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Dienstag, 14. April 2026

The Outlaw Brothers



The Outlaw Brothers

Story:

Autodiebe (Frankie Chan, Max Mok) und eine Polizistin (Yukari Oshima) sind hinter einer Gangster-Bande (Michiko Nishiwaki, Jeff Falcon, Vincent Lyn, Mark Houghton) her…

Meine Meinung:

The Outlaw Brothers ist sicherlich einer der besten Filme von und mit Frankie Chan (Fun and Fury, Goodbye My Love, A Warrior's Tragedy) und mit Yukari Oshima (Devil Cat, Brave Young Girls, Blood Sister). Es handelt sich um eine Actionkomödie im modernen Setting. Man könnte fast von einem HK-Remake des US-Filmes Gone in 60 Seconds (aus dem Jahr 1974, erfuhr auch ein US-Remake) sprechen. The Outlaw Brothers wartet mit einem tollen Cast und superben Kampfszenen auf. Fans dieses HK-Filmzeitalters dürften mit The Outlaw Brothers bestens bedient werden.

Der Mix aus mehrheitlich harmloser Action und Humor funktioniert gut. Frankie Chan und Yukari Oshima harmonieren prächtig. Ihre Kampfszenen sind erste Sahne. Allgemein sind die Kampfszenen und deren Choreographie einfach nur spektakulär, rasant und innovativ. Diese wurde von fähigen Männern, u.a. Fung Hak-On (Edge of Darkness), der im Film auf einen Gastauftritt hinlegt, choreographiert. Im Finale durfte dann sogar noch Jackie Chan (Battle Creek Brawl) vorbeischauen und half mit, eine Szene zu choreographieren.

Besonders cool ist auch die Tatsache, dass hier mehrere ausländische Kämpfer in einem Film, und vor allem im sehenswerten Finale, vereint zu sehen sind. Deren Kämpfe sind der Wahnsinn. Da kämpfen Yukari Oshima und Frankie Chan abwechselnd gegen Namen wie Vincent Lyn (Robotrix), Mark Houghton (Angel Terminators) und Jeff Falcon (Caged Beauties). Vor allem letzterer konnte sich von seiner allerbesten Seite zeigen. Max Mok (An Eye for an Eye) bekommt wenig Kampfszenen spendiert. Nebst Yukari Oshima gefallen bei den Mädels ansonsten noch Sharon Kwok Sau-Wan (Lethal Panther 2) sowie Sheila Chan Suk-Lan (Prince of the Sun).

In weiteren Gastauftitten sind Namen wie Dan Mintz (Fatal Termination) und Chiang Tao (The Savage 5) auszumachen. Sheila Chan Suk-Lan sorgt mit ihrer Rolle für heutige Verhältnisse auch für viele politisch unkorrekte Szenen, was ich sehr mochte. Da ging im Kino auch hier und da ein raunen durch die Ränge. Ich bin sicher, dass der Film in Kantonesisch noch besser und lustiger rüberkommt. Einziger Schwachpunkt des Filmes: dass Michiko Nishiwaki (The Dragon Fighter) praktisch nichts von ihrem Kampftalent zeigen darf und im Finale auch nicht im Kampf besiegt wird. Das glich Potenzialverschwendung…

Fazit: Must Have Titel!

Infos:

O: Jui Gaai Chaak Paak Dong

HK 1990

R: Frankie Chan

D: Frankie Chan, Yukari Oshima, Max Mok, Michiko Nishiwaki, Jeff Falcon, Vincent Lyn, Mark Houghton, Sharon Kwok Sau-Wan, Sheila Chan Suk-Lan, Dan Mintz, Chiang Tao, Michael Miu Kiu-Wai, Fung Hak-On

Laufzeit der UK-Fassung: 96:42 Min.

Gesehen am: Nov. 2007 / Neusichtung am: 12.04.26

Fassungen: Ich sah den Film in London im Kino (Event mit Yukari Oshima). Dort lief leider nur eine leicht zensierte (typische UK-Zensur) Fassung, zudem nur Englisch Dubbed (mit chinesischen Subs). Zudem war die Fassung sehr dunkel. Zuhause habe ich die UK-DVD von HKL stehen = In Tiergewalt zensiert, sonst Uncut, auch O-Ton und englische Subs plus exklusive Extras (Bey Logan AK, u.a. Interview mit Vincent Lyn und Yukari Oshima). Wer den Uncut (auf DVD) haben möchte, sollte zur DVD aus den USA greifen. Die deutsche DVD (als Born to Fight 4) ist zwar auch Uncut und in Sachen Bildqualität massiv heller als die UK-DVD, dafür gibt es zum Originalton keine Untertitel = kein Kauf. Warten und hoffen, dass der irgendwann auf Blu-Ray erscheint…

Dienstag, 10. Februar 2026

The Bell from Hell

 

The Bell from Hell

Story:

Juan (Renaud Verley) wird unter Auflagen aus einer Nervenanstalt entlassen. Das passt Juans Tante, welche drei Töchter hat, nicht in den Kram. Diese kann im Moment über das Erbe verfügen, doch steht es eigentlich Juan zu. Juan vermutet, dass seine Tante ihn bewusst in die Anstalt steckte, um an das Gesamtvermögen seiner verstorbenen Mutter zu kommen. Oder ist Juan wirklich verrückt und krank?

Meine Meinung:

The Bell from Hell ist der erste Spielfilm, den ich mir aus Severin Films Box Exorcismo: Defying a Dictator & Raising Hell in Post-Franco Spain angesehen habe. Und die Sichtung hat sich gelohnt. Ich wurde positiv überrascht. Der Film und Inhalt boten mehr, als ich erwartet hätten und waren definitiv weniger 08/15, als ich zuerst dachte. Teilweise hat der Film fast schon Gialli Vibes und mutet zudem schön surreal an. Der Film von Claudio Guerín ist extrem stimmungsvoll inszeniert. Der Dreh endet für Claudio Guerín tragisch: er verstarb am letzten Drehtag und der Film wurde von seinem Onkel fertiggestellt.

Ich empfand den Inhalt und dessen Verlauf als interessant, spannend, rätselhaft, mysteriös und fesselnd. Bevor ich mich in den Film einverleiben konnte, musste ich aber erst den Vorspann des Werkes überstehen. In diesem wurden echte Schlachthof-Sequenzen gefilmt und diese Szenen waren alles andere als leicht zu ertragen, besonders die Schreie der Kühe. Immerhin wurden die Tiere nicht extra für den Film getötet, dennoch unschöne Momente, die im späteren Verlauf jedoch so was wie eine Metapher darstellen sollten (und erinnerte leicht an den spanischen Film Cannibal Man).

Der Film ist gut gespielt und bleibt bis zum überraschenden Ende sehenswert. Mir hat es sehr gut gefallen. Auffallend waren auch einige sehr innovative und spezielle Kameraeinstellungen. Auch der Einbezug von diversen Tieren war spannend. Hier und da fühlte ich mich fast leicht an Phenomena von Dario Argento erinnert. Die Musik passte auch immer wunderbar dazu. Und hier und da gibt es nebst fiesen, sleazigen Hintergrundgedanken auch ab und zu einen Hauch unterschwellige Erotik zu erhaschen, ohne dabei jedoch sonderlich explizit zu werden.

Die mir unbekannten Darsteller um Renaud Verley (Franzose), Viveca Lindfors (Creepshow), Alfredo Mayo (In the Folds of the Flesh), Maribel Martín (The Blood Spattered Bride), Nuria Gimeno (The Orgies of Dr. Orloff) und Christina von Blanc (A Virgin Among the Living Dead) haben ihre Sache mehr als ordentlich gemacht. Zudem waren sie im damaligen europäischen Genre-Kino, wie man sieht, gut vertreten und bringen Erfahrung und Talent mit. So darf es (mit der Box von Severin Films) gerne weitergehen. Ich wurde durch und durch positiv überrascht! Bitte mehr davon!

Infos:

O: La Campana del Infierno

Frankreich, Spanien 1973

R: Claudio Guerin Hill, Juan Antonio Bardem

D: Viveca Lindfors, Renaud Verley, Alfredo Mayo, Christine Betzner, Juan Cazalilla

Laufzeit der US-Blu: Ca. 97 Min.

Gesehen am: 10.02.26

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Severin Films (Exorcismo: Defying a Dictator & Raising Hell in Post-Franco Spain Box) vor = absolut hervorragende Bild- und Tonqualität, Uncut, spanischer O-Ton mit englischen Subs (2-3 Dialoge sind auch in der spanischen Originalfassung nur auf Englisch). Als Bonus gibt es u.a. einen Kurzfilm von Regisseur Claudio Guerin Hill. In Österreich wurde eine deutschsprachige Uncut-DVD veröffentlicht. Deren Titel lautet: Ein Toter lacht als Letzter.

Samstag, 20. Dezember 2025

Beauty and the Beast Review

Beauty and the Beast

Story:

Ein Geschäftsmann (Václav Voska) verliert sein Vermögen. Durch Zufall hilft ihm ein im Wald lebendes Monster (Vlastimil Harapes). Dafür muss der Vater jedoch eine seiner drei Töchter an das Monster abgeben. Als die jüngste Töchter Julie (Zdena Studenková) davon erfährt, will sie ihrem Vater helfen und macht sich freiwillig zum Monster auf…

Meine Meinung:

Beauty and the Beast ist ursprünglich ein französisches Märchen, welches oftmals verfilmt wurde. Auf die Schnelle kommt mir nur der BIFFF-Beitrag Your Monster in den Sinn, der sich der Idee bedient. Oder den franz. Kunstklassiker The Beast. Ob ich jemals andere Verfilmungen mit der Thematik sah, daran kann ich mich zumindest aktuell nicht erinnern. Beauty and the Beast von Juraj Herz (drehte auch den sehenswerten The Cremator) stellt dabei eine eher düstere Variante aus dem Jahr 1978 dar.

Ob sich der Film inhaltlich ans Original-Märchen hält oder nicht, kann ich daher nicht sagen. Der Film ist, vor allem optisch und stimmungsvoll, gelungen. Die düstere Note tut dem Film gut. Die Bilder haben mir, wir auch das Aussehen des Monsters, gefallen. Wie im Tierhorrorfilm Genre zeigen die Filmemacher zu Beginn nur wenig von der Kreateur, um die Spannung hochzuhalten. Das Aussehen des Monsters fand ich kreativ und innovativ. Das Setting im Wald ist auch gut gewählt. Einige Zuschauer dürften Mühe haben, wie Tiere im Film behandelt werden. Zu Beginn gibt es (echte) Schlachtungen und später sehen wir gestresste Pferde im Wald, wenn es um Feuer-Stunts geht.

Dennoch hat mich der Film und Inhalt nicht wirklich gepackt. Ich nahm es eher gleichgültig hin. Zudem waren mir die Schicksale der Figuren, ganz ehrlich, auch relativ egal. Egal ob Vater und die jüngste Tochter oder das einsame Dasein, welches das «Biest» im Wald fristet. Es hat mich nicht berührt, gefesselt oder Gefühle in mir ausgelöst. Im Gegenteil: es hat mich kalt gelassen. Cool fand ich die Kameraarbeit. Teilweise kommen hier schon sehr früh Ego-Shooter Perspektiven à la Hardcore Henry, Freitag der 13. oder Maniac auf. Das empfand ich als cool und damit war der Film seiner Zeit weit voraus.

Fazit: Ein Film mit Licht und Schatten. Durchschnittswerk aus Severin Films Vol. 2 (siehe Fassungen)…

Infos:

O: Panna a netvor

Tschechoslowakei 1978

R: Juraj Herz

D: Zdena Studenková, Vlastimil Harapes, Václav Voska, Jana Brejchová

Laufzeit der US-Blu: Ca. 91 Min.

Gesehen am: 01.12.25

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Severin Films via All the Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2. Der Film liegt Uncut, im O-Ton und mit englischen Subs vor. Als Kurzfilm gibt es Interviews mit dem Regisseur und der Hauptdarstellerin inklusive eines Kurzfilmes. Die Bildqualität ist gut, aber nicht auf Blu-Ray Niveau, was ggf. am Ausgangsmaterial liegt. In Deutschland wurde der Film als Die Jungfrau und das Ungeheuer (welches auch komplett auf dem Frontcover zu sehen ist = Spannung gekillt) auf Blu-Ray veröffentlicht.

Freitag, 28. November 2025

Paganini Review

Paganini

Story:

Der Film zeigt das Leben des begnadeten Violinisten Paganini (Klaus Kinski), der sich durch sein Können einen Namen gemacht hat. Künstler auf der einen Seite und Frauenheld auf der anderen Seite, mit all seinen Schattenseiten…

Meine Meinung (Director's Cut):

Als Klaus Kinski (Jack the Ripper, The Hand That Feeds the Dead, Der letzte Ritt nach Santa Cruz) noch für Nosferatu in Venedig vor der Kamera stand, war ihm sein nächstes Projekt, eines seiner persönlichsten Werke, bereits bekannt: er wollte in die Rolle des italienischen Violinisten Paganini schlüpfen. Ein Künstler und eine Legende. Kinski hat seine Version von Paganini auf die Leinwand gezaubert. Er spielte die Hauptrolle (als Paganini), schrieb das Drehbuch und führte Regie (es sollte seine einzige Regiearbeit werden).

Dabei lässt Kinski jedoch auch sein Leben in den Film fliessen. Es ist also nicht nur eine Biografie von Paganini, sondern es steckt auch ganz viel Kinski im Film. Der Film wirkt so, als hätte Werner Herzog Regie geführt (ausgenommen die expliziten Sexszenen und die Tier-Snuff-Momente). Der Film kann definitiv dem Arthouse-Kino zugeschrieben werden. Paganini hat eigentlich kaum einen Plot. Kinski hat auch seine Familie im Film integriert: sein Sohn Nikolai spielt im Film seinen Sohn und seine damalige (deutlich jüngere) und spätere Ehefrau Debora spielt seine Geliebte.

Laut dem Interview mit Debora Caprioglio auf der US-Blu-Ray hätte Kinski auch gerne Nastassja (eine seiner Töchter) im Film gehabt. Diese sei aber, als sie bereits gedrehte Szenen des Filmes (einige der Sexszenen) sah, angewidert gewesen und hätte abgelehnt, was ihren Vater rasend vor Wut gemacht haben soll. Interessantes Detail. In der Tat gibt es viele Sexszenen im Film zu sehen. Der Film ist dabei schön gefilmt. Ausstattung, Kostüme und Settings sind top. Wer das ca. 50minütige Behind the Scenes Spezial (auch auf der US-Blu-Ray zu sehen) gesehen hat, weiss, wie wichtig Kinski auch die kleinen Details waren (inklusive einiger Ausraster). Kinski spielt Paganini toll. Glaubhaft, intensiv.

Fazit: Nicht uninteressant und stimmungsvoll! Für Kinski Fans zu empfehlen (Plus die Extras der US-Blu-Ray)!

Infos:

O: Paganini

Frankreich, Italien 1989

R: Klaus Kinski

D: Klaus Kinski, Debora Caprioglio (als Debora Kinski), Nikolai Kinski, Dalila Di Lazzaro, Tosca D'Aquino, Eva Grimaldi, Beba Balteano

Laufzeit der US-Blu (Director's Cut): 94:13 Min.

Gesehen am: 29.08.25

Fassungen: Mir lag die Region-All-US-Blu-Ray von Vinegar Syndrome vor. Nebst der regulären Kinofassung (angeblich durch die Produzenten und gegen den Willen von Klaus Kinski erstellt) als Hauptfassung liegt auch Kinskis expliziterer Director's Cut vor. Jedoch nur als VHS-Kopie (Vollbild, Englische Sprache, keine Subs, nicht restauriert). In ein bis zwei (Sex)Szenen war die Fassung zu dunkel, sonst hat die dunkle Bildqualität jedoch gut zur düsteren Stimmung des Filmes gepasst. Es gibt Unmengen an interessanten Extras: Cannes-Ausraster von Kinski (ein anderer als jener denn man von YouTube und Co. kennt), ca. 50mintüiges Behind the Scenes Spezial (sehr interessant) und viele exklusive Interviews (das mit Kinskis Ex-Frau Debora Caprioglio kann ich empfehlen). In Deutschland von SPV auf DVD zu haben. Auf dieser befindet sich die Kinofassung (nur mit deutschen Subs) und auch der längere Director's Cut (nur in Englisch ohne Subs).

Mittwoch, 12. November 2025

The Woman of Wrath Review

The Woman of Wrath

Story:

Taiwan während der japanischen Besatzung:

Die aus ärmlichen Verhältnissen stammende Shih (Pat Ha Man-Jik) wird an ein anderes Fischerdorf verkauft und mit einem älteren Mann (Pai Ying), der als Metzger arbeitet, zwangsverheiratet. Shih sieht sich täglich Schlägen und sexueller Gewalt ausgeliefert. Ob sie ihrem Leben, welches einem Gefängnis gleicht, entkommen wird?

Meine Meinung:

Es gibt Filme, die entsprechen einem Zeitgeist-Phänomen. Die haben nicht viel Budget, aber junge Talente vor und hinter der Kamera. New Wave Vibes. Um Effekte zu sparen, wird auch auf reale Gewalt gegen Tiere nicht verzichtet. Da kommen mir direkt und indirekt Titel wie Cannibal Man oder Silip: Daughters of Eve in den Sinn. Und da passt auch der taiwanesische Film The Woman of Wrath perfekt dazu. Der Film, der ganz leicht auch an Bedevilled erinnert, ist eine Novellen-Verfilmung. Chang Chong-Cheung hat dabei die Novelle The Butcher's Wife verfilmt.

Der Film gehört dabei zur Taiwan New Cinema Bewegung und hatte mit Zensurproblemen zu kämpfen. Ganze acht Szenen flogen aus dem Film, bevor der in die Kinos kam. Der Film, der auf einer Insel Taiwans gedreht wurde und zur Zeit der japanischen Besatzung handelt, ist ein sehr ruhiger Film. Ein Slow-Burner. Ein durch und durch deprimierender Film, abseits des Mainstreams. Der Film wartet mit Pat Ha Man-Jik (Profile in Anger, My Name Ain't Suzie) auf, die dazumal vor allem durch ihre Rolle in Nomad auf sich aufmerksam machte. Ihre wortkarge Leistung ist eindrücklich.

Der Film zeigt eindrücklich das Leid auf, welches ein Mensch ertragen kann. Seelische, sexuelle und körperliche Gewalt. Traditionen und sture Rollenbilder. Auf der einen Seite haben wir ihren Ehemann, der als Metzger arbeitet und auch deshalb von der Gesellschaft geächtet wird. Auf der anderen Seite haben ausgerechnet die anderen Frauen auch viel Hass für Shih übrig und sprechen die Taten des Ehemannes schön. Die Kamera fängt überdurchschnittlich tolle Bilder ein und die Musik ist aussergewöhnlich und trägt nebst Naturkulissen- und Geräuschen (das Brechen der Wellen) viel zur Stimmung des Filmes bei.

Der Cast war allgemein sehr gut. Pai Ying (Assassin, Heroes in the Late Ming Dynasty, Adventure in Denmark) spielt den Metzger ebenfalls stark. Glaubhaft. Das Mädchen, welches im Film hier und da vorkommt, ist auch überzeugend und nervt nicht (auf Humor wird in dem dramatischen Film sowieso total verzichtet). Der Film kann fast als eine Art dramatisches und sozialkritisches Kammerspiel mit Selbstjustiz-Momenten angesehen werden. Und wie zu Beginn erwähnt gibt es hier einige sehr derbe Momente zu sehen, in denen echte Tiere zu Schaden kommen. Hauptsächlich sind es Schlachtungen (Schweine). Wie die Tiere getötet und auch zerteilt werden.

Der makabre Höhepunkt ist dann erreicht, wenn der Metzger seine Frau mit echten Innereien bewirft (laut Interview wurde Pat Ha Man-Jik bei der Szene ohnmächtig). Sie hätte lieber Fake-Innereien gehabt, aber für solche Effekte war kein Geld vorhanden. Aber auch eine Katze (nach ihr wird getreten) und Enten-Babys (fast die schlimmste Szene, fand ich) werden nicht verschont. Das mag für heutige Verhältnisse ein No-Go sein, aber als billiger (Schockeffekt) und als Metapher (für den Metzger ist seine Frau nichts anderes als ein Stück Vieh) waren diese Szenen nachvollziehbar. Und eben dem Zeitgeist geschuldet. Wie bei Cannibal Holocaust und Co.  

Fazit: Eindrückliches Drama, das unter die Haut geht! Toll, noch solch unbekannte Perlen zu entdecken…

Infos:

O: Sha Fu

Taiwan 1983

R: Chang Chong-Cheung

D: Pat Ha Man-Jik, Pai Ying, Grace Chen Shu-Fang, Yang Li-Yin, Li Hai-Hsing

Laufzeit der taiwanesischen Blu-Ray: Ca. 102 Min.

Gesehen am: 15.07.25

Fassungen: Mir lag die neue taiwanesische Blu-Ray vom taiwanesischen Filminstitut vor = 40th Anniversary Restored Edition. Seit mehreren Jahren wurde der Film neu restauriert. Der Film kommt Full Uncut daher (inklusive acht ehemals zensierte Szenen), im O-Ton, mit englischen Subs, einem Schuber, Karten und einem ca. 70seitigen Booklet (Infos in Chinesisch und Englisch, u.a. gibt es Hintergrundinfos zur Restauration, zur Zensur zum Film und es gibt ein Interview mit Star Pat Ha Man-Jik). Die Bild- und Tonqualität sind der Wahnsinn. Der Film schaut aus wie ein aktueller, neuer Film. Ehemals zensierte Szenen fallen qualitativ nicht ab. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Juli 2025).

Montag, 12. Mai 2025

Enter the Game of Death

Enter the Game of Death

Story:

China im 2. Weltkrieg: die Angst vor einem Einmarsch der Japaner und der Deutschen ist real. Diesbezüglich gilt es, an wichtige Dokumente zu gelangen. Die befinden sich in einem Gebäude im obersten Stockwerk. Agent Chang (Bruce Le) macht es sich zur Aufgabe, diese in Besitz zu nehmen. Doch die Konkurrenz schläft nicht…

Meine Meinung:

Enter the Game of Death stellt, wie es der Titel des Bruceploitation-Filmes bereits verrät, einen Game of Death Klon dar. Game of Death ist der Film mit Bruce Lee, der aufgrund seines Todes nicht durch ihn fertiggestellt werden konnte. Auch in diesem kämpft sich der Titelheld durch eine Pagode, um auf jedem Stockwerk einen neuen Feind anzutreffen. So auch hier. Das macht Enter the Game of Death zwar nicht zu einem Highlight, aber zu einem höchst unterhaltsamen Streifen mit nahezu keinen Längen.

Der Plot ist zunächst etwas konfus und wirr. Doch das spielt keine Rolle. Nach Logik sollte man nicht suchen. Es gibt unendlich viele Kampfszenen. Bereits vor dem Wechsel in die Pagode und auch danach. Das ist auch der Grund, warum der Film nicht langweilig ist. Allerdings fehlte mir das gewisse Etwas in dem Film. Zumal ich Bruce Le (Black Spot, Challenge of the Tiger, Concord of Bruce Lee) nicht sonderlich charismatisch finde. Allgemein fand ich es schwierig, eine wirkliche Identifikationsfigur im Film auszumachen. Und die Musik war sehr unauffällig.

Von den Figuren haben mir vor allem die Bösewichte gefallen. Bolo Yeung (Bolo) ist in einer grösseren Rolle zu sehen. Er macht das solide. Der Kampf von Bruce Le gegen Lee Hoi-Sang (Fists and Guts) in der Pagode war fast einer der besten Kämpfe in dem Setting, auch wenn der 2. Kampf mit dem Schlangen-Kämpfer auch sehr abgefahren war. Und danach kämpft Bruce Le noch gegen Chiu Chi-Ling (His Name Is Nobody), der jedoch nicht Mal selbst durch Bruce Le besiegt wird. Samuel Walls (Enter Three Dragons) bringt zwar die nötige Physis mit, aber ein Carl Scott (Die Depesche des Todes) wäre mir da lieber gewesen.

Fazit: Solider Bruceploitation-Beitrag mit sehr vielen Kampfszenen!

Infos:

O: Si Wang Mo Ta

HK, USA (je nach Quelle) 1978

R: Lam Kwok-Cheung, Choe Woo-Hyung, Joseph Kong (je nach Quelle)

D: Chiu Chi-Ling, Bruce Le, Yeo Soo-Jin, Park Dong-Ryong, Shim Sang-Cheon, Bolo Yeung, Kim Ki-Beom, Lee Hoi-Sang, James Nam Seok-Hoon, Samuel Walls

Laufzeit der US-Blu: 90:17 Min.

Gesehen am: 18.02.25

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray (The Game of Clones: Bruceploitation Collection Vol. 1) = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität (die deutsche Blu-Ray ist aber heller, was mir, zumindest auf Bildvergleichen, besser gefällt), leider nur Englisch Dubbed (sehr mässig). Es gibt exklusive Extras, u.a. zwei Interview mit Chiu Chi-Ling, der im Film auch mitspielt. In Deutschland ist der Film als Das Spiel des Todes von TVP auf Blu-Ray erscheinen (Uncut, Deutsch/Englisch). Es ist anzunehmen, dass die deutsche Synchronisation besser ist, als der Englische Dub. Ich finde auch in China und Co. keine Mandarin Fassung.

Samstag, 26. April 2025

Bloody Sect

Brugggore Filmfestival 2025 Spezial

Bloody Sect

Story:

Helen Payne (Emma Quer) lässt sich künstlich befruchten, da ihr Liebhaber Frederick Payne (Carlos Martos) keine Kinder zeugen kann. Dumm nur, dass hinter dem Spender Satanisten stecken, die versuchen, dem Antichristen Leben zu schenken. Und dann treibt noch Fredericks wahnsinnige Ehefrau ihr Unwesen…

Meine Meinung:

Auf Bloody Sect freute ich mich. Euro Cult-Filme gehen immer und Bloody Sect war mir bis dato nie einen Begriff gewesen. So war es schön, den Film am hiesigen Brugggore Filmfestival sehen zu dürfen. Ein Film, der wenig bekannt erscheint, trotz Release durch Vinegar Syndrome. Passend dazu lief am Filmfest auch die Severin Films Doku Exorcismo, in der Álex de la Iglesia und Gaspar Noé zu Wort kommen und welche die spanische Euro Cult Zeit nach der Franco Ära genauer belechten. Bloody Sect ist ein Mix aus Das Omen, Der Exorzist, Poltergeist sowie Rosemaries Baby.

Hätte der Film früher einen deutschen Verleih gefunden, wäre daraus sicher ein Knaller geworden. Eine deutsche Synchronisation mit Top-Sprechen hätte den Film, ähnlich wie den spanischen Exorzismus-Horror Der Exorzist und die Kindhexe, extrem aufgewertet. Da würde mir keine andere Sprachversion mehr ins Haus kommen. Leider gibt es Bloody Sect nicht in Deutsch. Der Film ist purer (Trash)Genuss und höchst unterhaltsam.

Der Film ist aber auch sichtbarer Trash und unfreiwillig komisch. Zuweilen wirkt der Film sehr überladen und einige Inhalte empfand ich als schade (z.B., dass der nervende Junge überlebt). Auf der anderen Seite gibt es mehrere total abgefuckte Momente, viel zu Schmunzeln, leider auch Tier-Snuff (bzw. Tier-Gewalt), einige sehr blutige (aber simple) Effekte und nackte Haut (in der Hinsicht hätte ich mir nach der Ansage der Vorstellerin mehr versprochen).

Das Cast war weiblich und vielfältig genug. Der irre Sub-Plot mit der wahnsinnigen Ehefrau sorgt für extra Unterhaltung. Die Szene mit den Fledermäusen hatte Charme (fast wie de Spinnen in Lucio Fulcis The Beyond). Regisseur Ignacio F. Iquino hat weitere Filme wie The Hot Girl Juliet (Erotik), Emmanuelle & Carol (Erotik), Criminal Abortion (Sleaze, Crime) sowie The Dawn RapistsThis is one of the sleaziest movies ever made») gedreht. Letzterer soll ein Film à la I Spit on Your Grave sein. Der sowie Criminal Abortion landen sicher Mal auf der Wunschliste…

Fazit: Euro-Cult Fans können bedenkenlos einen Blick riskieren!

Infos:

O: Secta siniestra

Spanien 1982

R: Ignacio F. Iquino

D: Emma Quer, Carlos Martos, Concha Valero, Juan Zanni, Henry Ragoud, Diana Conca

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 89 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2025

Fassungen: Film am Brugggore Filmfestival gesehen = Im Spanischen O-Ton mit englischen Subs. Es wurde die Vinegar Syndrome Blu-Ray gezeigt. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: April 2025).

Samstag, 22. März 2025

My Name Ain't Suzie

 


My Name Ain't Suzie

Story:

Hong Kong, Wan Chai, 50er Jahre:

Mary Lai Shui Mei (Pat Ha Man-Jik), auf einem Fischerboot lebend und aus ärmsten Verhältnissen stammend, wird zusammen mit einer Gruppe von anderen jungen Mädchen an Monie (Betty Ting Pei) verkauft. Diese bildet die Mädchen aus, damit diese in ihrem Club Männer, vornehmlich Seemänner, bedienen.  Mary Lai Shui Mei verliebt sich später in Johnny (Anthony Wong). In der Hoffnung, mit ihm ein neues Leben zu starten, entschliesst sie sich zusammen mit einer Kollegin, unabhängig von Monie anzuschaffen und «ihr eigenes Ding zu drehen». Doch es läuft nicht wie geplant: Johnny haut ab und die zwei Mädels sind ohne Schutz Gewalt und Polizei ausgesetzt. Doch die Dinge entwickeln sich nicht nur zum Negativen…

Meine Meinung:

Nach Maybe It's Love der 2. Spielfilm von Angela Chan für die Shaw Brothers. Und erneut bietet der Film starke New Wave Vibes und wurde an den Hong Kong Film Awards 1986 in mehreren Kategorien nominiert (und gewann davon in einer). Da ich Maybe It's Love gar nicht so übel fand, schaute ich mir nun auch My Name Ain't Suzie an. Eine Art Mix aus Drama, Romanze, Komödie und Sozialkritik. Quasi der «Casino» (Auf- und Abstieg) im Rotlichtviertel-Setting.

Der Film und Inhalt werden als Rückblende erzählt. 95% der Story spielen in den 50ern Jahren. Zuerst in Wan Chai und später in Tsim Sha Tsui. Und das wurde richtig gut eingefangen. Der damalige Zeitgeist und die politischen Themen wurden stark in den Plot integriert. Der Film begleitet dabei Charakter Mary Lai Shui Mei als minderjähriges Mädchen bis zur alten Frau. Sie blieb ihrem Geschäft bis zum Ende Treu. Mit vielen Hochs, aber auch sehr vielen Tiefs. Das gezeigte wirkt authentisch. Da hat Angela Chan gut recherchiert.

Das Gewerbe wird im Film ungeschönt und neutral dargestellt. Pat Ha Man-Jik (Profile in Anger) hat das stark gespielt. Auch Namen wie Betty Ting Pei (Mahjong Heroes), Colette Koo Ka-Ling oder der spätere Film-Psycho Anthony Wong (wird im Vorspann als Anthony Perry gelistet) in seiner ersten Filmrolle, haben überzeugt. Anthony Wong (Ebola Syndrome) spielt aber auch «nur» einer der Nebenfiguren, und nicht die Hauptrolle. Die einzige, welche ich nicht überzeugt fand, war Deanie Ip Tak-Han. Ausgerechnet jene, welche dem Film seinen einzigen Preis als beste Nebendarstellerin einbrachte. Sie ist vor allem ab Mitte und im letzten Viertel des Filmes involviert, wo es auch 1-2 graphischere Szenen zu bestaunen gibt inklusive Tiersnuff.

Fazit: Wer Angela Chans New Wave Shaw Brothers Beitrag Maybe It's Love mochte, kann auch hier bedenkenlos Mal einschalten!

Infos:

O: Fa Gai Si Doi

HK 1985

R: Angela Chan

D: Pat Ha Man-Jik, Betty Ting Pei, Anthony Wong, Angela Yu Chien, Colette Koo Ka-Ling, Deanie Ip Tak-Han

Laufzeit der Originalversion: Ca. 96 Min.

Gesehen am: 07.01.25

Fassungen: Gesehen via ZiiEagle Box = Uncut, O-Ton, englische Subs, gute Bild- und Tonqualität. Gibt es in HK (von IVL) auf DVD (O-Ton, Uncut, englische Subs). Es gibt keine Blu-Ray und keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2025).

Mittwoch, 5. März 2025

Devil Crows

Devil Crows

Story:

Ein Dorf wird von Krähen angegriffen. Ungewöhnlich viele Exemplare dieser Gattung rotten sich zusammen und sorgen in dem Dorf für Angst, Schrecken und Tote. Die Bewohner des Dorfes sind sich einig, dass Krähen-Problem zu bekämpfen und suchen nach einem Vogelfangexperten (Ko Chun-Hsiung), den sie schliesslich auch finden. Ob er das Problem wird beseitigen können?

Meine Meinung:

In Taiwan gedrehter Hong Kong Tierhorrorfilm aus dem Jahr 1975. Der Film, der 1975 in Spanien in Sitges am Film Festival (!!!) den Preis für die besten Spezialeffekte gewann und u.a. auch in Kanada, Toronto im Kino (Pagoda Theater) lief, hat mir besser gefallen als erwartet. Vermutlich inspiriert durch Die Vögel, verfilmten die Filmemacher eine angebliche Folklore aus China. Der Film, der im Verlauf des Plots auch Der Exorzist und Opera Vibes (einige Aufnahmen erinnern an den späteren Dario Argento Streifen) bietet, geht definitiv eigene Wege und verständliche, englische Untertitel wären wünschenswert (wie auch eine Widescreen Präsentation) gewesen, um mehr Hintergründe zum Kampf gegen Gut und Böse zu erfahren. Am Ende musste ich sogar an den BIFFF 2024 Beitrag Exhuma denken, in welchem die toten Soldaten auch via Geist Rache üben.

Devil Crows, dessen Krähenattacken innovativ und speziell gefilmt wurden, erinnert in einer Sequenz auch an Die Todesgrotten der Shaolin, nur das es dort Schmetterlinge sind, die Angst und Schrecken verbreiten. Dem Plot kann man in Devil Crows relativ leicht folgen, wenn sich der Zuschauer vorab informiert. Der Verlauf der Geschichte steht immer wieder im Wechsel zu hübsch schaurigen, stimmungsvollen und düsteren Bildern. Das wurde in Sachen Tongestaltung und Kameraführung stark eingefangen und umgesetzt. Teilweise wurde mit einfachen Mitteln ein Maximum an Effekt erzielt. Da waren viel Vorarbeit und Planung notwendig. Angeblich waren drei Jahre Vorarbeit und zwei Jahre Drehzeit nötig, was extrem lange ist, für einen Film dieser Art.  Krähen wurden scheinbar aus Indien importiert und viele starben später in Taiwan, da ungewohntes (vielleicht viel Saubereres?) Klima.

Von Regisseur Wong Sing-Loy habe ich bisher drei Filme in der Sammlung stehen: Tornado of Chu-Chiang, The War of the Boundary mit Chang Yi sowie ungesehen Immortal Warriors (Spule gerissen = muss ich erst noch flicken). Keiner davon ist ein Tierhorrorfilm. Also war auch Devil Crows für Wong Sing-Loy eine besondere und neue Erfahrung. Der Held des Filmes, der am Ende eine Art Märtyrertod stirbt und zu einer Gottheit wird (in Zusammenarbeit mit Buddha), wird solide von Ko Chun-Hsiung gespielt. Von Wan Lau-Mei, dem grösseren weiblichen Co-Star, liegen mir auch noch diverse Filme ungesehen rum: The Virgin Mart oder The Dragon, the Lizard and the Boxer. Sie arbeitete mit Regisseur Wong Sing-Loy bereits im oben erwähnten Tornado of Chu-Chiang zusammen. Der Verzicht von Humor wirkt sich positiv auf die Authentizität des Filmes aus.

Fazit: Interessanter und fantasievoller Mix aus Tierhorror- und Horror-Folklore!

Infos:

O: Ya mo

HK, Taiwan (je nach Quelle) 1975

R: Wong Sing-Loy

D: Ko Chun-Hsiung, Wan Lau-Mei, Tsung Yu, Tien Shun, Chang Feng

Laufzeit der südkoreanischen VHS: 86:27 Min.

Gesehen am: 29.12.24

Fassungen: Mir lag das VHS aus Südkorea von Vision Video Production vor = O-Ton Mandarin mit koreanischen Subs, Vollbild, k.A. ob Uncut (sah aber nicht zensiert aus), gute Bild- und Tonqualität. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Dez. 2024). Wäre eigentlich ein Titel für eine 3. «Folk horror» Box von Severin Films…

Montag, 24. Februar 2025

Mondo Cane

Mondo Cane

Inhalt inklusive meiner Meinung:

Mondo Cane war wohl der erste Mondo, auch besser bekannt als «shockumentary» und dazumal, bei Veröffentlichung 1962 einfach als reine Dokumentation verkauft. Die Italiener Gualtiero Jacopetti (Africa Addio) und Franco Prosperi (Addio Zio Tom) waren damit sehr erfolgreich. Der Film war auch international ein voller Erfolg, so dass Fortsetzungen und weitere Mondos die Folge waren. Zudem wurde der Film in den USA sogar für die beste Musik für einen Oscar (!!) = nominiert, und zwar der Song «More» von Riz Ortolani (Cannibal Holocaust, Don’t Torture a Duckling, House on the Edge of the Park).

Es folgten offizielle (Mondo Cane 2 + 3), nicht offizielle (Mondo Cane 4-5), die ganzen Afrika-Mondos der Castiglioni-Brüder (Magia Nuda) und Co. (Shocking Africa) bis hin zu «Asiatischen Settings» (Shocking Asia). Selbstverständlich wollten auch andere Nationen vom Kuchen ein Stück abhaben. Auch die Franzosen beteiligen sich am Genre (Forbidden World) und eine der bisher erfolgreichsten Reihen stammte aus den 80ern und den USA: Gesichter des Todes. Alles war dazumal fremd, neu und leicht anrüchig war, war an den Kinokassen ein voller Erfolg.

Dazumal gab es kein Internet und kein Social Media. Die Leute waren weltoffen und vor allem neugierig. Dem Zeitgeist ist es geschuldet, dass solche «Dokumentationen» im Kino erfolgreich waren. Mondo Cane gilt als Mondo-Klassiker, der in der Tat etwas mehr Anspruch und Qualität besitzt, als spätere Schundwerke, die nur schockieren wollten. Die "Doku" ist im Vergleich zu späteren Werken, sieht man von einigen Momenten gegen Tiere ab, relativ harmlos. Einzelne Szenen könnten sogar aus heutiger Sicht sozial- oder kapitalismuskritisch gewertet werden. Ich fand den Inhalt bei aktueller Neusichtung jedoch sehr zäh und langweilig (heute zum ersten Mal in Englisch gesehen), so dass die DVD (wie erwartet) aus der Sammlung fliegt.

Fazit: Nicht uninteressant, besser als sein Ruf und wegweisend, aber da relativ langweilig nichts mehr für meine Sammlung…

Gefolgt von: Mondo Cane 2

Infos:

O: Mondo cane

Italien 1962

R: Gualtiero Jacopetti, Paolo Cavara, Franco Prosperi

D: -

Laufzeit der US-DVD: 107:37 Min.

Gesehen am: / Neusichtung: 15.12.24

Fassungen: Gesehen via The Mondo Cane Collection Box (US-Vö von Blue Underground). Die Fassung ist Uncut, Code-1-Disc, Englisch oder Ital. mit englischen Subs. Die Bild- und Tonqualität ist sehr gut. Gibt es in Deutschland Uncut auf DVD (Englisch, Deutsch oder Ital. Audio) von diversen Anbietern. Es gibt bisher keine Blu-Ray (Stand: Dez. 2024).

Montag, 17. Februar 2025

The Ming Patriots




Von Gordon Liu signiert

The Ming Patriots

Story:

Bösewicht Prince Yu (Chang Yi) jagt einer entflohenen Prinzessin und deren Meister nach. Diese sind im Besitz von Perlen und einer Liste, welche sie einem General der Opposition (Roy Chiao) übergeben wollen. Später werden die Gejagten von weiteren Bösewichten gejagt (u.a. Michael Chan Wai-Man, Lung Fei). Auf der Gegenseite werden die Prinzessin und ihr Meister von Zhao Yu-Jun (Judy Lee) und Li Tia-Long (Bruce Lai) begleitet, welche sie beschützten und gegen die Bösewichte ankämpfen…

Meine Meinung:

The Ming Patriots steht schon länger, vor allem aufgrund Michael Chan Wai-Man (The Big Boss Part II, Blooded Treasury Fight, Dragon Lord), auf der Wunschliste. Und jetzt kommt es: ich habe den Film schon in der Sammlung und den Streifen im Jahr 2009 schon gesehen! Doch das wusste ich bis Mitte Dez. 2024 nicht (mehr). Ich sah mir den Film sogar beim Kollegen an (mehr dazu unter Fassungen) und ich erinnerte mich nicht, den Film 2009 schon gesehen zu haben. Ob ich an Demenz leide? Oder zu viele gleiche Eastern schaue? Wohl letzteres plus die unterschiedlichen (Alternativ)Titel und Fassungen…

The Ming Patriots von Ulysses Au-Yeung Jun (The Nude Body Case in Tokyo, King of the Children, Island Warriors), eine Produktion von First Films, 1975 gedreht (zusammen mit anderen Klassikern wie u.a. The Secret Rivals, The 18 Bronzemen) ist ein sehenswerter Eastern. Der Plot ist weder originell noch neu. Im Grossen und Ganzen kann der Plot als eine lange Verfolgungsjagd beschrieben werden. Es gibt viele Kampfszenen. Nur vor dem Finale gibt es 2-3 kleinere Hänger. Abgesehen davon wird ein hohes Tempo mit vielen Kampfszenen an den Tag gelegt. Einzelkämpfe aber auch Gruppenkämpfe. Dazu: z.T. mit Italo-Western Musik, cool!

Die Kampfchoreographie stammt von Lau Kar-Wing (The 36th Chamber of Shaolin, Master of the Flying Guillotine, His Name Is Nobody) und Liu Chia-Liang (Shaolin and Wu Tang, Executioners from Shaolin, Dirty Ho). Das ist auch der Grund, warum der Film in der US-DVD-Collection Gordon Liu and the Lau Family zu finden ist (mehr dazu unter Fassungen). Der Film hat einen grossartigen Cast mit Namen wie Michael Chan Wai-Man, Chang Yi (Shaolin Traitorous, The Shaolin Kids, Profile in Anger), Bruce Lai (Dragon Force, The Gold Connection, The New Game of Death), Judy Lee (The Unique Lama, Imperial Sword, The Legend of Mother Goddess), Lung Fei (Story in Temple Red Lily, Right Overcomes Might), Carter Wong (The Mysterious Heroes), Roy Chiao (Good Bad & Losers) oder Lung Fong (The Rebellious Reign). Carter Wong und Roy Chiao haben nur kleine Rollen am Anfang bzw. am Ende.

Ich hatte vor allem an Michael Chan Wai-Man als Bösewicht, an Chang Yi als Endboss und Bösewicht (ich könnte schwören, dass er im gleichen Outfit schon in einem anderen Film als Bösewicht zu sehen war), an Judy Lee als toughe Kämpferin und Heldin und an Bruceploitation-Star Bruce Lai als Held Freude, der hier ausserhalb des Bruceploitation eine starke Performance bietet. Nebst den lahmen Hängern vor dem Finale wird der Film durch einen Comic-Charakter, der leider dann auch im Finalkampf mitmischt (plus das überraschende Auftauchen von Roy Chiao und seinen Männern) «gestört». Ich hätte mehr Freude gehabt, wenn der schier unbesiegbare Chang Yi durch Judy Lee und Bruce Lai besiegt worden wäre. Desweitern gibt es, ganz im Stil von Ital. Kannibalenfilme, eine unschöne Tiersnuff-Szene mit einem Schwein zu sehen. Abgesehen davon aber sehenswert!

Fazit: Eastern Fans zu empfehlen!

Infos:

O: Zhong Yuan Biao Ju

HK 1976

R: Ulysses Au-Yeung Jun

D: Michael Chan Wai-Man, Chang Yi, Bruce Lai, Judy Lee, Lung Fei, Roy Chiao, Carter Wong, Lung Fong, Jack Long Shi-Chia,

Laufzeit der libanesischen Betamax: Ca. 87 Min.

Gesehen am: Sept. 2009 / Neusichtung: 11.12.24

Fassungen: Ich sah den Film beim Kumpel, nachdem ich einmal nicht erfolgreich versuchte, aus einem Auktionshaus in Hong Kong, einem VHS zu dem Film zu kaufen (Der Verkäufer fand die VHS angeblich in seinem Warenhaus nicht mehr). Mein Kumpel hat drei Versionen zu dem Film: Das US-VHS von World Video (Mandarin mit festen englischen & chinesischen Subs, 1,33:1), das deutsche VHS mit klarer Gewalt-Zensur (Titel: Stärker als 1000 Drachen) und eine Betamax aus dem Libanon (Englisch mit französischen und arabischen, gelben Subs, beste Qualität und an den Seiten am meisten Bild). Dazu kommt, dass bei der US-VHS, bei einem Rollenwechsel, längere Sequenzen am Stück fehlen, die auch Kampfszenen betreffen. Bei der Fassung aus dem Libanon fehlt auch eine Mini-Sequenz, aber im Grossen und Ganzen sah dort die Sequenz praktisch am komplettesten aus. Und am meisten Bild. Und die beste Qualität. Und davon habe ich sogar noch eine DVD von VideoAsia (als Revenge of the Patriots) = gemäss meinem alten Reviewe in einer schlechten Bildqualität (sogar von Work-Print Qualität spreche ich da oder längeren Sequenzen ohne Bild). Englisch. K.A. ob Uncut/Cut. Habe die Fassung verglichen. Die in der US-VHS fehlende Sequenz ist bei der DVD einfach ca. acht Sekunden schwarz (schwarzes Bild). Die Bildqualität ist deutlich schlechter als beim US-VHS oder der libanesischen Betamax. Die DVD wurde von Gordon Liu signiert (siehe Foto). Es gibt keine Blu-Ray (Stand: Dez. 2024).

Montag, 10. Februar 2025

The Secret

The Secret

Story:

Ein Mordfall erschüttert die Gegend. Die Polizei sieht in dem kognitiv eingeschränkten Herumtreiber «Nut» (Norman Tsui) den Täter. Krankenschwester Lin Ming (Sylvia Chang), die in der Gegend wohnt und dessen privates Umfeld zu den Opfern gehört (u.a. Alex Man), versucht die Morde aufzuklären…

Meine Meinung:

Auf The Secret wurde ich nur durch, ich glaube es war ein Chinese, einen Film-Dealer aufmerksam. Der bot mir das HK-VHS, wenn ich mich recht erinnere, für ca. 350 USD an. Zum Glück habe ich mich informiert und sah, dass das Hong Kong Filmarchiv davon eine Blu-Ray veröffentlich hat. Geld gespart und dazu noch eine bessere Fassung gekauft. Doppeltes Glück. Bei The Secret handelt es sich um einen Ende der 70er Jahre New Wave Film aus Hong Kong und um das Regiedebüt von Ann Hui (The Story of Woo Viet). Ihr Boat People liegt noch ungesehen rum. The Secret ist definitiv nicht uninteressant und teilweise fühlte ich mich ans Giallo-Genre erinnert (Deep Red).

Der Film ist ein Mix aus Drama, Krimi/Whodunit und Mystery. Der Film wirkt zum einen sehr westlich, zum anderen auch sehr traditionell. Der Mix aus Moderne und Tradition wird gut aufgezeigt. Der Film ist sehr stimmungsvoll. Viele Szenen spielen bei Nebel oder während der Nacht. Laut Booklet war in früheren Fassungen z.T. kaum etwas zu erkennen, da so schlechte und dunkle Bildqualität. Viel «Action» gibt es aber nicht, dem sollte sich der Zuschauer bewusst sein. Zudem ist die Erzählweise etwas konfus und nicht immer gradlinig. Da muss man aufpassen beim Schauen, auch wenn im Finale dann alles via Rückblenden aufgeklärt wird.

Die im Vorspann fast an erster Stelle genannten Norman Tsui (Das Todesduell der Shaolin, Ghost Festival, Sea Wolves) und Alex Man (Running Mate, Return of Bastard Swordsman, The Daring Kung-Fu Refugee) haben jedoch nur kleine Rollen. Die Person, auf dem der Fokus liegt, wird von Sylvia Chang (Legend of the Mountain, Slaughter in San Francisco, Lucky Stars Go Places) gespielt. Sie spielt die Hauptrolle und versucht, hinter das Geheimnis der Morde zu kommen. Der Cast ist allgemein überzeugend. Starke Leistungen. Es gibt eine Tiersnuffszene zu sehen (Huhn). Sensible Zuschauer könnte das sauer aufstossen. Den Film deshalb zu meiden, empfinde ich jedoch als übertrieben.

Fazit: Starkes Regie-Debüt und Fans von Ann Hui zu empfehlen!

Infos:

O: Fung Gip

HK 1979

R: Ann Hui

D: Sylvia Chang, Norman Tsui, Alex Man, Angie Chiu Nga-Chi, Lai Cheuk-Cheuk, Lee Hye-Sook

Laufzeit der HK-Blu-Ray: Ca. 90 Min.

Gesehen am: 06.12.24

Fassungen: Mir lag die HK-Blu-Ray vom HK-Filmarchiv vor. Die Fassung ist ca. fünf Min. länger als frühere HK-VHS-Fassungen. 90% der Fassung sind in einer hervorragenden Bild- und Tonqualität und wurden durch das Hong Kong Filmarchiv aufwendig restauriert. Fehlende Szenen (Vor- und Abspann) wurden vom VHS integriert und fallen qualitativ ab. Die Fassung ist im O-Ton mit festen englischen und chinesischen Subs. Zur Restauration gibt es Bonusmaterial zu sehen und auch im Booklet (in Chinesisch und Englisch) wird umfangreich darauf eingegangen. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Dez. 2024).

Dienstag, 7. Januar 2025

Village of Doom

Japanuary 2025

Village of Doom

Story:

Japan in den 30ern:

der 21jährige Tsugio Inumaru (Masato Furuoya), der nach dem Tod seiner Eltern alleine bei der Grossmutter in einem kleinen Bergdorf wohnt, ist deprimiert. Richtige Freunde hat er nicht, er sorgt für Unruhen und, was ihn am meisten stört, er wird nicht zum Militäreinsatz berufen. Er wird bei der Aushebung abgewiesen, da er an Tuberkulose erkrankt ist. Dies spricht sich auch im Dorf rum, so dass sich nun auch das weibliche Geschlecht von ihm abwendet (zuvor waren sexuelle Kontakte nicht selten). Da plant Tsugio sich zu rächen und plant einen Amoklauf…

Meine Meinung:

Auf Village of Doom wurde ich durch das US-Label Unearthed Films aufmerksam, als sie den Film auf Blu-Ray angekündigt hatten. Bei Village of Doom, einem japanischen Film aus dem Jahr 1983, handelt es sich um eine True-Crime Verfilmung. Das Tsuyama-Massaker, welches sich 1931 31 Opfer forderte, wurde von Regisseur Noboru Tanaka verfilmt. Mit Masato Furuoya in der Hauptrolle als Amokläufer und Täter. Der Plot war mir bekannt. Durch die Inhaltsangabe auf der Blu-Ray-Disc-Verpackung wird um den Amoklauf und die dazu benutzten Waffen (Axt, Samurai Schwert, Shotgun) kein Geheimnis gemacht.

Der Film nimmt sich Zeit, bis das Massaker startet. Das ist nicht negativ zu werden. Mögliche Gründe und Hypothesen werden aufgestellt: Mobbing (durch andere Dorfbewohner), Krankheit (Tuberkulose), unerfüllte Wünsche (dem Militär dienen zu können), Stigmata (die Eltern sind an Tuberkulose gestorben), sexuelle Zurückweisung (nachdem sich das mit seiner Tuberkulose im Dorf rumgesprochen hat). Was nur im Bonusmaterial deutlich wird ist, dass auch ein Rückzug an sozialer Interaktion vorhanden war, nachdem seine Schwester ihn und die Grossmutter verlassen hat. Eine Schwester wird im Film hingegen nie erwähnt. 

Ebenso wenig, dass Tsugio Inumaru sich von Abe Sada («Abe Sada wurde bekannt durch die erotische Asphyxiation (Strangulation) ihres Geliebten Ishida Kichizō (石田 吉蔵) am 18. Mai 1936, dem darauffolgenden Abschneiden seines Gliedes und seiner Hoden, die sie dann in ihrer Handtasche herumtrug») inspirieren liess. Er soll sogar an einem Roman geschrieben haben (= "Yūtokaiōmaru"), dessen Inhalt sich von dem Abe Sada Fall inspirieren liess. Da der Film den einzelnen Figuren und Parteien genug Zeit einräumt, sind die Folgen, die für den Zuschauer nachvollziehbar sind, wenig überraschend.

Der Film hält sich da scheinbar auch mehr oder weniger an die Vorgaben. Die Darsteller haben ihre Sache ordentlich gemacht. Der Film ist ein Drama. Die Mehrheit des Filmes ist sehr ruhig erzählt. Sehr stimmungsvoll. Hier und da, wird zu schocken versucht (Quälen und Töten eines Huhns). Mit nackten Tatsachen hält sich der Film auch nicht zurück. Masato Furuoya, der den Amoktäter spielte, hat sich später im realen Leben suizidiert (2003 erhängt). Warum, ist nicht bekannt. Das Finale des Filmes ist das Massaker. Und im Gegensatz zu den ersten sehr ruhigen ¾ des Filmes, ist das Finale intensiv, brutal und kompromisslos inszeniert. Ohne jeden Funken Humor und hart anzusehen. Auch stark gespielt. Ein Schlag in die Magengrube.

Fazit: Sehenswerte True-Crime Verfilmung!

Infos:

O: Ushimitsu no mura

Japan 1983

R: Noboru Tanaka

D: Masato Furuoya, Misako Tanaka, Kumiko Ohba, Isao Natsuyagi, Midori Satsuki

Laufzeit der US-Blu: Ca. 106 Min.

Gesehen am: Jan. 2025

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Unearthed Films vor = Schuber, Region-A-Disc, Uncut, O-Ton, englische Subs, exklusive Extras (kurzes Special über den echten Fall und Audiokommentar). Die Bild- und Tonqualität sind hervorragend. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2025).