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Montag, 8. Juni 2026

The Slaughter in Xian

The Slaughter in Xian

Story:

Captain Ho Yuen Sun (Dung Chi-Wa) will den Tod eines Freundes (Chow Lung) rächen, den ausgerechnet sein Chef Captain Ma (Chui Siu-Kin) befohlen hat.

Meine Meinung:

Die letzten Regiearbeiten von Chang Cheh (Shaolin Temple, Man of Iron, Return of the One-Armed Swordsman) können zwar mehrheitlich nicht mit den alten Werken der Shaw Brothers Legende mithalten, dennoch sind Titel wie Ninja in Ancient China, Hidden Hero, Great Shanghai 1937, The Nine Demons oder den hier besprochene The Slaughter in Xian nicht uninteressant. The Slaughter in Xian, der, wie es scheint, komplett in China gedreht wurde, wartet mit unbekannten aber talentierten Jung-Stars auf.

Nachdem Chang Cheh viele Schauspieler zu Stars machte (Jimmy Wang Yu, Chen Kuan-Tai, David Chiang, Ti Lung, die Venoms etc.), folgt nun seine letzte Garde. Je nach Quellen haben einige der Schauspieler auch mitgeholfen, den Film zu inszenieren. Je nach Quellen und Datenbanken sind zwei bis sogar noch mehr Regisseure gelistet. Der Film hat einen ziemlichen Low-Budget Look, was aber nicht stört. Der Film spielt im vergangenen China. Klassisches Setting. Daher passt das so. Der Film ist kein Kracher, aber Chang Cheh Fans können eigentlich bedenkenlos einschalten.

Alles, was Chang Cheh Filme früher geboten haben, kommt hier zum Tragen (Heroic Bloodshed Momente, blutige Morde, Männerfreundschaft, Aufopferung, Rache-Themen). Was kritisiert werden muss ist die Tatsache, dass der Film nach dem sehenswerten Intro erst Mal einige Längen bietet. Der Plot ist relativ dünn und wenig kreativ. Die ersten 20-30 Minuten muss der Fan warten, danach wird es besser und besser. Die Actionszenen bestehen aus kurzen Kampfszenen und/oder blutigen Shoot-Outs. Die Tötungsszene, vor allem die «Pfählung», ist äusserts blutig und derb anzusehen. Allgemein ist der Film alles andere als harmlos.

Der neue Held wird von Dung Chi-Wa verkörpert, der je nach Quelle auch an der Regie mitwirkte und ansonsten auf jeden Fall auch an den Kampfszenen und der Choreographie mitgearbeitet hat. Dung Chi-Wa spielte auch in weiteren Chang Cheh Filmen mit, die Ende der 80er und Anfang 90er veröffentlicht wurden. Zwar hat ein Dung Chi-Wa, wie schon die Venoms (meiner Meinung nach), weniger Charisma als z.B. ein Jimmy Wang Yu, ein David Chiang oder ein Ti Lung, aber körperlich überzeugt er in den Actionszenen problemlos. Die nötige Physis bringt er gekonnt in die Kampfszenen ein. Das dramatische Ende mochte ich.

Fazit: Solider Chang Cheh Film!

Infos:

O: Xian sha lu

HK, China (je nach Quelle) 1987

R: Chang Cheh, Dung Chi-Wa, Mu Li-Xin, Du Yuming (je nach Quelle)

D: Dung Chi-Wa, Chow Lung, Chui Siu-Kin, Ku Wing-Chuen, Du Yuming, Lok Woon-Yau, Chau Ping, Mu Li-Xin

Laufzeit der HK-VHS: Ca. 101 Min.

Gesehen am: April 2016 / Neusichtung am: 08.06.26

Fassungen: Früher sah ich davon nur ein Bootleg. Diese Disc habe ich schon lange nicht mehr. Die Neusichtung erfolgte via HK-VHS von Universe = Gute Bild- und Tonqualität, Kantonesisch mit festen englischen und chinesischen Subs. Die HK-VCD dürfte identisch sein (Label: Winners's). Dann gäbe es von Universe auch noch eine HK-LD. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Juni 2026).

Freitag, 6. März 2026

The New One-Armed Swordsman

 

The New One-Armed Swordsman

Story:

Durch List und Intrige gelingt es Long Yizhi (Ku Feng), dem jungen Helden und Schwertkämpfer Lei Li (David Chiang) ein Verbrechen anzuhängen, ihn zu provozieren und im Kampf zu besiegen. Dies hat zur Folge, dass sich Lei Li einen Arm abtrennt und sich aus der Martial Arts Welt zurückzieht. Als Long Yizhi dies später wiederholt und Lei Lis Freund Hero Fung (Ti Lung) dabei ums Leben kommt, schwört Lei Li blutige Rache…

Meine Meinung:

Der dritte und letzte Teil der «The One-Armed Swordsman» Reihe von Chang Cheh (The Savage 5, The Nine Demons) kommt nicht ganz die die Vorgänger (The One-Armed Swordsman und Return of the One-Armed Swordsman) heran. Dennoch ist auch The New One-Armed Swordsman ein sehenswerter Eastern, der noch immer aus der Masse herausragt. Superstar Jimmy Wang Yu (The Chinese Boxer, Die Todesbucht der Shaolin) stand für die neuste Fortsetzung nicht zur Verfügung und wurde durch David Chiang (Kuan - Der unerbittliche Rächer, It Remains) ersetzt.

Der Hauptgrund, warum mir die zwei vorherigen Teile mehr zugesagt haben, ist die Tatsache, dass es hier im Mittelteil doch einige Längen gibt. Das ist der Grund. Und die Musik fand ich stellenweise unpassend. Was ich nicht wusste ist, dass sich die Musik im O-Ton und z.B. der englischen Sprachfassung unterscheiden. Ggf. wäre jene vom englischen Dub besser gewesen. Abgesehen davon ist der Film unterhaltsam. David Chiang gibt einen wunderbaren Jimmy Wang Yu Ersatz ab und Ku Feng mag ich als Bösewicht so oder so. Auch hier liefert er in der Hinsicht ab, auch wenn sein Umfeld etwas naiv agiert.

Ti Lung (Ti Lung – Die tödliche Kobra) spielt diesmal nur eine grosse, tragische Nebenrolle. Er macht das jedoch stark und sein Heldentot ist äussert derb in Szene gesetzt. In weiteren Nebenrollen sind Namen wie Wang Chung (The Delinquent), Chan Sing (Tiger Force) oder Cheng Kang-Yeh (Drunken Master Slippery Snake) zu sehen. Und selbst eine Frau (Li Ching) kommt vor und spielt einen nicht unwichtigen Charakter. Immerhin ist es ihr Schwert, welches sie David Chiang geschenkt hat, mit welchem er am Ende, einem sehenswerten Finale auf einer Brücke, voller blutiger Momente und einem hohen Bodycount, für Rache sorgt.

Fazit: Must See Titel für Shaw Brothers Fans!

Infos:

O: Xin Du Bi Dao

HK 1971

R: Chang Cheh

D: Ku Feng, David Chiang, Ti Lung, Li Ching, Wang Chung, Chan Sing, Cheng Kang-Yeh

Laufzeit der UK-Blu: 102:33 Min.

Gesehen am: Juni 2008 / 2. Sichtung am: 06.03.26

Fassungen: Gesehen via UK-Blu-Ray von Arrow Video (Shawscope Volume Three) = Uncut und ohne Frame Cuts, O-Ton mit englischen Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität. Gemeldete Asynchronitäten sind mir beim Schauen nicht aufgefallen. In Deutschland von TVP (als Das Schwert des gelben Tigers) auf Blu-Ray zu haben.

Samstag, 23. August 2025

Shaolin Temple

Shawgust 2025

Shaolin Temple

Story:

Die Regierung (Ku Feng, Lu Feng, Wong Ching, Tsai Hung) plant den Shaolin Tempel und dessen Mönche und Schüler (Lo Meng, Alexander Fu Sheng, Chi Kuan-Chun, Ti Lung, David Chiang, Phillip Kwok, Li Yimin, Bruce Tong Yim-Chaan, Yueh Hua, Wang Chung, Lau Wing, Wai Wang) zu töten. Verräter (Shan Mao, Johnny Wang Lung-Wei) im Shaolin Tempel machen es der Regierung einfach, sich auf den Kampf vorzubereiten…

Meine Meinung:

Chang Cheh (The Generation Gap, Die 13 Söhne des gelben Drachen, Heaven and Hell) spannte mit Wu Ma (Haunted House Elf, Heroic Brothers, Into the Night) zusammen und veröffentlichte Mitte der 70er Jahre mit neuem Choreographen-Team (Liu Chia-Liang und Tong Kai waren Geschichte) und in Taiwan gedreht einen der sehenswertesten Shaolin-Kloster-Beiträge aus dem Shaw Brothers Universum. Der Film gilt zu Recht als sehenswert und Klassiker des Genres. Ich sah den Film seit 15 Jahren nicht mehr und der Steifen hat die 2. Sichtung locker bestanden.

Der Plot ist zwar sehr dünn, nichts Neues und dient praktisch nur dem Selbstzweck, dafür rocken die vielen spektakulären Kampf- und Trainingsszenen. Vor allem das lange Finale bietet Spektakel pur. Der Film wird aber nicht jedem Star gerecht. Folgende Namen bekommen am meisten Kampfszenen spendiert: Chi Kuan-Chun (Shaolin – Eine Faust die tötet), Alexander Fu Sheng (Friends), Johnny Wang Lung-Wei (My Rebellious Son), Li Yimin (7 Commandments of Kung Fu), Bruce Tong Yim-Cha (Shaolin Abbot) und Shan Mao (Tiger). Vor allem letzterer, den ich vor allem von 70er Jahre Basher kenne, hat mich in den Kampfszenen positiv beeindruckt.

Namen wie Ti Lung (Young Lovers on Flying Wheels), Phillip Kwok (Forbidden Arsenal) und David Chiang (The Revenge of the Shaolin Kid) dürfen eigentlich fast nur im Finale zeigen, was sie können. Andere Namen kommen so gut wie nicht (Wang Chung und Yueh Hua) oder gar nicht (Ku Feng) zum Zug. Als Bösewichte (nebst den zwei Verrätern) und daher nur im Finale kämpfend überzeugen Namen wie Lu Feng (The Rebel Intruders), Tsai Hung (8 Strikes of Wild Cat) und Wong Ching (The Prodigal Boxer). An dem Trio hatte ich grosse Freude. Die passen immer hervorragend in die Schurken-Rollen.

Fazit: Must See Titel!

Infos:

O: Shao Lin Si

HK 1976

R: Chang Cheh, Wu Ma

D: Lo Meng, Alexander Fu Sheng, Chi Kuan-Chun, Ti Lung, David Chiang, Phillip Kwok, Li Yimin, Bruce Tong Yim-Chaan, Shan Mao, Johnny Wang Lung-Wei, Yueh Hua, Wang Chung, Ku Feng, Lu Feng, Wong Ching, Tsai Hung, Lau Wing, Wai Wang, Shih Szu

Laufzeit der UK-Blu: 119:45 Min.

Gesehen am: April 2010 / Neusichtung am: Aug. 2025

Fassungen: Mir lag die UK-Blu-Ray von Arrow Video (Shaw Scope Volume One) vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität. Als Bonus gibt es eine Fassung ohne Frame-Cuts und ein Special über Chang Cheh vorgetragen von Tony Rayns (Ca. 30 Min.). Letzteres ist zu empfehlen. Weitere Extras (u.a. ein Interview mit Chiang Tao) muss ich noch schauen. In Deutschland (als Der Tempel der Shaolin) von diversen Labels auf Blu-Ray und DVD zu haben (Deutsch, Mandarin mit Subs, Uncut).

Dienstag, 19. August 2025

Return of the One-Armed Swordsman

Shawgust 2025

Return of the One-Armed Swordsman

Story:

Fang Gang (Jimmy Wang Yu) wird angefragt, an einem Kampfturnier anzutreten. Er sagt ab. Er will das Leben als Farmer geniessen. Hinter dem Turnier stehen Bösewichte (u.a. Liu Chia-Liang, Ku Feng, Tang Chia Lau Kar-Wing), die über alle Ressourcen (= die besten Kämpfer) verfügen wollen. Wer nicht mit macht, wird gezwungen, entführt oder getötet. Als Fangs Ehefrau (Lisa Chiao Chiao) entführt wird, gerät er definitiv zwischen die Fronten…

Meine Meinung:

Nach dem sensationellen Erfolg von The One-Armed Swordsman war eine Fortsetzung eine logische Konsequenz. Der Vorgänger machte Jimmy Wang Yu (Die Todesbucht der Shaolin, Das Todeslied des Shaolin, Boxers of Loyalty and Righteousness) zu Hong Kongs ersten Superstar (noch vor Bruce Lee) und der Film war der erste, der mehr als eine Million HKD an den Kinokassen einspielte. Jimmy Wang Yu genoss danach diverse Freiheiten und sollte nur ein Jahr später bereits auf dem Regiestuhl sitzen (The Chinese Boxer).

Return of the One-Armed Swordsman, den ich seit Mai 2008 nicht mehr sah, hat die 2. Sichtung bestanden. Der erste Teil gehört zu meinen Lieblingsfilmen im Shaw Brothers Universum. Wie sollte sich da die Fortsetzung machen? Ich empfand den zweiten Film der dreiteiligen Reihe als stark und sehenswert. Der Film ist qualitativ stark anzusehen und erreicht Kracher-Qualitäten. Dennoch mochte ich den ruhigeren Vorgänger etwas mehr, was aber nicht heissen soll, dass mir der in Actionszenen zahlenmässig viel höhere 2. Teil nicht gefällt.

Nebst Jimmy Wang Yu kehrten aus dem Vorgänger Lisa Chiao Chiao (The Dragon Family, Kwan Fu – Die Bande der Tigerkralle) als seine Film-Freundin und Chang Cheh (The Duel, Journey to the West, The Nine Demons) als Regisseur zurück. Der Film bietet massiv mehr Kämpfe, massiv mehr Blut-Effekte und einen massiv höheren Bodycount als der Vorgänger. Der Plot ist sehr dünn. Dass zwei weibliche Charaktere nicht unwichtige Rollen spielen (und eine auch bei den Bösewichten dabei ist), gefiel mir. Jimmy Wang Yu Fans werden voll auf ihre Kosten kommen. Sein Ego und Selbstvertrauen bringt er gekonnt und souverän in den Film ein. Ultracoole Darbietung von ihm!

Der Film wartet mit Unmengen an bekannten Gesichtern auf. Nebst Jimmy Wang Yu gefallen vor allem die Besetzungen der Bösewichte. Da sind Namen dabei wie Tien Feng (Oath of Death, The Snake Girl Drops In, The Savior), Ku Feng (Bruce and the Iron Finger, Revenge of the Corpse, The Furious Killer), Tong Kai (auch Choreograph des Filmes), Lau Kar-Wing (The Treasure Hunters, His Name Is Nobody), Lau Kar-Leung (auch Choreograph des Filmes) und Wu Ma (Ghost in Me, The Dead and the Deadly). Bei den Helden sind Namen dabei wie Cliff Lok (The Shaolin Kids), Chan Sing (The Ape Girl) und sogar die späteren Chang Cheh Stars David Chiang (A Mad World of Fools) und Ti Lung (The Convict Killer). In Mini-Auftritten sind auch noch Yuen Woo-Ping oder Yuen Cheung-Yan (Star aus Filmen wie Shaolin Drunkard oder Drunken Tai Chi) zu sehen.

Fazit: Für Shaw Brothers, Jimmy Wang Yu und Chang Cheh Fans Pflichtprogramm!

Gefolgt von: The New One-Armed Swordsman

Infos:

O: Du Bei Dao Wang

HK 1969

R: Chang Cheh

D: Jimmy Wang Yu, Lisa Chiao Chiao, Liu Chia-Liang, Ku Feng, Tang Chia, Lau Kar-Wing, Tien Feng, Essie Lin Chia, Yuen Cheung-Yan, Ti Lung, Cliff Lok, Chan Sing, David Chiang, Yuen Woo-Ping, Wong Ching

Laufzeit der UK-Blu: Ca. 109 Min.

Gesehen am: Mai 2008 / Neusichtung am: Aug. 2025

Fassungen: Gesehen via UK-Blu-Ray von Arrow Video (Shawscope Vol. 3) = Uncut, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität. In Deutschland von TVP auf Blu-Ray erscheinen (Die Rückkehr des Königstigers).

Samstag, 16. August 2025

Man of Iron

Shawgust 2025

Man of Iron

Story:

20 Jahre nach den Ereignissen in The Boxer from Shantung:

Qiu Lian Huan (Chen Kuan-Tai) taucht in Shanghai auf und sorgt für Unruhe. Er behauptet sich gegen diverse Gangs, demonstriert eindrücklich seine Kampfkünste, gewinnt im Casino und verliebt sich in Shen Ju-Fang (Ching Li). Dumm nur, dass diese von einem Gangster als seinen Besitz angesehen wird und dieser hat gar nicht Freude, dass Qiu sich in Shen verguckt hat…

Meine Meinung:

Man of Iron ist zwar eine Fortsetzung von The Boxer from Shantung und wartet wieder mit Star Chen Kuan-Tai (Killer Constable, Butcher, Ambitious Kung Fu Girl) in der Hauptrolle auf, doch dieser spielt eine andere Figur als im Vorgänger. Natürlich tut er das, immerhin starb sein Charakter im Finale von The Boxer from Shantung. Man of Iron erklärt zu Beginn, dass der Plot 20 Jahre nach dem Vorgänger spielt. Chen Kuan-Tais Leiche wird entfernt und mehr Bezug als das Shanghai-Setting gibt es zum Vorgänger nicht.

Ich würde sagen, dass das Budget etwas kleiner war. Vor allem die Aussenaufnahmen von Shanghai wirkten lustlos und billig. Menschenleer. Keine Statisten, kein wirkliches Leben, keine Stimmung. Abgesehen davon macht Man of Iron trotzdem Spass. Der Film, in welchem nebst Chang Cheh noch Pao Hsueh-Li (Tough Guy, The Heroes, Finger of Doom) als Regisseur geleistet ist, überraschend (speziell für einen Chang Cheh Film) mit einer grösseren Frauenrolle, die für den Plot dramatisch (aber wenig überraschend) enden sollte.

Chen Kuan-Tai macht als Titelheld (mit cooler Lederjacke im Finale, die nicht so Rest zum restlichen Setting passen möchte) eine tolle Figur. Selbstsicher, charismatisch und auch in den Kampfszenen absolut überzeugend. Die Kampfszenen wirken dank der Choreographie von Liu Chia-Liang (Martial Club, Martial Arts of Shaolin, Dirty Ho) realistischer als in anderen Filmen aus der Zeit. Und im Finale wird auch definitiv mit Blut nicht gespart. Dabei ist die von Chen Kuan-Tais Figur bei Leibe nicht unzerstörbar, sondern menschlich und verletzlich (die Szene mit der Kopfverletzung zeigt dies eindrücklich).

Allgemein gibt es einige epische Momente in dem Film: Chen Kuan-Tai im Regen, das blutige Finale oder die Exekution von Wang Chung (The Delinquent, Police Force, Mobfix Patrol). Letzterer ist nebst Chen Kuan-Tai, Bloodsport Star Bolo Yeung (Bolo, Chinese Hercules) als Bösewicht und Yang Chi-Ching (The One-Armed Swordsman) inklusive Chiang Tao (Revenge of Shaolin Kid) der einzige mir bekannte Name im Film und spielt eine wichtige Nebenrolle. Nebst dem Gamble-Szenen darf auch ein Motorrad, eine Fahrradkette als Waffe und ein fetziger Soundtrack nicht fehlen.

Fazit: Für Shaw Brothers, Chang Cheh und Chen Kaun-Tai Fans zu empfehlen!

Infos:

O: Chou Lian Huan

HK 1972

R: Chang Cheh, Pao Hsueh-Li

D: Chen Kuan-Tai, Ching Li, Wang Chung, Chu Mu, Chiang Tao, Yang Chi-Ching, Tin Ching, Bolo Yeung

Laufzeit der US-Blu: Ca. 99 Min.

Gesehen am: Sept. 2011 / Neusichtung am: Aug. 2025

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Shout Factory vor (Shaw Brothers Classics Vol. Two) = Uncut, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität. Als Extras gibt es ein über 60mintügies Feature mit Meredith Lewis, einer australischen Autorin, die vor paar Jahren ein Buch über die Shaw Brothers schrieb (Ask For The Moon). Sie erzählt in dem 77minütiugen Feature über das Shaw Universum. Ich habe das Feature nebenherlaufen lassen. Ich fand es zuerst nicht uninteressant, aber doch sehr monoton vorgetragen. Und spätestens als sie Chang Cheh als sexistisch betitelt, habe ich die Sichtung vorzeitig abgebrochen. Den Film gibt es in Deutschland von filmArt auf Blu-Ray (Titel: Der Mann mit der Tigerpranke).

Donnerstag, 14. August 2025

The Savage 5


Shawgust 2025

The Savage 5

Story:

Gangster (u.a. Wai Wang, Wong Ching, Chiang Tao) terrorisieren ein Dorf. Eine Gruppe Helden (Ti Lung, David Chiang, Wang Chung, Danny Lee, Chen Kuan-Tai) nehmen den Kampf gegen die Gangster auf…

Meine Meinung:

The Savage 5 sah ich seit 15 Jahren nicht mehr. Es handelt sich um einen Chang Cheh (The Fantastic Magic Baby, Death Ring, Die Todespagode des gelben Tigers) Film für die Shaw Brothers. Der Inhalt erinnert etwas an den japanischen Klassiker Seven Samurai mit dem Unterschied, dass mir The Savage 5 mehr zusagte und es in The Savage 5 mehr (und bessere) Action-Sequenzen zu bestaunen gibt. Der Plot ist zugegebenermassen sehr dünn, dafür wird der Zuschauer bestens unterhalten und nie kognitiv überfordert.

Chang Cheh bleibt in vertrauten Territorien und tut das, was er am besten kann. Seine Helden opfern sich auf, sterben langsame, blutige Heldentode und sind zahlenmässig hoch vorhanden. Und mit Wong Bing-Bing gibt es sogar eine grössere Frauenrolle, was bei Chang Cheh nicht immer der Fall gewesen war. Ansonsten greift Chang Cheh auf seine bekannten Stars zurück. Der Film lebt vor allem von Ti Lung (The Kung Fu Emperor, City War, The Deadly Breaking Sword), Wang Chung (The Man from Vietnam, Blooded Treasury Fight) und den tollen Bösewichten wie Chiang Tao (The Kung Fu Cook), Wong Ching (Sketch) oder Wai Wang (Lewd Lizard).

Danny Lee (Mighty Peking Man, Undeclared War) hingegen fällt etwas ab (ihm nahm ich die Martial Arts Rolle nie wirklich ab), Chen Kuan-Tai (Tough Guy, The Shanghai Thirteen) scheidet überraschend schnell (und wohl als erster der Helden) aus dem Film aus und David Chiangs (Once Upon a Time in China II, The Challenger) Figur gefiel mir diesmal deutlich weniger. Sowohl vom Aussehen als auch von seinem Charakter (Dieb). So überrascht es dann auch nicht, dass die Finalkämpfe von Ti Lung und Wang Chung bestritten werden. Die Kampfszenen steuerten Tang Chia (Shaolin Intruders) und Liu Chia-Liang (My Young Auntie) bei. Beide sollen sich zerstritten haben. Die Kampfszenen sind sehr blutig inszeniert.

Fazit: Chang Cheh Fans zu empfehlen!

Infos:

O: Wu Hu Jiang

HK 1973

R: Chang Cheh

D: Wai Wang, Wong Ching, Chiang Tao, Ti Lung, David Chiang, Wang Chung, Danny Lee, Chen Kuan-Tai, Wong Bing-Bing

Laufzeit der US-Blu: Ca. 95 Min.

Gesehen am: März 2010 / Neusichtung am: 01.08.25

Fassungen: Früher sah ich den Film als HK-DVD von IVL. Die DVD habe ich noch immer in der Sammlung, da von Chen Kuan-Tai signiert worden. Für die Neusichtung lag mir die US-Blu-Ray von Shout Factory vor (The Ti Lung/David Chiang Collection) = Uncut, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität. In Deutschland von T.V.P. unter dem Titel Die Wilden 5 auf Blu-Ray zu haben (die deutsche Synchro soll grossartig sein).

Samstag, 28. Juni 2025

Death Ring

 

Death Ring

Story:

Sun (Lee Chung-Yat) kämpft um das Herz einer Frau und tötet dabei unwillentlich seinen Gegenspieler. Der Vater der Frau (Chen Kuan-Tai) empfiehlt Sun, zu fliehen. Er geht nach Thailand. Dort wird er u.a. mit dem Vater der Verstorbenen (Chan Sing) konfrontiert, der im Kampf schwer verletzt wird (Ti Lung mischt dort auch noch mit). Viele Jahre später geht es um die Söhne der Protagonisten, welche ihren Rachedurst stillen und nach ihren Vätern suchen und zusammen in einem Thai.-Box-Turnier aufeinandertreffen…

Meine Meinung:

Death Ring ist ein komischer Film und kein Kracher. Wirklich schlecht ist die Mitte der 80er Jahre und zum Teil in Thailand gedrehte Produktion aber auch nicht. Der Film stellt eine Zusammenarbeit des Godfather of Kung Fu, Regisseur Chang Cheh (The Shanghai Thirteen, Chinatown Kid, Vengeance!), und Venom-Star Lu Feng (The Rebel Intruders, Vier gnadenlose Rächer, Ninja Kids) dar, der im Film auch eine Nebenrolle spielt. Chang Cheh hat wohl die Szenen in Hong Kong gedreht und Lu Feng jene in Thailand. Das dürfte auch das wirre und zusammenhängende Skript erklären.

Der wirre Plot war zusätzlich durch fehlende englische Untertitel, viele Zeitsprünge im Setting und hier und da durch eine mässige Bildqualität zusätzlich erschwert. Der lahme und sehr wirre Teil betrifft den Mittelteil des Filmes, wo es gar zu Längen kommt. Die besten Szenen und auch die besten Kampfszenen hat der Film in den ersten 20 Minuten. Die sind sehenswert. Die dort vorgeführten Kampfszenen sind rasant, knackig und spektakulär choreographiert. In diesen mischen dann auch Alt-Stars wie Chen Kuan-Tai (Heroes Two), Ti Lung (trägt eine ähnliche Kleidung wie in The Shanghai Thirteen) und Chen Sing (Tough Guy) mit. Deren Kämpfe gehören natürlich auch zu den Highlights des Filmes.

Danach flacht der Film, wie erwähnt, ab. Zwar gibt es hier und da Mal einen Kampf zu sehen, doch die Qualität der Kampfszenen der ersten 20 Minuten wird danach nie mehr erreicht. Es gibt mind. zwei solide Turnier-Thai.-Box-Szenen und auch im Finale folgen noch einige Prügeleien. Die erreichen aber nur noch solide Qualität. Lu Feng taucht erst später im Film auf und spielt nur eine Nebenrolle. Die Hauptfigur wird von Lee Chung-Yat (The Nine Demons) gespielt. Nebst ihm hat auch Co-Star Cheung Tai-Lun schon oft mit Chang Cheh gedreht (The Naval Commandos).

Fazit: Kein Must See Titel. Dazu gibt es im Mittelteil zu wenig Action und der Plot ist zu konfus. Nur für Hardcore-Fans von Chang Cheh zu empfehlen!

Infos:

O: Lei Tai

HK 1984

R: Chang Cheh, Lu Feng

D: Lu Feng, Chan Sing, Ti Lung, Chen Kuan-Tai, Lee Chung-Yat, Cheung Tai-Lun, Chai Kuang-Ning, Ho Kang

Laufzeit der südkoreanischen VHS: 84:19 Min.

Gesehen am: Juli 2010 / Neusichtung: Ende März 2025

Fassungen: Für meine damalige Erstsichtung lag mir die US-DVD von Tai Seng vor. Uncut, Vollbild, nur Englisch Dubbed. Die DVD wurde 2011 von Chen Kuan-Tai signiert. Für die 2. Sichtung lag mir die VHS aus Südkorea vor. Dieses hat den Vorteil des Mandarin O-Tones. Dazu gibt es koreanische Subs. Die Bildqualität ist durchschnittlich bis mässig (dunkle Szenen). Vollbild. Sah Uncut aus. Eine O-Ton Fassung mit Subs ist mir nicht bekannt (Stand: März 2025). Es gibt keine deutsche Fassung und keine Blu-Ray (Stand: März 2025).

Samstag, 29. März 2025

The Shanghai Thirteen


The Shanghai Thirteen

Story:

Ein brisantes Dokument macht die Runde. Diverse Killer (u.a. Danny Lee, Lu Feng, Chi Kuan-Chun, Wong Ching, Chan Sing, Sonny Yue) versuchen, den Besitzer zu töten und in den Besitz des Dokumentes zu gelangen. Doch diverse Helden (u.a. Wang Chung, Leung Kar-Yan, Andy Lau, David Chiang, Ti Lung, Chiang Sheng) setzen ihr Leben aufs Spiel, um den Träger und das Dokument an ihren Zielort zu bringen…

Meine Meinung:

Ich sah den Film länger nicht. Dies dürfte meine 3. Sichtung sein. The Shanghai Thirteen ist eine Mitte der 80er Jahre Produktion aus Taiwan von Meister-Regisseur Chang Cheh (The Boxer from Shantung, Chang Cheh: A Memoir, Chinatown Kid) der hier seine ganzen Stars (plus einige Neulinge), die er zu Shaw Brothers Zeiten entdeckte und förderte, in einem Film à la The Expendables oder Just Heroes zusammen vor der Kamera vereint. Im Gegensatz zu meiner 1. Sichtung (alte HK-DVD, nur Vollbild = englische Subs, wie das Bildformat, stark beschnitten) schaute ich den Film heuer ohne englische Untertitel an (dafür in Widescreen).

Fehlende englische Untertitel sind zu verschmerzen, da der Film praktisch keinen Plot an. Bis auf Jimmy Wang Yu (der Dieb zu Beginn), Danny Lee (Attentäter zu Beginn) und Chen Kuan-Tai (Executioners from Shaolin, Gang Master, Dirty Trick) bekommen alle mind. eine absolut spektakuläre Kampfszene spendiert. Nach dem Diebstahl und Attentat folgt etwas Gelaber, aber nach ca. 20-25 Min. folgt ein Kampfsetting nach dem anderen. Ohne Pause bis zum Ende. Die Kampf-Choreographie ist der Wahnsinn und es wird heldenhaft und blutig gestorben wie zu besten Chang Cheh Zeiten. Ein feuchter Traum für Shaw Brothers Fans.

Nebst Jimmy Wang Yu (The Killer Meteors), Danny Lee (Undeclared War) und Chen Kuan Tai sind Namen zu sehen wie Raiders of the Shaolin Temple Star Sonny Yue (tolle Kämpfe im Finale), Venom Star Chiang Sheng (Crippled Avengers), Wang Chung (tolle Kampfszene, bevor er erschossen wird), Leung Kar-Yan (grössere Überraschung, ihn in diesem Film zu sehen, toller Kampf gegen Venom Star Lu Feng), ein junger Andy Lau (grössere Überraschung, ihn in diesem Film zu sehen, toller Kampf gegen Venom Star Lu Feng), David Chiang (tolle Kampfszenen im Casino gegen Chi Kuan-Chun und Wong Ching), Ti Lung (darf im Finale kämpfen und ist einer der wenigen Überlebenden), Venom Star Lu Feng (tolle Kampfszenen gegen Andy Lau und Beardy), Chi Kuan-Chun (Casino Bösewicht, liefert sich tolle Kampfszenen mit u.a. David Chiang), Wong Ching (toller Fächer-Kampf mit Dauergrinsen und starken Overacting, Kampf gegen u.a. David Chiang), The Nine Demons Star Ricky Cheng (Dancing King) und Chan Sing als Art Endboss (Kampf gegen Ti Lung).

Fazit: Must See Titel für Shaw Brothers Fans!

Infos:

O:  Shang Hai Tan Shi San Tai Bao

Taiwan 1984

R: Chang Cheh

D: Danny Lee, Lu Feng, Chi Kuan-Chun, Wong Ching, Chan Sing, Wang Chung, Leung Kar-Yan, Andy Lau, David Chiang, Ti Lung, Chen Kuan-Tai, Jimmy Wang Yu, Sonny Yue, Ricky Cheng

Laufzeit der jap. DVD: 86:48 Min.

Gesehen am: Sept. 2011 / Neusichtung am: 18.01.25 / Sichtung der HK-Blu: 28.05.25

Fassungen: Mir lag die DVD aus Japan von Victor Entertainment vor. Die ist zwar Uncut (und somit länger als die DVDs aus Deutschland und England) und bietet eine recht anständige Bildqualität (plus Widescreen), aber leider liegt der Film nur in Kantonesisch vor. O-Ton wäre Mandarin. Es gibt keine englischen Subs. Uncut, mit O-Ton und englischen Subs ist die HK-Blu-Ray. In Deutschland wurde der Film als 13 Kämpfer von Shanghai veröffentlicht. Nachtrag Mai 2025: Mit der HK-Blu-Ray von CN Entertainment erfolgte nun die erste Sichtung im O-Ton und mit englischen Subs. Der Film ist, wie bereits erwähnt, ein Kracher! Die Blu-Ray hat eine bessere Bildqualität als die DVD aus Japan. Allerdings war ich mit der Tonspur qualitativ nicht zufrieden. Vor allem im letzten Viertel gab es meiner Meinung nach hörbare Probleme. Dialoge und Geräusche, die dumpf waren und die man kaum gehört hat oder wo sich die Tonlage während eines Dialogs verändert hat. Zudem hatte ich auch den Eindruck, dass einige der Kampfszenen plötzlich schneller ablaufen als bei der DVD aus Japan, was unecht aussah. Da ich die DVD aus Japan nicht mehr habe, kann ich das aber nicht mehr vergleichen. 

Dienstag, 13. August 2024

A Mad World of Fools

Shawgust 2024

A Mad World of Fools

Inhalte inklusive meiner Meinung:

A Mad World of Fools, eine Mitte der 70er Jahre Shaw Brothers Produktion und «Komödie» im modernen Setting, die von David Chiang (Shaolin Abbot, Die Todeskralle des roten Phoenix, What Price Survival), der auch die Hauptrolle spielt und im Film zusätzlich als «Presenter» zu sehen ist (à la Cryptkeeper in Geschichten aus der Gruft), realisiert wurde, wurde von Chang Cheh (Dancing King, The Rebel Intruders, Disciples of Shaolin) produziert. Der Film hat keinen wirklichen Plot.

Die Shaw Brothers gingen nach dem Motto «Sex sells». David Chiang als Presenter bietet den Zuschauern zehn Sketchs in unterschiedlicher Länge, um diese danach jeweils zu kommentieren. Das hatte z.T. fast Fake Mondo Vibes, da dem damals konservativen 70er Jahre Hong Kong Zuschauer sexuelle Vorlieben (Exhibitionismus, Voyeurismus, Fetisch, S/M, Homosexualität, Transvestitismus) und nackte Tatsachen (hier und da paar Brüste) gezeigt werden.  

Aufgelistet bieten die zehn Sketchs folgendes:

1. Dean Shek (A Better Tomorrow 2) als Voyeur und Fetischist. Gebrauchte Frauenkleider, ein BH und Slip, verdrehen ihm den Kopf.

2. Ein Mann in Frauenkleidern begutachtet sich im Spiegel.

3. Ein Mann, der von Frauen umworben wird, stellt sich als homosexuell aus.

4. Wu Ma (Two Jolly Cops) entblösst sich vor diversen Frauen.

5. Ein Schwächling und Tagträumer (David Chiang) wünscht er wäre ein Kung Fu Star. Seine Idole: Bruce Lee, Chen Kuan-Tai und Ti Lung. Doch als er mit seiner Freundin spazieren geht und von einer Gruppe Männern belästigt wird, stellt sich heraus, dass er seine Träume nicht in die Tat umsetzen kann. Einer der wenigen guten Sketchs des Filmes, da David Chiang und lange Laufzeit. Als Belästiger sind u.a. Fung Hak-On (Last Hurrah for Chivalry) und Yuen Cheung-Yan (Drunken Tai Chi) zu sehen.

6. Ein Ehemann steigert seine Lust, indem er eine Prostituierte besucht.

7. Ein Ehemann der Schulden hat und statt seiner Ehefrau die TV-Inhalte geniesst, bringt diese an den Rand der Verzweiflung.

8. Ein Geschäftsmann lässt sich von einer Prostituierten auspeitschen.

9. Ein Sohn kehrt aus Europa zu seiner Familie zurück inklusive seiner europäischen, aufgeschlossenen und freizügigen (blonden) neuen Ehefrau (Marlene Perry) - sehr zum Schrecken der Familie.

10. Die 2. Folge mit David Chiang und nebst dem 5. und 9. Sketch jene mit der längsten Laufzeit. David Chiang spielt einen Kleptomanen. Als er jedoch von Gangstern etwas klaut, wird er von diesen verfolgt. Die Gangster spielen u.a. einmal mehr Fung Hak-On und zusätzlich noch Lau Kar-Wing (der zusammen mit Lau Kar-Leung auch als Action Director fungierte) und Paul Chun Pui (People’s Hero, In the Line of Duty III).

Lohnt sich A Mad World of Fools? Man sollte meinen ja. Zehn Sketchs = abwechslungsreich und unterhaltsam. Dennoch kann ich diese «Komödie» kaum empfehlen. Der Film ist mittelmässig und für eine Komödie eigentlich kaum lustig. Die meisten Episoden sind belanglos und uninteressant. Sketchs Nr. eins und neun waren solide. Nur jene mit David Chiang (Sketchs Nr. fünf & zehn) waren gut. David Chiang und sein Charisma machen vieles wett und in dem fünften Sketch gibt es auch Kung Fu-Szenen zu sehen. Seine Tagträumereien werden amüsant dargestellt und ihn in einer modernen Rolle zu sehen, machte Spass.

Alles in allem müsste der Film eigentlich aus der Sammlung fliegen, aber dank David Chiang und zwei zugedrückten Augen bleibt der Mal vorerst in der Sammlung…

Infos:

O: Guai ren guai shi

HK 1974

R: David Chiang

D: David Chiang, Marlene Perry, Wu Ma, Dean Shek, Yuen Cheung-Yan, Richard Breslin, Lau Kar-Wing, Fung Hak-On, Paul Chun Pui, Tina Chin Fei, Maggie Li Lin-Lin, Lily Chen Ching

Laufzeit der TW-DVD: Ca. 97 Min.

Gesehen am: Aug. 2024

Fassungen: Mir lag die Code-3-Disc aus Taiwan von Celestial/Deltamac vor = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs. Es gibt keine Blu-Ray und keine deutsche Fassung (Stand: Aug. 2024).

Mittwoch, 7. August 2024

Die Todespagode des gelben Tigers


Shawgust 2024

Die Todespagode des gelben Tigers

Story:

Siang (Ti Lung) und Yun Piao Piao (Li Ching) transportieren eine Kiste Gold. Auf diese hat es Gangster Chao Hong (Ku Feng) und seine Bande (u.a. Chan Sing und Wang Chung) abgesehen. Ein mysteriöser Schwertkämpfer und Held (David Chiang) hilft Siang und Yun Piao Piao bei ihrem Auftrag. Doch dann verliebt sich dieser in Yun Piao Piao…

Meine Meinung:

Aka Have Sword, Will Travel. Den Film aus dem Jahr 1969 sah ich seit Jugendzeiten nicht mehr. Ich habe in einem Review gelesen, dass der Film einer von Chang Chehs besten Streifen der 60er Jahre sein soll und dem kann ich zustimmen. Zusammen mit The One-Armed Swordsman ist der Film seine beste 60er Jahre (Shaw Brothers Produktionen) Arbeit. Der Film gilt zurecht als Klassiker. Die Todespagode des gelben Tigers kann dabei dem hohen Niveau von späteren Klassikern wie The Duel oder Vengeance! standhalten.

Der Film überzeugt durch Heroic Bloodshed Momente, für welche Chang Cheh bekannt geworden ist. Diese werden vor allem im dramatischen und blutigen Finale gezeigt. In ihrer ganzen Pracht.  Dass zudem eine Frau (Li Ching) einer der Hauptrollen spielt, war erstaunlich. Frauen haben es in Chang Cheh Filmen schwer. Inhaltlich geht es um eine love triangle zwischen Ti Lung und Li Ching, welche heiraten wollen, ehe sie David Chiang begegnen, der sich in Li Ching verliebt. Kommt es im Finale zum Duell zwischen Ti Lund und David Chiang? Dies sei an dieser Stelle nicht verraten, um Spannung aufrechtzuerhalten.

Die Action-Szenen überzeugen durch tolle Slow-Mo-Aufnahmen, dessen sich John Woo später bediente (arbeitete unter Chang Cheh bei den Shaw Brothers), einen grossen Blutgehalt und einen hohen Bodycount. Die Actionszenen finden vor allem im Finale bei der Pagode statt. Der Plot überzeugt durch die Dramatik, die Entwicklungen und dank der zwei charismatischen Helden, wobei David Chiang (It Remains) Ti Lung (A Warrior's Tragedy) definitiv den Rang abläuft. Li Ching (Vengeance of a Snowgirl) war sehr solide.

Auf der anderen Seite haben mir die Bösewichte. Wenn es starke Persönlichkeiten bei den Helden gibt (David Chiang), braucht es auch gleichwertige Gegenspieler. Und diese gibt es zum Glück bei den Bösewichten. Ku Feng (Crocodile Evil) gibt einen wunderbaren fiesen Gangster-Boss ab. Stark. Seine zwei Top-Kämpfer, die als seine «rechten Hände» fungieren, haben mich auch überzeugt. Wang Chung (Cops and Robbers) als taubstummer, mit Kette gewaffneter, kaum besiegbarer Killer war ebenso überzeugend wie ein junger Chan Sing (The Good and the Bad), der seine Karriere ebenfalls bei den Shaw Brothers begann (z.B. The Singing Killer).

Fazit: Toller Film und ein Must See Titel für Shaw Brothers Fans!

Infos:

O: Bao Biao

HK 1969

R: Chang Cheh

D: David Chiang, Ti Lung, Ku Feng, Li Ching, Ching Miao, Chan Sing, Cliff Lok, Wang Chung

Laufzeit der deutschen DVD: 101:59 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: Shawgust 2024 / 3. Sichtung (US-Blu): Okt. 2025

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von MIB/Celestial vor = Deutsch/Mandarin mit englischen Subs, Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität (aber nicht anamorph). Gibt es inzwischen in Deutschland auch auf Blu-Ray. Nachtrag Okt. 2025: Inzwischen liegt mir die US-Blu-Ray von Shout Factory vor (The Ti Lung/David Chiang Collection). Der Film ist Uncut, O-Ton und englische Subs sind vorhanden und die Bild- und Tonqualität sind natürlich sehr gut. Die Disc scheint aber fehlerhaft. Im Menü kann ich zwischen den Optionen nicht hin- und herspringen (Play, Audio, Bonus, Chapter). D.h. mir war es nicht möglich, die Extras zu schauen (wären aber nur zwei Trailer gewesen und den Audiokommentar hätte ich über die Fernbedienung auswählen können). 

Donnerstag, 1. August 2024

The Fantastic Magic Baby


Shawgust 2024

The Fantastic Magic Baby

Story:

«Monkey King» Sun Wukong (Lau Chung-Chun) befindet sich zusammen mit seinem Meister (Teng Jue-Jen) und Co. (Yang Kuei-Yu, Chen I-Ho) auf der «Reise nach Westen». Red Boy (Ting Wa-Chung), Sohn von Princess Iron Fan (Hu Chin) und Ox Demon King (Chiang Tao), macht es sich zur Aufgabe, den Monkey King zu töten. Ihm gelingt es, dessen Meister zu entführen. Um Red Boy besiegen zu können, braucht der Monkey King die Hilfe von Goddess of Mercy (Chao Li-Chuan) und weiteren Göttern…

Meine Meinung:

Chang Cheh, Godfather des Kung Fu Kinos, Entdecker von Stars wie Jimmy Wang Yu, Ti Lung, David Chiang, Chen Kuan-Tai oder den «Venoms» und Mentor von John Woo, wurde während seiner Zeit bei den Shaw Brothers «abtrünnig». Er gründete in Taiwan eine eigene Produktionsfirma namens Chang's Film Co. Dank dieser konnte er in Taiwan, billiger als in Hong Kong, Film drehen. Darunter waren auch Filme, die dann von den Shaw Brothers vertrieben, z.T. aber auch produziert wurden. Titel wie Heroes Two, 7-Man Army oder eben den hier besprochenen The Fantastic Magic Baby waren darunter.

Der nur 61 Minuten lange Film beruht auf dem chinesischen Roman «Journey to the West». Es geht also um den Monkey King. Diesbezüglich gibt es unzählige Filme in Taiwan, Hong Kong oder China. Beispielweise New Pilgrims to the West plus deren Fortsetzung Monkey War, den Stephen Chow 2teiler A Chinese Odyssey Part One & Two, den chinesischen Kommerzschrott The Monkey King (mit Donnie Yen und Chow Yun-Fat) oder 60er Jahre Shaw Brothers Verfilmungen (The Cave of the Silken Web), nur um paar wenige Titel zu nennen. Dank den 61 Minuten Laufzeit ist der Film extrem kurzweilig und unterhaltsam.

Der Film hat zwar deutlich weniger Budget als andere Shaw Brothers Produktionen und wurde nur im Studio gedreht (also keine Natur- und Aussenaufnahmen), dennoch mochte ich die fantasievollen und nebligen Settings. Der Fantasy-Gehalt hat mir gut gefallen und teilweise fühlte ich mich leicht an Heaven & Hell erinnert. Auch ein Film von Chang Cheh. Auch den Einsatz von diversen Göttern, Feuer spuckender Statuen, Steinmonstern oder Chimären im Plot haben mir zugesagt. Längen gibt es praktisch keine, da nur 61 Minuten Laufzeit und viel Kämpfe.

Was die Choreographie der Kampfszenen angehen (plus Musikwahl), orientiert sich der Film stark an der Peking Opera. Da sind einige eindrückliche Momente festgehalten worden und der Cast beherrschte ihr Können. Die Kampfszenen wurden u.a. von Regisseur, Choreograph und Darsteller Lau Kar-Leung (Pedicab Driver, The 8 Diagram Pole Fighter, The Delinquent) in Szene gesetzt. Daher überrascht die gute Qualität der Kampfszenen nicht. Die mir unbekannten Lau Chung-Chun als Monkey King (laut hkmdb seine einzige Rolle, was überrascht) und Ting Wa-Chung (The Swift Shaolin Boxer) als Red Boy machten einen sehr guten Job. In Nebenrollen sind noch Fung Hak-On (The Godfather’s Daughter Mafia Blues) und Phillip Kwok (Forbidden Arsenal) zu sehen. Die Darsteller waren gesamthaft sehr solide.

Fazit: Für Shaw Brothers Fans sehenswert!

Infos:

O: Hong Hai Er

Taiwan, HK (je nach Quelle), 1975

R: Chang Cheh

D: Lau Chung-Chun, Teng Jue-Jen, Yang Kuei-Yu, Chen I-Ho, Ting Wa-Chung, Hu Chin, Chiang Tao, Chao Li-Chuan, Fung Hak-On, Phillip Kwok Chun-Fung

Laufzeit der HK-VCD: 61:25 Min.

Gesehen am: April 2016 / Neusichtung: Aug. 2024 / Sichtung der UK-Blu: Okt. 2025

Fassungen: Mir lag die HK-VCD von IVL/Celestial vor = solide Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs, Uncut. Den Film gibt es vom gleichen Label auch auf DVD. Es gibt keine Blu-Ray und/oder deutsche Fassung (Stand: Aug. 2024). Nachtrag Okt. 2025: Der Film wurde vor kurzem in England von Eureka auf Blu-Ray veröffentlicht (in der Furious Swords and Fantastic Warriors). Endlich konnte ich den Film in einer würdigen Qualität sichten. Das Upgrade von der HK-VCD (wurde inzwischen verkauft) auf die UK-Blu-Ray hat sich gelohnt. Auch wenn viele den Film nicht mögen, war fast ausschliesslich der Film der Grund, warum ich die Box gekauft habe. O-Ton, englische Subs, Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität. Das Set kommt mit anderen Filmen, einer Box und Booklet daher. 

Dienstag, 14. Juni 2022

Das Höllentor der Shaolin Review

Das Höllentor der Shaolin

Story:

 

General Xu (Johnny Wang Lung-Wei) veranstaltet ein Turnier, um die Shaolin Clans aus dem Süden und Norden gegeneinander aufzuhetzen und auszuspielen. Es gibt Tote (u.a. Dick Wei). General Xu lässt Hsu Fong (Sun Chien), Chun Fei (Chiang Sheng) und Pao Siao Tung (Lu Feng) als «Täter» präsentieren. Derweil trainieren Ho Yen Wu (Phillip Kwok) und Ho Ming Pao (Lo Meng) mit dem Ziel, später mit Mai Feng (Wai Pak) Rache zu üben…

 

Meine Meinung:

 

Das Höllentor der Shaolin aka Invincible Shaolin sah ich seit 15 Jahren nicht mehr. Ich wusste nur noch drei Dinge: 1. Es handelt sich um einen Shaw Brothers Film von Chang Cheh (Police Force). 2. Um einen Venom-Film. 3. Die Helden werden getäuscht und gegeneinander aufgebracht. Mehr wusste ich nicht mehr. Ich war also gespannt auf die Neusichtung, die mehr wie eine Premiere anmutete da so lange nicht gesehen.

 

Leider fand ich Das Höllentor der Shaolin relativ mässig. Sehr durchschnittlich und wohl nebst The Five Venoms der schwächste Venom-Film, so weit ich mich erinnern kann. Kein Vergleich zu Klassikern wie Crippled Avengers oder anderen Venom-Filmen wie The Rebel Intruders. 1978 sorgte der Jackie Chan Klassiker Snake in the Eagle's Shadow für Furore und Erfolge.

 

Das Höllentor der Shaolin versucht zu offensichtlich, den Jackie Chan Film zu imitieren: Kung Fu, Rache-Thema Training, Humor, Meister-Schüler Thema. Leider ohne Erfolg. Dazu fehlt es den Venoms an um Phillip Kwok (Hard-Boiled), Lo Leng (Pursuit of a Killer), Sun Chien (The Plot) und Lu Feng (Ninja Kids) und Co. an Charisma.

 

Auch andere Figuren werden im Film verschenkt: Chan Shen (Five Element Ninjas) als Meister wirkt tot (auch so geschminkt), Kara Hui (Mrs K) darf nicht kämpfen (aber löblich, in einem Chang Cheh Film überhaupt Frauen zu sehen) und Dick Wei (City Warriors) ist eines der Opfer zu Beginn des Filmes. Johnny Wang Lung-Wei (Martial Club), den ich als Bösewicht immer gerne sehe, wird im Finale viel zu schnell und enttäuschend besiegt. Schade!

 

Die Laufzeit fühlt sich viel länger als 98 Minuten an, der Plot ist total dünn und Action gibt es viel zu wenig. 90% bestehen nur aus repetitiven und ermüdenden Trainingsszenen. Das naive Verhalten der Figuren überzeugt ebenso wenig, wie dramatische Heroic-Bloodshed Momente, die später von John Woo gekonnt in die Moderne übertragen wurden (A Better Tomorrow).

 

Natürlich sind die Trainings- und vor allem die Kampfszenen am Anfang und Finale spektakulär und blutig, aber der Funke will diesmal nicht recht rüber springen und in anderen Venom Filme war das weit aus besser, abwechslungsreicher, blutiger und epischer in Szene gesetzt!

 

Fazit: Durchschnitt. Nur für Venom-Fans zu empfehlen!

 

Infos:

 

O: Nan Shao Lin Yu Bei Shao Lin

 

HK 1978

 

R: Chang Cheh

 

D: Johnny Wang Lung-Wei, Dick Wei, Sun Chien, Chiang Sheng, Lu Feng, Phillip Kwok, Lo Meng, Chan Shen, Kara Hui

 

Laufzeit der deutschen DVD: 98:41 Min.

 

Gesehen am: 2007 / Neusichtung: Mai 2022

 

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von MIB vor = Uncut, Deutsch/Mandarin mit englischen Subs, gute Bild- und Tonqualität (vielleicht leicht unscharf). Gibt es in Deutschland auch auf Blu-Ray. Die Original-Kino-Synchro (Deutsch) gibt es nur auf der TVP DVD.