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Donnerstag, 29. Januar 2026

Game of Death

 

Game of Death

Story:

Billy Lo (Bruce Lee, Kim Tae-Jeong, Chen Yao-Po) wird während Dreharbeiten von mafiösen Gangstern (Hugh O'Brian, Dean Jagger) erpresst. Um diesen entkommen zu können, täuscht Billy seinen Tod vor. Doch die Gangster lassen nicht locker und entführen Billys Freundin (Colleen Camp), ehe es in einem Restaurant zum Finale mit den Endgegnern (Dan Inosanto, Kareem Abdul-Jabbar, Ji Han-Jae) der Gangster kommt…

Meine Meinung (Alternate Mandarin Version):

Game of Death wurde zu Ehren von Ji Han-Jae angesehen, der am 28.01.26 verstorben ist. Ji Han-Jae war ein Hapkido-Meister und wurde daher von Bruce Lee auserwählt, in seinem nie zu Ende gestellten Game of Death einen der Endgegner zu spielen. Ji Han-Jae spielte zu der Zeit auch in der Golden Harvest Produktion Hapkido an der Seite von Angela Mao mit. Game of Death wurde nicht zu Ende gedreht, da Bruce Lee unerwartet verstarb. So gibt es nur ca. 15 Minuten an Filmmaterial mit Bruce Lee zu sehen. Der Film wurde durch Golden Harvest und dank der Mithilfe von Robert Clouse (Regisseur von Enter the Dragon) sowie Sammo Hung (Der kleine Dicke mit dem Superschlag) fertig gestellt.

In den chinesischen Fassungen werden nebst Bruce Lee auch Sammo Hung sowie Robert Clouse als Regisseure gelistet. Die Kampf-Choreographie besorgte nach dem Ausscheiden von Bruce Lee auch Sammo Hung, der zudem im Film auch als Ringkämpfer (Kampf gegen Robert Wall) zu sehen ist. Ein gelungener Kampf. Sammo Hung hat allgemein eine gute Arbeit verrichtet. Natürlich sind die Szenen mit dem echten Bruce Lee, die praktisch alle nur im Finale vorkommen und die Kämpfe gegen Ji Han-jae, Danny Inosanto sowie Kareem Abdul-Jabbar zeigen, am besten und allein deshalb ist der Film schon sehenswert. Chuck Norris hingegen ist nur in Archiv-Szenen aus The Way of the Dragon zu sehen. Roy Chiao (Killer Wears White) fehlt in der alternativen Mandarin-Fassung (in meinen Augen kein Verlust).

Aber auch die anderen Actionszenen, choreographiert von Sammo Hung (Ringkampf, Lagerhallen Kämpfe, Teehaus Kampf), sind lohnenswert. In der Lagerhalle gibt es viele Motorrad-Stunts und Zeitlupenaufnahmen zu sehen. Auch der gelbe Anzug, den Bruce Lee im Finale tragen sollte und in unzähligen Filmen als Hommage verwendet wurde (Jacky Cheung in High Risk oder Uma Thurman in Kill Bill: Vol. 1), kommt vor. Stark war auch der besagte Teehaus-Kampf mit Casanova Wong (Master Killers), der dann auch in der nicht offiziellen Fortsetzung Game of Death II Verwendung finden sollte. Eine tolle Sequenz, in der auch Kicker Casanova Wong zeigen kann, was er draufhat.

Fazit: Einer der besten Bruceploitation-Filme und nur schon alleine wegen den echten Bruce Lee Aufnahmen sehenswert!

Gefolgt von: Game of Death II

Infos:

O: Siwang youxi (Mandarin Titel)

HK, USA 1978

R (Alternate Mandarin Version): Bruce Lee, Sammo Hung, Robert Clouse

D: Bruce Lee, Kim Tai-chung, Colleen Camp, Robert Wall, Sammo Hung, Casanova Wong, Ji Han-jae, Danny Inosanto, Chuck Norris, Kareem Abdul-Jabbar, James Tien, Hugh O'Brian, Dean Jagger

Laufzeit der UK-Blu (Alternate Mandarin Version): 90:20 Min.

Gesehen am: Mai 2008 (Internationale Fassung) / Neusichtung (Alternate Mandarin Version): 29.01.26

Fassungen: Die Neusichtung wurde als UK-Blu-Ray via Bruce Lee at Golden Harvest Set von Arrow Video durchgeführt. Im Set sind unzählige Fassungen zu Game of Death enthalten: Internationale Fassung (nur in Englisch), Alternative jap. Fassung, die chinesische Fassung, eine alternative Kantonesische Fassung, eine alternative Mandarin Fassung sowie die legendäre The Final Game of Death Fassung (223 Min.) Version mit allem Material, welches Bruce Lee selbst drehte inklusive der legendären, zuvor nie gesehen «log fight» Kampfsequenz. Für die Neusichtung schaute ich mir die alternative Mandarin Fassung an. Diese ist bis auf die entschärften Nunchakus (im Kampf Bruce Lee gegen Danny Inosanto) sehenswert da anderer Vorspann, anderes Ende und sowohl die Teehaus Kampfszene mit Casanova Wong sowie die Kampfszene mit Ji Han-jae sind in der Fassung enthalten. Mandarin Audio passt zu den Filmen aus der Zeit auch am besten. Auch die Musik ist passend (ich ziehe den Joseph Koo Track dem US-Soundtrack vor). Es gibt dazu Unmengen an Extras auf der Disc (Interviews etc.). Die The Final Game of Death Fassung werde ich demnächst auch noch schauen. In Deutschland bisher (als Mein letzter Kampf) nur als internationale Version zu erwerben.

Samstag, 22. Februar 2025

The Way of the Dragon

 

The Way of the Dragon

Story:

Tang Lung (Bruce Lee) wird von Hong Kong nach Italien, Rom geschickt. Er soll dort helfen, dass Restaurant von Cheng Ching Hua (Nora Miao) vor Gangstern (Jon Benn, Wei Ping-Ao, Chuck Norris, Robert Wall, Hwang In-Shik, Piet Schweer) zu beschützten, welche Cheng Ching Hua zum Kauf zwingen wollen…

Meine Meinung:

Nach den Erfolgen, die Golden Harvest mit Bruce Lee in The Big Boss und Fist of Fury eingefahren hatte und die Jimmy Wang Yu als Hong Kongs Superstar ablöste, wurde Bruce Lee Vertrauen geschenkt, indem er für seinen 3. Film für Golden Harvest nicht nur als Hautfigur und Star vor der Kamera stand, sondern Bruce Lee, der den Film auch produzierte, sollte auch Regie führen und das Drehbuch schreiben inklusive die Kampfszenen choreographieren.

Da Bruce Lee später so überraschend starb, sollte The Way of the Dragon sein einziger Spielfilm sein, in dem er auch Regie führte. The Way of the Dragon, dessen Produktion sehr spannend verlief (ich empfehle die Extras der Arrow Video Disc zu sichten, viele interessante bis berührende Infos), wurde vor Ort in Italien gedreht. Mit einer HK-Crew, mit einem Italienischen Cast und mit weiteren Ausländern aus den USA. Ein internationaler Mix. Aus Italien wurde Malisa Longo (Salon Kitty) für einen amüsanten Cameo-Auftritt vor die Kamera geholt (und sie wird dennoch als «Hauptfigur» im Vorspann erwähnt).

Aus den USA heuerte Bruce Lee den damaligen Welt-Champion Chuck Norris (Invasion USA, Code of Silence, Hero and the Terror) und später in Rom vor Ort dessen Schüler Robert Wall (Enter the Dragon) für die Rollen als Bösewicht an. Aus Korea wurde Hwang In-Shik (Hard Bastard, Dragon Lord) eingeflogen, der ebenfalls einen der Bösewichte spielen sollte. Hauptbösewicht wird von Jon Benn (The Clones of Bruce Lee, Challenge of the Tiger) gespielt, dessen rechte Hand von Wei Ping-Ao (= Comic-Charakter) und als Kleingangster wurden auch internationale Namen verpflichtet (z.B. den aus Schweden stammende Piet Schweer). Nora Miao (The Beauty Escort, The Kung Fu Kid) und Shaw Brothers Star Anthony Lau (The Brothers, The Pure and the Evil) haben grosse Rollen bekommen.

Ich sah den Film schon lange nicht mehr. Ich hatte den Film nicht mehr als so lustig in Erinnerung und der Klamauk und Humor war schon sehr gewöhnungsbedürftig. Bruce Lees Figur, aus dem fernen Hong Kong kommend, vom Landei in die Grossstadt, zuzusehen, wie er mit der Moderne und neuen Kultur Probleme hat, war schon ein Mix aus amüsant, unterhaltsam, gewagt und eigentlich doof statt wirklich lustig. Auch das Overacvting der Bösewichte geht in diese Richtung, abgesehen von dem Trio, welches erst vor dem Finale im Film eingeflogen wird (Chuck Norris, Robert Wall, Hwang In-Shik). Chuck Norris erste Szene mit Italo-Western Vibes, ist ein epischer Moment in dem Film!

Der Film, der sogar einige Längen hat, wartet auch mit nackten Tatsachen (Malisa Longo Auftritt als Prostituierte, damals in Bruce Lees Hotelzimmer gedreht), viel Klamauk und Sightseeing aus Rom auf. Den Film ausserhalb Hong Kongs zu drehen half mit, den Film erfolgreich zu machen. Ein kluger Schachzug und damit war Bruce Lee anderen Stars wie Jet Li (The Defector – Der Dragon Fighter, The Master), Michael Chan Wai-Man (Adventure in Denmark), Alexander Fu Sheng (Chinatown Kid) oder Jackie Chan (Rumble in the Bronx) weit voraus. Trotz dem wilden (und fast schon trashigen) Mix, hat der Film dadurch einen gewissen Reiz, auch wenn mir The Big Boss und Fist of Fury besser gefallen. Ich würde den Film qualitativ in etwa auf die auch international besetzten Enter the Dragon Stufe setzen.

Die Kampfszenen sind okay. Sie sind realistischer als in früheren Filmen und wirken daher auch unspektakulärer. Bei den ganzen Ausländern sieht man jedoch auch teilweise, dass da wohl nicht immer ein echter Kontakt bei den Kampfszenen bestand. Es macht aber Freude, wenn Bruce Lee die Gangster, die auch fast aus einem Troma oder Charles Bronson Film stammen könnte, verdrischt. Erst gegen Ende, wenn Bruce Lee gegen Chuck Norris, Robert Wall und Hwang In-Shik kämpft, werden die Kampfszenen besser. Das Finale vor toller Kulisse (es wurde Geld gezahlt, damit die Innenaufnahmen vom Kolosseum entstanden sind) ist dann einer der besten Endkämpfe, welche das HK-Kino je hervorgebracht hat, wenn sich Bruce Lee und Chuck Norris in einem Kampf auf Leben und Tod, trotzdem Respekt und Ehre erweisen.

Fazit: Man kann von The Way of the Dragon halten was man will, dennoch muss dem wegweisenden Klassiker Respekt und Ehre gezollt werden! Pflichtprogramm für Bruce Lee Fans!

Infos:

O: Meng Long Guo Jiang

HK 1972

R: Bruce Lee

D: Bruce Lee, Anthony Lau, Nora Miao, Jon Benn, Wei Ping-Ao, Chuck Norris, Robert Wall, Hwang In-Shik, Piet Schweer, Malisa Longo

Laufzeit der UK-Blu: Ca. 99 Min.

Gesehen am: Okt. 2007 / Neusichtung am: 13.12.24

Fassungen: Gesehen via UK-Blu-Ray von Arrow Video («Bruce Lee at Golden Harvest» Box). Uncut, O-Ton, englische Subs, sehr gute bis hervorragende Bild- und Tonqualität, Unmengen an Extras. Nebst jap. Extended Fassung (Neue Musik, veränderte, längere Credits = eigentlich wenig interessant) gefallen ansonsten folgende Extras: Die Doku «The Way of the Camera», glaub die war sogar in Spielfilmlänge, fand ich sehenswert. Viele Hintergründe und viele Fans der Szene kommen zu Wort (Andre Morgan, Michael Worth, Jon Kreng, Andy Cheng, Frank Djeng, David Yeung, Piet Schweer, Jon Benn und John Saxon). Das Interview mit Italienerin Malisa Longo, die im Film nur einen Cameo-Auftritt hinlegt, fand ich auch spannend. Vor allem, weil sie nicht aus der «Kung Fu Szene» stammt und ihre Ansichten wiedergibt. Sehr rührend fand ich die Infos von John Young und seinem Treffen mit Bruce Lee. Von den Archiv-Interviews habe ich nicht alle gesehen, nur jene von Jon Benn, Bob Wall und Hwang In-shik. Die fand ich auch interessant. Es hätte noch mehr Bonusmaterial, aber ich habe nicht für alles Zeit. In Deutschland gibt es den Film von Universum Film Uncut auf Blu-Ray. Titel: Die Todeskralle schlägt wieder zu.

Freitag, 9. Juni 2023

The Big Boss





The Big Boss   


Story:

 

Cheng (Bruce Lee) sucht nach einem Job und Dank Hsu Chien (James Tin Chuen) wird er fündig: er beginnt in einer Eisfabrik zu arbeiten. Dumm nur, dass diese von Gangstern (u.a. Lau Wing, Han Ying-Chieh) dazu benutzt wird, um Heroin zu schmuggeln. Als mehr und mehr Arbeiter "spurlos verschwinden", beginnt Cheng zu ermitteln…

 

Meine Meinung (The Mandarin Cut):

 

The Big Boss ist ein wegweisender Klassiker, der Bruce Lee in seinem 1. HK-Spielfilm zum weltweiten Superstar machte und Jimmy Wang Yu als HK-Star ablöste. Zudem brach The Big Boss auch sämtliche Rekorde (von The One-Armed Swordsman) und gilt, auch durch das spätere Ableben von Bruce Lee, als Inspiration für viele andere Filme (den "verschollenen" The Big Boss Part II oder The New Big Boss), Künstler und Sub-Genre (Bruceploitation). Und damit ging Golden Harvest gegenüber den Shaw Brothers als Sieger hervor.

 

Nach dem Ausscheiden von Wu Chia-Hsiang übernahm Lo Wei (The Golden Sword) das Zepter und wie später mit Jackie Chan sorgte er mit Bruce Lee (Fist of Fury) für einen neuen Star am Himmel. Ich sah The Big Boss unendlich lange nicht mehr. 15+ Jahre. Die Neusichtung in London im Kino fühlte sich mehr wie eine Erstsichtung an. Ich würde The Big Boss nicht als besten Bruce Lee Film betiteln, aber wohl als einflussreichsten. Der Film bietet mehre Inhalte, die man im Kung-Fu-Kino immer wieder sah: Typ vom Lande kommt in die Stadt, naive Figuren (James Tin), Selbstjustiz- und Rache, aufgrund eines Versprechens nicht kämpfen zu dürfen etc.

 

Vor allem letzterer Punkt störte mich damals bei Erstsichtung. Ähnlich wie Michael Chan Wai-Man in Chinese Hercules störte es mich, dass Bruce Lee erst gegen Ende zulangen darf. Weil genau deshalb schaut sich der Fan einen Bruce Lee Film an: man will Bruce in Action sehen! Und nicht sehen, dass er nicht kämpfen "darf". Warum auch immer. Bei dieser Sichtung störte es mich nicht mehr, da angepasste Erwartungen. Ausserdem macht Bruce Lee mit seinem Charisma Vieles wieder wett, auch wenn sein Schauspiel noch etwas laienhaft anmutet (vor allem in den lustigen Szenen). Seine Leinwandwirkung und Präsenz sind aber intensiv. Es überrascht nicht, dass er das Publikum damals überzeugte.

 

Nebst Bruce Lee gefiel mir der coole, bunte 70er Jahre Vorspann, die exotischen Settings in Thailand (es wurde vor Ort gedreht), der kleine Schmuddel-Faktor (die Szenen mit Malalin Bonnak), die weiteren Frauen (Maria Yi Yi und Nora Mia), der Blutgehalt in den Kampfszenen (vor allem die Kämpfe in der Eisfabrik und im Finale) und Han Ying-Chieh als Bösewicht. Er strahlte, wie Bruce Lee, auch viel Charisma aus. Der Finalkampf und das Macho-Gehabe zuvor (die Szene mit dem Vogelkäfig) sind einfach cool. Der Sohn des "Bis Boss" wird von Shaw Brothers Star Lau Wing (Human Lanterns) verkörpert. Auch er war in seinen Szenen überzeugend. Daneben ist ein ganz junger Lam Ching-Ying (Pom Pom & Hot Hot) in einer Nebenrolle zu sehen. Dessen Schauspiel war zu der Zeit noch sehr amateurhaft.

 

Fazit: Sehenswerter Kung-Fu-Klassiker!

 

Infos:

 

O: Tong San Dai Hing

 

HK 1971

 

R: Lo Wei, Wu Chia-Hsiang

 

D: Bruce Lee, James Tin Chuen, Lau Wing, Han Ying-Chieh, Maria Yi Yi, Nora Miao Ke-Hsiu, Malalin Bonnak, Lam Ching-Ying

 

Laufzeit des Mandarin-Cut: Ca. 110 Min.

 

Gesehen am: 06.06.23

 

Fassungen: Bisher waren alle Fassungen auf die ein oder andere Weise zensiert (mir liegt die Fortune Star/IVL Box aus HK vor) und es gibt unterschiedliche Fassungen mit unterschiedlicher Musik. Arrow Video werden im Juli 2023 via Blu-Ray und UHD den nahezu unzensierten, zehn Minuten längeren The Mandarin Cut, der in den 70ern auch in den Londonern Kinos lief, veröffentlichen. Es gibt mehr Handlung und mehr Gewaltspitzen. Die Szene mit der Säge (im Kopf) fehlt aber auch in dieser Version. Diese Version wurde im Juni 2023 auch in London im The Prinz Charles Cinema gezeigt, wo ich mir den Film in besagter Fassung angesehen habe. Nachtrag Aug. 2024: Zweitsichtung der zehn Min. längeren Mandarin Cut Fassung nach meiner Sichtung in London (Kino im Juni 2023). Diesmal schaute ich mir jedoch die "Unrestored raw scan" Fassung an. Diese hat viel Charme und mir gut gefallen. Umso mehr ich mir The Big Boss ansehe, umso mehr mag ich den Film. Die Tatsache, dass Bruce Lee erst spät im Verlauf des Plots zuschlägt, stört mich inzwischen immer weniger. Dies aufgrund der Tatsachen, dass es zuvor schon Kampfszenen durch andere Darsteller gibt, der Film hübsch blutig ist (Messer-Morde etc.) und Bruce Lee einfach eine coole Socke ist. Sein Charisma wertet viele seiner Szenen auf. Ich mochte die Bösewichte (Lau Wing, Han Ying-Chieh), die Finalkämpfe und den Vorspann. Obwohl es in der Mandarin Cut Fassung mehr Gewalt zu sehen gibt, wirkt die fehlende "Sägen-Szene" noch immer "zensiert". Infos zur Bruce Lee Box von Arrow Video können im folgenden Neukauf nachgelesen werden = HIER KLICKEN

Freitag, 2. Juni 2023

London 2023 Spezial

 

 

Am 14.04.23 liess das UK-Label Arrow Video eine Bombe platzen:

 

Sie kündigten als Pre-Order eine Bruce Lee Box an, in der der sagenumwobene, zehn Minuten längere The Big Boss – The Mandarin Cut enthalten sein würde! Lange gab es Gerüchte über längere Szenen (Säge-Szene) und in der imdb gibt es sogar eine relativ realistische Aufstellung, was in den neuen zehn Minuten zu sehen sein wird (die Sägen-Szene wird nicht dabei sein). Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe. Die Fans in den sozialen Medien drehten durch. Exklusives Material (z.B. zensierte Gewaltspitzen) existierten als Material und sah man als Clips auf Youtube oder in Trailern. Scheinbar lief die Fassung in den 70ern in London in der Form im Kino. Meine Hypothese: Arrow Video bekam einen 35mm Print eines Sammlers und konnte restaurieren. 

 

Folgende Fassungen und Filme werden in der Blu-Ray Box von Arrow Video, die im Juli 2023 erscheinen soll, zu finden sein (dazu veröffentlichten sie auch eine UHD-Box in zweifacher Form):

 

- The Big Boss (99-minute 1983 version)

- The Big Boss: The Mandarin Cut (plus als Bonus: Unrestored raw scan of the Mandarin Cut)

- Fist of Fury (auch der English Export Cut wird an Bord sein)

- The Way of the Dragon (Hong Kong Theatrical Cut & the Japanese Cut)

- Enter the Dragon (Warner Fassung)

- Game of Death (international cut & the Japanese cut)

- Game of Death (Chinese version plus Two alternate Cantonese & Mandarin versions of the film)

- Game of Death Bonus Disc (mit neuem, zuvor nie gesehenem Material)

- Game of Death II (International Cut, Hong Kong Theatrical Cut, Alternate Korean version & Alternate US video version)

- Bruce Lee: The Man & The Legend and Bruce Lee: The Legend 


 

 

Das Ding habe ich gleich vorbestellt und das "Lederbuch" (DVD-Box) aus Südkorea verkauft (FB-Gruppen sei Dank). Die Bruce Lee Filme kenne ich nicht in- und auswendig. The Big Boss und The Way of the Dragon sah ich bisher je nur einmal und die Sichtungen sind mehr als 15 Jahre her. Dasselbe gilt für Game of Death, während dessen Dreharbeiten Bruce Lee tragisch verstarb. Fist of Fury, Enter the Dragon und Game of Death II hingegen wurden in den letzten Jahren neu gesichtet (Fist of Fury & Enter the Dragon) bzw. kam es zur Erstsichtung (Game of Death II). Zu den Titeln gibt es auch Reviews auf dem Blog. England und speziell London haben eine tiefe Verbindung zum HK-Kino. Dort gibt es viele Fans. Man denke da an Labels wie 88 Films, HKL, früher Eastern Heroes, Vengeance Video und Namen wie Rick Baker, Bey Logan oder Toby Russell. Die Szene in London und Umgebung ist gross und nach wie vor aktiv. Auch viele Magazine und Bücher wurden durch die Szene an die Fans gebracht. Und nicht selten sind Gäste aus dem HK-Kino in London in Workshops präsent und gern gesehene Gäste (Donnie Yen, Hwang Jang Lee, Cynthia Rothrock…).

 

 







 

Kurze Zeit später wurden Spezial-Aufführungen in englischen Kinos angekündigt. Die Werbetrommel war voll am Laufen. In London war es unter anderem das The Prinz Charles Cinema, welches die Bruce Lee Filme aufführen würde. Darunter auch The Big Boss – The Mandarin Cut. Als ich dies hörte war für mich klar: Wenn ich Frei haben würde, würde ich nach London reisen und mir den Film im Kino ansehen. Ich arbeite in der Pflege als Nachtwache. Aktuell habe ich deutlich mehr zu tun als zuvor. Ich musste mit dem Buchen und der Planung warten. Der Juni-Arbeitsplan war in der Mache, wurde aber sehr spät, erst Mitte Mai geplant und herausgegeben. The Big Boss würde viermal gezeigt werden. Trotz 80% Pensum sollte ich im Juni ganze 19 Tage Frei haben. An zwei Daten im Frei würde The Big Boss laufen. Ich plante den London Besuch für am 6. Juni, da eine Vorstellung durch die Woche = weniger Besucher und es fliegt sich günstiger als am Wochenende. Ich sollte sechs Tage Frei haben zu der Zeit. 

 

 


 

Ich sah, dass ich das Ticket auf der The Prinz Charles Cinema Homepage nur via Kreditkarte hätte kaufen können. Ich habe nur eine Debit-Kreditkarte. Diese war nicht aufgeladen. Diese zu laden würde paar Tage dauern. Ich hatte lange Frei (ursprünglich 12 Tage am Stück, auch wenn es am Ende dann "nur" 10 waren da zweimal auf Arbeit eingesprungen) und da ich faul bin und ich die Buchungen über die Bühne bringen lassen wollte, ging ich ins Reisebüro. Dort waren die Prioritäten klar: Kinoticket für am 6. Juni kaufen, dann Flug und ein Hotel buchen lassen, welches sich zu Fuss vom Kino erreichen liesse. Im Reisebüro war es nach mehreren Versuchen nicht möglich, das Kinoticket zu kaufen. Ich dachte mir, ok, dann plane ich das doch selbst und/oder werde im Notfall einen meinen (Film) London-Dealer fragen. Ich liess im Reisebüro Flug und Hotel buchen und war erstaunt, wie teuer das wurde. Die billigen Flugpreise sind dank Klima- und Corona definitiv vorbei. Dank Streit fliegt easyJet massiv weniger aus Basel und Zürich. Ich fliege nun mit British Airways aus Zürich und habe zwei Übernachtungen in London gebucht. Das Hotel und Kino befinden sich in der Nähe von Chinatown. 

 

 


 

Das Kinoticket konnte ich dann zu einem späteren Zeitpunkt mit meiner inzwischen geladenen Debit-Kreditkarte buchen. Es ging aber nur via App. Am PC selbst ging es nicht. Mühsam. Das App werde ich nach der Reise gleich wieder deinstallieren. Ich plante zwei Dinge in London: 1. The Big Boss – The Mandarin Cut im Kino zu schauen (1. Abend) und zwei Film-Dealer, mit denen ich schon öfters über soziale Medien Geschäfte machte (***), zu treffen (2. Abend). Nach dem Buchen habe ich die zwei Dealer angeschrieben und beide haben Zeit am 2. Abend. Wir haben abgemacht, abends um 18.00 Uhr essen zu gehen. Die Zeit konnten die Kollegen auswählen, da diese am Tag arbeiten. Mir wurden diverse Restaurants empfohlen und ich durfte auswählen. Ich entschied mich für das Four Seasons an der Gerrard Street. Grund: die haben "Crispy Pork Belly", welches mich sofort ansprach, während andere Restaurants nicht Mal eine Homepage boten. Meine Film-Dealer waren einverstanden und haben inzwischen auch reserviert: Platz wird zehn Minuten blockiert für uns und wir können zwei Stunden im Restaurant sein, danach heisst es Tschüss! In sehr gut besuchten Restaurants ist das üblich. Ich freue mich, die beiden zu treffen und über Filme zu quatschen. 

 

 

***

 Von den zwei London-Dealern bekam ich u.a. Filme wie Guzoo, Conton, Women Prison 1991, The Death Duel of Kung Fu, Visa to Hell, The Twelve Fairies, Jeet Kune the Claws and the Supreme Kung Fu, Ninja the Final Duel, The Gory Murder, Witch Edited, Lovers Blades, Four Real Friends, Cat Eyed Boy, Lackey and the Lady Tiger, Haunted House Elf, Kung Fu Art: Horse, Monkey & Tiger, The Cannibals, The Sharp Fists in Kung Fu, Wild Tiger, The Lady Constables, The Clan of Righteousness, Eagle's Claws & the Butterfly Palm, Iceman Cometh, A Sword for a Killer, One Arm against Dragon Door, Big Land Flying Eagles, Lady Master Snake, On the Verge of Death oder Woods Are Wet.

 

Was ich in meinen 12 bzw. 10 freien Tagen noch unternahm? Ich ging auf die Bank und habe Geld gewechselt und später liess ich nochmal etwas Geld auf die Debit-Kreditkarte, welche ich mitnehmen werde, laden. Ich hatte auch Glück, dass mein Cat-Sitter Zeit hatte, trotz kurzfristiger Anfrage. Erste Reviews zum The Mandarin Cut von The Big Boss werde ich bewusst nicht lesen. Die 1. Aufführung in London ist am 2. Juni. Ich fliege nur mit Handgepäck und mein Hotel wird ohne Frühstück sein (ggf. auch ohne Fenster). Laut Rezensionen sollen die Hotel-Zimmer klein sein. Mehr weiss ich noch nicht. Aktuell bin ich nun wieder am Arbeiten. Fünf Nächte bevor es danach im sechstägigen Frei zuerst nach London und danach noch nach Zürich geht. Ich muss noch für einen UK-Stecker schauen, ein Sparticket für an den Flughafen Zürich kaufen (da graust es mich schon vor den enormen Wartezeiten da Personalmangel an den Sicherheitskontrollen) und mich informieren, wo genau mein Hotel, das Kino und Restaurant lokalisiert sind, und wie ich vom Flughafen dorthin komme. Als Leselektüre wird mich The Stand von Stephen King begleiten (ca. 1700 Seiten = also gut gerüstet für lange Wartezeiten).

Eindrücke zur Reise, dem Kinobesuch, dem Treffen der Dealer und ob das Pork Belly lohnte oder nicht, gibt es dann nach der Reise auf dem Blog zu lesen…