28 Years Later: The Bone Temple
Story:
Nach dem Ende des Vorgängers geht es wie folgt weiter:
Spike (Alfie Williams) muss eine Prüfung ablegen und wird, mehr gegen seinen Willen als freiwillig, in Sir Jimmy Crystals (Jack O'Connell) Gang (u.a. Erin Kellyman) integriert. Danach ziehen sie mordend durch das Land bis sie zufällig auf Dr. Kelson (Ralph Fiennes) stossen, der in der Zwischenzeit mit Alpha Samson (Chi Lewis-Parry) experimentiert hat…
Meine Meinung:
Nach dem Ende des Vorgängers, welches mir missfallen hat, wollte ich mir die Fortsetzung von Candyman Regisseurin Nia DaCosta eigentlich nicht (im Kino) ansehen. Aber nach einigen Reviews und Zeilen, die ich dazu gelesen habe, entschied ich mich dann doch, den Film spontan im Kino zu besuchen. Eigentlich sollte jedoch abgewartet werden, bis auch noch der neue dritte Teil dieser Trilogie folgt und dann sollten alle drei Filme am Stück als "ein Film" angesehen werden. Das käme sicher besser. Ich mochte die Tatsache, dass der Film nicht wirklich ein 08/15 Mainstream-Streifen ist und die künstlerische Note des Filmes gefiel mir auch.
Dennoch mochte ich den ersten Teil etwas mehr da mehr Plot, mehr Action, mehr Abwechslung, mehr Settings, optisch interessanter und mehr Tiefe und Dramatik die Figuren betreffend. 28 Years Later: The Bone Temple hat so gut wie keinen Plot, ist an sich wenig spannend und war z.T. vorhersehbar. Das galt zum einen für das offene Ende oder die Tatsache, wer aus Jimmys Truppe überleben wird und wer nur Kanonenfutter ist. Mit den Jimmys wurde ich nicht sonderlich warm, konnte sie als Story-Gerüst aber annehmen. Deren Sub-Plot nimmt mehr Zeit ein, als jener von Ralph Fiennes und Samson (letztere haben schon fast unterschwellig homoerotische bzw. Bob und Day of the Dead Vibes). Am Ende gibt es die tolle 28 Days Later Musik zu hören. Unschön fallen mehrere billige CGI-Momente (mit Feuer) ins Auge. Der Gewalt-Level ist in einigen, wenigen Momenten nett anzusehen.
Alfie Williams wird in den Hintergrund gedrängt. Seine Figur
kann sich nicht entfalten und es gibt kein Wiedersehen mit seinem Film-Vater.
Das ist etwas schade, da er im ersten Film sehr überzeugt hat. Ralph Fiennes spielt
klasse. Sein Overacting im Finale war fast zu drüber. Die Iron Maiden Szene war
Edel-Trash vom Feinsten. Alpha Samson wird weiter charakterisiert (wie erwähnt
à la Bob in Day of the Dead). Die Tanzeinlagen fand ich hingegen grossen Mist. Jack
O'Connell spielt den Anführer der Bösewichte, die scheinbar vom Pädophilen Künstler
Jimmy Savile inspiriert wurden. Ein Schlag für alle Missbrauchsopfer auf der
einen, auf der anderen Seite halt britischer, schwarzer Humor. Jack
O'Connell fällt am Ende ab, was seine Darbietung angeht. Er gefiel mir als
böser Vampir in Sinners besser. Eindrücklicher. Von den neuen Figuren hat mir Erin
Kellyman (The Green Knight) gut gefallen. Es darf gespannt sein, wie es im
dritten Teil, der noch nicht gedreht wurde, weitergeht.
Fazit: Nur schon wegen der Iron Maiden Nummer lohnt sich der Kinobesuch!
Infos:
O: 28 Years Later: The Bone Temple
Grossbritannien, USA 2026
R: Nia DaCosta
D: Jack O'Connell, Ralph Fiennes, Emma Laird, Alfie Williams, Chi Lewis-Parry, Erin Kellyman, Robert Rhodes
Laufzeit der Kinofassung: Ca. 110 Min.
Gesehen am: 19.01.26
Fassungen: Im Kino gesehen = Uncut (ab 16), Englischer
O-Ton, deutsche Subs. Soll am 31.12.26 von Sony Pictures in Deutschland auf
DVD, Blu-Ray und UHD erscheinen. In Deutschland hat der Film keine
Jugendfreigabe erhalten.




