVD von IFC Films / mpi media Group Disc gesehen = O-Ton, englische Subs, Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität. Englisch ist mehrheitlich O-Ton, da die Hauptfigur ein Amerikaner ist. Gibt es in Deutschland auf DVD oder Blu-Ray von Koch Media.

Dienstag, 6. Juli 2021

The Feast Review

NIFFF 2021 Spezial

The Feast

Story:

Delyth (Caroline Berry) und Familie (Sion Alun Davies, Julian Lewis Jones, Steffan Cennydd) inklusive Haushaltshilfe Cadi (Annes Elwy) erwarten zum Abend Gäste (Rhodri Meilir, Lisa Palfrey) und bereiten sich auf den Anlass vor. Alles soll perfekt werden. Doch das Dinner endet nicht wie geplant…

Meine Meinung:

Auf The Feast (am NIFFF) war ich aus zwei Gründen gespannt: Erstens wusste ich nicht, ob der Film, der in walisischer Sprache gedreht wurde, englische Untertitel haben würde oder nicht (man las dazu unterschiedliche Angaben) und zweitens gibt es (zumindest Mitte Juni des Jahres, als das NIFFF Programm Online ging) keine Trailer zum Film und ich las ein Wort, welches meine Neugier weckte: Slow burner!

Und ja: The Feast ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Slow burner! Und was für einer! Nebst In the Earth der bisher beste Film am diesjährigen NIFFF. Es lohnt sich, weder Inhaltsangaben noch Trailer (sollte es sie jetzt geben) zu lesen und/oder zu sichten damit keine Überraschungen verloren gehen (meine Story-Angabe ist diesbezüglich ungefährlich).

The Feast ist ein interessanter, langsamer und packender slow burner der hervorragend gespielt ist. Cast und Crew sind mir total unbekannt. Die Auswahl war jedoch eingeschränkter als üblich, da die Darsteller der walisischen Sprache mächtig sein mussten. Der Inhalt ist nicht primär wichtig (und auch nicht, ob am Ende alles erklärt wird oder nicht = Neusichtungen lohnen um neue Details zu entdecken!). Einzelne Szenen sind wirklich komisch und schräg. Dasselbe gilt für die Charaktere und ihre Eigenschaften.

Optisch und schauspielerisch ist The Feast ein Genuss, ebenso von der Stimmung her. Die Bedrohung kommt näher und näher und näher. Das Ungewisse und nicht zu wissen, was auf den Zuschauer (oder die Figuren im Film) zukommt, ist ein tolles Gefühl. Dazu gibt es zwei-drei wirklich eklige Szenen, die mir ein Lächeln entlockt haben. Was hatte ich bei diesen Szenen für Freude! Seit gewarnt: das kann nur so empfunden werden, wenn dafür eine ganz tiefe Vorliebe für ganz derben Humor besteht (à la Edward Lee Romane).

Fazit: Ein langsamer Film. Aber das Warten lohnt sich!

Infos:

O: The Feast

Grossbritannien 2021

R: Lee Haven Jones

D: Caroline Berry, Sion Alun Davies, Julian Lewis Jones, Steffan Cennydd, Annes Elwy, Rhodri Meilir, Lisa Palfrey

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 93 Min.

Gesehen am: NIFFF 2021

Fassungen: Gesehen am NIFFF im O-Ton (Walisisch) mit englischen und franz. Subs. Es gibt noch keine DVD/Blu-Ray (Stand: Juli 2021). Nachtrag 18.07.23: für eine 2. Sichtung lag mir die US-Blu-Ray von IFC Midnight vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität. Der Film gefällt auch nach der 2. Sichtung. Es gab mehr "Horrorparts" im Finale, als ich in Erinnerung hatte. Zudem fangen sie, zwar subtil und langsam, schon vor dem Finale, zu wirken an.

Mittwoch, 15. April 2020

The Human Centipede 2 (Full Sequence) Review

The Human Centipede 2 (Full Sequence)

Story:

Martin (Laurence R. Harvey), der von seinem Vater, der im Gefängnis sitzt, sexuell missbrauch wurde und dadurch zum Feindbild seiner Mutter (Vivien Bridson) wurde, die ihn am liebsten töten würde, ist besessen vom Film The Human Centipede. Als sein Leben mehr und mehr aus den Fugen gerät, umso mehr giert sich Martin in Perversionen, die er plant, in die Tat umzusetzen: die Erschaffung eines menschlichen Tausendfüsslers…

Meine Meinung:

Der zweite Teil der The Human Centipede Reihe hat die 2. Sichtung nicht bestanden, wie erwartet. Der Film gefällt mir deutlich und massiv schlechter als im März 2012. Der Film wird aus der Sammlung verbannt. The Human Centipede 2 verkauft Teil eins als Film – d.h. es gibt Film-im-Film Motive und leider keinen Dieter Laser mehr zu sehen.

Der Film, der bei Veröffentlichung in s/w gezeigt wurde (erst später auf diversen Heimmedien, wurde eine zusätzliche Farbfassung integriert), generiert, zumindest am Anfang, eine sonderbare Atmosphäre, die eine gewisse Faszination ausstrahlt und der man sich nur schwer entziehen kann. Zudem spielt Dieter Laser «Ersatz» Laurence R. Harvey, der ähnlich wie die Darsteller in Der Goldene Handschuh Mut zur Hässlichkeit beweist, stark und eindrücklich, so dass er dann auch in Teil drei an der Seite von Dieter Laser mitwirken durfte.

Damit hat es sich schon – was die positiven Aspekte des Filmes angehen. Die Story ist total unrealistisch, unglaubwürdig und stinklangweilig. Ich musste spulen. Dem menschlichen Tausendfüssler werden deutlich zu wenig Szenen gewidmet. Das Fangen der Opfer nimmt viel zu viel Platz ein – und auch diese Szenen sind total unrealistisch (wie auch die «Amateur-Operation» in der Lagerhalle). Dazu noch Inhalte wie das Quentin Tarantino Casting = unglaubwürdiger geht nicht.

Ein weiterer extremer Negativpunkt ist die Tatsache, dass die Figuren allesamt nerven, negativ, unglaubwürdig, übertrieben und oberflächlich dargestellt werden. Gerade Figuren wie Martins Mutter, sein Therapeut oder der laut musikhörende Nachbar sind absolut miserabel dargestellt – so was von übertrieben, dass man das nicht ernst nehmen kann = à la die Figurenzeichnung in Rob Zombies Halloween 2, nur etwa zehn Mal schlimmer und extremer.

Wo Teil eins geschickt unterhalten aber auch doch hier und da ein Schmunzeln beim Zuschauer auslösen konnte, langweilt und ekelt Teil zwei nur an. Der Film ist todernst und ohne Funken Humor. Die Filmemacher gingen den «Sicko» weg und wollten, um jeden Preis und koste es was es wolle, nur eins: Tabus brechen und schocken. Der Film ist derber, expliziter und tabubrechender als Teil eins. Die Effekte-Anzahl grösser, der Film blutiger. Es war auch mehr Budget vorhanden.

Doch der Film wirkt schlussendlich zu gewollt auf Ekel getrimmt, so dass der Zuschauer trotz einigen ekligen Szenen nicht wirklich vor den Kopf gestossen wird bzw. kann der Film auch in der Hinsicht nicht überzeugen (die Szene mit der Schwangeren und dem Baby z.B. war an Übertreibung und Lächerlichkeit kaum zu übertreffen). Mit Arthouse hat das schon gar nichts zu tun – viel Hype ist entstanden, der dem Film, ähnlich wie beim serbischen Kollegen, A Serbian Film, nicht gerecht wird. Viel heisse Luft um nichts.

Fazit: Teil zwei lohnt sich in keiner Art und Weise – bewusst auf Ekel, Schocks und Tabubrüche aus – überzeugt der total langweilige und überbewertete Film nicht.


Infos:

O: The Human Centipede 2 (Full Sequence)

USA 2011

R: Tom Six

D: Laurence R. Harvey, Katherine Templar, Lee Harris, Maddi Black, Bill Hutchens

Laufzeit der US-Blu Ray: 90:46 Min.

Gesehen am: März 2012 / Review überarbeitet am: 15.04.20

Fassungen: Mir lag die US-Blu Ray von IFC vor = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, exklusive Extras, O-Ton und englische Subs vorhanden. In Deutschland ist der Film nur zensiert zu haben. Wie bei Teil eins muss man Umwege über Österreich in Kauf nehmen, um den Film Uncut und in Deutsch zu sichten (wobei viel gesprochen wird im Film so oder so nicht).