The Great Escape from Women’s Prison
Story:
Japan marschiert im 2. Weltkrieg in Korea ein und übernimmt
das Land. Yeung Fung Kow (Lee Dae-Geun) entscheidet sich, sich den Japanern anzuschliessen.
Das sorgt für Differenzen was seine ehemalige Liebe oder seine Familienmitglieder
(Mutter, Bruder) angehen. Yeung Fung Kow geht so weit, diese verhaften und ins
Camp verschleppen zu lassen. Im Frauengefängnis müssen die Insassinnen schuften.
Gnade gibt es nicht und auf Wiederhandlungen folgen Folterstrafen. Doch langsam
macht sich, auch bei der Bevölkerung, Widerstand breit…
Meine Meinung:
The Great Escape from Women’s Prison ist zwar ein eher
harmloser Vertreter des WIP (Women in Prison) Genres, dennoch empfand ich den
Film, gerade auch mit angepassten Erwartungen, als solide. Zudem habe ich schon
schlechtere solche Filme gesehen (Im Camp der gelben Tigerinnen, War Victims, Escape from Hell Hole, Bambuscamp 2. Teil- Die Tätowierung). Es handelt sich um eine
Co-Produktion zwischen Taiwan und Südkorea. Daher sind auch zwei Regisseure,
nämlich Ting Chung (Tiger Jungle, Two Assassins of the Darkness, Of Cooks and Kung Fu) sowie Jang Il-Ho (The Iron Man, A Remodelled Beauty) als Regisseure gelistet. Gedreht wurde vor Ort in Südkorea. Jang Il-Ho
hat auch mind. drei Filme für die Shaw Brothers realisiert = Night of the
Devil's Bride, The Deadly Knives sowie The Thunderbolt Fist.
The Great Escape from Women’s Prison bietet all die
Klischees, die der Fan von diesem Genre erwarten kann. Was explizite Gewalt
angeht, ist der Film harmlos. Was Nacktszenen angeht, gibt es hier nichts zu sehen
(in einer Szene verdeckt eine Frau ihre Brüste, das ist alles). Dennoch
funktioniert der Film. Es gibt WIP-Elemente, Shoot-Outs, Drama (auch durch die Familienkonstellation
und der Tatsache des Überlaufens und Verrats), dennoch paar fiese Foltermomente
und paar wenige blutige Details gibt es dennoch zu sehen. Und dann gibt es
sogar noch eine kürzere Kampfszene. Die Drehorte in Südkorea sieht man dem Film
positiv an.
Der Entscheid, fast komplett auf Humor und Klamauk zu
verzichten (mit Ausnahme der adipösen Gefangenen) und die dramatischen Szenen zwischenmenschlichen
Dilemmas in den Vordergrund zu stellen, passt und wirkt somit glaubhaft. Die
Darsteller bestehen aus Koreanern und Chinesen, auch wenn es mehrheitlich
Koreaner sind. Sie spielen mehrheitlich solide und glaubhaft. Der Inhalt kann
sogar als historisch wichtig und sozialkritisch angesehen werden (Japanische Besetzung
in Südkorea). Hier und da erinnerte mich der Film von seiner Inszenierung auch
fast an einen Eastern, wenn sich die gefangenen Frauen z.B. in Rückblenden
erzählen, warum sie im Gefängnis gelandet sind und jede ihre Geschichte
erzählen darf.
Fazit: WIP-Fans können einen Blick riskieren!
Infos:
O: Da nu ji zhong ying / Yeosu daetalok
Taiwan, Südkorea 1976
R: Jang Il-Ho, Ting Chung
D: Lee Dae-Geun, Yoon Mi-Ra, Han Mi-Ja, Nam Soo-Jeong, Do
Keum-Bong, Kao Chiang, Chang Pei-Shan
Laufzeit der US-VHS: 98:53 Min.
Gesehen am: Aug. 2026
Fassungen: Mir lag das Englisch Dubbed HK-VHS von Ocean
Shores (Omni Video vor) = Solider Dub, solide Bildqualität, Vollbilds statt Widescreen.
Laufzeit 98:53 Minuten. Die Mandarin Kassette ist ca. zwei Minuten kürzer als
ein «Uncut Print auf YouTube» (98:47 Min). Die Szenen, die in der Mandarin
VHS fehlen sollen, hatte ich den Eindruck, dass diese ggf. auf dem Englisch
Dubbed VHS drauf waren. Da es eher unwichtige Szenen sind, spielt es jedoch nicht
so eine grosse Rolle. Ich werde noch vergleichen. Der Film müsste aktuell gerade in Deutschland
als Straflager der Geschändeten von X-Rated auf Blu-Ray veröffentlicht worden
sein. Ob dort die Uncut Fassung (à la YouTube Print) auch an Bord sein wird,
ist mir nicht bekannt. Immerhin soll die Fassung in Deutsch und Mandarin
vorliegen. Ob es eine VHS in Südkorea gibt und sich die südkoreanische Fassung
von der taiwanesischen Fassung (abgesehen von der Sprache) unterscheidet, weiss
ich nicht. Es handelt sich um eine Co-Produktion beider Länder.