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Mittwoch, 22. April 2026

Frankie, Maniac Woman

Brugggore Filmfestival 2026 Spezial

Frankie, Maniac Woman

Story:

Frankie Ramirez (Dina Silva) Traum ist es, in L.A. als Sängerin Fuss zu fassen und eine Karriere zu starten. Die Stimme dazu hätte sie, jedoch nicht das gewünschte Aussehen. Massnahmen zur Gewichtsreduktion sind nicht erfolgreich und somit bleibt der Erfolg aus. Als sie sich suizidieren möchte, erscheint der Teufel (Regisseur Pierre Tsigaridis persönlich) und nimmt von ihr Besitz. Danach begibt sich Frankie auf einen blutigen Rachefeldzug an der Gesellschaft…

Meine Meinung:

Pierre Tsigaridis, Regisseur von Traumatika, kehrt mit seiner neusten Indie-Produktion Frankie, Maniac Woman auf die grosse Leiwand d.h. das Brugggore Filmfestival zurück. Als ich den Film für das diesjährige Filmfestival buchte, gab es dazumal noch keinen Trailer. Also eine Art «Blinddate». Frankie, Maniac Woman war am ersten Tag des Filmfestivals der interessanteste der drei Filme, die ich mir angesehen habe. Zwar mochte ich die Settings von Traumatika persönlich mehr, aber dennoch sieht man Frankie, Maniac Woman, Regisseur Pierre Tsigaridis und Hauptdarstellerin Dina Silva (nebst viel Fett) ihr Herzblut auch an.

Der Film ist ein Mix aus schwarzer Komödie, Splatterfilm und Sozialkritik (Bodyshaming und Co.). Seit dem Erfolg von The Substance nehmen solche Filme, zumindest nehme ich es so wahr, zu (oder Serien wie The Beauty). Regisseur Pierre Tsigaridis ist ein grosser Fan von Blutgericht in Texas. Daran erinnert der Film auch (nebst Maniac). Wo der Film punktet, ist sein L.A. Setting, sein Mut, eigene Wege zu gehen und die vielen tollen Splattereffekte. Die blutigen Details und die verspielte, perverse Art von Frankie Ramirezs Figur in den Tötungen, haben mich oft an Blood Feast 2 erinnert, in der der Gore auch genüsslich und ellenlang vor der Kamera «zelebriert» wurde.

Pierre Tsigaridis fungierte dabei einmal mehr als Multitalent. Er führte nicht nur Regie, sondern schrieb auch das Drehbuch, produzierte sein Werk, filmte und editierte es am Ende in einen Film. Leider finde ich keine Angaben, wer für die Spezialeffekte verantwortlich war. Das ist schade. Die mir unbekannten Darsteller waren glaubhaft, solide und solide bis laienhaft. Und selbstverständlich ist ein Overacting gegeben, speziell bei der von Dina Silva gespielten Figur. Durch ihren mächtigen Körper erinnert sie in der Tat mehrfach an Leatherface, wenn die mit Maske bekleidet, ihren Opfern nachjagt.

Der Film ist in diverse Kapitel (glaube es waren vier) unterteilt und startet in s/w-Bildern, ehe später die Farbe einsetzt. Solche Spielereien sind nett und damit versucht sich der Film, von anderen Produktionen abzuheben. Der Film startet furios und legt zunächst ein sehr hohes, flottes und gewaltbereites Level an den Tag. Leider verschiesst der Film dort schon fast sein ganzes Pulver, denn das hohe Tempo vermag der Film im Verlauf nicht aufrechtzuerhalten. Das dritte Kapitel vor dem Finale schwächelte bereits und spätestens im letzten Kapitel taten sich auch dialoglastige Längen auf. Der Film kam mir am Ende länger vor, als seine 95 Minuten Laufzeit.

Fazit: Nicht uninteressant, auch wenn mir die am letzten Brugggore Filmfestival gezeigte Blutgericht in Texas Hommage (Chainsaws Were Singing) mehr Freude bereitet hat. Fans von Indie-Produktionen können durchaus einen Blick riskieren, ohne wirklich enttäuscht zu werden.  

Infos:

O: Frankie, Maniac Woman

USA 2025

R: Pierre Tsigaridis

D: Dina Silva, Pierre Tsigaridis, Stefanie Estes, Rocío de la Grana, Ian Michaels, Tim Fox

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 95 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2026

Fassungen: Gesehen am Brugggore Filmfestival 2026 in Englisch. Uncut. Eine DVD, Blu-Ray oder UHD ist noch nicht angekündigt (Stand: April 2026).

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