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Samstag, 5. September 2026

The Sniping

The Sniping

Story:

Bei einem Gefängnisausbruch werden zwei Polizisten (Wilson Tong), darunter der Sohn von Chu (Chor Yuen), getötet. Die Gangster (u.a. Norman Tsui, Dion Lam Dik-On) nehmen Tsang Tin-chee (Eric Tsang) als Geisel. Die Polizei (Chen Kuan-Tai) arbeitet an dem Fall. Tsangs Freundin (Irene Wan Pik-Ha) und ihr Vater (Wu Fung) heuern einen Privatdetektiv (Alex Man) an, um Tsang zu finden. Derweil geht Chu einen Pakt mit Triaden (u.a. Fung Hak-On, Phillip Ko Fei) ein, denn er will die Mörder seines Sohnes nicht hinter Gittern, sondern unter der Erde sehen…

Meine Meinung:

Von all den Filmen mit Chen Kuan-Tai (Angel’s Mission, The Black Magic with Buddha, The Era of Vampires), die ich die letzten Tage gesehen habe, hatte er in dem Modern Day Action Film The Sniping die bisher kleinste Rolle. Man kann hier wirklich nur von einer kleinen Nebenrolle sprechen. Zudem führte Chen Kuan-Tai hier auch keine Regie, schrieb nicht am Drehbuch und hat den Film auch nicht produziert. Er spielte «nur» eine solide Nebenrolle. The Sniping verdanken wir vor allem Wilson Tong (Kung Fu Genius, Daggers 8, Ghost Nursing), der Regie führte, einen Gastauftritt hinlegte und auch mithalf, die Action-Szenen zu choreographieren und als Produzent des Filmes fungierte er auch.

Der Film hat die Zweitsichtung bestanden, auch wenn es in den ersten 50 Minuten gerne mehr Actionszenen hätte geben dürfen. Die Actionszenen sind abwechslungsreich anzusehen. Zudem sind die Actionszenen allgemein hart, schmerzhaft und blutig in Szene gesetzt. Das gilt für Morde, Shoot-Outs und die Szenen, in denen mit Messern und Macheten verletzt und getötet wird. Die kürzeren Kämpfe sind rasant und übersichtlich choreographiert. Sie machen viel Spass, zumal es auch den ein oder anderen kleineren, sehenswerten Stunt zu bestaunen gibt. Die Macher zeigen eindrücklich, wie mit wenig Budget tolle Action entstehen kann.

Dass dabei der dünne Plot nicht viel hergibt, versteht sich von allein. Dennoch gibt es zwei kleinere Überraschungen beim Plot. Zum einen, dass ein schräger Vogel wie Eric Tsang (They Came to Rob Hong Kong, The Thirty Million Dollar Rush, The Challenger) im Film eine Freundin wie Irene Wan Pik-Ha (Bloody Brotherhood) abbekommt, was schon fast unrealistisch anmutet (sieht man Mal von diversen echten Me Too Anschuldigungen ab, wobei man sagen muss, dass Eric Tsang nie offiziell angeklagt oder verurteilt wurde), und zum anderen soll die von Shaw Brothers Regisseur Chor Yuen (Killer Clans) gespielte Figur homosexuell sein und eine Affäre zu einem westlichen Mann führen. Für einen HK-Film aus der Zeitspanne auch sonderbar. In der VHS aus China fehlt auch Handlung. Ob es sich um Dialoge handelt, welche sich auf diese Affäre beziehen? Gut möglich! Abgesehen davon gibt es eigentlich keine Überraschungen. Selbst der Heldentod im Finale ist nicht wirklich überraschend. Halt ein typisch Heroic Bloodshed Moment. 

Die Action rockt derbe, vor allem jene auf der 2. Disc (der VCD-Fassung aus Hong Kong = ca. 50 Minuten Laufzeit). Dazu macht auch der Cast eine gute Figur. Alex Man (The Secret, Prince Charming) ist einmal mehr cool als Low-Budget Chow Yung Fat. Norman Tsui (Wounded Tracks) ist etwas «ungenutzt». Er hätte mehr von seinem Potenzial ausschöpfen können. Fung Hak-On (The Protector) gibt natürlich einen der Bösewichte ab und macht seine Sache ordentlich. Phillip Ko Fei (The Club) auch, auch wenn dieser eigentlich nur eine Szene abbekommt und im Gegensatz nur kurz zu sehen ist. In den Kampfszenen hat auch der mir unbekannte Dion Lam Dik-On absolut überzeugt (fast mehr als ein Norman Tsui). Das könnte auch daran liegen, dass es gleichzeitig eine Karriere als Choreograph und Action Director aufgebaut hat und in Filmen wie The Stone Age Warriors oder Fatal Chase die Actionszenen überwacht und inszeniert hat.

Fazit: HK-Actionfans zu empfehlen!

Infos:

O: Kei Bing

HK 1989/1990 (je nach Quelle)

R: Wilson Tong

D: Alex Man, Norman Tsui, Eric Tsang, Chen Kuan-Tai, Chor Yuen, Irene Wan Pik-Ha, Wu Fung, Dion Lam Dik-On, Fung Hak-On, Wilson Tong, Phillip Ko Fei

Laufzeit der HK-VCD: 91:02 Min.

Gesehen am: Juli 2014 / Neusichtung am: Sept. 2026

Fassungen: Mir lag die HK-VCD von Worldtrade Entertainment vor = Statt Widescreen in Vollbild, durchschnittliche Bildqualität, O-Ton, keine Subs, Uncut. Es gibt eine VHS in China in Widescreen und mit englischen Subs, jedoch ist diese leicht (16 Sek.) in Gewalt und stärker an Handlung zensiert und nicht im O-Ton sondern Mandarin Dubbed. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Sept. 2026).

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