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Dienstag, 7. Juli 2026

NIFFF 3. bis 4. Tag

Ich schlief schlecht. Da ich Freitag bis Samstag für meine Verhältnisse lang geschlafen habe, war ich nun abends nicht müde. Ich schlief am Ende zwischen vier bis fünf Stunden (und wurde noch von einer Mücke angegriffen, die ich aber schnell abwehren konnte) und stand bereits um 07.00 Uhr auf. Theoretisch hätte ich noch länger schlafen können (ich würde das Haus erst um 10.15 Uhr verlassen), aber ich habe gerne Zeit am Morgen und mag es nicht stressig. Ich ass extra nichts, da ich heute am Mittag in Neuchatel mit dem Kumpel aus Zürich essen gehen würde. Wie bereits gestern gab es von Bern keine Direktverbindung nach Neuchatel. Nun wusste ich aber Bescheid. Mir gelang es sogar, ungeplant, auf eine frühere Zugverbindung, so dass ich bereits um ca. 11.30 Uhr in Neuchatel ankam, statt um 12.00 Uhr. Am Bahnhof stand ich in eine Pfütze und rutschte in dieser fast aus. Ich weiss nicht, was es war, wahrscheinlich nur Wasser (da nicht klebrig, im Geruch neutral). Dennoch ging ich draussen (Brunnen) meine Wade und später auf einem WC meine Hand noch mit Seife waschen.

Ich holte den Kumpel vom Hotel ab, welches er sehr lobt. Ich denke, wenn ich in Zukunft auch Mal wieder vor Ort in Neuchatel verweilen würde, dann auch in dem Hotel (= Hotel Beaulac) wie er. Unsere ersten Filme würden heute um 16.45 Uhr starten. Spät. Wir hatten zum Start unterschiedliche Filme. Wir liefen fiel (am Ende über 10'000 Schritte) und sahen uns mögliche Restaurant-Optionen an. Denn wir hatten mehrere Stunden Zeit. Ich zeigte ihm Gegenden, die er von Neuchatel noch nicht kannte. Er war inzwischen wieder sehr sonnig und warm. Toll. Wir entschieden uns für das Okapi Restaurant = siehe Restaurant Bericht. Danach suchten wir einen Geld Automaten, da ich gezahlt hatte (Vorschlag des Kumpels) damit mir der Kollege das Geld zurückgeben konnte (ich habe nicht mehr viel für den Monat). Danach liefen wir über eine neue Route zum Bahnhof, wo wir uns mit kalten Getränken und ich auch mit einem Sandwich eindeckte. Das Sandwich sollte als Abendessen, wenn ich abends wieder nach Bern fuhr, fungieren. Nach den zwei Desserts und nachdem ich am Bahnhof Neuchatel noch viel trank (Red Bull ohne Zucker, Café Latte) war mir fast etwas schlecht. Im Gegensatz zu gestern hatte ich in einer kurzen Zeitspanne sehr viel gegessen und getrunken.



Danach gingen wir am Nachmittag noch ins Les Brasseurs etwas kaltes Trinken. Und ich nahm dort meine 3. Crème Brulée. Die war ebenfalls sehr fein, aber danach wurde mir wirklich kurz schlecht. Auch das Cola füllte mich gut ab. Aber nach ca. 10-15 Min. besserte es sich wieder. Vor dem ersten Film ging der Kumpel noch kurz ins Hotel, während ich noch etwas im Les Brasseurs blieb. Mich zog es danach noch kurz an den See, ehe mein erster Film startete. Ghost in the Cell war total ausverkauft. Am Wochenende muss damit am NIFFF gerechnet werden. Das Kino war sehr warm, da kein Klimaanlagengebrauch. Ich hatte schon etwas Mühe im Kino. Mit der Wärme und mit dem Sitzen. Zudem kamen erneut diverse unappetitliche Gerüche auf. Danach hetzte ich gleich in die nächste Vorstellung. The Furious. Da gab es Probleme mit dem Ticket, aber als sie es nochmals probierte (auf meine Aufforderung hin, sie wollte mich an die Kasse schicken), ging es. Der Kumpel war bereits im Kino und hielt Plätze frei. Die Vorstellung war total ausverkauft. Es war kühler, aber mein Gesäss tat weh und es war eine mühsame Sichtung. Der Film hat mich leider enttäuscht, auch wenn ich da ziemlich allein dastand (viele Szenen, die während der Sichtung beklatscht wurden, haben mir nicht gefallen), auch wenn es auf Letterboxd über 70 Seiten schlechte bis mittelmässige Meinungen zum Film gibt. Ich fühlte mich «anders», was aber vollkommen okay ist. Der Vorsteller war mühsam. Kostete wertvolle Zeit, war laut meinem Kumpel auf Koks und es fand eine Versteigerung von, so wie es aussah, Postern statt.



Der Kumpel ging danach erneut ins Hotel, da er noch einen weiteren Film auf seinem Programm stehen hatte. Mich zog es zum Bahnhof, wo ich nach Hause fuhr. Es war eine andere Verbindung als gestern, so dass ich heute nicht nach Hause laufen würde. Ich hatte keinen Hunger und sah mir das Fussball-Spiel zwischen Norwegen und Brasilien an. Die Rückreise war mühsam. Eine Mutter mit zwei oder drei Kindern machte 30 Minuten Dauerlärm. Und wirklich lauten Lärm. Die Mutter liess ihre Kinder einfach machen. Ich bin einmal mehr froh, selbst keine Kinder zu haben. Danach ging es im Westside ins Tram. Dieses war total heiss und wurde scheinbar den ganzen Abend nicht klimatisiert. Auch während der Fahrt hielt es der Fahrer nicht für nötig, die Klimaanlage zu gebrauchen. Er hatte sogar das Fenster in seiner Sitzkammer geöffnet so dass alle die Musik hören konnten, welche er abspielte. Mühsam. Im Europaplatz wechselte ich dann auf den Zug und schaute mir das Fussballspiel zu Ende an (mit schönem Ende), während ich bereits die zwei Reviews schrieb. Das Sandwich ass ich dann erst zwischen 00.00-01.00 Uhr, ehe es mich um ca. 01.20 Uhr ins Bett zog. Zwar würde bald noch England - Mexiko gezeigt werden (02.00 Uhr), aber darauf hatte ich dann trotzdem keine Lust mehr.

Diese Nacht schlief ich länger. Um 09.30 Uhr hiess es aufstehen und noch letzte Berichte fertig schreiben. Dann musste ich unbedingt noch kurz einkaufen gehen (Kaffeerahm) und die Katzenkisten machen. Heute war es heisser als in den letzten Tagen, das merkte ich bereits auf dem Weg zum Einkaufen. Heute könnte es sein, dass ich auf Regisseur Quarxx treffen würde. Dessen Film (The Ones Who Grieve) wird heute gezeigt. Er wird, wenn ich nicht irre, drei Tage vor Ort sein. So suchte ich die französische Blu-Ray von All the Gods in the Sky und die Stifte zum Signieren (bis ich die gefunden hatte…). Packte ich Mal vorsichtshalber ein. Ich machte mich auf den Weg und ich sollte um ca. 16.00 Uhr in Neuchatel sein (der erste Film würde um 17.00 Uhr starten). Ich war jedoch erneut 30 Min. früher in Neuchatel.

Dort musste ich am Bahnhof erstmal etwas zu Essen und Trinken kaufen. Ein Schokoladenriegel war das Erste, was ich um ca. 15.30 Uhr heute ass. Danach ging ich in die Passage schauen, ob ich Quarxx sehen würde. Angeblich stellt er nur heute seinen Film vor, auch wenn dieser noch ein zweites Mal gezeigt würde. Ich sah keinen Quarxx. Also ging ich noch an den See. Der erste Film lief leider wieder im Kino Studio. Ich wurde müde, aber das besserte sich mit dem Verlauf des Filmes (Hen Vorstellung). Und dann das: die haben das Kino, obwohl nicht ausverkauft wie am Wochenende, tatsächlich Mal gekühlt! Auch vor der Vorstellung von The Ones Who Grieve sah ich Regisseur Quarxx nicht. Erst auf der Bühne, als er den Film vorstellte. Er macht einen leicht nervösen, aber auch schrillen Eindruck. Er sah den Film auch komplett an und danach gab es wohl noch ein Q&A. Danach hatte ich aber keine Lust zu warten, sondern wollte nach Hause. Ich war müde und so wichtig war mir ein Autogramm von Quarxx jetzt nicht, dass ich extra (z.B. draussen vor dem Kino) warten wollte. Um 22.00 Uhr hiess es ab nach Hause. Ich schaute mir noch Fussball an (Portugal gegen Spanien = ziemlicher Grottenkick) und musste im Zug zweimal den Platz wechseln, da ich von einer ekligen Fliege attackiert wurde. Statt bis nach Bern zu fahren und dort lange am Bahnhof zu warten, lief ich heute vom Westside im Dunkeln nach Hause (30 Min.). Trotz falscher Schuhe und unbequemem Weg über das Feld. So war ich ca. 20-30 Min. früher zu Hause, als wenn ich mit dem ÖV über Bern gefahren wäre. Schade, dass die Station Riedbach regulär gar nicht bedient wird. Das schien am Wochenende nur eine Ausnahme gewesen zu sein. Mal schauen, ob es Verbindungen von Neuchatel nach Riedbach gibt, ggf. mit einer anderen Verbindung. Zuhause ass ich dann noch ein zweites Sandwich da wieder Hunger habend und um 00.00 Uhr ging es ins Bett.






The Ones Who Grieve

NIFFF 2026 Spezial

The Ones Who Grieve

Story:

Im 19. Jahrhundert vor dem 1. Weltkrieg:

Eine Krankheit namens «Black Veil» sorgt für Angst und Schrecken. Zélie (Zélie Rixhon) und ihre Mutter (Isabelle Anciaux) werden von ihrem streng religiösen Vater und Ehemann Jacob (Thierry Frémont) terrorisiert und schikaniert. Jacob wünscht sich noch einen Sohn und hat derweil alle Hände voll zu tun, um Infizierte zu beseitigen. Als ein Infizierter auf dem Dachboden der Scheune auftaucht sieht Zélie eine mögliche Chance gekommen, ihren Vater damit beseitigen zu lassen…

Meine Meinung:

Mit Quarxx kam ich auch an einem vergangenen NIFFF erstmals in Berührung, als ich mir All the Gods in the Sky ansah. Diesen fand ich dazumal sehr interessant. The Ones Who Grieve ist nun bereits der dritte Spielfilm von Quarxx, der am NIFFF zu sehen ist. Pandemonium habe ich letztes oder vorletztes Jahr verpasst und/oder ausgelassen. Quarxx ist für sein kontroverses und provokantes Kino bekannt, daher buchte ich The Ones Who Grieve.

Quarxx stellte den Film am NIFFF vor. Es geht um das Patriarchat, sagte er, und er sah sich danach den kompletten Film, wenn ich nicht irre, handelte es sich um die Weltpremiere, vor Ort an. Und er erwähnte «Zombies» und meinte damit wohl die Opfer der Seuche «Black Veil». The Ones Who Grieve ist erneut ein nicht uninteressanter, spezieller und auch provokanter Film. Jedoch konnte mich der Film weniger fesseln als All the Gods in the Sky. Quarxx arbeitet hier wieder mit Schauspielern aus seinen vergangenen Filmen zusammen.

The Ones Who Grieve wirkte fast zu überladen und übertrieben. Teilweise hatte ich auch fast mehr den Eindruck, eine Art Satire und Parodie zu sehen. Quarxx sprach vom Patriarchat und das wird in dem Film und deren Darstellung massiv auf die Spitze getrieben. Und das kam auch bei den Zuschauern des Filmes nicht gut an. Auf Letterboxd schrieb z.B. jemand: «Introduced as a film about patriarchy and there is no arguing that. It may be 100% critical of the monsters it portrays but factually this is just two hours of women suffering, pointless.».

Ich fragte mich, ob es Quarxx wirklich darum ging, dass Patriarchat kritisch darzustellen oder ob er mehr mit der Erwartungshaltung der Zuschauer zu dem Thema spielte. Denn Jacob ist wirklich ein sehr grosses Ekel, aber teilweise mutet der Film fast mehr wie eine schwarze Komödie an, als ein echtes Drama. Und wenn jemand wie Jacob so wie im Film dargestellt wird und von allen mehr und mehr gehasst wird, was sollte dann das Ende? Das dürfte so ziemlich alle Zuschauer vor den Kopf stossen. Wo bleibt die Gerechtigkeit? Das das nicht gefallen wird, kann ich verstehen. Der Applaus am Ende war sehr verhalten. Ich denke, viele waren aufgrund des Endes irritiert. Auf der anderen Seite gefiel mir das. Denn so lässt sich ein Regisseur nicht in eine Schublade stecken.

Der Film ist technisch gut gemacht, mehr oder weniger «unterhaltsam» (die Zeit geht beim Schauen vorbei) und als Zuschauer stellt man sich die Frage, wo der Film hinsteuert. Jedoch wirkt der Film mit seinen Themen auch überladen und einige Dinge hätten besser beleuchtet und/oder ggf. besser weggelassen werden sollen. Patriarchat, Kritik an Religion und Kirche, Seuche, Wissenschaft vs. Religion oder Mad-scientist Motive, Familiendrama, sucht es euch aus. Und was sollte die Szene, in der sich die Mutter einen riesigen Wurm (?) oder Parasiten (?) aus der Vagina oder dem Anus zieht? Schade, wurde darauf nicht mehr eingegangen…

Fazit: Quarxx dürfte mit seinem neusten Film erneut polarisieren = alles richtig gemacht!

Infos:

O: Les Âmes en peine

Frankreich 2026

R: Quarxx

D: Thierry Frémont, Zélie Rixhon, Isabelle Anciaux

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 116 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).

Hen

NIFFF 2026 Spezial

 

Hen

Story:

Dawid (Stian Bam) finden in der südafrikanischen Einöde die Überbleibsel eines Massakers vor. Er vergräbt die Opfer und findet in einer Truhe eingesperrt einen stark eingeschüchterten, verletzen und verwilderten Jungen, der sich später als Lukas (Dawian van der Westhuizen) vorstellt. Dawid nimmt den Jungen zu sich nach Hause. Dawid und seine Ehefrau (Amalia Uys) beschliessen, den Jungen bei sich aufzunehmen…

Meine Meinung:

Hen stellt am diesjährigen NIFFF den bisher besten und interessantesten Film dar. Ich wusste praktisch gar nichts, als ich Hen gebucht habe. Es handelt sich um einen südafrikanischen Film von Nico Scheepers. Ein Regie-Debüt. Dieses darf als gelungen bezeichnet werden. Der Film, der komplett in s/w Bilder gedreht wurde (stark, was für Bilder uns hier präsentiert werden!), ist ein Mix aus Arthouse, Horror (hier und da fällt in anderen Berichten auch das Wort Folkhorror) und ein Slowburner.

Hen bietet von Anfang an fantastische Bilder. Die Kameraführung ist ein Genuss. Die Isolation des Landes und später auf der Farm werden wunderbar stimmungsvoll eingefangen. Der Film ist für einen Slowburner sehr langsam in seiner Entwicklung. Es fallen lange keine Dialoge, und ich musste etwas gegen die Müdigkeit ankämpfen, da zu bequeme Kinositze, über 30 Grad und ich war müde. Aber nach und nach fesselte mich der Plot mit dem Verlauf der Handlung. Natürlich kann der Zuschauer einige Sachen vorhersehen. Ansonsten sei gesagt, dass es viel Tierleid zu sehen gibt. Wer damit ein Problem hat, sollte Hen ggf. meiden.

Was die Hintergründe und Hintergedanken des Regisseurs sind, ist mir nicht bekannt. Die NIFFF Vorstellerin sprach von der Kolonisierung (falls ich das korrekt verstanden habe). Aber eigentlich hatte der Film damit nicht wirklich was zu tun, fand ich. Das ist auch gut so. Manchmal ist es besser, wie à la Backrooms, am Ende keine klaren Antworten zu bekommen. So macht später auch eine neue Sichtung Spass und/oder man geniesst einfach die Bilder und das Schauspiel. Und letzteres war absolut herausragend. Stian Bam und Amalia Uys waren in ihren Rollen überzeugen und Dawian van der Westhuizen spielt den kleinen Jungen absolut phänomenal.

Fazit: Sehenswertes und nicht uninteressantes Regiedebüt!

Infos:

O: Hen

Südafrika 2025

R: Nico Scheepers

D: Dawian van der Westhuizen, Amalia Ulys, Stian Bam

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 109 Min.

Gesehen am: NIFFF 2026

Fassungen: Gesehen am NIFFF 2026 im Originalton und ggf. mit englischen Untertiteln. Es gibt noch keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2026).