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Mittwoch, 15. April 2020

The Human Centipede III (Final Sequence) Review

The Human Centipede III (Final Sequence)

Story:

Der verrückte und sadistische Gefängniswärter Bill Boss (Dieter Laser) und sein Assistent Dwight Butler (Laurence R. Harvey) suchen nach einem Weg, Kosten einzusparen und Häftlinge ruhig und gefügig zu machen. Da kommt ihnen die Idee: wie in den Filmen The Human Centipede 1 und 2 wollen sie aus den Häftlingen einen menschlichen Tausendfüssler erschaffen. Hilfe bekommen die von Filmemacher und Regisseur Tom Six (spielt sich selbst)…

Meine Meinung:

Die letzte Fortsetzung und Abschluss der The Human Centipede Trilogie hat mir besser als der Vorgänger gefallen und bleibt (knapp) in der Sammlung. Der beste Teil bleibt klar Teil eins. Teil drei ist ausfolgenden Gründen besser als der zweite Teil:

Der Film ist unterhaltsam. Es gibt keine Längen und man kann, wenn man sich auf den Trash und Wahnsinn einlässt, gut unterhalten lassen. Es gibt nach wie vor einige eklige Ideen (die beinhalten u.a. Szenen mit Hoden, einem Stoma, Kot, die OP, Geschlechtsteile, Sex-Szenen, Erbrochenes, Sperma etc.), diese regen aber mehr zum Schmunzeln an, statt dass sie ekeln und schocken. Dies war in Teil zwei nicht der Fall – todernst sein und um jeden Preis schocken wollen, was aber nicht gelang. Dazu unglaublich langweilig.

Die 2. Fortsetzung hat auch den Vorteil, die zwei Bösewichte aus den ersten zwei Filmen, Dieter Laser und Laurence R. Harvey, in einem Film zu vereinen. Beide machen ihre Sache gut. Man muss jedoch folgendes wissen: der Film nimmt sich nicht ernst, der Film kommt mit vielen Selbstzitaten, viel Overacting (vor allem die von Dieter Laser gespielte Figur schreit sich mehr oder weniger durch den kompletten Film, was auch auf die Nerven gehen kann), Ironie und massiv vielem politisch unkorrektem Humor daher, in welchem alles und jeder sein Fett abbekommt. Ohne Verluste.

Der Film, der Humor, das Übertriebene und die Schauspieldarstellung von Dieter Laser brauchen viele Nerven und es ist für mich nachvollziehbar, dass dies auch als sehr ärgerlich und störend empfunden werden kann. In Nebenrollen sind zu sehen: Tom Six der sich selbst spielt, Eric Roberts (Spooked) in einer unwichtigen Nebenrolle (diesen Subplot hätte man, um Zeit straffen zu können, auch weglassen können), Pornosternchen Bree Olson und B-Darsteller Robert LaSardo (Death Race). Aus Teil eins kehrt zudem «der Japaner» und aus Teil zwei «der Psychiater» zurück, beide als Gefangene.

Fazit: Wer sich auf den Wahnsinn und den komischen Humor / das total übertriebene Overacting von Dieter Laser einlassen kann, sollte sich an den Abschluss der Reihe wagen! Wenn man am liebsten nach zehn Minuten bereits ausschalten würde, sollte man das tun. Denn: besser wird es nicht und Teil drei ist definitiv purer Trash-Film! 

Infos:

O: The Human Centipede III (Final Sequence)

USA 2015

R: Tom Six

D: Dieter Laser, Laurence R. Harvey, Tom Six, Eric Roberts, Robert LaSardo, Tommy 'Tiny' Lister, Clayton Rohner, Bree Olson

Laufzeit der UK-Blu: 102:46 Min.

Gesehen am: 2015 / Review überarbeitet am: 15.04.20

Fassungen: Mir lag die UK-Blu Ray von Bounty Films vor = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs, diverse Extras (alternatives Ende, Audiokommentar etc.). Gibt es inzwischen von Laser Paradise Uncut in Deutschland.

The Human Centipede (First Sequence) Review

The Human Centipede (First Sequence)

Story:

Der irre Dr. Heiter (Dieter Laser) entführt drei Touristen (Akihiro Kitamura, Ashley C. Williams, Ashlynn Yennie) um aus ihnen operativ einen menschlichen Tausendfüssler zu erschaffen…

Meine Meinung:

Zu Ehren des deutschen Charakter-Schauspielers Dieter Laser, der bereits im Februar dieses Jahres verstarb (wurde jedoch erst im April 2020 öffentlich kommuniziert), gab es eine Neusichtung der provokativen The Human Centipede-Reihe. Mir war Dieter Laser zuvor unbekannt.

2009 machte der holländische Skandalfilm The Human Centipede von sich reden, um dessen Film-Reihe sich so was wie ein kleiner Kult aber auch Hype (vor allem um Teil zwei) abzeichnete inklusive Hommagen in der Pop-Kultur (sogar die Serie South Park widmete sich in einer Episode dem Inhalt von The Human Centipede).

Kann die Reihe mehr, als nur schocken? Werden die Filme nach der 2. Sichtung weiterhin in der Sammlung bleiben? Fragen über Fragen – zumindest für Teil eins kann ich klar sagen: ja, bleibt in der Sammlung! Schon nach Erstsichtung der drei Filme war mir der erste am liebsten. Dies dürfte auch so bleiben.

Trotz skeptischem Beginn des Filmes (Bilder einer Autobahn, sterile Optik, zunächst kein Soundtrack wahrnehmbar, 08/15 Beginn à la Backwood/Slasher-Film mit doofen und nervenden Figuren) wird der Film mit dem Verlauf der Story besser und besser. Zwar bedient man sich auch krassen Klischees (Dass der Mad Scientist ausgerechnet ein Deutscher sein muss mit den Namen Josef = Anspielung auf Dr. Mengele), aber wer sich daran nicht stört, findet mit The Human Centipede einen nicht uninteressanten und vor allem sehr fantasievollen Film vor, der im Horror-Genre endlich Mal was Neues, Originelles und noch nie Dagewesenes bietet.

Der Film überzeugt nebst Story und Verlauf vor allem durch das starke Schauspiel von Dieter Laser, der den Film alleine trägt. Stark! Dem Film kommt die Authentizität zugute – es wird Deutsch, Englisch und Japanisch gesprochen, da die Opfer Touristen sind. Der Japaner versteht z.B. kein Wort, was ihm gesagt wird (z.B. bei der krassen Aufklärung von Dr. Heiter, als er den Opfern vorführt, um was für eine Operation es sich handelt – Mund zu Anus Verbindungen via Naht um einen menschlichen Tausendfüssler zu kreieren) = was den Schrecken einzelner Szenen nur noch intensiver macht.

Der Japaner spielt, was die Touristen angeht, am besten. Die zwei Mädels nerven zuerst, aber sind danach nur noch «Statisten». Die zwei Cops im Finale waren schwächer und mässig – in den Szenen war das Overacting von Dieter Laser teilweise auch zu viel des Guten. Der Film ist kein Splatter-Film. Einzelne Szenen ekeln wegen der Information, der Vorstellung, der Grundidee. Es ist teilweise mehr psychologischer Schrecken/Tortur, der im Film verbreitet wird (paar blutige Details gibt es natürlich trotzdem zu sehen).

Der Film nimmt sich mit der Story und der Beziehung des irren Arztes zu seiner Erschaffung Zeit. Es gibt einige urkomische Szenen in dem ansonsten ernsten Film – hier und da ist ein kleines Mass an bitterbösem, schwarzem Humor zu erkennen, wenn Dr. Heiter z.B. seinen Tausendfüssler «trainiert». Gegen Ende gewinnt der Film sogar an Spannung (Cops tauschen auf, die Opfer versuchen der entkommen etc.), so dass The Human Centipede, sobald der Film Mal Fahrt aufgenommen hat, kurzweilig mit interessanter, böser, fieser und ekliger Story und einem absolut motivierten Dieter Laser zu überzeugen vermag!

Fazit: Muss man gesehen haben, um es zu glauben!


Infos:

Holland 2009

R: Tom Six

D: Akihiro Kitamura, Dieter Laser, Andreas Leupold, Ashley C. Williams, Ashlynn Yennie

Laufzeit der UK-DVD: 88:13 Min.

Gesehen am: Okt. 2010 / Review überarbeitet am: 15.04.20

Fassungen: Mir lag die UK-DVD von Bounty Films vor = Uncut, O-Ton (90% Englisch, 5% Deutsch, 5% Japanisch) mit englischen Subs, exklusiven Extras. Die Bild- und Tonqualität sind sehr gut. Die deutschen Fassungen sind nur zensiert. Über Österreich gibt es jedoch (von NSM auf DVD oder Blu-Ray) Uncut-Fassungen. Es lohnt sich, Film im O-Ton zu schauen. In durchgängigem Deutsch kann der Film wegen der Sprachbarriere im O-Ton nicht funktionieren…

Freitag, 10. Februar 2017

The Yellow Sea Review

The Yellow Sea

Story:

Gu-Nam har Spielschulden. Er lebt in einer armen Grenzregion (China, Nordkorea, Russland). Er braucht Geld um die Ausreise seiner Frau nach Südkorea zu ermöglichen. Von dieser hat er jedoch seit Monaten nichts gehört. Da Schulden nimmt er einen Auftrag an: er soll in Südkorea einen Mord begehen, dafür sind die Schulden nichtig. Er willigt ein, mit dem Hintergedanken, auch gleich nach seiner Frau zu suchen. Doch als er den Mord durchführen will kommt ihm jemand zuvor...

Meine Meinung:

Nach dem vielversprechenden The Chaser legte Regisseur Na Hong-jin vor sechs Jahren nach und präsentierte mit den gleichen zwei Stars aus seinem Vorgänger diesen düsteren, grimmigen und brutalen Thriller.

Doch leider konnte er nicht an die Qualitäten seines Vorgängers anschliessen. Auch im direkten Vergleich mit anderen Thrillern aus Südkorea (z.B. I Saw the Devil) kann der Film nicht mithalten. Schlecht ist The Yellow Sea trotzdem nicht geworden, da gibt es aus Südkorea klar schlechtere und lahmere Filme.

Man merkt aber auch, dass der Regisseur zu viel gewollt hat und er schien, dass auch selbst gemerkt zu haben. Denn seine Langfassung hat er selbst gekürzt da einfach zu lang und unstimmig. So entstand der 140minütige Director's Cut, der hier und da trotzdem noch etwas zu Lange geraten ist.

Was man dem Film zugutehalten muss ist die Tatsache von wenigen Lägen bei einer stolzen Laufzeit von 140 Minuten, guten Leistungen der Darsteller und einer absolut düsteren, hoffnungslosen und pessimistischen Stimmung, welche sich durch den ganzen Film zieht. So gibt es auch keine Identifikationsfigur / Sympathieträger (was mich jedoch störte) und ein böses Ende (vor allem wenn es richtig interpretiert wird ist es auch wirklich böse und gefällt). Blut fehlt im Film auch nicht - es geht brutal und blutig zu und her.

Leider überwiegen die Schwächen: keine Sympathiefigur, Nebenfiguren sehr blass, Story Abläufe teilweise arg unglaubwürdig (Flucht gelingt immer wieder, der Gesuchte fällt nie auf etc.) und die vielen blutigen Messerszenen ermüden sich ziemlich schnell und der Plot mit der Frau hätte man auch eindämmen können (weglassen nicht, sonst hätte das böse Ende nicht funktioniert). Dazu eben doch auch paar Längen.

Jedoch kann man sich den Film gut schauen, technisch einwandfrei, nihilistische Grundstimmung, viel Blut gibt es zu sehen. Vielleicht wird mir der Film beim 2x Schauen gar etwas besser gefallen. Vielleicht habe ich wegen dem tollen The Chaser einfach auch zu viel erwartet, wer weiss...

Fans des koreanischen Kinos können auf jeden Fall einen Blick riskieren und ebenso darf man sich auf den neuen Film von Na Hong-jin freuen: The Wailing (2016), Mix aus Mystery, Horror, Seuchenfilm und Drama in einer kleinen Ortschaft spielend! Hört sich zumindest vielversprechend an! Erscheint voraussichtlich am 4. Okt. 2016 in den USA auf DVD / Blu Ray von Well Go USA!

Infos:

O: Hwanghae

Südkorea 2010

R: Na Hong-jin

D: Kim Yun-seok, Ha Jung-woo, Cho Seong-Ha, Lee Chul-Min

Laufzeit der UK DVD: 140:01 Min.

Gesehen am: 01.09.16

Fassungen: UK DVD = ungekürzte Fassung. Die deutsche Fassung ist zensiert und nicht zu empfehlen. Bei der UK DVD handelt es sich um eine Doppel DVD, was von aussen her nicht ersichtlich ist. Auch findet sich keine Laufzeitangabe auf dem Cover. Zur DVD = eben Uncut, gute Bild- und Tonqualität, O-Ton mit englischen UT. Die UK Fassung entspricht dem vom Regisseur selbst erstellen Director's Cut. In Korea gibt es noch eine Fassung welche länger ist, aber welche zu umständlich und lang gilt. Daher hat der Regisseur auch selbst Hand angelegt und Unnötiges entfernt. Die deutsche Fassung basieret auf der US Fassung, die zwar auf dem DC basiert, aber für die US R Rating Freigabe in Sachen Gewalt und Sex zensiert wurde.