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Sonntag, 23. August 2026

Hamburger Hill

Hamburger Hill

Story:

Vietnamkrieg 1969:

Eine US-Infanterieeinheit hat den Auftrag, einen Hügel einzunehmen. Ein schwieriges Unterfangen, weil der Gegner verlustreiche Angriffe auf die US-Soldaten startet…

Meine Meinung:

John Irvin starb am 11.08.26. Ihm zu Ehren sah ich mir den Antikriegsfilm Hamburger Hill an, den er 1987 realisiert hat. Von John Irvin kenne ich sonst nur Der City Hai (toller Film) und mein Kumpel hat mir The Dogs of War empfohlen. Ich sah Hamburger Hill nur einmal und wusste nichts mehr. Der Film basiert auf wahren Tatsachen. Während elf verlustreichen Tagen gelang es US-Soldaten im A-Shau-Tal (nahe der Grenze zu Laos), Hügel Nr. 937 einzunehmen (den die Soldaten dann «Hamburger Hill tauften»). Dies jedoch mit vielen Toten (über 70) und noch mehr verletzen US-Soldaten. Als der Hügel eingenommen war, wurde er einige Tage später auf Befehl kampflos aufgegeben, da er für den Krieg strategisch unwichtig war und danach übernahm der Feind den Hügel wieder, was in den USA (zurecht) für Kontroversen sorgte.

Diese Sinnlosigkeit des Krieges wird in Hamburger Hill gut, intensiv und ungeschönt eingefangen. Im Gegensatz zu anderen Antikriegsfilmen wie Platoon, Full Metal Jacket und Co., geht es in Hamburger Hill gradliniger zur Sache. Es gibt weniger Charaktertiefe, weniger Ausbildung und die negativen Auswirkungen auf die Psyche sind weniger beschrieben (was nicht heisst, dass diese Dinge gar nicht erwähnt werden). Der Film zeigt die US-Soldaten und die Gegner (auch wenn diese viel weniger Szenen und Bewusstsein erhalten) aus neutraler Sicht. Die US-Soldaten werden nicht als Helden dargestellt, die nordvietnamesischen Soldaten nicht als Unmenschen. Auf beiden Seiten sterben sie. Die Sinnlosigkeit des Krieges um einen unwichtigen Hügel.

Der Film ist technisch toll anzusehen. Der Film und die Settings wirken authentisch. Aus heutiger Zeit ist es eine Wohltat, echte Hubschrauber, echte Brücken, echte Explosionen und echte Flugzeuge zu sehen. Wie gut das tut merke ich erst, wenn ich mit heutigen (CGI)Effekten vergleiche. Schlimm. Das sah früher einfach viel besser und echter aus. Ein-zwei Make-Up-Effekte gibt es obendrauf (explodierender Kopf z.B.). Die mir unbekannten Darsteller spielen fiktive Figuren. Jedoch wurden vor dem Film intensiv Interviews mit Kriegsveteranen geführt, um das Gezeigte so realistisch wie möglich auf die Leinwand zu bringen. Ich denke, was die angespannte Stimmung angeht, wurde das Ziel nicht verfehlt. Die Kameraeinstellungen und Aufnahmen sind ein Augenschmaus.  Heute sind Kameraaufnahmen verwackelt oder viel zu nah am Geschehen dran und somit oft unübersichtlich. Daher genoss ich die weiten Aufnahmen und die teilweise ruhigen Bilder, die im krassen Gegensatz zum direkten Kriegs-Geschehen stehen.

Fazit: Sehenswerter Antikriegsfilm!

Infos:

O: Hamburger Hill

USA 1987

R: John Irvin

D: Anthony Barrile, Michael Boatman, Don Cheadle, Michael Dolan, Don James, Dylan McDermott, Michael A. Nickles

Laufzeit der US-DVD: Ca. 110 Min.

Gesehen am: Juli 2008 / Neusichtung am: Aug. 2026

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Lions Gate vor = sehr gute Bild- und Tonqualität, Uncut, O-Ton mit englischen Subs. Als ich die Disc kaufte, gab es den Film dazumal noch nicht Uncut in Deutschland. Ein Umstand, der sich geändert hat = deutsche Blu-Ray von NSM Records / AL!VE.

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