Das scharlachrote Evangelium
Inhalt:
«Zwei Kultfiguren des Horrorgenres liefern sich den ultimativen Kampf. Harry D'Amour, der Detektiv des Übersinnlichen, stellt sich Pinhead, dem Priester der Hölle.
Die letzten sechs Magier der Erde sind vor Angst erstarrt:
Ein Priester aus dem Orden der Zenobiten tötet einen nach dem anderen von
ihnen. Pinhead ist sein Name, und aus ihren Leichen stiehlt Pinhead alles
Wissen, um seine eigenen dämonischen Kräfte zu stärken…
Harry D'Amour ahnt davon nichts, als er das Haus eines Verstorbenen betritt, um dessen ruheloser Seele Frieden zu geben. Doch dann öffnet sich durch die Magie eines dämonischen Würfels ein Riss zwischen dem Totenreich und der realen Welt und Harry erblickt Pinhead und der kämpft gegen den Satan persönlich!
Die Fans von Clive Barker halten den Atem an. Nach vielen Jahren wurde ihr Betteln erhört: Pinhead öffnet die Pforte zu den Zenobiten und zieht Harry D'Amour an Ketten in die Hölle.»
Meine Meinung:
Ich wurde indirekt durch den Blog meines Bekannten zult auf den Roman aufmerksam. Er hat über seinen Kauf des Buches Hellraiser Höllengeläut berichtet und als ich danach via Google suchte, stiess ich u.a. auf den Roman Das scharlachrote Evangelium. Ich war Feuer und Flamme, als ich sah, dass Das scharlachrote Evangelium von Clive Barker stammt. Eine neue Hellraiser und Pinhead-Geschichte vom Meister selbst. Wie konnte ich das verpassen? Und dann kommt noch Harry D'Amour, der mich zuletzt auch in Barkers Romanen wie Stadt des Bösen zu überzeugen vermochte, vor. Spannend!
Doch als ich den Roman las, geschah dies mit vielen gemischten und auch überraschend negativen Gefühlen. Ich war schockiert, dass der Mann, der Bücher wie Jenseits des Bösen, Stadt des Bösen oder die Bücher des Blutes I-III und IV-VI schrieb oder Filme wie Hellraiser realisierte, einen solch absolut belanglosen und mittelmässigen Roman schrieb. Ich war sehr enttäuscht, schämte mich zum Teil anhand der Dialoge der Figuren fremd und dachte mehr als einmal daran, das Lesen abzubrechen. Somit kann ich sagen, dass ich den Roman nicht behalten werde. Das ist für sich gesehen eine unerwartete Überraschung und sehr schade.
Das wird dem Hellraiser-Mythos nicht gerecht. Pinhead wird hier entmystifiziert und erinnert mehr an einen Sprücheklopfer à la einer Figur wie Freddy Krüger und Co. Die Darstellung der Hölle gefiel mir gar nicht. Wirkte alles viel zu menschlich. Am schlimmsten waren jedoch die Nebenfiguren, Clive Barkers teilweise arg pubertierende und vulgärere Dialoge und seine Passion für männliche Geschlechtsteile und schwule Kosenamen inklusive vielen Momente, die einfach unpassend und peinlich wirkten. Teilweise hatte ich das Gefühl, dass ein 12jähriger das geschrieben hat. Von Clive Barkers Kraft der Worte, wie in seinen alten Arbeiten, ist hier nichts mehr zu sehen. Schade. Viele Klischees machen den Inhalt aus. Toll war nur das letzte Viertel, dass eine leichte Spannung bot (Kampf Pinhead gegen Luzifer).
Fazit: Enttäuschend und das Geld nicht wert!
Infos:
In Deutschland erschienen: Ja
Sprache: Deutsch
Verlag: Festa
Anzahl Seiten: 460
Roman/Sachbuch: Roman
Art: Taschenbuch
Autor: Clive Barker
Erschienen: 1. Auflage Juni 2015

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